Soziale Stadt Integration hat Priorität!

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1 Zur Vrbereitung der diesjährigen Klausur der Abgerdnetenhausfraktin, die den inhaltlichen Schwerpunkt auf die Szialplitik setzte, hatten Annette Fugmann-Hessing, Eduard Heußen, Jschka Langenbrinck und Ralf Wieland ein Psitinspapier erarbeitet, dass knkrete Vrschläge zur Integratinsplitik frmulierte. Einige dieser Vrschläge wurden in der Debatte thematisiert und zum Teil in der Reslutin, die die Fraktin am Ende der Klausurtagung in Hamburg beschlss, berücksichtigt. Das Psitinspapier erhebt keinen Anspruch auf Vllständigkeit sndern möchte dazu mtivieren, Ergänzungen der auch Widerspruch in unserer internen Debatte des Aufbruchs zu äußern. Sziale Stadt Integratin hat Prirität! Prgramm der 100 Schulen Alle Bildungserhebungen dkumentieren, dass Kinder vn Zuwandererinnen und Zuwanderern die geringsten Chancen im deutschen Bildungssystem haben. In den Bildungseinrichtungen, in denen diese Kinder die Mehrheit bilden, kmmen ft Bildungs- und Kulturferne zusammen mit öknmischer Perspektivlsigkeit. Hier gibt es keine Chancengleichheit sndern Verfestigung vn gesellschaftlichen Strukturen, die zu dauerhafter Abhängigkeit vn Transferleistungen führen. Diesen gesellschaftlichen Missstand kann Plitik nicht hinnehmen. Sie muss in wirkungsvlle Gegenstrategien investieren. Unumstritten ist, dass Kita und Schule eine Schlüsselfunktin für erflgreiche Integratin in unserer Gesellschaft haben. Genaus wie vn den Migrantinnen und Migranten nachhaltige Bildungs- und Integratinsanstrengungen verlangt werden müssen, muss Berlin seine Bildungseinrichtungen auf die Dppelaufgabe ausrichten, Bildungs- und Integratinsinstitutinen in einem zu sein. Damit diese Aufgabe lösbar wird, sind eigene Knzepte für Kitas und Schulen mit besnders hhem Anteil dieser Zuwanderinnen und Zuwander zu entwickeln. Wir brauchen ein 100-Schulen- Prgramm, das kurzfristig Schulen und mit ihnen verbundene Kitas in die Lage versetzt, diesen Kindern Chancengleichheit zu geben. Vrdringliche Ziele sind: deutsche Sprachkmpetenz zu vermitteln, die den entsprechenden deutschen Jahrgängen vergleichbar ist; die kulturelle Kmpetenz zu vermitteln, sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren; die Kmpetenzen zu vermitteln, erflgreich weiterführende Bildungseinrichtungen zu besuchen und/der Berufsfähigkeit zu erlangen. Wir wllen deshalb: In einem Zweijahresprgramm für Schulen in szial belasteten Gebieten je Schule durch Umschichtung innerhalb des Haushalts zur eigenverantwrtlichen Verwendung bereitstellen. Damit sllen die Schulen in die Lage versetzt werden, verlässliche Kperatinen mit außerschulischen Partnern aufzubauen und innvative Lernangebte zu entwickeln und umzusetzen. Dabei hat die Förderung szialer Kmpetenz und die Förderung der Berufsfähigkeit durch eine enge Zusammenarbeit mit Unternehmen und der Arbeitsagentur im Mittelpunkt zu stehen. Auch Prjekte wie Teach First wllen wir mit diesen Mitteln unterstützen. Qualifizierte Hchschulabslventen, die nicht auf ein Lehramt studiert haben, sllen im Rahmen dieser Initiative an Grund- und Oberschulen in den szialen Brennpunkten zum Einsatz kmmen. Deutsch in der Kita und im gesamten schulischen Leben fördern. Jeder Erzieher und jeder

