METALLE. Nur mit Kuppeln und Gewölben gelang es, vertikale Lasten horizontal zu verlagern.

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1 METALLE Kein anderes Material hat so zur Veränderung der Architektur beigetragen wie der Stahl. Der Mensch braucht den von der freien Natur abgegrenzten Raum. Er braucht ihn zum Schutz vor der Witterung, zum Schutz vor Feinden aber: er will ihn nicht. Das größte Wohlbefinden ergibt sich bei behaglicher Temperatur im Schatten von Bäumen, mit freiem Blick auf Landschaft und Himmel. Räume sind deshalb ein Kompromiß zwischen Bedürfnissen und existentiellen Notwendigkeiten: je weiter, je höher, je lichter und desto mehr entsprechen sie den menschlichen Bedürfnissen. Je größer die Räume, je größer die Spannweiten, um so größer werden die Kräfte, die von den die Begrenzung bildenden Materialien aufgenommen werden müssen. Die Größe von mit Steinen gebauten Räumen ergab sich aus deren Festigkeit. Ihre Form ergab sich aus der Notwendigkeit, nur Druckkräfte zu übertragen. Nur mit Kuppeln und Gewölben gelang es, vertikale Lasten horizontal zu verlagern. Kuppeln und Gewölbe sind geschlossene Systeme, in denen Öffnungen den Kräfteverlauf stören. Glas als lichtdurchlässiges Material zum Verschließen solcher die Konstruktionen durchbrechenden Öffnungen stand bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nur in begrenzten Mengen zur Verfügung. Bis zur großtechnischen Herstellung von Eisen und Stahl konnte man zwar relativ große, aber nur dunkle Räume bauen.

2 Erst den Besuchern des Kristallpalastes" auf der Weltausstellung 1851 in London (erbaut von Sir Joseph Paxton) war es vergönnt, einen Raum zu erleben, dessen Begrenzung im Vergleich zu dem bis dahin Geschaffenen nur als Andeutung von Stofflichem" empfunden wurde. Die Raumbegrenzung war nur noch eine durchsichtige Haut aus Glas, auf dünnen Rippen aus Eisen. Der Kristallpalast" steht als Markstein für den Beginn einer neuen Architektur, einer Architektur, die den Menschen nicht mehr von der Natur trennt, sondern ihn nur noch vor ihren unwirtlichen Einflüssen schützt. Am Kristallpalast" wurden diese neuen konstruktiven Möglichkeiten zum erstenmal für den Menschen genutzt. Für exotische Pflanzen, die wesentlich weniger anpassungsfähig sind als der Mensch, wurden bereits vorher Eisen-Glas-Konstruktionen in vorzüglicher Qualität entwickelt. Möglich wurde dies, weil es 1784 einem Engländer (Henry Cort) gelang, für die Eisenverhüttung die bis dahin ausschließlich verwendete Holzkohle durch Koks zu ersetzen und die Eisenproduktion dadurch wesentlich zu steigern.

3 ALLGEMEINE EIGENSCHAFTEN VON METALLEN Der Unterschied zu mineralischen Stoffen Metalle unterscheiden sich durch eine Reihe von Eigenschaften von anderen Stoffen. Sie sind in der Regel glänzend, haben eine hohe Rohdichte und Festigkeit, in der Regel eine hohe Wärme- und eine gute elektrische Leitfähigkeit. Die Ursache dieser Eigenschaften ergibt sich durch ihren Atomaufbau. Alle Metallelemente haben weniger als 4 Außenelektronen (Valenzelektronen). Bei der Metallbindung werden die Valenzelektronen an ein sogenanntes E- lektronengas abgegeben, das innerhalb des Atomverbandes frei beweglich ist. Diese freie Beweglichkeit der Elektronen bewirkt die elektrische Leitfähigkeit der Metalle. Die verbleibenden positiv geladenen Atomrümpfe werden durch das negativ geladene Elektronengas gebunden. Da bei dieser Bindungsart keine gerichteten Kräfte zwischen den einzelnen Atomen auftreten, können sich diese in dichtestmöglichen Packungen anordnen. Aufgrund dieser dichten Anordnung der Atome ergibt sich ihr hohes Gewicht, ihre Festigkeit und Wärmeleitfähigkeit. Die Metallatome bilden kristalline Strukturen, die sich im wesentlichen in drei Grundformen einordnen lassen: Kubisch-flächenzentriert (Goldstruktur leicht verformbar) Gold, Silber Kupfer, Nickel, γ-eisen, Aluminium Bild 1 Kubisch-flächenzentrierte Struktur

