Oberflächendesinfektion Die Erreger kommen rasch zurück

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1 Oberflächendesinfektion Die Erreger kommen rasch zurück Ruth Meinke Diplom-Biologin, Beraterin f. Infektprävention Klinik für Infektiologie & Spitalhygiene Unterschiede Desinfektionsmittel 2 10/9/2012 Präsentationstitel in der Fusszeile des Folienmasters definieren 1

2 Nachweistechnik: Abstrich vs. Abklatsch Vorteil - Grössere Fläche -Einfach - Praktisch für unebene / schwer zugängliche Flächen Nachteil - Benötigt Recovermedium - Aufnahme Keime auf Wattestäbchen und - Abgabe ins Medium Vorteil -Einfach - Keime direkt auf Agar durch Kapillarkräfte - Definierte Fläche Nachteil - Für unebene / schwer zugängliche Flächen ungeeignet - geeignetes Medium für die Suche - nur einmal pro Probennahmepunkt Cross-over Study Universitätsspital Basel Zusammenfassung Ergebnisse - Beide Desinfektionsmittel zeigten gleich gute Effizienz (Gesamtkeimzahl) - Frühe Rekontamination der Patientenumgebung (ca. 30 min) - Objekte mit viel Handkontakt - Gram-negative wurden selten gefunden - Gram-positive häufiger (besonders Staph. aureus und Enterococcen) - Korrelation zwischen Kolonisation / Infekt für Pseudomonas aeruginosa und S. aureus - Clostridium difficile garnicht gefunden - Sehr stringente Desinfektionspolitik auf Hoch-Risiko-Station - Langjähriges engagiertes In-house Reinigungspersonal 2

3 Überleben von Pathogenen Überleben von pathogenen Keimen 1 h 6 h 24 h 3 Tage 1 Woche 1 Monat 6 Monate E. coli Klebsiella pneumoniae Pseudomonas aeruginosa Acinetobacter spp. Serratia marcescens Streptococcus pneumoniae Clostridium difficile RSV Norovirus Influenza Enterococcus spp. (+VRE) S. aureus (+MRSA) 3

4 Pathogene Keime aus der Umgebung Patientenumgebung kann bei Outbreaks eine wichtige Rolle spielen: Acinetobacter baumannii, C. difficile, MRSA, Ps. aeruginosa, VRE, Noro- und Rotavirus - Gramnegative Bakterien überleben länger in der Umgebung - je feuchter und kühler umso besser - S. aureus überlebt auch unter trockenen Bedingungen Abhängigkeitsfaktoren: Hohe Inokula, Vorhandensein von Protein, Serum, Sputum oder Staub Handkontakt und Patientenumgebung Oberflächen mit Handkontakt sind in Krankenhäusern oft mit nosokomialen Pathogenen behaftet -> Kontaminationsmöglichkeit! 4

5 Pathogene Keime aus der Umgebung Compliance für Händehygiene ca. 50% (USB 71% in 2011) geringe Händehygiene-Compliance erhöht Möglichkeit zur Kontamination von Oberflächen Was tun??? Händehygiene Ordentliche Desinfektion/Reinigung der Umgebung C. difficile in der Umgebung Nosokomiale Transmission von C. difficile: - Mensch zu Mensch und Umweltquellen (Hauptwege unklar) - Handkontakt als Haupt-Übertragung - Bei der Entfernung von Sporen spielt der mechanische Effekt der Reinigung wahrscheinlich die grössere Rolle 5

6 Enterokokken in der Umgebung - E. faecalis überlebt 5 Tage - E. faecium 7 Tage auf Oberflächen - Beide: 24 h auf Bettstange, 60 min auf Telefonhörer, 30 min auf Stethoskop, 60 min auf Händen (mit/ohne Handschuh) - Rekontamination der Umgebung erfolgt sehr schnell - Desinfektion der Umgebung allein reicht nicht - Gute Händehygiene vor und nach Patientenkontakt! VRE in der Patientenumgebung - VRE aus der Patientenumgebung von Patienten mit Kolonisation oder Infekt nachgewiesen - VRE/VSE empfindlich auf Desinfektionsmittel (bisher keine Kreuz-Resistenzen) - Zusammenhang zwischen AB- und Desinfektionsmittel- Resistenz ist noch nicht geklärt - vermutlich Plasmid-kodiert (Übertragung auf MRSA) - Strikte Einhaltung der Reinigungs-/ Desinfektionsprotokolle 6

7 MRSA in der Patientenumgebung - MRSA überlebt in trockener Umgebung sehr lange - Patienten mit Infekt oder Kolonisation streuen stark - Personal: bei Betreten des Raums zu 2/3 Patientenkeim auf Handschuhen und Schurz nachweisbar - ohne Kontakt zu Oberflächen/Patient: Übertragung zu 40% - Insbesondere Wäsche, Vorhänge, Betten, Schränke und Patiententisch Wo putzen? - Alle Flächen/Gegenstände, die mit Händen in Kontakt kommen (können) - Insbesondere in Patientennähe (Bett, Betttisch, Infusionspumpen, Türgriffe, Schalter) - Toilettenumgebung wird i.a. sehr gründlich gereinigt, aber hier wenig Handkontakt - Reinigung/Desinfektion von Handkontakt-Flächen durch Pflege -> Personal/Zeitproblem 7

8 Wie putzen? - Jedes Spital hat eigene Regeln & Vorschriften - Nicht klar und einheitlich geregelt, wo desinfiziert resp. geputzt wird - Reicht Wasser und Seife, wenn mechanische Reinigung? - Wann desinfizieren? - Bei Outbreak, bei definierten Keimen (MR), bei Sporenbildnern? - Zunehmend weniger wirksame AB! Take home - Pathogene finden sich in der Patientenumgebung - Verbreitungsweg von C. difficile weiter unklar - Wiederfindung in Umgebung ebenfalls - mechanische Reinigung bei Sporen wichtiger als Mittel - Schnelle Rekontamination von Oberflächen - Augenmerk auf patientennahe Objekte! - Reinigungspolitik: Wer reinigt/desinfiziert was, wie oft und mit was? - Oberflächen = Kontaktflächen = Handkontakt Händedesinfektion!! & Isolationsmassnahmen bei MR Keimen 8

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