Gegenstand der Erziehungswissenschaft. Institutsaufbau. Studienabschlüsse. Diplomstudiengang

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1 Gegenstand der Erziehungswissenschaft Die Erziehungswissenschaft hat als Gegenstand das pädagogische Handeln (Praxis) und das Nachdenken über Erziehung (Theorie): Ziele und Normen, Methoden und Modelle, geschichtliche und gesellschaftliche Zusammenhänge, anthropologische Voraussetzungen und institutionelle Bedingungen. Als Wissenschaft ist Pädagogik Theorie; ihr Studium lehrt nicht "erziehen", sondern "Erziehung reflektieren". Institutsaufbau In der Philosophischen Fakultät III (Philosophie, Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften) ist das Institut für Pädagogik zuständig sowohl für das eigenständige Studium der Erziehungswissenschaft/Pädagogik als auch für die pädagogischen und schulpädagogischen Anteile des erziehungswissenschaftlichen Studiums der Lehramtsstudiengänge. Außerdem gehört die Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik sowie die Kunsterziehung/Kunstpädagogik zum Institut für Pädagogik, während die Sonderpädagogik vom Institut für Sonderpädagogik betreut wird. Anschriften: Dekanat der Philosophischen Fakultät III, Wittelsbacherplatz 1, Würzburg Institut für Pädagogik, Am Hubland, Würzburg Institut für Sonderpädagogik, Wittelsbacherplatz 1, Würzburg Internet: und Studienabschlüsse Für das eigenständige Studium der Erziehungswissenschaft (Pädagogik) gibt es folgende Studienabschlüsse: - Diplom-Prüfung (Dipl.-Päd. Univ.) - Magister-Prüfung (M.A.) - Promotion zum Dr. phil. Der Diplomstudiengang ist stärker strukturiert und enthält einen Studienschwerpunkt mit berufsbezogener Ausrichtung; die Fächerwahl ist eingeschränkt, während im Magisterstudiengang die Wahl der beiden Nebenfächer frei ist und das Studium mehr nach den persönlichen Interessen ausgerichtet werden kann. Das Lehrangebot in Pädagogik ist für beide Studiengänge gleich. Die Promotion zum Dr. phil. ist nur als weiterer Studienabschluss nach einem erfolgreichen einschlägigen ersten Studienabschluss möglich. Diplomstudiengang Das Studium ist gegliedert in ein Grund- und Hauptstudium, daran schließt sich ein Prüfungssemester an. Die Regelstudienzeit beträgt neun Semester. Das Grundstudium dient einer allgemeinen Einführung in die Erziehungswissenschaft. Es soll nach vier Semestern mit der Diplom-Vorprüfung abgeschlossen werden. Die Diplom-Vorprüfung erstreckt sich 1) auf die Erziehungswissenschaft, 2) nach Wahl des Kandidaten auf Psychologie oder Soziologie. Im einzelnen umfasst die Prüfung folgende Fächer: 1

