Kapitel 3 Ein Grundkurs in Programmierung mit Visual Basic.NET

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1 Kapitel 3 Ein Grundkurs in Programmierung mit Visual Basic.NET Programmieren zu lernen bedeutet, viel Neues in kurzer Zeit zu lernen, im Großen wie im Kleinen. In diesem Kapitel lernen Sie das kleine Einmaleins der Programmierung mit Visual Basic.NET kennen. Dazu gehören allgemeine Regeln, wichtige Befehle, Variablen, Operatoren, Kommentare, kurz, die Grundzutaten, die in jedem Visual Basic.NET-Programm benötigt werden. Außerdem erfahren Sie, wie ein Computerprogramm Entscheidungen trifft. Haben Sie dieses Prinzip verstanden, wissen Sie, wie ein Computer»denkt«, und wissen gleichzeitig, dass kein Computer wirklich intelligent ist.

2 Ihr Erfolgsbarometer Das können Sie schon:.net installieren 21 Der Umgang mit Visual Studio.NET 52 Das lernen Sie neu: Der allgemeine Aufbau eines Visual Basic.NET-Programms 60 Konsolenprogramme umsetzen 65 Variablen als Kurzzeitgedächtnis des Computers 70 Ausgaben in der Konsole 73 Eingaben über die Konsole 74 Wie ein Programm mit Operatoren rechnet 77 Ein kleiner Mehrwertsteuerrechner 80 Stunde der Entscheidung oder wie ein Computerprogramm Entscheidungen trifft 81 Sprechen Sie Visual Basic.NET? Ein kurzer Überblick über den Befehlssatz 91 59

3 Hinweis Anders als im letzten Kapitel geht es im Folgenden nicht um Windows- Programme, die mit Formularen und Steuerelementen ausgestattet sind. In diesem Kapitel lernen Sie die Grundregeln der Programmierung am Beispiel von Konsolenprogrammen. Auch wenn die Ein- und Ausgabe hier nur über die Kommandozeile erfolgt, ist dies kein Nachteil. Im Gegenteil, da Konsolenprogramme nicht unbedingt Visual Studio.NET benötigen, sondern schnell mit Notepad eingetippt, in eine Datei gespeichert und mit dem Visual Basic.NET-Compiler kompiliert werden, geht alles ein wenig schneller. Dieses Kapitel können Sie also auch dann durcharbeiten, wenn Sie nur über das.net Framework SDK verfügen. Der allgemeine Aufbau eines Visual Basic.NET-Programms Bevor es mit den ersten Beispielen losgeht, müssen wir uns kurz mit dem allgemeinen Aufbau eines Visual Basic.NET-Programms beschäftigen. Sie werden am Ende feststellen, dass Sie damit die Funktionsweise eines Visual Basic.NET-Programms besser verstehen und die einzelnen Elemente bereits von Anfang an einen gewissen Sinn ergeben. Auch wenn jedes Programm eine ganz bestimmte Aufgabe erfüllt und mit einem individuellen»mix«an Befehlen und anderen»zutaten«arbeitet, gibt es doch einen gemeinsamen Rahmen, den die meisten Programme aufweisen. Dies ist so ähnlich wie bei Fernsehserien, die zwar pro Folge (meistens) eine neue Handlung besitzen, aber stets den gleichen Aufbau aufweisen (damit sich die Zuschauer schneller zurechtfinden). Sollten Sie als Autor für eine solche Fernsehserie eine neue Episode schreiben, müssten Sie sich an diesen allgemeinen Rahmen halten, damit der Reihencharakter und Wiedererkennungseffekt nicht verloren geht. Einen solchen Rahmen gibt es auch für Visual Basic.NET-Programme, zumindest, wenn es sich um jene Konsolenprogramme handelt, die Sie in diesem Kapitel kennen lernen. Damit es nicht zu spannend wird, zeigt das folgende Listing einen solchen Rahmen, der gleich zwei Aufgaben erfüllen soll. Zum einen soll der Ihnen jene Programmelemente zeigen, die in jedem Konsolenprogramm vorkommen. Zum anderen können Sie diesen Rahmen für eigene Programme, etwa für die kleinen Übungen, um die es am Ende des Kapitels geht, benutzen. 60

