Recht Aufgabe 1 (5 Punkte) Aufgabe 2 (9 ¾ Punkte) Artikel und Berechnungsweg angeben Artikel und Absatz angeben Gesetzesartikel angeben

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1 Recht Aufgabe 1 (5 Punkte) Das Ehepaar Petra und Stefan B. haben sich mit selber gesammelten Pilzen eine Pilzsuppe zubereitet. Einige Stunden nach dem Verzehr der Pilze zeigen sich bei Stefan heftige Vergiftungssymptome. Stefan fällt noch vor Eintreffen der Rettungskräfte ins Koma und stirbt kurz darauf. Seine Frau stirbt einen Tag später im Spital. Da sie kinderlos sind, haben beide ein Testament verfasst, in dem jeder den anderen als Alleinerben eingesetzt hat. Beide haben noch Blutsverwandte: Stefan B. hinterlässt einen verheirateten Bruder (Daniel), der einen Sohn (Matthias) und eine Tochter (Paula) hat. Petra B. hinterlässt ihre 80-jährige Mutter und die Tochter ihrer verstorbenen Schwester (Karin). a) Wie sieht die Erbfolge im Falle des Ehepaares B. aus (mit Angabe der Bruchteile)? Begründen Sie Ihre Aussagen und geben Sie den Gesetzesartikel an. b) Welche der heute noch lebenden Personen könnte(n) eines der beiden Testamente anfechten (Gesetzesartikel angeben). c) Angenommen das Ehepaar möchte sicherstellen, dass nach ihrem Ableben das gesamte Erbe an ein Hilfswerk geht. Wie müssten Sie in diesem Fall vorgehen? Aufgabe 2 (9 ¾ Punkte) Als Jurist(in) der Stossacker AG - Hersteller von Industriemöbeln in Heerbrugg - haben Sie täglich unterschiedlichste rechtliche Fragestellungen zu klären. Die Stossacker AG hat ein Aktienkapital von CHF 500'000.- (voll liberiert). CHF 100'000 davon (Namenaktien mit Nennwert von CHF 100.-) befinden sich in der Hand der Gründerfamilie, der Rest (Inhaberaktien zu CHF 500.-) sind im Eigentum von vielen kleineren Publikumsaktionären. Das Stimmrecht der Aktionäre richtet sich nach OR 693 Abs. 1. Lesen Sie die Beispiele der bearbeiteten Fälle der letzten drei Monate. Wie hätten Sie in den einzelnen Fällen entschieden? Begründen Sie Ihre Antworten und zitieren Sie, wo es verlangt ist, das Gesetz mit Artikel und Absatz. a) An der Generalversammlung im Frühjahr 2006 nahmen 80% der Namenaktionäre und 60% der Inhaberaktionäre teil. Wie viele Stimmen betrug das absolute Mehr. b) Art. 703 OR regelt die Beschlussfassung und Wahlen an der Generalversammlung. Handelt es sich bei dieser Vorschrift um zwingendes oder dispositives Recht? c) An der Generalversammlung im Frühjahr 2006 stellte der Verwaltungsrat (alles Familienmitglieder) den Antrag, den Zweck der Gesellschaft zu ändern. Wie viele Stimmen der Inhaberaktionäre brauchte es, um den Antrag durchzubringen (Artikel und Berechnungsweg angeben)? d) Am wurde eine grössere Menge an Schreibpapier bei der Papeterie Moesch in Arbon bestellt. In der Rechnung der Papeterie Moesch werden die Transportkosten gesondert ausgewiesen. Muss die Stossacker AG die Transportkosten bezahlen? (Artikel und Absatz angeben) e) Drei Monate nach Kauf des Papiers merkt der Verwalter des Büromaterials, das zehn der bestellten Schachteln Papier mit Eselsohren enthalten. Für die Verwendung im Büro ist das Papier nicht zu gebrauchen. Er verlangt deshalb von der Papeterie Moesch einen Umtausch. Diese verweigert den Umtausch aber mit dem Hinweis, der Mangel hätte viel früher gemeldet werden müssen. Wie beurteilen Sie die Rechtslage (Gesetzesartikel angeben). -1/6-

