Berufsbegleitende Masterstudiengänge

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1 P. Fröhlich / N. Jansen / S. Pihan Berufsbegleitende Masterstudiengänge Eine Bestandsaufnahme für die Ingenieurwissenschaften

2 Impressum Verlag Druck Wiesbaden Kurt-Schumacher-Ring Wiesbaden ELEKTRA Reprografischer Betrieb GmbH Niedernhausen ISBN Die Publikation darf nur zu Informationszwecken und nicht zum Verkauf oder zur Verbreitung zu gewerblichen oder politischen Zwecken verwendet werden. Die Publikation darf in keinerlei Hinsicht verändert werden. Die Copyright Hinweise müssen auf jeder Kopie unserer Publikation oder Teilen davon, enthalten sein. Alle Rechte sind vorbehalten. Juli, 2007

3 3 Inhaltsverzeichnis I. Vorwort... 5 II. Zusammenfassende Aussagen... 7 III. Ausgangssituation im Masterbereich... 8 IV. Zielgruppen für berufsbegleitende Masterstudiengänge... 9 V. Ziel der Studie VI. Bestandsaufnahme berufsbegleitender Masterstudiengänge Methodik Auswahlkriterien und Quellen Übersicht der erfassten und ausgewählten Studiengänge...14 VII. Teilzeit-/Fernstudiengänge Applied Computational Mechanics Computational Engineering Elektrotechnik Elektro- und Informationstechnik Facility Management Facility Management Fahrzeugsystemtechnologien Industrial Engineering Industrial Engineering Product Development and Manufacturing ProWater Wasser und Umwelt...42 VIII. Optionale Teilzeitstudiengänge Angewandte Physik Corrosion Protection Engineering Electrical and Microsystems Engineering Elektrotechnik/Informationstechnik Maschinenbau Optical Engineering / Photonics Präzisionsmaschinenbau...58 IX. Kontakt X. Quellen / Literatur XI. Anhang... 63

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5 5 I. Vorwort Die Bildungsminister von 46 Staaten trafen sich im Mai dieses Jahres in London, um auf einer turnusmäßigen Nachfolgekonferenz den Bologna-Prozess voranzutreiben. Der einheitliche europäische Hochschulraum nimmt also weiter Gestalt an. Zur Erinnerung: Im Jahr 1999 hatten die Minister in Bologna vereinbart, bis 2010 europaweit die internationalen Studienabschlüsse Bachelor und Master einzuführen. Mit diesem kurzen Hinweis auf die hochschulpolitische Entwicklung verbinde ich mein Kompliment an die Professorinnen und Professoren des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften, die mit innovativem Weitblick frühzeitig neuartige Studienangebote geschaffen haben. Die ersten Schritte wurden 1992 mit der Einrichtung des CIM-Zentrums am Studienort Rüsselsheim und dem zweisemestrigen Weiterbildungsstudiengang C-Techniken gemacht. Diesem folgte im Wintersemester 1995/96 der postgraduale dreisemestrige Studiengang Maschinenbau-Informatik. Nach erfolgreicher Akkreditierung wurde daraus der dreisemestrige Masterstudiengang Product Development & Manufacturing. Im Sommersemester 2002 nahm er die ersten Studierenden auf. Product Development & Manufacturing war der erste Masterstudiengang an der Wiesbaden. Er bietet seitdem Ingenieurinnen und Ingenieuren in der Praxis eine Weiterqualifizierung mit Schwerpunkt in den angewandten Computertechniken in Entwicklung und Produktion an. Diese kontinuierliche, solide Weiterentwicklung der Ausbildungs-Qualität und die langjährigen Erfahrungen mit berufstätigen, meist sehr ehrgeizigen Studierenden bildeten die Basis und den Rahmen für die Schaffung weiterer berufsintegrierter Studiengänge in Rüsselsheim. Seit elf Jahren haben wir dort den BIS-Maschinenbau und seit acht Jahren den BIS-Elektrotechnik. Beide werden hervorragend nachgefragt und gehören zu den erfolgversprechendsten Studienmöglichkeiten: Rund 90 % der Erstsemester machen ihren Abschluss. Ähnlich positiv etabliert hat sich seit fünf Jahren das Kooperative Ingenieursstudium (KIS), das ein Studium mit einer beruflichen Ausbildung verbindet. So war es fast kein Wunder, dass vor rund drei Jahren - mit erheblicher finanzieller Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (HMWK) das Centrum für Berufsintegriertes Studieren in Rüsselsheim eingerichtet wurde. Dessen Pionierarbeit hat für ganz Hessen Vorbildcharakter. Zu den Schwerpunkten des CeBiS gehören u. a. die professionelle und wissenschaftliche Unterstützung von Fachbereichen der Wiesbaden in Hinsicht auf berufsintegrierte Studienformen, die detaillierte Untersuchung und Erarbeitung von Inhalten berufsbegleitender Studiengängen (vor allem auch für die kommende Generation von Masterstudiengängen) oder etwa die Evaluation und Nutzung von elektronischen Lernplattformen. Mein oben erwähntes Kompliment darf ich noch um eine weitere, ganz besondere Wertschätzung ergänzen: Beim erstmals im Juni 2007 verliehenen Exzellenz in der Lehre - Preis des HMWK - erhielten drei Rüsselsheimer Professoren den mit Euro dotierten

