Regionale Innovationsstrategie Sachsen-Anhalt

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1 Regionale Innovationsstrategie Sachsen-Anhalt Stand: Februar 2014 Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt Hasselbachstraße Magdeburg

2 2 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis... 2 Vorwort Strategische Perspektive Sachsen-Anhalt insgesamt voranbringen Innovationspotenziale der Wissenschaft heben und zur Kooperation und Qualifizierung nutzen Endogene Wachstumskräfte stärken Gesellschaftliche Herausforderungen gestalten Ökologische Herausforderungen angehen Spezialisierungsvorteile nutzen und weiterentwickeln: Die thematischen Schwerpunktstrategien Eine leitmarktorientierte Innovationsstrategie Energie, Maschinen- und Anlagenbau, Ressourceneffizienz Gesundheit und Medizin Mobilität und Logistik Chemie und Bioökonomie Ernährung und Landwirtschaft Querschnittsbereiche Informations- und Kommunikationstechnologien Key Enabling Technologies Medien und Kreativwirtschaft Der Konsultationsprozess Das Umsetzungskonzept...45 Abkürzungsverzeichnis...50 Titelfoto: Kurhan Fotolia.com

3 Vorwort 3 Vorwort Die Innovationskraft von Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen ist ein entscheidender Faktor zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft Sachsen-Anhalts. Auf der Grundlage der Innovationsstrategie Sachsen-Anhalt 2013 ist das Land in den letzten Jahren gut vorangekommen. Die Verbindung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft wurde nachhaltig ausgebaut und der Wissens- und Technologietransfer hat entscheidende Impulse erhalten. Dazu beigetragen haben wegweisende Initiativen des Landes, wie die Landesexzellenzinitiative, der gezielte Ausbau der wirtschaftsnahen Forschungsinfrastruktur, der Aufbau einer leistungsfähigen Transferinfrastruktur mit dem Kompetenznetzwerk für Angewandte und transferorientierte Forschung (KAT) sowie die Förderung von Verbundvorhaben und von Forschung- und Entwicklungsprojekten in Unternehmen. Um die Position des Landes im internationalen Standortwettbewerb weiter zu verbessern, werden auch zukünftig Bildung, Forschung und Innovation Priorität in der Landespolitik haben. Vor diesem Hintergrund und im Zusammenhang mit der Vorbereitung der nächsten Strukturfondsperiode hat die Landesregierung den künftigen Handlungsrahmen in einer Regionalen Innovationsstrategie Sachsen- Anhalt zusammengefasst. Die Entwicklung dieser Strategie ist ein kontinuierlicher Prozess, der auf den Ergebnissen einer Grundlagenstudie basiert. Im Rahmen eines breiten, mehrstufigen Konsultationsprozesses sind Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik eingebunden worden. Die vorliegende Innovationsstrategie nimmt die Region insgesamt in den Blick und stellt dar, wie das Spezialisierungsprofil des Landes weiterentwickelt werden soll. Sie umreißt den Beitrag des Landes zur Erreichung der übergeordneten Ziele der Europa 2020 Strategie: intelligentes, nachhaltiges und sozial integratives Wachstum. Gleichzeitig sollen mit den Fördermitteln aus den Europäischen Struktur- und Investitionsfonds (ESI- Fonds) Impulse für mehr Wachstum und Beschäftigung gegeben werden. Sachsen-Anhalt mit seinen Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung sowie Partnern in Verbänden, Kammern und der Zivilgesellschaft wird in dezentraler Verantwortung Chancen für die Weiterentwicklung der Region konsequent nutzen. Im Kern geht es darum: sich auf die Wirtschaftsbereiche und Themenfelder zu konzentrieren, mit denen die größte Strukturwirksamkeit erzielt werden kann ein attraktives Umfeld zu schaffen, das Innovationen in ihrer ganzen Breite ermöglicht sich auf Aktivitäten und Maßnahmen Leitvorhaben zu verständigen, mit denen die strategischen Ziele umgesetzt werden können.

4 4 Vorwort Mit der vorliegenden Innovationsstrategie liegt ein gut begründetes Gesamtkonzept für die kommenden Jahre vor, welches das Land als ganzes voranbringen wird. Die Umsetzung dieser Strategie wird ein offener Prozess sein, der durch geeignete spezifische Aktionspläne weiter untersetzt und geschärft werden muss. Hierbei werden und das ist die neue Qualität des Vorgehens Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik dauerhaft einbezogen. Instrumente zur Steuerung und Erfolgskontrolle sind künftig Leitmarktarbeitskreise in den Schwerpunktfeldern sowie der Cluster- und Innovationsbeirat des Landes. Hartmut Möllring Minister für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt

5 Strategische Perspektive 5 1. Strategische Perspektive Innovation steht für Neues und Erneuerung in Wirtschaft und Gesellschaft. Innovation kann nicht für eine Akteursgruppe separat gedacht werden sie ist Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels verschiedener relevanter Akteure im regionalen Innovationssystem. Dabei ist es wichtig, dass eine regionale Strategie den Anforderungen der Globalisierung genügen muss. Bei zunehmender Globalisierung werden Regionen und deren je spezifische Stärken sowie deren Einbettung in globale Wertschöpfungsketten und die globale Arbeitsteilung immer wichtiger. Wettbewerbsfähigkeit ist Resultat einer Vielzahl am Standort wirksamer Einflussfaktoren, darunter engagierte Menschen, Produktivität oder die Verfügbarkeit von Rohstoffen und bezahlbarer Energie. Zunehmend wichtiger werden Innovationsfähigkeit, Kreativität und Wissen. Breiter Innovationsbegriff als Grundlage Als Kern der Strategie Europa 2020 hat die Europäische Union prioritäre Ziele in den Bereichen intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum festgelegt und damit auch die Rahmenbedingungen für Innovationen abgesteckt. Die Ziele wurden durch sieben Leitinitiativen präzisiert, die alle von Relevanz für die Innovationsstrategie sind, wobei insbesondere die Leitinitiative zur Innovationsunion 1 sowie die Leitinitiative zur Industriepolitik 2 hervorzuheben sind. Mit der 2012 beschlossenen Internationalisierungs- und Europastrategie für Sachsen-Anhalt hat sich die Landesregierung zur Unterstützung des neuen Wachstumsansatzes der Strategie Europa 2020 bekannt und sich außerdem dafür ausgesprochen, im Zeitalter der Globalisierung die Potenziale internationaler Kooperationen auch für Sachsen-Anhalt voll auszuschöpfen. Vor diesem Hintergrund orientiert sich die regionale Innovationsstrategie für Sachsen-Anhalt an folgenden Aspekten und Fragestellungen: Globale Herausforderungen: Welche drängenden Zukunftsfragen sind für Sachsen-Anhalt wichtig und wie können Innovationen einen Beitrag zu deren Lösung leisten? Standortattraktivität für Investorinnen und Investoren sowie Kooperationssuchende: Wie kann Sachsen-Anhalt als attraktiver Standort für Investoren, Innovatoren und für Wissenschaft und Forschung weiterentwickelt werden, um mehr Akteure für den Standort und die Kooperation mit Akteuren am Standort zu gewinnen? Zentrale Fragestellungen 1 Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen Leitinitiative der Strategie Europa 2020 Innovationsunion KOM (2010) 546 endg. 2 Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen Eine integrierte Industriepolitik für das Zeitalter der Globalisierung Vorrang für Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit KOM (2010) 614 endg,

