Handbuch. Vereine. für Freiwilligentätigkeit. Weiterbildung

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1 Handbuch für Freiwilligentätigkeit und Vereine Weiterbildung

2 6. Weiterbildung ` 1. Freiwilligentätigkeit mit Herz und Verstand Weiterbildungsdatenbank: Umfassende Information per Mausklick Freiwilligentätigkeit und Weiterbildung: Nachfrage sucht Angebot Anpacken! : Kursangebot maßgeschneidert für Salzburger Freiwillige

3 6. Weiterbildung Freiwilligentätigkeit mit Herz und Verstand l Weiterbildungsdatenbank l Freiwilligen - tätigkeit und Weiterbildung l Anpacken! : Kursangebot l FreiwilligenkoordinatorIn Die Formel vom lebenslangen Lernen hat sicher jede/r schon mal irgendwo aufgeschnappt. Für manchen mag sie bedrohlich wie das Urteil eines gnadenlosen Richters klingen: Es verurteilt scheinbar dazu, lebenslänglich dem bedauernswerten Sisyphos gleich den schweren Stein des Wissens auf einen hohen Berg zu rollen. Und zwar stets vergeblich, weil doch in unserer schnelllebigen Zeit das erst gestern Gelernte morgen schon `überholt und somit entwertet zu sein scheint. Das kann so aber nicht stimmen! Für andere ist dieser Spruch nicht mehr als eine Art virtueller Knoten im Taschentuch: Eine wohlmeinende Erinnerung daran, dass es da draußen immer noch mehr gibt, das man (kennen) lernen kann; neue Erfahrungen, neue Horizonte des Könnens und Wissens, die nur darauf warten, von einer/m jeden entdeckt und erschlossen zu werden: Freiwilliges Lernen als spannendes Abenteuer. Diesem positiven Bild, bei dem zur wohl nicht völlig vermeidbaren Last auch die Lust am Lernen durchleuchtet, entspricht die Formel vom lebensbegleitenden Lernen dann auch viel besser. 1. Freiwilligentätigkeit mit Herz und Verstand Früher sprach man vor allem vom Ehrenamt, wenn es um Freiwilligkeit im öffentlichen Raum ging. Auch der Begriff Ehrenamt reimt sich stimmig auf Verstand. Modernere, umfassendere Begriffe, wie Freiwilligentätigkeit oder Freiwilligenarbeit lassen ebenfalls erkennen, dass es hier um eine absolut ernsthafte Tätigkeit geht, die viel persönlichen Einsatz, aber auch Qualifikation verlangt umso mehr, je zeitlich und inhaltlich intensiver das Engagement ist. Freude im Herzen und Spaß machen darf das Ganze übrigens auch noch! Spätestens mit der Erkenntnis von der Sinnhaftigkeit des Einsatzes von Herz und Verstand in der Freiwilligentätigkeit betritt man das weite Feld der naturgemäß wiederum freiwilligen! Aus- und Weiterbildung. Freiwilligentätigkeit spannt sich bekanntlich wie ein dichtes Netz über fast alle relevanten gesellschaftlichen Bereiche: Das reicht von der Pflege von Gemeinschaft und Geselligkeit, über den Sport, das Brauchtum und die Traditionspflege, den Einsatz im Rahmen von Glaubensgemeinschaften, die sozialen Hilfsdienste, das bürgerliche Engagement etwa in der Kommunalpolitik, und ist mit den Bereichen Kultur, Gesundheitsvorsorge bis hin zu Umwelt- und Naturschutzanliegen und Fragen der Entwicklungszusammenarbeit noch lange nicht zu Ende aufgezählt. So spezifisch, wie die Anforderungen in vielen dieser Bereiche der Freiwilligentätigkeit, so sind auch die Erwartungen an die Aktiven. Die großen Trägerorganisationen, Verbände und Dachorganisationen verfügen daher logischerweise über ein reichhaltiges internes Angebot von Aus- und Weiterbildungen für den jeweiligen Tätigkeitsschwerpunkt. Die Internetseiten der jeweiligen Organisationen oder auch deren regelmäßige interne Publikationen, wie Kursprogramme und -ausschreibungen etc. geben den Mitgliedern darüber regelmäßig Auskunft. Darüber hinaus gibt es aber auch persönliche Fähigkeiten, so genannte social skills, die universell in allen Bereichen der