1. Was bezeichnet man als Primär-/Sekundär-/Tertiärbedarf in der Materialwirtschaft?

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1 1. Was bezeichnet man als Primär-/Sekundär-/Tertiärbedarf in der Materialwirtschaft? Primärbedarf= ist der Bedarf an Erzeugnissen, verkaufsfähigen Baugruppen und Ersatzteilen in Form eines auch kapazitätsmäßig grob abgestimmten Produktionsprogramms, in dem Art, Menge und Fertigungstermine der Enderzeugnisse festgelegt sind. Sekundärbedarf= der Bedarf an Rohstoffen, Einzelteilen und Baugruppen, die zur Erstellung des Primärbedarfes benötigt werden. Tertiärbedarf= der Bedarf an Hilfsstoffen, Betriebsstoffen und Verschleißwerkzeugen, die zur Herstellung des Sekundär- und Primärbedarfes notwendig sind. 2. Was ist die Grundidee sowie Vor-/Nachteile der programm- / verbrauchsgebundenen Bedarfsermittlung? Programmgebundene BE(determistisch): eine gewisse Menge an Produkten wird zu einem genauen Zeitpunkt geliefert. Abhängig vom Produktionsprogramm. (Welche Teile werden in welcher Menge benötigt?) Verbrauchsgebunden BE(stochastisch): basiert auf den Verbrauchswerten der Vergangenheit und wird mit verschiedenen stochastischen Methoden für die Zukunft prognostiziert. Man braucht genügend Informationen. Kurz gesagt steht man vor der Frage ob man das Lager auffüllen soll oder nicht, abhängig vom aktuellen Lagerbestand. Deterministische BE: exakte Bedarfszahlen geringe Lagerbestände keine jederzeitige Lieferbereitschaft Erstellen von Stücklisten Hoher Informationsbedarf Zeitvorlauf bei Neukonstruktionen notwendig Stochastische BE: Jederzeitige Lieferbereitschaft Kein erstellen von Stücklisten nötig Speziell bei Standardkleinteilen von Vorteil Keine exakten Bedarfszahlen Hohe Lagerbestände Risiko von Fehlmengen bei zu großen Schwankungen Ausarbeitung_Kapitel C 1 von 7

2 3. Worin liegt der Einsatzzweck von Stücklisten? Geben Sie dazu drei konkrete Beispiele an. Zur listenhaften Darstellung der Mengen aller Komponenten, die für die Fertigung einer Basiseinheit eines Erzeugnisses notwendig sind. Beispiele: - Stückliste eines Burgers Komponenten (Anzahl der Schichten, Stück) Zutaten (Käse,Fleisch,Gurken,.) - Locher (die verschiedenen Komponenten) - Speiseeis (die verschiedenen Zutaten und Mengen) 4. Wozu werden Verwendungsnachweise in der Praxis benötigt? Führen Sie dazu ein praktisches Beispiel an. Ist das Gegenstück zu Stücklisten. Der Zweck liegt darin, alle diejenigen übergeordneten Produkte auszuweisen, in denen eine bestimmte Komponente vorhanden ist. Einsatzschwerpunkte: Beispiel: - bei Konstruktionsänderungen, Lieferantenwechsel oder Rückrufaktionen - Verwendungsnachweis für Käse (in welche Burger kommt der Käse und wie viel kommt jeweils in den Burger) Ausarbeitung_Kapitel C 2 von 7

3 5. Erklären Sie die Grundidee des Bestellpunktverfahrens! Durch die Anwendung des Bestellpunktsystems wird sichergestellt, dass immer Ware im Lager verfügbar ist wenn sie benötigt wird. 6. Erklären Sie die Grundidee des Bestellrhythmusverfahrens! Hierbei handelt es sich um eine terminbezogene Bestellauslösung, bei der innerhalb konstanter Zeitintervalle (also zyklisch) eine Bestellung vorgenommen wird, wobei die Bestellmenge entweder fix vorgegeben ist oder variiert. 7. Erklären Sie die (r,x) / (t,r,x) / (r,s) / (t,s) / (t,r,s)-bestellpolitik! (r,x) =Bestellpunktverfahren mit fixer Menge! Wird die Menge r unterschritten,wird die Menge x nachbestellt (t,r,x)= Bestellrhythmusverfahren mit fixer Menge In einer Periode t wird überprüft ob r unterschritten wurde und gegebenenfalls die x nachgefüllt (r,s)= Bestellpunktverfahren mit variabler Menge Wird r unterschritten, füllt man auf den Maximalbestand S auf (t,s)=bestellrhythmusverfahren mit variabler Menge Nach einer Periode (t) wird auf den Maximalbestand S aufgefüllt (t,r,s)=bestellrhythmusverfahren mit variabler Menge Nach einer Periode (t) wird,bei Unterschreitung von r auf den Maximalbestand S aufgefüllt 8. Nennen Sie das Grundprinzip sowie die Vor- und Nachteile der Werkstatt- bzw. Fließfertigung! Werkstattfertigung: Produktiveinheiten gleicher Art werden räumlich zusammengefasst hohe Flexibilität bei ständig ändernden Aufträgen(Einzelanfertigungen) Einsatz hochqualifizierter Arbeiter Tendenziell Höhere Durchlaufzeiten und Bestände Ungleichmäßige Auslastung der verschiedenen Produktiveinheiten Ausarbeitung_Kapitel C 3 von 7

