Diplomprüfung. Termin: Wintersemester 2002/2003. Wirtschaftsinformatik II. ARIS: Modellierungsmethoden, Metamodelle, Anwendungen

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1 Diplomprüfung Termin: Wintersemester 2002/2003 Wirtschaftsinformatik II ARIS: Modellierungsmethoden, Metamodelle, Anwendungen Themensteller: Prof. Dr. Dr. h.c. mult. A.-W. Scheer... Überprüfen Sie zunächst Ihr Exemplar auf Vollständigkeit! Benutzen Sie zur Aufgabenlösung nur die ausgeteilten Unterlagen. Viel Erfolg bei der Bearbeitung!

2 Diplomklausur SS ARIS II Modellierungsmethoden, Metamodelle, Anwendungen 2 Aufgabe 1 (20 Punkte) Die beiden Aufgabenteile A und B werden alternativ bearbeitet. Teil A bezieht sich auf die Vorlesungsinhalte von Prof. Scheer und Teil B auf die Veranstaltung von Dr. Jost. Werden beide Aufgabenteile bearbeitet, so geht nur einer der beiden Teile in die Bewertung der Klausur ein. TEIL A Ordnen Sie die folgenden Begriffe jeweils einer ARIS-Sicht (Daten, Funktion, Organisation, Leistung, Steuerung) sowie einer ARIS-Ebene (Fachkonzept, DV-Konzept, Implementierung) zu! (20 Punkte) a) Netzprotokoll b) Relation Projektleiter c) Matrix mit Zugriffsrechten d) Modul Auftragsfreigabe e) Produktbündel Rundumsorglos f) Gewinnmaximierung g) CREATE TABLE h) Informationsobjekt Projektleiter i) Kalkulationsprogramm j) Semantische Integritätsbedingungen TEIL B Im Zusammenhang mit dem Schlagwort Process Performance Management stellt der Consultant einer renommierten Unternehmensberatung Ihnen gegenüber folgende These auf: Geschäftsprozesse, die nicht gemessen werden, können auch nicht verbessert werden a) Nehmen Sie kurz zu dieser Aussage Stellung. Worin könnte aus Sicht eines Unternehmens die Motivation zur Einführung eines Controllings von Geschäftsprozessen liegen? (12 Punkte) b) Nennen Sie ein Ihnen bekanntes Software-Werkzeug zum Process Performance Management und beschreiben Sie kurz dessen Funktionalität. Welche Rahmenbedingungen müssen für den Einsatz dieser Software gegeben sein? (8 Punkte)

3 Diplomklausur SS ARIS II Modellierungsmethoden, Metamodelle, Anwendungen 3 Aufgabe 2 (15 Punkte) Eine gängige Vorgehensweise bei der Entwicklung von Informationssystemen ist die Erstellung von Hierarchiediagrammen auf Fachkonzeptebene. a) Veranschaulichen Sie die Verwendung von Hierarchiediagrammen in der Daten-, der Leistungs-, der Funktions- und der Organisationssicht von ARIS, indem Sie für jede Sicht ein selbstgewähltes Beispiel modellieren. Die Beispielhierarchien müssen mindestens zwei Hierarchieebenen aufweisen. (8 Punkte) b) Erstellen Sie mit der Entity-Relationship-Methode (ERM) ein Modell, mit dessen Hilfe alle Arten von Hierarchiebeziehungen in einem Repository abgebildet werden können. Erläutern Sie den Unterschied zwischen Baum- und Netzstrukturen anhand dieses Modells. Handelt es sich bei dem von Ihnen erstellten Modell um ein Modell der Ausprägungs-, Anwendungs-, Meta- oder der Meta2-Ebene? (7 Punkte) Aufgabe 3 (10 Punkte) Die Fußball AG ist für die Organisation der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland verantwortlich. Aus diesem Grund engagiert die Fußball AG Ihre Unternehmensberatung, um sie bei der Planung und informationstechnischen Abwicklung zu unterstützen. In einem ersten Schritt sollen Sie eine Software zur Abwicklung des Spielbetriebs entwickeln. Dazu erstellen Sie auf der Basis nachfolgender Informationen einen Entwurf der sachlogischen Datenstrukturen. Ein Fußballspiel wird von zwei Mannschaften ausgetragen. Zwei Mannschaften können maximal zweimal aufeinander treffen (z. B. Vorrunde und Halbfinale). Eine Mannschaft besteht aus mehreren Spielern, von denen ein Spieler immer nur zu einer Mannschaft gehören darf. Das Fußballspiel wird von einem Schiedsrichter geleitet und findet auf einem Fußballplatz statt, der Bestandteil einer Sportstätte ist. Verwenden Sie zur Modellierung das Entity-Relationship-Modell und geben Sie auch die Kardinalitäten (in min/max-notation) und die Schlüsselattribute an! (10 Punkte) Aufgabe 4 (20 Punkte) a) Was versteht man unter Normalisierung? Gehen Sie bei der Beantwortung der Frage insbesondere kurz auf die mit der Normalisierung verbundenen Ziele ein! (6 Punkte) b) Geben Sie je ein Beispiel (auf Ausprägungsebene!) für eine transitive Abhängigkeit eine nicht voll funktionale Abhängigkeit (4 Punkte)

