Bildungslandschaft Schweiz quo vadis? ZGP, Mitgliederversammlung vom 17. April 2013

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1 Bildungslandschaft Schweiz quo vadis? ZGP, Mitgliederversammlung vom 17. April 2013 Prof. Dr. Jacques Bischoff, Rektor HWZ

2 Als die Welt noch einfach war (d.h. vor Bologna) Universität Fachhochschule Höhere Fachschulen Der klassische Weg (z.b. lic. oec., Dr. oec.) FH-Abchluss (z.b. Betriebsökonom FH) Abschluss HF (z.b. Dipl. Betriebswirtschafter/in HF) 2

3 dann kam die Bologna-Reform Ziele der Bologna-Reform: Verwirklichung eines wettbewerbsfähigen und dynamischen Hochschul- und Forschungsraums in Europa durch zweistufige Studiensystem mit Bachelor und Master Einführung eines Leistungspunktesystems: ECTS, European Credit Transfer System ( Bildungswährung zur Anrechenbarkeit schulischer Leistungen; 1 ECTS-Punkt = 30 Stunden bzw. Lektionen) Förderung der Transparenz Förderung der Mobilität Förderung der Vergleichbarkeit der Abschlüsse 3

4 auch in die Schweiz Unterzeichnung der Bologna-Deklaration 1999, als einer der Erststaaten (!) Zügige Umsetzung Heute an allen Hochschulen Realität (seit 2005) 4

5 was die Schweizer Bildungslandschaft total umgekrempelt hat Hochschulbildung ( Tertiär A ) Höhere Berufsbildung ( Tertiär B ) PhD, DBA MAS, EMBA MAS, EMBA Master Master NDS HF Diplom (Eidg.) Bachelor Bachelor Diplom HF Eidg. Fachausweis Universitäre Hochschulen Fachhochschulen Höhere Fachschulen Berufs- und höhere Fachprüfungen Gymnasiale Maturitätsschulen Berufsmaturitätsschulen Berufliche Grundbildung Sekundarschulen Primarschule MAS = Master of Advanced Studies (Weiterbildung) EMBA = Executive Master of Business Administration (Weiterbildung) Master = Master of Science / of Arts ( konsekutiver Master ) 5

6 neue Rollenverständnisse definiert hat 1. Unter den Begriff Hochschulen fallen heute Universitäten Fachhochschulen 2. Und was ist nun (neu) der Unterschied zwischen Universitäten und Fachhochschulen? Gleichwertig, aber andersartig d.h. v.a. andere Ausrichtung: o Universitäten: Grundlagenorientiert o Fachhochschulen: Anwendungsorientiert 6

7 und einige Unklarheiten zurückgelassen hat. Ein kleines Beispiel: Frage: Frau Müller hat einen Bachelor-Abschluss der HWZ (Fachhochschule) in Betriebsökonomie. Kann Sie an der Universität Zürich ein Master-Studium in BWL aufnehmen? Antwort: Im Prinzip ja, aber Folgefrage: Kann Frau Müller mit ihrem Abschluss dann an die Universität Fribourg, und gilt die Regelung von Zürich auch dort? Antwort: Im Prinzip ja, aber Folgefolgefrage: Kann Frau Müller an diesen Universitäten auch etwas anderes studieren? Antwort: Etwas anderes? Was denn? 7

8 Noch ein Wort zur neuen «Titelwelt» im Hochschulbereich Hochschul-Stufen Zielsetzung Abschlüsse (Abkürzungen) ECTS (min.) Weiterbildung Ausbildung Berufliche Weiterbildung (post graduate education/executive programs) Akademische Grundausbildung (under-/graduate education) Master of Advanced Studies (MAS) Executive Master of Business Administration (EMBA) Diploma of Advanced Studies(DAS) Certificate of Advanced Studies (CAS) Bachelor of Science /of Arts (BSc/BA) Master of Science/of Arts (MSc/MA) Doktorat (PhD) oder Doctorate in Business Administration (DBA) Individuell 8

9 Ist die Bildungslandschaft nun stabil? Nein! Die Bildungslandschaft ist (wieder) in Bewegung. Neue Gesetze in Planung und neue Organisation in Kraft: Eidg. Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetz (HFKG) Weiterbildungsgesetz Neu seit : Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation 9

10 Bildungslandschaft Schweiz: quo vadis? (1) Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI) in den Jahren : u.a. Abschaffung des Eidg. Titelschutzes für die Weiterbildung auf FH-Stufe geplant Konferenz höherer Fachschulen fordert einen «Bachelor of Colleges of Higher Education and Training» Konferenz der Berufs- und höheren Fachprüfungen fordert «Professional Bachelor» und «Professional Master» 10

11 Bildungslandschaft Schweiz: quo vadis? (2) Der Trend zur Maturität und zum Studium o o Die Maturitätsquote nimmt zu. Nicht aber die Bildungsfähigkeit des Menschen. Das duale System auf dem Prüfstand o o o Die Jungen streben nach Abschluss (nicht Wissenschaft). Uni s und FH s passen sich an. Und gleichen sich mehr und mehr an. Die Anzahl Lehrlinge nimmt ab und die Akademisierung zu. Und die Überqualifizierung auch. (Die Geschichte des norwegischen Automechanikers mit Bachelor in Engineering) 11

12 Quo vadis? Einige Trends im HR-Bereich (Sicht HWZ) Lifelong Learning o Fachkräftemängel o Längere Lebensarbeitszeiten o «Mehr-Karrieren-Leben» o Förderung der Weiterbildung in den Unternehmen «Management 3.0»: CSR/Unternehmensethik Digital Business and Change Management Internationalisierung (?) Modularisierung (!) 12

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