4 Kubisch-raumzentriert (Wolframstruktur schwer verformbar) Wolfram, Vanadium, Chrom, α-eisen Bild 2 Kubisch-raumzentrierte Struktur Hexagonale Kugelpackung (Magnesiumstruktur spröde) Magnesium, Beryllium, Zink Bild 3 Hexagonale Kugelpackung Metalle sind vielkristallin aufgebaut. Sie bestehen aus einer Vielzahl von einzelnen Kristallkörnern mit unregelmäßigen Grenzflächen. Ein so aufgebautes Gefüge wird als Kristallit bezeichnet. Das Gefüge der Kristallite kann durch die chemische Zusammensetzung sowie durch mechanische und thermische Behandlung beeinflußt werden. Die Ausbildung des Gefüges ist unter anderem für die Kaltverformbarkeit und somit für die Festigkeit des Metalls mitbestimmend.

5 Eigenschaften wichtiger Baumetalle Baustahl Aluminium Kupfer Zink Titanzink Dichte kg/m³ Temperaturdehnzahl mm/km 0,012 0,023 0,017 0,029 0,020 Wärmeleitfähigkeit W/(m. K) Schmelzpunkt C PEI (ca.) mj/t Legierungen Aufgrund der Kaltverformbarkeit von reinen Metallen ist deren Festigkeit für die Anwendung im Bauwesen nicht ausreichend. Alle am Bau verwendeten Metalle sind deshalb Legierungen aus verschiedenen Metallen oder aus Metallen und Nichtmetallen. Durch die Zusammensetzung der Legierung (Verschmelzung) kann jedoch nicht nur die Festigkeit, sondern insbesondere bei den Eisen-Metallen die Korrosionsbeständigkeit beeinflußt werden. Beispiele für Legierungen Eisen und Kohlenstoff Gußeisen Kohlenstoffgehalt > 2% Stahl Kohlenstoffgehalt < 2% Bronze Messing = Kupfer und Zinn = Kupfer und Zink

6 EISEN UND STAHL Geschichtliches Die Eisengewinnung wird bereits um ca v. Chr. bei verschiedenen Völkern nachgewiesen. Vor der Herstellung von Gegenständen aus Eisenerz wurde Meteoreisen bearbeitet. Die erste größere Herstellung von eisernen Gegenständen fand in der Eisenzeit 800 v. Chr. statt. Die Verarbeitung des Eisenerzes erfolgte in sogenannten Rennöfen", in denen mit Holzkohle ein mit Schlacken durchsetzter, kindskopfgroßer Eisenbrocken gewonnen werden konnte. Durch weiteres Aufheizen und Schmieden wurde das Eisen von der Schlacke gereinigt. Diese Art der Eisengewinnung hat sich bis ins frühe Mittelalter nicht geändert. Um 1200 n. Chr. konnten durch Erhöhung der Ofenwände im sogenannten Stückofen" sowie durch den Einsatz von mit Wasserrädern betriebenen Blasebalgen größere, wiederum mit Schlacke durchsetzte Eisenklumpen erzeugt werden. Diese Eisenklumpen wurden mit wassergetriebenen Schmiedehämmern bearbeitet. Um 1300 n. Chr. gelang es das erste Mal, Eisenerz aufzuschmelzen, wodurch ein kohlenstoffreiches Roheisen entstand. Dieses Roheisen war nicht mehr schmiedbar und mußte durch einen zweiten Arbeitsgang in sogenannten Herden durch Zuführung von Sauerstoff so gut wie möglich von Kohlenstoff gereinigt werden. Ab 1500 n. Chr. wurde Roheisen zu Kugeln, Glocken und Gewichten gegossen. Zur Verringerung des Holzverbrauches wurde in England um 1709 und in Deutschland um 1794 (Gleiwitz) der erste Kokshochofen in Betrieb genommen. Das darin erschmolzene, wiederum sehr kohlenstoffreiche Roheisen wurde in sogenannten Puddelöfen" durch Zuführung der Verbrennungsgase und gleichzeitiges Umrühren (puddeln) zu schmiedbarem Eisen bzw. Stahl verarbeitet. Wesentliche Verbesserungen der Stahlqualität brachten um 1850 Siemens-Martin-Verfahren 1855 Bessemer-Verfahren 1900 Elektro-Verfahren.