4 Aufbau eines Visual Basic.NET-Programms ' ' Ein allgemeiner Rahmen für Konsolenprogramme ' Visual Basic.NET Easy, Markt+Technik ' Imports System.Console Class App Shared Sub Main() ' Hier Befehle einfügen WriteLine("Auftrag ausgeführt!") End Sub End Class Ein allgemeiner Programmrahmen für Konsolenprogramme in Visual Basic.NET Tipp Sie finden den Rahmen auf der Begleit-CD im Verzeichnis \Quellen\Kapitel03 in der Datei Rahmen.vb. Verwenden Sie diesen Rahmen ruhig, wenn Sie ein neues Konsolenprogramm anfangen möchten. Sie müssen dadurch diesen Rahmen nicht mehr neu eingeben, sondern tippen die neuen Befehle lediglich in die Prozedur Main ein. Das spart nicht nur etwas Zeit, sondern vermeidet auch unnötige Tippfehler. Kommentare überflüssig, aber wichtig Sind die ersten vier Zeilen des obigen Programmlistings auch Befehlszeilen? (Und gibt es wirklich einen Befehl, der»visual Basic.NET Easy«heißt?) Nein, ganz so flexibel ist Visual Basic.NET, was das Formulieren von Befehlen angeht, nun noch nicht. Bei diesen Zeilen handelt es sich lediglich um Kommentarzeilen, die ein Listing enthalten kann, aber nicht enthalten muss. Kommentarzeilen erlauben dem Programmierer, allgemeine Hinweise in ein Listing einzubauen, wie zum Beispiel eine kurze Beschreibung oder einen Copyright-Hinweis. Eine Kommentarzeile wird durch einen Apostroph eingeleitet, auf den beliebige Zeichen folgen können. Da es sich nur um Hinweise und nicht um Befehle handelt, werden Kommentarzeilen vom Compiler einfach ignoriert. Lassen Sie also Ihren dichterischen Fähigkeiten freien Lauf (am Anfang können Sie aber ruhig auf Kommentare verzichten). 61

5 Hinweis Eine Kommentarzeile wird immer mit einem Apostroph (') eingeleitet. Alle Zeichen bis zum Zeilenende gehören zum Kommentar. Eine Erfolgsmeldung zum Schluss überflüssig, aber motivierend Vielleicht ist Ihnen die kleine Ausgabe des Satzes»Auftrag ausgeführt!«in der Prozedur Main aufgefallen? Eine solche»erfolgsmeldung«ist natürlich keine Pflicht und soll am Anfang in erster Linie dazu dienen anzuzeigen, dass das Programm erfolgreich zu Ende gebracht wurde. Sollte Sie diese Meldung stören oder sollten Sie sie schlicht für überflüssig halten, entfernen Sie sie wieder aus dem Rahmen oder lassen sie beim Eintippen eines neuen Listings einfach weg. Wie Ausgaben in einem Konsolenprogramm über die WriteLine-Funktion erfolgen, erfahren Sie weiter unten in diesem Kapitel im Abschnitt»Ausgaben in der Konsole«. Ein Imports-Befehl vereinfacht die Programmierung (ist aber nicht notwendig) Viele Visual Basic.NET-Programme beginnen in der Regel mit einem oder mehreren Imports-Befehlen, die offenbar irgendetwas importieren. Dieses Etwas ist ein so genannter Namespace, der in Kapitel 6 ausführlich erklärt wird. Halten Sie sich am Anfang an diesen einfachen Formalismus, der ebenfalls nicht zwingend notwendig ist lassen Sie den Imports-Befehl weg, müssen Sie vor einen Klassennamen den kompletten Namespace- Namen schreiben. Der Aufruf der WriteLine-Funktion sähe dann wie folgt aus: System.Console.WriteLine("Auftrag ausgeführt!") Mit einem vorausgehenden Imports-Befehl schreiben Sie einfach: WriteLine("Auftrag ausgeführt!") Sie sehen, dass ohne den Imports-Befehl die Programmierung etwas mehr Tipparbeit erfordert, was sich bei großen Programmen durchaus bemerkbar macht (denken Sie immer daran, Programmierer sind faul, aber dafür erfinderisch). 62

6 Aufbau eines Visual Basic.NET-Programms Die Main-Prozedur legt den Programmstart fest Ein Befehl kann in einem Visual Basic.NET nicht einfach»irgendwo«stehen. Meistens befindet er sich in einer Prozedur. Eine Prozedur ist ein Name, der für eine Gruppe von Befehlen steht. Eine Prozedur wird über den Sub- Befehl von Visual Basic.NET eingeleitet, auf den der Name der Prozedur folgt, und über den End Sub-Befehl wieder beendet. Wie groß eine Prozedur wird, spielt keine Rolle, sie kann aus einem oder aus mehreren Dutzend Befehlen bestehen. Werfen Sie dazu noch einmal einen Blick in das Listing des oben gezeigten Programmrahmens. Auch dort finden Sie eine Prozedur, die wie folgt definiert wird: Shared Sub Main() End Sub Prozeduren werden in Kapitel 5 ausführlicher erklärt. Im Moment müssen Sie sich nur merken, dass ein Konsolenprogramm immer eine Prozedur mit dem Namen Main besitzen muss. Das Befehlswort Shared gibt an, dass die Prozedur aufgerufen werden kann, ohne dass die Klasse instanziert werden muss. Mehr dazu ebenfalls in Kapitel 5. Klassen bilden den Rahmen für ein Programm Wenn Sie bei Klassen zunächst an Schule, Hausaufgaben, Nachsitzen, Textaufgaben und andere mehr oder weniger erfreuliche Themen denken müssen, sind Sie noch ganz neu bei der Programmierung. Für einen Programmierer ist eine Klasse lediglich ein Programmelement, mit dem sich ein so genannter Typ definieren lässt. Ein Typ wiederum steht für einen Satz an Eigenschaften und Methoden sowie weitere Details. Dies sind aber alles Themen, die erst in Kapitel 5 an der Reihe sind. Im Moment soll es lediglich darum gehen, dass jedes Visual Basic.NET-Programm aus mindestens einer Klasse besteht, die durch den Class-Befehl eingeleitet und den End Class-Befehl wieder beendet wird. Werfen Sie auch dazu noch einmal einen Blick in das Programmrahmenlisting. Auch dort finden Sie eine Klasse, die wie folgt definiert wird: Class App End Class Der Class-Befehl definiert eine Klasse mit dem Namen App. Den Namen können Sie sich frei ausdenken in diesem Buch heißt die»hauptklasse«in 63