6 6 Berufsbegleitende Masterstudiengänge in den Ingenieurwissenschaften dritten Hauptpreis für ihre Planspiele als Studieneingangsszenarien, mit denen sie die BIS-Studierenden zu echten Teams zusammenschweißen. Was fast schon eine Garantie für den Studienerfolg ist, wie sich im Rückblick zeigt. Mit dem überdurchschnittlichen Engagement unserer Professorinnen und Professoren und dem Centrum für Berufsintegriertes Studieren der Wiesbaden besteht eine Allianz, die Erhebliches zur Förderung des Zukunftsbereichs Studium und Berufstätigkeit beiträgt. Dazu gehört auch die vorliegende Bestandsaufnahme für den Ingenieurbereich, mit wichtigen und hilfreichen Informationen für Studierende, für die Hochschulen und die Industrie. Ausdrücklich möchte ich mich bei den Verantwortlichen der erfassten Studiengänge für die bereitwillig zur Verfügung gestellten Informationen bedanken. Allein diese kollegiale Mitarbeit ermöglicht einen fruchtbaren Wissensaustausch mit gegenseitigem Nutzen. Prof. Dr. h. c. mult. Clemens Klockner Präsident der Wiesbaden / University of Applied Sciences

7 7 II. Zusammenfassende Aussagen Insgesamt ist das Angebot an Masterstudiengängen, die neben dem Beruf absolviert werden können, noch sehr eingeschränkt. Ingenieurinnen und Ingenieure mit Interesse an einer qualifizierten akademischen Weiterbildung, die mit einem anerkannten Masterabschluss enden, stoßen in Deutschland auf ein recht dünnes Angebot! Generell können auf der Basis der durchgeführten Studie die nachfolgenden Aussagen über den aktuellen Stand berufsbegleitender ingenieurwissenschaftlicher Masterstudiengänge (ohne Bauingenieurwesen und Informatik) in Deutschland gemacht werden: Konsekutive Masterangebote sind praktisch immer Vollzeitstudiengänge. Nicht-konsekutive und Weiterbildungsmaster sind ebenfalls in der überwiegenden Mehrzahl Vollzeitstudiengänge. Einige Vollzeitstudiengänge bieten die Option berufsbegleitend an, obwohl die praktische Studierbarkeit neben dem Beruf sehr schwierig erscheint. Insgesamt gibt es bundesweit nur 19 als berufsbegleitend ausgewiesene Masterstudiengänge (Ingenieurbereich, ohne Bauwesen und Informatik). Die größte Zahl von echten berufsbegleitend organisierten Studiengängen bieten die n an. Berufsakademien bieten keine berufsbegleitenden Masterstudiengänge an. Die fachliche Ausrichtung reicht vom sehr breit angelegtem Ingenieurstudium wie z. B. Maschinenbau bis zu spezialisierten Studiengängen wie z. B. Gewässerschutz. Die Studiendauer reicht von zwei bis acht Semester. Die Studiengebühren bewegen sich zwischen ca bis ca Die aktive Lebensdauer der ältesten Angebote liegt bei ca. fünf Jahren. Die Zahl der eingeschriebenen Studierenden hat eine große Schwankungsbreite: Sie reicht von drei bis zu mehreren hundert Studierenden (Fernstudien). Die Detailangaben der Anbieter sind oft sehr lückenhaft. Dieses Informationsdefizit kann zwei Gründe haben: a) Der angebotene Studiengang ist in der Realität nicht, nicht mehr oder noch nicht vorhanden. b) Die Betreuung und Pflege des Studiengangs bzw. der entsprechenden Informationen sind aus hochschulinternen Gründen (Kapazität, Kosten?) mangelhaft. Den Anbietern der Studiengänge ist dringend zu raten, die notwendigen Informationen für Interessenten aktuell und umfassend bereit zu stellen. Ansonsten werden auch interessante und gut durchdachte Angebote wegen mangelnder Nachfrage austrocknen.

