24. plattdeutscher und saterfriesischer Lesewettbewerb 2011

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1 24. plattdeutscher und saterfriesischer Lesewettbewerb 2011 Textvorschläge für Gruppe I und Gruppe II in nordoldenburger Dialekt 11 Seite 2 bis für Gruppe III bis Gruppe VI in südoldenburger Dialekt 20 Seite 12 bis Bei Bedarf bitte Texte einfach in den entsprechenden Dialekt übertragen 1

2 Gerd Spiekermann...un denn mååkt dat bumm! Bi Opa is dat fein! Wat de an Schappen un Kommoden mit Schuuvlåden up `n Böhn ståhn hett. Un wat dor woll binnen liggt. Een Daschenmess, krumme Någels, `n Tobaksdoos, oolt Geld un een so `n rode Pappzigarr mit `n lütten Fåden an. Nutt `n de in `n Mund nehmen as anner Zigarren ok und denn bi den lütten Fåden ansticken? Schååd, dat wi kenn Rietsticken hebbt, seggt Daniel, denn kunnen wi dat jå mål probeern! Man as se Opa dat vertellt, sleit de de Hannen båbenkopp tohoop. Dat is keen Zigarr, Kinner, dat is een... Knallpogg! Doch Geesche seggt bloots: Opa, Poggen köönt doch nich knallen, de quakt doch blots! Un Poggen sünd doch nich root, Opa, seggt Daniel. Och, Kinner, dat Ding hier, dat is een Kracher, een Spektåkelmåker, een Kanonenslag, so as di an `n Ooltjahrsåvend afbrennt ward. Disse hier is överbleven. Knallen, knallen! roopt de Kinner. Stick em an, Opa he schall afbrennen und Spektåkel måken. Meent ji, dat geiht? Klåååår! Na denn man to! Gau sünd se butenhuus un denn ward een gode Steed för den Knaller söcht. Up `n Råsen? Nee, dat is nich goot, dor süht een jå nix. Up `t Autodack? Nee, dat will Opa nich, sien nie Auto kunn jå lieden. In `t Vågelhuus, ja. Dat is de rechte Steed, dor sünd ja nu keen VVgels in. Opa leggt die rode Zigarr vörsichtig in dat lütte holten Huus, håålt de Rietsticken ruut, will een anrieten, doch dat breckt af Schiet! Nochmål probeern dor, he brennt! Pschschsch! De Fåden glööst und glööst un glööst un denn... bumrawummkadummraratschrumm!!! Un denn is `t wedder still. Daniel un Geesche kååmt achter ehrn Appelboom vör, und ok Opa dreiht sick wedder üm. Wo is die Knallpogg bleven? Wo is de rode Zigarr? Kieken, söken, söken, kieken... nix! Dor! Geesche wiest up dat Kökenfenster. Een groot Lock tomidden in de Schiev! Verdammi... Opa snackt denn åvers doch nich wieder. `n Ogenblick sünd se all still, un denn mööt se lachen. Mannomann, so een Knaller. Opa geiht in `t Huus rin un telefoneert. Un so kriegt Daniel un Geesche ok mål to sehn, wenn de Glåser een nie Schiev insetten deit. Schappen = Schränke Schuuvladen = Schubladen Böhn = Boden Daschenmess = Taschenmesser Tobaksdoos = Tabaksdose Rietsticken = Streichholz Knallpogg = Knallfrosch Ooltjahrsavend = Sylvesterabend butenhuus = draußen 2

3 Steed = Stelle Vagelhuus = Vogelhaus sprütt = sprühen se neiht ut = sie rennet weg he glööst = er glüht achter = hinter kieken = sehen, schauen söken = suchen Kökenfenster = Küchenfenster Hans Georg Peters De erste Schooldag Krischan weer nu graad söss Jahr oolt woorn, sien Mudder bröch em na de School. Veel kinner weern dor. De Rektor höll `n Reed, de Chor süng een poor Leder, anner Kinner spelen up de Blockfööt un wedder welk harrn en Theatersück instudeert un spelen dat nu de Kinner un de Öllern vör. Denn güng dat mit de Mestersche in de Klass rin. De Öllern töven up ehr Lütten. As nu de Kinner na `n Tiet ruutkemen, weer ok Krischan sien Vadder dor. He wull em un sien Fro afhalen. Na, Krischan, weer `t goot in de School? Hett di dat Spaaß maakt? Och, anter Krischan, dat güng ja so, aver dor müss ik boomstill up `n Stohl sitten. Dor heff ik keen Lust to, morgen gah ik nich wedder hen! Dat müsst du aver, du müsst vun nu an jeden Dag na School, bloots sönnabends un sünndaags nich un ok nich in de Ferien! Mann, oh Mann, röpp Krischan dor, harr ik dat wüsst, weer ik dor gar nich eerst mit anfungen! graad = gerade worrn = geworden Öllern = Eltern töven = warten de Lütten = die Kleinen boomstill = totenstill 3

