RHETORIK SEK. Entwickelt an den docemus Privatschulen

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1 RHETORIK SEK Entwickelt an den docemus Privatschulen

2 Erarbeitet: Dr. Ramona Benkenstein Idee/Layout: Brandung. Ideen, Marken, Strategien ISBN Auflage 2010 Polymathes Verlag, Ute und Jens Brügmann GbR, Leipzig Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Nutzung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages. Hinweis zu 52a UrhG: Weder das Werk noch seine Teile dürfen ohne eine solche Einwilligung gescannt und in ein Netzwerk eingestellt werden. Dies gilt auch für Intranets von Schulen und Bildungseinrichtungen.

3 Inhaltsverzeichnis 1 Vorwort Zielsetzung und Lernbereiche...5 Lernbereich 1 Vortrag...5 Lernbereich 2 Grundlagen der Kommunikation und Gesprächsrhetorik...5 Lernbereich 3 Redekunst Kompetenzerwerb im Fach Rhetorik Kompetenzbereiche Schlüsselqualifikationen Schwerpunkte der gymnasialen Oberstufe Kompetenzerwerb in den Lernbereichen Lernbereich 1 Vortrag Lernbereich 2 Grundlagen der Kommunikation und Gesprächsrhetorik Lernbereich 3 Redekunst

4 1 Vorwort Seit der Antike bildet die Rhetorik als Teil der septem artes liberales 1 ein wichtiges Element der Bildung und fand im Humanismus des 15. Jahrhunderts in den studia humanitatis eine erneute Wertschätzung, indem sie Teil des humanistischen Bildungsprogramms wurde, durch das die Menschen mittels Bildung vervollkommnet werden sollten. Am humanistischen Philipp-Melanchthon-Gymnasium Grünheide (Mark) wird daher Rhetorik als eigenständiges Fach in der Sekundarstufe I und II unterrichtet, wobei eine Verbindung mit anderen Fächern angestrebt wird, soweit dies thematisch und methodisch sinnvoll ist. Die primären Bildungs- und Erziehungsziele des Faches Rhetorik liegen in der Schulung des Sprachverständnisses, der Persönlichkeitsbildung und der Anschlussfähigkeit des erworbenen Wissens in außerschulischen Bereichen in Verbindung mit der Perspektive des lebenslangen Lernens. Gerade in Bezug auf den letzten Punkt seien die Schlüsselqualifikationen herausgestellt, die das Fach Rhetorik in all seinen Facetten aufbaut und fördert. Damit werden die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt, am demokratischen Handeln der Gesellschaft teilzunehmen, was den humanistischen Grundgedanken des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums entspricht. Der vorliegende Lehrpan für die gymnasiale Oberstufe ist jahrgangsübergreifend angelegt. Dabei führt er zum einen die in der Sekundarstufe I vermittelten Lernbereiche fort, was unter anderem in der Aufteilung der Inhalte in die drei Lernbereiche zu erkennen ist. Auf der anderen Seite stellt es ein speziell für die Sekundarstufe II entwickeltes Curriculum dar, was sowohl an den entwicklungsstandspezifischen Inhalten und Zielsetzungen als auch an der stärkeren Ausrichtung auf das Abstrahieren, Evaluieren und Kommentieren erkennbar ist. Der aktuelle Rahmenlehrplan des Landes Brandenburg für das Fach Deutsch 2 diente als Orientierung und wurde beispielsweise um die philosophische und kommunikative Dimension erweitert. Im Folgenden schließt sich einer kurzen begrifflichen Ausführung die detaillierte Darstellung der drei Lernbereiche an. Im Anschluss daran findet eine Einordnung der in der Rhetorik zu erwerbenden Kompetenzen statt sowohl im Hinblick auf die Kompetenzbereiche des Rahmenlehrplanes Deutsch des Landes Brandenburg als auch auf die Schlüsselqualifikationen 3. Zum Abschluss erfolgt eine ausführliche Zusammenstellung der inhaltlichen Schwerpunkte und Lernziele zusammen mit einem Bezug auf die Planung und Durchführung des Faches Rhetorik mit Hinweisen zu fächerübergreifendem und -verbindendem Unterricht. 1 Sieben Freie Künste, die seit der Antike ein Kanon von sieben Fächern des Studiums sind, die man als gebildeter Mensch beherrschen sollte. Dazu gehören neben Rhetorik die Grammatik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie. 2 Rahmenlehrplan für den Unterricht in der gymnasialen Oberstufe im Land Brandenburg, Deutsch, Ministerium für Bildung, Jugend und Sport Land Brandenburg (Rahmenlehrplannummer: ) 3 Bei den Schlüsselqualifikationen wird auf die Ausführungen Dieter Mertens ( Thesen zur Schulung für eine moderne Gesellschaft ) Bezug genommen und die in der Diskussion der Fachwissenschaft etablierten Kompetenzen (Methoden-, Sozial-, Medien- und Personale Kompetenz) zugrunde gelegt. 4

