Kooperation von Schule und außerschulischen Partnern

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1 Kooperation von Schule und außerschulischen Partnern TÜRÖFFNER ERKENNEN UND NUTZEN Schulen öffnen sich Bildung für nachhaltige Entwicklung durch: Bildung für nachhaltige Entwicklung Ganztagschule Kompetenzorientierung ABER: Schulen öffnen sich schon lange 70er-Jahre: Sozial benachteiligte Gruppen in Schulen und Jugendarbeit 80er-Jahre: Schulen im Stadtteil seit den 90er-Jahren Öffnung der Schule : in Nordrhein-Westfalen als Rahmenkonzept Gestaltung des Schullebens und Öffnung von Schule in Hessen als Teil des Schulgesetzes zwei Initiativen der Kultusministerkonferenz zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (2007) Empfehlungen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Schule Förderung des Verständnisses für Zusammenhänge zwischen Globalisierung, wirtschaftlicher Entwicklung, Konsum, Umweltbelastungen, Bevölkerungsentwicklung, Gesundheit und sozialen Verhältnissen Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung als Grundlage für die Entwicklung von Lehrplänen enthält konkrete Empfehlungen und Materialien für den Unterricht Umsetzung auf Länderebene NRW: Schule der Zukunft Bildung für Nachhaltigkeit Hessen: Schule und Gesundheit BW: Zukunft gestalten Nachhaltigkeit lernen 1

2 Ganztägig bilden Kompetenzorientierte Gestaltung von Lernwegen 50% aller allgemeinbildenden Schulen bis Sek. I haben Ganztagsangebote Ziel ist Verbesserung der Bildungsqualität und Infrastruktur im Bildungssystem durch: gleiche Bildungschancen für alle Lernenden mehr individuelle Förderung der fachlichen und sozialen Kompetenzen Förderung sozialer Integration höhere Schulmotivation Angebote für die Berufsorientierung Vereinbarung von Familie und Erwerbstätigkeit Aufwertung von Stadtteilen eine zeitliche und qualitative Weiterentwicklung von Ganztagsangeboten braucht außerschulische Partner und ermöglicht dadurch vielfältige Synergieeffekte Schule soll Kenntnisse, Fähigkeiten und Werthaltungen zur aktiven Teilhabe am Leben vermitteln: auf individueller, gesellschaftlicher und beruflicher Ebene um gegenwärtige und zukünftige Aufgaben und Probleme erfolgreich lösen zu können Lernen weist über die Schule hinaus Abkehr von Input- hin zur Output-Orientierung Lernprozesse von Lernenden her planen Anschluss an Vorwissen Lernender individuelle und sozial-kommunikative Prozesse lebensnaher Anwendungsbezug zukunftsbedeutsame Bildungsziele und Inhaltsfelder statt vom Input (Inhalte) wird vom Ergebnis her gedacht Kompetenzen umfassen neben Wissen und Können auch Fähigkeiten, Fertigkeiten, Haltungen und Einstellungen Von Kompetenzbereichen zum Schulcurriculum Schulen erstellen auf Basis des Kerncurriculums ihr Schulcurriculum soll explizit außerschulische Lernortkooperationen ermöglichen und das schulische Umfeld mehr in das normale Unterrichtsgeschehen einbeziehen Schulen suchen sich dabei Partner mit denen sie eng und häufig zusammen arbeiten bei festgelegten Themen regelmäßig zusammen arbeiten bei bestimmten Themen lose zusammen arbeiten Schulen treffen eigenständig Absprachen (z.b. zur Entwicklung von Unterrichtsmodule in Kooperation) und institutionalisieren die Kooperationen Schulen tauschen ihre Erfahrungen mit Bildungspartnern aus WIE KOOPERATION GELINGEN KANN 2