Freiwilligentätigkeit sinnvoll zur Anwendung kommen, wo es gilt, zu organisieren, Menschen zu führen oder auch zu managen und Aufgaben im besten Sinne zu verwalten. Zur Vermittlung dieser allgemeinen Fähigkeiten dienen Angebote, wie Rhetorikkurse, Einführungen in Fragen des Vereinsrechtes oder des Haftungsrechtes, Kurse in Zeitmanagement oder Vereinsbuchhaltung, Sitzungsführung, Moderation, Konfliktbewältigung in der Gruppe usw. Solche Kurse werden den eigenen Mitgliedern wiederum von den einzelnen Trägerorganisationen und Verbänden, darüber hinaus aber inhaltlich und regional breit aufgefächert von den Trägern der Erwachsenenbildung angeboten. LEHRGANG DES SALZBURGER BILDUNGSWERKES Als besonders ambitioniertes und hochwertiges Beispiel für ein Aus- und Weiterbildungsangebot speziell für Aktive in der Freiwilligentätigkeit soll hier der seit 2004 in dieser Form bestehende Lehrgang FreiwilligenkoordinatorIn des Salzburger Bildungswerkes angeführt werden: (Link: 142

4 Der Lehrgang FreiwilligenkoordinatorIn wird regelmäßig alle zwei Jahre angeboten, demnächst wieder im Jahr Der Lehrgang wurde über das Interreg IIIA Projekt Forum Freiwilligenarbeit im Jahr 2006 nach dem Curriculum des Österreichischen Rates für Freiwilligenarbeit vom Salzburger Bildungswerk ausgearbeitet und 2007 erstmals und in Folge 2009 und 2011 durchgeführt. Die ersten beiden Lehrgänge wurden von 27 Personen erfolgreich mit einem Zertifikat abgeschlossen werden voraussichtlich 8 Personen zertifiziert. Seit 2009 ist der Lehrgang FreiwilligenkoordinatorIn auch in der Weiterbildungsakademie Österreich akkreditiert. Zielgruppe Das Angebot richtet sich an alle ehrenamtlich und freiwillig Tätigen, die mit der Begleitung und Koordination von Freiwilligen betraut sind oder sich dafür qualifizieren wollen. Die Aus- und Weiterbildung FreiwilligenkoordinatorIn bietet nicht nur eine inhaltliche Kompetenzerweiterung der TeilnehmerInnen, sondern auch eine Plattform zum Einbringen, Austauschen und Mit-nach-Hause-Nehmen von Erfahrungen, die in der Praxisarbeit mit Freiwilligen bereits gewonnen werden konnten. Auch eine Vernetzung der FreiwilligenkoordinatorInnen für einen zukünftigen Austausch wird gefördert. MODULE DES LEHRGANGES Foto: FreiwilligenkoordinatorIn Ziel dieses Angebotes Ziel ist die Vermittlung von speziellen Kenntnissen für eine kompetente und zukunftsorientierte Unterstützung, Motivation und Erhaltung der Freiwilligen in ihrer Arbeit. Dies erfolgt durch die Weitergabe von theoretischen Grundlagen, Durchführung von praxisnahen und praktischen Übungen sowie durch Einbeziehung der Fähigkeiten und Kenntnisse der TeilnehmerInnen. n Grundlagen, Planung und Organisation der Freiwilligenarbeit n Gewinnen, Erhalten und Führen von Freiwilligen n Besteuerung und Rechnungslegung von kleinen Vereinen n Selbstmanagement n Öffentlichkeitsarbeit n Sponsorengewinnung n Projektmanagement n Versicherung n Vereinsrecht n Kompetenz- und Tätigkeitsnachweise Weitere Informationen gibt es auf der Website des Salzburger Bildungswerkes unter `unter den Links Bildungsbereiche, Projekte, Lehrgänge und Forum Freiwilligenarbeit sowie unter den Tel.: 06277/7794 und 0662/ und per Die stolzen AbsolventInnen des Lehrganges anlässlich der Zertifikatsverleihung am 25. November V.l.n.r.: Landeshauptfrau Mag. a Gabi Burgstaller, Elfriede Lebesmühlbacher, Claudia Beier, Markus Vieweger, Heidrun Eibl-Göschl, Alexandra Doppler-Brandis, Michaela Busching, Berta Altendorfer, Heinz Krispler, Marianne Krump, Heidi Klinger, Elfriede Steiner, Josef Pichler, Isolde Mrwa (Sbg. Bildungswerk) 143