2 f) Kurt Blix wurde vor 2 ½ Monaten in der Produktionsabteilung als Schreiner eingestellt. Vereinbart war eine Probezeit von drei Monaten. Der Produktionsleiter ist mit der Arbeit seines neuen Mitarbeiters noch nicht zufrieden. Ausserdem zweifelt er an seinem Einsatzwillen, da Kurt Blix während der Probezeit öfter krank war. Insgesamt fehlte er einen Monat. Der Produktionsleiter möchte deshalb die Probezeit um zwei Monate verlängern. Wie beurteilen Sie dieses Anliegen (Gesetzesartikel und Absatz)? g) Heftige, lang anhaltende Regenfälle haben zu grossflächigen Überschwemmungen, in weiten Teilen der Region gar zu Verkehrszusammenbrüchen geführt. Ein Teil der Belegschaft ist deshalb am vergangenen Dienstag nicht zur Arbeit erschienen. Der Geschäftsinhaber vermutet, dass etliche das Unwetter als Ausrede benutzt haben, um nicht zur Arbeit erscheinen zu müssen. Er weist den Personalchef an, den Betroffenen den fehlenden Arbeitstag vom Lohn abzuziehen. Wie beurteilen Sie die Situation (Gesetzesartikel und Absatz)? Betriebswirtschaftslehre Aufgabe 3 (7 ½ Punkte) a) Von einem Süsswarenhersteller sind folgende Zahlen bekannt: Bilanzsumme 12 Millionen Franken, Fremdfinanzierungsgrad 62%, durchschnittliche Verzinsung des Fremdkapitals 6%, Rentabilität des Gesamtkapitals 8%. a1) Wie hoch ist der Zinsaufwand? a2) Wie hoch ist die Rendite des Eigenkapitals? b) Erklären Sie den Unterschied zwischen einem Kontokorrentkredit und einem Bankdarlehen? c) Welche der folgenden Aussagen sind richtig? (Bitte die Nummern derjenigen Aussagen, die Sie für richtig halten auf Ihrem Lösungsblatt notieren) 1. Beteiligungsfinanzierung ist eine Variante der Aussenfinanzierung. 2. Kreditfinanzierung ist eine Variante der Aussenfinanzierung. 3. Verflüssigungsfinanzierung ist eine Variante der Aussenfinanzierung. 4. Beteiligungsfinanzierung verbessert die Liquidität des Unternehmens. 5. Selbstfinanzierung verbessert die Liquidität des Unternehmens. 6. Kreditfinanzierung verbessert die Liquidität des Unternehmens. 7. Die Beteiligungsfinanzierung erhöht die Eigenfinanzierung der Unternehmung. 8. Die Verflüssigungsfinanzierung erhöht die Eigenfinanzierung des Unternehmens. 9. Beteiligungsfinanzierung erhöht die Verschuldung des Unternehmens. d) Erläutern Sie die wesentlichen Merkmale einer Optionsanleihe. -2/6-