7 Gewinnung Für die Herstellung von Roheisen im Hochofen werden heute fast ausschließlich Erze mit einem Eisengehalt von 60 bis 70 M.-%, insbesondere aus Skandinavien, Brasilien und Liberia verwendet. Die in Deutschland, Frankreich, Spanien und England vorkommenden Erze haben lediglich einen Eisengehalt von ca. 23 bis 56 M.-% und sind deshalb für den Hochofenbetrieb weniger wirtschaftlich. Bei der Direktreduktion (Eisenschwammerzeugung) können jedoch auch Erze mit niedrigerem Eisengehalt verarbeitet werden. Reduktion im Hochofen In den heute verwendeten Hochöfen (Schachtöfen) können täglich bis zu Tonnen Roheisen erschmolzen werden. Hierzu wird das aufbereitete Erz schichtweise mit Brennstoff (in der Regel Koks) und Zuschlägen (z.b. Kalkstein) in den Ofen eingebracht. Die von unten in den Hochofen eingepreßte Heißluft (Wind) verbrennt den Koks zu Kohlendioxid (CO 2 ), das sich jedoch durch die Einwirkung des Kokses sofort wieder in Kohlenmonoxid (CO) umwandelt. Das aufsteigende CO- Gas entzieht dem Eisenoxid Sauerstoff, so daß sich wieder CO 2 bildet. Durch die schichtweise Einlagerung von Koks und Erz erfolgt eine abwechselnde Umwandlung von CO 2 und CO und die Reduktion des Eisenoxides. Das reduzierte Eisen nimmt jedoch aus dem CO-Gas Kohlenstoff auf und bildet so das aus Eisen und Kohlenstoff bestehende Roheisen. Ab der Mitte des Hochofens findet keine Reduktion mehr statt, das aufsteigende Gas erwärmt das im oberen Bereich befindliche Erz und tritt als brennbares Gas aus (Gicht). Nach Beendigung des Reduktionsvorganges wird aus dem Hochofen zuerst die auf dem flüssigen Eisen schwimmende, flüssige Schlacke und anschließend das Roheisen abgestochen.

8 Direktreduktion Alternativ zu den kapitalintensiven Großanlagen für die Stahlgewinnung kann in kleineren Betrieben (sogenannten Ministahlwerken mit Kapazitäten von 1000 bis 1500 Tonnen pro Tag) mit billigeren Brennstoffen als Koks, größtenteils auf Erdgasbasis, sogenannter Eisenschwamm gewonnen werden. Hierbei kommt es durch die besonders aufbereiteten Gase zur Reduktion des Eisenoxides, ohne daß dieses eingeschmolzen werden muß. Das so gewonnene Roheisen ist ein stückiges, stark poröses Material, das mit Schweröl oder durch Brikettierung vor Korrosion geschützt wird. Eisenprodukte Die Zusammensetzung des Roheisens wird bereits auf die spätere Weiterverarbeitung abgestimmt. Man unterscheidet: a) für die Stahlerzeugung Stahlroheisen, Thomasroheisen b) für Gußeisen Gießereiroheisen, Sonderroheisen.

9 Gußeisen Durch den hohen Kohlenstoffgehalt im Roheisen ist dieses nicht schmiedbar oder kalt verformbar, sondern nur zum Gießen von Eisenteilen geeignet. Durch Zusätze oder Temperaturbehandlungen kann der im Eisen enthaltene Kohlenstoff unterschiedliche Formen annehmen und damit die Qualität des Gußeisens beeinflussen. Man unterscheidet: a) Gußeisen mit Lamellengraphit (GG) Kohlenstoffgehalt ca. 2,7-4,2 M.-%, wegen der lamellenartigen Graphitkristalle sprödes Material. Anwendung: Heizkörper, Kanalrohre, Sinkkästen, Rohre. b) Gußeisen mit Kugelgraphit (GGG) Kohlenstoffgehalt ca. 3,7 % Durch Zugabe von geringen Mengen Magnesium entstehen kugelartige Graphitkristalle, die dem Material höhere Zugfestigkeit und Verformbarkeit verleihen. Anwendung: Gußteile für schwere Baumaschinen, Schachtsegmente, Rohre. c) Temperguß (GT) Bei mehrtägiger GIühbehandlung (tempern) verteilt sich der Kohlenstoffgehalt flockenförmig im Eisen, wodurch es weiter an Sprödigkeit verliert. Anwendung: Schlüssel, Schloßteile, Beschläge.