4 Diplomklausur SS ARIS II Modellierungsmethoden, Metamodelle, Anwendungen 4 c) Stellen Sie den Ablauf der Normalisierung als Ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK) dar. (10 Punkte) Aufgabe 5 (15 Punkte) a) Welche Werte der Variablen X, Y und Z liefert folgendes Struktogramm bei Eingabe der Werte X=3 und Y=6? Geben Sie Zwischenschritte Ihrer Vorgehensweise an. (10 Punkte) b) Beschreiben Sie kurz den Zweck der Funktion, die beim Durchlaufen des folgenden Struktogramms ausgeführt wird. (5 Punkte)

5 Diplomklausur SS ARIS II Modellierungsmethoden, Metamodelle, Anwendungen 5 Aufgabe 6 (40 Punkte) Die Mitarbeiter eines Forschungsinstitutes erstellen in regelmäßigen Abständen Forschungsanträge, um Fördermittel zur Finanzierung ihrer Projektarbeit zu erhalten. Als neu eingestellter, hochmotivierter Assistent wollen Sie herausfinden, wie dieser Prozess vonstatten geht. Im Interview mit Ihrem Bürokollegen finden Sie Folgendes heraus: Ab und zu sehen wir auf den einschlägigen Webseiten nach, ob gerade irgendwelche Ausschreibungen laufen, die für uns interessant sind. Manchmal erfahren wir das auch per Mail oder telefonisch. Dann setzen wir uns zusammen und überlegen, ob wir eine Projektidee haben, die thematisch zur Ausschreibung passt. Gleichzeitig schaut ein Kollege nach, ob wir ein ähnliches Projekt bereits bearbeitet haben. Falls das so ist, sind die dort vorhandenen Unterlagen beim Schreiben des Antrages hilfreich. Manchmal fragt auch ein anderes Forschungsinstitut bei uns an, ob wir bei deren Projektidee mitmachen wollen. Wenn wir dann ein paar Ideen zusammen haben, überlegen wir gemeinsam, welche die beste ist. Diese Idee formulieren wir in einer kurzen Antragsskizze. Natürlich ist es damit nicht getan; schließlich müssen bei einem Projekt auch Industriepartner gefunden werden. Dafür schreiben wir für uns interessante Firmen an, ob sie an einer Mitarbeit interessiert sind. Wenn das der Fall ist, dann brauchen wir ein schriftliches Unternehmensprofil, welches Bestandteil der Antragsskizze ist. Manchmal sagen Industriepartner auch ab. Dann muss man zusehen, dass man einen anderen, gleichwertigen Partner findet. Von einer Kollegin erfahren Sie beim Mittagessen in der Mensa: Ich bin für die Klärung finanzieller Fragen zuständig. Wenn wir eine Skizze erstellen, frage ich bei den Kollegen nach der Dauer des Projektes, wie viele Mitarbeiter benötigt werden und wie teuer die beantragte Projekthardware ungefähr sein wird. Dann erstelle ich einen groben Finanzplan und lege diesen der Antragsskizze bei. Anschließend geben wir die Unterlagen unserem Professor, der die Skizze entweder absegnet oder aber Anmerkungen hat, die wir berücksichtigen müssen, bevor wir alles losschicken. Die Unterlagen werden vom Projektträger begutachtet, was durchaus ein paar Monate dauern kann. Mit Spannung erwarten wir dann das Feedback: Entweder wurde die Skizze abgelehnt. Dann müssen wir mit einer neuen Idee wieder von vorne anfangen. Oder aber sie wurde angenommen. In diesem Fall verfassen wir einen ausführlichen Antrag. Das ist viel Schreibarbeit. Allerdings verteilen wir einige Bestandteile des Antrags auf unsere Projekt-

6 Diplomklausur SS ARIS II Modellierungsmethoden, Metamodelle, Anwendungen 6 partner, die sie uns dann zuschicken. Wenn alle Unterlagen komplett sind, setzen wir uns mit unserem Professor zusammen und sprechen den Antrag durch. Wenn alles zur allgemeinen Zufriedenheit erstellt ist, senden wir den kompletten Antrag an den Projektträger. Achja, dazu gehört auch noch eine umfassende Excel-Tabelle, welche die genaue Kalkulation enthält. Die fertigen wir parallel zum Antrag an. Außerdem veranstalten wir vor Absenden des Antrages mit den beteiligten Partnern einen Workshop, in dem letzte Detailfragen geklärt werden. Der Projektträger entscheidet dann schließlich, ob er unsere Projektidee finanziell fördert oder nicht. Am nächsten Morgen treffen Sie wieder Ihren Bürokollegen, der sichtlich schlecht gelaunt ist. Auf Ihre Frage hin, was denn passiert sei, antwortet er: Wir haben gerade einen Bescheid vom Projektträger erhalten. Unser letzter Antrag ist abgelehnt worden. Das war übrigens ein Antrag, dem keine Skizze vorausging. Es kommt nämlich auch vor, dass man auf eine Ausschreibung hin direkt einen Forschungsantrag stellen muss, ohne vorher eine Antragsskizze einzureichen. Nachdem Sie Ihren Kollegen getröstet haben, überdenken Sie das gesamte Procedere der Antragsstellung in Ruhe und ordnen Ihre Gedanken... Erstellen Sie bitte eine eepk zur Modellierung des gesamten Prozesses. (40 Punkte)

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