6 6 Strategische Perspektive Endogene Potenziale: Wie können die vorhandenen Innovations- und Wachstumskräfte in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft gestärkt werden? Breiter Innovationsbegriff: Wie können Innovationen in allen Lebensbereichen ausgelöst werden und zugleich vielfältige Rückwirkungen auf Menschen und Umwelt entfalten? Internationalisierung und Europäisierung der Innovationspolitik des Landes: Wie können innovationspolitische Initiativen und Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele der Internationalisierungs- und Europastrategie des Landes beitragen? Berücksichtigung fanden in diesem Zusammenhang u. a. empirische Befunde zum Wirtschafts-, Wissenschafts- und Bildungsstandort sowie der Sozioökonomischen Analyse (2012) 3, Ergebnisse der Evaluation der bisherigen Innovations- und Clusterpolitik 4 und die in einem Strategieprozess identifizierten Innovationspotenziale Sachsen-Anhalts und daraus abgeleitete strategische Ziele für die Weiterentwicklung des Landes insgesamt. Eine Vision für Sachsen-Anhalt Bis zum Jahr 2020 wird das Land Sachsen-Anhalt mit seinen thematischen Schwerpunkten in die Gruppe der europäischen Innovationsführer 5 aufschließen. Hierzu werden die Aktivitäten insbesondere auf jene rasch wachsenden Märkte fokussiert, in denen die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen nachfragewirksam werden und für die Sachsen-Anhalt einen Spezialisierungsvorteil aufweist: Energie, Maschinen- und Anlagenbau, Ressourceneffizienz / Gesundheit und Medizin / Mobilität und Logistik / Chemie und Bioökonomie /Ernährung und Landwirtschaft. Durch die Stärkung des Unternehmertums und die breite Unterstützung aller innovativen Kräfte im Land, die Förderung von Projekten von Wissenschaft und Wirtschaft zur Erschließung der Leitmärkte und durch Leuchtturmaktivitäten sollen die Chancen dieser Zukunftsmärkte für Sachsen-Anhalt genutzt werden, sodass sich Sachsen-Anhalt als Zentrum der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Erneuerung in der Mitte Europas etabliert. 3 Sozioökonomische Analyse inkl. SWOT für den EFRE, den ESF und den ELER Sachsen-Anhalt ; Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung ggmbh, Prognos AG, Landgesellschaft Sachsen-Anhalt mbh; Magdeburg 2012; fileadmin/elementbibliothek/bibliothek_politik_und_verwaltung/bibliothek_europa/ Publikationen_Berichte/Berichte/S%C3%96A.pdf 4 Grundlagen eine Regionalen Innovationsstrategie Sachsen-Anhalt , VDI Technologiezentrum GmbH, Düsseldorf April Das Regional Innovation Scoreboard der EU ist ein Indikator für die Innovationskraft europäischer Regionen und ordnet diese unterschiedlichen Kategorien, unter anderem der eines europäischen Innovationsführers, zu (http://ec.europa.eu/enterprise/policies/innovation/policy/regional-innovation/).

7 Strategische Perspektive 7 Zugleich wird im Sinne der Internationalisierungs- und Europastrategie des Landes angestrebt, die Kernziele von Europa auf den Gebieten Beschäftigung, Forschung, Entwicklung und Innovation, Bildung, Klima- und Energiepolitik und der sozialen Eingliederung sowie die nationalen quantitativen Ziele, die sich Bund und Länder gesetzt haben, 7 entsprechend auch für Sachsen-Anhalt 8 zu erreichen. Zur Umsetzung der Innovationstrategie haben sich die beteiligten Akteure auf nachstehendes Commitment verständigt: 1. Wir werden durch ein produktives Zusammenwirken von Wissenschaft und Wirtschaft sowie durch eine Orientierung an den globalen Herausforderungen ein nachhaltiges Wachstum, mehr hochwertige Beschäftigung und hohe Wertschöpfung unterstützen. 2. Wir werden eine Innovations- und Unternehmerkultur im Sinne des Aktionsplans Unternehmertum 2020 der Europäischen Kommission 9 stärken, die Neues und Erneuerung ermöglicht. Dabei wollen wir den Standort insgesamt für Investoren und Kooperationssuchende attraktiver machen. 3. Wir werden die Wachstumskräfte in der Wirtschaft stärken und die Innovationspotenziale im Wissensdreieck von Bildung, Forschung und Innovation ausschöpfen. 4. Wir werden die Innovationsstrategie Sachsen-Anhalt als Kernelement einer regionalen Strategie des intelligenten, nachhaltigen und integrativen Wachstums gemeinsam mit allen relevanten Akteuren in Wissenschaft und Wirtschaft, bei den Sozialpartnern und Verbänden sowie in Kultur, Arbeitsmarkt und Bildung gemeinsam ausgestalten, bedarfsgerecht weiterentwickeln und umsetzen. Commitment der Akteure 6 Fünf europäischen Kernziele bis 2020: Mindestens 75 % der Menschen im Alter von 20 und 64 Jahren sollen in Arbeit stehen, mindestens 3 % des BIP der EU soll in Forschung und Entwicklung (F&E) investiert werden, die 20/20/20 -Klima- und Energieziele müssen verwirklicht werden, der Anteil der Schulabbrecher muss auf unter 10 % zurückgehen und 40 % der jungen Menschen sollen eine Hochschulausbildung absolvieren und 20 Mio. weniger Menschen als bisher sollen von Armut betroffen sein ,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf 8 Mit Blick auf die Ziele nachhaltiges und integratives Wachstum hat die Bundesrepublik Deutschland folgende Ziele formuliert: Beschäftigungsquote 77%, Schulabbrecherquote unter 10%, Rückgang der Anzahl der Langzeitarbeitslosen um 9200 [auf Sachsen-Anhalt entfallender Anteil], Rückgang des CO 2 -Ausstoßes um 14%, Anteil Erneuerbarer Energien von 18% (http://ec.europa.eu/europe2020/pdf/targets_de.pdf) 9 COM (2012) 79 vom : Aktionsplan Unternehmertum 2020 Den Unternehmergeist in Europa neu entfachen.