5 LEHRGÄNGE VON CARITAS UND DIAKONIE Die Caritas und das Diakonie-Zentrum bieten in Salzburg regelmäßig Lehrgänge für den Ehrenamtlichen Besuchsdienst und für FreiwilligenkoordinatorInnen als ökumenisches Vorhaben an. Lehrgang für den Ehrenamtlichen Besuchsdienst Das Angebot richtet sich an Personen, die bereits im ehrenamtlichen Besuchsdienst stehen und Erfahrungen mitbringen bzw. demnächst einen solchen Dienst antreten werden. Ziel des Lehrgangs ist die fachliche Qualifizierung von Freiwilligen in Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesens und in Pfarren: Einrichtungen der Altenarbeit (Seniorenheime, mobile Dienste,...), Einrichtungen des Gesundheitswesens (Abteilungen für chronisch oder schwer kranke Menschen), Einrichtungen der Behindertenhilfe sowie katholische und evangelische Pfarrgemeinden (mit Sozialkreisen und Besuchsdiensten). Der Kurs beinhaltet 11 Nachmittage; für TeilnehmerInnen, die ehrenamtlich tätig sind, fallen keine Kosten an. Lehrgang für FreiwilligenkoordinatorInnen Ziel des Angebotes ist die fachliche Qualifizierung von Personen, die mit der Koordinierung von Freiwilligen in Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesens und in Pfarren betraut sind: Einrichtungen der Altenarbeit (Senioren heime, mobile Dienste,...), Einrichtungen des Gesundheitswesens (Abteilungen für chronisch oder schwer kranke Menschen), Einrichtungen für Menschen mit Behinderung sowie katholische und evangelische Pfarrgemeinden (mit Sozialkreisen und Besuchsdiensten). Der Kurs beinhaltet 6 Ganztage sowie die Planung und Durchführung eines Praxisprojekts. Information/Anmeldung bei der Lehrgangsleitung: Christine Deußner, MAS, Diakonie-Zentrum Salzburg Guggenbichlerstraße 20, 5026 Salzburg Tel.: 0662/ , Fax: 0662/ , Mag. Arno Stockinger, Caritas Salzburg Universitätsplatz 7, A-5020 Salzburg Tel.: 0662/ Weiterbildungsdatenbank: Umfassende Information per Mausklick Der ideale Zugang zu diesem breiten Angebot an Aus- und Weiterbildung ist die Weiterbildungsdatenbank des Landes unter der Adresse Dieser umfassende Informationszugang per Internet wurde für Salzburg bereits 1999 eingerichtet und 2002 auf die Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein (EuRegio) erweitert. Dort erhalten Sie anhand der verschiedenen von Ihnen ausgesuchten Ausbildungskategorien und der gewünschten Region (Bezirk, Landkreis) und für einen gewählten Zeitraum per Mausklick eine Kurzinformation über sämtliche Angebote, die Ihren Suchkategorien entsprechen. Praktischer geht s nicht! Eine Vision `für das Freiwillige Engagement zu entwickeln, die Fähigkeiten und Fertigkeiten von Freiwilligen mit befriedigenden Aufgaben zu verbinden, die Freiwilligen in ihren Aktivitäten zum Erfolg zu führen, die Gruppe von Freiwilligen gut anzuleiten dazu brauchen wir Persönlichkeiten, die die Ressource der Freiwilligen entwickeln und über eine besondere Kombination von gutem Führungsstil und effektiven Managementfähigkeiten verfügen. Das ist ein/e FreiwilligenkoordinatorIn. (Association for Volunteer Administration, U.S.A.) Details mit den aktuellen Terminen der Lehrgänge finden Sie unter: Foto: FreiwilligenkoordinatorIn 144

6 3. Freiwilligentätigkeit und Weiterbildung: Nachfrage sucht Angebot Eine im Auftrag des Landes im Herbst 2010 durchgeführte wissenschaftliche Erhebung mittels Fragebogen unter den Vereinsobleuten aller Bereiche von Freiwilligentätigkeit im Bundesland Salzburg hat auch zur Frage der Aus- und Weiterbildung interessante Ergebnisse gebracht: AUSZUG AUS EINER AKTUELLEN WISSENSCHAFTLICHEN ERHEBUNG IM AUFTRAG DES LANDES ZUM THEMA FREIWILLIGENARBEIT MITTELS FRAGEBOGEN ZUM ASPEKT AUS- UND WEITERBILDUNG WUNSCH UND WIRKLICHKEIT : Um die Frage schlüssig beantworten zu können, wie Kurse und Weiterbildungsangebote im