7 einem Konsolenprogramm immer App (für Applikation), wenngleich dies natürlich nicht zwingend ist. Das»kleinste«Visual Basic.NET-Programm der Welt In den letzten Abschnitten war ein paar Mal davon zu lesen, dass ein Programmelement im Grunde gar nicht wirklich benötigt wird. Wenn es nicht benötigt wird, warum ist es dann dabei? Nun, auf diese mehr philosophische Frage gibt es natürlich eine Antwort. Die Kurzform lautet, dass beim Programmieren nicht nur Befehle, sondern auch Konventionen eine Rolle spielen. Eine dieser Konventionen besagt, Programme mit einem Kommentar beginnen zu lassen, eine andere, den Imports-Befehl zu verwenden. Dennoch, es geht auch etwas einfacher. Als kleines»kontrastprogramm«zeigt das folgende Listing das kleinste mögliche Visual Basic.NET-Programm, das lediglich das zum Kompilieren notwendige Gerüst enthält. Damit auch bei diesem Programm etwas passiert, wird eine Ausgabe in der Konsole durchgeführt. Diese ist natürlich sie werden es sich doch gedacht haben im Grunde überflüssig. Class App Shared Sub Main() System.Console.WriteLine("Auftrag ausgeführt!") End Sub End Class Das sicher kleinste Visual Basic.NET-Programm der Welt (Minimal.vb) Ist dieses Beispiel wirklich das kleinste Visual Basic.NET-Programm der Welt? Nun, nicht ganz. Wenn Sie wirklich möchten, geht es noch ein wenig einfacher. Das nächste Listing zeigt einen Rahmen, der mit dem Module-Befehl arbeitet, der ein»modul«definiert (dieser Begriff ist in erster Linie für Programmierer gedacht, die bereits ältere Versionen von Visual Basic gut kennen). Da dieser Befehl aber lediglich eine Klasse definiert, in der alle Mitglieder mit Shared deklariert werden und somit direkt zugänglich ist, wird der Module-Befehl in diesem Buch nicht weiter verwendet (auch wenn es danach aussehen mag, dass durch ihn die Programmierung etwas vereinfacht wird). 64

8 Konsolenprogramme umsetzen Module App Sub Main() System.Console.WriteLine("Ich bin am kleinsten!") End Sub End Module Kleiner geht es nun wirklich nicht mehr. Konsolenprogramme umsetzen Bevor es mit den ersten Beispielen losgeht, müssen Sie noch einmal ausführlich erfahren, wie Sie aus einem Listing, etwa jenen, die in diesem Kapitel vorgestellt werden, ein Visual Basic.NET-Programm machen, das Sie jederzeit ausführen können. Die Vorgehensweise ist dabei stets gleich: 1 Tippen Sie das Listing aus dem Buch mit Notepad oder SharpDevelop (ein Programmeditor, der am Ende dieses Abschnitts kurz vorgestellt wird) ab oder geben Sie ein neues Listing ein (zum Beispiel, wenn Sie eine eigene Programmidee ausprobieren oder eine der Übungsaufgaben am Ende des Kapitels lösen möchten). 2 Speichern Sie das Programmlisting in einer Datei mit der Erweiterung.vb ab. 3 Rufen Sie die Eingabeaufforderung auf und wechseln Sie in das Verzeichnis, in dem Sie die Listingdatei gespeichert haben. 4 Rufen Sie nun den Visual Basic.NET-Compiler wie folgt auf: vbc <Name der Listingdatei.vb> Bei <Name der Listingdatei.vb> handelt es sich (natürlich) um den Namen der Listingdatei, den Sie beim Abspeichern festgelegt haben. Erwarten Sie vom Visual Basic.NET-Compiler kein großes»brimborium«. Wenn Sie alles richtig gemacht haben, sehen Sie lediglich eine kurze Copyright-Meldung des Programms. Das Ergebnis ist eine exe-datei, die Sie durch Eingabe ihres Namens zur Ausführung bringen. Ansonsten werden alle Fehler aufgelistet, was am Anfang etwas frustrierend sein kann. Doch keine Sorge, Programmierfehler sind dazu da, dass sie gemacht werden, damit man aus ihnen etwas lernen kann (und der Compiler ist nicht nachtragend). 65