3 Anforderungen an die Kooperationspartner Institutionalisierung der Kooperation Bereitschaft Neues zu Lernen, zur Offenheit, Selbstreflektion und Veränderung Wissen um die Ziele und Arbeitsbedingungen des Partners (Perspektivwechsel) Eigenmotivation, Kritikfähigkeit und Frustrationstoleranz Fähigkeit Konflikte auszuhalten und zu lösen gegenseitiger Respekt ausreichend (Zeit)ressourcen und persönlicher Einsatz Bereitschaft zur aktiven Pflege der Kooperation Wille zur Verbindlichkeit und personelle Kontinuität aktive Kommunikation und Pflege der Kooperation professionelle Selbstverständnis Leidenschaft und Glaubwürdigkeit Verankerung im Schulcurriculum, Leitbild und Schulprogramm Strukturelle Absicherung durch Gremien, Verträge und Ansprechpartner Kooperationspartner vorstellen und regelmäßig informieren Ziele, Ergebniserwartungen, Rahmenbedingungen, Grenzen, Zuständigkeiten, Rechte und Pflichten festlegen und dokumentieren Unterstützung der Kooperation durch Schulleitung Auswertung und Weiterentwicklung der Kooperationsaktivitäten Aufbau und Einbindung der Kooperation in Bildungslandschaften Chancen und Risiken von Kooperationen Chancen: Verzahnung von Schule und Lebenswelt Projekte in der Schule machen diese zum anregenden Lern- und Lebensort Erschließen neuer (außerschulischer) Lernorte Kennenlernen von potenziellen Arbeitsplätzen Risiken: Legitimationsdruck und Unsicherheit wenn Ziele, Ergebnisse und Arbeitsweise öffentlich gemacht werden müssen Durststrecke = hohe Startinvestition (Zeit) bis zu ersten Erfolgen Unklarheiten über Befugnisse und Pflichten KONSEQUENZEN FÜR ANBIETER 3

4 Warum Lehrer außerschulische Lernorte nutzen? Warum Lehrer außerschulische Lernorte nicht nutzen? Vermittlung von Inhalten bzw. Nutzung von Medien und Methoden, die im Klassenraum nicht möglich sind Lernen in authentischen Problemsituationen und mit allen Sinnen Förderung eigenverantwortlichen Handelns in komplexen Zusammenhängen Alltags- und Lebensweltorientierung Überprüfung der Viabilität des Gelernten Entwicklung und Einübung sozialer Kompetenzen Interesse und Neugier der SuS wecken und ihnen eigene Erfahrungen ermöglichen den SuS Freiräume, Erlebnisse und Partizipation ermöglichen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit der Schule der fehlende Bezug zum Lehrplan (Schulcurriculum) das fehlende Interesse der SuS das fehlende Fachwissen zum Lernort fehlende geeignete außerschulische Lernorte die ungünstigen Rahmenbedingungen der Schule das schlechte Aufwand-Nutzenverhältnis (Zeit, Kosten) versicherungsrechtliche Fragen und Beaufsichtigung der große Organisationsaufwand die Schwierigkeit den Lernerfolg zu benoten störanfällig (z.b. Wetter, Terminabsprachen) außerschulische Bildungsanbieter außerschulische Bildungsangebote Entwicklung von Schulcurriculum, Leitbild und Schulprogramm mit gestalten durch: Informationsveranstaltungen für Schulen und Lehrpersonen direkte Ansprache der Schulleitung und Fachkonferenzen Bereitstellung von Unterrichtsmedien und Informationen Angebote an die Bildungspläne und Ziele einer Bildung für nachhaltigen Entwicklung anpassen Angebote für den Nachmittagsunterricht Kooperationsverträge abschließen Zusammenarbeit mit Schulverbünden suchen die Öffentlichkeitsarbeit der Schule unterstützen Relevanz für die Bildungsziele und die im Unterricht zu erwerbenden Fachkompetenzen Nutzung von Medien und Methoden, die im Klassenraum nicht möglich sind Bezug zur Alltags- und Lebenswelt der SuS SuS in Ihren Gewissheiten perturbieren und ihnen eigene Erfahrungen ermöglichen authentischen Problemsituationen schaffen Handlungsmöglichkeiten für den Einzelnen und/oder die Gemeinschaft den SuS selbstorganisiertes Lernen, Perspektivenwechsel, Erlebnisse und Partizipation ermöglichen 4