Bereich der Freiwilligenarbeit von den Betroffenen wahrgenommen werden und ob und welche Lücken in der Angebotslandschaft bestehen, wurde ein Fragenkomplex zum Themenbereich absolvierte Kurse, gewünschte Weiterbildungsangebote und Weiterbildungsangebote für den erweiterten Führungskreis ( 2. und 3. Reihe ) platziert. WAHRGENOMMENE BILDUNGSANGEBOTE Qualifizierung und Professionalisierung spielen auch im Bereich der Freiwilligenarbeit eine immer größere Rolle. Dies gilt vor allem in den Bereichen, wo die im Zuge der Freiwilligenarbeit ausgeführten Tätigkeiten mit persönlicher Haftung belegt sind. Gerade für die verantwortlich Tätigen erweist sich aber auch der Verwaltungsaufwand, das Gewinnen von finanziellen Mitteln, die Kommunikation nach innen und außen (PR) als immer wichtigerer Bestandteil ihrer Arbeit. Von 56% der Befragten wurde im Rahmen ihrer Tätigkeit zumindest ein von ihnen absolvierter Kurs angeführt, 44% haben kein Weiterbildungsangebot angegeben. Dieses Ergebnis korreliert stark mit dem Alter der Befragten ( je älter, desto weniger ). Bei der Gruppe unter 25 Jahre sind es lediglich 33% ohne Erfahrung mit Weiterbildung, aufsteigend bis zum Alter von 65+ mit 52%. Unterschiede hinsichtlich der Geschlechter bestehen keine. Ein in Anspruch genommenes einschlägiges Weiterbildungsangebot wurde von etwa einem Viertel (24%) genannt, zwei Kurse waren auf 12% der Fragebögen angeführt. Der Anteil der ausgesprochen Bildungs - interessierten, die drei und mehr Kurse angegeben haben, liegt bei einem Fünftel. Absolvierte Kurse 1 Fuchshofer, Rosemarie: Freiwilliges Engagement im Bundesland Salzburg. Ergebnisse einer Befragung in den Reihen der Aktiven und Verantwort - lichen anlässlich des EU-Jahres der Freiwilligentätigkeit 2011 ; Jänner 2011, 145

7 In den Einsatzorganisationen liegt die Zahl jener, die kein spezifisches Kursangebot im Rahmen der Befragung angeführt haben mit 18% weit unter dem Durchschnitt. Hier fallen 39% in die Kategorie drei und mehr. Dabei handelt es sich vor allem um fachspezifische Schulungen (Feuerwehrausbildungen, Rettungskurse etc.). Über dem Durchschnitt liegen die Aktiven in den Jugendorganisationen, leicht unter dem Durchschnitt der Bereich Brauchtum /Kultur sowie Soziales. Dies kann aber aus einem vermutlich geringeren spezifischen Angebot, bzw. die nicht zwingende Notwendigkeit zur facheinschlägigen Qualifikation, wie sie im Rahmen der Tätigkeit bei Rettung und Feuerwehr zwingend notwendig ist, resultieren. GEWÜNSCHTE WEITERBILDUNGSANGEBOTE DER BEFRAGTEN SELBER Mit der Frage Welche Bildungsangebote würden Sie selber gerne wahrnehmen? sollten eventuelle Lücken in der Angebotslandschaft geortet werden, wie auch der Bedarf an Hilfestellung durch einschlägige Bildungs - angebote. Ein entsprechendes Angebot an die freiwillig Tätigen würde laut der Ergebnisse der Befragung zweifellos AbnehmerInnen finden. So fand sich auf 27% der Fragebögen der Wunsch nach fachspezifischen Schul - ungen, 22% (in absoluten Zahlen 150 Befragte) plädierten für Weiterbildung im Bereich Öffentlichkeitsarbeit, ausgeprägteres Wissen über rechtliche Grundlagen wünschen sich 21% (142 Befragte), einen Kurs Leiten und Führen von Teams würden laut vorliegenden Ergebnissen 19% (126 Personen) wahrnehmen. Zusätzliche Kompetenzen im Zusammenhang mit Kommunikation möchten sich 18% (121 Personen) an - eignen, das Spektrum Buchhaltung/Finanzen findet mit 4% (28 Nennungen) vergleichsweise weniger potentielle AbnehmerInnen. Gewünschte Weiterbildungsangebote für mich quer über alle Bereiche Fachspezifische Schulungen werden von den VertreterInnen der Einsatz- (39%) und Jugendorganisationen (38%) überdurchschnittlich häufig