9 So voll kann es auf dem Bildschirm werden, wenn der Visual Basic.NET-Compiler Fehler gefunden hat. Die Arbeitsweise des Compilers beeinflussen Normalerweise gibt es keinen Grund, die Arbeitsweise des Compilers zu beeinflussen. Wie immer gibt es aber auch hier Ausnahmen. Eine solche liegt zum Beispiel dann vor, wenn Sie am Ende auch die Anzahl der Fehler angezeigt bekommen möchten. In diesem Fall müssen Sie den Compiler vbc.exe zusätzlich mit der Option /verbose aufrufen: vbc HalloWelt.vb /verbose Es gibt noch mehr Compileroptionen, die Sie nach und nach kennen lernen werden. Am Anfang benötigen Sie diese noch nicht. Eine Liste sämtlicher Optionen erhalten Sie immer dann, wenn Sie vbc ohne weitere Angaben oder mit der Option /? aufrufen. Die wichtigsten dieser Optionen sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst. Compileroption /bugreport:<dateiname> /main:<klasse> Bedeutung Es wird ein Fehlerreport in der angegebenen Datei gespeichert, der ein Problem beschreibt, das beim Kompilieren aufgetreten ist. Legt den Namen der Klasse fest, die die Prozedur Main enthält, die den Programmstart einer Konsolenanwendung definiert. 66

10 Konsolenprogramme umsetzen Compileroption /nologo /out:<name> /r:<name> /t:library /t:winexe Bedeutung Es wird keine Compilermeldung angezeigt. Das ist nützlich, wenn der Compiler über ein Skript oder eine Stapeldatei aufgerufen wird. Gibt den Namen der Ausgabedatei an, die das»kompilat«enthält. Spielt nur dann eine Rolle, wenn die Ausgabedatei nicht den Namen der Quelltextdatei besitzen soll. Beim Kompilieren wird die über <Name> angegebene Bibliothek eingebunden. Das ist oft bei Assembly- Bibliotheken notwendig, wie zum Beispiel System.dll. Erzeugt anstelle einer exe-datei eine dll-datei, das heißt eine Programmbibliothek. Erzeugt eine Windows-Anwendung hier gibt es keine Konsole, in der Ein- und Ausgaben durchgeführt werden. Es werden ausführlichere Meldungen angezeigt. Alle Compileranweisungen werden aus der angegebenen Datei eingelesen. Das ist praktisch, wenn der Compiler jedes Mal mit umfangreichen Angaben, etwa langen Bibliotheksnamen, aufgerufen wird, die man nicht immer wieder neu eintippen möchte. Weitere Bibliotheken (Assemblies) angeben Wie eben beschrieben, setzen Sie grundsätzlich alle Visual Basic.NET- Programme um. Dies gilt auch für Windows-Anwendungen, wenngleich Sie diese sehr viel komfortabler mit Visual Studio.NET entwickeln. In einigen Fällen (aber nicht in diesem Kapitel) müssen Sie die Namen weiterer Bibliotheken angeben, die Funktionen enthalten, die von dem zu übersetzenden Visual Basic.NET-Programm benötigt werden. Eine häufig benötigte Bibliothek ist System.dll. Diese Bibliothek wird beim Aufruf von Vbc.exe über die Option /r: angegeben. Der Aufruf sieht damit wie folgt aus: vbc beispiel.vb /r:system.dll Doch woher weiß ich denn, welche Bibliothek(en) benötigt wird/werden? Das erfahren Sie zum Beispiel aus der Dokumentation. In diesem Buch erhalten Sie natürlich einen entsprechenden Hinweis, sodass es in diesem 67

11 Punkt keine Missverständnisse geben kann. Sollte beim Umsetzen eines Listings eine Fehlermeldung auftreten, die nicht auftreten sollte, kann es an einem fehlenden Bibliotheksverweis liegen. Beim Arbeiten mit Visual Studio.NET spielen diese Verweise im Allgemeinen keine Rolle, da sie beim Anlegen eines Projekts automatisch eingefügt werden (über die Projektmappen- Explorer erfahren Sie, welche Verweise ein Projekt enthält und können an dieser Stelle auch Verweise hinzufügen oder entfernen). SharpDevelop als Alternative zu Notepad Sie müssen Konsolenprogramme nicht unbedingt mit Notepad eintippen. Sie können dazu genauso gut Visual Studio.NET verwenden (das wird in Kapitel 5 gezeigt). Sollten Sie nicht über Visual Studio.NET verfügen oder es aus irgendeinem Grund nicht benutzen wollen, gibt es andere Alternativen. Eine davon ist der Freeware-Editor SharpDevelop. Er stammt nicht von Microsoft, sondern von einem Programmierer mit dem Namen Mike Krueger. Sharp- Develop ist ein attraktiver und leistungsfähiger Editor für.net-programmierer. Sie finden ihn auch auf der Begleit-CD im Verzeichnis \SharpDevelop. Aktuelle Versionen sowie viele weitere Informationen finden Sie im Internet unter Die Installation besteht aus dem Aufruf der Setup-Datei (zum Beispiel 088bSetup.exe für die Version 0.88) und ist in Sekundenschnelle erledigt. Auch die Bedienung ist sehr einfach. Folgende Möglichkeiten bietet SharpDevelop: Sie können Projekte anlegen, auch ein VB Forms-Projekt, wobei hier die IDE aber nur den erforderlichen Code einfügt. Im Unterschied zu Visual Studio.NET gibt es (natürlich) keinen Formular-Designer und keine Toolbox. Das wäre für einen kleinen Editor deutlich eine Nummer zu groß. Der Editor bietet eine einfache Syntaxhervorhebung für alle unterstützten Sprachen. Das bedeutet, dass wenn Sie einen Visual Basic.NET- Befehl eintippen, dieser vom Editor in einer charakteristischen Farbe angezeigt wird. Eine Visual Basic.NET-Datei kann aus der IDE heraus kompiliert und gestartet werden. Es gibt zwar keine Aufgabenliste, in die Compilerfehler eingetragen werden, aber sie werden im Quelltext unterlegt angezeigt. Sie können Lesezeichen setzen. 68