2 Lehrer muss ein Sprachlehrer werden und dafür frtgebildet werden. Die 100 Schulen schaffen dazu ein Sprachförderprgramm für alle Klassenstufen mit regelmäßigen Sprachstandserhebungen und Sprachfördermdulen. Staatliche Schulen sllen dazu angehalten und aktiv unterstützt werden, durch ihre Schulknferenzen in denen LehrerInnen, SchülerInnen und ElternvertreterInnen stimmberechtigt vertreten sind freiwillige Deutschsprachvereinbarungen zu beschließen, zu gestalten und umzusetzen. S sllen slche Schulen einen primären Zugang zu dem neu geschaffenen Prgramm der kulturellen Bildung erhalten. einen Paradigmenwechsel in der Persnalentwicklung. Schulen in szialen Brennpunkten müssen vrrangig vn Neueinstellungen prfitieren. Neueinstellungen sind daher vr allem an diesen Schulen vrzunehmen. Bei der Einstellung an diesen Schulen ist sicherzustellen, dass eine Umsetzung innerhalb der ersten 5 Jahre ausgeschlssen wird. In dieser Zeit werden berufliche Weiterbildungsmöglichkeiten angebten, die auch bei möglichen Beförderungen angerechnet werden. S wird eine nachhaltige Persnalentwicklung für die Berliner Schule gefördert. Die allgemeine Schulpflicht muss umgesetzt werden, indem alle Schülerinnen und Schüler ungeachtet ihrer religiösen der kulturellen Herkunft an allen Unterrichtsstunden teilnehmen müssen. Die vrhandenen gesetzlichen Rahmen sind zur Umsetzung der allgemeinen Schulpflicht knsequent zu nutzen. Der Schulbesuch ist mit Zwangszuführungen durchzusetzen. Es ist sinnvll auch neue pädaggische Wege zu gehen, die den individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler insbesndere aus bildungsfernen Familien gerecht werden. Durch ein Anreizsystem ist die systematische Elternarbeit fördern, das bei Vrlage eines überzeugenden Knzepts (z.b. Erziehungsvereinbarungen zur Beteiligung der Eltern am Lernfrtschritt, Sprach- und Integratinskurse für Eltern, tägliche (selbstverwaltete) Elterncafes, Beteiligung an Ltsenprgrammen ) diesen Schulen (Grundschulen und Sek. I) pr Klasse Stundenermäßigung vn einer Lehrerstunde pr Wche gewährt. Die teilnehmenden Schulen mit Sekundarstufe I werden verpflichtet, an einem Prjekt analg dem Hamburger Hauptschulprgramm (Kperatin vn Schule, Arbeitsagentur, IHK und Handwerkskammer swie Stiftungen zur Unterstützung der SchülerInnen bei der Berufswahl, der Suche nach einer Ausbildungsstelle und während der Ausbildung. (Caching)) teilzunehmen. Integratin durch interkulturelle Bildung vn Kindern und Jugendlichen Interkulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche ist auch eine Frm der Integratin. Das Heranführen an Kunst und Kultur, das Sensibilisieren und die Schulung an die Sinne vn "Kindesbeinen" an muss einen höheren Stellenwert erhalten und mehr gefördert werden. Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Milieus mit und hne Migratinshintergrund brauchen geeignete Angebte, um den kulturellen Anschluss zu finden. Schulbildung und kulturelle Bildung gehören zusammen und die Kinder heute sind das Publikum vn mrgen. Die Idee, Patenschaften zwischen Kultureinrichtungen, Kitas und Schulen entstehen zu lassen, ist stärker zu fördern. Berlin bietet mit seinem breiten kulturellen Angebt und der einmaligen Infrastruktur eine ideale Grundlage. Sicher gibt es vielfältige kulturelle Bildungsangebte für Kinder und Jugendliche. Das Defizit besteht in der unzureichenden Vernetzung der jeweiligen Akteure und der nch auszubauenden verstärkten Zusammenarbeit der zuständigen Senatsverwaltungen. Wir haben hierfür im Haushaltsplan 2008/2009 ein finanzielles Zeichen gesetzt. Wir sllten es auch zügig einsetzen.