8 8 Strategische Perspektive Leitlinien der Innovationsstrategie Damit ergeben sich folgende Leitlinien für die regionale Innovationsstrategie Sachsen-Anhalt : (1) Standortprofil Sachsen-Anhalts durch Ausrichtung insbesondere der Innovationspolitik auf prioritäre Leitmärkte, durch hochwertige Ansiedlungen und durch Nutzung von Spezialisierungsvorteilen sowie der Cluster- und Netzwerkstrukturen des Landes als tragende Elemente schärfen Die für Sachsen-Anhalt prioritären Leitmärkte wurden Kriterien geleitet bestimmt. Auf dieser Grundlage wurden fünf Leitmärkte identifiziert: Energie, Maschinen- und Anlagenbau, Ressourceneffizienz Gesundheit und Medizin Mobilität und Logistik Chemie und Bioökonomie Ernährung und Landwirtschaft. Bei der detaillierten Betrachtung der Leitmärkte wurde jeweils ein integrativer Ansatz verfolgt, der beispielsweise auch Aspekte wie Handwerk oder Dienstleistungen berücksichtigt. (2) Kreativwirtschaft, Informations- und Kommunikationstechnologien und Schlüsseltechnologien als innovationsrelevante Querschnittsthemen zur Entwicklung der Leitmärkte und der Wirtschaft des Landes insgesamt nutzen Kreativwirtschaft weiter entwickeln und als Impulsgeber für Innovationen verstärkt nutzen Querschnittsthemen als wichtige Innovationsquelle zur Sicherung der nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit weiter ausbauen (3) Innovationspotenziale in innovationsfernen kleinen und mittleren Unternehmen wecken und entwickeln; endogene Potenziale wirksam machen Wissens- und Technologietransfer zielgruppen- und unternehmensgerecht ausgestalten aufsuchender Technologietransfer, niedrigschwellige Angebote, Managementqualifikation und Marktkompetenz, Unterstützung bei Markteinführungsprozessen Maßnahmen zur Markterschließung Informations- und Kommunikationstechnologien sowie weitere Querschnittstechnologien bereitstellen (4) Wissenschaftspotenziale im Innovationssystem des Landes gezielt weiter entwickeln und für die Wirtschaft sowie Bildung und das Sozial- und Gesundheitssystem nutzbar machen Dialog zwischen Wissenschaft und Wirtschaft verstetigen durch exzellente Grundlagenforschung und anwendungsbezogene Forschung in ausgewählten Gebieten den Vorlauf für unternehme-

9 Strategische Perspektive 9 rische Forschung und Entwicklung und Innovation sichern und zukunftsweisende Innovationsfelder frühzeitig erschließen Wissens- und Technologietransfersystem organisatorisch weiterentwickeln und professionalisieren Hochschulen als Weiterbildungsinstitution mit Blick auf die Etablierung einer Kultur lebenslangen Lernens für die Wirtschaft und Gesellschaft öffnen (5) Unternehmensnahe Forschungsinfrastruktur effizienter nutzen und strategisch ausbauen Vorhandene und neu zu schaffende unternehmensnahe Forschungsinfrastruktur als Forschungs- und Entwicklungsbasis für die heimische Wirtschaft durch Kooperationsvorhaben für die Entwicklung der Schwerpunkte effizienter nutzen Investitionen in international wettbewerbsfähige Infrastrukturausstattung in Schwerpunktbereichen an den Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen Ausbau der Infrastruktur in für das Land besonders geeigneten Technologiefeldern in enger Abstimmung mit der Wirtschaft (6) Produktionspotenziale durch Investitionen modernisieren und erweitern: Erhöhung der Investitionsfähigkeit und Modernisierung des Anlagenbestandes, vor allem der produzierenden Wirtschaft Verstärkte Investitionen zur Umsetzung von Innovationen in marktfähige Produkte Erweiterung der Produktion um bestehende Größennachteile in Bezug auf die Erschließung des Innovationspotenzials zu kompensieren Investitionen in strukturelles Wachstum zur Anpassung betrieblicher Strukturen (z. B. Managementstrukturen, berufliche Weiterbildung der Mitarbeiter) (7) Unternehmerkultur stärken und Gründungen fördern Landesweite Initiative zur Förderung von unternehmerischem Geist, Denken und Handeln, gegebenenfalls flankiert durch geeignete unternehmensbezogene Beratungs- und Unterstützungsmaßnahmen Maßnahmen an Schulen, Berufsschulen und Hochschulen zur Entwicklung einer Unternehmerkultur Ausschreibung von kontingentierten Unterstützungsleistungen für Gründungen