10 Stahl Zur Herstellung von kaltverformbarem und schmiedbarem Stahl muß der in dem Roheisen enthaltene Kohlenstoff durch Oxidation mit Sauerstoff entfernt werden. Zu diesem Zweck wird heute vorwiegend mit einer wassergekühlten Lanze von oben durch die Schlackenschicht hindurch in das flüssige Roheisen Sauerstoff eingeblasen (frischen). Der Frischvorgang" kann so gesteuert werden, daß sich der für einen bestimmten Verwendungsvorgang erforderliche Kohlenstoffgehalt einstellt. Die endgültige Zusammensetzung von Eisen und Kohlenstoff sowie anderer Bestandteile wird durch Beimischen von Zusätzen beim Ausgießen des Stahles erreicht. Formgebung Die Formgebung des Stahls erfolgt durch: a) Gießen b) Warmverformung c) Kaltverformung. a) Stahlguß Stahlguß wird insbesondere für Maschinenteile angewandt, bei denen die Festigkeits- und Verformungseigenschaften von Gußeisen nicht ausreichen. b) Warmverformung Unter Warmverformung versteht man das Schmieden, Pressen oder Walzen von Stahl im rotglühenden Zustand bei Temperaturen zwischen 1300 und 900 C. Bei dieser Temperatur ist das Kristallgefüge des Stahles noch regenerierfähig, so daß nach Abschluß der Formgebung ein spannungsfreies Stahlgefüge entsteht. Die im Bauwesen verwendeten Stahlprofile werden auf diese Weise hergestellt.

11 c) Kaltverformung Durch die Kaltverformung werden im bereits auskristallisierten Stahlgefüge Strukturveränderungen erzeugt, die zu einer Änderung der Stahleigenschaften, z.b. Steigerung der Festigkeit und Härte bei gleichzeitiger Abnahme der Zähigkeit und des Formvermögens, führen. Bei Erwärmung des kaltverformten Stahls entstehen jedoch wieder die ursprüngliche Struktur und vorherigen Eigenschaften, also auch eine Festigkeitsabnahme. Aus diesem Grund ist eine nachträgliche Wärmebehandlung durch Schweißen nur mit speziellen dafür zugelassenen Verfahren erlaubt. Angewandt wird das Verfahren z.b. für: Kaltwalzen von dünnen Blechen, Kaltpressen und Kaltschlagen von Schrauben, Muttern, Drahtstiften, Leichtstahlprofilen und profilierten Blechen, Kaltziehen und Kaltstrecken von Drähten, Rohren und Betonstahl, Tordieren von Betonstabstahl. Beeinflussung der Stahleigenschaften Die Stahleigenschaften können bezüglich ihrer Festigkeit und Elastizität sowohl durch den Kohlenstoffgehalt, die Abkühlungsgeschwindigkeit als auch durch Verformen im abgekühlten Zustand genau auf den jeweiligen Anwendungszweck abgestimmt werden. Durch Zusätze wie Silizium, Chrom und Kupfer sowie durch Nickel und Molybdän kann die Korrosionsbeständigkeit des Stahls beeinflußt werden. Andere Zusätze beeinflussen die Verarbeitungseigenschaften des Stahls.

12 Stahlsorten Die am Bau verwendeten Stahlsorten sind: a) Betonstahl b) Baustahl Profilstahl Bleche c) Korrosionsbeständige Baustähle d) Wetterfeste Baustähle. a) Betonstahl Betonstahl wird als Betonstabstahl und Betonstahlmatte hergestellt. Betonstabstahl besteht aus geraden Stäben für Einzelbewehrungen. Sie werden in Längen von 12 bis 15 Metern hergestellt (zwischenzeitlich sind auch Betonstabstahlringe bauaufsichtlich zugelassen). Betonstahlmatten bestehen aus sich kreuzenden Stäben, die werkseitig durch Widerstandspunktschweißung scherfest miteinander verbunden sind. Man unterscheidet: R-Matten, bei denen die Tragstäbe in kleineren Abständen angeordnet sind als die rechtwinklig dazu vorhandenen Verteilerstäbe, so daß sich zwischen Tragstäben und Verteilerstäben ein Rechteck ergibt (für zweiseitig gelagerte Decken). Q-Matten, bei denen die Tragstäbe rechtwinklig zueinander in gleichen Abständen angeordnet sind, so daß sich zwischen den Stählen ein Quadrat ergibt (für vierseitig gelagerte Decken). Der Abstand der Stäbe beträgt bei den R-Matten in der Regel 150 mm zwischen den Längsstäben und 250 mm zwischen den Querstäben. Bei den Q- Matten beträgt der Abstand in beiden Richtungen 150 mm.