8 8 Berufsbegleitende Masterstudiengänge in den Ingenieurwissenschaften III. Ausgangssituation im Masterbereich In Deutschland gab und gibt es in den Ingenieurdisziplinen eine Zweiteilung: Die wissenschaftlich-forschungsorientierten Diplomstudiengänge an den Universitäten mit meist 10-semestriger Regelstudienzeit und die mehr anwendungsorientierten Diplomstudiengänge der n mit vorwiegend 8-semestriger Studienzeit. Der Bologna-Prozess verändert an beiden Hochschultypen diese einzügigen Strukturen hin zu gestuften Bachelor-Master-Angeboten. Das angestrebte Siegel Berufsbefähigung (Employability) kann mit einem 6-semestrigen Bachelorstudium an einer technischen Universität nur in Ansätzen erreicht werden, da die für ein nachfolgendes Masterstudium notwendigen theoretischen Grundlagen für einen intensiven Praxis- bzw. Berufsfeldbezug wenig Raum lassen. Diese Sachlage ist weniger bedeutend, da die meisten Universitätsbachelor aus selbst gesteckten Karriere- und Bildungszielen ohnehin einen konsekutiven Masterabschluss anstreben werden, um gut gerüstet den Einstieg in Wissenschaft und Beruf zu finden. Auch direkt anschließbare, nicht-konsekutive Masterstudiengänge mit neuen Vertiefungsrichtungen stehen zur Verfügung. Beide Optionen sind in Form eines Vollzeitstudiums gut durchführbar, da die Bachelorabsolventinnen und -absolventen noch nicht fest in einem Unternehmen eingebunden sind. Anders die Situation an den n. Die Verkürzung der Diplomstudiendauer von acht auf sieben Semester Bachelorstudienzeit (manchmal allerdings auch auf sechs Semester) wird in der Hauptsache durch den Wegfall von einigen Spezialfächern und Vertiefungen im Hauptstudium erreicht. 1 Der bereits herrschende und weiter absehbare Ingenieurmangel bietet berufsbefähigt ausgebildeten Bachelorabsolventinnen und Bachelorabsolventen gute Berufseinstiegschancen und ein breites Angebot an geeigneten Arbeitsplätzen in der Wirtschaft und in öffentlichen Einrichtungen. Deshalb wird das Bestreben nach einer direkten Höherqualifizierung in Form eines Vollzeit- Masterstudiengangs wenig ausgeprägt sein. Zumindest ist nicht zu erwarten, dass eine signifikante Zahl von Bachelorabsolventinnen und -absolventen deswegen einen angebotenen Arbeitsplatz ausschlagen oder sogar aufgeben würde. 1 Dieser Verlust ist zwar zu beklagen, wird aber die Berufsbefähigung der Bachelorabsolventinnen und Bachelorabsolventen hoffentlich nicht wesentlich beeinträchtigen.