3 Sprt und Integratin Wenn wir die Integratinsprbleme in unserer Stadt lösen wllen, müssen wir auch unsere Bemühungen im Bereich des Sprts verstärken. Die Möglichkeiten, die der Sprt bietet, um die unterschiedlichen gesellschaftlichen und kulturellen Gruppen zu integrieren, müssen nch stärker als bisher genutzt werden. Es ist unstreitig, dass der Sprt vr allem mit seinen Vereinen und Verbänden als Ort der Begegnung, der Szialisatin und des gemeinsamen interkulturellen Lernens zu einer gemeinsamen Identifikatin führt, die für das Zusammenleben der unterschiedlichen Gruppen vn grßer Bedeutung ist. Sprt stärkt das Selbstbewusstsein, vermittelt Tleranz und gegenseitiges Verständnis. Damit können kulturelle und sprachliche Prbleme leichter abgebaut und das friedliche und auf gegenseitige Rücksichtnahme gerichtete Zusammenleben gefördert werden. Wir müssen daher dafür srgen, dass die Sprtangebte verstärkt auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen, auch in der interkulturellen Mädchenarbeit, ausgerichtet werden. Lehrlingsfinder für Berlin Die Ausbildungsplatzsituatin hat sich in diesem Jahr auch in Berlin leicht verbessert. Trtzdem finden nicht alle Schulabgängerinnen und Schulabgänger eine Ausbildungsstelle. Dies liegt unter anderem zum einen daran, dass nicht jede Bewerberin und jeder Bewerber ausreichende schulische Qualifikatinen mit sich bringt und zum anderen daran, dass die Unternehmen und Betriebe nicht ausreichend Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen: nur 24 Przent der Berliner Unternehmen waren 2006 ausbildende Betriebe. Aufgrund dessen ist es plitisch sinnvll und ntwendig, ein Lehrlingsfinder-Prgramm für Berlin zu initiieren, um zusätzliche Lehrlingsstellen gewinnen zu können. Die Lehrlingsfinder sllen dafür in die Betriebe und Unternehmen gehen und diese über alle rechtlichen Fragen, Vraussetzungen und Fördermöglichkeiten zur Ausbildung vn Lehrlingen beraten. Zugleich sllen die Anfrderungen an die gewünschten Lehrlinge in Erfahrung gebracht werden. Dieses Vrgehen geht über das klassische Klinkenputzen hinaus, da die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Prgramms zum einen bei den Arbeitgebern zusätzliche Ausbildungsstellen aquirieren, aber zum anderen dafür zugleich eine kmpetente Vermittlungsleistung erbringen, indem die Lehrlingsfinder die Vrauswahl übernehmen und den Unternehmen und Betrieben eine Auswahl an Bewerberinnen und Bewerbern präsentieren sllen, die am besten in ihr Anfrderungsprfil passen. In Berlin gibt es zudem viele Unternehmen und Betriebe mit nichtdeutscher Geschäftsführung, die einen nicht unerheblichen Teil zum Wirtschaftswachstum Berlins beitragen. Da jedch branchenbezgen bis zu 94 Przent der Unternehmen mit nichtdeutscher Geschäftsführung nicht ausbilden, sllen Lehrlingsfinder mit Migratinshintergrund gezielt in die Betriebe und Unternehmen mit nichtdeutscher Geschäftsführung gehen und drt Aufklärungsarbeit zur dualen Ausbildung, rechtlichen Fragen und Vraussetzungen swie Fördermöglichkeiten leisten. Arbeitsplatzinitiative für nichtqualifizierte Jugendliche Auch in Berlin wird ein Arbeitsplatzangebt gebraucht für Jugendliche und junge Erwachsene hne (Haupt-)Schulabschluss und mit einfachen und erheblichen szialen und integrativen Defiziten. Hier gibt es ein aktuelles Prblem, das nicht mit Bildungsangebten und Integratinskursen allein gelöst werden kann. Kaum- und Nichtqualifizierte Jugendliche brauchen

