Epidemiologie von HIV/AIDS in Deutschland. Stand 03/2015

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1 Epidemiologie von HIV/AIDS in Deutschland Stand 03/2015

2 Bedeutung für die öffentliche Gesundheit HIV/AIDS Hohe Morbidität und Mortalität Trotz großer Fortschritte in der Therapie, keine Heilung Hohe Kosten der Therapie Resistenzentwicklung und Übertragung resistenter HIV Impfstoff nicht in Sicht Sicherheit von Blut und Blutprodukten Lebensqualität nimmt zu Zahl der Menschen die mit HIV leben nimmt zu

3 HIV-Meldepflicht nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) und freiwilliges AIDS-Fallregister Ärzte Labore AIDS-Fallregister Fallbezogene Verschlüsselung 7.3 IfSG RKI Einzelfallkontrolle Nachrecherche Dateneingabe Plausibilitätsprüfungen

4 HIV-Meldepflicht für bestätigt positive HIV- Tests Nicht gleichzusetzen mit Erfassung der HIV-Prävalenz oder HIV-Inzidenz Abhängig vom Testangebot und Testverhalten

5 Anzahl HIV-Diagnosen: Neu-, Doppel/Mehrfachmeldungen und unbekannter Meldestatus nach Diagnosejahr ( ) Anzahl gemeldeter HIV-Diagnosen Erstdiagnosen Meldestatus unbekannt Doppel-/Mehrfachmeldungen Diagnosejahr

6 HIV-Neudiagnosen nach Geschlecht und Diagnosejahr (s. EpiBull 27/15) Anzahl gemeldeter HIV-Neudiagnosen HIV-Neudiagnosen gesamt männlich weiblich unbekannt Diagnosejahr

7 Gemeldete HIV-Neudiagnosen pro Einwohner nach Altersgruppe und Geschlecht, Deutschland 2014 (s. EpiBull 27/15) 20 HIV-Neudiagnosen / Einwohner männlich weiblich 0 < >79 Altersgruppe

8 Inzidenz von HIV-Neudiagnosen 2014 in den einzelnen Bundesländern (s. EpiBull 27/15) Thüringen Niedersachsen Brandenburg Rheinland-Pfalz Schleswig-Holstein Median bundesweit Baden-Württemberg Saarland Bundesland Sachsen-Anhalt Mecklenburg-Vorpommern Sachsen Hessen Nordrhein-Westfalen Bayern Bremen Hamburg Berlin HIV-Neudiagnosen / Einwohner

9 HIV in Deutschland (03/2015) Inzidenz der in den letzten 12 Monaten diagnostizierten HIV-Infektionen nach Postleitbereichen (geglättet, Zellgröße 4 km 2 )

10 4000 HIV-Neudiagnosen nach Jahr der Diagnose und Transmissionsrisiko (s. EpiBull 27/15) Anzahl gemeldeter HIV-Neudiagnosen MSM IVD Blut HET PPI k. A Diagnosejahr

11 HIV-Neudiagnosen : Herkunftsangaben (n = ) Anzahl HIV-Neudiagnosen Neudiagnosen gesamt Herkunft Deutschland Herkunft nicht Deutschland Herkunft n.e./unbek Diagnosejahr

12 HIV-Neudiagnosen : Angaben zur Herkunftsregion (n = 9.640) Anzahl HIV-Neudiagnosen Subsahara-Afrika Zentraleuropa Osteuropa Westeuropa Südostasien Lateinamerika Ausland/andere Nordafrika / Naher Osten Nordamerika Karibik/Ozeanien Diagnosejahr

13 HIV in Deutschland (03/2015) CDC-Erkrankungsstadium bei HIV-Erstdiagnose 100% 80% 60% C B A k.a. 40% 20% 0% Diagnosejahr

14 HIV in Deutschland (03/2015) CD4-Zellzahl/μl bei HIV-Erstdiagnose (Alter >= 15 Jahre) 100% 80% 60% >= <200 k.a. 40% 20% 0% Diagnosejahr