9 9 IV. Zielgruppen für berufsbegleitende Masterstudiengänge Wie sind konsekutive, nicht-konsekutive und Weiterbildungsmaster so zu konfigurieren, dass sie nicht an den Interessen und aktuellen Lebensbedingungen der Studierenden und der nachfragenden Wirtschaft vorbei zielen? Die Zielgruppe für Masterstudiengänge sind an den Universitäten in erster Linie die eigenen Bachelorabsolventinnen und -absolventen, die ihre Kenntnisse in der gleichen Fachdisziplin in einem konsekutiven Masterstudiengang vertiefen oder verbreitern wollen 1. Das schließt nicht aus, dass es auch ein großes Angebot an profilbildenden nicht-konsekutiven und Weiterbildungs-Masterstudiengängen an Universitäten gibt. Die Lehrkapazitäten und sonstigen Ressourcen setzen aber solchen zusätzlichen Angeboten recht enge Grenzen. Aus historischen und organisatorischen Gründen werden konsekutive Masterstudiengänge überwiegend in Form eines Vollzeitstudiums angeboten. Für die universitären Bachelorabsolventinnen und -absolventen ist das schlüssig und akzeptabel (trotz Jobbens ), für die Fachhochschulbachelor kommt ein nachfolgendes Vollzeitstudium aus verschiedenen Gründen nur für eine kleinere Zahl von Absolventinnen und Absolventen in Frage 2 : Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind meist gut, die persönliche Situation verlangt vielleicht eine finanzielle Absicherung, es gibt möglicherweise Unsicherheiten bezüglich der eigenen Befähigung oder des Durchhaltewillens. Hinzu kommt die Tendenz in der Wirtschaft, die Bewerberinnen und Bewerber stärker nach deren erworbenen Kenntnissen, den bisherigen Leistungen und dem Persönlichkeitsprofil zu beurteilen und weniger nach den formalen Qualifikationsnachweisen. Trotzdem wollen sich viele im Beruf stehende Ingenieurinnen und Ingenieure in Zukunft zunehmend mit Bachelorabschlüssen aus den unterschiedlichsten Gründen höher qualifizieren. Ein in seinem Unternehmen erfolgreich arbeitender Bachelor wird nur in Ausnahmefällen für ein meist zweijähriges Masterstudium freigestellt werden. 3 Vor allem bei den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sind solche Lösungen nicht praktikabel. Das bedeutet, dass für Bachelor mit akademischem Qualifizierungsanspruch nur ein berufsbegleitendes Masterstudium in Frage kommt. 4 Vor allem für die n (aber nicht nur für diese) ergibt sich aus den geschilderten Bedingungen die Forderung, ihre Masterangebote berufsbegleitend zu organisieren, bzw. diese Option zumindest anzubieten. 1 Natürlich wird es auch eine gewisse Zahl interessierter Bachelorabsolventinnen und -absolventen anderer Hochschulen oder verwandter Fachrichtungen für diese konsekutiven Masterangebote geben. 2 Hiervon unberührt die Frage und mögliche Problematik des Überwechselns eines FH-Bachelors in einen universitären Masterstudiengang. Ein Thema, das hier nicht weiter diskutiert werden soll. 3 Siehe auch z. B. die Aussagen von Industrievertetern in der VDMA-Studie 2005: Qualitative Anforderungen an die Ingenieursausbildung und die künftigen Bachelor- und Masterstudiengänge (S. 64). 4 Die Unterscheidung zwischen nicht-konsekutiv oder weiterbildend spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle.

10 10 Berufsbegleitende Masterstudiengänge in den Ingenieurwissenschaften V. Ziel der Studie Ziel der vorliegenden Bestandsaufnahme ist es, den Verantwortlichen aus dem Hochschulbereich, den Studieninteressierten und nicht zuletzt den Vertretern der Industrie einen aktuellen Überblick über berufsbegleitende Masterangebote in den Ingenieurwissenschaften zu geben. Dies geschieht aus der Überzeugung, dass diese Studienform für viele Interessierte die einzige Möglichkeit darstellt, einer Höherqualifizierung zu erlangen. Ein Vollzeitstudium ist für viele, durchaus qualifizierte und motivierte Ingenieurinnen und Ingenieure mit einem Bachelorabschluss aus privaten und betrieblichen Gegebenheiten und Randbedingungen nicht möglich. Für die Hochschulen soll die vorliegende Bestandsaufnahme die Fragen beantworten: Was und wie machen das die anderen? Welche Formen sind sinnvoll? Wie werden bestimmte Angebote angenommen? Sind erfolgreiche Konzepte auf die eigene Hochschule übertragbar? Für die Studierenden geht die Frage mehr in die fachliche Richtung: Welche berufsbegleitenden Masterstudiengänge gibt es in meiner Region? Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen? Ist die Studienorganisation mit meiner privaten und betrieblichen Situation vereinbar? Wie ist die zu erwartende Belastung? Was ist der zu erwartende Gewinn? Für die Industrievertreter, und hier vor allem für die Verantwortlichen aus dem Bereich der Personalentwicklung, geht es zum Beispiel um Fragen wie: Welcher Mehrwert ergibt sich aus einer solchen Qualifizierung für das Unternehmen? Ist das Studium mit den aktuellen betrieblichen Aufgaben des Probanden vereinbar? Ergeben sich vielleicht schon während des Studiums Vorteile für das Unternehmen oder den Arbeitsbereich (Kontakte zur Hochschule, Technologietransfer, Master Thesis)? In dem zurzeit noch sehr dynamischen Prozess der Umstellung der Studiengänge kann die vorliegende Bestandsaufnahme nur eine relativ kurzlebige Momentaufnahme sein. Das Ziel der Studie wäre aber erfüllt, wenn sie eine erste hilfreiche Handreichung für alle Interessierten sein könnte. Für Ingenieurinnen und Ingenieure ist eine wirtschaftswissenschaftliche Weiterqualifizierung in Form eines berufsbegleitenden Masterstudiums eine interessante Option. Hier gibt es ein breites Angebot, das aber nicht Gegenstand der vorliegenden Untersuchung ist.