4 Dietrich Bartsch Schoolarbeiden Mark will Football spelen. He geiht na Hans hen. Aver de weet nich recht, wat he seggen schall. He is mit sien Schoolarbeiden noch nich fardig. Man he mag dat nich utsnacken. Ik heff vandagen nich lang Tiet, ik mööt Klock fief woller tohuus ween. Man, dat sünd ja bloots twee Stünnen! Worüm muttst du denn so fröh woller na Huus hen?, fraagt Mark. Ik mööt mien Vadder hölpen! Wat schallst denn doon? Och, wi hebbt dar noch wat to reken. Alleen kummt he dar nich mit trecht, mit de verdreihten Opgaven. vandagen = heute woller = wieder mit trecht kamen = zurechtkommen verdreiht = verdreht, seltsam Opgaven = Aufgaben Schriever unbekannt De namaakte Jung Meyers hebbt heel lecker Eerdbeern in `n Goorn. Aver jeden Dag fleegt dar de Spreen rin un laat sik de söten Dinger goot smecken. Jörn mööt den ganzen Dag uppassen. Man dar hett he kien rechte Lust to. He kann ja gar nich mehr spelen. Een Dag later seggt Vadder: Na, nu gah man hen und speel mit dien Kumpels. Ik stell nu een annern Jörn bi de Eerdbeern hen. Dar ward Jörn aver neescherig. Vadder nimmt een Bessen und stickt em verkehrt herüm in de Eer. Denn kriggt de Bessen een Jack un ene Büx an, een Hoot up `n Kopp un een Sweep in `ne Hand, jüst so at Jörn. Hollt düsse gedürige Jung de Spreen woll jüst so goot af? heel = ganz, sehr Goorn = Garten Spreen = Stare 4

5 later = später neescherig = neugierig Eer = Erde Büx = Hose Sweep = Peitsche jüst so = genau so gedürig = geduldig Poggy söcht sik enen Fründ överdragen van Rita Kropp, aus: Praxix Grundschule 2/2007, S. 46ff, Frog is looking for a friend Dat is moiet Wäer. All de Poggen sitt up de de Blöer van de Mummels un fangt Flegen. Poggy liggt ok dar un sünnt sik. He is inslapen. He fangt an to drömen. In sien Droom drööpt he allerhand Derter. He harr se all to geern as Fründ. So fraagt he se all, of se em lieden möögt. Moin, Pinguin! Magst du mi lieden? Ne, mag ik nich. Du buüt mi to vergnöögt. Moin, Waalfisch! Magst du mi lieden? Ne, mag ik nich. Du büst mi to lüttjet. Moin, Papagei! Magst du mi lieden? Ne, mag ik nich. Du büst mi to aasig. Moin, Slang! Magst du mi lieden? Ne, mag ik nich. Du büst mi to suutje. Moin, Spinn! Magst du mi lieden? Ne, mag ik nich. Du büst mi to groot. Moin, Aap! Magst du mi lieden? Ne, mag ik nich. Du büst mi to breetmuulig. Nu ward Poggy ganz trorig. Nümms will em to `n Fründ hebben. Up sienen Weg na Huus drööpt he een...aadbeer. Moin, Aadbeer! Magst du mi lieden Oh ja, un of! Oh, nee! Wat för `n gräsigen Droom!!! 5

6 aasig = hässlich Ernst B. R. Dünnbier Veel Arbeit Hans wull geern mal weten, wat sien Vadder so in sien Büro allens to doon hett. Un so druff he denn ok mal mitföhrn. He harr sik vörnahmen, dat he örnlich veel fragen wull. Aver dat keem denn ganz anners: Dat Gebimmmel van `t Telefon reet nich af un hett den Olen immer woller aflenkt. Wenn `t mal ruhig weer, denn keem een rinklabastert un harr veel to fragen. De Tiet leep man so weg. Een Sitzung weer ok al ansett. De Jung keem gar nich to Woort un weer toletzt ganz verbiestert. He meen, at se na Huus föhrn: Segg mal, Vadder, büst du den ganzen Dag blots an Sabbeln or deihst du ok mal wat? De Ool hett ganz benaut keken un em nich woller mitnahmen. rinklabastern = hereinpoltern verbiestert = verwirrt benaut = verlegen Heinz Richard Meier Wat is `n Chef? Doris froog: Segg mi mal, Opa, wat is `n Chef? Wat `n Chef is? - `n Chef is `n Keerl, de wat to seggen hett. Is dat ümmer `n Keerl oder dann dat ok mal `n Fro ween, Opa? Dat kann ok mal `n Fro ween, Doris. Du, Opa, is Oma ok `n Chef? 6

7 -- «Tscha, mien Deern, wat schall ik dar op seggen?! Oma Oma is ok mal Chef. Aver dat laat us man för us behollen un keeneen dar wat van seggen!» Erich Haferkamp De Voss un de Höhner De Voss streek üm `t Buernhuus. Dar fluttern de Höhner up `t Dack van ehrn Stall. Och, ji leven Höhner, kaamt doch herünner, reep de Voss, hebbt ji denn noch nich hört, dat Freden wäsen schall in de ganze Welt? Ji brüükt nich mehr bang wäsen! Denn laat du di man erst mal dien Tähn uttrecken! kakeln de Hennen. Dar keem de Jagdhund üm de Eck. De Voss nehm den Steert twüschen de Benen un neih dr ut. Bliev doch hier!, kreih de Hahn, is doch Freden in de Welt! Ik bün lever vörsichtig, meen de Voss, kunn ja wäsen, dat de Hund dr noch nix van weet! Schriever unbekannt Nu sitt he fast Mit Hannes sien Räken is dat nich veel. De Schoolmester mööt ümmer woller ganz van vörn anfangen. Woveel is de Hölfte van veer?, fraagt he. Twee seggt Jannes. Goot! Un nu de Hölfte van acht? Veer, seggt Jannes. Ok goot, seggt de Schoolmester, aver nu: woveel is de Hölfte van ölben? Dat is to veel för Jannes. He kiekt bi Siet un seggt sinnig to sien Naver Kay: Nu schitt he mi an. Segg ik fief, denn is em dat to minn un segg ik söss, denn is dat woller to veel. Up `n Mal fallt em wat in. He kiekt den Schoolmester ganz flügg an seggt: Weest wat? Legg noch enen to, denn könnt wi dr över snacken! 7