10 10 Strategische Perspektive (8) Fachkräftebasis durch Umsetzung einer abgestimmten und verzahnten Fachkräftesicherungsstrategie im Land Sachsen-Anhalt sichern sowie lebenslanges Lernen ermöglichen Auf der Grundlage der im Fachkräftesicherungspakt Sachsen-Anhalt 10 abgestimmten Fachkräftesicherungsstrategie des Landes stehen insbesondere folgende Handlungsfelder im Fokus: Steigerung der Leistungsfähigkeit des Bildungssystems durch Etablierung neuer Formen von Bildungswegen und durch bessere Ausrichtung auf die Bedarfe in Sachsen-Anhalt sowie deren Qualitätssicherung, u. a. unter Beachtung der Bund-Länder-Konzeption zur Öffnung der Hochschulen 11 Verbesserung des Zugangs zum lebenslangen Lernen, Steigerung der Fähigkeiten und Kompetenzen der Arbeitskräfte sowie Erhöhung der Arbeitsmarktrelevanz der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung Unterstützung lebensbegleitenden Lernens und des Ausbaus von wettbewerbsfähigen wissenschaftlichen Weiterbildungsangeboten und -strukturen sowie des Karriereservices an Hochschulen, einschließlich Förderung der Nutzung elektronischer Medien und Verfügbarmachung digitalisierter Informationen Optimierte Nutzung des bestehenden Erwerbspersonenpotenzials und nachhaltige Integration von jungen Menschen in das Erwerbsleben Maßnahmen zur Anpassung der Arbeitskräfte, Unternehmen und Unternehmer an den Wandel sowie zur Flankierung von Maßnahmen zur Umsetzung der Gesetze zur Anerkennung von ausländischen Berufsqualifikationen Bau- und Ausstattungsförderung von Kindertagesstätten (9) Internationalisierung und Europäisierung der Innovationspolitik des Landes vorantreiben Nutzung der interregionalen Zusammenarbeit für Vernetzung, Innovation und wissensbasierte Wirtschaft, für die Bestimmung eigener innovationspolitischer Schwerpunkte im europäischen Kontext sowie als Ausgangspunkt für (außen-)wirtschaftliche Aktivitäten und zur Stärkung der EU-Kompetenz 10 Im Juni 2010 wurde in Sachsen-Anhalt ein Fachkräftesicherungspakt abgeschlossen, in dem sich die beteiligten Akteure auf eine Fachkräftesicherungsstrategie und die verbindliche Zusammenarbeit in der Umsetzung verabredet haben. Partner im Fachkräftesicherungspakt sind die Ministerien für Wissenschaft und Wirtschaft sowie für Arbeit und Soziales, das Kultusministerium, die Staatskanzlei, die Bundesagentur für Arbeit, die gewerblichen Kammern, die Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände, der Deutsche Gewerkschaftsbund Sachsen-Anhalt, die kommunalen Spitzenverbände sowie der Landesverband der freien Berufe. Die strategische Zielstellung des Landes wird durch untergeordnete Ziele und Handlungsfelder sowie Ergebnisindikatoren konkretisiert. Nähere Informationen zum Pakt finden sich unter 11

11 Strategische Perspektive 11 Ausbau von internationalen und europäischen Kooperationsprozessen durch verstärkte Einbindung von Unternehmen, Wissenschaftseinrichtungen und weiteren Akteuren in internationale Netzwerke mit den Zielen: bessere Erschließung internationalen Wissens, optimierte europäische und internationale Vermarktung von Innovationen, Stärkung der außenwirtschaftlichen Position von Unternehmen sowie Hebung des internationalen Renommees der Bildungs- und Forschungseinrichtungen Stärkung der internationalen Bezüge in der Spitzenforschung Verstärkte Nutzung des Informations- und Beratungsangebots und der Unterstützungsmöglichkeiten für die EU-Förderprogramme auch außerhalb der Europäischen Struktur- und Investitionsfonds sowie weiterer Unterstützungs- und Beratungsmöglichkeiten zu europäischen Themen (10) Die Gleichstellung von Frauen und Männern konsequent berücksichtigen Im Kontext zur EU-Strategie 2020 hat die EU mit der Strategie für die Gleichstellung von Frauen und Männern 2010 bis 2015 verbindliche gleichstellungspolitische Ziele für ihre Mitgliedsstaaten formuliert, welche Grundlage der entsprechenden Landesziele sind. (11) Relevante Finanzierungsinstrumente und Ressourcen besser nutzen Konzentrierter Einsatz der Ressourcen des Landes (Haushaltsmittel und Europäischen Struktur- und Investitionsfonds) Verstärkte Einwerbung von Mitteln aus nationalen und EU- Förderprogrammen (beispielsweise das neue EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation HORIZON 2020) sowie Nutzung von Synergien (12) Umsetzung der Strategie durch effiziente dauerhafte Strukturen sichern und ein transparentes System für Monitoring und Evaluierung etablieren bestehende Gremien und Institutionen, wie z. B. bestehende Cluster- und Netzwerksstrukturen, nutzen und weiterentwickeln Cluster- und Innovationsbeirat als Lenkungskreis profilieren Leitmarktarbeitskreise etablieren Geschäftsstelle Regionale Innovationsstrategie aufbauen