12 Konsolenprogramme umsetzen Es gibt eine Zwischenablage (Clipboard Ring), in der man Textfragmente ablegen kann, um sie später wiederzuverwenden. Die Suchfunktion unterstützt reguläre Ausdrücke. Einzelne Tools, wie IL Dasm oder WinCV (der Klassenviewer), lassen sich über das EXTRAS-Menü aufrufen. Es gibt einen Messagebox-Wizard, mit dem sich Dialogfelder zusammenstellen lassen. Über die Optionen lässt sich eine Landessprache aus einem Dutzend unterschiedlicher Landessprachen einstellen. Es gibt eine Online-Hilfe. SharpDevelop ist für Visual Basic.NET-Programmierer eine sehr attraktive Alternative zu Notepad. Hinweis Ein kleiner Nachteil bei SharpDevelop ist, dass bei Dateien, die Umlaute enthalten, diese offenbar nicht in allen Fällen korrekt geladen werden. 69

13 Variablen als Kurzzeitgedächtnis des Computers In diesem Abschnitt geht es mit dem Grundkurs richtig los. Mit den Variablen lernen Sie das erste wichtige Element praktisch jeder Programmiersprache kennen. Variablen sind das»kurzzeitgedächtnis«eines Programms. Sie sind dazu da, dass ein Programm sich Zahlen, Zeichenketten, Datumsangaben, kurz alles das merken kann, was während der Programmausführung anfällt und nicht sofort wieder in Vergessenheit geraten soll. Wann immer sich ein Computerprogramm etwas merken soll, verwendet der Programmierer dafür eine Variable. Was ist das? Eine Variable ist ein Name, der für einen beliebigen Wert, das heißt eine Zahl, einen Text oder ein Datum, steht. Der Umgang mit Variablen ist sehr einfach. Sie müssen lediglich wissen, dass Variablen (meistens am Anfang) des Programms»bekannt gemacht«werden müssen. Sie können sich sicher schon denken, dass dies nicht der offizielle Begriff ist. Programmierer sprechen vielmehr von der Deklaration einer Variablen. Für diese Variablendeklaration gibt es bei Visual Basic.NET gleich mehrere Befehle. In diesem Kapitel lernen Sie den Dim-Befehl kennen. Dieser Befehl hat bei Visual Basic eine lange Tradition, sodass sich aus seinem Namen nicht direkt auf seine Rolle schließen lässt. Merken Sie sich daher fürs Erste nur, dass Variablen zu Beginn des Programms mit Dim deklariert werden müssen. Hinweis Eine Variable muss vor ihrer Benutzung einmalig deklariert werden. Diese Aufgabe übernimmt meistens der Dim-Befehl. Andere Befehle für die Variablendeklaration sind Private, Public und Friend. Der folgende Befehl deklariert eine Variable mit dem Namen Zahl und gibt ihr den Anfangswert 123. Dim Zahl As Short =

14 Variablen als Kurzzeitgedächtnis des Computers Doch was hat dieses»as Short«zu bedeuten? Dies ist ein sehr wichtiger Aspekt bei der Deklaration von Variablen, der aber am Anfang vielleicht nicht ganz einfach zu verstehen ist. Neben einem Namen benötigt eine Variable immer einen so genannten Datentyp. Dieser legt fest, welcher Typ von Wert in der Variablen gespeichert werden kann. Short ist ein Name, der für ganzzahlige Zahlen im Bereich bis steht. Größere und kleinere Zahlen können daher in der Variablen Zahl genauso wenig gespeichert werden wie die Zahl 3, , da dies keine ganze Zahl ist. Auch wenn sich das nach einer unnötigen Einschränkung anhören mag, ist dies natürlich nicht der Fall. Dem Programmierer steht es selbstverständlich frei, einen anderen, besser passenden Datentyp zu verwenden. Über den Datentyp erfährt der Visual Basic.NET-Compiler, welche Sorte von Daten in der Variablen gespeichert werden sollen und kann sich entsprechend darauf einstellen. Mehr zu den Datentypen in Kapitel 7. Namensregeln für Variablennamen Auch wenn Sie für eine Variable im Prinzip einen beliebigen Namen wählen können, gibt es ein paar Einschränkungen, die Sie kennen müssen: Variablen dürfen keine Leerzeichen enthalten. Auch einige Sonderzeichen, wie %, &, und #, sind in Variablennamen nicht erlaubt. Variablen dürften (oder besser sollten) nicht die Namen von Befehlsund Schlüsselwörtern oder anderen reservierten Namen erhalten. Sollte es sich nicht vermeiden lassen, muss der Name in eckige Klammern gesetzt werden (das ist aber eine seltene Ausnahme). Für Variablennamen gibt es keine (echte) Längenbegrenzung Sie sollten daher einen Namen so wählen, dass er»sprechend«ist und sich aus dem Namen die Bedeutung seines Inhalts erkennen lässt. Nennen Sie eine Variable daher ruhig Mwst oder Mehrwertsteuer und nicht nur Mw. Bei sehr langen Namen ist es üblich, die einzelnen Namensteile durch einen Unterstrich zu trennen (zum Beispiel Koerperschaftsteuer_2002). Auf diese Weise wird der Name besser lesbar. Auch wenn Umlaute in einem Variablennamen erlaubt sind, sollten Sie sie wenn möglich vermeiden (dies ist aber keine echte Regel, sondern eher eine persönliche Empfehlung). Variablen in Aktion Sobald der formelle Teil erledigt ist, kann die Variable benutzt werden. Der folgende Befehl gibt der Variablen Zahl einen Wert: 71