4 Fließfertigung: Produktiveinheiten werden in der Aufeinanderfolge des Produktionsprozesses angeordnet Geringe Durchlaufzeiten Abgestimmte Auslastung der einzelnen Kapazitäten( Taktzeit ) Hohe Lerneffekte Unflexibel bei der Änderung in der Nachfrage Hohe Anlagenintensität Höhere Störanfälligkeit Gefahr eines zu monotonen Arbeitsablaufs 9. Wo liegen die methodischen Schwächen bei der Durchlaufterminierung? Da der Kapazitätsabgleich (=Anpassung der Kapazität an die Arbeitslast) erst in einem nachgelagerten Schritt stattfindet, kann dies die gefundene Ausgangslösung beeinträchtigen (Umplanungen können notwendig werden) Da die tatsächliche Durchlaufzeit eines Fertigungsauftrags von der Kapazitätsverfügbarkeit bzw. - auslastung der relevanten Produktionsanlagen lt. Arbeitsplan abhängt, muss praktisch mit einer geplanten Durchlaufzeit gerechnet werden, um entsprechende Vorlaufzeiten für die Vorprodukte berücksichtigen zu können bzw. Liefertermine ohne Kenntnis der genauen Kapazitätssituation angeben zu können. 10. Was ist ein Arbeitsplan und welche Bedeutung hat er für die Kapazitätsplanung? der Arbeitsplan beschreibt die Reihenfolge der auszuführenden Arbeitsgänge mitsamt der benötigten Ressourcenbedarfe für einen Fertigungsauftrag oder einen Fertigungsteil der Arbeitsplan stellt die Verbindung zwischen den Fertigungsaufträgen und dem sich daraus ergebenden Kapazitätsbedarf für die Arbeitsstationen her 11. Aus welchen Komponenten setzt sich die Durchlaufzeit für einen Arbeitsgang zusammen? Sie setzt sich aus der Summe der Durchlaufzeiten aller seiner Arbeitsgänge (AG1 - AGx) der dazugehörigen Übergangszeiten ab dem Zeitpunkt der Auftragsfreigabe bis zum Liefertermin. Es beinhaltet u.a. die Rüstzeit Bearbeitungszeit Liegezeit interne Transportzeit und Liegezeit vor der Bearbeitung. Ausarbeitung_Kapitel C 4 von 7

