Wachstumsmarkt Asien FOKUSNIEDERSACHSEN. NIHK: Asien als Handelspartner immer wichtiger Märkte öffnen sich, Exporte steigen

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1 Wachstumsmarkt Asien NIHK: Asien als Handelspartner immer wichtiger Märkte öffnen sich, Exporte steigen Viele niedersächsische Unternehmen sind mit den Handelsmöglichkeiten in Asien noch nicht zufrieden. Das ergab eine vom NIHK vorgenommene Auswertung der bundesweiten Going International -Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages für Niedersachsen. Im Schnitt beurteilen nur ein gutes Fünftel (21 Prozent) die aktuelle Geschäftssituation in den einzelnen Zielländern als gut, knapp zwei Fünftel aber als schlecht (38 Prozent). Die Aussichten sind dagegen weitaus besser: Im Zuge der Euro-Krise wächst das Interesse am asiatischen Raum und im Schnitt über alle Länder gehen gut zwei Fünftel (41 Prozent) davon aus, dass sich die Situation verbessern wird. Gründe für den Optimismus sind die weitere Öffnung der asiatischen Märkte für europäische Produkte und Unternehmen sowie die wachsenden Absatzmärkte. Lesen Sie mehr zum Thema und zu den Handlungsempfehlungen des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertages (NIHK) auf den folgenden Seiten im aktuellen Fokus Niedersachsen. Seite 1 FOKUS NIEDERSACHSEN Wachstumsmarkt Asien

2 Die Krise im Euroraum verdeutlichte vielen Unternehmen, dass es im Zuge der Globalisierung immer wichtiger ist, sich breit aufzustellen. Steigende Exporte in Schwellenländer fingen größtenteils die fallende Nachfrage aus dem Euroraum auf. Entsprechend wächst auch das Interesse am asiatischen Markt. Allerdings sind die Unternehmen noch nicht wirklich zufrieden mit der Geschäftssituation dort. Im Schnitt beurteilen nur ein gutes Fünftel (21 Prozent) die aktuelle Geschäftssituation in den einzelnen Zielländern als gut, knapp zwei Fünftel aber als schlecht (38 Prozent). Die Gründe sind vor allem im Protektionismus z. B. durch Zölle oder Zertifizierungsanforderungen und in komplizierten Verwaltungs- prozessen zu suchen. Die Aussichten sind dagegen weitaus besser: Im Schnitt über alle Länder gehen gut zwei Fünftel (41 Prozent) der in den jeweiligen Ländern aktiven Unternehmen davon aus, dass sich die Situation verbessern wird. Das liegt zum einen an den wachsenden Absatzmärkten. Mit steigendem Wohlstand in Fernost wächst dort das Interesse an qualitativ hochwertigen Gütern aus dem Westen. Zum anderen öffnen sich die asiatischen Märkte für europäische und somit auch niedersächsische Produkte. Es sind sogar Freihandelsabkommen, und dadurch gar der komplette Wegfall von Zöllen, geplant. Asiens Bedeutung für Niedersachsen wächst Etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) der befragten Unternehmen mit Außenwirtschaftsbeziehungen überhaupt hat geschäftliche Verbindungen nach Asien. Diese beziehen sich vor allem auf den Export von Gütern und Dienstleistungen. An zweiter Stelle steht der Import 42 Prozent der Befragten mit geschäftlichen Beziehungen nach Asien importieren von dort Waren nach Deutschland. An dritter Stelle steht die Zusammenarbeit in Allianzen und mit selbstständigen Kooperationspartnern (35 Prozent). Wie agiert Ihr Unternehmen derzeit in Asien Export DE Import DE Koop.-Partner Sourcing Repräsentanz 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 70,0 80,0 Für die Exportwirtschaft gewinnt Asien stetig an Bedeutung. So hat sich innerhalb der letzten 10 Jahre der Wert der Ausfuhren aus Niedersachsen nach Asien auf fast 10 Milliarden Euro jährlich verdoppelt. Das sind mittlerweile rund 12 Prozent der Gesamtausfuhren (Quelle: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie in Niedersachsen (LSKN). Zurzeit ist die Volksrepublik China wichtigstes Zielland der niedersächsischen Wirtschaft. Im Jahr 2012 betrugen die niedersächsischen Exporte nach China laut LSKN 2,8 Milliarden Euro. Doch auch in den Schwellenländern Asiens eröffnen sich durch hohe Wachstumsraten und Freihandelsabkommen neue Chancen. So bleiben für den niedersächsischen Außenhandel sowohl die drei etablierten Länder China, Japan und Südkorea interessant als auch die sogenannten ASEAN-Staaten, wie beispielsweise Vietnam, Thailand oder Myanmar. Seite 2 FOKUS NIEDERSACHSEN Wachstumsmarkt Asien

