FAQ Unisex in der Krankenversicherung

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1 FAQ Unisex in der Krankenversicherung

2 1. Warum werden Unisex-Tarife 2012 eingeführt? Grundlage für die Einführung der Unisex-Tarife ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom , das geschlechtsabhängige Tarife als Verstoß gegen das Gleichbehandlungsprinzip ansieht. Eine zeitlich unbefristete Ausnahme von dem Grundsatz der Gleichbehandlung von Männern und Frauen bei der Berechnung von Versicherungsprämien und -leistungen laufe den europarechtlichen Bestimmungen zuwider und sei insbesondere mit der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (Artikel 21 und 23) unvereinbar. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in seinem Urteil die bestehende Ausnahmeregelung ab für ungültig erklärt. 2. Ab wann muss ein Versicherungsunternehmen Unisex-Tarife anbieten? Alle Versicherungsunternehmen sind verpflichtet, ab dem im Neugeschäft Unisex-Tarife anzubieten. Vermutlich wird das Datum der Vertragsannahme durch das Versicherungsunternehmen entscheiden, ob dem Vertrag die geschlechtsabhängige Kalkulation oder die Unisex- Kalkulation zugrunde gelegt wird. Das würde konkret bedeuten: Annahme vor dem : bisherige geschlechtsabhängige Tarifwelt Annahme ab dem : Unisex 3. Wie wirkt sich Unisex auf die Beitragskalkulation in der PKV aus? Statistisch gesehen leben Frauen länger, sie gehen häufiger zum Arzt und verursachen höhere Krankheitskosten. Sie stellen somit statistisch gesehen ein höheres Risiko dar als z.b. junge Männer. Deshalb sind derzeit die Beiträge für Männer meist günstiger als die für gleichaltrige Frauen. Jetzt müssen vor allem junge Männer damit rechnen, dass ihre Beiträge teurer werden. Denn gerade sie gehören zu dem Personenkreis, der bisher von besonders günstigen Beiträgen profitiert hat. 4. Werden die Prämien für Frauen mit Unisex in der PKV günstiger? Experten gehen davon aus, dass die Prämien in der PKV für Frauen tendenziell etwas günstiger werden. Es kann aber Ausnahmen geben. 5. Sollten Frauen mit einem Abschluss warten, bis Unisex eingeführt ist? Nein. Dafür gibt es keinen Grund, denn es wird voraussichtlich ein unbefristetes Wechselrecht geben. Das bedeutet: Wenn die neuen Unisex- Tarife günstiger sein sollten, können die Kundinnen aus den alten Tarifen ohne Gesundheitsprüfung in die Unisex-Tarife wechseln. Damit sichern Sie sich alle Handlungsoptionen, z.b. auch für den Fall, dass der Verbleib in den Bisex Tarifen günstiger sein sollte. Es gibt keinen Grund, wegen Unisex mit dem Abschluss einer Krankenversicherung zu warten. 6. Lohnt sich ein Wechsel von der GKV in die PKV für Männer vor der Einführung der Unisex-Tarife? Experten rechnen damit, dass sich die Beiträge für Männer mit der Einführung von Unisex tendenziell erhöhen. Deshalb wird sich für sie ein Wechsel in die PKV vor dem vermutlich lohnen. Denn wer vor dem eine PKV abschließt, genießt nach aktueller Lage Bestandsschutz und sichert sich ein Leben lang die günstigeren Beiträge der alten Tarifwelt mit. Den Wechsel können Frei-

