Designoptionen für Biodiversitätsoffsets

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1 Designoptionen für Biodiversitätsoffsets 1 W R A P U P : B I O D I V E R S I T Ä T S O F F S E T S U N D H A B I T A T B A N K I N G D E S I G N O P T I O N E N : D E U T S C H L A N D, A U S T R A L I E N, USA V O R T E I L E, N A C H T E I L E, S C H W I E R I G K E I T E N V O N H A B I T A T B A N K S W A R U M S I C H E I N U N T E R N E H M E N B E T E I L I G E N S O L L T E Suleika Suntken, Deutsche Umwelthilfe

2 Worum geht es bei Biodiversitätsoffsets? Mobilisierung finanzieller Mittel aus dem Privatsektor Ziele CBD COP Entscheidungen EU Biodiversitätsstrategie KOM(2011) 244 EU No net loss Initiative NBS Warum ist es ein Business Case?: rechtliche Rahmenbedingungen gesellschaftlicher Druck, besonders bei Unternehmen mit beträchtlichen Flächeneingriffen Rio Tinto, de Beers etc. Biodiversitätsstrategie mit dem net positive impact Ziel 2

3 Begriffsklärungen Biodiversitätsoffsets Habitat Banking Credits Ziel 3

4 Mitigation Hierarchie 4

5 Kompensationsprogramme basierend auf - Gesetzen - Regeln Habitat Banks (auch basierend auf Gesetzen und Regeln), die jedoch über ein Credit System funktionieren und handelbar sind 5

6 Designoptionen 6 Funktionaler Zusammenhang like-for-like die betroffene Art oder der betroffene Lebensraum muss der gleiche sein Räumlicher Zusammenhang on site in unmittelbarer Nähe des Eingriffs Kompensationsfond, Ersatzgeldzahlung in kind Eingriffe können nur durch direkte Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen werden like-for-unlike die Kompensationsmaßnahme kann auch andere Arten oder Lebensräume schützen/wiederherstellen off site Kompensationsmaßnahmen an anderer Stelle möglich out of kind Eingriffe können durch die Zahlung an einen Kompensationsfond/ eine Ersatzzahlung alternativ kompensiert werden Dauer der Offsetverpflichtung Creditpreise Handelsmöglichkeit

7 Designunterschiede Deutschland, Australien, USA 7 Land Banking Methode Funktionaler Zusammenhang Räumlicher Zusammenhang Ersatzzahlung Dauer Creditpreise Handel Deutschland Ökokonto Je nach Bundesland Je nach Bundesland Je nach Bundesland die Flächen sind so lange zu Je nach sichern wie Bundesland der Eingriff besteht über z.b. Flächenagentur Australien Bush Broker (Victoria) Bio Banking (New South Wales) like for like beides in kind like for like beides in kind dauerhaft je nach Verhandlung Vertragsausg zwischen estaltung 10 Anbieter und Jahre bis Nachfrager dauerhaft Regierung legt Preise fest NVX Online System, Regierung öffentliches Online Registrierungsform ular US Wetland Mitigation Banking like for like beides beides dauerhaft USACE ja über Broker z.b. Wildlands Inc USA US Conservation Banking like for like beides in kind dauerhaft USFWS bzw. NOAA ja über Broker z.b. Wildlands Inc

8 Wer sind die Anbieter und Nachfrager und wie kommen sie zusammen Anbieter: 8 Landbesitzer schaffen Credits/Ökopunkte die selbst genutzt/weiterveräußert werden können oder über einen Broker/Makler weiterveräußert werden können z.b. über Flächenagenturen/Ökoagenturen zusätzliches Einkommen für Landbesitzer Nachfrager: Bauvorhabenträger kommen ihrer rechtlichen Kompensationsverpflichtung nach zeitsparender kostengünstiger Auseinandersetzungen werden vermieden staatliche und private Organisationen Naturschutzverbände, Stiftungen Handelsplattformen BioBanking und BushBroker in Australien Flächenagenturen in D, z.b. Flächenagentur Baden-Württemberg GmbH BayBank in den USA (Ebay, Quoka)

9 Vorteile von Habitat Banks und Biodiversitätsoffsets Verursacherprinzip ist angewandt und umgesetzt Bündelung von Maßnahmen führt zu Kosteneffizienz aggregierte Offsets durch Skalenerträge Naturschutzpolitik kann effektiver und zielgerechter gestaltet werden ökologische und ökonomische Kosteneffektivität Kompensationsmaßnahmen können dort realisiert werden, wo sie nach dem Landschaftsplan am sinnvollsten sind nachhaltiges Management durch Flächenagenturen Bevorratung minimiert Unsicherheiten, Risiken und verhindert zeitliche Verzögerungen Bevorratung führt zur positiven Nettoauswirkung für die Biodiversität 9

10 Schwierigkeiten von Habitat Banks und Biodiversitätsoffsets Für unersetzliche Biodiversität no go areas Versuchung, die Kompensation der Vermeidung vorzuziehen bzw. sogar license to trash? Einhaltung der Mitigation Hierarchie No net loss durch Bevorratung leichter zu erreichen Unterschiedliche Landnutzungsziele/Flächenverfügbarkeit Umweltgerechtigkeit bei lokal höherer Eingriffsbelastung? Monitoring und Nachhaltigkeit transparentes Flächenkataster Messbarkeit von Biodiversität Stellvertreter z.b. Habitat Quality Zusätzlichskeitsprinzip: Kompensationsmaßnahmen müssen neu und zusätzlich sein Leakage Risiko: führt Kompensation nur zu Verlagerung? 10

11 Empfehlungen Zu spezielle Kompensationsanforderungen vermeiden unter Beachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen Angemessene Angebots- und Nachfragemengen ermöglichen Geringe Transaktionskosten ermöglichen, um Kosteneffizienz zu erreichen No go areas für nicht ersetzbare Biodiversität Mitigation Hierarchie mit der Kompensationsoption als ultima ratio No net loss und net gain Ziel anstreben Bevorratung in Habitat Banks Transparenz und Monitoringsysteme einrichten Gleiche Messsysteme für Eingriff und Ausgleich 11

12 Warum sich ein Unternehmen beteiligen sollte Anerkennung des Verursacherprinzips (umwelt- und gesellschaftliche) Verantwortung für Eingriffe übernehmen 12 Privatsektoralen Einsatz für den Biodiversitätsschutz vorantreiben Verantwortung auch medienwirksam (social and) environmental responsibility einsetzen CSR Strategien Biodiversitätsneutralität

13 Wie geht s weiter/fragen Was sind die Vorteile und Schwierigkeiten einer Beteiligung von Unternehmen? Was benötigen Unternehmen, um sich zu beteiligen? Sind weitere gesetzliche Rahmenbedingungen vonnöten, um das Entstehen weiterer Habitat Banks zu beschleunigen? Wie kann sichergestellt werden, dass es sich nicht zu einem Ablasshandel entwickelt oder Spekulationen mit Credits auftreten? Kann der Biodiversitätsverlust auf diese Weise eingedämmt werden? Was bringt es der Biodiversität? 13 Ihre Fragen? DANKE FÜR IHRE AUFMERKSAMKEIT

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