4 dennch Angebte, um den Weg in die Mitte der Gesellschaft finden zu können. Diese Angebte sind zu unterscheiden vn bisherigen Arbeitsbereichen im Niedriglhnbereich hier arbeiten ja qualifizierte Menschen zu Niedriglöhnen. Wir treten daher für eine Arbeitsplatzinitiative im Dienstleistungsbereich, Baugewerbe und anderen Sektren ein, welche die ben genannte Gruppe gezielt anspricht. Interkulturelle Kmpetenz in der Verwaltung Der zuständige Arbeitskreis der Fraktin muß die Umsetzung des Auflagenbeschlusses zum Haushalt 2008/2009 zur teilweisen Übernahme vn Auszubildenden mit Migratinshintergrund im Öffentlichen Dienst begleiten und mit einer entsprechenden Auswertung Ende 2009 Vrschläge für die weitere Entwicklung machen, damit auf Basis der dann gemachten Erfahrungen dies Niederschlag im nächsten Dppelhaushalt 2010/2011 finden kann. Unterstützung vn ExistenzgründerInnen mit Migratinshintergrund Eine Stärke vn migrantischen Unternehmensgründerinnen und -gründern ist die höhere Risikbereitschaft und mehr Wagemut. Eine Schwäche liegt zweifelshne darin, dass prfessineller Gründerberatung und der Ntwendigkeit vn Business- und Finanzierungsplänen weniger Vertrauen entgegengebracht wird als dem Rat guter Freunde der der Familie. Unter diesem Aspekt ist Wirtschaftsförderung und Existenzgründer-Beratung im Bereich der Unternehmen mit nichtdeutscher Geschäftsführung hne die Zusammenarbeit mit ethnischen Vereinigungen und Verbänden nicht möglich. Die Zusammenarbeit mit diesen Institutinen muss verstärkt werden, da sie einen besseren Zugang in die jeweilige Ethnie ermöglichen und nur s die unbedingt erfrderliche stärkere Berücksichtigung vn spezifischen Verhaltensnrmen sichergestellt werden kann. Zur Unterstützung der Existenzgründung vn Migrantinnen und Migranten muss ein Patenprgramm zur Betreuung vn migrantischen Existenzgründerinnen und Existenzgründer durch bereits erflgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer initiiert und der Zugang zu öffentlichen Fördermitteln erleichtert werden durch Schaffung eines Förderprgramms für Existenzgründerinnen und Existenzgründer mit Migratinshintergrund. Gerade bei der Wirtschaftsförderung in den Bezirken ist interkulturelle Qualifikatin und niedrigschwellige Akzeptanz vn kulturell geprägten Besnderheiten unabdingbar. Die Wirtschaftsförderungen der Bezirke müssen um migrantische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verstärkt werden, wenn sie tatsächlich Einfluss auf die lkale Wirtschaftsentwicklung nehmen sllen. Kultursensible Gesundheits-, Whn- und Pflegedienste Die demgraphische Entwicklung belegt den erheblichen Anstieg der älteren Migrantinnen und Migranten. Derzeit leben in der Bundesrepublik mehr als Migrantinnen und Migranten im Alter vn 60 und mehr Jahren. Diese Zahl wird sich bis 2010 auf rund 1,3 Mi. ansteigen und sich damit fast verdppeln. Daher besteht die Ntwendigkeit, die Vraussetzungen auch in Berlin zu schaffen, damit diese Seniren/innen in Würde altern und auch angemessene Hilfs-, Whn- und

5 Betreuungsangebten in Anspruch nehmen können.

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