12 12 Sachsen-Anhalt insgesamt voranbringen Differenziertes Wissenschaftssystem als Ausgangslage 2. Sachsen-Anhalt insgesamt voranbringen 2.1 Innovationspotenziale der Wissenschaft heben und zur Kooperation und Qualifizierung nutzen Das Wissenschaftssystem in Sachsen-Anhalt ist mit zwei Universitäten, vier Fachhochschulen und einer Vielzahl außeruniversitärer Forschungseinrichtungen institutionell gut ausgestattet. Im Rahmen der Landesexzellenzoffensive werden zudem Forschungsschwerpunkte mit dem Ziel gefördert, die Vernetzung der wissenschaftlichen Einrichtungen in Sachsen-Anhalt auszubauen und die Verbundforschung weiter zu stärken. Ebenfalls positiv hervorzuheben ist, dass sich die Ausgaben der Hochschulen für Forschung und Entwicklung auf dem Niveau des Bundesdurchschnittes bewegen, und die Ausgaben bei den öffentlich finanzierten außeruniversitären Einrichtungen sogar deutlich darüber liegen. Der Wissen- und Technologietransfer in Sachsen-Anhalt ist mit Blick auf die zahlreichen intermediären Einrichtungen grundsätzlich gut aufgestellt. Insbesondere das KAT-Kompetenznetzwerk für angewandte und transferorientierte Forschung, aber auch zahlreiche Branchennetzwerke oder Technologieparks sind exemplarisch hervorzuheben. Gleichwohl sind im Wissensund Technologietransfer weitere Optimierungspotenziale erkennbar. So schneidet Sachsen-Anhalt bei eingeworbenen Drittmitteln, Patentanmeldungen sowie bei wissens- und technologieorientierten Ausgründungen jeweils nur unterdurchschnittlich ab. Im zunehmenden Wettbewerb um nationale und internationale Ressourcen sind die Hochschulen des Landes zu stärken. Bei der strategischen Ausrichtung der Forschungskooperationen sind u. a. die Möglichkeiten der Einbindung in die im Land bestehenden internationalen und interregionalen Kooperationen (z. B. Regionalpartnerschaften, internationale und interregionale Kooperationen der Hochschulen) zu nutzen, um damit Ressourcen zu bündeln und die Kooperationen insgesamt effektiver zu gestalten. Aufgrund der wichtigen Rolle, die der Teilnahme am europaweiten und internationalen Wissenstransfer zukommt, ist eine noch engere Vernetzung der Wirtschaft mit Wissenschaftseinrichtungen für ein Mehr an Innovationen anzustreben. Dies trägt auch zur Stärkung der außenwirtschaftlichen Position der Unternehmen des Landes und zu einem höheren internationalen Renommee der Hochschulen bei. Hinsichtlich des Beitrags der Hochschulen zur Fachkräftesicherung zeigt sich ein gemischtes Bild. Einerseits war der Wanderungssaldo der Studienanfängerinnen und -anfänger zuletzt positiv. Die Hochschulen des Landes haben ihre Angebote im Bereich Weiterbildung deutlich ausgebaut und Institutionen zur engeren Verzahnung von Career Services, Weiterbildung und Technologietransfer geschaffen. Andererseits liegt die Studierendenquote in Sachsen-Anhalt nach wie vor unter dem Bundesdurchschnitt. Wachsende

13 Sachsen-Anhalt insgesamt voranbringen 13 Studierendenzahlen sind zwar in den Ingenieurwissenschaften, nicht aber bei Naturwissenschaften und Mathematik zu beobachten. Um die Innovationspotenziale voll auszuschöpfen, werden nachstehende strategische Zielsetzungen verfolgt: Intensivierung der Vernetzung und Anwendungsorientierung des Forschungs- und Wissenschaftssystems in Bezug auf Leitmarkt- und Clusteraktivitäten sowie internationale Kooperation Professionalisierung der wissens- und technologietransferbezogenen Governance-, Management- und Organisationsstrukturen an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen Verbesserung der Kooperation zwischen KMU und universitärer Forschung und Lehre Stärkung des Beitrags der Hochschulen zur landesweiten Fachkräftesicherung Verbesserung der Mobilität von Lehrenden, Lernenden und Verwaltungspersonal Stärkung der Standortattraktivität, Verbesserung der Drittmitteleinwerbung sowie Internationalisierung von Lehre und Forschung durch Ausbau bestehender regionaler und interregionaler Kooperationen sowie der internationalen Vernetzung der Hochschulen und Forschungseinrichtungen Strategie/Managementkompetenz Konzeptionelle Arbeiten zum institutionsübergreifenden Forschungs-, Wissens- und Technologietransfermanagement (beispielsweise Definition arbeitsteilig angelegter Prozessketten, Schaffung von Kommunikations-/Koordinationsroutinen) Konzeptionelle Arbeiten zur Weiterentwicklung der transfer- und gründungsbezogenen hochschulinternen Governance- und Managementstrukturen (beispielsweise Schaffung von geeigneten Anreizsystemen und Unterstützungsstrukturen) Konzeptionelle Arbeiten der Hochschulen zur Weiterentwicklung des strategischen Managements geistigen Eigentums und von Beteiligungen (beispielsweise Entwicklung von Regelwerken/Leitlinien zum Umgang mit geistigen Eigentumsrechten) sowie Schaffung von (hochschulrechtlichen) Voraussetzungen für Unternehmensbeteiligungen Ausbau einer vorrangig an den Leitmärkten orientierten Strategie der Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zur verstärkten EU-Fördermittelakquisition Strategische Ziele Ausgewählte Aktivitäten und Maßnahmen Wissens- und Technologietransfer/Gründungen aus Hochschulen Konzeptionelle Ausarbeitung von Organisations- und Kooperationsmodellen für aufsuchenden (das heißt proaktiven und vermittelnden) und auch internationalen Transfer und Abstimmung mit Transfermittlern

14 14 Sachsen-Anhalt insgesamt voranbringen Entwicklung neuer hochschulseitiger Transferangebote und Geschäftsmodelle (beispielsweise Marktstudien, Technologiescouting für kleine und mittlere Unternehmen)/Erschließung neuer Finanzierungsquellen für die Hochschulen im Wissens- und Technologietransfer Ausbau bestehender bzw. Schaffung eigenständiger Strukturen des Wissens- und Technologietransfers und entsprechender Institutionen an den Hochschulen, gegebenenfalls in rechtlich eigenständigen Organisationsformen, sowie Ausstattung mit professionellem Personal Ausbau und, soweit es sich nicht um originäre Aufgaben der Hochschulen handelt, Schaffung von Spin-Offs für den Wissens- und Technologietransfer Weiterentwicklung von gründungsbezogenen Unterstützungs- und Finanzierungsangeboten und von Strategien zur engeren Vernetzung mit überregional/international etablierten Investoren, Venture Capital-Gebern und (Groß-)Unternehmen Internationale Kooperation Verstärkung der Beteiligung von Institutionen und Wissenschaftlern an europäischen Technologieplattformen und Strategiegruppen sowie in Gutachtergremien und als nationale Experten bei der Europäischen Kommission Erhöhung der Beteiligung der Hochschulen und Forschungseinrichtungen an internationalen Forschungs- und Kooperationsprojekten Präsentation von Forschungsleistungen auf internationaler und europäischer Ebene Fachkräftesicherung Etablierung eines nachfrageorientierten online-gestützten Weiterbildungscampus mit innovativen Lernformen sowie internationaler Ausrichtung und Anbindung Entwicklung von differenzierten Karrierewegen für Studierende und wissenschaftlichen Nachwuchs Verbesserung der Attraktivität ingenieur- und naturwissenschaftlicher Studiengänge für den Zugang junger Frauen Erleichterung des Hochschulzugangs für beruflich qualifizierte Fachkräfte (Durchlässigkeit) Ausbau und Professionalisierung von berufsbegleitenden Weiterbildungsangeboten und dualen Studiengängen Stärkung des Austauschs zwischen Studierenden und Wirtschaft mit dem Ziel der stärkeren Praxisorientierung sowie Ausbau der Haltefaktoren für Studierende