13 Bezeichnung der Betonstahlmatten Längsrichtung : a L x d s1 /d s2 - n links /n rechts -L-ü 1 /ü 2 Querrichtung : a Q x d s3 /d s4 - m Anf /m Ende - ü 3 /ü 4 Dabei bedeuten: a L Abstand der Längsstäbe in mm a Abstand der Querstäbe in mm d s1 Durchmesser der Längsstäbe im Innenbereich in mm d s2 Durchmesser der Längsstäbe im Randbereich in mm d s3 Durchmesser der Querstäbe im Innenbereich in mm d s4 Durchmesser der Querstäbe im Randbereich in mm (Doppelstäbe sind zusätzlich mit dem Buchstaben d hinter der Durchmesserangabe zu bezeichnen) n links /n rechts m Anf /m Ende Anzahl der Längs-Randstäbe ds2 links/rechts Anzahl der Quer-Randstäbe ds4 am Anfang/Ende der Matte in Fertigungsrichtung L Mattenlänge in m B Mattenbreite in m ü 1 /ü 2 Längsstabüberstände Mattenanfang/Mattenende in mm ü 3 /ü 4 Querstabüberstände links/rechts in mm Lieferform und Festigkeit von Betonstahl Kurzname BSt 420 S BSt 500 S BSt 500 M Kurzbezeichnung (Zeichnungen und Berechnungen) III S IV S IV M Festigkeit in N/mm² Streckgrenze Zugfestig - keit

14 BSt = Betonstahl S = Stabstahl z.b. 420 = Festigkeit der Streckgrenze M = Mattenstahl Betonstahl wird durch Warmwalzen (mit/ohne anschließende Nachbehandlung aus der Walzhitze) oder durch zusätzliches Kaltverformen (Verwinden oder Recken) hergestellt. b) Baustahl Baustahl wird als Profilstahl und Blech entsprechend den in den Tabellarien bzw. Firmenlisten enthaltenen Angaben hergestellt. c) Korrosionsbeständige Baustähle Korrosionsbeständige Baustähle bestehen aus Legierungen mit einem Chromgehalt von mindestens 12 %. Molybdänhaltige Stähle dürfen auch für Verankerungs- und Verbindungsmittel im Massivbau verwendet werden (z.b. Fassadenanker bei Natursteinverkleidungen). d) Wetterfeste Baustähle Wetterfeste Baustähle haben Legierungszusätze, die auf der Stahloberfläche bei Bewitterung eine Oxidschicht bilden, die sie gegen atmosphärische Korrosion widerstandsfähiger macht. Die Oxidschicht wird zwar abgewittert, aber laufend wieder erneuert. Die Lebensdauer der Stähle kann auf die Lebensdauer des Bauwerks abgestimmt werden. Solche Stähle sind unter den Markennamen COR-TEN", TATINAX", RESISTA" auf dem Markt.

15 ALUMINIUM Geschichtliches Obwohl Aluminium mit ca. 7,3% Masseanteil in der Erdkruste das dritthäufigste Element und das weitverbreitetste Metall auf der Erde ist, gelang es erst Anfang des 19. Jahrhunderts (1825 in Dänemark, 1827 in Deutschland), reines Aluminium in geringen Mengen labormäßig zu gewinnen. Die Schmelzflußelektrolyse zur großtechnischen Herstellung von Aluminium wurde erst 1886 in den USA und gleichzeitig in Frankreich erfunden. Herstellung In der Natur kommt Aluminium nur als Aluminiumoxid AI 2 O 3 in Form von Tonerde vor. Aluminiumreiche Sedimente werden als Bauxit bezeichnet. Die Gewinnung des Reinaluminiums aus Bauxit erfolgt in zwei Stufen. Mittels Natronlauge (NaOH) wird aus dem Bauxit Aluminiumhydroxit ausgelaugt und anschließend durch Brennen vollständig zu reiner Tonerde AI 2 O 3 entwässert. Im Elektrolyseofen wird das Aluminium vom Sauerstoff bei einer Temperatur von 950 C gespalten. Für die Herstellung von einer Tonne Aluminium werden Kilowattstunden elektrischer Energie benötigt. Für Bauzwecke reicht die Festigkeit des Reinaluminiums nicht aus und muß deshalb durch Zusätze von Legierungselementen verbessert werden. Die wichtigsten Legierungszusätze sind Cu, Mg, Mn, Si und Zn. Neben den Legierungszusätzen haben auch die Abkühlgeschwindigkeit und die Kaltverformung Einfluß auf die Festigkeit des Aluminiumproduktes. Die Festigkeitsklassen von Aluminium sind in der DIN 4113 für tragende Bauteile genormt. Danach sind sechs Regellegierungen zugelassen. Anwendung Aluminium wird im Bauwesen in Form von gewalzten Profilen für Tragkonstruktionen, z.b. als Hohlprofile für Fensterkonstruktionen, sowie als Blech und Folie verwendet.

