17/41. Ich will so leben, Politik für Menschen mit Behinderungen. wie ich bin. in Leichter Sprache

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1 Ich will so leben, wie ich bin Politik für Menschen mit Behinderungen in Leichter Sprache 17/41

2 Das ist der Inhalt: Ich will so leben, wie ich bin Seite 5 Eingliederung ist Menschenrecht Seite 9 Menschen mit Behinderung müssen gleichbehandelt werden Seite 14 Lernen Seite 17 Arbeit ist Teilhabe Seite 21 Gesundheit Seite 24 Frauem mit Behinderungen Seite 27 Haben sie noch Fragen? Seite 30 Wir wollen, dass alle Menschen selbst entscheiden können, wie sie leben möchten. Markus Kurth ist Sprecher für Sozial- Politik und Behinderten-Politik in der grünen Bundestags-Fraktion 2 3

3 Ich will so leben wie ich bin! Das ist den Grünen schon immer wichtig: Menschen mit Behinderungen bestimmen selbst über ihr Leben. Sie gehören zur Gesellschaft dazu. Sie sind dabei. Sie machen mit. Dafür können Menschen mit Behinderungen aus verschiedenen Angeboten auswählen. Zum Beispiel:» Wie will ich wohnen?» Wo will ich arbeiten?» Auf welche Schule will ich gehen?» Welche Hilfe benötige ich? Andere Menschen sollen nicht über das Leben von Menschen mit Behinderungen bestimmen. Das wollen die Grünen: Jeder Mensch mit Behinderung wählt selbst aus wie er lebt. Das wollen die Grünen nicht: Behinderte Menschen wählen nicht selbst aus wie sie leben. Andere Menschen bestimmen über das Leben von behinderten Menschen. So ist es heute oft noch: Für Menschen mit Behinderungen wird gesorgt. Andere Menschen bestimmen über Menschen mit Behinderungen Das ist gut gemeint. Aber: Das entmündigt behinderte Menschen. Das heißt: Behinderten Menschen werden ihre Rechte weggenommen. 4 5

4 Menschen mit Behinderungen müssen selbst bestimmen können. Sie müssen überall dabei sein können. Sie müssen überall mitmachen können. Aber das geht oft noch nicht. Oft werden behinderte Menschen noch immer schlechter behandelt. Nur weil sie eine Behinderung haben. Es gibt schon viele Gleichstellungs-Gesetze. Diese Gesetze sind für Menschen mit Behinderungen sehr wichtig. Dort steht: Behinderte Menschen haben die gleichen Rechte wie nicht behinderte Menschen. Aber diese Rechte dürfen nicht nur auf dem Papier stehen. Menschen mit Behinderungen müssen wirklich die gleichen Rechte bekommen. Hier werden behinderte Menschen zum Beispiel immer noch schlechter behandelt: In Bahnhöfen. Oft gibt es keine Fahrstühle. In Ämtern. Oft bekommen gehörlose Menschen keine Hilfe. Die Übersetzungen in Gebärden-Sprache werden nicht bezahlt. Im Urlaub. Die Ferien-Wohnung wird gekündigt. Nur weil ein Gast eine Behinderung hat. Das sind alles Hindernisse. Behinderte Menschen werden benachteiligt. Dadurch werden viele behinderte Menschen erst wirklich behindert. Sie können nicht selbst bestimmen. Sie können nicht überall dabei sein. Und sie können nicht überall mitmachen. Das wollen die Grünen: Die Hindernisse müssen weg. Menschen mit Behinderungen dürfen nicht schlechter behandelt werden. Das gilt für alle Dinge im Leben. Das wollen Grüne auch: Viele behinderte Menschen brauchen Hilfe. Die Hilfen sind oft ganz verschieden. Hier ein paar Beispiele: Eine behinderte Frau hat keine Beine. Sie braucht Prothesen. Das sind künstliche Beine. Dann kann sie wieder laufen. Ein behinderter Mann kann gar nicht laufen. Er braucht mehr Hilfen. Er braucht zum Beispiel einen besonderen Rollstuhl. Eine junge Frau mit Lernschwierigkeiten arbeitet in einem Büro. Sie soll dort Briefe lesen. Dafür braucht sie Hilfe. Sie braucht eine Unterstützungs-Person. Diese Person unterstützt sie am Arbeits-Platz. Die junge Frau braucht aber noch mehr Hilfe: Sie braucht zuhause Hilfe. Bei der Haus-Arbeit. Und wenn sie zu Ämtern geht. Jede behinderte Frau soll die Hilfen bekommen, die sie braucht. Und jeder behinderte Mann soll die Hilfen bekommen, die er braucht. Seit 2008 gibt einen wichtigen Vertrag. Der Vertrag heißt: UN-Konvention über die Rechte von behinderten Menschen. Der Vertrag gilt in sehr vielen Ländern auf der ganzen Welt. Seit 2009 gilt dieser Vertrag auch in Deutschland. In dem Vertrag stehen viele wichtige Sachen über die Rechte von behinderten Menschen. 6 7