11 11 VI. Bestandsaufnahme berufsbegleitender Masterstudiengänge Bei der Erstellung des Konzeptes der vorliegenden Bestandaufnahme war die Frage der Such- und Auswahlkriterien von großer Bedeutung: Was soll als berufsbegleitender Studiengang gelten? Was ist ein Technischer Ingenieurstudiengang? Sollen auch Fernstudiengänge berücksichtigt werden? Sollen Angebote von privaten Hochschulen berücksichtigt werden? Sollen nur voll akkreditierte Studiengänge aufgenommen werden was ist mit neueren Angeboten in der Akkreditierungsphase? Welche Quellen sind zuverlässig und vor allem aktuell? 1. Methodik Auswahlkriterien und Quellen Die Bestandsaufnahme wurde in mehreren Stufen durchgeführt. Die erste Stufe bestand aus einer Internet-Recherche. Einige Internetportale bieten einen Suchdienst an, der eine Auflistung aller bundesweit angebotenen Studiengänge liefert. Hierbei können bestimmte, vom Anwender gewählte Kriterien die Suche spezialisieren. Die Filterkriterien reichen von Studienfach über Studienort, Studienabschluss (Diplom, Bachelor, Master etc.), Studiengebühren bis zur Akkreditierung. Die Fülle der Kriterien bietet der spezialisierten Suche fast keine Grenzen. Die einzelnen Portale bieten aber zum Teil unterschiedliche Suchkriterien an, so dass die Suchergebnisse nicht direkt vergleichbar sind. Die erste Recherche für diese Studie enthielt nur sehr wenige, allgemeine Suchkriterien, um einen möglichst umfassenden Überblick über das vorhandene Studienangebot zu erhalten (siehe Tabelle 1): Kriterium Hochschulform Studienabschluss Studienort Fachrichtung Auswahl Alle Master bundesweit technisch Tabelle 1: Suchkriterien Erfasst wurden alle Hochschulformen (staatliche Hochschulen, private Hochschulen, Berufsakademien), alle Arten von Masterstudiengängen (weiterbildend, Aufbaustudium, Fernstudium, nicht-konsekutiv, konsekutiv). Der Begriff technisch wurde so interpretiert, dass nur Ingenieurstudiengänge und damit nah verwandte ausgewählt wurden ( von Hand gefiltert). Berücksichtigt wurden auch Informatik- und Wirtschaftsstudiengänge mit wesentlichen Ingenieuranteilen. Nicht berücksichtigt wurden jedoch die Fachdisziplinen Bauwesen, Informatik und wirtschaftsdominierte Studiengänge. Die benutzten Internetportale sind in Tabelle 2 zu sehen.

12 12 Berufsbegleitende Masterstudiengänge in den Ingenieurwissenschaften Tabelle 2: Für Recherche genutzte Internetportale Die Akkreditierung und die Option Berufsbegleitend oder Teilzeitstudium wurden in dieser ersten Recherchephase noch nicht als Kriterium herangezogen. 1 Eine Zusammenstellung der Ergebnisse dieser ersten Recherchephase ist im Anhang in Tabelle A zu finden. Es ergab sich nach den gewählten Kriterien ein bundesweites Angebot von 157 Masterstudiengängen (Stand der Recherche: März 2007). Im zweiten Schritt der Recherche wurden die Studiengänge nach den Kriterien berufsbegleitend, Teilzeitstudium und/oder Fernstudium gefiltert. 2 1 Es ist zu vermuten, dass sich eine Reihe von Studiengängen in der Vorbereitung oder im Akkreditierungsverfahren befinden, und somit nicht berücksichtigt worden wären. 2 Fernstudium wird z. T. als Vollzeitstudium bezeichnet. In der vorliegenden Studie werden diese aber als berufsbegleitend eingeordnet.

