Energiesparberatung vor Ort

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1 Energie Energiesparberatung vor Ort Ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie

2 3 Energie sparen für eine nachhaltige Entwicklung Die Verbesserung von Energieeffizienz und Energieeinsparung ist zentrales Anliegen der Energiepolitik der Bundesregierung. Ein Hauptaugenmerk liegt hier bei auf dem Gebäudebereich, in dem noch erhebliche Energieeinsparungen realisiert werden können. Diese Schwerpunktsetzung macht das Integrierte Energieund Klimaprogramm der Bundesregierung deutlich. Mit einer Reihe von gesetzlichen Maßnahmen wird dies unterstrichen. So setzen die Novellierung der Energieeinsparverordnung, die Einführung des Energieausweises für be stehende Gebäude und die erweiterten Finanzierungsmöglichkeiten für energetische Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden im Rahmen des KfW-Programms Effizient sanieren erhebliche Impulse für zusätzliche Bemühungen. Die Bundesrepublik Deutschland stellt damit auch international unter Beweis, dass sie auf dem Gebiet der Energieeinsparung vorangeht. Gestaltung und Produktion prpetuum GmbH, München Bildnachweis Caro/Kaiser (Titel), Digital Stock (S. 4, 7), Paul Eckenroth/Joker (S. 8) Druck Silber Druck ohg, Niestetal Herausgeber Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie Öffentlichkeitsarbeit Berlin Stand Oktober 2009 Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ist mit dem audit beruf undfamilie für seine familienfreundliche Personalpolitik ausgezeichnet worden. Das Zertifikat wird von der berufundfamilie ggmbh, einer Initiative der Gemein nüt zi gen Hertie-Stiftung, verliehen. Energieeinsparung ist jedoch nicht allein aus Perspek tive der Energie- und Klimaschutzpolitik sinnvoll. Für den Einzelnen bedeutet gesparte Energie auch eine fühlbare Kostenersparnis. Hier setzt das Förderprogramm Vor-Ort-Beratung an: Eigentümer, Mieter und Pächter von Wohngebäuden und Wohnungen werden von Experten dabei unterstützt, die in ihren Gebäuden vorhandenen Energieeinsparpotenziale zu finden und zu nutzen. Es werden ihnen individuelle Maßnahmenpake te vorgeschlagen, mit denen sie den Energieverbrauch verringern können. Ob es dabei um die Modernisierung der Heizungsanlage, der Fenster oder die Dämmung der Fassade geht die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen zu berechnen ist Teil der Be ratung und zeigt, wann sich die Investitionen bezahlt machen. Ihr Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

3 4 5 Informationen zu Energieberatern, die in Ihrer Region eine Vor-Ort-Beratung vornehmen können, finden Sie auf den Internetseiten des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), unter Energie / Energiesparberatung. Förderungsvoraussetzungen für Gebäude: 3 Sie müssen sich im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland befinden. 3 Bis zum muss der Bauantrag gestellt oder die Bauanzeige erstattet worden sein. 3 Mindestens 50 Prozent der Gebäudefläche müssen derzeit zu Wohnzwecken genutzt werden oder das Gebäude muss ursprünglich als Wohngebäude geplant und errichtet worden sein. O Energiesparberatung vor Ort: ein lohnendes Angebot Die Beratung zur sparsamen und rationellen Energieverwendung in Wohngebäuden ( Vor-Ort-Beratung ) ist eine wichtige Hilfe für alle Haus- und Wohnungseigentümer/-innen, die bereit sind, für Energieeinsparung und Umweltschutz Geld insbesondere in Wärmedämmung, die Erneuerung der Warmwasserbereitung, den Austausch ihrer Heizungsanlage und in An lagen zur Nutzung erneuerbarer Energien zu investieren. Was wird gefördert? Gefördert wird eine Vor-Ort-Beratung, die sich um fassend auf den baulichen Wärmeschutz, die Wärmeerzeugung und -verteilung sowie die Warmwasser bereitung und Nutzung erneuerbarer Energien be zieht und die durch einen besonders qualifizierten und unabhängigen Ingenieur bzw. eine Ingenieurin oder einen Gebäudeenergieberater bzw. eine Gebäudeenergieberaterin (HWK) vorgenommen wird. Eine Vor-Ort-Beratung bietet sich insbesondere dann an, wenn Sie ohnehin einen Gebäudeenergieausweis erstellen lassen wollen, der selbst nicht gefördert werden kann. Sprechen Sie diesbezüglich mit Ihrem Energieberater. Wer wird gefördert? Eine Energiesparberatung vor Ort können grundsätzlich alle Gebäude- und Wohnungseigen tümer/-innen in Anspruch nehmen, sofern sich die Beratung auf das gesamte Ge bäu de be zieht. Die Letztgenannten allerdings nur dann, wenn sichergestellt ist, dass die zu einer ordnungsgemäßen Beratung erforderlichen Daten über den Zustand der Heizungsanlage und die bauliche Be schaffenheit des Gebäudes erhoben werden können. Mieter/-innen oder Pächter/-innen eines Gebäudes können eine Be ratung ebenfalls in Anspruch nehmen, sofern sie die schriftliche Erlaubnis des Eigentümers erhalten haben. Die Beratungsempfänger können natürliche oder juris tische Personen sein. Auch rechtlich selb stän dige