5 Wir von den Grünen fordern diese Sachen schon seit vielen Jahren. Deshalb ist es für die Grünen besonders wichtig: Der UN-Vertrag muss in Deutschland umgesetzt werden. Damit behinderte Menschen wirklich die gleichen Rechte haben. Damit behinderte Menschen wirklich überall mitmachen können. Wie alle anderen Menschen auch. Das ist uns in der Grünen Politik sehr wichtig: Behinderte Menschen sollen sagen: Ich will so leben wie ich bin! Dazu haben wir die wichtigsten Dinge aufgeschrieben. Auf den nächsten Seiten steht: Das wollen die Grünen für Menschen mit Behinderungen. Viel Spaß beim Lesen! Eingliederung ist Menschen-Recht Das ist ein Menschen-Recht: Dazu zu gehören. Ein Beispiel: Eine junge Mutter sitzt im Rollstuhl. Sie braucht ein Auto. Damit fährt sie zur Arbeit. Oder sie fährt zu Freunden. Oder sie bringt ihre Kinder zum Arzt. Die junge Mutter hat eine Krankheit. Die Krankheit macht die Frau immer schwächer. Sie kann manche Dinge nicht mehr alleine machen. Auf einmal kann sie ihren Rollstuhl nicht mehr alleine ins Auto heben. Sie braucht ein Gerät. Das Gerät hilft ihr dabei. Die junge Mutter muss das Gerät kaufen. Aber: Das klappt nicht immer so leicht. Sie muss für das Gerät kämpfen. Jemand soll das Gerät bezahlen. Aber wer? Die junge Mutter fragt die Kranken-Kasse. Sie fragt die Agentur für Arbeit. Früher hieß das: Arbeits-Amt. Sie fragt das Sozial-Amt. Jemand muss entscheiden: Wer bezahlt das Gerät. Die junge Mutter will eine Antwort. Das dauert oft viele Wochen. Das ist ein Problem. 8 9