5 Ziele der Kooperation im Lehrer- Landwirt-Tandem DAS LEHRER- LANDWIRT-TANDEM Lehrkräfte und Landwirte entwickeln und pflegen eine partnerschaftliche, interdisziplinäre Kooperation Die Landwirte öffnen ihre Höfe und die dazu gehörenden Flächen als Lernort und beraten und unterstützen die Lehrkraft. Die Lehrkräfte erschließen sich diesen Lernort um: diesen auch unabhängig vom Tandempartner nutzen zu können außerschulisches und schulisches Lernen in möglichst vielen Fächern mit-einander zu verbinden diesen Lernort möglichst häufig und gut in das Unterrichtsgeschehen integriert nutzen zu können Chancen für die Landwirte Chancen für die Schule Ergebnisse aus Projekten und Untersuchungen können dem landwirtschaftlichen Betrieb direkt zugute kommen Öffentlichkeitsarbeit und Produzent- Verbraucherdialog Landwirtschaftliche Nachwuchsförderung zusätzliche Einkommensgenerierung durch: Angebot klassischer Lernort-Bauernhof Module Freizeiten und Schulfeste auf dem Hof Zusätzliche Direktvermarktung über Schulkantine oder Schülerfirma geringerer Vorbereitungsaufwand bei gleichzeitiger Qualitätssteigerung durch langfristige Zusammenarbeit reduzierte Kosten und Terminabstimmungen, wenn Lehrkräfte die außerschulischen Lernorte selbstständig nutzen Unterstützung beim Finden geeigneter Lernorte minimierte Fahrt bzw. Wegezeiten durch räumliche Nähe Entwicklung langfristiger Projekte, wie z.b. Schülerfirmen Praktikums- und Ausbildungsplätze auf dem landwirtschaftlichen Betrieb 5

6 Schulisches und außerschulisches Lernen eng verknüpft Ziele der Lehrer-Landwirt-Tandem- Fortbildung Beispiel Bodenfruchtbarkeit Planung und Recherche in Schule Untersuchungsmethoden kennen lernen Bewertung Schlag-Brutto-Bilanz Untersuchung einer Fläche vor Ort Bodenleben, Zeigerpflanzen, Bodengefüge Entnahme von Bodenproben Auswertung in Schule Untersuchung der Bodenproben Auswertung und Empfehlungen für Landwirt Lehrkräfte und Landwirte zusammenzubringen und auf eine langfristige Kooperation in Tandem vorzubereiten Landwirte erfahren, welche Möglichkeiten ihr Hof als Lernort bietet und wie sie mit Schulen kooperieren können Lehrkräfte lernen, sich die landwirtschaftlichen Flächen als vielseitig nutzbare, außerschulische Lernorte zur Entwicklung kompetenzorientierter Lerneinheiten zu erschließen Inhalte der Lehrer-Landwirt-Tandem- Fortbildung Kontakt zum Autor Erwerb fachlicher Grundkenntnisse aus dem jeweils anderen Fachgebiet Förderung der Kooperationsfähigkeit und kommunikativen Kompetenzen Das gegenseitige Kennenlernen und Abbau von Vorurteilen Rechtliche und betriebswirtschaftliche Aspekte Strategien zum Umgang mit Schwierigkeiten Methoden für außerschulische Lernorte Ausarbeitung einer konkreten Lerneinheit Erprobung der Lerneinheit mit einer Schulklasse Präsentation, Diskussion und kollegiale Beratung zu den durchgeführten außerschulischen Lerneinheiten Netzwerke und Möglichkeiten zur Verstetigung der Kooperation Lars&Paschold Dozent, Umweltpädagoge (M.A.) und Theaterpädagoge (BUT) Von-Harnack-Straße Marburg Telefon: Mobil:

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