genannt. Im Kontext Buchhaltung/Finanzen heben sich lediglich die Jugendorganisationen mit 9% Nennungen von den anderen ab. Weiterbildung in Kommunikation wird verhältnismäßig öfter aus den Reihen der Einsatz- und Jugendorganisationen (je 26%) geordert, unter dem Schnitt der Sportbereich mit lediglich 12%. Die Ergebnisse hinsichtlich der Kategorie Leiten und Führen von Teams sind in allen Bereichen ähnlich, Ausnahme auch hier der Jugendbereich mit einem erwartungsgemäß höheren geäußerten Bedarf von 32%. Darüber hinaus gibt es noch leichte Abweichungen im Kontext rechtliche Grundlagen, hier sind es die Freiwilligen in den Einsatzorganisationen, die öfter als die anderen Gruppen Fortbildungsangebote wünschen (28%). 146

8 GEWÜNSCHTE WEITERBILDUNGSANGEBOTE FÜR DIE TEAMS/ORGANISATIONEN Ein sehr ähnliches, fast identes Bild ergibt sich aus den Ergebnissen der Frage Welche Schulungen würden Sie für Ihre Mitglieder/Ihr Team benötigen. Die Zahlen sind etwa gleich hoch. Dies bedeutet, ein entsprechendes Weiterbildungsangebot, das sich nicht nur an leitende Verantwortliche, sondern dezidiert auch an die zweite und dritte Reihe wendet, könnte auf entsprechenden Zuspruch zählen. Damit könnte dem von einem Viertel der Befragten gewünschten Unterstützungsfaktor mehr Führungsnachwuchs (26%) entsprochen werden. Gewünschte Weiterbildungsangebote für das Team/die Mitglieder Zusammenfassend kann somit aufgrund der hier zugrunde liegenden Befragungsergebnisse angenommen werden, dass laut Eigendeklaration der landesweit und quer über alle Sparten der Freiwilligentätigkeit befragten Vereinsfunktionäre! ein erhebliches Potenzial an Nachfrage für Aus- und Weiterbildung im Freiwilligenbereich besteht. Dieses Ergebnis kontrastiert jedoch mit dem eher schwachen Ranking der Ausbildung bei der ebenfalls in dieser Studie behandelten Frage nach den Unterstützungswünschen. Daraus wäre der bemerkenswerte Schluss zu ziehen, dass Ausbildung per se zwar als grundsätzlich wichtig eingeschätzt, jedoch deutlich schwächer als konkrete Unterstützung angesehen wird. Hier wäre analytisch anzusetzen und sollte sich die These erhärten lassen bei der Gestaltung von Schulungsangeboten darauf Bedacht zu nehmen. Etwa durch mehr Praxisbezug in der Angebotsgestaltung, mit einer Fokussierung auf operativ-hand - werkliche Ertüchtigung und Arbeitsmethodik und mit einer besseren regionalen Streuung des Angebotes. Fachspezifische Schulungen werden von Vertretern von Einsatzorganisationen und Jugendeinrichtungen besonders häufig genannt (39% und 38%). Dies ist angesichts des dichten Angebotes in diesen Sparten nicht weiter verwunderlich. Hinsichtlich des Interesses an Ausbildung im Bereich Kommunikation fällt der Sportbereich mit (nur) 12% gegenüber allen anderen Gruppen deutlich ab. Das Bild für jene Ausbildungen, die man sich für das Team oder die Organisation wünscht, ist im Vergleich dazu sehr ähnlich. Ein Bildungsangebot, das sich vor allem auch an die zweite und dritte Reihe richtet, könnte mit einem von der Leitungsebene deklarierten! Zuspruch von im Schnitt bemerkenswerten 25% über alle Bereiche rechnen. (Textauszug) 147