3 Niedersächsische Ausfuhren nach Asien in Millionen Euro Quelle: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie in Niedersachsen (LSKN) ASEAN: Länder und Regionen mit hohem Potenzial Immer mehr Impulse für die deutsche Wirtschaft kommen aus dem Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN). Die zehn Schwellenländer Indonesien, Malaysia, Philippinen, Singapur, Thailand, Brunei, Vietnam, Kambodscha, Laos und Myanmar haben sich die Gründung eines länderumfassenden Binnenmarktes bis 2015 zum Ziel gesetzt. Zurzeit gibt es hier noch wie in allen Schwellenländern unterschiedliche Risiken. So herrschen in vielen Ländern noch Korruption und undurchsichtige Verfahren. Zudem ist die Infrastruktur vielerorts noch mangelhaft. Entsprechend bewerten die niedersächsischen Unternehmen ihre derzeitige Geschäftssituation in den ASEAN-Staaten im Durchschnitt eher schlecht (43 Prozent) als gut (17 Prozent). Mit ASEAN wächst in Asien jedoch ein neuer Binnenmarkt mit großem Potenzial heran, der sich durchaus zu einem Global Player entwickeln kann. Das Durchschnittswachstum von sechs Prozent zeigt eine hohe Nachfrage, die nicht komplett durch asiatische Märkte bedient werden kann. Besonders in den anspruchsvolleren Bereichen wie Maschinenbau, Logistik und Mobilität können Unternehmen aus Niedersachsen den dort fehlenden Bedarf decken. Die befragten Unternehmen hoffen daher zu 41 Prozent auf eine Verbesserung ihrer Geschäftsperspektiven für das nächste Jahr. Singapur ist für viele deutsche Unternehmen aufgrund der geografischen Lage die Brücke zum asiatischen Markt. Der Stadtstaat bietet Englisch als Amtssprache und eine gut ausgebaute Infrastruktur. Auch der weltweit größte Containerhafen befindet sich in Singapur: Hier legen laut der deutsch-singapurischen Industrie- und Handelskammer jährlich Frachter an. Die Nation belegt Patz 1 im Ease of Doing Business -Ranking der World Bank. Besonderes Augenmerk sollte Niedersachsen auf die steigende Nachfrage nach Maschinen legen. Möglichkeiten bieten sich hier unter anderem in der Offshore-Industrie, Luftfahrttechnik und der maritimen Wirtschaft. Zudem macht das geplante Freihandelsabkommen mit der EU den Standort Singapur auch für niedersächsische Unternehmen sehr attraktiv. In Vietnam steigt die Nachfrage besonders im Bereich Maschinenbau. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, das Land bis 2020 in eine Industrienation zu verwandeln. Hier könnten niedersächsische Firmen mit Allianzen, Joint- Ventures oder Kooperationen Chancen haben. Große Chancen gibt es auch in der Infrastruktur: So sollen bis 2020 vier neue Flughäfen entstehen, gleichzeitig sollen 25 Milliarden Dollar in die Hafeninfrastruktur gesteckt werden. Hinzu kommen die Investitionen in Straßen- und Schienennetze. Seite 3 FOKUS NIEDERSACHSEN Wachstumsmarkt Asien

