Strukturvertrag gem. 73a SGB V zur frühzeitigen Diagnostik des Gestationsdiabetes (Strukturvertrag Gestationsdiabetes)

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1 1/9 Strukturvertrag gem. 73a SGB V zur frühzeitigen Diagnostik des Gestationsdiabetes () zwischen Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg () sowie AOK Nordost - Die Gesundheitskasse (AOK) (handelnd als Landesverband) den nachfolgend benannten Ersatzkassen in Brandenburg - BARMER GEK - Techniker Krankenkasse (TK) - Deutsche Angestellten-Krankenkasse (Ersatzkasse) - KKH-Allianz (Ersatzkasse) - HEK - Hanseatische Krankenkasse - hkk gemeinsamer Bevollmächtigter mit Abschlussbefugnis: Verband Ersatzkassen e.v. (vdek) vertreten durch die Leiterin vdek-landesvertretung Berlin/Brandenburg dem BKK Landesverband Mitte Siebstraße Hannover IKK Brandenburg und Berlin (IKK) (handelnd als Landesverband) Knappschaft Regionaldirektion Cottbus und LKK Mittel- und Ostdeutschland (LKK) (handelnd als Landesverband für die landwirtschaftliche Krankenversicherung) (nachfolgend Verbände Krankenkassen genannt) in Fassung vom: gültig ab:

2 2/9 Information Präambel Aufgrund entsprechen Evaluation ist heute davon auszugehen, dass Gestationsdiabetes zu den häufigsten Schwangerschaftskomplikationen zählt und die damit verbundenen Komplikationen bei Mutter und Kind groß sind. Da Gestationsdiabetes fast immer keine eigenständigen Symptome aufweist, wird dieser ohne gezielte Suche in über 90 % Fälle nicht erkannt. Ziel dieses Screeningverfahrens ist es, den Gestationsdiabetes frühzeitig in gynäkologischen Praxis zu diagnostizieren. Darüber hinaus sollen durch eine enge Zusammenarbeit von Gynäkologen und Diabetes-Schwerpunktpraxen durch angemessene vorgeburtliche Überwachung und diabetologische Behandlung die Folgen dieser Schwangerschaftskomplikation zukünftig vermieden werden. Hierzu vereinbaren die Vertragspartner ein Screening auf Gestationsdiabetes. 1 Geltungsbereich (1) Der Geltungsbereich dieser Vereinbarung erstreckt sich auf niegelassene Ärzte, bei niegelassenen Ärzten gem. 32b Abs. 1 Ärzte-ZV angestellte Ärzte, Ärzte in Einrichtungen nach 311 Abs. 2 SGB V, Ärzte in medizinischen Versorgungszentren nach 95 SGB V sowie Ärzte gem. 24 Abs. 3 Satz 3 Ärzte-ZV im Bereich, nachfolgend als Vertragsärzte bezeichnet. (2) Die Vereinbarung gilt für die Untersuchung von Versicherten durch die im Rubrum genannten Verbände vertretenen Krankenkassen. 2 Teilnahmevoraussetzungen (1) Zur Teilnahme an diesem Screening sind alle Vertragsärzte im Zuständigkeitsbereich berechtigt, welche die Berechtigung zum Führen Gebietsbezeichnung Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe o Frauenarzt erworben haben.

3 3/9 (2) Voraussetzung für die Teilnahme an dieser Vereinbarung ist gegenüber geführte Nachweis Teilnahme an einer speziellen, durch die anerkannten Schulung zum Gestationsdiabetes sowie die Erteilung einer entsprechenden Genehmigung durch die. 3 Umfang Leistungen (1) Alle in einer gynäkologischen Praxis betreuten Schwangeren werden nach Feststellung Schwangerschaft durch den behandelnden Gynäkologen über die Problematik Gestationsdiabetes informiert. Als Risikofaktoren gelten ein Body-Mass-Index vor Schwangerschaft von über 27 kg/m 2, an Diabetes erkrankte Verwandte 1. Grades (Eltern und/o Geschwister), Zustand nach Totgeburt, schwere kongenitale Fehlbildungen in einer vorangegangenen Schwangerschaft, habituelle Abortneigung (größer o gleich 3 Fehlgeburten hintereinan), Geburt eines Kindes > 4500 g, Gestationsdiabetes in einer vorangegangenen Schwangerschaft. (2) Bei Schwangeren mit Risikofaktoren gemäß Abs. 1 wird unmittelbar nach Feststellung Schwangerschaft ein 75g-oraler Glukose- Toleranz-Test (ogtt) durchgeführt. Bei unauffälligem Ergebnis des Tests (Nüchternblutzucker 90 mg/dl bzw. 5,0 mmol/l, Blutzucker nach 60 Minuten 180 mg/dl bzw. 10 mmol/l, Blutzucker nach 120 Minuten 155 mg/dl bzw. 8,6 mmol/l) ist dieser in Schwangerschaftswoche zu wieholen. Bei erneut unauffälligem Ergebnis erfolgt eine nochmalige Wieholung in Schwangerschaftswoche.