6 Menschen mit Behinderungen haben ein Recht auf viele verschiedene Hilfen. Das Geld kommt oft von verschiedenen Ämtern. Für jede Hilfe gibt es ein eigenes Gesetz. Das ist oft verwirrend. Und es dauert oft sehr lange bis die Hilfen bezahlt werden. Deshalb sagt die Grüne Politik: Es muss ein Gesetz nur für behinderte Menschen geben. Dort sollen alle Regeln über Hilfen für behinderte Menschen stehen. So ein großes Gesetz ist viel Arbeit. So ein Gesetz braucht Zeit. Man kann es nicht von heute auf morgen machen. Aber die Grüne Politik kämpft weiter für so ein Gesetz. Das ist ein großes Ziel der Grünen. So wollen viele Menschen mit Behinderungen heute leben: Sie wollen selbst über ihr Leben bestimmen. Sie wollen die gleichen Rechte wie nicht behinderte Menschen haben. Aber: Viele Menschen mit Behinderungen leben in Wohnheimen. Oder sie arbeiten in Werkstätten für behinderte Menschen. Dort bestimmen behinderte Menschen oft nicht sehr viel selbst. Und: Oft haben sie auch nicht die gleichen Rechte wie nicht behinderte Menschen. Immer mehr Menschen mit Behinderungen wollen zu Hause leben. Es gibt ein wichtiges Gesetz. Das Gesetz heißt Sozial-Gesetz-Buch 9. Dort steht: Behinderte Menschen sollen ihre Wünsche sagen. Zum Beispiel: Wo wollen sie wohnen. Wo wollen sie arbeiten

7 Aber es gibt immer wieder Probleme damit. Ein Beispiel: Ein Mann mit einer schweren Behinderung musste in ein Heim. Er wollte dort nicht hin. Vorher hatten Ärzte mit dem Mann gesprochen. Sie haben ihn untersucht. Sie haben einen Bericht darüber geschrieben. In dem Bericht stand: Es ist nicht gut für den Mann ins Heim zu müssen. Der Mann könnte deshalb vielleicht früher sterben. Das gilt für alle Menschen mit Behinderungen. Egal wie viel Unterstützung jemand braucht. Deshalb: Das gilt natürlich auch für Menschen die sehr viel Unterstützung brauchen. Das Recht auf Teilhabe gilt für alle Menschen. Alle Menschen haben das Recht dazu zu gehören. Alle Menschen haben das Recht bei allen Dingen mitzumachen. Aber der Mann musste trotzdem ins Heim. Das bestimmte das Hamburger Sozial-Gericht. Sie sagten: Der Mann schwebt nicht in Lebens-Gefahr. Er wird nicht sterben wenn er ins Heim muss. Und deshalb muss er ins Heim. Diese Entscheidung ist schlecht. Sie ist ein Skandal! Das ist für die Grüne Politik wichtig: Jeder Mensch hat das Recht selbst zu bestimmen. Jeder Mensch muss selbst entscheiden: Wie will er leben. Jeder Mensch muss Dinge alleine machen dürfen. Das gilt für alle Menschen. Egal ob jemand behindert ist. Oder ob jemand nicht behindert ist. Das wollen die Grünen: Behinderte Menschen haben das Recht ihre Wünsche zu sagen. Wir wollen sie dabei noch mehr unterstützen! Behinderte Menschen haben das Recht selbst zu wählen wie sie leben. Wir wollen sie dabei noch mehr unterstützen! 12 13

