1. Beherrschung sprachlicher Fertigkeiten:

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1 Russisch Bildungs- und Lehraufgabe: Der Unterricht in Russisch soll zum Erreichen der folgenden Ziele beitragen, die sowohl fachspezifische als auch fächerübergreifende Aspekte enthalten: 1. Beherrschung sprachlicher Fertigkeiten: Die Schüler sollen imstande sein, die russische Sprache mündlich und schriftlich als differenziertes Verständigungsmittel zu benützen und Informationen aus den Bereichen des gesellschaftlichen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Lebens zu verstehen und zu verarbeiten. Dazu ist in erster Linie die Entwicklung der vier sprachlichen Grundfertigkeiten erforderlich. Hörverstehen: Die Schüler sollen mündlich übermitteltes authentisches Russisch verstehen. Sprechen: Die Schüler sollen imstande sein, sich mündlich in den Situationen des Unterrichts und des Alltags sachgerecht und intentionsgemäß auszudrücken. Leseverstehen: Die Schüler sollen schriftlich vorliegende russische Originaltexte verstehen können. Schreiben: Die Schüler sollen den schriftlichen Gebrauch der russischen Sprache in einem Ausmaß beherrschen, das den Erfordernissen des Unterrichts sowie den Gegebenheiten des Alltags gerecht wird und ihnen erlaubt, sich sachgerecht und intentionsgemäß auszudrücken.

2 2. Einsichten in das Funktionieren von Sprache als Mittel der Kommunikation: Die Schüler sollen die Einsicht gewinnen, daß Kommunikation situativ ist und daß bestimmte Situationen bestimmte sprachliche Strukturen erfordern. Weiters sollen sie Einsicht in die sprachlichen Strukturen des Russischen erhalten und die wesentlichen Unterschiede zwischen dem Russischen und dem Deutschen und anderen gelernten Sprachen erkennen. 3. Kenntnisse aus ausgewählten Bereichen der Landesund Kulturkunde der Sowjetunion: Die Schüler sollen - im Sinne einer Erziehung zu europäischer Gesinnung und Weltoffenheit - in der Fremdsprache bewältigbare, fachübergreifende und altersadäquate Kenntnisse über die Sowjetunion einschließlich der russischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart erwerben. Durch die Lektüre einiger bedeutender literarischer Werke sollen sie lernen, sich mit diesen auseinanderzusetzen und so vertiefte Einsichten in Teilbereiche dieser Werke zu gewinnen. Aus der Beschäftigung mit Fragen der Landes- und Kulturkunde sollen sie befähigt werden, Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Österreich und der Sowjetunion differenziert betrachten, sich mit einer anderen Gesellschaftsordnung auseinanderzusetzen zu lernen und dadurch mögliche Vorurteile und Klischeevorstellungen (Auto- und Heterostereotypen) zu korrigieren. 4. Beherrschung grundlegender Lern- und Arbeitstechniken: Die Schüler sollen lernen, die für den Spracherwerb und die Sprachausübung vorhandenen Hilfsmittel, insbesondere das Wörterbuch, sowie grundlegende Lern- und Arbeitstechniken sachgerecht und selbständig einzusetzen. Lehrstoff: 5. Klasse (3 Wochenstunden): Lernziele:

3 Hörverstehen: Verstehen von nicht zu langen Gesprächen, Berichten und Stellungnahmen zu altersgemäßen Themen in authentischem, stilistisch neutralem Russisch, das in mittlerem Sprechtempo übermittelt wird Sprechen: Bewältigen von Alltagssituationen, Wiedergeben und Zusammenfassen von Gehörtem, Gelesenem und Erlebtem, einfache Kommentare und Stellungnahmen Leseverstehen und Lesen: Globalverstehen nicht zu schwieriger Originaltexte (Sach- und literarischer Texte), an Schlüsselstellen auch Detailverstehen; phonetisch richtiges Lesen Schreiben: orthographisch richtiges Schreiben, Verfassen von persönlichen Briefen, Darstellen von einfachen Sachverhalten. Wiedergeben und Zusammenfassen von Gehörtem, Gelesenem und Erlebtem, einfache Kommentare und Stellungnahmen. Lerninhalte: Kommunikationssituationen und Themenbereiche: Erweiterung von Themen und Situationen aus dem Alltagsleben (zb Familie, Freunde, Schule, Reisen, Einkauf, Freizeit, Urlaub) Erweiterung von Themen und Situationen, mit denen Besucher der Sowjetunion konfrontiert werden können und die die Kenntnis von Land und Volk der Sowjetunion erweitern. Auseinandersetzung mit aktuellen Themen, Texte vor allem aus den Massenmedien mit Bezug zum Zeitgeschehen und Alltagsleben einfache, nicht zu lange Texte, insbesondere Erzählungen, aus der Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts.

