Advanced Nursing Practice am Beispiel der Family Health Nurse. Referentin: B.A., cand. M.Sc. Beate Vonde

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1 Advanced Nursing Practice am Beispiel der Family Health Nurse Referentin: B.A., cand. M.Sc. 2. Internationaler Kongress Advanced Practice Nursing & Advanced Nursing Practice Bleibt alles anders Berlin, September 2013

2 2 Inhalt 1. Entwicklungen in der Gesundheitsversorgung 2. Pflegebedürftige 2011 nach Versorgungsart 3. Umsetzung einer erweiterten Pflegepraxis in Deutschland Die Familiengesundheitspflege 3.1 Zielgruppen 3.2 Aufgaben 3.3 Anbindung 3.4 Finanzierung - Rahmenvereinbarung DBfK mit Barmer GEK 4. Implementierung in einen ambulanten Pflegedienst 4.1 Erwartete Schwierigkeiten bei der Implementierung 4.2 Mögliche Ergebnisse der Evaluation 5. Reflexion und Fazit

3 3 1. Entwicklungen in der Gesundheitsversorgung Professionalisierung der Pflegeberufe Verlagerung von Leistungen des stationären Bereichs auf den ambulanten Sektor Demografischer Wandel Pflegefachpersonenmangel (vgl. Gehltomholt, Hamann, Kunze, Metz & Urbach, 2009) Hausärztemangel Mangelnde berufsgruppenübergreifende Kooperationen Regionale Versorgungslücken (vgl. Höppner & Kuhlmey, 2009) (vgl. Dreier, Rogalski, Oppermann, Terschüren, van den Berg & Hoffmann, 2010)

4 4 1. Entwicklungen in der Gesundheitsversorgung Strukturelle Veränderungen in der Gesundheitsversorgung durch: Reformierte Aufgabenbereiche Neuordnung der Aufgabenverteilung zwischen den ärztlichen und nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen (vgl. SVR, 2007)

5 5 2. Pflegebedürftige 2011 nach Versorgungsart (vgl. Statistisches Bundesamt, 2013, S. 5)

6 6 3. Umsetzung einer erweiterten Pflegepraxis in Deutschland Die Familiengesundheitspflege in den Familien vor allem als Gesprächspartner, als Berater, als Anleiter, als Begleiter, als Motivator, als Lotsen, als Vermittler, als Vernetzer, als Fürsprecher und als Stabilisator (Wagner & Schnepp, 2011, S. 34). Begleitung über die Lebensspanne hinweg (vgl. Wagner & Schnepp, 2011)

7 7 3. Umsetzung einer erweiterten Pflegepraxis in Deutschland Die Familiengesundheitspflege Weiterbildung Familiengesundheit für Pflegende und Hebammen im Bereich Prävention & Gesundheitsförderung 2-jährig berufsbegleitend 1560 Stunden Theorie und Praxis Gefördert durch die Robert Bosch Stiftung (vgl. DBfK, 2009)

8 8 3.1 Zielgruppen Individuen, Familien oder Gruppen mit erschwertem Zugang zum Gesundheits- und Sozialsystem Vulnerable Gruppen Alleinerziehende Familien in Krisen- und Umbruchsituationen chronisch kranke, pflegebedürftige, behinderte Personen mit ihren Familien (vgl. DBfK, 2009)

9 9 3.2 Aufgaben Beratung und Unterstützung rund um Prävention, Gesundheitsförderung und soziale Gesundheitsfaktoren Frühzeitiges Erkennen potenzieller und aktueller Gesundheitsprobleme Case Management Lotse für angrenzende Bereiche wie z.b. Sozialamt, Kranken- und Pflegekassen Versorgungs- und Pflegeleistung bei Krankheit, Behinderung, Krisen (vgl. DBfK, 2009)

10 Anbindung Primäre Gesundheitsversorgung Pflege- und Hebammenwesen FGP/FGH Öffentlicher Gesundheitsdienst Hausarzt- /Gemeinschaftspraxen Kranken- /Pflegekassen Ambulante Pflegedienste Krankenhäuser Beratungseinrichtungen u. a. (vgl. DBfK, 2009)

11 Finanzierung - Rahmenvereinbarung DBfK mit Barmer GEK Voraussetzung: Mitgliedschaft bei der Barmer GEK (Pflegebedürftiger oder pflegender Angehöriger) Finanzierung der Leistungen über 7 Monate / bis 21 Std. basierend auf 45 SGB XI (häusliche Schulung) Betreuung im häuslichen Umfeld oder bereits bei Pflegeüberleitung aus stationärem Setting (vgl. Kompetenzzentrum Familiengesundheitspflege, 2012)

12 12 4. Implementierung in einen ambulanten Pflegedienst Bedarfsanalyse: Salutogenetisch geprägtes Beratungsangebot Case Management psychosoziale Unterstützung Zielsetzung: Qualitativ verbesserte Versorgung der Patienten und Angehörigen Qualitäts- und Organisationsentwicklung mit gesteigerter Effizienz (vgl. Spiller & Gittler-Hebestreit, 2005)