8 to minn = zu wenig flügg = munter Thorsten Hinrichs Mien Geburtsdagsgeschenk An`n 5. Januar harr ik Geburtsdag. Van Oma un Opa kreeg ik een Wellensittich schunken. He schull Hansi heten. He is een verückten Gesell. Morgens maakt he een Schandaal, dat is nich uttohooln. Sitt he up sien Stang, dreiht he sik eenmal in `ne Runn un liggt denn unnen in sien Kassen. Wenn ik Hansi up mien Finger nehm, fluggt he geern mal in t Zimmer rum. Denn sett he sik tolest up mien Kopp un treckt mi in `ne Haar. Snacken wull Hansi eers gar nich. Denn keem Margrit, de hett em dat bibrocht. Fraagt se em nu: Wat rookt Opa? Denn antert he un seggt: Piep! Ik sä`t ja al, is een verückten Gesell, mien Hansi. Christa Feldmann u.a. Vull drapen Mudder, Vadder un ik gungen maal an den Strand spazeern. Us weer dat veel to koolt to`n Baden. Wieter weg dalverten aver so söss or säben junge Lüe in`t Water rüm un speelten mit enen Ball. Jüst at wi dicht darbi weern, floog de Ball hooch in de Luft, över de Köpp weg un bleev nich wiet vun us in`n Sand leggen. Vadder un ik jachtern los, jedereen wull toeerst bi den Ball ween. Vadder weer ja man`n beten flinker at ik. Mit enen düchtigen Schwung schoot he meist at een Footballer ut de Bundesliga den Ball woller trüch twüschen de jungen Lüe in dat Water. Aver, wat weer dat? Dar floog doch noch wat? Vadder hops op een Been un jammer un jaul. Harr he sik wat daan? Nee, dat nich. Man he harr sien`n Schoh mit op de Reis schickt. Oh, wat müssen Mudder un ik lachen, dat seeg doch to lustig ut. Do hören wi denn ok all dat Gejohl vun de Watersiet, un platsch! floog en ganz un gar natten Schoh liek vör Vadders Fööt hen. Nu müss ok Vadder lachen. Sowat harr he noch nie nich beleevt! 8

9 drapen = getroffen jachtern = eilten, jagten dalverten = albern spielen t rüch = zurück jüst = gerade liek = gerade De Prinzessin op de Arfke na H. Ch. Andersen Maja Dusikovà - Zürich 2007, överdragen in `t Plattdüütsche van Rita Kropp Dar weer mal een Prinz, de wull ene Prinzessin freen, man dat schull ok ene echte Prinzessin wäsen. He reisde dör de hele Welt, üm jüst so ene to finnen, man överall stunn dar wat in `n Weg. Prinzessinnen geev dat gnoog, man mit een echte Prinzessin harr dar een Uul seten. Jümmers weer dar wat, wat nich so rech stimmen dee. So keem he weller na Huus un weer heel un deel bedröövt. He harr to geern ene echte Prinzessin to Fro hatt. Enes Avends geev dat een arig Unweer, dat blitzde un dönnerde, de Regen pladderde, dat weer heel gräsig. Dar kloppde dat an de Döör van `t Slott. De ool König gung hen un maakde apen. Ene Prinzessin stunn dar buten vör de Döör. Aver, oh mien Gott, wat seeg se ut! Dat Water leep ehr all man to van den Kopp in de Kleder rin un denn vörn in de Schoh rin un achtern weer rut. Darbi vertellde se denn noch, dat se ene echte Prinzessin weer. Ja, dat weerd wi denn woll rutkriegen, of dat stimmt, dach sik de ole Königin un gung to de Slaapstuvv rin. Se nehm dat Betttüüch af un leggde een Arfke unnen op den Bodden van de Puuch. Achteran packde se denn twintig Matrtzen un darna noch twintig Decken mit Duunfellern baben op de Arfke. Dar schull nu de Prinzessin de Nacht över to legen kamen. Annern Morgen wurrd se fraagt, woans se denn woll slapen harr. Oh, heel leeg (slecht)! anterde de Prinzessin. Ik hebb de hele Nacht kien Oog tokregen. Weet Gott, wat dar in mien Puuch leeg. Ik hebb dar op irgend- wat Hartet legen. Nu hebb ik luter blaue Placken an mien Liev. Dat is so gräsig! Dar wussen all, dat weer ene echte Prinzessin, wiel se ja dör twintig Matratzen un dör twintig Decken de Arfke föhlt harr. So fienföhlig kann blot ene Prinzessin ween. De Prinz nehm de Prinzessin to sien Fro. He weer sik nu seker, dat dat ene echte Prinzessin weer. De Arfke aver keem in de Kunstkamer. Un wenn se dar nümms klaut hett, denn is se dar woll jümmers noch to bekieken. 9