3 berufler, Selbstständige und Angestellte (oberhalb der JAE) unter Einhaltung der Kündigungsfrist von zwei Monaten jederzeit vornehmen. 7. Wann erfolgt die Umstellung der Angebotsprogramme auf die neuen Unisex-Tarife? In der privaten Krankenversicherung sind Vordatierungen von bis zu sechs Monaten zulässig. Ab könnten theoretisch erste Unisex-Verträge mit Beginn geschlossen werden. Die dafür notwendigen Gesetzesgrundlagen und Bedingungswerke werden nach heutigem Stand erst im Herbst erwartet. Genaue Termine, wann die Unisex-Beiträge in den Angebotsprogrammen zur Verfügung stehen werden, können zurzeit noch nicht genannt werden. Die Angebotsfähigkeit für Unisex-Tarife wird nach heutigem Stand erst für November 2012 erwartet. 8. Bis zu welchem Datum werden Anträge für die bisherigen Tarife garantiert angenommen? Über eine Annahmegarantie wird die Gothaer Kranken noch infomieren. Ein Datum steht zur Zeit noch nicht fest. 9. Haben Unisex-Tarife Auswirkungen auf bereits abgeschlossene Verträge? In der Krankenversicherung haben die Versicherten wahrscheinlich eine unbefristete Möglichkeit, in die neue Unisex-Tarifwelt zu wechseln. Das heißt: Auf Wunsch können alle Kunden in Unisex wechseln. Ein Wechsel zurück ist nach derzeitigem Stand der Dinge - jedoch nicht mehr möglich. Das übliche Tarifwechselrecht, z. B. von MediStart nach MediVita innerhalb der Bisex- oder Unisexwelt, bleibt davon unberührt. 10. Gelten die "alten" Kalkulationsgrundlagen für einen Vertragsabschluss nach Versicherungsbeginn? Entscheidend für die Frage, wann ein Neuvertrag vorliegt, soll nach den Leitlinien der EU-Kommission das Datum des Vertragsabschlusses sein. Es gilt also das Datum der Annahme des Antrags durch den Versicherer. Alle Anträge mit den "alten" Kalkulationsgrundlagen müssen vor dem zustande gekommen sein (Policierung bzw. Annahmebestätigung), damit bestehende Konditionen noch greifen können. 11. Welche Konsequenzen ergeben sich für die Ausübung von Optionen bei bestehenden Verträgen? In der Krankenversicherung geht man davon aus, dass beim Aufleben einer Option (z. B. OPT G) die dann geltende Tarifwelt gilt (perspektivisch: Unisex). 12. Wie geht man mit dem Thema Vordatierung/Rückdatierung des Versicherungsbeginns um? In der privaten Krankenversicherung ist eine Vordatierung von bis zu sechs Monaten zulässig. Spätest möglicher Versicherungsbeginn wäre daher bei Verträgen, die vor dem geschlossen werden und zustande kommen, voraussichtich der Aber auch hier ist der formelle Beginn ausschlaggebend: Sollen die "alten" Kalkulationsgrundlagen gelten, muss der Vertrag vor dem durch Zusendung der Police oder durch eine schriftliche Annahmebestätigung zustande kommen.

4 13. Gelten Unisex-Tarife auch für gesetzlich Krankenversicherte? Nein. Die gesetzliche Krankenversicherung kennt in ihrer klassischen Ausprägung keine Tarife. Die Versicherten zahlen einen Beitrag, der von der Höhe des Einkommens abhängig ist. Das Geschlecht spielt bereits jetzt keine Rolle. 14. Gelten Unisex-Tarife ab 2012 auch für private Krankenzusatzversicherungen? Ja. Auch hier gilt: Für Männer würde sich ein Abschluss vor dem lohnen. Je jünger ein Mann ist, desto wahrscheinlicher sind Beitragsvorteile in der "alten" Tarifwelt. 15. Lebt eine Anwartschaftsversicherung, die in der Bisex-Welt geschlossen wurde, ab dem 21. Dezember 2012 in der Unisex-Welt auf? Nein. Nach mehrheitlicher Auffassung des Rechtsausschusses lebt eine Anwartschaftsversicherung, unabhängig davon, ob sie als "große" oder "kleine" Anwartschaftsversicherung ausgestaltet ist, ab dem 21. Dezember 2012, soweit sie auf einen bestimmten Bisex-Tarif bezogen ist, in der Bisex- Welt auf. Ohne Tarifbindung lebt die Anwartschaftsversicherung in Unisex auf. Dies wird aktuell aber noch in den Gremien diskutiert. 16. Wie ist ein Kind nach dem im Rahmen einer Kindernachversicherung zu versichern? Die Kindernachversicherung ist als Neuabschluss zu werten. Daher ist das Kind in einem Unisex-Tarif zu versichern.

5 Gothaer Krankenversicherung AG Arnoldiplatz Köln

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