4 Sprachliche Mittel: Orthoepie: Verfeinerung und Differenzierung des bisher Gelernten (besonders der Frageintonationen) Schrift und Orthographie: wie bisher Wortschatz: Der in der Unterstufe erlernte Wort- und Phrasenschatz wird entsprechend den Themen und Situationen erweitert. Spezifisches sprachliches Material für Zusammenfassungen, zum Ausdruck persönlicher Stellungnahmen, Gefühls- und Meinungsäußerungen sowie Kommentare, einfache Synonyme, besondere Berücksichtigung der vom Deutschen abweichenden Wendungen und Wortverbindungen Grammatik: Wiederholung der Grundgrammatik in Form einer korrektiven Grammatik, Spezialfälle der Deklination, Konjugation und Rektion, die häufigsten Kurzformen des PPP. Querverbindungen: Deutsch (Strukturen der Grammatik, Rolle der Grundwortarten, Ausdruckswerte sprachlicher Verknüpfungen); gegebenenfalls Latein. Schriftliche Arbeiten: Schul- und Hausübungen. Fünf Schularbeiten, zwei oder drei im ersten Semester. 6. Klasse (3 Wochenstunden): Lernziele: Hörverstehen: Verstehen von Gesprächen und Diskussionen, Berichten und

5 Stellungnahmen in authentischem, stilistisch neutralem Russisch, das in mittlerem Sprechtempo übermittelt wird; erweitertes Globalverstehen Sprechen: Differenziertere Ausdrucksfähigkeit in den Situationen des Alltags und beim Wiedergeben und Zusammenfassen von Gehörtem, Gelesenem, Erlebtem, bei Kommentaren und Stellungnahmen sowie bei Information und Diskussion Leseverstehen und Lesen: Verstehen von nicht zu umfangreichen Originaltexten (Sach- und literarische Texte) mittleren Schwierigkeitsgrades, an Schlüsselstellen Detailverstehen, sinngemäßes, phonetisch richtiges Lesen Schreiben: wie in der 5. Klasse, weiters differenziertere Ausdrucksfähigkeit bei Information, beim Erzählen von Handlungsabläufen, Wiedergeben und Zusammenfassen von Texten, bei Kommentaren und persönlichen Stellungnahmen, stichwortartige Notizen zu Hörtexten Lerninhalte: Kommunikationssituationen und Themenbereiche: Erweiterung und Differenzierung der Themen und Situationen aus dem Alltag Erweiterung und Differenzierung jener Themen und Situationen, mit denen Besucher der Sowjetunion konfrontiert werden können und die die Kenntnis von Land und Volk der Sowjetunion erweitern Auseinandersetzung mit Themen aus dem Erfahrungsbereich der Jugendlichen (zb der einzelne und die Gesellschaft; Jugend, Umwelt, Erziehung, Freizeitgestaltung, Arbeit und Beruf), Texte vor allem aus den Massenmedien mit Bezug zum Zeitgeschehen und Alltagsleben; nicht zu umfangreiche Texte aus der Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts, Lieder, avtorskie pesni. Empfehlung und Förderung von Hauslektüre. Sprachliche Mittel: Orthoepie; Schrift und Orthographie: wie bisher