3 Aufgabe 4 (5 Punkte) a) Bringen Sie folgende Ausdrücke in ein oder zwei Sätzen in einen sinnvollen Zusammenhang. Preispolitik der Marktabschöpfung, tiefe Preissensitivität, Produkt-Lebenszyklus. b) Eine Damenboutique in Basel will in den nächsten 5 Jahren ihren Marktanteil um 2% vergrössern. Erreichen will man das Ziel durch ein breiteres Sortiment. b1) Wie wird der Marktanteil berechnet? b2) Was versteht man unter einem breiten Sortiment? c) Pelzgeschäften geht es schon seit vielen Jahren nicht gut. Worauf führen Sie diese Entwicklung zurück? Argumentieren Sie auf Grundlage des St. Galler Management-Modells. Buchhaltung Aufgabe 5 (5 Punkte) Eine Jugendherberge im Tessin hat 100 Betten und ist im Jahr 340 Tage geöffnet. Die Betten sind im Durchschnitt zu 80% ausgelastet. Für eine Übernachtung werden pro Bett Fr verlangt. Die variablen Kosten belaufen sich je Übernachtung auf Fr Die fixen Kosten betrugen im letzten Jahr Fr. 600' a) Wie hoch war der Erfolg? b) Bei welcher Anzahl Übernachtungen wird die Gewinnschwelle erreicht? c) Die Betreiber der Jugendherberge planen die Jugendherberge künftig während 365 Tagen offen zu halten. Zu diesem Zweck wollen sie in der Zwischensaison neue Gäste anlocken mit einem tieferen Übernachtungspreis von Fr pro Bett. Der Auslastungsgrad für die Zwischensaison wird auf 65% geschätzt. Würden Sie der Jugendherberge diese Massnahme empfehlen? Begründen Sie Ihre Antwort zunächst rechnerisch. d) Frage c) könnten Sie auch ohne Berechnung, nur durch logische Argumentation beantworten. Wie müssten Sie argumentieren? -3/6-

4 Aufgabe 6 (4 ½ Punkte) Bilden Sie die Buchungssätze für die folgenden nicht zusammenhängenden Geschäftsfälle der Sabno AG. Eröffnungsbuchungen am Von den Mietzinsen aus Fremdvermietung im eigenen Haus wurden Fr. 3'800.- beim Abschluss transitorisch gebucht, da sie erst im neuen Geschäftsjahr erfolgswirksam sind. Der Posten ist aufzulösen (Rückbuchung). 2. Der aufgelaufene Darlehenszins wurde beim Abschluss ebenfalls transitorisch verbucht. Zinssatz 6%, unsere Darlehensschuld Fr. 50' Zinstermin 31. Oktober. Der Posten ist aufzulösen. Ausgewählte Geschäftsfälle während des Geschäftsjahres Die Sabno AG verkauft Fertigfabrikate für Fr. 28'500.- auf Kredit. 4. Trotz Mahnung zahlte der Kunde Lang nicht. Wir haben ihn betrieben und erhalten heute die Abrechnung des Betreibungsamtes. Unser Guthaben inklusive Verzugszins und Betreibungsgebühren beträgt Fr. 8' Wir erhalten eine Konkursdividende von 60% per Bankgiro. Den Rest schreiben wir ab. 5. Der Kunde Prokosch, dessen Forderung wir vor zwei Jahren abgeschrieben haben, zahlt uns unverhofft die Schulden von damals zurück. Er zahlt auf unser Bankkonto Fr Nachtragsbuchungen beim Rechnungsabschluss am Die Maschinen werden indirekt, linear abgeschrieben. Der Anschaffungswert des Maschinenparks beträgt Fr. 4'200'000.-, der Buchwert Fr. 1'000' Wir berücksichtigen eine Abschreibung von 10%. 7. Einem Aussendienstmitarbeiter gewährten wir einen Vorschuss für Werbeausgaben im nächsten Jahr von Fr. 4' Der Posten ist beim Abschluss transitorisch zu berücksichtigen. 8. Der Anfangsbestand der ½ Fabrikate betrug Fr. 135'900.-, der Schlussbestand Fr. 98' Aufgabe 7 (3 Punkte) Die Kosmos AG hat ein Aktienkapital von Fr. 1'000' Die gesetzlichen Reserven belaufen sich auf Fr. 220' Der Gewinnvortrag des Vorjahres beträgt Fr und der Jahresgewinn beläuft sich auf Fr Erstellen Sie einen übersichtlichen Gewinnverteilungsplan. -4/6-