4 4/9 Information (3) Bei Schwangeren ohne Risikofaktoren erfolgt ein 50g - Glukose- Screening-Test in Schwangerschaftswoche, bei pathologischem Ausfall (nach einer Stunde Messung bei einem Blutglukosewert 140 mg/dl bzw. 7,8 mmol/l) durch einen 75goGTT ergänzt wird (zweizeitige Untersuchung). (4) Ergibt sich aus den nach Abs. 2 und 3 durchgeführten 75goralen Glukose-Toleranz-Tests die Diagnose Gestationsdiabetes o gestörte Glukosetoleranz (Nüchternblutzucker > 90 mg/dl bzw. 5,0 mmol/l, Blutzucker nach 60 Minuten > 180 mg/dl bzw. 10 mmol/l o Blutzucker nach 120 Minuten > 155 mg/dl bzw. 8,6 mmol/l), erfolgt die umgehende Überweisung in eine Diabetes- Schwerpunktpraxis. (5) Die Dokumentation aller mütterlichen Daten in Bezug auf das Screening gemäß Abs. 1 bis 4 bis zur Entbindung erfolgt gem. 5 Vereinbarung. 4 Abrechnung/Vergütung (1) Die vertragsärztlichen Leistungen bei Schwangerenbetreuung werden - unabhängig von Kostenregelung nach Abs. 2 - nach den Regelungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes für ärztliche Leistungen (EBM) vergütet. (2) Zur Abgeltung des besonen zusätzlichen Aufwandes, welcher mit dieser Vereinbarung verbunden ist, erhält teilnehmende Vertragsarzt pro Patientin, bei die in 3 dieser Vereinbarung beschriebenen Leistungen durchgeführt wurden, eine zusätzliche Pauschale in folgen Höhe: a) je erstmaligen Test gemäß 3 Abs. 2 Satz 1 sowie 3 Abs. 3 15,00 (SNR 96080) b) je Folgetest gemäß 3 Abs. 2 Satz 2 bzw. 3 8,00 (SNR 96081) c) je ergänzenden Folgetest gemäß 3 Abs. 3 13,00 (SNR 96082) Die notwendigen Sachkosten sind mit dieser Vergütung abgegolten. Ein Bezug Testsubstanz gemäß Sprechstundenbedarfsvereinbarung ist nicht zulässig.

5 5/9 Die Abrechnung o.g. SNRn erfolgt quartalsweise auf dem Behandlungsausweis. (3) Die für die Vergütung nach Abs. 2 notwendigen Mittel stellen die Krankenkassen außerhalb morbiditätsbedingten Gesamtvergütung zur Verfügung. Die Frequenzen Symbolnummern gemäß Abs. 2 werden von quartalsweise im Formblatt 3 bis zur Ebene 6 gegenüber jeweiligen Krankenkasse ausgewiesen. 5 Dokumentation und Qualitätssicherung (1) Der teilnehmende Vertragsarzt hat für alle von ihm im Rahmen dieser Vereinbarung behandelten Schwangeren eine vollständige Verlaufsdokumentation gemäß Erhebungsbogen Anlage 1 bis hin zur Entbindung zu führen. Die Neugeborenen-Daten zählen ebenfalls zu vollständigen Verlaufsdokumentation und werden bei erstmaligen Wievorstellung Patientin nach Entbindung von gynäkologischen Praxis aus dem Mutterpass in den Erhebungsbogen gemäß Anlage 1 übertragen. Danach ist vollständig ausgefüllte Erhebungsbogen durch den Vertragsarzt an die weiterzuleiten. Die zur Übermittlung Daten notwendige Einwilligungserklärung Patientin ist in schriftlicher Form einzuholen und in den Patientenunterlagen aufzubewahren. (2) Durch die wird die Vollständigkeit und Richtigkeit Dokumentation sichergestellt. (3) Über die Ergebnisse des Screeningverfahrens berichtet die auf Anforung den Verbänden Krankenkassen einmal jährlich, jeweils im I. Quartal für das Vorjahr in schriftlicher Form. 6 Laufzeit (1) Diese Vereinbarung tritt am in Kraft und ersetzt die Übergangsvereinbarung Gestationsdiabetes vom Sie kann mit einer Frist von sechs Monaten zum Jahresende gekündigt werden. Im Falle einer Kündigung dieses Vertrages durch einzelne Verbände Krankenkassen gilt die Vereinbarung für die verbleibenden Vertragspartner unveränt fort.