8 Menschen mit Behinderungen müssen gleich behandelt werden. Menschen mit Behinderungen müssen gleich behandelt werden. Dafür gibt es heute 2 wichtige Gesetze: Das Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz. Abgekürzt heißt es: BGG. Das Allgemeine-Gleichbehandlungs-Gesetz. Abgekürzt heißt es: AGG. Die Grüne Partei hat an beiden Gesetzen mitgearbeitet. Damals war die Grüne Partei in der Regierung. Das heißt: Die Grüne Partei hat damals in Berlin die Politik für ganz Deutschland mitbestimmt. Beide Gesetze sind sehr wichtig. Das wollen die Gesetze: Menschen mit Behinderungen sollen bessere Rechte bekommen. Beide Gesetze sind auch in Europa etwas Besonders. Und in der Welt. Aber es ist noch nicht alles gut. Diese beiden Gesetze reichen nicht aus. Menschen mit Behinderungen werden immer noch schlechter behandelt. Nicht behinderte Menschen werden meistens besser behandelt. Das ist jeden Tag so. Der Sohn der Familie ist behindert. Er braucht deshalb zum Beispiel auch Windeln. Die Familie wurde aus der Ferien-Wohnung raus geworfen. Die Vermieterin behauptete: Die Windeln des Sohnes sind Sonder-Müll. Jeder konnte sehen: Die Familie und der Sohn mit Behinderung wurden benachteiligt. Sie hatten nicht die gleichen Rechte wie eine Familie mit nicht behinderten Kindern. Aber die Familie konnte nichts dagegen machen. Sie konnten nicht vor Gericht klagen. Denn: Dafür gibt es in Deutschland noch kein Gesetz. Und noch ein Beispiel: Es geht um einen Bahnhof. Dieser Bahnhof war früher barrierefrei. Das heißt: Menschen im Rollstuhl und geh-behinderte Menschen konnten den Bahnhof gut benutzen. Dann wurde der Bahnhof von der Deutschen Bahn umgebaut. Seitdem gibt es dort eine Treppe. Jetzt ist der Bahnhof nicht mehr barrierefrei. Das heißt: Menschen im Rollstuhl und geh-behinderte Menschen können den Bahnhof nicht mehr benutzen. Hier ein Beispiel: Im Sommer 2007 war eine Familie mit ihrem Sohn im Urlaub. Sie waren in einer Ferien-Wohnung. Die Wohnung war auf der Insel Usedom. Sie hatten die Ferien-Wohnung schon lange gebucht

9 Auch hier ist es so: Menschen mit Behinderungen werden schlechter behandelt als nicht behinderte Menschen. Aber: Kein Gesetz verbietet das. Das wollen wir Grünen: Die Gleichstellungs-Gesetze müssen weiter entwickelt werden. Das heißt: Die Gesetze müssen besser werden. Behinderte Menschen dürfen nie schlechter behandelt werden als nicht behinderte Menschen. Das muss immer verboten sein. Das wollen wir auch noch: Es darf nirgends Hindernisse für behinderte Menschen geben. Dabei geht es nicht nur um Treppen oder Stufen. Es gibt noch viele andere Hindernisse für behinderte Menschen. Ein paar Beispiele für solche Hindernisse: Eine Person kann nicht sprechen. Deshalb kann sie nicht mit ihrem Arzt sprechen. Eine Person mit Lernschwierigkeiten versteht schwere Sprache nicht. Deshalb versteht sie die Post von Ämtern nicht. Eine Person kann nichts hören. Deshalb kann sie einen Film im Fernsehen nicht verstehen. Das wollen wir: Alle Menschen sollen die gleichen Möglichkeiten haben. Egal ob sie behindert sind oder nicht. Alle Menschen gehören zur Gesellschaft dazu. Alle Menschen müssen dabei sein. Alle Menschen müssen Dinge mitmachen können. Lernen Lernen ist für alle Menschen sehr wichtig. Lernen hat mit Zukunft zu tun. Deshalb ist Lernen zum Beispiel wichtig: Dann weiß eine Person mehr. Dann kommt eine Person im Leben gut klar. Dann kann eine Person eine bessere Arbeit bekommen. Das ist also wichtig: Wie Kinder und Jugendliche lernen. Wo Kinder und Jugendliche lernen