13 13 4. Implementierung in einen ambulanten Pflegedienst Zielgruppe: Pflegebedürftige Personen und ihre Angehörigen Anlass: Entlassung aus dem Krankenhaus Zunahme des Pflegebedarfs mit der Situation überforderte Familienangehörige hohe Krankheitsrate der Patienten (vgl. Wagner & Schnepp, 2011)

14 14 4. Implementierung in einen ambulanten Pflegedienst Handlungskompetenzen: Einschätzen der erforderlichen Bedarfe und Ressourcen Kooperation, Koordination und Vernetzung der Akteure Unterstützung in der Entscheidungsfindung Anleitung zur aktivierenden und fördernden Pflege sozialrechtliche Kompetenzen Kompetenzen in Prävention und Gesundheitsförderung Beratung und Unterstützung in komplexen Situationen regulierendes Eingreifen (vgl. Wagner & Schnepp, 2011)

15 15 4. Implementierung in einen ambulanten Pflegedienst Rahmenbedingungen: Umsetzung über 5 Jahre (vgl. Ullmann-Bremi, Spirig & Ullmann, 2004) Finanzierung über die Leistungssätze der Pflege- und Krankenkassen (vgl. Wagner & Schnepp, 2011) Evaluation: Qualitatives Forschungsdesign Auswertung der Experteninterviews durch qualitative Inhaltsanalysen nach Mayring (vgl. Macht & Schnepp, 2012)

16 Erwartete Schwierigkeiten bei der Implementierung Widerstände: seitens mitbehandelnder Ärzte innerhalb des Teams (vgl. Gut, 2007) (vgl. Ullmann-Bremi, Spirig & Ullmann, 2004) durch Pflegebedürftige / Angehörige seitens der Behörden (vgl. Mörgelin, 2000)

17 Mögliche Ergebnisse der Evaluation Patientenzufriedenheit steigt Behandlungskosten leicht rückläufig Qualitätssteigerung der Institution Verbesserte Kooperation mit den an der Behandlung beteiligten Professionen Arztentlastung (vgl. Gut, 2007)

18 Mögliche Ergebnisse der Evaluation Verbesserte gesundheitliche Situation der Patienten und ihrer Angehörigen Krankenhausaufenthalte reduzieren Gesundheitsausgaben senken Verbesserte Pflegeüberleitung (vgl. Mörgelin, 2000)

19 19 5. Reflexion und Fazit Neuer, erweiterter pflegerischer Ansatz Zugang zu vulnerablen Gruppen Positive Beeinflussung des familiären Geschehens im Kontext von Pflegebedürftigkeit Langsame Entwicklungen in der Etablierung Möglichen Widerständen durch Transparenz vorbeugen Evaluationen zur Überprüfung des Status der Implementierung unter Berücksichtigung aller Beteiligten Erfolge durch Weiterbildungsprogramm und Rahmenvereinbarung DBfK und Barmer GEK

20 20 5. Reflexion und Fazit

21 21 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

22 22 Literatur Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.v. (2009). Familiengesundheit - Ein neues Handlungsfeld für Pflegende und Hebammen. Berlin: DBfK. Dreier, A., Rogalski, H., Oppermann, R., Terschüren, C., van den Berg, N. & Hoffmann, W. (2010). A curriculum for nurses in Germany undertaking medically-delegated tasks in primary care. Journal of Advanced Nursing, 66(3), Gehltomholt, E., Hamann, L., Kunze, D., Metz, A.-M. & Urbach, T. (2009). Demografischer Wandel in der Pflege. Konzepte und Modelle für den Erhalt und die Förderung der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit von Pflegekräften. Berlin: Bundesanstalt für Arbeit und Arbeitsschutz. Gut, C. (2007). Nurse practitioners in der medizinischen Grundversorgung der Schweiz. Schweizerische Ärztezeitung, 88(51/52), Höppner, K. & Kuhlmey, A. (2009). Gesundheitsberufe im Wandel. GGW, 9 (2), Kompetenzzentrum Familiengesundheitspflege. (2012). Familiengesundheitspflege für BARMER GEK-Versicherte. Abgerufen am von Kompetenzzentrum Familiengesundheitspflege: Macht, E. & Schnepp, W. (2012). "Family Health Nursing" in Österreich: Aspekte zur Implementierung. Pflegewissenschaft, (02),

23 23 Literatur Mörgelin, K. (2000). Family Health Nurse - Die sogenannte Familiengesundheitsschwester. Pflege aktuell, (03), Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen. (2007). Kooperation und Verantwortung. Voraussetzungen einer zielorientierten Gesundheitsversorgung. Abgerufen am von Spiller, A. & Gittler-Hebestreit, N. (2005). Pflegeüberleitung - Ein pflegewissenschaftlich begleitetes Projekt zur Einführung und Evaluation. Abgerufen am von Printernet - Zeitschrift für Pflegewissenschaft, (03): Statistisches Bundesamt (2013). Pflegestatistik Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung. Deutschlandergebnisse. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt. Ullmann-Bremi, A., Spirig, R. & Ullmann, S. (2004 ). Eine Methodenkombination für pflegerische Praxisentwicklungsprojekte. Pflege, 17(04), Wagner, F. & Schnepp, W. (2011). Familiengesundheitspflege in Deutschland. Bern: Verlag Hans Huber.

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