Einführung in das Studium der romanischen Sprachwissenschaft Französisch Pragmatik

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1 Einführung in das Studium der romanischen Sprachwissenschaft Französisch Pragmatik

2 Die Pragmatik - Gebrauch sprachlicher Ausdrücke in Äußerungssituationen - Beziehung zwischen Zeichen und Zeichenbenutzer - Kontext - Sprache = System symbolischer Kommunikation - Wissenschaft von den Kommunikationsprinzipien

3 - explizit vs. inexplizit je viens demain A: Wann habt ihr eigentlich geheiratet? B: In Rom damals.

4 Minimax-Prinzip der Kommunikation: Größtmöglicher Effekt mit geringstmöglichen Aufwand ein Helles

5 - Betätigungs- und Einflussfeld der Pragmatik: - Presse und Medien - Arztgespräche und Gesprächstherapie - vor Gericht - Analyse literarischer Texte - Neue Medien (Simsen und Forumsdiskussion) - Kommunikationstraining - Untersuchung des Sprachunterrichts - Interkulturelle Kommunikation

6 Ironie Johannes Heesters : Hitler war ein feiner Kerl. Hitler hat doch die Autobahn gebaut. Ja, ja, Hitler war ein feiner Kerl. Schönes Wetter draußen. Affinität bestimmter Satzformen zur Ironie: Ein schönes Wetter draußen! Das ist ja ein wunderbares Wetter heute!

7

8 Deixis und Anaphorik: SMS: Na, olle Meckertante *ggg*...hast du schon frei oder bist noch im Stress? Hier regnet s grad fürchterlich und ich hab bald Feierabend deiktische Ausdrücke = - Ausdrücke, deren Bezug von den Umständen Ihrer Äußerungen abhängen - griech. deiktikòs hinweisend, zeigend deiktischer Nullpunkt/Origo: ich - hier und jetzt / ici vs. maintenant - räumliche, persönliche und zeitliche Orientierung - Sprecher und Hörer am gleichen Ort vs. Telefonat/Brief

9 Personaldeixis - Personalpronomen, Possessivpronomen - deiktisches Zentrum

10 Lokaldeixis - drei Dimensionen des Raums - Bewegung im Raum relativ zum deiktischen Zentrum - hier vs. da/dort / ici vs. là(-bas) - hin vs. her, hinunter vs. herunter - kommen vs. gehen

11 - lineares Erleben der Zeit Temporaldeixis

12 Anaphorik Mallorca per Rennrad: Lieber tot als Zweiter Mallorca im Frühjahr hat seinen ganz eigenen Charme, vor allem für Radfahrer. Zu Tausenden holen sich hier ambitionierte Rennradler die nötige Frühform um sie postwendend mit gutem Essen und Wein wieder zu ruinieren. Nach einer Autofahrt unter Alkoholeinfluss ist Bischöfin Margot Käßmann von allen Spitzenämtern zurückgetreten. Sie könne und wolle nicht darüber hinwegsehen, dass ihre Autorität beschädigt sei. Hier ihre Rede im Wortlaut... - Rückverweise auf einen vorher verwendeten Ausdruck (Antezedens), innertextuelle Bezüge = anaphorische Verweise - Regeln für Anaphorik: - Grammatisches Wissen - Nähe von Antezedens und Anapher

13 Handeln, Sprechen und Kommunizieren Pragmatik: sprachliche Handlungen Verwendung von sprachlichen Zeichen und Kommunikation Was macht A? Warum macht A Y? Wozu macht A Y? A hat gehustet Husten! - sprachliches Handeln: sinnvolles und zweckgerichtetes Tun nach Mustern vollzogen und sozial bestimmt

14 Sprechakttheorien 1. Sprechakte und Performative: John L. Austin Lokution = Sprechhandlung zwei Typen von Lokutionen: - konstative Äußerungen: festgestellte Sachverhalte la terre est une planète - performative Äußerungen: gleichzeitige Handlung je te baptise au nom du Père, du Fils et du Saint Esprit performative Äußerungen: - speziellere Voraussetzungen als für konstative Äußerungen Le roi de France est chauve. - institutionalisiert

15 2. Searle - Sprechen = regelgeleitetes Handeln - Illokution = Handeln (vs. Lokution) - Seale: Jede Äußerung hat einen illokutionären Anteil je te baptise... je te promets de te rendre ton argent demain tu es tellement idiot > *je t injure que tu es tellement idiot je constate que la terre es tune planète

16 - Repräsentativa (behaupten, feststellen, schlussfolgern) Prototyp: Aussage Worte und Welt sind in Übereinstimmung - Direktive (befehlen, anordnen, Ratschlag geben, bitten) Prototypen: Frage und Aufforderung ausgedrückter mentaler Zustand ist ein Wunsch - Kommissiva (versprechen, Absicht erklären, geloben) Prototyp : Versprechen ausgedrückter mentaler Zustand ist eine Absicht - Expressiva (Danksagen, entschuldigen, sich beklagen) Prototypen: Danksagung und Gratulation - Deklarativa (erkennen, gerichtlich urteilen, taufen) der Sprecher schafft durch seine Worte einen Sachverhalt

17 3. Konversationsmaximen und konversationelle Implikaturen nach Grice - menschliche Kommunikation = vernünftiges und kooperatives Unternehmen - Kooperationsprinzip: Die Beteiligten gestalten ihre Äußerungen so, wie es zum Erreichen des Zwecks des Kommunikationsaktes erforderlich ist.

18 Die Konversationsmaximen nach Grice (1968) 1. Maxime der Qualität: Sage nichts, was du für falsch hältst oder nicht hinreichend belegen Kannst. 2. Maxime der Quantität: Gestalte deine Äußerungen genau so informativ, wie es der Kommunikationsakt erfordert. 3. Maxime der Relevanz Gestalte deine Äußerungen so, dass sie im Hinblick auf den Kommunikationsakt relevant sind. 4. Maxime der Modalität Gestalte deine Äußerungen angemessen, klar und verständlich. Vermeide Unklarheiten, Mehrdeutigkeiten, unnötige Weitschweifigkeiten und Ungeordnetheit.

19 konversationelle Implikatur: - absichtlicher Verstoß gegen eine oder mehrere der Maximen - indirekte Sprechhandlungen, mit denen der Sprecher etwas anderes meint als er wortwörtlich sagt - Erklärung von Ironie und Metaphern 1. Maxime der Qualität: sage nichts, was du für falsch hältst oder nicht hinreichend belegen kannst

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