10 Das gilt für alle Kinder und Jugendliche: Sie müssen sich gut entwickeln können. Sie müssen von Anfang an gut lernen können. Und sie müssen das lernen: Was können sie alleine machen. Das wissen wir aus vielen Ländern: Behinderte Kinder und Jugendliche lernen am besten zusammen mit nicht behinderten Kindern und Jugendlichen. Kindergärten und Schulen müssen für alle Kinder und Jugendliche sein. Dort lernen sie miteinander zu lernen. Und miteinander klar zu kommen. Das ist für alle Kinder und Jugendliche wichtig: Sie sollen dort zur Schule gehen wo sie wohnen. Das ist in Deutschland oft noch nicht so. In Deutschland gibt es viele verschiedene Schulen: Es gibt Schulen für nicht behinderte Kinder und Jugendliche. Und es gibt Schulen für behinderte Kinder und Jugendliche. Behinderte Kinder und Jugendliche werden oft noch ausgesondert. Das heißt: Sie gehen in Sonder-Schulen. Diese Schulen sind nur für behinderte Kinder. Viele glauben: Das ist richtig. Und gut für behinderte Kinder. Seit 2009 gilt der UN-Vertrag über die Rechte von behinderten Menschen auch in Deutschland. In dem Vertrag steht auch: Behinderte und nicht-behinderte Kinder sollen zusammen lernen können. Aber das ist in Deutschland oft noch nicht so. In Deutschland bestimmt jedes Bundes-Land über die Bildung. Jedes Bundes-Land hat eigene Gesetze für die Schulen. Zum Beispiel: In Hessen gibt es ein anderes Schul-Gesetz als in Sachsen. Die Bundes-Länder müssen jetzt die Schul-Gesetze ändern. Damit behinderte Kinder wirklich zusammen mit allen anderen Kindern lernen können. Aber bisher haben das nur 3 Bundes-Länder gemacht. In Bremen soll es bald keine Sonder-Schulen für behinderte Kinder mehr geben. In Hamburg und in Berlin können alle Kinder zusammen in eine Schule gehen. Egal ob sie eine Behinderung haben oder nicht. Die Schulen müssen für alle Kinder da sein. Die anderen Bundes-Länder müssen noch viel tun, damit alle Kinder gemeinsam lernen können. Die Bildungs-Ministerin von Deutschland sagt zwar: Alle Kinder sollen zusammen in die Schule gehen können. Aber sie macht wenig dafür. Sie setzt sich bei den Bildungs-Politikern aus den Bundes-Ländern nicht genug ein: Damit behinderte Kinder zusammen mit allen anderen Kindern in die Schule gehen können. In allen Bundes-Ländern 18 19

11 Das wollen wir Grünen: Behinderte und nicht behinderte Kinder und Jugendliche sollen zusammen in die Schule gehen. Wir glauben: Das ist sehr wichtig. Behinderte und nicht behinderte Kinder und Jugendliche lernen von einander. Sie lernen sich kennen. Sie haben keine Angst voreinander. Sie achten sich. Und dann wird das normal: Zusammen zu leben. Für Schulen für alle Kinder muss noch viel gemacht werden. Und viele Menschen müssen etwas dafür machen. Und die Politik auch. Zum Beispiel: Die Schulen müssen sich verändern. Damit alle Kinder dort lernen können. Damit kein Kind mehr in eine Sonder-Schule gehen muss. Deshalb sind Schulen für alle Kinder so wichtig: Sie sind ein erster Schritt. Damit das Leben von allen Menschen mit Behinderungen in Deutschland besser wird. Und: So werden alle in Deutschland einmal besser leben können. Behinderte Menschen und nicht behinderte Menschen werden besser zusammen leben. Behinderte Menschen gehören einfach dazu. Und können mitmachen. Das wollen wir von den Grünen: Es sollen Entwicklungs-Pläne gemacht werden. Dort soll stehen: Wie können behinderte Kinder mit nicht behinderten Kindern zusammen in die Schule gehen. Was muss dafür gemacht werden. Dafür setzen sich die Grünen ein. Arbeit ist Teilhabe Alle Menschen sollen dort arbeiten können, wo sie wollen. Alle Menschen sollen den Beruf lernen können, in dem sie arbeiten wollen. Und sie sollen den Beruf lernen können, den sie gut können. Das nennt man: Selbst-bestimmte Teilhabe am Arbeits-Leben. Für behinderte Menschen gibt es dafür zum Beispiel diese Hilfen:» Der Staat bezahlt einen Teil vom Lohn.» Man kann einen Arbeits-Platz barriere-frei umbauen.» Oder eine Person hilft bei der Arbeit. Das nennt man Arbeits-Assistenz