6 Wortschatz: Erweiterung und Differenzierung des Wort- und Phrasenschatzes, wobei insbesondere bei längeren Texten der produktive Wortschatz klar vom rezeptiven abzugrenzen ist; spezifisches sprachliches Material zur Argumentation, Diskussion, Erörterung Einführung in die Benützung eines zweisprachigen Wörterbuchs Grammatik: Systematisierung grammatischer Erscheinungen auf Grund von Fehleranalysen mündlicher und schriftlicher Texte; syntaktisch-semantische Elemente für Argumentation, Diskussion und Erörterung. Schriftliche Arbeiten: Schul- und Hausübungen. Fünf Schularbeiten, zwei im zweiten Semester, davon eine zweistündig. Bei freien Aufgabenstellungen kann die Benützung des Wörterbuchs gestattet werden. 7. und 8. Klasse (je 3 Wochenstunden): Lernziele: Hörverstehen: Verstehen von Gesprächen und Diskussionen, Berichten und Stellungnahmen in authentischem Russisch, das in einem Sprechtempo übermittelt wird, das das mittlere etwas übersteigt, wobei auch geringe Hintergrundgeräusche auftreten dürfen Sprechen: Erweiterte und differenziertere Ausdrucksfähigkeit in den in der 6. Klasse entwickelten Teilfertigkeiten; Schülerreferate

7 Leseverstehen und Lesen: Verstehen von schwierigeren Originaltexten (Sachtexten und literarischen Ganzschriften), bei Sachtexten auch kursorisches Lesen, Detailverstehen in verstärktem Ausmaß; sinngemäßes, phonetisch richtiges Lesen Schreiben: Erweiterte und differenziertere Ausdrucksfähigkeit in den in der 6. Klasse entwickelten Teilfertigkeiten, weiters Erörterung von Problemen. Lerninhalte: Kommunikationssituationen und Themenbereiche: weiterer Ausbau der bisher behandelten Themen und Situationen; darüber hinaus im Rahmen der Literatur auch Behandlung umfangreicherer Werke aus dem 19. und 20. Jahrhundert, gelegentlich Vergleiche von Themen und Motiven sowie Herstellung von Querverbindungen zu anderen literarischen Werken. Querverbindungen: Religion (Konfessionskunde, Weltreligionen); Deutsch, Geschichte und Sozialkunde, Geographie und Wirtschaftskunde (RGW), Psychologie und Philosophie (8. Klasse: Geschichtsphilosophie - materialistische Deutung der Geschichte, Geschichte der Philosophie, Philosophische und pädagogische Anthropologie). Hauslektüre wie in der 6. Klasse Sprachliche Mittel: Orthoepie; Schrift und Orthographie: wie bisher

8 Wortschatz: weiterer Ausbau des Wort- und Phrasenschatzes und der sprachlichen Mittel zur Argumentation, Diskussion, Erörterung zur Behandlung von literarischen Texten für Referate. Synonyme, Gliederungselemente für mündliche und schriftliche Texte; Unterscheidung lexikalischer Elemente des mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauchs. Querverbindungen: Deutsch, andere Fremdsprachen (Merkmale gesprochener und geschriebener Sprache). Grammatik: wie bisher; weiters besondere Fälle syntaktischer Synonymie; syntaktische Besonderheiten der Partizipien und Adverbialpartizipien als typischer Kennzeichen der Buchsprache; Unterscheidung syntaktischer Elemente des mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauchs Querverbindungen: Deutsch, andere Fremdsprachen (Merkmale gesprochener und geschriebener Sprache). Schriftliche Arbeiten: Schul- und Hausübungen. 7. Klasse: vier zweistündige Schularbeiten, zwei je Semester. 8. Klasse: drei Schularbeiten, davon zwei zweistündige im ersten Semester und eine dreistündige im zweiten Semester. In der 7. und 8. Klasse ist bei freien Aufgabenstellungen die Benützung des Wörterbuchs zu gestatten.

