Solarkataster Gemeinde Muri bei Bern Seite 1 von 5 Erläuterungen

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1 Solarkataster Gemeinde Muri bei Bern Seite 1 von 5 1 Allgemeine und Abgrenzungen Der Solarkataster ist eine Solarpotenzialanalyse. Es eignet sich, um einen ersten Richtwert zu erhalten, welches Potenzial für Sonnenenergienutzung auf einem Dach besteht. Die Erstellung des Solarkatasters erfolgte teilweise automatisiert. Einzelne fehlerhafte Angaben sind nicht auszuschliessen. Die Renewables-Now Aktiengesellschaft übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben und deren Folgen. Dieses Solarkataster ersetzt nicht die Beratung durch eine Fachperson für die Bereiche Photovoltaik und Solarthermie. 2 Eignungsklassen auf Basis Einstrahlung Tabelle 1 Farbcodierung der Eignungsklassen Eignungsklasse Einstrahlung auf Modulfläche, kwh / m 2 / Jahr Sehr gut Gut Ausreichend Bedingt geeignet Nicht geeignet Die Eignungsklassen sind ein Mass für die Einstrahlung auf eine Modulfläche relativ zu einem Referenzwert. Der Referenzwert ist die mittlere jährlichen Einstrahlung auf eine unverschattete horizontale Fläche in Muri bei Bern und beträgt für die Periode 1986 bis kwh / m² / Jahr. Die mittlere jährliche Einstrahlung auf eine unverschattete, optimal geneigte und optimal ausgerichtete Fläche in Muri bei Bern beläuft sich auf kwh / m² / Jahr. Die Grenzen der fünf Eignungsklassen werden bei 95 %, 90 %, 80 % und 60 % dieses Wertes angesetzt.

2 Solarkataster Gemeinde Muri bei Bern Seite 2 von 5 3 Erläuterung der Variablen im Solarkataster Die im Solarkataster angegebenen Variablen sind in den Tabellen 1 bis 2 erläutert. Tabelle 2: Allgemeine Variable für Dachflächen-Solaranlagen Variable Einheit Beschreibung Neigung der Teildachfläche Grad 0 = horizontal, 90 = vertikal Ausrichtung Grad 0 = Nord, 90 = Ost, 180 = Süd, 270 = West Einstrahlung auf Modul kwh / m 2 / Jahr Jährliche Einstrahlung (Kilowattstunde) auf Modul pro Quadratmeter für alle Monate Mögliche Modulfläche m 2 Mögliche Fläche auf dem Dach, welche zur Solarenergieerzeugung genutzt werden könnte, inklusive Dachüberstand Stromproduktionsmenge kwh / Jahr Mögliche jährliche Stromproduktion bei einer Performance Ratio von 80 % Wärmeproduktionsmenge kwh / Jahr Mögliche jährliche Wärmeproduktion für alle Monate bei einer Performance Ratio von 60 % Pflichten des Bauherrn einer Solaranlage Sofern aus Denkmalschutzgründen eine Bewilligungspflicht oder der Gestaltungsausschuss der Gemeinde für die Neuinstallation einer Solaranlage hinzugezogen werden muss, ist ein entsprechender Hinweis angegeben.

3 Solarkataster Gemeinde Muri bei Bern Seite 3 von 5 4 Umrechnung in elektrische Energie Mittels der Methodik der Horizontlinien wird mit der Software simusolar 1 unter Berücksichtigung der Verschattung durch Berge, Gebäude und Vegetation die Einstrahlung auf einzelne Punkte einer Dachfläche im 10-Minuten-Intervall berechnet. Der auf einer Fläche mit einer gegebenen Einstrahlung erzielbare Ertrag einer Photovoltaikanlage hängt stark vom eingesetzten Modultyp ab (siehe Tabelle 3). Der für Module angegebene Wirkungsgrad bezieht sich immer auf Standard-Testbedingungen. Der Wirkungsgrad ist temperaturabhängig und nimmt für kristalline Siliziumzellen mit rund 0.4 % pro Grad ab. Da insbesondere in den Sommermonaten die Zelltemperatur über den Standard-Testbedingungen von 25 C liegen kann, liegt der durchschnittliche Wirkungsgrad über das Jahr gesehen etwas tiefer als der angegebene Wirkungsgrad unter Standard-Testbedingungen. Die produzierte Strommenge wird in der üblichen Einheit kwh angegeben. Tabelle 3: Modulwirkungsgrad Photovoltaik bei Standard-Testbedingungen Material Modulwirkungsgrad Monokristallines Silizium 12 % - 22 % Polykristallines Silizium 12 % - 20 % Amorphes Silizium 5 % - 13 % Kupfer-Indium-(Gallium-)Diselenid (CI(G)S) 7 % - 15 % Neben dem Modulwirkungsgrad muss weiter der Wirkungsgrad zwischen Modulausgang und dem Einspeisepunkt ins Stromnetz (Performance Ratio) berücksichtigt werden. Die Performance Ratio berücksichtigt zum Beispiel Leitungsverluste oder Verluste im Wechselrichter. Im Solarkataster Muri bei Bern wird mit einer pauschalen Performance Ratio von 80 % gerechnet. Insgesamt ergibt dies für die Umrechnung des Einstrahlungspotenzials in das Potenzial für elektrische Energie einen Faktor von 12 % (0.12 = 0.15 * 0.8). Für Flachdächer (Neigung 8, Nutzfläche = 40%) wurde bei der Einstrahlungsberechnung für das Solarkataster von einer aufgeständerten und nach Süden ausgerichteten Anlagen ausgegangen. 1