12 Aber viele behinderte Menschen haben keine richtige Arbeits-Stelle. Viele behinderte Menschen sind arbeits-los. Und die Werkstätten für behinderte Menschen werden immer größer. Dafür gibt es 3 Gründe:» Viele Arbeits-Plätze sind nicht barriere-frei. Zum Beispiel: Der Arbeits-Platz ist im ersten Stock. Und es gibt nur Treppen. Mit dem Rollstuhl kommt man dann nicht rein.» Viele Menschen haben Vorurteile. Sie denken: Behinderte Menschen können nicht richtig arbeiten. Ein Beispiel: Ein junger Mann mit Down-Syndrom möchte ein Geschäft aufmachen. Er bekommt genau die Förderung, die er braucht:» Er bekommt eine gute Beratung für sein Geschäft.» Er bekommt eine Person, die ihm bei der Arbeit hilft. Das nennt man: Arbeits-Assistenz.» Und er bekommt noch andere Hilfen. Dann kann der junge Mann sein eigenes Geschäft aufmachen. Er muss nicht in der Werkstatt arbeiten. Das nennt man: Persönliche Förderung. Wir Grünen wollen mehr solche persönliche Förderung. Dazu haben wir einen Antrag an die Bundes-Regierung geschrieben.» Das meiste Geld bekommen die Einrichtungen. Zum Beispiel die Werkstatt. Wir Grüne wollen das ändern: Nicht die Werkstatt bekommt das ganze Geld. Sondern die behinderte Person bekommt genau das, was sie braucht. Und die behinderte Person entscheidet selbst, wo sie arbeiten will. Zum Beispiel:» Eine richtige Arbeit auf dem allgemeinen Arbeits-Markt.» Oder eine Stelle in einer Integrations-Firma.» Oder in einer Werkstatt

13 Der Haus-Arzt arbeitet für kranke Menschen. Die Ärzte im Kranken-Haus arbeiten für kranke Menschen. Aber sie arbeiten oft nicht gemeinsam für kranke Menschen. Sie reden nicht miteinander. Das ist aber sehr wichtig. Die Ärzte im Kranken-Haus müssen zum Beispiel wissen:» Was hat der Hausarzt schon gemacht?» Welche Medizin nimmt der kranke Mensch? Die Pflege-Einrichtungen müssen auch bescheid wissen. Der Hausarzt muss gut mit dem Kranken-Haus zusammen-arbeiten. Der Hausarzt muss mit den Pflege-Einrichtungen zusammen-arbeiten Alle gemeinsam müssen für die kranken Menschen arbeiten. Besonders für Menschen mit Behinderungen ist das wichtig. Die Grünen wollen das schon lange. Sie wollen, dass Ärzte miteinander reden. Sie wollen, dass Ärzte miteinander arbeiten. Das ist besser für die kranken und behinderten Menschen. Mehr Selbstbestimmung für kranke und behinderte Menschen Gesundheit Gesundheit ist wichtig für alle Menschen. Der Patient steht im Mittel-Punkt. Das heißt: Der kranke Mensch ist wichtig. Das sagen die Haus-Ärztinnen und Haus-Ärzte. Das sagen auch die Ärztinnen und Ärzte im Kranken-Haus. Und das sagen die Pflege-Einrichtungen. Aber leider ist das oft nicht so. Die Grünen wollen noch mehr.» Dass kranke Menschen sagen können was gut für sie ist.» Dass behinderte Menschen sagen können was gut für sie ist.» Und sie sollen sagen können was nicht gut für sie ist.» Sie sollen mitreden können. Das ist sehr wichtig. Es sollen nicht nur die Kranken-Kassen bestimmen. Es sollen nicht nur die Kranken-Häuser bestimmen. Es sollen nicht nur die Ärzte bestimmen. Die Grünen finden das nicht richtig. Das soll anders werden. Kranke und behinderte Menschen sollen mitbestimmen können

