Forschungsdesign der Nürnberger Berufsschüleruntersuchung

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1 Übersicht 1: Forschungsdesign der Nürnberger Berufsschüleruntersuchung Grundgesamtheit: N= Schüler/Schülerinnen in dualer oder schulischer Ausbildung oder in einem Berufsvorbereitungsjahr geplante Stichprobengröße: n=600 Stichprobenverfahren: mehrstufiges Zufallsverfahren, disproportionale Auswahl des Ausbildungstyps, zufällige Auswahl der Anzahl zu befragender Klassen, Auswahl der Klassen durch Interviewer bzw. Direktor. Die disproportionale Schichtung wurde vorgenommen, um auch für das BVJ und die schulische Ausbildung eine größere Zahl von Jugendlichen zu haben. Erhebungsinstrument: standardisierter Fragebogen Feldphase: Frühjahr 1999, Klassenzimmerinterviews realisierte Stichprobe: n=620 1

2 Erfasste Inhalte Sozio-Demographie Ausbildungswahl Zufriedenheit mit der Ausbildung Politisches Interesse und Wertorientierungen Rolle der Frau Wichtigkeit von Lebensbereichen Freizeitaktivitäten Suchtmittel 2

3 Repräsentativität der Untersuchung Tabelle 1: Besuchte Schulformen (Spaltenprozente) Stichprobe Grundgesamtheit absolut absolut duale Ausbildung , ,7 schulische Ausbildung 71 11, ,0 Berufsvorbereitungsjahr 58 9, ,4 (BVJ) Gesamt

4 Tabelle 2: Ausbildungsberufe bei dualer Ausbildung Stichprobe Grundgesamtheit Elektro- und Bau-Metall-Berufe (Berufliche Schule 1) 12,6 11,0 Metallberufe (Berufliche Schule 2) 10,4 10,5 Augenoptiker, Gastronomieberufe, Floristen, Gärtner, 13,4 16,6 Nahrungsberufe (Berufliche Schule 3) Kaufmannsberufe: Absatz-, Kreditwirtschaft der 11,6 12,7 Industrie 1 (Berufliche Schule 4) Textilberufe, Körperpflege (Berufliche Schule 5) 3,9 4,5 Kaufmannsberufe: Absatz-, Verlags-, 4,1 6,4 Werbewirtschaft 2 (Berufliche Schule 6) Gesundheits-, Naturwissenschaftliche Berufe 3 15,3 14,1 (Berufliche Schule 8) Druckindustrie (Berufliche Schule 9) 4,3 1,9 Bau-, Maler-, Holz-Berufe (Berufliche Schule 11) 8,8 8,5 Kaufmannsberufe: verkehrs- und 14,7 13,8 verwaltungsorientiert 4 (Berufliche Schule 14) keine Angabe (Stichprobe)/Berufliche Schule 7 1,0 0,1 (Grundgesamtheit) Gesamt 100 (N=491) 100 (N=18531) 1 hierzu zählen z.b. Bankkaufleute, Industriekaufleute, Kaufleute im Groß- und Außenhandel, Versicherungskaufleute 2 hierzu zählen z.b. BuchhändlerInnen, Kaufleute im Einzelhandel, VerkäuferInnen, Verlags- und Werbekaufleute 3 hierzu zählen z.b. Pharmazeutisch-kaufmänn. Angestellte, ZahnarzthelferInnen, ZahntechnikerInnen 4 hierzu zählen z.b. Bürokaufleute, Kaufleute für Bürokommunikation, Reiseverkehrskaufleute 4

5 Sozio-Demographie Tabelle 3: Sozio-demographische Merkmale der Befragten nach Schulform (Spaltenprozente) dual schulisch BVJ Gesamt (n=491) (n= Alter in Jahren (Stand.abw. in 18,4 (2,0) 18,8 (2,3) 16,8 (0,9) 18,3 (2,0) Klammern) Anteil weiblich 48,3% 88,4% 40,4% 52,1% Anteil mit Wohnort 42,1% 34,8% 94,6% 46,1% in Nürnberg Anteil mit ausländischer 19,8% 29,0% 69,8% 25,4% Herkunft Anteil mit nichtdeutscher 9,2% 16,4% 37,5% 12,3% Staatbürgerschaft Anteil mit 33,3% 24,6% 0% 29,2% Realschulabschluss Anteil mit Abitur 8,1% 2,9% 0% 6,8% 5