10 Annedore Christians Twee Katten un een Broot Dar weern is mal twee Katten, de funnen een Broot. Bi Ot Deelen kregen se sik inne Futten. Do keem n littjen Aap ansprungen, de harr gräsigen Smacht. Em leep dat Water in in t Muul tohoop, at he dat Broot seeg. He dach so bi sik: Dat Broot mööt ik hebben. He sä to de Katten: "Wenn ji jo nich eenig weern köönt, denn will ik jo woll hölpen. Dar is doch nix eenfacher at dat. Ik wägg for jeden de Hälfte ganz gerecht af." He leep weg un keem n Ogenblick later woller; n littje Wagg toog he achter sik an. Nu fung he an, dat Broot to deeln. Eerst beet he von de eene Hälfte wat af un denn ok von de anner. Un immer weer dat eene Enn swarer at dat anner. Denn muß he woller von dat annere Stuck wat afbieten. Un so gung dat wieter, At von dat Broot meist nix mehr awer weer, do kregen de Katten an to miaun un to schreen: "Wi willt use Broot woller hebben, wi willt us dat sulbens deelnl" De Aap meen: "Den Rest kriegt ji ok nich woller, de is de Lohn for mien harte Arbeit." At he dat säg, stopp he sik den letzten Happen in t Muul. 10

11 von Franz Schwalm Beseuk bi Opa Vandaoge segge ick dat Opa! Jawoll, dat dau ick, nöhm sick Hanna vör, as sei mit den Fohrstauhl nao baoben föhrde. - Hei kann doch nich meenen, dat dat so weedergaohn kann, dat ick üm Sönndag för Sönndag in 't Oldenhus beseuke. As sei baoben up 'n Flur anköm, keek sei ut dat Fenster. Mojet Weer was dat buten, dei Sünne scheen un dei Vägels süngen. Bernd, Ruth un Elke sünd sicher an den Baggersee föhrt. Ruth heff villichte doch nich so unrecht, as sein mende: "Wat hett hier, du moßt dienen Opa beseuken! Du büst schließlich blot einmaol in dien Läven söbenteihn. Du kannst doch nich diene ganze Freitiet bi dienen Opa in 't Oldenhus vertrödeln!" Dei Gedanken schööten Hanna dör den Kopp, as sei dör dat aopen Fenster nao buten keek. Doch sei güng in Opas Zimmer. Dei seet an 't Fenster un lachde ehr taumöte: "Moje, dat du dor büst, Hanna. Du weißt jao gaor nich, wat ick mi immer fraie up dienen Beseuk. Faoken telle ick dei Stunnen, bit du kummst..." "Jao, jao, Opa, ick weit dat woll!" Hanna versöchte tau lachen. Blot dat glückte ehr nich so recht. Ehr zitternden dei Hande, as sei dei Blaumen in 'ne Vaosen stellde. Opa vertellde ehr, wat in dei leßden Wäken aal's so passeiert wör. Dat sei einen Utflug plaonden, dat dat Fraumenske, dat in dei Kaomern kägenan waohnde, nägenzig Johr olt wüdd un dat... Up einmaol hörde Opa midden in den Satz up, keek lange ut dat Fenster un frög dann: "Hanna, deist du mi einen Gefallen?" "Wat is? Wat wullt du dann?" "Ick will di sönndaoges bi so 'n moje Weer nich bi mi seihn. Ick will, dat du dann mit diene Freunde tausaomen büst." "Aober," weeder köm Hanna nich. "Kien Aober! Sönndaoges, wenn dei Sünne schinnt, hört junge Lüe nich in ein Oldenhus. Verspreck mi dat! Dau mi den Gefallen, jao?" Hanna wüdd rot in 't Gesicht. Hei weit aal's, füllt ehr in, hei heff immer aal's wüßt, miene Wünsche miene Probleme. All domaols up den Wiehnachtsmarkt, as ick mi dei Mamapuppe wünschte. Hei hülp mi ut dei Not, as ick mit den blauen Breif nao Huus 11