9 Didaktische Grundsätze: 1. Sprachliche Fertigkeiten: Zur Erreichung des Zieles ist ein ausgewogener Einsatz aller Unterrichtsträger, das sind Lehrer, Lehrbücher, Lehrbehelfe und Medien, erforderlich. Besonders die Tonträger dürfen nicht vernachlässigt werden, damit eine Vielfalt von muttersprachlichen Sprechern in den Unterricht eingebracht wird. Das von diesen Unterrichtsträgern dargebotene Russisch hat sich an der standardisierten Umgangssprache zu orientieren und der authentischen russischen Gegenwartssprache zu entsprechen. Demzufolge sind die aus didaktischen Gründen adaptierten Texte möglichst bald durch Originaltexte zu ersetzen. - Im Unterricht sollen Lehrer und Schüler sich vorwiegend des Russischen bedienen. Der Gebrauch der deutschen Muttersprache ist möglichst auf die folgenden Fälle zu beschränken: - Erklärung schwieriger grammatischer, lexikalischer und idiomatischer Erscheinungen - Sicherung des Verständnisses schwieriger sprachlicher Erscheinungen (besonders in der Landes- und Kulturkunde sowie der Literatur) - Strukturvergleich beider Sprachen - Übungs- und Prüfungszwecke (zb fallweises Übersetzen). Nicht nur im muttersprachlichen Bereich ist die sprachliche Kompetenz in den rezeptiven Fertigkeiten (Hörverstehen, Leseverstehen) bedeutend höher als in den produktiven (Sprechen, schriftlicher Ausdruck). Auch im Russischunterricht wird der Schüler dank seiner allgemeinsprachlichen Kompetenz, dank seiner Erfahrungen und seines Wissens bedeutend mehr verstehen als selbst sagen können. Dies bietet insbesondere bei der Entwicklung des Leseverstehens durch eine Trennung dessen, was der Schüler nur verstehen muß, von dem, was er auch auszudrücken imstande sein soll, eine wertvolle methodische Hilfe. Die kreative, über mechanisches Lernen, Imitation und Automatisation hinausgehende Tätigkeit der Schüler ist weiter zu fördern.

10 Hörverstehen: Dem Hörverstehen, insbesondere dem Globalverstehen, ist weiterhin große Aufmerksamkeit zu widmen. Damit soll die Fähigkeit weiterentwickelt werden, sprachlich Unbekanntes auf Grund des Zusammenhangs zu verstehen. Doch soll auch die Entwicklung des Detailverstehens nicht vernachlässigt werden. Zur Schulung des Hörverstehens sind möglichst verschiedene russisch sprechende Personen (direkt oder über Tonträger) einzusetzen; dabei sollte der Schüler gelegentlich auch mit einem Sprechtempo konfrontiert werden, das höher ist als das mittlere. Sprechen: Grundlage für den Gebrauch der Sprache als Kommunikationsmittel ist eine möglichst richtige Intonation und Aussprache, die nach wie vor regelmäßig geübt und korrigiert werden müssen (insbesondere sind dies die Frageintonationen, die Unterscheidung von stimmlosen und stimmhaften Konsonanten, die Assimilation, die Palatalisation, die Reduktion). Ebenso wichtig ist es, ein im Alltag übliches Sprechtempo zu pflegen, denn jede Verlangsamung verzerrt die,,sprachliche Wirklichkeit''. In der Entwicklung der Fertigkeit,,Sprechen'' wird die gestaltende Phase die erste Stelle einnehmen müssen, die es den Schülern gestattet, sich ihren eigenen Bedürfnissen gemäß auszudrücken. In diesem Zusammenhang ist besonders darauf zu achten, daß Übungen, die schwierige grammatische und lexikalische Probleme betreffen, über,,formalübungen'' hinaus zu kommunikationsorientierten Übungen hinführen. Ziel ist das Sprachkönnen, nicht das Wissen über die Sprache. Ein wichtiges Prinzip bei der Entwicklung der Fertigkeit,,Sprechen'' besteht darin, daß der Gesprächsinhalt den Schüler weder über- noch unterfordert und seinen Interessen entspricht. Übungs- und Überprüfungsformen sind unter anderem: Stellen und Beantworten von Fragen und richtiges Reagieren, Anwenden des Gelernten in ähnlichen und neuen Situationen, Redeübungen, Klassengespräche, Verbalisieren von Bildgeschichten, Wiedergabe von Gelesenem, Gehörtem, Gesehenem und Erlebtem, Zusammenfassungen, Kommentare, Stellungnahmen.