9 4. Anpacken! : Kursangebot maßgeschneidert für Salzburger Freiwillige Vor dem Hintergrund des EU-Jahres der Freiwilligentätigkeit 2011 und gestützt auf die oben erwähnte empirische Studie wurde in Gesprächen mit der Salzburger Arbeitsgemeinschaft Erwachsenenbildung ein eigenes Angebotsprofil für ein zusätzliches Aus- und Weiterbildungsangebot speziell für Freiwillige und Aktive in den Vereinen entwickelt. Die Vorgaben des Ressorts für Erwachsenenbildung an ein zusätzliches Ausbildungsangebot lauteten: n Abstimmung auf den speziellen Aus- und Weiterbildungsbedarf der Freiwilligen bei zugleich hoher Qualität n niedrige Einstiegshürden in Bezug auf den erforderlichen Zeitbedarf n Regionalisierung des Angebotes n bestmögliche Abstimmung der unterschiedlichen Träger n geringe finanzielle Belastung für KursteilnehmerInnen Im Zusammenwirken der maßgeblichen Träger der Erwachsenenbildung im Bundesland Salzburg ist es daraufhin dankenswerterweise gelungen, unter dem Titel Anpacken ein Kurspaket zu schnüren, das den gestellten Anforderungen gerecht wird und zudem dank großzügiger Landesförderung um einen attraktiven Preis von nur 10 pro Kurs angeboten werden konnte. Zwischen Oktober 2011 und Jänner 2012 gibt bzw. gab es im Rahmen des Projektes Anpacken elf verschiedene, hochwertige Kursangebote von Moderation über Medienarbeit bis Zeitmanagement mit 24 Terminen an acht Standorten in allen Bezirken des Bundeslandes. Der Preis von 10 pro TeilnehmerIn wurde moderat gewählt. (Nähere Informationen dazu erhalten Sie unter der Adresse: Das ist ein weiterer erfreulicher Beleg für die Innovationsbereitschaft und Leistungsfähigkeit der Erwachsenenbildungsträger im Land Salzburg! Abschließend sollen noch (ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit!) ein paar der wichtigsten Fragen aufgelistet werden, die man als Verein oder Träger von Freiwilligentätigkeit in Sachen Aus- und Weiterbildung für sich beantworten sollte, bevor man das durchaus reichhaltige Angebot an Kursen, Seminare, Schulungen etc. gezielt und eingehend prüft. Für einzelne InteressentInnen an (informeller) Freiwilligentätigkeit gelten diese Fragen analog auf die jeweilige persönliche Situation und Interessenlage bezogen: 1. Eigenanalyse: Welche praktischen Fähigkeiten und theoretischen Kenntnisse brauchen wir in unserem Verein? Was davon kann bereits im Verein abgedeckt werden, wo gibt es (noch) Lücken? Bei diesem wichtigen ersten Zugang sind VertreterInnen der jeweiligen Verbände und Dachorganisationen sicher gerne zur Unterstützung bereit. 2. Zieldefinition: Was wollen wir insgesamt als Verein bzw. Gruppe erreichen bzw. zur Erreichung welcher (Teil-)Ziele soll eine bestimmte Aus- und Weiterbildung dienen? 3. Prioritätensetzung: In welchen Bereichen haben wir besonderen oder sogar dringenden Nachholbedarf und wo müssen wir daher unseren Schwerpunkt an Ausund Weiterbildung setzen bzw. womit können wir uns noch etwas Zeit lassen? 4. Auswahl der Personen: Wer hat woran Interesse idealerweise im direkten Zusammenhang mit ihrer/seiner Funktion im Verein bzw. in der Gruppe bzw. wer verfügt über entsprechende Zeitressourcen? 5. Kooperation statt Konkurrenz: Mit welchen Vereinen, Gruppen oder einzelnen Aktiven mit ähnlicher Zielsetzung kann man sich sinnvoll in Sachen Aus- und Weiterbildung zusammentun? Schaffen wir es, eine Gruppe von Interessierten zu finden, die groß genug ist, dass wir uns ein für unsere Bedürfnisse nach Inhalt, Zeit und Ort maßgeschneidertes Kursangebot von einem Träger der Erwachsenenbildung anbieten lassen können? 6. Kalkulation: Welche allgemeinen Möglichkeiten zur Förderung oder Unterstützung bei der Kostentragung durch Dritte (Verbände, öffentliche Hand, EU-Programme, private Sponsoren,...) und welche Ermäßigungen gibt es? Wie groß ist die eigene Bereitschaft, Kosten zu übernehmen? Wie kann man unvermeidliche Kosten durch Fahrgemeinschaften oder gemeinsame Unterbringung etc. senken? 7. Prinzip der Nähe: Was bietet meine eigene Dachorganisation bzw. mein Verband an Aus- und Weiterbildung an, welche Angebot Dritter (Er - wachsenen bil dungs trä ger, private Anbieter) gibt es? Welche Angebote gibt es in der Nähe? 148

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