5 12. Unter welchen Bedingungen tritt das sog. Durchlaufzeiten-Syndrom ein? Bei zu lang bemessener Plan-Durchlaufzeit. Die Aufträge werden frühzeitig freigegeben (=Produktionsstart) und es kommt zu hohen Zwischenbeständen 13. Worin liegt der Sinn der Mittelpunktterminierung bzw. in welchen Fällen kommt diese zum Einsatz? Die Mittelpunktterminierung wird immer dann benötigt, wenn die Termine eines Arbeitsvorgangs wegen einer Kapazitätsüberlastung oder durch eine Engpassplanung verändert wurden. Ausgehend vom verschobenen Arbeitsvorgang passt die Mittelpunktterminierung die Arbeitsvorgangstermine der vorangehenden und der nachfolgenden Arbeitsvorgänge terminlich der neuen Situation an. 14. Nennen Sie vier Einflussfaktoren auf die Bestimmung der quantitativen Kapazität! Kapazitätsquerschnitt als Summe gleichartiger Kapazitätseinheiten Einsatzdauer in der betrachteten Periode Intensität bzw. Leistungsgrad (z.b. als Relation der produktiven Arbeitszeit zur Anwesenheitszeit unter Ausschluss kapazitätsmindernder Verlustzeiten) Berücksichtigung von Kapazitätsminderungen Betriebsferien, Wartung / Reinigung der Anlagen während der Arbeitszeit, Maschinenstörungen, regelmäßige Betriebsversammlungen, Krankheit des Personals 15. Wie kann bei Über-/Unterauslastung die Kapazitätsnachfrage bzw. -angebot angepasst werden? Überauslastung: Anpassung der Nachfrage: Losverschiebung nach hinten Losverkleinerung Fremdvergabe Anpassung des Angebots: Überstunden Samstagarbeit Reservemaschinen Intensitätsanpassung Personalverlagerung (her) Unterauslastung: Anpassung d. Nachfrage: Losvergrößerung Zusatzaufträge Vorzeitige Auftragsfreigabe Instandhaltungsarbeiten vorziehen Anpassung d. Angebots: Schicht/Überstundenabbau Vorübergehende Kurzzeitarbeit Stilllegung von Maschinen Personalverlagerung (woandershin) Ausarbeitung_Kapitel C 5 von 7

6 16. Wie funktioniert die Time-Slot basierte Produktionsplanung? Time Slots = verfügbare Zeitfenster für die Fertigung eines Kundenauftrags mit einer vorgegebenen Durchlaufzeit, bezogen auf die Auftragsfreigabe des entsprechenden Fertigungsauftrags Funktionsweise der Time Slot-basierten Prozessplanung: der Start eines Fertigungsauftrags wird einem freien Time Slot zugeordnet alle weiteren Arbeitsschritte finden anschließend in getakteter Weise statt dadurch werden kürzere Durchlaufzeiten bei einer gleichmäßigen Auslastung der Arbeitsstationen erreicht 17. Für was steht die folgende Prioritätsregel: KOZ / LOZ / SZR / WERT? Der Auftrag mit der KOZ: kürzesten Operationszeit(um möglichst viele Aufträge abzuarbeiten LOZ: längsten Operationszeit(Um Umrüstungsvorgänge zu vermeiden SZR: minimalste Restzeit aus Liefertermin minus Restbearbeitungszeit mit dem Ziel einer guten Liefertreue WERT: mit dem höchsten Auftragswert (gemessen ) mit dem Ziel eines geringen Bestandswertes... wird als nächstes bearbeitet! 18. Was setzt das Splitting von Produktionslosen voraus? Die Losgröße muss größer eins sein. Die dafür erforderlichen Arbeitsplätze, Werkzeuge, und Vorrichtungen müssen mehrfach verfügbar sein. Die durch das mehrfache Rüsten entstehenden Kosten müssen gerechtfertigt sein. Für die durch die Splittung verminderte Auftragsmenge muss geprüft werden, ob das für diese Menge gewählte Fertigungsverfahren noch richtig ist, da ein Fertigungsverfahren erheblich von der Auftragsmenge abhängt. 19. Wie funktioniert die überlappte Fertigung von Produktionslosen? Die Durchlaufzeit verkürzt sich bei der Überlappung dadurch, dass zwei oder mehrere Arbeitsgänge zeitlich parallel durchgeführt werden. Die Parallelität kann nur teilweise sein, da ein Werkstück gleichzeitig nur an einem Arbeitsplatz bearbeitet werden kann. Sobald das erste Werkstück eines Auftrages an einem Arbeitsplatz bearbeitet ist, kann es zum nächsten Arbeitsplatz gebracht und der nächste Arbeitsgang begonnen werden, ohne dass abgewartet wird, bis alle Werkstücke eines Auftrages am ersten Arbeitsplatz bearbeitet sind. Ausarbeitung_Kapitel C 6 von 7

7 20. Was ist die Grundidee von SMED? Nennen Sie dazu eine beispielhafte Technik. SMED= single minute exchange of die - Rüstvorgänge innerhalb von Minuten Reduktion des Rüstvorgangs auf das absolute Minimum unter Einsatz verschiedener Techniken wie z.b. Bereitstellung notwendiger Werkzeuge und Materialien während die Maschine noch läuft Standardisierung von Werkzeugabmessungen Eliminierung von Justierungen bzw. Einsatz von Zwischenspannvorrichtungen außerhalb der Maschine Einsatz von Klemmen statt Schrauben zb. Poka Yoke Ausarbeitung_Kapitel C 7 von 7

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