4 Solarkataster Gemeinde Muri bei Bern Seite 4 von 5 5 Solarthermische Nutzung (Sonnenkollektoren) Solarthermische Anlagen weisen generell einen höheren Wirkungsgrad als Photovoltaikanlagen auf, wobei allerdings das Produkt einer solarthermischen Anlage Wärmeenergie ist und bei einer Photovoltaikanlage höherwertige elektrische Energie erzeugt wird. Ob eine Dachfläche besser für eine Photovoltaikanlage oder für eine solarthermische Anlage (Heizung, Warmwasser) genutzt wird, hängt von den Gegebenheiten im Einzelfall (bereits installiertes Heizsystem, Wärmebedarf, zur Verfügung stehender Platz für Wärmespeicher, und so weiter) ab. Der erzielbare Wirkungsgrad bei der Umwandlung der Einstrahlung (im Solarkataster für jede Dachfläche angegeben) in Wärmeenergie hängt stark von der Auslegung des solarthermischen Systems und dem Verwendungszweck ab. Mögliche Nutzungen einer solarthermischen Anlage sind die Bereitstellung von 100 % der Wärme für Warmwasser und Heizung (Sonnenhaus), Erzeugung von Brauchwarmwasser inkl. Heizungsunterstützung und nur Wasservorwärmung. Die Modulwirkungsgrade hängen u. a. sehr stark von der Temperaturdifferenz zwischen Aussenluft und Wärmeträgerflüssigkeit ab. Die Performance Ratio berücksichtigt Wärmeverluste zwischen Modul und Wärmespeicher, die eventuell im Sommer nicht nutzbaren Wärmeüberschüsse und die durch stark schwankende Temperaturniveaus im Jahresmittel eventuell nicht korrekt abgebildete mittlere Moduleffizienz. Der gesamte Wirkungsgrad ab Moduloberfläche bis zum Einspeisepunkt in den Wärmespeicher ist in Tabelle 4 für verschiedene Anwendungen angegeben. Tabelle 4: Solarthermie-Gesamtwirkungsgrad von Modul-Eingang bis Speicher-Eingang Verwendungszweck Datenquelle Wirkungsgrad Beispiel Sonnenhaus, 100 % solare Deckung Renewables-Now Aktiengesellschaft 2 20 % Solarkataster Locarno 3 Warmwasser und Empirische Studie Gemeinde Davos 33 % Solarkataster Davos 5 Heizungsunterstützung Solarkataster Biel 4 36% Solarkataster Biel, Muri b. Bern

5 Solarkataster Gemeinde Muri bei Bern Seite 5 von 5 6 Umweltgedanke Wird eine Erdöl- oder Erdgasheizung ersetzt, so wird einerseits auf eine in Zukunft immer teurer werdende Ressource verzichtet, andererseits werden CO 2-Emissionen verringert. Bei Erdgas wird für die Nutzwärme von 1000 kwh mit 229 kg CO 2-Ausstoss gerechnet und bei Heizöl für dieselbe Nutzwärme mit 310 kg CO 2-Ausstoss. Auch beim Bau von Photovoltaikanlagen verringert man den CO 2-Ausstoss. Angaben zur Treibhausgas-Emissionen der Schweizer Strommixe sind einsehbar in einer aktuellen Studie des Bundesamts für Umwelt. 6 7 Abgrenzung Teildachflächen bis zu einer Neigung von 8 werden als Flachdächer behandelt. Bei Flachdächern wird eine Aufständerung der Module auf einem Teil der Fläche simuliert. Waren zum Zeitpunkt der Laserscan-Aufnahme auf dem Dach Aufbauten (aufdachmontierte Module oder aufgeständerte Module oder eine Baustelle), dann kann die mögliche Stromproduktion unterschätzt werden. Im Extremfall wird für das Dach keine Eignungsfläche angezeigt. Die Qualität der Berechnungsergebnisse hängt in starkem Maß von der Qualität der Eingangsdaten ab. 8 Datengrundlagen Folgende Basisdaten wurden für die Erstellung des Solarkatasters Muri bei Bern verwendet: Digitales Oberflächenmodell vom Kanton Bern Mai 2013, Punktdichte 4 Punkte / m² Amtliche Vermessungsdaten der Gemeinde Muri bei Bern Einstrahlungsdaten aus der Datenbank meteonorm 7 Version 7 Bauinventar Kanton Bern 6 7 Studie von ESU-Services im Auftrag des Bundesamts für Umwelt BAFU (2012). Abrufbar unter:

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