5 Zielsetzung und Lernbereiche 2 Zielsetzung und Lernbereiche In Anlehnung Wagner 4 wird der Begriff Rhetorik im Unterrichtsfach Rhetorik als seit der Antike praktizierte Wissenschaft [verstanden], die verschiedene Aspekte der Kommunikation untersucht [ ] und sich vor allem mit ihrer Wirksamkeit beschäftigt. Sie untersucht dabei unterschiedliche Gesprächs- und Redeformen und gibt Anregungen zur Verbesserung. 5 Damit findet die in der zeitgenössischen Rhetorik übliche Öffnung des Begriffes statt, sodass nicht mehr nur die herkömmliche Übersetzung von Rhetorik als Redekunst zum Tragen kommt. Im Fach Rhetorik werden Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt, welche auf drei ineinander wirkenden Bereichen basieren. Lernbereich 1 Vortrag Die Schülerinnen und Schüler trainieren das Erstellen und Halten von Fachvorträgen unterschiedlicher Art. Dabei werden die Aspekte der Vorbereitung (Recherche, sinnerfassendes Lesen, Gliederung von Informationen, Situationsanalyse, verbale und nonverbale Kommunikation), Durchführung (Auswahl geeigneter Präsentationsmöglichkeiten und der Umgang mit ihnen) und Reflexion (Selbst-, Fremdbewertung, Feedback) vermittelt und eingeübt. Des Weiteren findet die hörer- und textbezogene Vortragstechnik besondere Beachtung, wobei das interpretierende Textsprechen im Vordergrund steht. Lernbereich 2 Grundlagen der Kommunikation und Gesprächsrhetorik Die Schülerinnen und Schüler lernen philosophische und psychologische Grundlagen der Kommunikation kennen. Dabei stehen sowohl die Sprechakttheorie als auch die Semiotik als Lehre der sprachlichen Zeichen und die Psychologie der Massen im Mittelpunkt der Betrachtung. Durch dieses Wissen ebenso wie durch die Auseinandersetzung mit der Struktur der Kommunikation erlangen die Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit, Texte, Gespräche und Reden zu untersuchen sowie diese Kenntnisse in der Vorbereitung und Darlegung eigener Texte anzuwenden. Weiterhin erlernen und trainieren die Schülerinnen und Schüler das Führen strukturierter Gespräche (z.b. Besprechung, Verhandlung). In diesem Zusammenhang sind Fragetechniken, das Moderieren und Protokollieren wichtige zu erlernende Fertigkeiten. In diesem Lernbereich steht das sachliche, zielgerichtete sowie fachliche Argumentieren und Erörtern im Mittelpunkt. Diese Fähigkeiten finden sowohl in der Textproduktion als auch in der mündlichen Debatte und Diskussion Anwendung. Lernbereich 3 Redekunst Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit historischen und aktuellen Reden auseinander mit dem Ziel, Rückschlüsse für ihre eigene Sprachkompetenz zu ziehen. Um eine Rede in ihrer vollen Wirkung zu erfahren und zu analysieren, sollte sie möglichst im Original betrachtet und gegebenenfalls vorgetragen werden. Daher ist die enge Verbindung zu altsprachlichen Fächern, wie beispielsweise Latein, immanent. Ziel ist es, die in der Analyse erkannten Gestaltungs- und Vortragsmöglichkeiten in der eigenen Redenproduktion anzuwenden. Zu der aktuellen Redekunst gehört außerdem die Medienrhetorik. Hier stehen das Interview, aber genauso 4 Vgl. Wagner, Roland W. (2006): Mündliche Kommunikation in der Schule, Paderborn, S. 64f. 5 Wagner (2006), S. 65 5

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