4 Thailand importiert ebenfalls viele Maschinen, im letzten Jahr ging dies auf flutbedingte Ersatzbeschaffung zurück. Die Tsunami-Schäden 2004 an Maschinen und Ausrüstung wurden auf 1,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Nun liegen Exportchancen eher im Automobilsektor: Laut der Organisation Germany Trade and Invest soll die Produktion von heute 1,4 Millionen Fahrzeugen bis 2017 auf 3 Millionen Fahrzeuge erhöht werden. Dies bedeutet für die Zulieferindustrie Investitionen von über 3 Milliarden US-Dollar. Im Bereich des Hochwasserschutzes plant der Staat Investitionen in Milliardenhöhe. Platz für Investment finden niedersächsische Unternehmen in Myanmar. Nachdem sich das Land wirtschaftlich und politisch geöffnet hat, können Unternehmen hier neue Absatzmärkte ergründen. Das rohstoffreiche Land hat großen Nachholbedarf in den Bereichen Infrastruktur und Industrie, die Nachfrage nach Maschinen ist dementsprechend hoch. Die German Asia-Pacific Business Association schreibt, dass deutsche Exporte nach Myanmar im Jahr 2012 um 131,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 99 Millionen Euro zulegen konnten und bezeichnet das Land daher als The New Asian Lion. China, Japan und Südkorea: Etablierte Handelspartner Zwischen den Industrienationen Asiens (Südkorea, China und Japan) entstehen mehr und mehr Kontraste: Während China durch Protektionismus die eigene Wirtschaft schützen will und sich so unzugänglicher für ausländische Unternehmen macht, öffnet sich Südkorea und erhöht so seine Attraktivität als Handelspartner. Japans Wirtschaft wächst durch die Reformpläne des neuen Präsidenten, entsprechend wird Japan auch für niedersächsische Unternehmen wieder interessant. Seit dem 1. Juli 2011 besteht zwischen Südkorea und der EU ein Freihandelsabkommen. Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie wurden 70 Prozent der Zölle sofort abgebaut, bis 2018 sollen Zölle auf Industriegüter ganz wegfallen. Zudem entfallen kostspielige Prüf- und Zertifizierungsverfahren, europäische Normen werden nun in Südkorea anerkannt. Generell finden niedersächsische Unternehmen mit der geografischen Lage, den Sicherheitsstandards und der verlässlichen rechtlichen Rahmenstruktur in Korea eine gute Basis für Geschäfte. Chinas Erwartungen für das Jahr 2013 sind weiterhin hoch, besonders die Lebensmittelindustrie erwartet starkes Wachstum. Zuwächse von 15 bis 20 Prozent sind im Gespräch, zudem wird die Nahrungsmittelsicherheit immer bedeutender. Die niedersächsische Lebensmittelindustrie kann hier vor allem im Bereich der Zulieferung von landwirtschaftlichen Maschinen profitieren, darüber hinaus werden Maschinen für Produktion und Infrastruktur benötigt. Auch die Konsumgüternachfrage steigt in China zunehmend: das BIP-Wachstum soll auf bis zu 8,2 Prozent wachsen. Japan hatte es zuletzt schwer: Nach der Naturkatastrophe 2011 gab es Engpässe in der Energieversorgung, folglich musste Japan viel Öl und Gas importieren, um die Energienachfrage zu decken. Deflation führte zu einer sehr schwachen Inlandsnachfrage und der teure Yen macht Exporte für japanische Unternehmen schwer. Dem neuen Premier ist es jedoch gelungen, Impulse für ein stärkeres Wirtschaftswachstum zu setzen. Die Infrastruktur soll wieder vollständig hergestellt werden und die Bank of Japan druckt weiterhin Geld im Auftrag des Staates, um die Deflation zu verringern. Mit dem Wirtschaftswachstum steigen die Importe, Chancen bieten die Branchen im Bereich der Erneuerbaren Energien, da hier dringend Lösungen zur nachhaltigen Energieversorgung gebraucht werden, sowie der Gesundheitssektor. Seite 4 FOKUS NIEDERSACHSEN Wachstumsmarkt Asien

5 Ansprechpartner für den Fokus Niedersachsen NIHK-Sprecher International Dr. Joachim Peters, Tel , NIHK-Geschäftsstelle Hinüberstr , Hannover Tel Der NIHK vertritt rund Unternehmen in Niedersachsen. Mitglieder sind die die IHK Lüneburg-Wolfsburg, die Oldenburgische IHK, die IHK Osnabrück Emsland Grafschaft Bentheim, die IHK für Ostfriesland und Papenburg sowie die IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum. Der Fokus Niedersachsen erscheint in regelmäßigen Abständen zu aktuellen Themen aus Wirtschaft und Politik und steht unter auch zum Download zur Verfügung. Seite 5 FOKUS NIEDERSACHSEN Wachstumsmarkt Asien

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