15 Sachsen-Anhalt insgesamt voranbringen Endogene Wachstumskräfte stärken Die Wirtschaftsstruktur in Sachsen-Anhalt ist kleinteilig. Im Bundesvergleich arbeiten ein überdurchschnittlich hoher Anteil der Beschäftigten in kleinen und mittleren Unternehmen (bis 250 Beschäftigte) und gleichzeitig ein sehr geringer Anteil der Beschäftigten in Großunternehmen mit mehr als Beschäftigten. Zudem gibt es keine Zentralen von Großunternehmen und kaum größere Unternehmen mit eigener Forschung und Entwicklung in Sachsen-Anhalt. Die Branchenstruktur ist geprägt durch ein im Bundesvergleich relativ hohes Gewicht des primären und des öffentlichen Sektors sowie der Bauwirtschaft; die Bedeutung des Verarbeitenden Gewerbes und der wissensintensiven Dienstleistungen ist hingegen relativ gering. Als Folge der Kleinteiligkeit der Wirtschaft und der ungünstigen Branchenstruktur fehlt es vielen Unternehmen in Sachsen-Anhalt an Absorptionsfähigkeit und kritischer Masse, um eigene Forschung und Entwicklung zu betreiben. Nur rund jedes achte Unternehmen in Sachsen-Anhalt betreibt kontinuierlich Forschung und Entwicklung. Die Ausgaben der Wirtschaft für Forschung und Entwicklung liegen bei nur etwa einem Viertel des bundesweiten Wertes, auch wenn in den letzten Jahren ein Anstieg der absoluten Ausgaben zu beobachten ist. Auch hinsichtlich Managementkompetenz, etwa im Bereich Innovation, gibt es Optimierungspotenziale. Die Gründungsintensität in Sachsen-Anhalt liegt ebenfalls deutlich unterhalb des Bundesdurchschnittes. Schließlich sind in Sachsen-Anhalt zunehmende Fachkräfteengpässe zu beobachten, vor allem in technischen Berufsgruppen sowie bei Gesundheits- und Pflegeberufen. Stärkung der endogenen Wachstumskräfte in der Breite der Unternehmen, das heißt o Stärkung innovationsstarker kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) mit regelmäßiger Forschungs- und Entwicklungstätigkeit und entsprechender Infrastruktur durch technologieorientierten Förderansatz o Stärkung innovierender KMU mit unregelmäßiger oder ohne nennenswerte Forschungs- und Entwicklungstätigkeit/Innovationsaktivität durch niedrigschwellige Innovationsund Wachstumsförderung (und perspektivisch durch Integration in die Clusterentwicklung) o gezielte Erschließung internationaler Wissensquellen sowie von Kooperationsmöglichkeiten o verstärkte Nutzung europäischer Förderprogramme, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (bspw. COSME) Erhöhung der Gründungsintensität Stärkung der Unternehmens- und Innovationskultur, auch im internationalen Benchmark Sicherung der Fachkräftebasis Strategische Ziele

16 16 Sachsen-Anhalt insgesamt voranbringen Potenzielle Aktivitäten und Maßnahmen Management- und Marktkompetenz Angebot von Managementberatungen und Coaching zur Entwicklung von Wachstums-/Internationalisierungsstrategien und von Managementqualifizierung im Bereich Innovation Etablierung von Innovationswerkstätten und Bildung von Branchenzirkeln, dabei enge Vernetzung mit den Cluster- und Leitmarktinitiativen Aufbau von Geschäftsmodellwerkstätten (in Kooperation mit Hochschulen und dem KAT-Netzwerk und unter Einbindung von Marktund Branchenexperten) Wissens- und Technologietransfer Weiterentwicklung und Ausbau niedrigschwelliger Kooperationsangebote (z. B Transfergutschein ) und von Instrumenten zur Förderung des Transfers über Köpfe (z. B. Innovationsgutschein, Innovationsassistenten ) Intensivierung des aufsuchenden Wissens- und Technologietransfers, insbesondere Professionalisierung der Aktivitäten von Intermediären im Wissens- und Technologietransfer (beispielsweise durch Einrichtung eines CRM-Systems und Zielvorgaben für die Unternehmensakquisition) Nutzung und Weiterentwicklung von Beratungseinrichtungen im europäischen Binnenmarkt (z. B. zu WTT-Kooperationen) Unternehmerkultur Landesweite Initiative zur Förderung einer Innovations- und Unternehmerkultur, gegebenenfalls flankiert durch geeignete unternehmensbezogene Beratungs- und Unterstützungsmaßnahmen Förderung von unternehmerischem Handeln in Schulen (beispielsweise im Rahmen von Schülerfirmen) Integration ausländischer Studierender in hiesige Unternehmen mit dem Ziel des Aufbaus von interkulturellen Kompetenzen in den Unternehmen und der Verbesserung des Auftritts auf internationalen Märkten sowie Umsetzung des Konzepts Internationalization at home 12 Fachkräftesicherung Attraktive Karrierewege in kleinen und mittleren Unternehmen für strategisch wichtige Positionen in Unternehmen formulieren, kommunizieren (beispielsweise in Unternehmenszirkeln und in Kooperation mit den Hochschulen) und realisieren Stärkung der kontinuierlichen und strategisch ausgerichteten Personalplanung als auch Kompetenzentwicklung von Beschäftigten insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen Sachsen- Anhalts durch geeignete Unterstützungsstrukturen, 12 COM (2013) 499 vom : Europäische Hochschulbildung in der Welt.