4 6 7 Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft (einschließlich der Wohnungswirtschaft) und des Agrar be reichs können beraten werden, sofern ihre Umsätze im Geschäftsjahr vor der Antragstellung die Höhe von 50 Mio. Euro oder eine Bilanzsumme von 43 Mio. Euro bei Ge werbebetrieben respektive eine Mio. Euro bei Agrar betrieben nicht überschritten haben. Beraten werden können ferner alle Einrichtungen, die ge meinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgen. Ausgeschlossen von der Förderung sind alle Unternehmen, an denen juristische Personen des öffentlichen Rechts mit Mehrheit beteiligt sind. Ausgeschlossen sind von der Förderung auch alle Objekte, die in den letzten acht Jahren bereits Gegenstand einer nach diesen Richtlinien geförderten Vor- Ort-Beratung zur sparsamen und rationellen Energieverwendung waren. Die Kosten der Vor-Ort-Beratung Eine detaillierte und arbeitsaufwändige Beratung durch hochqualifizierte Spezialisten/Spezialistinnen gibt es nicht um sonst. Da eine vernünftige und sparsame Energieverwendung aber auch im gesamtgesellschaftlichen Interes se liegt, beteiligt sich der Staat mit einem Fest betrag an den Be ra tungskosten. Der Zuschuss zur Vor-Ort-Beratung wird als nicht rückzahlbarer Festbetrag an den an trag stellenden Berater als Projektförderung ausgezahlt. Er beträgt 300 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie 360 Euro für Wohnhäuser mit mindestens drei Wohneinheiten, höchstens jedoch 50 Prozent der Beratungskosten. Für die Integration von zusätzlichen Hinweisen und Empfehlungen zur Stromeinsparung wird ein Bonus von 50 Euro gezahlt. Im Rahmen einer Vor-Ort-Beratung können auch wahlweise thermografische Untersuchungsergebnisse oder Luftdichtigkeitsprüfungen (sog. Blower-Door- Tests) integriert und mit bis zu 100 Euro Zuschuss zusätzlich gefördert werden. Die drei Phasen der Energiesparberatung vor Ort Der Berater/Die Beraterin schließt mit Ihnen einen Vertrag, in dem die drei Phasen der Beratung festgeschrie ben sind. In diesem verpflichtet sich der Berater, 3 den Ist-Zustand des Gebäudes bzw. der Wohnung an Ort und Stelle zu erfassen, insbesondere der bau tech nischen und -physikalischen sowie heizungstechnischen Gegebenheiten, 3 einen umfassenden schriftlichen Beratungsbericht zu erstellen, 3 die aufgezeigten Maßnahmen zur Energie- und Heizkosten-Ersparnis mit Ihnen mündlich zu erörtern.

5 8 9 Als Beratungsempfänger verpflichten Sie sich, dem Berater, soweit vorhanden, die kompletten Baugenehmigungsunterlagen sowie alle Ausführungs- Zeichnungen zur Verfügung zu stellen. Phase 1: Die Erhebung des Ist-Zustandes Aufgabe des Beraters/der Beraterin ist es, den energietechnischen Ist-Zustand sowohl des Gebäudes als auch der Heizungsanlage darzustellen und auszuwerten. Zweck der Erhebung ist es, alle energetischen Schwach stellen an Gebäudehülle und Heizungsanlage aufzuspüren und aufzulisten. Zunächst notiert der Berater/die Beraterin die allgemeinen Ge bäu de-daten: Haustyp und Baujahr, Zahl der Wohneinheiten, Größe der beheizbaren Wohnfläche. Dann muss er die Gebäude wärmetechnisch einstufen, und zwar getrennt für Außenwandflächen, Dachflächen, Fens terflächen, Außenflächen beheizter Dach- und Kellerräume, Innenwände zu unbeheizten Gebäudebereichen, offensichtliche Wärmebrücken (Balkonplatte, Rolladen-Käs ten, Heizkörper-Nischen, Gebäudeecken usw.). Die wärmeschutztechnische Einstufung der Ge bäu dehülle ist wichtig für die genaue Ermittlung des Wärmebedarfs. Sie bildet die Grundlage für eine differenzierte, auch Teilflächen berücksichtigende Auswahl der zu empfehlenden Energiespar-Maßnahmen. Ferner muss der Berater/die Beraterin genaue Angaben über das Volumen des Gebäudes machen. Diese Angaben dienen dazu, den Lüftungswärme- Bedarf des Hauses zu ermitteln. Dabei sind auch offensichtliche unkontrollierte Lüftungswärmeverluste (z. B. durch undichte Fenster, Türen, Dächer (ausgebaut), Verbrennungsluftversorgung von Kachel- oder Kaminöfen aus beheizten Räumen usw.) zu erfassen und auszuweisen. Schließlich muss der Berater/die Beraterin noch den Ist-Zustand der Heizungsanlage erfassen. Dazu gehören ne ben den Grunddaten der Anlage (Typ, Nenn- Leistung, Wirkungs grad usw.) die Daten über den Wärme-Er zeuger (mindes tens entsprechend Schornsteinfeger-Protokoll) sowie genaue Angaben über die bisherigen Energie-Verbräuche, den Zustand der Ab gasanlage und des Verteilnetzes, sowie offensichtliche Schwachstellen im gesamten Heizungs system inklusive Steuer- und Regelungstechnik. Phase 2: Der Beratungsbericht Nach der Analyse des Ist-Zustands fertigt der Berater einen schriftlichen Beratungsbericht an. Dieser muss den Vorgaben der Anlagen zur Richtlinie entsprechen und folgende Punkte enthalten: 3 Eine allgemeinverständliche Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse (Empfehlungen), 3 die Grunddaten des Gebäudes, 3 den energetischen Ist-Zustand von Gebäude und Heizungsanlage,