14 Auch bei der Kranken-Versicherung sollen behinderte und kranke Menschen mitsprechen. Sie sollen gefragt werden. Sie sollen mit entscheiden. Kranken-Versicherung Seit 2009 gibt es in Deutschland neue Regeln für die Kranken-Versicherung. In schwerer Sprache heißt das: Gesundheits-Fonds. Wir Grünen finden: Diese Regeln sind nicht gut für die Patientinnen und Patienten. Die Kranken-Kassen müssen Geld sparen. Deshalb geben die Kranken-Kassen weniger Geld für neue Ideen in der Gesundheits-Versorgung. Und die Kranken-Kassen geben weniger Geld für gute Beratung und Unterstützung für kranke Menschen. Das ist besonders schlecht für Menschen mit Behinderungen und für Menschen mit schweren Krankheiten. Das wollen wir von den Grünen nicht. Wir wollen: Alle Menschen sollen eine gute Gesundheits-Versorgung bekommen. Deshalb wollen wir die Bürger-Versicherung. Die Bürger-Versicherung ist eine Kranken-Versicherung für alle. Alle Menschen zahlen in diese Kranken-Versicherung ein. Und alle Menschen bekommen die gleichen Leistungen. Egal ob ein Mensch viel Geld hat. Oder ob der Mensch wenig Geld hat. Das ist gerechter für alle Menschen. Frauen mit Behinderungen Frauen und Männer sollen wirklich gleich-berechtigt sein. Das ist uns Grünen sehr wichtig. Damit Frauen wirklich die gleichen Rechte haben wie Männer, sind diese Sachen wichtig:» Frauen müssen die gleichen Möglichkeiten haben. Bei der Ausbildung und bei der Arbeit.» Frauen müssen für die gleiche Arbeit genau so viel Geld bekommen wie die Männer.» Frauen müssen selbst über ihr Leben bestimmen können

15 Zum Beispiel: Wen sie lieben und mit wem sie Sex haben. Mit wem sie zusammen leben. Ob sie Kinder haben wollen oder nicht.» Beruf und Familie müssen besser zusammen passen. Damit auch Frauen mit Kindern arbeiten können. Zum Beispiel: Gute Teilzeit-Arbeitsplätze. Gute Betreuung für die Kinder.» Mehr Frauen sollen Chefinnen sein. Deshalb soll es eine Regel geben: In jedem Vorstand und in anderen Leitungen sollen Frauen sein. Menschen mit Behinderungen sind auch Männer und Frauen. Das wurde lange Zeit vergessen. Behinderte Frauen haben für ihre Rechte gekämpft. Und sie haben gezeigt: Frauen mit Behinderungen erleben viele Nachteile. Manchmal werden sie doppelt benachteiligt. Das heißt: Sie werden schlechter behandelt, weil sie Frauen sind. Und sie werden schlechter behandelt, weil sie eine Behinderung haben. Das soll anders werden:» Und wir fordern Gleich-Stellungs-Beauftragte in Einrichtungen. Sie sollen darauf achten: Werden Frauen und Männer in Werkstätten und Wohn-Heimen wirklich gleich behandelt? Haben sie wirklich die gleichen Rechte? Frauen mit Behinderungen erleben besonders oft sexuelle Gewalt. Sie werden zum Beispiel angefasst, obwohl sie das nicht wollen. Besonders oft passiert das Frauen, die in Einrichtungen leben. Diese Frauen brauchen mehr Schutz vor sexueller Gewalt. Deshalb sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen besonders darauf achten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen gute Weiterbildungen zum Thema Sexuelle Gewalt. Aber auch die Frauen müssen gut unterstützt werden. Wenn sie sexuelle Gewalt erlebt haben. Zum Beispiel müssen die Frauen-Häuser und Beratungs-Stellen auch für behinderte Frauen da sein. Das heißt: Die Frauen-Häuser und Beratungs-Stellen müssen barriere-frei sein. Und die Mitarbeiterinnen müssen behinderten Frauen gut helfen können. Zum Beispiel muss es Beratung auch in Leichter Sprache geben. Das wollen wir von den Grünen:» Bei allen Geldern vom Staat soll geschaut werden: Ist das Geld genau so für Frauen wie für Männer?» Auch bei den Zahlen soll genau geschaut werden: Zum Beispiel bei den Zahlen von Arbeitslosen. Es soll genau geschaut werden: Wie viele Frauen mit Behinderung sind arbeitslos? Wie viele Männer mit Behinderung sind arbeitslos? Nur so kann man genau wissen: Wie geht es behinderten Frauen