15 HIV in Deutschland (03/2015) Mediane CD4-Zellzahl/μl bei HIV-Erstdiagnose (Alter >= 15 Jahre; nur Meldungen mit Angaben) Percentil Mittelwert Median 25. Percentil Diagnosejahr

16 AIDS-Fallregister Kontinuierliche Erfassung auf nationaler Ebene (RKI) seit 1982 Freiwillige (Arzt-) Berichte Klinikärzte Niedergelassene Ärzte Gesundheitsämter Anonym mit fallbezogener Verschlüsselung Europaweit einheitliche AIDS-Falldefinition Vollständigkeit der Erfassung: <50%

17 AIDS in Deutschland (02/2014) Kumulierte Inzidenz der letzten 36 Monate nach Postleitbereichen (geglättet, Zellgröße 4 km 2 )

18 AIDS in Deutschland (02/2015) Verteilung nach Diagnosejahr (n = ) vorliegende Berichte davon verstorben gem Diagnosejahr

19 AIDS in Deutschland (02/2015) nach Infektionsweg und Diagnosejahr (n = ) Unb./K.A. PPI Hetero Hämo/Trans IVD MSM Diagnosejahr

20 AIDS in Deutschland (02/2015) Infektionsrisiko Männer (n = ) Hämo 2% Trans 1% IVD 11% Hetero (n = 1.863) IVD 4% Trans <1% HET 69% MSM 69% HET 7 % Risiko des Untersuchten PPI 0% UNB/k.A. 10% UNB/k.A. 26% Risiko der Infektionsquelle

21 AIDS in Deutschland (02/2015) Infektionsrisiko Frauen (n = 4.396) UNB/k. A. 16% Trans 3% PPI 1% Hetero (n = 2.050) MSM 6% IVDA 9% Hämo 2% Trans <1% HET 45% HET 61% IVDA 34% UNB/k.A. 21% Risiko des Untersuchten Risiko der Infektionsquelle

22 AIDS in Deutschland (02/2015) nach Erstmanifestation und Diagnosejahr (n=30.474) 100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% Lymph. int. Pneumonie inv. Zervix-Ca HIV-Enzephalopatie Wasting-Syndrom Lymphome Kaposi Sarkom Opportunistische Inf. 20% 10% 0% Diagnosejahr

23 AIDS in Deutschland (02/2015) Durchschnittsalter nach Sterbejahr und Infektionsweg MSM IVDA Hetero Unb./K.A. Gesamt Sterbejahr

24 Zu beachten Zahl der HIV-Neudiagnosen HIV-Inzidenz Diagnose kann lange nach Infektion erfolgen Zahl der HIV-Neudiagnosen stark durch Testangebote, Testverhalten etc. beeinflusst

25 Schlussfolgerungen HIV Anstieg der HIV-Neudiagnosen Teilweise erklärbar durch besser Meldequalität Vermehrte Testung ebenso möglich Mehrheit der Neudiagnosen unter MSM Infektionen in Deutschland erworben Anstieg im ländlichen Bereich und Großstädten <1 Million Einw. Anstieg bei Personen mit heterosexuellen Risiko (HET) Vor allem aus Subsahara-Afrika Vielleicht mehr Flüchtlinge aus Hochprävalenzländern Anstieg besonders in Bayern Effekt von systematischen HIV-Tests bei Erstaufnahme?

26 Schlussfolgerungen AIDS Rechtzeitige antiretrovirale Therapie (ART) verhindert Auftreten von AIDS AIDS-Fälle sind Hinweis auf Probleme beim Zugang zum HIV- Test und zum medizinischen Versorgungssystem AIDS tritt auf Bei später HIV-Diagnose mit AIDS-Erkrankung oder kurz davor Bei Personen ohne kompetente medizinische Betreuung Spätdiagnosen und AIDS-Fälle unverändert Jetzige Untersuchungsangebote können späte Diagnosen und AIDS-Erkrankungen nicht mehr nennenswert verringern Schlecht integrierte Personen mit erhöhten HIV-Infektionsrisiko müssen besser durch Testangebote besser erreicht werden

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