11 Leseverstehen: Zur Schulung des Leseverstehens sind Lesetexte heranzuziehen, die den Interessen, der Reife und dem sprachlichen Können der Schüler entsprechen und so die Freude am Lesen fördern. Ziel sind Originaltexte, der Weg dazu führt - insbesondere in der 5. Klasse - über adaptierte und kommentierte Texte. Wegen seiner praktischen Verwertbarkeit auch außerhalb des Unterrichts kommt dem Lesen, insbesondere dem stillen Lesen mit dem Ziel des Globalverstehens, große Bedeutung zu. Im Unterricht wird zwischen dem lauten und dem stillen Lesen zu unterscheiden sein. Das laute Lesen dient in der Regel nicht der Entwicklung des Leseverstehens, sondern der Schulung und Korrektur der Aussprache und Intonation. Das stille Lesen ist der Normalfall des Kontaktes mit Lesetexten und muß daher auch im Unterricht ensprechend geübt werden. Ziel des Lesens ist in der Regel Globalverstehen. Damit soll die Fähigkeit entwickelt werden, sprachlich Unbekanntes aus dem Zusammenhang zu verstehen. Ein Eingehen auf jedes Detail hemmt die Motivation und widerspricht einer ökonomischen Unterrichtsführung. Das schließt jedoch nicht aus, daß je nach Textsorte und Teillernziel auch Detailverstehen und genaue Übersetzung gefordert werden können. Die Überprüfung des Leseverstehens soll aber im allgemeinen nicht durch Übersetzung erfolgen, sondern durch Fragen, Zusammenfassung, Nacherzählung, Erarbeiten des Hauptgedankens, Stellungnahme, Kommentar, Lückentexte. Die Entwicklung des Leseverstehens ist nicht Selbstzweck. Sie ist immer mit der Entwicklung der anderen sprachlichen Fertigkeiten verbunden und erweitert dadurch das sprachliche Können. Leseverstehen bringt Sachinformation, konfrontiert die Schüler mit Einsichten und Haltungen und kann dadurch zu einem wichtigen Faktor der Motivation werden. Schreiben: Der schriftliche Gebrauch des Russischen richtet sich einerseits nach den Erfordernissen des Unterrichts (Schreiben ohne Kommunikationssituation) und andererseits nach möglichen Schreibanlässen in Kommunikationssituationen. Zu den Erfordernissen des Unterrichts gehören schriftliche Übungen zur Fixierung des im Unterricht Erarbeiteten und zur Festigung und Feststellung des Unterrichtsertrages. Zu den möglichen Schreibanlässen in Kommunikationssituationen zählen neben Abfassen von persönlichen Briefen, Einladungen, Ausfüllen von Formularen auch solche Texte, die in dieser Form voraussichtlich keine praktische Anwendung durch den Schüler finden werden, aber der Schulung des schriftlichen Ausdrucks und dem Umgang mit Texten dienen. Es sind dies zb Nacherzählungen, Zusammenfassungen, Kommentare, persönliche Stellungnahmen, Aufsätze, Verfassen von Bildgeschichten, Verfassen von Texten, ausgehend von Bildern oder Impulstexten, Notizen zu Hör- und Lesetexten.

12 2. Einsichten in das Funktionieren von Sprache als Mittel der Kommunikation: Die russische Sprache ist im Gegensatz zum Englischen und Französischen eine synthetische Sprache, die sich in der Grammatik durch großen Formenreichtum auszeichnet. Das ermöglicht in besonderer Weise Einsichten in das Funktionieren einer Sprache überhaupt und fordert oft den Vergleich mit der Muttersprache und anderen erlernten Sprachen heraus. So gesehen bedeutet die Beschäftigung mit dem Russischen eine intensive sprachliche Schulung, wobei die formalen Aspekte der Sprache aber nicht Selbstzweck sein dürfen, sondern immer in Hinblick auf ihre kommunikative Funktion zu sehen sind. Das Funktionieren von Sprache ist den Schülern jeweils anhand des sprachlichen Lernmaterials zu verdeutlichen. Das kann einerseits durch die Gegenüberstellung verschiedener grammatischer und lexikalischer Strukturen für dieselbe Aussage im Russischen und im Deutschen bzw. einer anderen den Schülern bekannten Sprache geschehen, andererseits auf einer höheren Lernstufe durch die Gegenüberstellung verschiedenartiger grammatischer und lexikalischer Strukturen zum Ausdruck gleicher oder ähnlicher Inhalte im Russischen selbst (-Pozalujsta, otkroj okno!, -Ty ne mozes' otkryt' okno?, -Ne otkryt' li nam okno?, -Ne mogli by vy otkryt' okno?...). Der Formenreichtum des Russischen darf jedoch nicht zu einem Unterricht verführen, der nur aus sprachformalem Training, dh. aus nichtkommunikativem Üben, besteht. Das Ziel des Unterrichtes ist Kommunikationsfähigkeit. Grammatische Phänomene dürfen nicht allein deskriptiv dargestellt werden, sondern sollen von den Schülern als sinnvolle Bereicherung ihres Ausdrucksvermögens angesehen werden. Das ist in der Regel dann der Fall, wenn einerseits von einer konkreten sprachlichen Situation ausgegangen wird, andererseits das grammatische Phänomen in seiner Funktion dargestellt wird. Der Phase des Einübens des isolierten Phänomens (nichtkommunikative Phase) muß unbedingt die kommunikationsorientierte Übungsphase folgen. Den Schülern soll anhand des jeweiligen Lernmaterials bewußt gemacht werden, daß sprachliche Äußerungen von der Situation, in der sie gemacht werden, abhängig sind. Solche Situationen sollen von allem Anfang im Unterricht genützt bzw. simuliert werden, um die Kreativität der Schüler zu fördern.

