UMFRAGE Freie Vertriebe / Vermittler zum Zweitmarkt für geschlossene Fonds

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1 UMFRAGE Freie Vertriebe / Vermittler zum Zweitmarkt für geschlossene Fonds Stand: August 2015

2 Hintergrund Der Zweitmarkt für geschlossene Fonds hat sich am veränderten Finanzmarkt etabliert mittlerweile ist er in einigen Bereichen sogar attraktiver als der Erstmarkt. Immer mehr institutionelle Anleger und Privatpersonen nutzen die Möglichkeit, Sachwertbeteiligungen am Zweitmarkt zu erwerben bzw. zu veräußern. Doch wie sehen das die freien Vertriebe und Vermittler und wie stehen sie zum Zweitmarkt für geschlossene Fonds? Was kann der Zweitmarkt tun, um klassische Vertriebe und freie Vermittler des Erstmarkts für das Handeln am Zweitmarkt zu gewinnen und zu qualifizieren? Die vorliegende Umfrage möchte diese Fragestellungen näher untersuchen wo liegen aktuell mögliche Hemmnisse, was wünschen sich die zuständigen Akteure? Die Deutsche Zweitmarkt AG und das Magazin procontra danken allen Teilnehmern für die Beantwortung der Fragen. Die Ergebnisse sind überaus interessant und beinhalten zugleich Möglichkeiten und Ansporn zur Veränderung. Studiendesign Im Zeitraum vom 11. Juni bis 22. Juli 2015 führten die Deutsche Zweitmarkt AG und das Magazin procontra eine Online-Umfrage unter freien Vertrieben und Vermittlern durch. Schwerpunkt der Umfrage waren deren Aktivitäten auf dem Zweitmarkt für geschlossene Fonds. Insgesamt bestand die Umfrage aus 10 geschlossenen Fragen, bei denen teils auch mehrere Antwortmöglichkeiten wählbar waren. Die Einladung zur Umfrage ging zum einen per an freie Vertriebe und Vermittler, zum anderen wurde online auf darauf verwiesen. Ergebnisse Die Kunden der befragten freien Vermittler/Vertriebe investieren vorwiegend in Investmentfonds und Sachwertbeteiligungen (jeweils mehr als 8). Trotzdem sind sie bislang eher zurückhaltend am Zweitmarkt aktiv, knapp 8 handeln selten (1- bis 2-mal jährlich) bis nie am Zweitmarkt für geschlossene Fonds. Wenn sie für ihre Kunden aktiv werden, dann vor allem durch die Veräußerung von Fondsanteilen zur Generierung von Liquidität (79,4%). Ein Grund, als freier Vermittler/Vertrieb nicht am Zweitmarkt tätig zu werden, ist für viele (39 %) eine geringe Verdienstmöglichkeit. Einzelne Befragte bemängeln zudem lange Umsetzungszeiten, rechtliche Unsicherheiten oder fehlende Kenntnisse über die Fonds. Hinterlegte Dokumente wie Fondsprospekt, Leistungsbilanzen des Initiators, Plausibilitätsprüfungen, Rating- oder Geschäftsberichte würden dementsprechend einer Mehrheit (68,4%) der Befragten helfen, am Zweitmarkt tätig zu werden. Beim Thema Preispolitik am Zweitmarkt ist für 85% der Befragten die Transparenz der Preisfindung besonders wichtig, an zweiter Stelle folgt mit 55% die Höhe der zu verdienenden Provision für den Vermittler. Service und Unkompliziertheit sind beim Handel am Zweitmarkt am meisten gewünscht: Individueller und zuverlässiger Service (72,5%) und ein verständlicher Kauf- & Übertragungsvertrag (70,) werden hier genannt. 17,5% der Befragten sind der Meinung, dass für Vertriebe Erstmarktfonds immer attraktiver bleiben werden. Für fast drei Viertel der Befragten ist der Zweitmarkt dagegen grundsätzlich in der Lage, das Geschäftsmodell der Erstmarkt-Vertriebe substanziell zu erweitern. Fazit Der Zweitmarkt macht aus vermeintlich illiquiden Kapitalanlagen eine liquide Finanzanlage in Sachwerte. Gerade bei den aktuell niedrigen Kapitalmarktrenditen ist das für immer mehr Marktteilnehmer interessant. Erst- und Zweitmarkt können dabei einen wechselseitig positiven Einfluss aufeinander nehmen: Erfolgreich konzipierte und platzierte Angebote werden später auch auf dem Zweitmarkt gut handelbar sein ein funktionierender Sekundärmarkt wiederum nimmt Zeichnern mögliche Investitionshemmnisse. Der Verkauf einer Beteiligung vor dem Laufzeitende ist schon lange kein Sonderfall mehr, sondern vielmehr Ausdruck einer individuellen Investitionsstrategie. Für freie Vermittler und Vertriebe ist es die Chance, nah am Kunden zu bleiben und ihn auf neue Investitionsmöglichkeiten hinzuweisen. Natürlich ist mit dem Handeln immer auch ein gewisser Aufwand verbunden. Die Anforderungen an die rechtlichen Belange sind zu Recht hoch verlangsamen daher aber oftmals den Abwicklungsprozess. Es bleibt die Aufgabe des Zweitmarkts, sich auch der Anliegen der freien Vermittler und Vertriebe anzunehmen, um sie in der Kommunikation zu ihren Kunden und im Handel von Beteiligungen zu unterstützen. 1. Angaben zum Unternehmen Von den insgesamt vier Kategorien haben sich mit 73,9 % vor allem Vermittler mit Erlaubnis nach 34f GewO an der Umfrage beteiligt. Gefolgt von Vermittlern ohne Erlaubnis mit 13,, verteilen sich die restlichen Antworten mit jeweils 6,5 % auf Vermittler mit Zulassung nach 32 KWG und vertraglich gebundene Vermittler eines Haftungsdachs. 2. In welche Anlageformen investieren Ihre Kunden? Die Kunden der Befragten investieren am stärksten in Investmentfonds (83,7 %) und Sachwertbeteiligungen (81,4 %). Mit Abstand folgen Investitionen in Aktien (41,9 %). Anderen Investitionsformen wie Festverzinslichen Wertpapieren, Bankeinlagen oder Gold/Silber kommt mit max. 25,6 % eine geringere Bedeutung zu. Unter (18,6 %) werden z.b. Nachrangdarlehen, Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen aufgeführt ,5 % 41,9 % Aktien 6,5 % 25,6 % 13, Festverzinsliche Wertpapiere 73,9 % 20,9 % 18,6 % Bankeinlagen Gold, Silber Investmentfonds Vermittler ohne Erlaubnis nach 34f GewO Vermittler mit Erlaubnis nach 34f GewO Vermittler mit Zulassung nach 32 KWG Vertraglich gebundener Vermittler eines Haftungsdachs 83,7 % 81,4 % Sachwertbeteiligungen 18,6 % 2 3