15 Zahl = 1234 Das Zuweisen eines Wertes an eine Variable wird Zuweisung genannt (eigentlich logisch). Wichtig ist dabei, dass der Name der Variablen links vom Gleichheitszeichen steht das Gleichheitszeichen bedeutet nicht, dass die linke Seite gleich der rechten Seite ist, sondern muss als»wird zu«gelesen werden. Überall, wo der Name Zahl im Programm auftaucht (und die Variable gültig ist, was nicht uneingeschränkt der Fall sein muss), steht sie für den aktuellen Wert. Dieser kann jederzeit wieder geändert werden: Zahl = 5678 Es ist auch möglich, mehrere Variablen auf einmal zu deklarieren: Dim Alter, Gewicht, IQ As Short Alle drei Variablen erhalten den Datentyp Short (das ist ein wichtiger Unterschied zu früheren Versionen von Visual Basic, in denen die Variablen Alter und Gewicht den Datentyp Variant erhalten hätten, den es bei Visual Basic.NET nicht mehr gibt). Das folgende Beispiel (Variablen.vb) zeigt den generellen Umgang mit Variablen. Es wird eine Variable mit dem Namen Zahl definiert, die einen Anfangswert erhält, der im weiteren Verlauf des Programms zwei Mal geändert wird. Einmal durch eine Zuweisung, ein weiteres Mal, in dem der Wert um 1 erhöht wird. ' ' Beispiele für den Umgang mit Variablen ' Visual Basic.NET Easy, Markt+Technik ' Imports System.Console Class App Shared Sub Main() Dim Zahl As Short = 123 WriteLine("Der Wert von Zahl ist: " & Zahl) Zahl = 456 WriteLine("Der neue Wert von Zahl ist: " & Zahl) Zahl +=1 WriteLine("Der neue Wert von Zahl ist: " & Zahl) End Sub End Class Konstanten als Alternative Neben Variablen kennt Visual Basic.NET auch Konstanten. Sie sind das Gegenstück zu Variablen. Wie es der Name bereits andeutet, ist ihr Wert kon- 72

16 Ausgaben in der Konsole stant, er kann sich während der Programmausführung nicht ändern. Konstanten werden über den Const-Befehl definiert. Der folgende Const-Befehl definiert eine Konstante mit dem Namen Mwst und dem Datentyp Byte (Wertebereich 0 bis 255 ohne Vorzeichen): Const Mwst As Byte = 16 Ausgaben in der Konsole Bevor es mit dem Grundkurs der Visual Basic.NET-Programmierung weitergeht, müssen Sie etwas mehr über die Ausgabe von Texten und anderen Dingen in der Konsole erfahren. Ein Konsolenprogramm arbeitet (meistens) nicht mit Fenstern, sämtliche Ausgaben werden in der Konsole (dem Fenster der Eingabeaufforderung) durchgeführt. Das sieht am Anfang zwar nicht sehr aufregend aus, ist für die meisten Situationen aber vollkommen ausreichend. Anders als man es zunächst vielleicht vermuten könnte, gibt es bei Visual Basic.NET keinen Ausgabebefehl. Doch wie soll man Ausgaben denn ansonsten durchführen? Ganz einfach, über eine Klassenfunktion. Klassenfunktionen sind bei.net»befehle«, die immer zu einer Klasse gehören. Klassen sind bei.net wiederum»behälter«, die Funktionen enthalten. Sie werden über Klassen und Klassenfunktionen noch sehr viel in diesem Buch lesen, da sie für die Programmierung eine wichtige Rolle spielen. Kapitel 6 geht ausführlicher auf die Rolle dieser.net-basisklassen ein. Im Moment genügt es, wenn Sie sich merken, dass es für die Ausgabe in der Konsole die WriteLine-Funktion gibt, die zur Klasse Console gehört. Nun müssen Sie außerdem noch wissen, dass Klassenname und Funktionsname immer durch einen Punkt getrennt werden. Zudem wird das, was ausgegeben werden soll, in Klammern gesetzt (das ist bei Funktionen so üblich). Möchten Sie daher den Satz»Visual Basic.NET hat Klasse«in der Konsole ausgeben, lautet der komplette Befehl wie folgt: Console.WriteLine("Visual Basic.NET hat Klasse") Hinweis Klassenname und Funktionsname werden bei Visual Basic.NET immer durch einen Punkt getrennt. 73