13 3. Kenntnisse aus ausgewählten Bereichen der Landes- und Kulturkunde der Sowjetunion: Da die Sprache eng mit der Kultur eines Volkes verbunden ist, darf sie auch nicht losgelöst von dieser vermittelt werden. Landes- und Kulturkunde zieht sich daher als integrierendes Prinzip durch den ganzen Fremdsprachenunterricht. So falsch es also wäre, eine Fremdsprache ohne Bezug auf kulturelle Gegebenheiten zu vermitteln, so einseitig wäre es aber auch, nur die Kultur des fremden Volkes bzw. nur des eigenen zu berücksichtigen. Landes- und Kulturkunde soll also immer komparativ bzw. kontrastiv sein. Der Schüler soll lernen, Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Österreich und der Sowjetunion im Bereiche der staatlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Einrichtungen zu erkennen, und soll damit zu einer differenzierten Betrachtung der Zusammenhänge gelangen. Der Schüler wird damit stärker angeregt, sich mit einer anderen Gesellschaftsordnung und anderen Wertvorstellungen auseinanderzusetzen. Damit soll ihm ermöglicht werden, mögliche Vorurteile und Klischeevorstellungen zu korrigieren. Von der Beschäftigung mit der Sprache ausgehend soll der Russischunterricht im Schüler in besonderer Weise das Interesse für die Sowjetunion wecken und damit auch die Bereitschaft, sich - über das Schulische hinausgehend - in weiterem Rahmen über dieses Land zu informieren. Der Schüler wird umso besser imstande sein, sich mit den daraus folgenden Fragen auseinanderzusetzen, je mehr er fähig und bereit ist, auch auf sowjetische Informationsquellen zurückzugreifen (Zeitungen, Zeitschriften, Radio-, Fernsehsendungen, mündliche Berichte und dergleichen). Der großen Bedeutung der russischen Literatur für die Weltliteratur ist Rechnung zu tragen. Die Beschäftigung mit russischer Literatur soll die Freude am Lesen und das Interesse an Literatur fördern. Dabei ist exemplarisch vorzugehen, eine systematische Darstellung ist zu vermeiden. Die Schüler sollen mit einigen nicht zu langen Ganzschriften und auch mit repräsentativen Ausschnitten aus einigen umfangreichen Werken bekannt gemacht werden. Die Auswahl sollte nach den folgenden Kriterien erfolgen: - die Bedeutung des Schriftstellers und Dichters für die russische und die Weltliteratur; nicht übergangen werden sollten A. S. Puschkin, F. M. Dostojewskij, L. N. Tolstoj, A. P. Tschechow, M. Gorkij sowie Vertreter der Gegenwartsliteratur. - die Ergiebigkeit der gewählten Texte für Gespräche und Stellungnahmen sowie für die Gewinnung von Einsichten in einige zentrale Fragen der russischen Literatur und in Grundfragen der menschlichen Existenz;