16 Korrosionsschutz Aluminium bildet an der Atmosphäre eine dichte Oxidschicht, die es vor weiterer Korrosion schützt. Diese graue, dünne Schicht wird jedoch nicht bei allen Bauteilen als ästhetisch befriedigend empfunden und ist außerdem bereits bei geringen mechanischen Belastungen verletzlich. Ein besserer Schutz kann durch le, Kunststoff, farb- oder metallische Überzüge, insbesondere aber durch die elektrolytische Oxidation Eloxal erreicht werden. Das Eloxieren von Aluminium ist in verschiedenen Farbtönen möglich. Auch eloxiertes Aluminium ist gegen Säuren und Alkalien, z.b. aus Putzen und Beton, empfindlich und kann dadurch in kurzer Zeit zerstört werden. Werden Aluminiumbauteile vor dem Verputzen eingebaut, sind sie durch farblose Schutzlacke oder Abziehlacke zu schützen.

17 KUPFER Kupfer kommt in der Natur als Kupferkies CuFeS 2 und Kupferglanz Cu 2 S mit Anteilen von 0,5-0,8 % Kupfer vor. Durch eine weitere Aufbereitung im sogenannten Schwimmverfahren und durch Rösten entsteht ein Kupferstein mit % Kupfer. Die Abtrennung des Schwefels kann durch Einblasen von Luft in die flüssige Schmelze erfolgen. Verwendung im Bauwesen Im Bauwesen wird ein sauerstoffreines, phosphorarmes Kupfer mit einem Reinheitsgrad von mind. 99,9 % Kupfer mit der Bezeichnung SF-CU nach DIN 1787 verwendet. Es wird insbesondere in Form von Blechen für Dachdeckung und Klempnerarbeiten in Dicken von 0,6 und 0,7 mm eingesetzt. Kupferrohre werden in bis zu 5 m langen Stangen oder aus Weichkupfer in bis zu 50 m langen Ringen für die Kalt- und Warmwasserinstallation sowie als Heizungs-, Öl- und Gasleitungen verwendet. Legierungen Legierungen aus Kupfer und Zinn werden als Bronze, aus Kupfer und Zink als Messing bezeichnet. Legierungen aus Kupfer, Nickel und Zink ergeben das sogenannte Neusilber. Kupfer wird auch noch in einer Reihe anderer Legierungsformen (siehe DIN 1718) angewandt.

18 Korrosionsverhalten Kupfer gehört zu den edlen Metallen und ist von den am Bau verwendeten Metallen am wenigsten korrosionsempfindlich. Es ist unempfindlich gegen Zement, Kalk und Gips. In der Atmosphäre bildet es eine selbstschützende, grüne Patina aus basischem Kupfersalz. Bei der gleichzeitigen Verwendung von Kupfer mit anderen Metallen, z.b. Stahl, Aluminium oder Zink, können diese "unedlen" Metalle durch elektrolytische Vorgänge angegriffen werden. Es ist daher stets darauf zu achten, daß bei Rohrinstallationen oder bei gleichzeitiger Verwendung von Kupfer und anderen Metallen am Dach in der Fließrichtung des Wassers Kupfer nach Stahl oder Zink angeordnet wird. Zwischen direkten Kontaktverbindungen müssen Isolierungen aus Bitumenpappe eingebaut werden.

19 TITANZINK Titanzink D-Zn bd wird aus elektrolytisch gewonnenem Reinzink mit 99,995 % Zinkanteil und geringen Zusätzen von Titan (0,1 bis 0,2 %) hergestellt. Durch den Zusatz von Titan verbessert sich die Dauerstandsfestigkeit und verringert sich die Wärmedehnung gegenüber Reinzink. Verwendung im Bauwesen Titanzink wird vorwiegend für Dacheindeckungen und Spenglerarbeiten in den Dicken von 0,6; 0,65; 0,7 und 0,8 mm verwendet. Die Ausführung von Dachrinnen und Regenfallrohren ist in der DIN und DIN genormt.

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