QuaTheSI : Erwartete und überraschende Ergebnisse unter Berücksichtigung methodischer Vorbehalte

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1 QuaTheSI : Erwartete und überraschende Ergebnisse unter Berücksichtigung methodischer Vorbehalte Maria Dickson-Spillmann 5. QuaTheDA-Symposium, 19. März 2015, Bern

2 EINLEITUNG

3 Ziel dieses Workshops Ergebnisinterpretation Diskussion von Unterschieden in der Klientenzufriedenheit und den Outcomes zwischen den Sektoren (ambulante Suchtberatung, Substitution, HeGeBe, begleitetes Wohnen, K&A, stationäre Behandlung) Diskussion von Unterschieden in der Zufriedenheit mit einzelnen Aspekten innerhalb eines Sektors Dialog zwischen Sektoren und zwischen Institutionen in Gang bringen: voneinander profitieren Eigenen Auftrag reflektieren Prioritätensetzung im Qualitätsmanagement Neue Institutionen können das Potenzial von QuaTheSI für ihre Institution einschätzen 3

4 Methodische Vorbehalte (1/2) relativieren die gefundenen Unterschiede in einzelnen Zufriedenheitsaspekten zwischen den Sektoren setzen auf verschiedenen Stufen an: Design, Datenerhebung, Auswertung Design: Vergleich von Sektoren mit unterschiedlicher Zielsetzung/ Auftrag Unterschiedliche Klientengruppen in den Sektoren(z.B. hinsichtlich Problembelastung) 4

5 Methodische Vorbehalte (2/2) Datenerhebung: Ausschöpfung in einzelnen Sektoren variiert (z.b. niederschwellige K&A: 2012 n = 3, 25%; 2014 n = 6, 46%) Ausschöpfung in einzelnen Institutionen variiert (z.b. ambulante Suchtberatung: 2012 M = 70%; 2013 M = 43%) Prozedere der Datenerhebung variiert zwischen Institutionen Auswertung: Grössere Institutionen erhalten grösseres Gewicht (Auswertung mit gewichteten Mittelwerten 2014 zeigt allerdings selbe Resultate) 5

6 BEFUNDE- ERWARTET ODER ÜBERRASCHEND?

7 Vergleich der Sektoren(1/3) Ambulante Suchtberatung: Höchste Zustimmungsraten bei fast allen Zufriedenheits- und fast allen Outcomefragen Substitution (ohne HeGeBe): Bewegen sich bei Zufriedenheits- und Outcomefragen im Mittelfeld Schneiden bei Outcomefragen eher schlechter ab als HeGeBe- Institutionen 7

8 Vergleich der Sektoren (2/3) HeGeBe: Bei vielen Zufriedenheitsfragen (v.a. Organisation, entgegengebrachter Respekt, Einbezug von Gender und ausländischer Herkunft) niedrigste Zustimmungsraten Bei Outcomefragen eher tiefe Zustimmungsraten, jedoch bei den Fragen nach Verbesserung der Gesundheit und persönlichen Situation an der Spitze BeWo: Mittelfeld bei Zufriedenheitsfragen (ziemlich gut bei entgegengebrachtem Respekt und des Einbezugs genderspezifischer Anliegen, jedoch tiefste Zustimmungsraten bei Aufklärung über HIV und Hepatitis) Oberes Mittelfeld bei Outcomefragen 8

9 Vergleich der Sektoren (3/3) K&A: Bei Zufriedenheitsfragen im Mittelfeld Besonders tiefe Zustimmung hinsichtlich des Einbezugs einer allfälligen ausländischen Herkunft Tiefste Zustimmungsraten bei allen Outcomefragen Stationäre (nur 2014): Bei Zufriedenheits- und Outcomefragen im Mittelfeld Besonders tiefe Zustimmung hinsichtlich der Information über Hepatitis und HIV Höchste Zustimmungsraten bei Frage nach Verbesserung des Konsumverhaltens seit Beratungs-/Behandlungsbeginn Drogentherapie: bei Verbesserung Verpflichtungen und Gesundheit relativ hohe Zustimmung Alkoholtherapie: Bei Zufriedenheit mit Angebot und Information über Rechte und Pflichten relativ hohe Zustimmung 9