3 3. Wie häufig handeln Sie im Auftrag Ihrer Kunden am Zweitmarkt? Mehr als die Hälfte der Befragten (58,1 %) handeln bislang eher selten am Zweitmarkt, ca. 1- bis 2-mal im Jahr. 21 % gaben an, noch nie am Zweitmarkt tätig gewesen zu sein. 7 % handeln häufig (3- bis 6-mal jährlich), 14 % sogar sehr häufig, also mehr als 7-mal im Jahr am Zweitmarkt. 5. Was hindert Sie daran, (noch häufiger) am Zweitmarkt tätig zu werden? Das Nichthandeln am Zweitmarkt hat für Vertriebe/Vermittler ganz unterschiedliche Gründe: Am häufigsten werden hier die geringen Verdienstmöglichkeiten für Vertriebe genannt (39 %). 29,3 % geben an, dass ihre Kunden kein Interesse am Zweitmarkt haben und 26,8 % fehlen bislang die Kenntnisse über Zweitmarkt-Chancen für Vertriebe. 20,9 % 58,1 % 14, 7, sehr häufig (mind. 7-mal jährlich) häufig (3- bis 6-mal jährlich) selten (1- bis 2-mal jährlich) nie 39 % der Befragten gaben zudem unter z.t. sehr individuelle Hinderungsgründe an. Mehrfach genannt wurden z.b. die Bewertungsproblematik sowie rechtliche Unsicherheiten bzw. Haftungsrisiken. Andere bemängelten zu lange Umsetzungszeiten oder eine insgesamt zu komplizierte Abwicklung. Vielen Befragten fehlen Kenntnisse und Informationen zu den dort vorhandenen Investments, so dass sie sich lieber einem neuen, am Erstmarkt dokumentierten Angebot zuwenden ,8 % 39, 39, 29,3 % 9,8 % Keine Kenntnisse über Chancen am Zweitmarkt für Vertriebe Geringe Verdienstmöglichkeiten für Vertriebe Kein Interesse der Kunden am Zweitmarkt Anonyme Plattform 4. Zu welchen Anlässen sind Sie für Ihre Kunden am Zweitmarkt tätig? Fast 8 der Befragten veräußern Fondsanteile am Zweitmarkt, um Liquidität zu generieren. Zweitwichtigster Anlass (5) für einen Handel am Zweitmarkt ist der Erwerb von Fondsanteilen zu einem günstigen Ankaufspreis. 29,4 % geben an, Fondsanteile zur Portfoliooptimierung bzw. Umschichtung des Portfolios zu veräußern und 23,5 % erwerben Fondsanteile am Zweitmarkt als Ersatz für Erstmarktprodukte ,4 % Veräußerung von Fondsanteilen zur Generierung von Liquidität 29,4 % Veräußerung von Fondsanteilen zur Portfoliooptimierung bzw. Umschichtung des Portfolios 50, Erwerb von Fondsanteilen zu einem günstigen Ankaufspreis 23,5 % Erwerb von Fondsanteilen als Ersatz für Erstmarktprodukte 6. Welche Dienstleistungen würden Ihnen helfen, (verstärkt) am Zweitmarkt tätig zu werden? Hinterlegte Dokumente wären für 68,4 % der Befragten eine hilfreiche Dienstleistung bei der Tätigkeit am Zweitmarkt. An zweiter Stelle stehen Kenntnisse über die Performance einzelner Fonds im Zweitmarkt (5). Schulungen und die individuelle Betreuung durch einen festen Ansprechpartner werden gleichauf an dritter Stelle genannt (je 31,6 %). Generelle Informationen zum Handelsablauf sind für 26,3 % begrüßenswert. Unter wünschen sich die Befragten vor allem eine einfachere und schnellere Abwicklung von Transaktionen ,3 % Generelle Informationen zum Handelsablauf am Zweitmarkt 50, Performance der einzelnen Fonds im Zweitmarkt 31,6 % Schulungen hinsichtlich des Zweitmarktes und seiner Chancen für Vertriebe 31,6 % Individuelle Betreuung des Handels und der Abwicklung durch feste Ansprechpartner 68,4 % Hinterlegte Dokumente wie Fondsprospekt, Leistungsbilanzen des Initiators, Plausibilitätsprüfungen oder Ratingberichte 13,2 % 4 5