6 die energetischen Schwachstellen, 3 die Warmwasserbereitung, 3 Vorschläge zu Energiespar-Maßnahmen (mindestens zwei, jeweils mit Angabe der Kosten, evtl. unter Berücksichtigung von Eigenleistungen), 3 Möglichkeit zum Einsatz erneuerbarer Energien, 3 einen Vergleich des Energiebedarfs im Ist-Zu stand mit dem Energiebedarf nach Durchführung der vor ge schlagenen Energiespar-Maßnahmen, 3 einen Vergleich der Schadstoff-Emissionsraten (vor allem von Kohlendioxid und Stickstoffoxid) im Ist-Zustand mit den Emissionsraten nach Durchführung der vorgeschlagenen Energiespar- Maßnahmen, 3 die Wirtschaftlichkeit der vorgeschlagenen Energiespar-Maßnahmen in nachvollziehbarer Form, so dass Sie später die Wirtschaftlich keitsberechnung selbständig an aktuelle Preisentwicklungen anpassen können sowie 3 einen differenzierten Tabellenteil mit Darstellung der wichtigsten Ergebnisse der Datenerhebung und deren Auswertung. O 1. Der Beratungsbericht muss anbieterunabhängig sein. 2. Allen vorgeschlagenen Maßnahmen müssen die an erkannten Regeln der Technik zugrunde liegen. Phase 3: Das persönliche Beratungsgespräch Zu den vertraglichen Pflichten des Beraters/der Beraterin gehört es, dem Beratungsempfänger, also Ihnen, den Beratungsbericht auszuhändigen und den Inhalt in einem persönlichen Abschlussgespräch zu besprechen. Bei diesem Gespräch geht es vor allem darum, die vorgeschlagenen Energiespar-Maßnahmen im Einzelnen zu erörtern. Aufgabe des Beraters/der Beraterin ist es zum Beispiel, Ihnen kon krete Tipps zu geben, wie Sie die Vorschläge am besten (und kostengüns tigsten) umsetzen können. Der Berater soll Sie auch auf Förderprogram me aufmerksam machen und Ihnen die entsprechenden Ansprechpartner benennen. Ferner soll er/sie ausführlich auf Ihre Fragen eingehen und Ihnen behilflich sein, wenn Sie zum Beispiel eine Erweiterung des Maßnahmen-Katalogs wünschen. Dazu sollte Ihnen nach Mög lich keit der Bericht vor dem persönlichen Gespräch zur Verfügung gestellt werden. Anträge und Verfahren Den Antrag auf einen Zuschuss zur Vor-Ort-Beratung und die Abwicklung übernimmt der Berater/die Beraterin. Er reicht vor Beginn der Beratung den Antrag on line beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Eschborn ein. Dort wird im Rahmen der verfüg baren Haushaltsmittel über den Antrag entschieden. Das ausführliche Verfahren können Sie der am 25. September 2009 im BAnz. Nr. 144 veröffentlichten Richtlinie entnehmen bzw. in der Förderdatenbank des BMWi unter oder beim BAFA unter einsehen. Förderanträge sind vor Beratungsbeginn ausschließlich online unter an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zu richten. Auskünfte erhalten Sie unter: Tel Technische Fragen: Fax: O

7 Diese Druckschrift wird im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Bundes ministeriums für Wirtschaft und Technologie herausgegeben. Sie wird kostenlos abgegeben und ist nicht zum Verkauf bestimmt. Sie darf weder von Parteien noch von Wahlwerbern oder Wahlhelfern während eines Wahlkampfes zum Zwecke der Wahl werbung verwendet werden. Missbräuchlich ist ins be son dere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an Infor ma tionsständen der Parteien sowie das Ein legen, Auf drucken und Aufkleben parteipolitischer Informationen oder Werbemittel. Untersagt ist gleichfalls die Weitergabe an Dritte zum Zwecke der Wahlwerbung. Unabhängig da von, wann, auf welchem Weg und in welcher Anzahl diese Schrift dem Empfänger zugegangen ist, darf sie auch ohne zeit lichen Bezug zu einer Wahl nicht in einer Weise verwendet werden, die als Parteinahme der Bundesregierung zu gunsten einzelner politischer Gruppen verstanden werden könnte.

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