13 13 Geht man nur nach den Angaben in den Internet-Datenbanken, so erhält man ein mageres Bild: Nur 12 Studiengänge sind dezidiert so ausgewiesen (siehe Tabelle 3). 1 Applied Computational Mechanics Ingolstadt Landshut 2 Computational Engineering Technische Berlin 3 Elektrotechnik Hochschule Darmstadt mit ZFH 4 Elektro- und Informationstechnik Fernuniversität Hagen 5 Facility Management Georg-Simon-Ohm- und München mit Verbund IQ ggmbh 6 Facility Management Heidelberg 7 Fahrzeugsystemtechnologien Braunschweig/Wolfenbüttel 8 Industrial Engineering oncampus GmbH ( Kiel und Lübeck) 9 Industrial Engineering Technische Berlin 10 ProWater Technische Universität Braunschweig 11 Product Development & Manufacturing Wiesbaden 12 Wasser und Umwelt Leibniz Universität Hannover Tabelle 3: Ausgewiesene Teilzeit-/Fernstudiengänge Es erscheint sinnvoll, auch die Studiengänge zu erfassen, die eine berufsbegleitende oder eine Teilzeitoption anbieten. Dazu wurden die Internetseiten der entsprechenden Hochschulen und Studiengänge im Einzelnen auf diese Optionen überprüft. 1 Von Hand aussortiert wurden solche Angebote, die nur aus Marketinggründen die Teilzeitoption anbieten, die Studienorganisation dies aber eigentlich nicht zulässt bzw. die keinerlei weitere Angaben zur Teilzeitorganisation machen. 2 1 Diese Arbeit war am schwierigsten zu bewerkstelligen. Die Informationen sind oft versteckt und schwer zu finden. 2 An dieser Stelle kommt eine mehr oder weniger subjektive Einschätzung der Autoren zum Tragen, die sich aber nicht vermeiden ließ. In Zweifelsfällen wurde auch noch telefonisch nachrecherchiert.

14 14 Berufsbegleitende Masterstudiengänge in den Ingenieurwissenschaften Eine Übersicht solcher optionaler Teilzeit-Studiengänge ist in Tabelle 4 aufgelistet. Es ergaben sich somit weitere sieben berufsbegleitend studierbare Masterangebote. 1 Angewandte Physik Wiesbaden 2 Corrosion Protection Engineering Südwestfalen 3 Electrical and Microsystems Engineering Regensburg 4 Elektrotechnik/Informationstechnik HAWK Hildesheim / Holzminden / Göttingen 5 Maschinenbau Technische Georg Agricola (Bochum) 6 Optical Engineering / Photonics HAWK Hildesheim / Holzminden / Göttingen 7 Präzisionsmaschinenbau HAWK Hildesheim / Holzminden / Göttingen Tabelle 4: Masterstudiengänge mit optionaler Teilzeitstudienmöglichkeit 2. Übersicht der erfassten und ausgewählten Studiengänge Die Details zu den erfassten Studiengängen wurden in erster Linie mit Hilfe eines Fragebogens ermittelt. In dieser letzten Verifizierungs- und Detaillierungsphase wurden die Verantwortlichen (in der Regel die Studiengangsleiter) der ausgewählten Studiengänge gebeten, einen Fragebogen mit den aktuellen Basisinformationen zu ihrem Studiengang auszufüllen. Lücken in dem erfassten Datenbestand wurden wenn möglich - den gedruckten Studiengangsunterlagen und -dokumenten entnommen und im Internet recherchiert. Alle Informationen und Details sind mit großer Sorgfalt ermittelt worden, was aber nicht ausschließt, dass Fehler enthalten sein können. Auch ändert sich die Angebotslandschaft fast täglich, so dass immer und mit zunehmendem zeitlichem Abstand mit Abweichungen zu rechnen ist (Stand der Recherche: März 2007). In den nachfolgenden Tabellen sind die erfassten und nach den oben genannten Kriterien ausgewählten Studiengänge in zwei Gruppen geordnet. In Gruppe 1 (Tabelle 5) gehören die reinen berufsbegleitenden Studienangebote, zu Gruppe 2 (Tabelle 6) die Masterangebote mit der Option berufsbegleitend. Die Listen sind alphabetisch nach Studiengangsbezeichnung sortiert und mit ihren Basismerkmalen Studienart, Dauer, CP, Kosten 1 und Akkreditierung erfasst. 1 Ohne die Semestergebühren der jeweiligen Hochschulen von ca. 200 pro Semester (für Studentenwerk, ggf. Nahverkehrsticket und Verwaltungskostenbeitrag)