2 1) Erziehungswissenschaft a) Pädagogische Anthropologie und gesellschaftliche Voraussetzungen der Erziehung b) Theorie der Erziehungsprozesse und der Sozialisation c) Institutionen und Organisationsformen im Erziehungswesen In diesen Gebieten sind philosophische Reflexion, geschichtliche Entwicklung und vergleichende Aspekte angemessen zu berücksichtigen. 2) Nebenfach Nach Wahl des Kandidaten: Psychologie a) Allgemeine Psychologie b) Entwicklungspsychologie c) Sozialpsychologie d) Psychologie des Lehrens und Lernens oder Soziologie a) Allgemeine Soziologie b) Familiensoziologie c) Jugendsoziologie d) Erziehung und Gesellschaft In jedem Fach (Erziehungswissenschaft und Psychologie oder Soziologie) findet eine schriftliche und eine mündliche Prüfung statt. Für die Zulassung zur Diplom-Vorprüfung sind mindestens folgende Leistungsnachweise ("Scheine") erforderlich: - 4 qualifizierte Scheine aus Seminaren oder Übungen (jeweils mindestens 2 Semesterwochenstunden) über die oben genannten Bereiche der Pädagogik, darunter ein Seminar oder eine Ü- bung, die sich mit ihrer historischen oder vergleichenden Dimension beschäftigt. - 1 weiterer qualifizierter Seminar- oder Übungsschein aus der Erziehungswissenschaft nach Wahl (a, b, c oder o) - 2 qualifizierte Scheine aus Seminaren oder Übungen im gewählten Nebenfach (jeweils mindestens 2 Semesterwochenstunden). - Je ein Teilnahmeschein aus einer Lehrveranstaltung in Philosophie und einer Einführung in empirische Forschungstechniken. Außerdem sind zwei vierwöchige Ganztagspraktika aus zwei verschiedenen der folgenden Bereiche abzuleisten: Schule, Sozialpädagogik und Sozialarbeit, Erwachsenenbildung und außerschulische Jugendbildung, Betriebliches Ausbildungswesen, Sonderpädagogische Einrichtungen, Elementarpädagogik/ Vorschulerziehung. Im Hauptstudium werden z.z. in Würzburg folgende Studienrichtungen angeboten: - Schule - Erwachsenenbildung und außerschulische Jugendbildung - Sonderpädagogische Einrichtungen - Elementarpädagogik/Vorschulerziehung (Die Studienrichtungen "Sozialpädagogik und Sozialarbeit" und "Betriebliches Ausbildungswesen" sind z.z. an der Universität Würzburg nicht vertreten.) 2

3 Die Diplom-Hauptprüfung soll nach dem 8. Semester abgelegt werden. Sie besteht aus einer Diplomarbeit und schriftlichen und mündlichen Prüfungen in a) Erziehungswissenschaft I (allgemeine Pädagogik) b) Erziehungswissenschaft II (Studienrichtung) c) Wahlpflichtfach (zur Studienrichtung passend) - nur mündlichd) Soziologie bzw. Psychologie (dem noch nicht in der Vorprüfung abgelegten Fach). Die Diplomarbeit kann vor oder nach den schriftlichen und mündlichen Prüfungen angefertigt werden. Sie ist innerhalb von 6 Monaten zu erstellen. Bis zur Diplom-Hauptprüfung sind qualifizierte Leistungsnachweise aus folgenden Lehrveranstaltungen zu erbringen: - zwei Haupt- oder Oberseminare aus Erziehungswissenschaft I - zwei Haupt- oder Oberseminare aus Erziehungswissenschaft II - zwei Übungen oder Seminare in Soziologie bzw. Psychologie - zwei Übungen oder Seminare im Wahlpflichtfach Außerdem ist ein mindestens vierwöchiges Ganztagspraktikum in der gewählten Studienrichtung nachzuweisen. Über Einzelfragen (Anrechnung von Studienleistungen, Anerkennung von Praktika, Verlängerung von Fristen usf.) sowie in Zweifelsfällen entscheidet verbindlich der Ausschuss für die Diplom-Vorund Hauptprüfung für Pädagogen (c/o Institut für Pädagogik, Philosophiegebäude, Am Hubland, Würzburg, Raum 7U5, Tel. 0931/ ). Magisterprüfung Die Magisterprüfung erstreckt sich auf ein Hauptfach und zwei Nebenfächer. Pädagogik kann dabei als Haupt- oder Nebenfach gewählt werden und umfasst alle Bereiche der Pädagogik außer Schul-, Sonder-, Kunst-, Musik- und Sportpädagogik. Ausgeschlossen ist die Kombination von Pädagogik, Schulpädagogik und Sonderpädagogik. Für einige Fächer der Magisterprüfung ist das Latinum erforderlich, was bei der Fächerwahl zu beachten ist. Zum Hauptfach Schulpädagogik ist Pädagogik Pflichtnebenfach. Das Grundstudium wird durch die Zwischenprüfung abgeschlossen. Für Pädagogik als Hauptfach gilt 111 Zwischenprüfungsordnung 111 Pädagogik als Hauptfach (1) Fachliche Zulassungsvoraussetzungen Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme an folgenden fünf Lehrveranstaltungen: - zwei Proseminare zur pädagogischen Anthropologie und zu den gesellschaftlichen Voraussetzungen der Erziehung, - zwei Proseminare zur Theorie des Erziehungsprozesses und der Sozialisation, - ein Proseminar zu Institutionen und Organisationsformen im Erziehungswesen. Nachweis über ein vierwöchiges Praktikum in einem der folgenden Bereiche: - Sozialpädagogik und Sozialarbeit, 3