14 - der sprachliche Schwierigkeitsgrad der gewählten Texte muß dem sprachlichen Können der Schüler angepaßt sein; dies gilt insbesondere für die 5. und 6. Klasse. Dabei muß jedoch vermieden werden, daß jeder Text nach sämtlichen möglichen Gesichtspunkten behandelt wird, weil eine zu lang andauernde Beschäftigung mit einem Werk das Interesse der Schüler an der Literatur schwinden läßt. Landes- und Kulturkunde einschließlich der Literatur ist ein Unterrichtsprinzip und kein systematisch zu erarbeitendes Wissensgebiet. Dem Lehrer bleibt es überlassen, geeignete Texte, Tonund Bildmaterial oder sonst sich bietende Anlässe landeskundlich auszuwerten, wobei eine Streuung über mehrere der Teilbereiche (zb Geschichte, Geographie, Wirtschaft, Staat und Gesellschaft, Alltag, Weltanschauung, Wissenschaft und Bildung, Kunst und Literatur) erfolgen soll. 4. Beherrschung grundlegender Lern- und Arbeitstechniken: Aufgabe des Lehrer wird es sein, im Schüler nicht nur sprachliche Fertigkeiten zu entwickeln und ihm Wissen zu vermitteln, sondern ihn auch zum sachgerechten und selbständigen Einsatz der für den Spracherwerb und die Sprachausübung vorhandenen Hilfsmittel und Lerntechniken anzuleiten. Der Schüler soll mit Hilfe des Lehrers erkennen, wie er am besten lernt und mögliche Hilfsmittel am vorteilhaftesten einsetzt. Besonders wichtig ist es in diesem Zusammenhang auch, die Schüler zum richtigen und rationellen Gebrauch des Wörterbuchs hinzuführen. Gegebenenfalls ist der Lerncomputer einzusetzen. 5. Die Gestaltung des Russischunterrichts: Die Gestaltung des Russischunterrichts zielt - auf die Erarbeitung und Vermittlung neuer Lerninhalte - auf die Sicherung und Anwendung dieser Lerninhalte - auf die Kontrolle des Unterrichtsertrages - auf die Vermittlung von Techniken zum selbständigen Spracherwerb. Da es im Fremdsprachenunterricht in besonderer Weise darauf ankommt, daß die Schüler in der fremden Sprache selbst aktiv sind, sind aus der großen Zahl möglicher Unterrichtsformen jene zu bevorzugen, bei denen die Tätigkeit der Schüler über bloßes Zuhören und Mitschreiben hinausgeht.

15 Das Variieren der Arbeitsformen im Unterricht ist aus sachlogischen und psychologischen Gründen erforderlich, weil nicht jede Unterrichtsform zum Erreichen eines bestimmten Teillernzieles geeignet ist und weil das Interesse der Schüler auch durch Abwechslung aufrechterhalten werden kann. Eine richtige Verteilung und zeitliche Begrenzung der verschiedenen Unterrichtsphasen ist anzustreben. Die Phase der Erarbeitung und Vermittlung neuer Lerninhalte soll gut motiviert, klar und kurz sein und muß in die Phase der Sicherung und Anwendung einmünden, der im Unterrichtsgeschehen der zentrale Platz zusteht. Unerläßlich sind dabei regelmäßige mündliche und schriftliche Schul- und Hausübungen sowie ständiges Wiederholen, auch von weiter Zurückliegendem. Die Schul- und Hausübungen sind regelmäßig zu korrigieren. Folgende Arbeitsformen bieten sich ua. an: Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit; Lehrer-Schüler-Gespräch, Schüler-Schüler-Gespräch, Rollenspiel, szenische Darstellung, Lehrervortrag, Schülerreferat. Die Arbeitsaufträge müssen stets klar und eindeutig sein, ihre Erfüllung darf den Schüler weder sprachlich noch inhaltlich überfordern. Die ständige Kontrolle des Unterrichtsertrages, die großteils Hand in Hand mit der Sicherung und Anwendung geht, ist zur Selbstkontrolle des Schülers und des Lehrers unentbehrlich. Querverbindungen: Querverbindungen von Russisch sind zu fast allen Unterrichtsgegenständen möglich und wünschenswert. Sie lassen sich auf der rein sprachlichen und der inhaltlichen Ebene realisieren. Auf rein sprachlicher Ebene werden dem Russischunterricht jene Grundfertigkeiten, Erfahrungen und Verfahrenskenntnisse zugute kommen, die der Schüler bei der Beschäftigung mit anderen Sprachen (Deutsch, Latein, andere lebende Fremdsprachen) entwickelt hat, und umgekehrt. Auf inhaltlicher Ebene kann man auf jenes Wissen zurückgreifen, das die Schüler in den anderen Unterrichtsgegenständen erworben haben. Die Verwirklichung solcher Querverbindungen wird in erster Linie von den Themen und Situationen abhängen, die behandelt wurden oder werden.

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