15 15 Teilzeit/Fern- Studiengänge Hochschule Studienart Studiendauer / Credit Points Kosten (ca.) Akkreditierung Applied Computational Mechanics FH Ingolstadt FH Landshut Berufsbegleitend, Fernstudium 4 Semester / 90 CP ASIIN Computational Engineering TFH Berlin Fernstudium keine Angabe keine Angabe keine Angabe Elektrotechnik HS Darmstadt, ZFH Elektro- und Informationstechnik FernUNI Hagen Facility Management Georg-Simon-Ohm- FH, FH München mit Verbund IQ Facility Management FH Heidelberg Fahrzeugsystemtechnologien FH Braunschweig / Wolfenbüttel Industrial Engineering oncampus, FH Kiel und FH Lübeck Industrial Engineering FH Berlin Product Development & Manufacturing FH Wiesbaden Fernstudium 6 Semester / 120 CP Fernstudium Berufsbegleitend, Fernstudium Teilzeit: 6 Semester / 90 CP 3 Semester / 60 CP Berufsbegleitend 3 Semester / 90 CP Berufsbegleitend 4 Semester / 120 CP Berufsbegleitend, Fernstudium Berufsbegleitend, Fernstudium Konsekutives Studium: 3-4 Semester / 135 CP Weiterbildung: 2 Sem. / 60 CP 6 Semester / 90 CP Berufsbegleitend 4 Semester / 90 CP keine Angabe AQAS ACQUIN ASIIN ZeVA Konsekutives Studium: 780 Weiterbildung: keine Angabe ZEvA ZEvA

16 16 Berufsbegleitende Masterstudiengänge in den Ingenieurwissenschaften ProWater TU Braunschweig Wasser und Umwelt UNI Hannover Fernstudium 4 Semester / 120 CP Berufsbegleitend, Fernstudium 4 Semester / 120 CP ZEvA ZEvA Tabelle 5: Basisdaten ausgewiesener Fern-/Teilzeitstudiengänge Teilzeit- Studiengänge Hochschule Studienart / Organisation Studiendauer / Credit Points Kosten (ca.) Akkreditierung Angewandte Physik FH Wiesbaden Teilzeit (Zwei Nachmittage pro Woche) 6-8 Semester / 126 CP ASIIN Corrosion Protection Engineering FH Südwestfalen Teilzeit (Blockveranstaltungen 1-10 Tage) 6 Semester / keine Angabe ASIIN Electrical and Microsystems Engineering FH Regensburg Teilzeit (keine Angabe) 6 Semester / 90 CP Keine Gebühren 2006 ACQUIN Elektrotechnik / Informationstechnik HAWK Teilzeit (veranstaltungsfreie Wochentage) keine Angabe (4 Semester Vollzeit) / 120 CP ASIIN Maschinenbau TFH Georg Agricola Teilzeit (3 Abende / Woche und Samstage) 6 Semester / 120 CP AQAS Optical Engineering / Photonics HAWK Teilzeit (Blockveranstaltungen in der Vorlesungszeit) keine Angabe (4 Semester Vollzeit) / 120 CP ASIIN Präzisionsmaschinenbau HAWK Teilzeit (Blockveranstaltungen in der Vorlesungszeit) keine Angabe (4 Semester Vollzeit) / 120 CP ASIIN Tabelle 6: Basisdaten optionaler Teilzeitstudiengänge Die ausführlichen Angaben und die Einzeldarstellung jedes Studiengangs sind in Kapitel VII. und VIII. zusammengestellt.

17 17 VII. Teilzeit-/Fernstudiengänge 1. Applied Computational Mechanics Studiengangsbezeichnung Studienabschluss Hochschule Fachbereich Studiengangsbeschreibung / -ziele Applied Computational Mechanics Master of Engineering (M. Eng.) Ingolstadt Landshut Fakultät Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen der Ingolstadt Fakultät Maschinenbau der Landshut Der Masterstudiengang Applied Computational Mechanics hat das Ziel, den Teilnehmern, aufbauend auf einen ersten Studienabschluss und beruflichen Erfahrungen eine auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden beruhende qualifizierte und praxisorientierte berufsbegleitende Wissensvertiefung auf dem Gebiet der computerorientierten Simulationstechniken, ergänzt durch Management Skills und ein ausgeprägtes Prozessdenken zu vermitteln. Die Ausbildung konzentriert sich dabei neben der notwendigen Vertiefung der physikalischen und mathematischen Grundlagen auf die Anwendung der numerischen Lösungsverfahren mittels professioneller Softwaretools in modernen Produktentstehungsprozessen. Absolventinnen und Absolventen werden in die Lage versetzt, Entwicklungs- und Fertigungsprozesse in einem komplexen Umfeld zu verstehen und zu gestalten sowie innovative Produkte und Technologien mit modernen Methoden und Instrumenten zu entwickeln. Neben Fach- und Methodenkenntnissen werden den Studierenden fachübergreifende Kenntnisse, Führungswissen und soziale Kompetenzen näher gebracht, die es ihnen ermöglichen, Entwicklungsprojekte selbstständig sowie im Team durchzuführen und zu leiten. Sie sind somit befähigt, besonders qualifizierte Aufgaben als verantwortliche Fach- und Führungskräfte im nationalen und internationalen Bereich von produzierenden Unternehmen und Dienstleistungsorganisationen zu übernehmen.