17 Sachsen-Anhalt insgesamt voranbringen 17 Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zur Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit und der Beschäftigungsmöglichkeiten von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und anderer bisher nicht genutzter Fachkräftepotenziale von z. B. Arbeitslosen, Berufsrückkehrer/-innen und Auspendlern (beispielsweise Förderung von unternehmensbezogenen Beratungsleistungen oder entsprechender Unterstützungsstrukturen) Attraktive Beschäftigungschancen in der sachsen-anhaltischen Wirtschaft durch Innen- und Außenmarketing kommunizieren Schaffung günstiger Rahmenbedingungen, um Sachsen-Anhalt für ausländische Fachkräfte attraktiver zu machen Förderung des internationalen Austauschs 2.3 Gesellschaftliche Herausforderungen gestalten Sachsen-Anhalt ist in besonderer Weise von einem Rückgang und steigendem Durchschnittsalter der Bevölkerung betroffen. Dies hat unmittelbare Konsequenzen für den Arbeitsmarkt, denn der Anteil der erwerbstätigen Bevölkerung wird nach aktuellen Prognosen in den nächsten 50 Jahren um rund 13 Prozentpunkte abnehmen. Bereits heute zeichnen sich in einigen Branchen Fachkräfteengpässe ab. Zugleich ist ein weiterer Anstieg des Anteils atypischer Beschäftigungsformen zu beobachten. Demografische Entwicklung, Sicherung eines attraktiven Kulturangebots und Gleichstellung von Frauen und Männern Eine bessere Nutzung von Beschäftigungspotenzialen und Investitionen in Bildung sind eine Antwort auf den sich abzeichnenden Fachkräftemangel. Zu den Herausforderungen im Bildungsbereich gehören u. a. frühkindliche Bildung, der Erhalt eines leistungsfähigen Schulsystems und dessen notwendige Weiterentwicklung in Zeiten des demografischen Wandels. Aber auch die Berufs- und Hochschulausbildung wie die berufliche Weiterbildung werden im Zuge des demografischen Wandels vor neue Herausforderungen gestellt werden. Eine wichtige Zielstellung dabei wird es sein, zukünftig das quantitativ geringer werdende (potenzielle) Fachkräftereservoir im Land stärker als gegenwärtig für und durch die Wirtschaft zu erschließen und im Land zu halten. 13 Die Nutzung der neuen Technologien in allen Bildungsbereichen im Land erhöht die Chancen für eine effizientere und gerechtere Bildung und trägt zu innovativen Lehren und Lernen bei. Dies ist ein wichtiger Impuls für die Umsetzung der Bildungsgerechtigkeit und für eine nachhaltige Fachkräftesicherung im Land Sachsen-Anhalt. Auch im kulturellen Bereich hat der demografische Wandel unmittelbare Folgen. Es müssen erhebliche Anstrengungen unternommen werden, um 13 Fachkräftesicherungspakt Fachkr%C3%A4ftesicherungsportal/Dokumente/Fachkraeftesicherungspakt.pdf

18 18 Sachsen-Anhalt insgesamt voranbringen für die Bevölkerung auch in der Fläche ein attraktives Kulturangebot bereitzustellen und zugleich das reiche Kulturerbe des Landes zu bewahren. Sachsen-Anhalt hat die Chance, als Standort, der besonders früh vom demografischen Wandel betroffen ist, aus diesem Problemvorsprung einen Vorsprung an Lösungskompetenz zu entwickeln und gewonnene Erkenntnisse und Erfahrungen auch im Dialog mit europäischen Partnern umzusetzen. Ein hohes Niveau von Aus- und Fortbildung, Beschäftigung und Gesundheitsschutz sowie die Gewährleistung eines angemessenen sozialen Schutzes sind auch Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im europäischen Binnenmarkt und erfordern daher eine aktive Mitwirkung des Landes Sachsen-Anhalt. Hierfür sind neben einem breiten Bewusstsein über die mit dem Wandel verbundenen Herausforderungen sowie der konkreten Gestaltungsspielräume durch die einzelnen Akteure auch die Schärfung von Strukturen des Voneinander und Miteinander Lernen im Umgang mit dem Wandel sinnvoll. Dabei gilt es stets, die Gleichstellung von Frauen und Männern mit zu berücksichtigen. Im Kontext der Strategie Europa 2020 hat die EU mit der Strategie für die Gleichstellung von Frauen und Männern 2010 bis 2015 verbindliche gleichstellungspolitische Ziele für ihre Mitgliedsstaaten formuliert. Diese bilden die Grundlage für entsprechende Landesziele. Strategische Ziele Ausgewählte Aktivitäten und Maßnahmen Dem Fachkräftemangel partnerschaftlich durch Etablierung geeigneter Rahmenbedingungen und Strukturen sowie durch Erschließung der vielfältigen Gestaltungsspielräume auf allen Ebenen begegnen sowie Gute Arbeit durch faire und attraktive Rahmenbedingungen auf dem Arbeitsmarkt Erhalt der Leistungsfähigkeit des Bildungssystems und dessen Weiterentwicklung Entwicklung innovativer Kulturkonzepte, Sicherung des barrierefreien Zugangs zu kulturellen Einrichtungen und Erschließung technologischer Potenziale zur Bewahrung, Restaurierung, Produktion und Verbreitung von wertvollem Kulturgut Abbau von Diskriminierung (u. a. Gleichstellung von Frauen und Männern) Auseinandersetzung mit dem Wanderungsverhalten und seinen Einflussfaktoren auch im europäischen Kontext, z. B. durch Zusammenarbeit im Rahmen von transnationalen Projekten Den Herausforderungen des demografischen Wandels für den Arbeitsmarkt mit einer abgestimmten, langfristigen und partnerschaftlich umzusetzenden Strategie wie dem Fachkräftesicherungspakt begegnen Mit der Demografie-Allianz neue und innovative Wege bei der Bewältigung des demografischen Wandels gehen