12 köm, den mi dei Lehrerin mitgäven har. "Deist du mi den Gefallen?" frög Opa weer. "Och, Opa, du büst einfach grote Klasse! Opa, weißt du dat?" Sei füllt Opa üm 'n Hals un drückte üm ganz faste. Dat gröttste Malöör Gretel Scheier, Menslage In dei Gemeinde Bäege schull Schützenfest fiert weern. Bi den leßden Sturm wören van `t Dack van dat Vereinslokaol dei Dackpannen verschaowen, un üm dat et nich dörrängen kunnde in `n Saol, schull Anneken Pauli ut Bunnen dei Pannen weer liek uphangen. Pauli köm an, höl `ne lange Leddern un keek sück de Saoke an. Hei was `nen staotsken jungen Kerl, schwick up dei Beine un har Hände, so grot as `n Pannn kauken. Dat köm üm gaut taupass as Timmermann. Hei was düchtig un fliedig. Wat hei anpück, dat seet. Nu lä hei noch eine Leddern up `t Dack, kladderde nao baoven un füng an, dei klatterigen Pannen nao unnern tau haolen un dann weer neie up siene starken Arme nao baowen tau drägen. Pauli, paß gaut up!, röp üm Kleims Mariechen tau, dei unnern, nich wiet van die Leddern einen Gorndisk henstellt har. Dor stünnen nu ehre Pottblaumen ut n Wintergorn uppe. Dei wull sei för t Schützenfest noch in Odder bringen. Dei Pötte wull sei affwasken un dor uk neie Blaumen d rtau insetten. Ünnerdess kladderde Pauli as so `n Kateeker weer nao baowen beide Arme vull belaoen mit Dackpannen To glieker Tied köm Mariechens Dochter ümme de Ecke van dei Veranda. Sei güng in Vechte nao Schaule un was nu tau `n Helpen för `t Schützenfest nao `n Huse kaomen. ein wacker Wicht van 18 Johren, lange blonde Hoore, prick un mit Vergnäugen antaukieken, jüst as ein Wunnerbild dor in dei lechten Sünne! Dat mennde wisse uck Pauli baowen up `t Dack! Hei draihde den Kopp ümme, verlös dat Gliekgewicht un bauselde mit beide Arme vull Pannen dat Dack hendaol. Hei pullterde midden tüsken dei Blaumen 12

13 mit samt die Pötter Meist aale Pötte wörn twei. Bloß Pauli, dei was Gottdank noch heil bleven un wiskede sick dei Margeritten un Peonienblöre ut `t Gesicht! Dat was doch noch maol gaut gaohn! Mariechen rüümde drock aals an de Siete un Pauli keek noch einmaol achter dei Dochter her, at sei in `t Huus güng. Dann riskede hei sick weer, höl neie Pannen un mök dat Dack taurechte. Johre löter, as Pauli maol weer up `t Schützenfest in Bäege was, at Pappe mit Frau un Kinner, do kömen hei un Mariechen in `t Vertellen van freuher Tieden. Weißt Du noch, Pauli, sä Mariechen, at du domaols bi us van `t Dack schaoten kömest? Jao, weit ick noch, as wenn `t gistern wäsen is, sä Pauli. Ick har domaols bloß Oogen för jaue Lissi, at sei dor üm den Timpen köm! Jao, jao, schmüüsterlachede Mariechen, man wat hest du dor doch för `n Glücke hat! Glücke?? Awatt. Unglück hebb ick hat! As ick dor naodaol bauselde sünd doch dei beiden Buddels Beier, dei du mi tauseggt harst un dei dor mit up `n Diske stünnen, mit Stücken gaohn. Dat spietet mi vandaoge noch! 13

14 Maria Middendorf, Cloppenburg Dat Riesenrad Dei Hubert un siene Agnes, - dat Schimmelken wör n pläseierlicket Poor. Aaltied gaut taufräe. Dor hörde man uck kien luut off scheiw Woort. In `t Öller wörn dei beiden so n füfftaihn Johr utnanner, un dei Hubert wör all nao dei Veiertig taugaohn, at hei den Draih doch noch krägen har. Worümme hei so laote hieraotet har, dat wull hei aower woll vertellen: Schüchtern wör hei aaltied wat wäsen. Wenn hei doch eis `n Wicht inlaoet har un dei har Nee seggt! Un ampat, wat dat uck kossen dö. Mit t Geld wör hei wat sühnig. In den Sommer nao `t Abitur wullen sei sick aale maol weerdraopen up dei Karmste. Aale mit n Wicht. Dei Hubert kreeg dat uck vörnanner. Dat wör nich so leip wäsen, un üm gefüllt dat heller gaut. Bloß mit dat Geld, dat spietede üm doch wat. Dat Wicht har ne heile Riege Wünske. Man at sei do noch in `t Riesenrad wull, do verschöt et den Hubert doch dat Klöer. Nee, Riesenrad, dor har üm bit nuhen noch kiener rinkrägen. Nu wull hei dat aower nich wäten, un as hei sick aale dei Lüe ankeek, dei dor all mit fäuhert wörn, do dachde hei sülwes, dat hei dat woll vör n Maol äöwerstaohn kunn. Un rein so grot wör dat uck nich, nich so as annerswor up dei groten Märkte. Ja, nu seeten dei beiden dor inne. Dat güng so moije, dat Hubert sick nich begriepen kunn, worümme hei dor doch so bange vör wäsen was. Man at dei Fohrtied tauenne was un dat Riesenrad mit einen Ruck staohn bleew, jüst at dei beiden van baowen her up dei halwen Höchde hüngen, do äöwerköm dat den Hubert doch noch. Dat Middagäten flög d r rut. Hei har dor noch soväl Seggen äöwer, dat hei dat an `t Wicht vörbistüern kunn, liekut nao unnen hendaol, wor dor n halfstieg Lüe wat van affkreegen. Aals up dat beste Karmtsetüg! Wat wör dat för n Schellen un Putzen. Nee, utstiegen kunnen sei nu nich, wor doch dei gneisigen Lüe up ehr töffden. Sei betaohlden van Neien un bleewen sitten, solange bit dei Lüe sick verlopen harn. Passeiern kunn dor ja nu uck nicks mehr. Dat Äten wör d r ja all ute. Man dat wör n heil düer Spektaokel. Dei Hubert schämde sick gewaltig, un hei möchde dat Wicht nich mehr inne Oogen kieken. Un uck kien anner Wicht. Wat kunnen dei üm doch in Verlägenheit bringen. Dor wull hei leiwer dei Fingers van laoten. Dat hüllt hei so bit füfftaihn Johr lang dör, bit hei siene Agnes, - sien Schimmelken -, fünd. Dat wör dei Dochter van `n Jagdfrönd. Dei steek dor sachte woll uck wat mit unner. Man dat wör heil anners wat, dor kunn nicks scheiw gaohn: Dat Schimmelken har vör dat Riesenrad jüst so väle Angst at hei sülwes. 14