4 7. In welcher Form würden Sie Informationen zum Zweitmarkthandel gern an Ihre Kunden weitergeben? Fast die Hälfte der Befragten (42,1 %) möchte ihre Kunden vor allem per mit Informationen zum Zweitmarkt versorgen, weitere 23,7 % setzen auf gedruckte Informationen in Form von Flyern oder Broschüren. Ebenfalls 23,7 % suchen das persönliche Gespräch, gern mit einer begleitenden Präsentation. Nur 10,5 % der Befragten setzt auf die Möglichkeiten einer Online-Präsentation. 9. Was wäre Ihnen hinsichtlich der Transaktion am Zweitmarkt besonders wichtig? Individueller und zuverlässiger Service (72,5 %) sowie ein verständlicher Kauf- & Übertragungsvertrag (70,) sind für den meisten der Befragten bei einer Transaktion am Zweitmarkt besonders wichtig. Auch die Schnelligkeit der Beteiligungsübertragung wird besonders hervorgehoben (60,). Die Möglichkeit des Rücktritts von einer Transaktion ist dagegen nur für 20, der Befragten wichtig. 8 42,1 % 23,7 % 10,5 % im persönlichen Gespräch mit einer begleitenden Präsentation im Rahmen einer Online- Präsentation gedruckt in Form von Flyern, Broschüren , 72,5 % 70, 23,7 % per mit pdf-dateien 1 20, Schnelligkeit in der Beteiligungsübertragung Individueller und zuverlässiger Service Verständlicher Kauf- & Übertragungsvertrag Möglichkeit des Rücktritts von einer Transaktion 8. Was ist Ihnen hinsichtlich der Preispolitik am Zweitmarkt besonders wichtig? 9 8 Befragt nach der Preispolitik am Zweitmarkt, geben 85 % der Befragten an, dass ihnen die Transparenz bei der Preisfindung besonders wichtig ist. Danach folgen die Höhe der Provision für Vermittler (55,), die Einfachheit der Abrechnung (52,5 %) sowie die Höhe der Gebühren für die Maklergesellschaft (45,). 85, 10. Kann der Zweitmarkt Ihrer Einschätzung nach das Geschäftsmodell der Erstmarkt-Vertriebe substanziell erweitern? Fast drei Viertel der Befragten sehen den Zweitmarkt dazu in der Lage, das Geschäftsmodell der Erstmarkt- Vertriebe substanziell zu erweitern 37,5 % unterstützen diese Aussage ohne Einschränkung. Jeweils 22,5 % schränken ein, dass es auch in der neuen Welt das Niveau der Erstmarktgeschäfte nicht erreichen wird bzw. dass es dazu noch größer Aufklärung aller Marktteilnehmer bedarf. Nur 17,5 % sind der Meinung, dass für Vertriebe Erstmarktfonds immer attraktiver bleiben werden , 55, 52,5 % 22,5 % 17,5 % 37,5 % Ja, auf jeden Fall. Ja, aber das Niveau der Geschäfte auf dem Erstmarkt wird es auch in der neuen Welt nicht erreichen. Ja, aber dazu wird es seitens aller Marktteilnehmer noch großer Aufklärung bedürfen. 1 Transparenz der Preisfindung Höhe der Gebühren für die Maklergesellschaft Höhe der Provision für den Vermittler Einfachheit der Abrechnung 22,5 % Nein, für Vertriebe werden Erstmarktfonds immer attraktiver bleiben. 6 7

5 Deutsche Zweitmarkt AG Steckelhörn Hamburg T 040 / F 040 /

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