Coaching. Idee und Anwendung. Stefanie Kaske, Master Bildungswissenschaften an der TU Berlin

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1 Coaching Idee und Anwendung Stefanie Kaske, Master Bildungswissenschaften an der TU Berlin

2 Coaching Seminarbeitrag Input Was ist Coaching? In drei Ansätzen Arbeit in Kleingruppen Austausch im Plenum Auswertung der Gruppenarbeit Anwendungsbereiche Kritische Reflexion Abschluss Offene Fragen und Rückmeldung Ausblick: Mentoring 11. Juni

3 Coaching Die Idee Was verbindet ihr mit Coaching? 11. Juni

4 Coaching die Idee Coaching hat also zu tun mit Leistungssteigerung (Sport) Verhaltensänderung Prozessen Start und Ziel Gesprächen Beratung Aber was ist es denn genau? 11. Juni

5 Coaching als Leistungssteigerung (John Whitmore) sportlicher Ursprung (Timothy Gallwey) als mentales Training zur Leistungssteigerung Menschenbild Eckpfeiler: Verantwortung, Selbstmotivation und Bewußtsein Wie können V und B gesteigert werden? 11. Juni

6 (John Whitmore) Fragen statt Anweisungen ( Schaue auf den Ball! vs. Wohin fliegt der Ball? ) Gute Fragen beginnen mit Was, wann, wer, wieviel demotivierend sind Warum? und Wie? Kritik und analytisches Denken 11. Juni

7 (John Whitmore) Rolle des Coaches kein Experte! aber vom Potential des Coachee überzeugt Technik Fragen stellen in ruhigen, nicht-kritischen Tonfall, nicht lenkend, sondern Interesse des Coachee folgend genau auf die Antworten achten und spontan reagieren Achtung: Körpersprache, Tonfall 11. Juni

8 (John Whitmore) Frageabfolge: GROW Goal setting Ziel festsetzen Reality checking Iststand analysieren Options Alternative Strategien What, when, who, will Aktivitäten Technik: Reflexion & Selbstreflexion Gehörtes zusammenfassen und spiegeln richtiges Verständnis! Achtung: Projektion und Übertragung 11. Juni

9 Systemisches Coaching (Sonja Raddatz) Leistungscoaching nur schwer in Management & Führung übertragbar Beratung erfolgt nicht on the job Handlungen nie exakt wiederholbar es geht nicht um ein mehr sondern um ein anders 11. Juni

10 (Sonja Raddatz) Coaching ist nicht die Veränderung von Menschen in eine bestimmte Richtung und Präsentation einer Lösung (Expertenberatung) sondern die Begleitung von Menschen in Veränderungsprozessen löst Probleme im Spannungsfeld von Privatleben, Beruf und Organisation 11. Juni

11 (Sonja Raddatz) Coach ist verantwortlich für passende Fragen (statt Antworten) hilfreiche Zusammenfassungen Einhaltung des Ablaufs also den Prozess! Coachee findet eigenständig die Lösung für sein Problem und ist verantwortlich für die Inhalte 11. Juni

12 (Sonja Raddatz) Coaching-Haltungen Expertenhaltung Nehmen SIE mir mein Problem von den Schultern und lösen SIE es! Oben-unten-Verhältnis Vorteil: Expertise zeigen, kurzfristig Zeit sparen Nachteil: ständig Antworten und Lösungen finden Erfolgsdruck für Berater/Führungskraft 11. Juni

13 (Sonja Raddatz) Arzt-Patienten-Haltung Sagen SIE mir, wo das Problem ist, nehmen SIE es mir dann von den Schultern und lösen SIE es! Herausforderung:Überblick über alle Mitarbeiter und deren Aktivitäten haben und Hebel zur Lösung finden 11. Juni

14 (Sonja Raddatz) Coaching-Haltung Helfen Sie mir dabei, dass ICH erkenne, wo mein Problem liegt und unterstützen Sie mich bei MEINEN daran angrenzenden Lösungsversuchen! Coach für Prozess, Coachee für Inhalte Vorteile: längerfristige Zeitersparnis, verhindert Burnout Verschiebt Expertise zum MA/Kunden und stärkt so sein Selbstbewußtsein 11. Juni

15 (Sonja Raddatz) Wie gelingt Coaching für Menschen außerhalb des Sports? Das Vier-Schritte-Modell 11. Juni

16 (Sonja Raddatz) die Zwickmühle von Bewahren und Verändern Coaching in Veränderungsprozessen muss beide Seiten würdigen mit Vier-Schritte-Modell gelingt strukturierte Bearbeitung Leitfaden Ziel: für Coachee individuele maßgeschneiderte Lösungen finden 11. Juni

17 (Sonja Raddatz) 4-Schritte-Modell: 4) Mut zur Veränderung Was spricht dafür, dass der Kunde sein Verhalten ändert? 3) Mut zur Kombination aus dem Guten am Alten und dem Guten an den gewünschten neuen Elementen des Verhaltens Wie können die Elemente kombiniert werden? 2) Mut zu ganz Neuem 1) Mut zum Bewahren Was könnte der Kunde tun, woran er bis jetzt noch nicht gedacht hat? Was ist das gute am bisherigen Verhalten? 11. Juni

18 Anerkennende Fragen (Ed Schein) Organisationsberatung durch Prozessberatung 10 Prinzipien der Prozessberatung Instrument = Fragen 3 Frageebenen: Tatsachenfragen (Geschichte rekonstruieren) Diagnostische Fragen (Gefühle und Ursachen) Konfrontative Fragen (Ansichten des Beraters) 11. Juni

19 Anerkennende Fragen (Ed Schein) These: Konzentration auf Funktionierendes, Ideale und die Zukunft häufig hilfreicher Deshalb: anerkennend fragen - also Problem in einen positiven Zusammenhang stellen Grundannahme: Realität ist ein Wunder, mit dem es zu Arbeiten gilt statt Realität als eine Ansammlung von zu lösenden Problemen Fragen situativ einsetzen (anfangs eher Tatsachenfragen, später auch konfrontative Fragen möglich) 11. Juni

20 kleinster gemeinsamer Nenner (Deutscher Bundesverband Coaching) Coaching ist personenzentriert Coaching ist aufgabenorientiert Coaching nutzt sowohl psychologische Erkenntnisse als auch fachliche Inhalte 11. Juni

21 Coaching Arbeit in Kleingruppen Klingt nicht so schwierig, oder? Lasst uns ausprobieren, wie es geht! Wissend, dass wir nicht alles beachten und ausführlich besprechen können: Mut zur Lücke! 14:45 15:30 Arbeit im Tandem an eigenem Problem mit einem der Arbeitsaufträge: Coaching durchspielen (GROW) anerkennende Fragen üben 4-Schritte-Modell probieren 11. Juni

22 Coaching Anwendungsbereiche nach S. Raddatz in allen Lebenslagen, Organisationen und Berufen denkbar In welchen Stellen im Bildungsbereich ist Coaching denkbar? Coaching für Führungspersonen (z.b. Schulleiter) Pädagogen (Lehrer, Sozialarbeiter) 11. Juni

23 Coaching kritische Reflexion Welche Gefahren seht ihr für den Einsatz von Coaching in der Praxis? Würdet ihr euch coachen lassen? Wenn ja: Unter welchen Bedingungen? Achtungszeichen aus meiner Sicht: Gradwanderung Hilfe zur Selbsthilfe und Ratschläge geben Freiwilligkeit und Coaching als Instrument der Personalentwicklung Expertise und Ausbildung von Coaches: Psychologisches Handwerkszeug (Projektion, Realitätsabgleich) 11. Juni

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