17 Ausgaben mit Platzhalter Die WriteLine-Funktion besitzt eine Besonderheit, die Sie kennen müssen, da sie bereits für die ersten kleinen Beispiele in diesem Kapitel eine Rolle spielt. In den Ausgabetext können Platzhalter eingebaut werden, die bei der Ausgabe durch Zahlen oder andere Daten ersetzt werden. Ein Platzhalter ist dabei eine Zahl zwischen 0 und 9, die in geschweifte Klammern gesetzt wird (zum Beispiel {0}). Doch was soll das bringen? Ganz einfach, auf diese Weise muss die Zeichenkette nicht geändert werden, wenn sich der auszugebende Wert einer Zahl ändern sollte. Stellen Sie sich vor, Sie möchten einen Kontostand in der Konsole ausgeben der Kontostand ist in einer Variablen mit dem Namen Konto enthalten. Mit Platzhalter sieht die Ausgabe wie folgt aus: Console.WriteLine("Der aktuelle Kontostand: {0}", Konto) Haben Sie den Platzhalter erkannt? Es ist {0}. Bei der Ausgabe ersetzt Visual Basic.NET diesen Platzhalter durch den Wert der Variablen Konto. Beträgt dieser zum Beispiel 350,28, sieht die Ausgabe wie folgt aus: Der aktuelle Kontostand: 350,28 Eine besondere Erweiterung bei Platzhaltern ist die Möglichkeit, die Ausgabe in einer speziellen Art und Weise ausgeben zu können. Dies wird Formatierung genannt. Bei Währungsbeträgen bietet es sich natürlich an, diese in dem speziellen Währungsformat auszugeben, das über die Ländereinstellungen des Computers festgelegt wird. Dazu muss auf den Platzhalter ein :C folgen: Console.WriteLine("Der aktuelle Kontostand: {0:C}", _ Konto) Leider sehen Sie aber bei der Konsolenausgabe kein Eurozeichen, da der Zeichensatz es nicht darstellen kann. Eingaben über die Konsole Natürlich muss es auch eine Möglichkeit geben, während der Programmausführung Eingaben über die Tastatur durchführen zu können. Auf diese Weise wird es zum Beispiel möglich, dass ein Programm Werte verarbeitet, die der Anwender erst während der Programmausführung eingegeben hat. Für Eingaben über die Tastatur stellt.net die Klassenfunktion ReadLine zur Verfügung. Wie WriteLine gehört auch ReadLine zur.net-basisklasse Console, was für die Praxis aber keine Bedeutung hat (mehr zur Rolle der Basisklassen bei der Visual Basic.NET-Programmierung in Kapitel 6). 74

18 Eingaben über die Konsole Trifft das Programm bei der Ausführung auf eine ReadLine-Funktion, hält es an und wartet auf eine Eingabe durch den Anwender. Die Programmausführung wird erst dann fortgesetzt, wenn der Anwender die ( )-Taste drückt. Alle eingegebenen Zeichen, die von der ReadLine-Funktion»zurückgegeben«werden, werden üblicherweise einer Variablen zugewiesen, die vom Typ String sein muss (oder besser sollte, ansonsten kann eine Ausnahme die Folge sein, die zu einem Programmabbruch führt, wenn sie nicht abgefangen wird), denn ReadLine gibt immer Zeichenfolgen zurück. Dies gilt auch dann, wenn eine Zahl oder ein Datum eingegeben wurde. Wenn Sie ReadLine benutzen möchten, sieht die Befehlszeile wie folgt aus: Lieblingsfilm = ReadLine() Da man dem Anwender in der Regel mitteilen möchte, was er an dieser Stelle eingeben soll (ansonsten erscheint nur der kleine blinkende Balken, was nicht sehr aussagekräftig ist), gibt man vorher eine so genannte Eingabeaufforderung (auch als Prompt bezeichnet) aus. Dies geschieht wieder mit der WriteLine-Funktion, die Sie bereits kennen gelernt haben. ReadLine als»programmstopper«bei Visual Studio.NET Wenn Sie mit Visual Studio.NET arbeiten, dürfte Ihnen schon aufgefallen sein, dass das Fenster des Konsolenprogramms am Ende einfach wieder verschwindet und Programmausgaben nicht mehr zu sehen sind. Eine Möglichkeit, dies zu verhindern, besteht darin, am Ende des Programms die ReadLine-Funktion aufzurufen. Sie bewirkt, dass die Programmausführung angehalten und erst mit dem Drücken der ( )-Taste fortgesetzt wird. Wer es ganz korrekt machen möchte, stellt der ReadLine-Funktion eine Write-Funktion voran, sodass der Anwender erfährt, warum das Programm scheinbar hängt: Write("Weiter mit der Eingabe-Taste") ReadLine() Die Read-Funktion für die Eingabe eines einzelnen Zeichens Mehr der Vollständigkeit halber soll auch die Read-Funktion vorgestellt werden. Sie nimmt lediglich ein einzelnes Zeichen entgegen, dessen Zeichencode zurückgegeben und im Programm abgefragt werden kann. Doch da die Eingabe immer mit der ( )-Taste abgeschlossen werden muss, ist sie etwas unpraktisch und wird daher relativ selten benötigt. 75