18 18 Berufsbegleitende Masterstudiengänge in den Ingenieurwissenschaften Inhalte / Module Mathematics Numerical Methods in Engineering Solid Mechanics and Heat Transfer Fatigue and Fracture Mechanics Computational Dynamics Nonlinear Computational Mechanics Basics in Multiphysics (CFD, Mechatronics) Advanced Simulation Techniques Management Skills and Processes Management of Product Development and Manufacturing Processes Studiendauer / Credit Points Studienform Studienstruktur A. Wochenende B. abends C. Fernstudium D. Blockveranstaltungen Zulassungskriterien Studienplätze Studienplatzvergabe Konsekutiv / nicht konsekutiv / Weiterbildung Zielgruppe Studienbeginn Kosten 4 Semester (3 Semester + 1 Semester Master Thesis) / 90 CP Berufsbegleitend A + D +(C) 1. Semester: vier Präsenzwochen + fünf Wochenenden 2. Semester: vier Präsenzwochen + drei Wochenenden 3. Semester: drei Präsenzwochen + fünf Wochenenden 4. Semester: individuelle Konsultationstermine + Präsentation Erfolgreicher überdurchschnittlicher Studienabschluss (Diplom/Bachelor/BA) in Ingenieur- oder Naturwissenschaften Eine mindestens zweijährige einschlägige Berufserfahrung nach Abschluss des Hochschulstudiums Ausreichende Kenntnisse der englischen Sprache, nachgewiesen durch einen TOEFL PBT (mind. 550), CBT (mind. 213) oder einem gleichwertigen Nachweis 20 pro Jahr Hochschulabschluss + Letter of Motivation + einschlägige Berufspraxis Weiterbildung Berufstätige Ingenieurinnen und Ingenieure, tätig im Bereich CAE oder mit Ziel Tätigkeit im Bereich CAE Jeweils zum Wintersemester pro Semester

19 19 Aktuelle Studierendenzahl gesamt Anfängerzahlen WS 06/07 Absolventen bisher Start des Studiengangs Kooperationspartner (Hochschulen / Industrie / Verbände) Ansprechpartner / Studiengangsleiter 16 8 keine WS 05/06 European School of CAE Technology (ESoCAET), Geschäftsbereich der CADFEM GmbH European School of CAE Technology Division of CADFEM GmbH Dipl.-Ing. Anja Vogel Marktplatz Grafing b. München Tel.: Fax: Ingolstadt Prof. Dr.-Ing. Rudolf Dallner Esplanade Ingolstadt Tel.: Landshut Prof. Dr.-Ing. Otto Huber Am Lurzenhof Landshut Tel.: Webseite Akkreditierung durch ASIIN

20 20 Berufsbegleitende Masterstudiengänge in den Ingenieurwissenschaften 2. Computational Engineering Studiengangsbezeichnung Studienabschluss Hochschule Fachbereich Studiengangsbeschreibung / -ziele Inhalte / Module Studiendauer / Credit Points Studienform Studienstruktur A. Wochenende B. abends C. Fernstudium D. Blockveranstaltungen Zulassungskriterien Computational Engineering Master of Engineering (M. Eng.) Technische Berlin Fernstudieninstitut Auf allen Gebieten der Hochtechnologie ist fortlaufend eine Verkürzung der Zykluszeiten für Produkt- und Prozessentwicklungen zu beobachten. Diese Tendenz lässt den Bedarf an Ingenieurinnen und Ingenieuren, die neben ihren fachspezifischen Kenntnissen fundiertes Wissen im Bereich moderner Methoden der Simulation und Berechnung nachweisen können (sog. Berechnungsingenieurinnen /-ingenieure), weiter ansteigen. Derart qualifizierte Fachkräfte werden weiterhin verstärkt z. B. im mittelständischen Bereich der Automobilindustrie gesucht. Das im Aufbau befindliche Fernstudium Computational Engineering bietet den Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein optimiertes Studienmodell, das den Wünschen der Studierenden nach berufsbegleitender Weiterbildung gerecht wird. Weiterbildungskurse, die die Lehrinhalte des 1., 2. und 3. Studienplansemesters vermitteln, werden seit dem Sommersemester 2004 durchgeführt. Grundlagen des Computer Aided Engineering (CAE) Vertiefte Grundlagen des CAE Analyse technischer Systeme Finite Elemente Methode in Theorie und Praxis (in Planung) Spezialgebiete des CAE - keine Angabe - Fernstudium C - keine Angabe - Studienplätze - keine Angabe -

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