Predigt Salvenmoser: Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe.

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1 Predigt Salvenmoser: Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe. Vor einigen Tagen habe ich folgende Meldung in der örtlichen Presse gelesen: Blacky Fuchsberger will ohne Frau nicht leben. Der Entertainer Joachim Fuchsberger hat eine schwere Virusinfektion überstanden. Ich stand vor einigen Wochen an der Schwelle des Todes, sagte der 83jährige, und dann fügte er hinzu: Ich kann mir nicht vorstellen, irgendwann ohne meine Frau zu leben. Wenn man wie wir 55 Jahre verheiratet ist, dann wäre es das höchste Privileg, nach einem gemeinsamen Leben auch gemeinsam sterben zu dürfen. Ein Mann möchte nicht leben ohne seine Frau, seine Frau, die er offensichtlich sehr liebt, mit der er sehr, sehr lange verheiratet ist und die ihm alles bedeutet. Wir sprechen von der großen Liebe. Ist das die große Liebe? Im 1. Kor. 13 Vers 1 heißt es: Wenn ich mit Menschen und mit Engelszungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und es heißt weiter im Korinther 13. Vers. 13: Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe - diese drei, aber die Liebe ist die größte unter Ihnen.

2 Die Liebe hört niemals auf, Liebe ist langmütig und freundlich. Die Liebe ist ein unerschöpfliches Thema, nicht nur in der Bibel. Über die Liebe wurde und wird viel geschrieben, in Versen und in Liedern. Heute, in diesem Gottesdienst, möchte ich Ihnen erzählen, welche Bedeutung der Korinther 13, Vers. 13 für mich hat: es ist unser Trauspruch. Mein Mann und ich sind in der Wilhadikirche von Herrn Pastor Glawatz getraut worden. Korinther 13. Vers. 13 hatten wir uns als Trauspruch ausgesucht. Anlässlich unseres Traugesprächs sagte Herr Superintendent Glawatz, mit der Liebe in unserem Trauspruch sei natürlich Gottes Liebe gemeint. Gottes Liebe, nicht die Liebe zwischen zwei Menschen. Ich fing an, darüber nachzudenken, und fast 50 Jahre lang habe ich auch keinen Zweifel daran gehabt. Bei der Vorbereitung zu diesem Gottesdienst, habe ich dann auch eine andere Meinung gehört, und zwar: es könnte doch auch die Liebe zwischen zwei Menschen sein. Ich habe das gerne gehört, und das klingt für mich auch überzeugend, weil ich etwas ganz Wunderbares erlebt habe, was mich in dieser Meinung eigentlich nur bestärken konnte.

3 Meine Mutter pflegte meinen dementen Vater, und war naturgemäß irgendwann am Ende ihrer Kräfte. Sie sagte: Nun muss der Vater in ein Altersheim, ich kann nicht mehr. Das konnte ich mir nun gar nicht vorstellen, und mein Mann und ich beschlossen gemeinsam, es mit der Pflege bei uns zu Hause zu versuchen. Wir hatten leider kein eigenes Zimmer für meinen Vater. So stellten wir ein Krankenbett ins Wohnzimmer, engagierten für die Vormittagsstunden eine Pflegerin und kümmerten uns am Nachmittag, am Abend, an den Wochenenden und in der Urlaubszeit der Pflegerin selbst um meinen Vater. Das klappte meistens auch ganz gut. Die Freunde unseres Sohnes kamen viel zu uns, weil unser Sohn am Nachmittag nicht so gut weggehen konnte. Mein Mann konnte es sich einrichten und rechtzeitig Feierabend machen (er ging am Morgen dafür sehr früh in die Firma) und wenn ich am Abend aus dem Dienst nach Hause kam, war mein Vater bestens versorgt. Sein Bett stand im Wohnzimmer - mein Vater war der Mittelpunkt unseres Lebens. Wann immer sie konnte, kam natürlich auch meine Mutter. Es war für uns alle eine große Herausforderung und schien uns manchmal als eine fast nicht zu meisternde Aufgabe. Die Pflegerin ist uns in den 4 Jahren zu einer Freundin geworden.

4 Eines Tages sagte eine Freundin zu mir: Wenn ich das gemacht hätte, dann wäre meine Ehe kaputt gegangen. Ich aber sage: Nein, meiner Ehe hat das nicht im geringsten geschadet, im Gegenteil, das hat uns nur noch fester zusammen geschweißt. Der Vater musste gefüttert werden, er war unruhig in der Nacht, er erzählte, wo er am Tage gewesen war, obwohl er das Bett gar nicht mehr verlassen konnte. Er war oft recht vergnügt, dann wieder ganz unruhig und fast bösartig. Er wusste nicht wo er war und wollte immer nach Hause. Er erkannte uns nicht, war oft sehr ungeduldig, dann aber wieder auch sehr fröhlich, sang und spielte wie ein Kind. Schwere Jahre, ganz ohne Frage; auch wir waren irgendwann mit unseren Kräften am Ende. Als der Vater verstorben war, bedankte ich mich bei meinem Mann, dass er die langen Jahre der Pflege mit mir durchgestanden hat. Was denken sie, hat mein Mann geantwortet? Wenn ich Dich nicht so geliebt hätte, dann hätte ich das gar nicht durchgestanden. Ist das nicht die schönste Liebeserklärung, die ein Mann seiner Frau machen kann? Ich war unglaublich beeindruckt über die Worte meines Mannes, und dachte an unseren Trauspruch. Nun aber bleiben, Glaube, Hoffnung, Liebe - diese drei, aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

5 Es heißt auch im 1. Korinther: Die Liebe ist langmütig und freundlich und die Liebe höret niemals auf. Und wie ist das nun mit der Liebe zwischen zwei Menschen? Ich bin mir ganz sicher, dass auch die Liebe zwischen zwei Menschen unter Gottes Schutz und Segen steht. Sagt nicht Gott auch im Johannisevangelium: Liebt einander gleich, wie ich Euch geliebt habe. Und hat nicht Gott uns die Kraft gegeben. die wir gebraucht haben, für diese Aufgabe, die ER uns gestellt hat? Wir wissen um Gottes Liebe und können auf Gottes Liebe vertrauen. Mit ihm an unserer Seite werden wir die Anforderungen, die an uns gestellt werden, meistern. Die Liebe Gottes zu den Menschen ist unumstößlich und die Liebe der Menschen untereinander ist letztlich eine Himmelsmacht, weil sie aus Menschen Liebende macht. Amen

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