19 Sachsen-Anhalt insgesamt voranbringen 19 Regionale Koordinierung bestehender Angebote zur Berufsorientierung, regionales Übergangsmanagement, Betreuung von Jugendlichen in Freiwilligendiensten, Freiwilliges Soziales Jahr in der Kultur Berufseinstiegklassen als neue Form der Bildungswege, Erhöhung der Durchlässigkeit von Ausbildungen, Nachqualifizierung junger Menschen, Anpassungsqualifizierung für Menschen mit Migrationshintergrund Unternehmensförderung für lebensbegleitendes Lernen sowie Organisations- und Personalentwicklung; individuelle Weiterbildungsschecks Konzipierung und Evaluation von Systemen zur Verbesserung betrieblicher und außerbetrieblicher Weiterbildung Förderung von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für einen besseren Umgang mit Heterogenität zur Vermeidung von Schulversagen oder Schulabbruch und zur Umsetzung inklusiver Bildung und Erziehung Alphabetisierung funktionaler Analphabeten Bau- und Ausstattungsförderung von Kindertagesstätten und von allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen sowie Innovations- und Investitionsprogramm zur energetischen Sanierung von Kindertagesstätten und Schulen Förderung des E-Learnings und Ausbau der Medienkompetenz Entwicklung modellhafter nachnutzbarer Lösungen für Mehrfachnutzungen/Nachnutzungen kultureller Infrastruktur durch Kommunen Entwicklung technischer Lösungen zur Teilhabe von Menschen mit Einschränkungen am kulturellen Leben Umsetzung der gleichstellungspolitischen Landesziele 2.4 Ökologische Herausforderungen angehen Der sich abzeichnende Klimawandel mit sich ändernden Niederschlagsmustern, steigenden Temperaturen und einer voraussichtlichen Erhöhung der Anzahl von Extremwetterereignissen stellt sowohl die Flächennutzer wie Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Weinbau als auch den Naturschutz vor neue Herausforderungen. Aber auch das Gesundheitswesen, die Wirtschaft, der Katastrophenschutz, die Kommunen, die Bildungsträger und jeder Bürger müssen sich auf neue Rahmenbedingungen einstellen. Herausforderungen des Klimawandels meistern und biologische Vielfalt sichern Im Kontext mit den Zielsetzungen der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschland ist es ein zentrales Anliegen des Landes, den CO 2 - Ausstoß des Verkehrs zu vermindern und einen Beitrag für die Sicherung einer nachhaltigen sowie zur bedarfsgerechten Mobilität der Bevölkerung und der Wirtschaft zu leisten. Das beinhaltet die Anpassung von Fahrzeugkonzepten und auch von Organisationsformen des öffentlichen Verkehrs an die Auswirkungen des demografischen Wandels. Eine Sicherung der Mobili-

20 20 Sachsen-Anhalt insgesamt voranbringen tät erfordert nicht nur effizientere Fahrzeuge, sondern auch die Kopplung der Elektromobilität an erneuerbare Energien und deren Netzintegration. Hierbei spielen Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, öffentliche Unternehmen und Kommunen eine zentrale Rolle. Biologische Vielfalt ist die zentrale Grundlage einer langfristig gesicherten Existenz des menschlichen Lebens auf der Erde. Für ihre Erhaltung gibt es vielfältige ökologische, ökonomische, soziale, kulturelle und ethische Gründe. Als eine zukunftsfähige Region orientiert sich Sachsen-Anhalt am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung. Im Bereich der Umwelt- und Klimapolitik ist eine länder- und regionsübergreifende Zusammenarbeit unverzichtbar. In diesem Zusammenhang werden Akteure aus Sachsen-Anhalt bei der Durchführung von internationalen Projekten zur Verbesserung der Ressourceneffizienz und -schonung, so etwa in den Bereichen Abfallwirtschaft und Energiegewinnung unterstützt. Strategische Ziele In der Strategie zur Anpassung an den Klimawandel zielt das Land im Sinne einer Doppelstrategie darauf ab, Treibhausgasemissionen zu mindern und dadurch zum Klimaschutz beizutragen sowie Anpassungsmaßnahmen zur Vorbereitung auf die zu erwartenden Klimaveränderungen zu entwickeln. Zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz wird das Land den Einsatz erneuerbarer Energien, vorrangig durch die Verwertung biogener Rest- und Abfallstoffe, ausbauen und mit umfangreichen Maßnahmen zur Schonung natürlicher Ressourcen und Emissionsminderung von Klimaschadgasen beitragen. Die Biodiversitätsstrategie des Landes Sachsen-Anhalt soll die Verantwortung in allen Handlungsfeldern deutlich machen, geeignete Wege zum erfolgreichen Biodiversitätsschutz aufzeigen und einen ausreichenden Personal- und Finanzeinsatz im Rahmen der Personalentwicklungskonzepte und der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel zur Erreichung dieser strategischen Ziele begründen. Darüber hinaus hat sie strategische Ansätze entwickelt, um auch konzeptionell eine Verzahnung innerhalb des Landes unter anderem mit den Strategien zur Nachhaltigkeit und anderen Bereichen herzustellen. Ausgewählte Aktivitäten und Maßnahmen Förderung der Zusammenarbeit gemäß Art. 36 ELER-VO Umsetzung der Europäischen Innovationspartnerschaft: Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit mit Hilfe der Einrichtung operationeller Gruppen nach Art. 62 des Verordnungsentwurfs zum Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER-VO) zu den Aspekten o o Höhere landwirtschaftliche Produktivität, höhere Erträge, Nachhaltigkeit und mehr Ressourceneffizienz Entwicklung einer nachhaltigen, wettbewerbsfähigen und von der Gesellschaft akzeptierten landwirtschaftlichen Nutztierhaltung

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