4 - Erwachsenenbildung, betriebliches Ausbildungswesen und außerschulische Jugendbildung, - Elementarpädagogik/Vorschulerziehung. (2) Inhaltliche Prüfungsanforderungen - Pädagogische, anthropologische und gesellschaftliche Voraussetzungen der Erziehung, - Theorien der Erziehungsprozesse und der Sozialisation, - Institutionen und Organisationsformen des Erziehungswesens. In den genannten Gebieten sind die philosophische Reflexion, die geschichtliche Entwicklung (z.b. Problemgeschichte der Erziehung und Bildung, Sozialgeschichte der Erziehung) und der vergleichende Aspekt (Schule und Erziehung im internationalen Bereich) angemessen zu berücksichtigen. (3) Art und Umfang der Prüfung Die Prüfung besteht in einer Klausur von ca. vier Stunden Dauer und einer mündlichen Einzelprüfung von ca. 30 Minuten Dauer Für Pädagogik als Nebenfach gilt 112 Zwischenprüfungsordnung 112 Pädagogik als Nebenfach (1) Fachliche Zulassungsvoraussetzungen Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme an folgenden drei Lehrveranstaltungen: - Proseminar zur pädagogischen Anthropologie und zu den gesellschaftlichen Voraussetzungen der Erziehung, - Proseminar zur Theorie des Erziehungsprozesses und der Sozialisation, - Proseminar zu Institutionen und Organisationsformen im Erziehungswesen. (2) Inhaltliche Prüfungsanforderungen - Pädagogische, anthropologische und gesellschaftliche Voraussetzungen der Erziehung, - Theorien der Erziehungsprozesse und der Sozialisation, - Institutionen und Organisationsformen des Erziehungswesens. In den genannten Gebieten sind die philosophische Reflexion, die geschichtliche Entwicklung (z.b. Problemgeschichte der Erziehung und Bildung, Sozialgeschichte der Erziehung) und der vergleichende Aspekt (Schule und Erziehung im internationalen Bereich) angemessen zu berücksichtigen. 4

5 (3) Art und Umfang der Prüfung Die Prüfung wird als mündliche Einzelprüfung von ca. 30 Minuten Dauer durchgeführt. Im Hauptstudium gestalten die Studierenden ihr Studium im Rahmen des Lehrangebotes selbst. Im Hauptfach müssen bei der Meldung zur Magisterprüfung zwei Hauptseminare, bei den zwei Nebenfächern je ein Hauptseminar nachgewiesen werden. Berufsaussichten Die Berufsmöglichkeiten für Diplom-Pädagogen sind abhängig vom Engagement des Bewerbers, seiner Phantasie und Initiative, aber auch vom Studienschwerpunkt. Ähnliches lässt sich auch für Pädagogen mit der Magisterprüfung oder der Promotion sagen. Studienberatung Fachstudienberatung: Dr. Waltraud Harth-Peter, Institut für Pädagogik, Philosophiegebäude, Am Hubland, Würzburg, Raum 7U5, Tel. 0931/ , Sprechstunde in der Vorlesungszeit: Fr Uhr Die Zentrale Studienberatung hilft in allgemeinen und fachübergreifenden Fragen. Sie befindet sich in der Ottostr. 16 (Postanschrift: Sanderring 2, Würzburg, Tel. 0931/312914) und hat Mo - Fr von 8-12 und zusätzlich Mi Uhr geöffnet (auch in den Semester- und Schulferien). Internet: Literaturhinweise Wilhelm Brinkmann/Karl Renner (Hrsg.), Die Pädagogik und ihre Bereiche, Paderborn 1982 Wilhelm Brinkmann, Kindheit im Widerspruch, Würzburg 1987 Winfried Böhm, Wörterbuch der Pädagogik, Stuttgart 15. Aufl Günther Bittner, Kinder in die Welt, die Welt in die Kinder setzen. Eine Einführung in die pädagogische Aufgabe. Stuttgart u.a Stand: 05/2004 5

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