15 (naohvertellt van Heinrich Siefer) De drei gollen Haore Dor was eis maol n olden Mann. Midden in de Nacht, in ein düüstern Nacht, güng hei dör t Holt. Dor was kiene Maone an n Häwen tau seihn, un uk nich ein Steern. Dat Keesen van sien Schienfatt is all meist daolbrennt un hei heff Meihte, dat hei den Weg find. Mit nmaol süht hei, noch wiet weg, nen Spierken Lecht. Uk Rook stigg dor up. Hei geiht dor up tau un kump bi n lüttket Hüüsken an. Dat steiht dor allennig för sik in t Holt. Hei is glatt aowe. Sien Lecht is all utgaohn. Hei kann noch jüst de Döörn aopenstöten, do sackt hei uk all daol an de Grund. An t Füür sitt dor ein urolt Menske. As sei den olden Mann süht, steiht sei up, geiht naoh üm hen un dregg üm an t Füür. Dor weeget sei üm up ehr n Schoot. Un sei summt stillken för sik hen: M-mh; m-mh, m-mh! So weeget sei üm sinnig un sacht in n Schlaop. De heilen Nacht weeget sei üm. Un sei sing dorbi ein oldet Lied. Noch ehrder de Morgen kump is ut den olden Mann ein jungen Kerl mit gollen Haor worn. Man de schlöp aale man wieder. Un dat urolde Menske sing wieder, aale man tau: M-mh, m-mh, m-mh! In ne Morgentied, noch ehrder de Nacht vörbi is, is ut den jungen Kerl ein lüttken Jungen worn. Un as de roe Schien in n Osten de Nacht verdriff, do luck de Olske dat Kind drei gollen Haore ut un schmitt de up de eern: Ping ping ping! Do erst wedd dat Kind waok. Un dat olde Menske lätt den lüttken Jungen van ehren Schott runnerglieen. Hei löpp naoh de Döörn hentau, maoket de wiet aopen, un as Morgensünne stigg hei tau n Heven up. 15

16 Maria Middendorf Dei Höhle Dat wör so Maude, dat einmaol in `n Sommer aale Verwandten tau dei groten Visite nödiget wüdden un dann kömen dor uck `n heil Riege Kinner binänner. Dei Dirk so bi Jaohr ümtau wör domaols dei Öllste van dei Bussen, un hei har sick in düt Johr moije wat utdacht. Dat Haowerstroh för`t Peerdehäcksels wör rund in dat olde Gürpelschuur upfaotet, un dei Junges har`n dor mit masse Meihte inne Midde `n paor Schöwe utwakelt un sick dor `n Höhle maoket, wor sei van baowen inkreipen kunnen. Dor seeten se mangers inne un vertellden sick wat, off löten sick neie Nücke infallen. Dei Lütken möchden am leiwesden dei Geschichten un Märken hör`n, dei dei Grötteren ut dei Schaule mitbröchden. Nu wull dei Dirk bi dei Visite den Kinnerbeseuck dei Höhle wiesen. Hei aorbeitede dor noch `n poor Schöwe ut, dann möchden dei Bussen dor woll aale inpassen. Dor kömen noch `n poor Peerdedäken in, un nu wör dat dor heil kommaudig inne. Richtig! Wenn dor nu Beseuk köm, dröffden uck dei Kessen nich fählen, anners wör dat man wat düster. Dirk wüssde, wor dei legen, fraogen wull`n sei dor leiwer nich nao. Un dann dei Sticken nich tau vergäten! Nao dat grote Äten, ehrder dat dei Fraulüe ehren Koffei drünken un dei Mannslüe ehren Konjak, krööpen dei Kinnder in dei Höhle. Dirk vertellde do siene moijeste Geschichte. In dei Midde brennde dei Kessen, dat wör boll at Wiehnachten. Dor rögde sich nich ein `n. Man dat gaue Äten un Drinken? Dei lütke Katrin füng an `t Rückeersen, Ick mott Pipi! Sei sprüng up, un wo schull dat anners gaohn. Dei Kessen füllt ümme, un up maol lööpen dor heile masse lütke Flämmkes äöwer t Stroh up dei Grund. Dirk reet dor drocke `n Peerdedäken äöwer un trappelde dorup ümtau, so at hei dat annerlessen bi `n Gerd seihn har, at den ne Zigretten in`t Stroh fallen wör. Heruut hier, heruut! Worüm wör dei Dirk upmaol so greinig? Dat Kriesken güng los. Aale wullen tau glieke nao buuten krabbeln. Dei Spaoß wör vörbie! Mit tüüterige Hoore un Stroh an `n Tüüge lööpen dei Kinner in`t Huus un söchden ehre Mamm! Kinner doch, wor sünd gi dann wäsen? Aale vertellden dörnänner. Man naoh un naoh begreepen dei Öllern, wat dor passeiert wör. Ehr verschööt dei Klöör, un aale lööpen naoh buten naoh`t Gürpelschüür. Dat wör `ne Upreegung un ein Roopen naoh dei Kinner. An dat Stroh in`t Schuur wör nicks Besünners an tau seihn, man dor stünnen aale ümtau un stierden dor stief up tau. Den Dirk mössden sei noch `n heile Tied seuken, up`t Roopen geew hei kien Antwort, dat sei dachden, dat dei doch noch mallört wör, bit sien Pappen üm ut`t Versteck trück. 16