16 Aber Achtung: Auch diese Texte sind alle in schwerer Sprache. Haben Sie noch Fragen? Bitte melden Sie sich bei mir: Bündnis 90 / Die Grünen Bundestags-Fraktion Markus Kurth, Mitglied des Bundes-Tages (kurz: MdB) Sprecher für Sozial-Politik und Behinderten-Politik Arbeits-Kreis I: Wirtschaft, Arbeit, Gesundheit, Soziales, Finanzen Telefon: Fax: Es gibt mehr darüber zu lesen. Diese Texte haben wir Grünen geschrieben. Aber Achtung: Die Texte sind alle in schwerer Sprache. 17/1761 Handlungsaufträge aus dem UN-Übereinkommen über die Rechte behinderter Menschen (Antrag) 17/1762 Bericht der Bundesregierung über die Lage behinderter Menschen und die Entwicklung ihrer Teilhabe umfassender und detaillierter vorlegen (Antrag) 17/2376 Personenzentrierte und ganzheitliche Reform des Betreuungsrechts (Große Anfrage) 17/5205 Alternativen zur öffentlichen Ausschreibung für Leistungen der Integrationsfachdienste ermöglichen! (Antrag) Das ist uns wichtig: Menschen mit Behinderungen sollen überall dabei sein. Deshalb ist auch Politik für Menschen mit Behinderungen in allen Bereichen wichtig. Viele Sachen in der Politik der Grünen sind auch wichtig für behinderte Menschen. Wir versuchen, immer auch an behinderte Menschen zu denken. Im Internet steht noch mehr darüber: Suchen Sie den Link: Themen A-Z Klicken Sie auf den Link: Behindertenpolitik» Heft (17/35) Gemeinsam geht s besser! Wege zur inklusiven Schule» Fraktions-Beschluss Handlungsaufträge aus dem UN-Übereinkommen über die Rechte behinderter Menschen vom » Fraktions-Beschluss Eckpunkte zur Neuordnung der Eingliederungshilfe vom » Faltblatt (16/141): Eingliederung ist Menschenrecht» Heft (16/131): Neue Wege in Erwerbsarbeit. Dokumentation der Anhörung vom 10. März 2008» Heft (16/150): Neue Wege für Werkstätten. Dokumentation der Anhörung vom 23. Juni 2008 Und es gibt noch mehr darüber zu lesen. Diese Texte haben wir für den Bundes-Tag geschrieben. Die Texte heißen: Bundestags-Druck-Sachen. Für dieses Heft sind diese Menschen verantwortlich: Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion Öffentlichkeitsarbeit Berlin, T. 030/ , F. 030/ Layout: Jakina U. Wesselmann Titelbild: nach Mika/zefa/Corbis Druck: Oktoberdruck AG auf 100 Prozent Altpapier 135g Cyclus Print Stand: Juni 2011 Schutzgebühr: 0,15 Euro Übersetzung in Leichte Sprache und alle im Innenteil der Broschüre verwendeten Illustrationen mit freundlicher Genehmigung von Mensch zuerst Netzwerk People First Deutschland e. V. (www.people1.de)

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