6 6/9 Information (2) Die Kündigung Vergütungsregelungen dieser Vereinbarung ist mit dreimonatiger Frist zum Ende des Kalenjahres möglich. Bis zum Abschluss neuer Vergütungsregelungen gelten die gekündigten Vergütungsregelungen fort. (3) Sollten während Laufzeit dieser Vereinbarung die Vertragspartner auf Bundesebene eine entsprechende Regelung treffen, werden die Vertragspartner prüfen, inwieweit die Vereinbarung auf Landesebene zu modifizieren ist. (4) Die Vertragspartner sind sich darüber einig, dass dieser Vertrag vorbehaltlich eines rechtskräftigen Beschlusses des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) nach 92 SGB V zur Aufnahme des Screenings auf Gestationsdiabetes in die Mutterschaftsrichtlinien geschlossen wird. Im Falle einer positiven Entscheidung endet diese Vereinbarung mit dem Ende des Quartals Aufnahme des Screenings in den EBM, ohne dass es einer Kündigung bedarf. (5) Bei einer ablehnenden Entscheidung des G-BA gem. Abs. 4 kann Vertrag von jedem Vertragspartner mit einer Frist von 6 Wochen zum Quartalsende gekündigt werden. 7 Salvatorische Klausel Sollten einzelne Bestimmungen dieses Vertrages unwirksam o undurchführbar sein o werden, bleibt davon die Wirksamkeit des Vertrages im Übrigen unberührt. An die Stelle unwirksamen o undurchführbaren Bestimmung soll diejenige wirksame und durchführbare Regelung treten, die dem Willen Vertragspartner sowie dem Sinn und Zweck Vereinbarung entspricht. Die vorstehenden Bestimmungen gelten entsprechend für den Fall, dass sich Vertrag als lückenhaft erweist. Potsdam, Berlin, Cottbus, Hoppegarten, den 13. September 2011 Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg AOK Nordost- Die Gesundheitskasse handelnd als Landesverband

7 7/9 Verband Ersatzkassen e.v. (vdek) Die Leiterin vdek- Landesvertretung Berlin/Brandenburg BKK Landesverband Mitte Landesvertretung Berlin- Brandenburg IKK Brandenburg und Berlin handelnd als Landesverband Knappschaft - Regionaldirektion Cottbus LKK Mittel- und Ostdeutschland handelnd als Landesverband

8 8/9 Information gültig ab : Anlage 1 zum zwischen und den Verbänden Krankenkassen Erhebungsbogen ERHEBUNGSBOGEN Gestationsdiabetes praxisinterne Pat. ID: Geb.Jahr: Arztstempel Datum Screening: Schwangerschaft (I, II, III): SSW BSNR Risikofaktoren Body-Mass-Index vor Schwangerschaft > 27 kg/m² Ja Nein Unbekannt an Diabetes erkrankte Verwandte 1. Grades (Eltern und/o Ja Nein Unbekannt Geschwister) Geburtshilflich belastende Anamnese Totgeburt Ja Nein schwere kongenitale Fehlbildungen in einer vorangegangenen Ja Nein Schwangerschaft habituelle Abortneigung (3 o mehr hintereinan) Ja Nein Geburt eines Kindes > 4500 g Ja Nein Unbekannt Gestationsdiabetes in einer vorangegangenen Schwangerschaft Ja Nein Unbekannt Bei einmal Ja bzw. Unbekannt umgehend 75 g- oraler Glukose-Toleranz-Test (ogtt) Ist nur Nein angekreuzt bitte Seite 2 beachten 75 g-ogtt (umgehend) SNR BZ Nüchtern: BZ 60 Minuten: BZ 120 Minuten: 1. Wieholung, wenn BZ 90/180/155 mg/dl bzw. 5,0/10,0/8,6 mmol/l 75 g-ogtt ( SSW) 1.Wieholung SNR BZ Nüchtern: BZ 60 Minuten: BZ 120 Minuten: 2. Wieholung, wenn BZ 90/180/155 mg/dl bzw. 5,0/10,0/8,6 mmol/l 75 g-ogtt ( SSW) 2.Wieholung SNR BZ Nüchtern: BZ 60 Minuten: BZ 120 Minuten: wenn BZ > 90/180/155 mg/dl bzw. 5,0/10,0/8,6 mmol/l Diagnose: Gestationsdiabetes Überweisung zur Diabetes-Schwerpunktpraxis Überwiesen an SSW Intensive geburtshilfliche Überwachung Screening wurde abgebrochen, wegen Unverträglichkeit Krankenhaus-Einweisung Verlagerung des Wohnsitzes Sonstiges

9 9/9 Keine Risikofaktoren SSW 50 g-glukose-screening-test SNR BZ 60 Minuten: bei pathologischem Ausfall nach 60 Minuten > 140 mg/dl bzw. 7,8 mmol/l 75 g-ogtt SNR BZ Nüchtern: BZ 60 Minuten: BZ 120 Minuten: wenn BZ > 90/180/155 mg/dl bzw. > 5,0/10,0/8,6 mmol/l Diagnose: Gestationsdiabetes Überweisung zur Diabetes-Schwerpunktpraxis Intensive geburtshilfliche Überwachung Überwiesen an SSW Schwangerschaftsverlauf ohne Komplikationen mit Komplikationen Welche Komplikationen: Folgende Neugeborenen-Daten werden aus dem blauen Mutterpass übertragen: Geburt am (Datum): SSW: Lebendgeburt Geschlecht Geburtsmodus Kindslage Gewicht Länge Apgar-Zahl 5 /10 ph-wert Nabelarterie auffällige Fehlbildung Hypoglykämie Hypokalzämie Hyperbilirubinämie m w sp. Sectio vag. OP SL BEL QL g cm 5 10 ph Angaben konnten nicht erhoben werden

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