17 At dei Kinner `n annern Dag ut dei Schaule kömen, geew dat kiene Höhle mehr, un siet dei Tied wüdden dei Bussen bi` n groten Beseuk aaltied wat in`t Ooge waohrt. Marga Siemer Ein schwatten un ein witten Korl is ut dei ollen Generation. Hei is tiedsoläwe up sienen Öllernhoff bläwen - `n Stäebruut heff hei nich krägen. So is hei dei Unkel worn. Korl is son`n ganz kommaudigen Kerl. Hei helpt bi aale Arbeiten, dei hei mit siene seßtig Johre noch daun kann. Aower hei heff uck so siene Unkel-Amörgen. Gägen Middag un gägen Aobend fäuhert hei mit `t Rad `ne Stünne in`t Dörp. Dat will hei so. Mit sien Tüg bliff hei bi`e ollen Maude: Nich tau faoken wesseln. Mit dat Wasken, dor heff hei dat uck nich besünners fosse mit. Hei gaiht tweimaol an`n Dag an `n Waoterkraom inne Waschkäöken un wasket sick mit Kernseipen dei Hannen, manges uck den Hals un dat Gesicht. In`t Baodezimmer, dor is hei nich intraukriegen. Van tauväl Wasken schlitt dei Huut, un dei mott doch n Läben lange hollen, is sien Schnack. Sefa, dei junge Frau up `n Hoff, kummp änners gaut mit den Unkel Korl taurechte, - aower mit dat Wasken nä! Sei will sick jo nich mit üm vertörn un segg dorüm nicks. Unkel heff dat faoken inne Knaoken, aower naon `n Doktor gaiht hei nich hen. Hei wehrt sick dor meist gaut dör mit Rheumaplaoster un aal sowat. Eins Morgens, at hei gor nich ut sien Kaomern kummp, kick Sefa bi üm rin, un Unkel segg: Ick glöwe, nu mott ick doch nao `n Doktor. Mien Knei, - mien Knei, dat kellt so fosse! Ick kann dat nich mehr uthollen! Sefa röpp bi`n Knaokendoktor an. Jao, in `n Stünne käönt sei nao t Krankenhuss herkaomen. Nu gaiht dat Rützen los. Dor mott rein Tüg an. Un Korl sien Fäute, dei hebbt dat ganz nödig. Dei junge Frau sett `t `n Kumm mit Waoter vör Unkel sien Bedde. Sei wasket üm ganz vörsichtig den Faut, dei ünner dat leipe Knei sitt. Unkel kellt dat orig. Aower hei süht dat in, hei lett sick dat gefallen. At dei eine Faut fardig is, segg Sefa: So, nu noch äben den ännern Faut. Wecke weit, off dei Doktor den nich uck bekick. Nä, segg Unkel, ein n is genaug. Dat ännere Bein kellt mi nich, un dor heff nümms wat an tau bekieken. Dei Sefa kann nicks ännern. Sei fäuhert mit den Unkel nao t Krankenhuus. At de Doktor üm ünnersöch, segg hei: Ick mott beide Beine seihn, änners hebb ick kien Vergliek. Oh, wat was dat genierlick! Ein n schwatten un ein n witten Faut. Dei Wichter, dei dor mit in `t Doktorzimmer helpen dön, prußden aale so sinnig vör sick daol, un uck dei Doktor kunn sien Lachen nich meuten. Dei Sefa kreeg `n ganz roen Kopp un sä: Kiek, ick hebb di `t ja seggt. Nu hebbt wi dat taugange. Aale lachert aower dien n schwatten un dien n witten Faut! Och, sä dei Doktor, so leip is dat gaor nich. Ick glöw, dei Nönnkes kriegt den Unkel glieks sowieso eierste inne Baodewann`n. Dat is nich affmaokt! röpp Unkel Korl Mi kellt nicks mehr! röpp Unkel Korl Mi kellt nicks mehr! Ick glöwe, ick kann woll wedder mit nao Huus fäuhern. Kummp gor nich in Fraoge, segg dei Doktor. Van`t wasken is noch kienein dot ga- 17

