Wie ist die Freiheit möglich bei dem Zwange? Staatliche Steuerung von Bildungssystemen

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1 Wie ist die Freiheit möglich bei dem Zwange? Staatliche Steuerung von Bildungssystemen Wert und Werte im Management 2. Ludwigsburger Symposium Bildungsmanagement Dr. Margret Ruep Rekurs auf Februar 2008: Der Mensch im Mittelpunkt des Bildungsmanagements Jeder ist ein Mittelpunkt der Welt aber eben jeder, und nur weil die Welt von solchen Mittelpunkten voll ist, ist sie kostbar. Das ist der Sinn des Wortes Mensch: Jeder ein Mittelpunkt neben unzähligen anderen, die es ebenso sehr sind wie er. Elias Canetti 1

2 Freiheit: Chaos, Unordnung, Wildwasser, Urwald, Wüste, Kunst? Quelle: Ursus Wehrli 2002 Zwang: Ordnung, Systematik, Geradlinigkeit, Drill, Disziplin? 2

3 Gliederung meiner Reflexion zum Thema 1. Bezugspunkte zum gewählten Titel 2. Referenzrahmen für Bildungsprozesse 3. Dilemmata in institutionalisierten Bildungskontexten: Zwischen Freiheit und Zwang Wie ist die Freiheit möglich bei dem Zwange? Bezugspunkt bei Immanuel Kant: Erziehung bzw. Bildung Sein Ziel: Mündigkeit ( Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit ) Wie kann man also Freiheit kultivieren angesichts des notwendigen (?) Zwangs im Erziehungs- und Bildungsprozess? 1. Bezugspunkte zum gewählten Titel 3

4 Wie lässt sich Freiheit kultivieren für individuelle Mündigkeit Dialogfähigkeit (auf Augenhöhe) just communities eine auf Freiheit und Solidarität gründender Bürgergesellschaft für eine Weltgesellschaft freier Bürger und solidarischer Mitmenschen??? 1. Bezugspunkte zum gewählten Titel bei dem Zwange? bei Erziehungsprozessen (Disziplinierung, Grenzziehung, Verpflichtungen, Entwicklung des moralischen Bewusstseins) durch staatliche Reglementierungen ( von der Wiege bis zur Bahre ) durch Institutionen durch institutionalisierte Bildung Schulgesetz, Schulpflicht, Curricula, Prüfungsordnungen.??? 1. Bezugspunkte zum gewählten Titel 4

5 Bedürfnisse des Menschen physiologische Bedürfnisse (Hunger, Durst, Schlafen, Sexualität), Sicherheitsbedürfnisse, soziale Bindungsbedürfnisse, Selbstachtungsbedürfnisse, Selbstverwirklichungsbedürfnisse (auch Bedürfnis nach Verstehen und Einsicht), Bedürfnis nach Transzendenz (Bedürfnis, dem eigenen Handeln Sinn zu verleihen) 2. Referenzrahmen für Bildungsprozesse Grundlage für Lernen (Lernerkonstrukt) Bedürfnisforschung Neurowissenschaften Kognitionspsychologie Problemlösepsychologie Zentrales Ziel: Streben nach Kontrolle des eigenen Lebens Handeln erfolgt im Spannungsfeld antinomischer Tendenzen (z. B. Individuum- Gesellschaft; Zwang-Freiheit) 2. Referenzrahmen für Bildungsprozesse 5

6 Gesellschaft Welt UN-Dekade für Nachhaltige Bildung: Gestaltungskompetenz für eine Weltgesellschaft Erwartungen von: OECD Bund Länder gesellschaftliche Gruppen In Vorgaben umgesetzt: Gesetze, Richtlinien, Ausführungsbestimmungen, Curricula, Prüfungsordnungen, Verpflichtungen zur Rechenschaftslegung In Deutschland ist die Vorgabensteuerung traditionell besonders stark ausgeprägt (mehr Zwang als Freiheit) Die Reformen der letzten 15 Jahre werden in ihrer Wirkung nicht als Freiräume erlebt, sondern als zunehmende Beschränkungen. 2. Referenzrahmen für Bildungsprozesse Beispiele 100 oberschwäbische Hauptschulrektoren schreiben einen offenen Brief Eine Prüfungsordnung für die Lehrerausbildung wird den Experten für Lehrerausbildung vorgegeben sollen sie sich in untergeordneter Situation beteiligen oder nicht? Verordnete Freiheit (Operativ( Eigenständige Schule OES)? 3. Dilemmata... 6

7 Grundlegende Widersprüche 1. Individuelle, auf Mündigkeit und Freiheit zielende Bildungsprozesse brauchen große Freiräume Beschränkungen aller Art durch Regularien aller Art 2. Bildungsverantwortung in Schule und Hochschule Gängelung, Begrenzung 3. Bedeutung von Bildung weltweit Knappheit der Ressourcen 4. Notwendigkeit von lebenslangem Lernen Fehlen zeitlicher und finanzieller Ressourcen Dilemmata... Bewusstsein dass Vorgaben auch Vorteile haben (Schulpflicht, Hochschullandschaft in Baden-Württemberg, Bildung als res publica) die Vorgaben auch als Chancen sehen können der eigenen Wirksamkeit in einem Netzwerk mit anderen der Entwicklungsmöglichkeiten (von Individuen, Gruppen und Systemen) 7

8 Was wir haben Recht auf Bildung (in den Verfassungen verankert) Eine durch folgende Elemente verfasste Freiheit (Dahrendorf): das Recht (Prinzip Rechtsstaatlichkeit) die Organisation von Macht (insbesondere ihre Begrenzung) Woran wir gemeinsam arbeiten können: Immer wieder neu auf die Seite von Mündigkeit und Freiheit und weg von Beschränkungen gehen (mit Optimismus und Hartnäckigkeit) Lernende Organisationen gestalten (individuell, lokal, regional, national, global) 8

9 Wie kultiviere ich also Freiheit bei bestehenden Zwängen? Durch Bildungsprozesse im Kontext Lernender Organisationen unter Beachtung ihrer Disziplinen Personal Mastery Gemeinsame Vision Teamlernen Mentale Modelle Systemisches Denken auf der Grundlage von Dialog und Partizipation. Danke für die Aufmerksamkeit 9

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