19 Das folgende Beispiel (ReadWriteLine.vb) zeigt, wie Eingaben über die ReadLine-Funktion und Ausgaben über die Write-Funktion durchgeführt werden (im Unterschied zu WriteLine geschieht am Ende kein Zeilensprung, sodass die Eingabe in der gleichen Zeile wie die Ausgabe erfolgt). Wenn Sie das Programm starten, werden Sie aufgefordert, einen Namen einzugeben. Anschließend gibt das Programm die Anzahl der Zeichen in diesem Namen aus (dazu wird die Length-Eigenschaft der String-Klasse benutzt, die Sie in Kapitel 7 kennen lernen werden). ' ' Ein- und Ausgaben in der Konsole ' Visual Basic.NET Easy, Markt+Technik ' Imports System.Console Class App Shared Sub Main() Dim Name As String Write("Bitte Ihren Namen eingeben") Name = ReadLine() WriteLine("Hallo, {0} - der Name umfasst {1} Zeichen", Name, Name.Length) End Sub End Class Wenn Visual Basic.NET WriteLine & Co. nicht kennen will Viele Beispiele in diesem Buch verwenden zwar munter WriteLine und ReadLine, doch wenn Sie sie so abtippen, wie es im Buch steht, und dann kompilieren, gibt es auf einmal eine Fehlermeldung. Der Visual Basic.NET-Compiler will die Funktionen offenbar nicht kennen was ist hier los? Der Grund dafür ist, dass der Funktionsname alleine nicht genügt und Sie den Imports-Befehl vergessen haben. Zu jeder Funktion muss offiziell nicht nur der Klassenname, sondern auch der so genannte Namespace angegeben werden. Den Namen der Klasse kennen Sie bereits, sie heißt Console, und der Namespace heißt System, sodass der komplette Funktionsname System.Console.WriteLine lautet. Da dieses Voranstellen des Namespace- und des Klassennamens bei zwei oder drei Funktionen kein Problem ist, bei mehreren Dutzend Funktionen aber in Tipparbeit ausartet, gibt es den Imports-Befehl. Er wurde bereits kurz zu Beginn dieses Kapitels erwähnt und wird in Kapitel 6 ausführlicher erklärt. Bis dahin nehmen Sie den Imports-Befehl einfach als praktische Abkürzung hin, die Sie zu Beginn des Programms nicht vergessen sollten. 76

20 Mit Operatoren lernt ein Programm rechnen Mit Operatoren lernt ein Programm rechnen Natürlich muss ein Computer auch rechnen können. Das kann man schließlich erwarten, zumal sich der Name Computer genau aus diesem Umstand ableitet (engl. to compute = rechnen). Die Rechenbefehle von Visual Basic.NET lassen sich in zwei Kategorien einteilen: Operatoren und Klassenfunktionen. Die Klassenfunktionen, wie zum Beispiel Sin für die Sinus-Winkelfunktion oder Sqrt für die Berechnung der Quadratwurzel, lernen Sie in Kapitel 6 kennen, im Folgenden geht es nur um die Operatoren. Ein Operator verknüpft zwei Ausdrücke zu einem neuen Wert (der Begriff Ausdruck wird im nächsten Abschnitt erklärt). Operatoren müssen deswegen nicht ausführlich erklärt werden, weil wir im täglichen Leben praktisch permanent mit ihnen in Berührung kommen. Zwei Zahlen werden über den +-Operator addiert und über den --Operator subtrahiert. Nicht alle Operatoren entsprechen den Symbolen aus dem Alltag, die Sie auch auf jedem Taschenrechner finden. So lautet der Divisionsoperator wahlweise \ oder /, je nachdem, ob ein Rest mit Nachkommaanteil oder nur eine ganze Zahl ohne Nachkommaanteil herauskommen soll, und der Potenzoperator, der Zahl1 hoch Zahl2 ausrechnet, ist das ^-Zeichen. Alle Operatoren, die Visual Basic.NET kennt, sind in der folgenden Tabelle in der Reihenfolge ihrer Priorität zusammengestellt. Mit dabei sind auch die logischen Operatoren, wie And und Or, die weiter unten im Abschnitt»Stunde der Entscheidung«erklärt werden, wenn es um das Thema Bedingungen, und wie sie sich verknüpfen lassen, gehen wird. Operator Bedeutung ^ Potenzierung (zum Beispiel 2 ^3 = 8) +, Vorzeichen *, /, *=, /= Multiplikation, Division bzw. kombinierte Operation mit einer Zuweisung \ Integer-Division Mod Rest einer Division +, -, +=, -= Addition, Subtraktion bzw. kombinierte Operation mit einer Zuweisung &, &= Zusammenfügen von Zeichenketten bzw. kombinierte Operation mit einer Zuweisung 77

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