10 Suchtberatungsinstitutionen: Einzelfragen Ich werde mit meinen Problemen und Wünschen von meiner Beraterin/meinem Berater ernst genommen, verstanden und respektvoll behandelt Ich halte meine Beraterin / meinen Berater für fachlich kompetent Mein psychisches Wohlbefinden hat sich seit Beratungs- Seit Beratungs-/Behandlungsbeginn habe ich meinen problematischen Substanzkonsum / mein Problemverhalten besser im Griff Ich werde klar und ausreichend über Hepatitis und HIV/Aids (Erkrankung, Prävention) informiert Meine persönliche Situation hat sich seit Beratungs-/Behandlungsbeginn insgesamt verbessert (z.b. Finanzen, Wohnsituation, Freizeitgestaltung) Meine Beziehungen zu anderen Menschen haben sich seit Beratungs % Zustimmung 10

11 Substitutionsinstitutionen: Einzelfragen Ich halte meine Beraterin / meinen Berater für fachlich kompetent Ich bin insgesamt zufrieden mit der Betreuung am Abgabeschalter Ich werde klar und ausreichend über Hepatitis und HIV/Aids (Erkrankung, Prävention) informiert. Mein Risikoverhalten (bezüglich Hepatitis- und HIV-Ansteckung) hat sich seit Behandlungsbeginn insgesamt verbessert. Meine ausländische Herkunft wird ausreichend einbezogen Mein psychisches Wohlbefinden hat sich seit Beratungs- Meine Beziehungen zu anderen Menschen haben sich seit Beratungs- Seit Beratungs-/Behandlungsbeginn konnte ich mir Zukunftsperspektiven aufbauen % Zustimmung 11

12 HeGeBe-Institutionen: Einzelfragen Seit Beratungs-/Behandlungsbeginn habe ich meinen problematischen Substanzkonsum / mein Problemverhalten besser im Griff Ich werde klar und ausreichend über Hepatitis und HIV/Aids (Erkrankung, Prävention) informiert Ich bin über meine Rechte & Pflichten sowie über das Angebot der Fachstelle gut informiert Mein Risikoverhalten (bezüglich Hepatitis- und HIV-Ansteckung) hat sich seit Behandlungsbeginn insgesamt verbessert Ich bin insgesamt zufrieden mit der medizinischen Betreuung, die hier angeboten wird Seit Beratungs-/Behandlungsbeginn konnte ich mir Zukunftsperspektiven aufbauen Ich bin mit den organisatorischen Abläufen der Fachstelle zufrieden Meine Beziehungen zu anderen Menschen haben sich seit Beratungs % Zustimmung 12

13 BeWo-Institutionen: Einzelfragen Der erste Kontakt mit meiner Fachstelle war angenehm und vertrauensbildend Ich kann die Regeln der Hausordnung akzeptieren Ich bin insgesamt zufrieden mit den Beratungs- bzw. Therapiegesprächen Seit Beratungs-/Behandlungsbeginn habe ich meinen problematischen Substanzkonsum / mein Problemverhalten besser im Griff Seit Beratungs-/Behandlungsbeginn konnte ich mir Zukunftsperspektiven aufbauen Mein körperlicher Gesundheitszustand hat sich seit Beratungs- Ich werde klar und ausreichend über Hepatitis und HIV/Aids (Erkrankung, Prävention) informiert Meine Beziehungen zu anderen Menschen haben sich seit Beratungs % Zustimmung 13