5 Volkswirtschaftslehre Aufgabe 8 (9 ½ Punkte) Wir befinden uns auf dem Markt für Energy-Drinks in der Schweiz. Wir nehmen an, auf dem Markt herrsche vollständige Konkurrenz. Alle Unternehmen produzieren pro Jahr zusammen rund 3 Millionen Flaschen. Bei der Herstellung entstehen pro gefüllte Flasche bei allen Unternehmen Durchschnittskosten von Fr Verkauft werden die Flaschen für Fr pro Flasche. a) Wie hoch sind die Grenzkosten einer Flasche? b) Befindet sich dieser Markt im langfristigen Konkurrenzgleichgewicht? Begründen Sie Ihre Antwort. c) Die Etoile AG möchte in den Markt für Energy-Getränke eindringen. Sie plant einen Ausstoss von 2500 Flaschen pro Monat. Beim dem geplanten Outputniveau sind die Grenzkosten Fr pro Flasche und gleich den totalen Durchschnittskosten. Sie haben ausserdem ermittelt, dass bei einem Outputniveau von 1500 Flaschen die Grenzkosten Fr. 1.- betragen und den durchschnittlichen variablen Kosten entsprechen. Der Marktpreis beträgt nach wie vor Fr pro Flasche. Zeigen Sie mit einer geeigneten Grafik, wo die gewinnmaximale Menge für die Etoile AG liegt. Bezeichnen Sie diese Menge mit x*. Sollte die Etoile AG unter den gegebenen Bedingungen in den Markt einsteigen? Welche Überlegungen muss die Etoile AG längerfristig anstellen? d) Zeichnen Sie ein Marktdiagramm mit elastischem Angebot und elastischer Nachfrage für Energy-Drinks. Annahme: Auf den Verkauf von Energy-Drinks wird beim Anbieter eine Umsatzsteuer erhoben. Zeigen Sie in Ihrer Grafik welchen Einfluss diese Steuer auf die Konsumenten- und die Produzentenrente hat? Würden Sie als Berater des Staates eine solche Steuer empfehlen? Begründen Sie Ihre Antwort. e) Die Annahme der vollständigen Konkurrenz ist im Zusammenhang mit dem Markt für Energy-Drinks unrealistisch. Weshalb? f) Welche Marktform würde auf diesen Getränkemarkt am ehesten zutreffen (Nennung genügt)? -5/6-

6 Aufgabe 9 (8 ½ Punkte) In den 70-iger Jahren hat die OPEC durch Absprachen die Förderquoten reduziert und dadurch das Angebot an Erdöl weltweit drastisch verknappt. a) Zeigen Sie mit Hilfe eines Diagramms, mit Gesamtangebots- und Gesamtnachfragekurve, welche Konsequenzen diese plötzliche Outputreduktion hatte. Erläutern Sie ihre Grafik und erklären Sie in diesem Zusammenhang den Begriff der Stagflation. b) Der Erdölpreisschock war die Geburtsstunde der Angebotsökonomen. Erläutern Sie kurz die wichtigsten Rezepte dieser Konjunkturtheoretiker (4 Nennungen mit Erläuterungen sind verlangt). c) Im letzten Jahr erlebten wir ebenfalls einen starken Anstieg des Erdölpreises. Allerdings hatte der letzte Preisanstieg nicht die gleichen Konsequenzen wie in den 70-iger Jahren. Wie erklären Sie sich das? d) Erläutern Sie kurz die Grundidee der Multiplikatortheorie. Gehen Sie für die Erläuterung der Theorie von einer Grenzneigung zum Konsum von 0.9 aus. e) Erdölverbrauch, CO 2- Ausstoss und Klimaerwärmung stehen in einem engen Zusammenhang. Ökonomen sehen das Problem als Folge einer mangelnden Internalisierung externer Effekte. Was ist damit gemeint? -6/6-

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