18 ohn. Maria Westerkamp, Carolinenhof Fräulein Braut Dat was in n Sommer 1945, up den Hoff harn sei dat Geschäft maoket. Ein Stromagregat mit Motor was inhannelt worn gägen ein fettet Schwien. Nu kunnen sei up den Hof tau jede Tied dösken, bruukden den Gasbrenner nich mehr anbeuten, dei Lokomobile nich anschmieten. Lichtstrom was all lange dor, nu kunnen sei Kraftstrom sülwes maoken. Dat was ne feine Saoke un mök Spoß, so richtig wat taun Utklütern. In `n Setpember schull dat Schwien schlachtet wern. Dag, Stunne, aals was bestimmt worn. Dat Schwien mößde ganz bliewen, dat was affmaokt. Vör denn Transport mößde dei Verköper sorgen, dat was eine geföhrlicke Saoke tau dei Tied. Man dat wüdd nu ne besünners lustige Tour: in einen Pritschenwaogen mit drei Röer seet vörne in dat Faohrerhus dat Schwien up dei Achterschinken henhockt un fast anbunnen. Et kreeg uck noch ein wittet Dauk äöwer un einen Gardinenschleier äöwern Kopp, an dei Siete noch einen Struuck roe un gäle Dahlien. Dat Schwien wüdd nu Fräulein Braut. Sei sünd gaut äöwerkaomen, an `n Küstenkanaol langes, nao Ollenborg.tau. An dei Krüzung nao Edewecht wassen sei in dei Militärkontrolle kaomen. Man at dei dei Bruut seihn harn, do harn dei Engländer klatschet, Happy day sungen un lachet. Mit väl Glück häbbt sei dei Reise aowerstaohn, so wüdd löter vertellt 50 Johr löter. Nu harn wi leßden Sommer ein Ehepoor ut Ollenborg bi us, sei wullen dei Gägend bekieken. Wi kömen mitnanner an `t praoten. Do vertellde mi dei Mann in echt Ollenborger Platt eine Geschichte, dei sien Vaoder vör füfftig Johr in `t Saoterland beläwet harde. Dat was dei Geschichte von dat Schwien Fräulein Braut. Dann häbbt dei dat wull fäökener so maoket, sä ick tau üm, so is dat uck bi us pesseiert. Do vertellde hei wieter, sien Vaoder har faoken van den Pannkauken vertellt, den sei dor forts anbaon krägen harn. Dei Pannkauken was von graowet Weitenmähl backt, mit dicke Speckfensters dorin un so grot, dei wüdd van einen extrao Pannkaukenteller äten. Nu bruukden wi gor nich mehr lange äöwerlägen, dat Schwien ut `t Saoterland köm von us, dei Pannkauken har dat Rätsel löst. 18

19 Theo von Garrel, Augustfehn Herin in `t Huus vör Lucht un Füer! Aumanns Hermann wör so `n rechten Schmusekaoter. Rundümtau in `t Dörpe har hei siene Bruuten sitten. Dei Öllern rööpen ehre Wichter all rin, wenn Hermann wer dör `t Dörp kriölen dö, up sien hooge Rad, den ollen Dürkopp. Tadderkens Lene, Miedekens Tina, off wo sei aale heiten döen, schöwen sachte dei Gardinen besiet, neischierig, worup Hermann nu woll losstüürde. Hei was ja uck `n staotsken Mann. Man glöwen kunn man üm nicks. Vandaoge güng Hermanns Weg ut `t Dörp herut, aower dei Kaowens, den Kronsbarg tau. Dat was `n warmen Sommeraobend. Häksters suusden aower den Weg. Väögels süngen nich mehr, sei harn dei Freiereie all achter sick. Hermann har mit Käönigs Mariechen offmaoket, dat sei sick in `n Fleernbusch bi dei Kieskuhlen an `n Kronsbarg draopen wullen. Van Morgen wör dat wän, forts nao `t Hoochamt, dor harn sei sick up `n Karkhoff kott draopen. Ehre Graffstäen leegen ja nich wiet ut`nanner. Lange Tied tau `n Schnacken was ja nich wän. Dat schull ja nich upfallen. Mariechen har forts tauseggt. Un den Fleernbusch har sei sülwes vörschlaon. As dei Kronsberg neeger köm, steeg Hermann off, dat wör üm noch nich düster naug. Dei Zägenmelker füng jüst an tau roopen, as Hermann bi `n Kronsbarg anköm. - Mauder Käönig har dat wull mitkrägen, dat ehr Mariechen un Hermann sick kott up `n Karkhoff unnerhollen harn. Sei kennde den Hermann uck. Un weil Mariechen dat lessde van veier Wichter was, dei unnertaubringen wörn, kennde sei sick mit dei Freiereie gaut ut. Sei wüssde wull, dat `m bäter `n Sack Flöhe heuen kunn, as tweie, dei Freien willt. - As Hermann dei Fleernbüsche ut nanner bögede, seehg hei all, wo Mariechens Oogen üm intaumeute lüchteden. Aohne väle tau schnacken settde hei sick kägen Marie in den warmen, weiken Bühlsand daol. Dat duurde nich lange, do har hei Mariechen in `n Arm. Man jüst as hei Mariechen einen fasten Seuten updrücken wull, knackde dat achter ehr inne Büschke. As beide sick verschrocken ümdreihden, stünd Mauder Käönig as so `n Dragoner vör ehr. Wat hebbt ji hier in `n Düstern tau verbargen? schlög sei herut. Herin in `t Huus vör Lucht un Füer! Dor käönt wi aals beschnacken! Mariechen güng all van alleine. Bi Hermann mössde erst `n lüttken Schupps naohelpen, bit sei sick dann aale in Käönigs Käöken weerfünnen. 19

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