14 K&A: Einzelfragen Ich kann die Regeln der Hausordnung akzeptieren Ich bin insgesamt zufrieden mit der Betreuung durch die Mitarbeitenden Die Räume der Einrichtung sind sauber und entsprechen meinen Ansprüchen von Hygiene Ich werde mit meinen Problemen und Wünschen von meiner Beraterin/meinem Berater ernst genommen, verstanden und respektvoll behandelt Meine ausländische Herkunft wird ausreichend einbezogen Meine persönliche Situation hat sich seit Beratungs-/Behandlungsbeginn insgesamt verbessert (z.b. Finanzen, Wohnsituation, Freizeitgestaltung) Meine Beziehungen zu anderen Menschen haben sich seit Beratungs- Mein körperlicher Gesundheitszustand hat sich seit Beratungs % Zustimmung 14

15 Stationäre Drogenbehandlungszentren: Einzelfragen Bei der Aufnahme wurde ich gut empfangen und eingeführt Seit Beratungs-/Behandlungsbeginn habe ich meinen problematischen Substanzkonsum / mein Problemverhalten besser im Griff Mein Zimmer genügt meinen Ansprüchen Wenn ich Probleme habe, weiss ich, an wen ich mich wenden kann Ich glaube, dass sich durch den Aufenthalt in dieser Einrichtung mein Leben positiv verändern wird Ich werde klar und ausreichend über Hepatitis und HIV/Aids (Erkrankung, Prävention) informiert Meine Beziehungen zu anderen Menschen haben sich seit Beratungs- Ich finde die Sanktionen bei Regelverstössen angemessen und nachvollziehbar Meine persönliche Situation hat sich seit Beratungs-/Behandlungsbeginn insgesamt verbessert (z.b. Finanzen, Wohnsituation, Freizeitgestaltung) Ich bin insgesamt zufrieden mit dem Kreativ-, Bildungs-, Sport- und Freizeitangebot % Zustimmung 15

16 Stationäre Alkoholbehandlungszentren: Einzelfragen Bei der Aufnahme wurde ich gut empfangen und eingeführt Wenn ich Probleme habe, weiss ich, an wen ich mich wenden kann Ich habe genügend Rückzugsmöglichkeiten, wo ich für mich alleine sein kann (z.b. abends in meinem Zimmer oder in einem anderen Raum) Seit Beratungs-/Behandlungsbeginn habe ich meinen problematischen Substanzkonsum / mein Problemverhalten besser im Griff Ich glaube, dass sich durch den Aufenthalt in dieser Einrichtung mein Leben positiv verändern wird Ich bin insgesamt zufrieden mit dem Bildungs-, Sport- und Freizeitangebot Ich werde klar und ausreichend über Hepatitis und HIV/Aids (Erkrankung, Prävention) informiert Meine persönliche Situation hat sich seit Beratungs-/Behandlungsbeginn insgesamt verbessert (z.b. Finanzen, Wohnsituation, Freizeitgestaltung) % Zustimmung 16

17 DISKUSSION 1. Welche dieser Resultate sind überraschend, welche erwartet? 2. Sind diese Fragen/Resultate für Ihre Institution relevant? Weshalb (nicht)? 3. Sind diese Fragen/Resultate in Ihrer Institution in Qualitätsmassnahmen überführbar? 4. Beurteilen Sie diese Resultate als nützliches Feedback für die Arbeit ihrer Institution? 5. Für Institutionen, die noch nie an QuaTheSI teilgenommen haben: Ist ihre Institution an einer QuaTheSI-Teilnahme interessiert? Weshalb (nicht)? Führen Sie eigene Klientenzufriedenheitsmessungen durch?

18 Weitere Diskussionspunkte Hat ihre Institution schon mehrmals an QuaTheSI teilgenommen? Wenn ja: Wie nehmen sie längsschnittliche Vergleiche vor? Wünschen sie dabei (technische) Unterstützung? Würden Sie eine online-erhebung begrüssen? Nutzen Sie die Möglichkeit, eigene Zusatzfragen zu formulieren? Warum (nicht)? Wie gehen Sie mit den Antworten auf die offenen Fragen um? Hat Ihre Institution Erfahrungen mit internen Klientenzufriedenheitsbefragungen? Sehen Sie in einer externen Befragung Vorteile? 18

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