6 Gründe der Ausbildungswahl Tabelle 7: Die wichtigsten Gründe der Ausbildungswahl Gründe () Gesamt (n=620) dual (n=491) schulisch BVJ (n=58) (n=71) Interesse am Beruf 53,1 58,3 60,1 0 keine andere Stelle 27,6 24,2 11,3 75,9 Vermittlung durch Arbeitsamt 22,1 22,2 18,3 25,9 wegen der Aufstiegschancen 15,5 16,3 19,7 3,5 Ausbildungsbetrieb hat guten Ruf 15,2 18,7 2,8 0 Ausbildungsbetrieb liegt in der Nähe 13,4 16,7 1,4 0 wegen der guten Bezahlung 13,2 15,3 8,9 0 Geschwister/Eltern/Freunde im 6,3 7,5 1,4 1,7 Ausbildungsbetrieb Wunsch der Eltern 4,8 3,7 11,3 6,9 um auf einen Studienplatz zu warten 1,6 1,4 4,2 0 6

7 Zufriedenheit mit der Ausbildung Tabelle 12: Zufriedenheit mit der schulischen und beruflichen Ausbildung von Nürnberger und Linzer Berufschüler/Berufsschülerinnen in dualer Ausbildung sehr zufrieden oder zufrieden mit... der Art und Weise der Behandlung in der Arbeit/ Berufsvorbereitung den Zukunftsmöglichkeiten des Berufs/ des Berufsvorbereitungsjahres den Zukunftsmöglichkeiten in dem Betrieb Nürnberger Linzer Berufs- BerufsschülerInnen in dualer Ausbildung schülerinnen in dualer Ausbildung (n= ) (n= ) 80,0 nicht befragt 75,1 85,2 58,5 74,5 der Bezahlung 46,6 63,8 dem Wissen der Lehrkräfte in der Berufsschule 72,1 83,3 der Art, wie die Lehrkräfte in der Berufsschule unterrichten 54,3 67,5 dem, was gelernt wird 69,2 85,1 7

8 Politisches Interesse Tabelle 14: Politisches Interesse Nürnberger Berufsschüler/Berufsschülerinnen (Spaltenprozente) politisches Interesse dual schulisch BVJ gesamt sehr stark oder stark 17,6 21,1 15,8 17,9 mittel 41,7 35,2 31,6 40,0 wenig oder überhaupt 40,7 43,7 52,6 42,1 nicht gesamt (n=482) (n=71) (n=57) (n=610) politisches Interesse dual schulisch BVJ Leipzig gesamt Nürnberg gesamt sehr stark/stark 13,6 17,5 4,8 13,6 17,9 mittel 37,9 37,5 38,1 37,9 40,0 wenig/überhaupt 48,5 45,0 57,1 48,6 42,1 nicht gesamt (n=610) (n=40) (n=21) (n=671) (n=610) 8

9 Tabelle: Vordringliche politische Aufgaben nach Ansicht der Leipziger und Nürnberg BerufsschülerInnen (Mittelwerte und Rangzahlen; 1=überhaupt nicht wichtig bis 7=sehr wichtig) Leipziger BerufsschülerInnen (n=654 bis 672) Nürnberger BerufsschülerInenn (n= ) Mittelwe Rang (a) Mittelwe Rang (a) rt rt Lehrstellen und Arbeitsplätze schaffen 6,70 1 6,62 1 Die Renten auch zukünftig sichern 6,40 2 6,37 2 Gewalt und Kriminalität bekämpfen 6,19 3 6,09 3 Mehr Freizeitangebote für Jugendliche * 5,82 4,5 5,50 5 Umwelt und Natur besser schützen 5,82 4,5 5,75 4 Die neuen Bundesländer stärker fördern * 5,57 6 3,67 11 Den Zuzug von Ausländern begrenzen 5,06 7 5,13 6,5 Mehr für die Gleichstellung der Frau tun 5,03 8 5,13 6,5 Sozial Benachteiligte stärker unterstützen 5,00 9 4,86 8 Die Vereinigung Europas weiter 4, ,63 9 vorantreiben Ausländer besser integrieren * 4, ,45 10 * signifikante Unterschiede (p<5%) zwischen beiden Gruppen, (a) 1=erster Rangplatz (am wichtigsten) bis 11=letzter Rangplatz (am unwichtigsten). 9

10 Geschlechter-Rollen Tabelle 17: Geschlechter-Rollenverständnis bei Nürnberger Berufsschüler/Berufsschülerinnen (Spaltenprozente) Einstellung zur traditionellen geschlechtsspezifischen dual schulisch BVJ gesamt Arbeitsteilung Zustimmung 28,2 14,1 42,9 27,9 Ablehnung 63,9 83,1 42,9 64,2 unentschieden 7,8 2,8 14,3 7,8 gesamt (n=485) (n=71) (n=56) (n=612) 10

11 Selbstwertgefühl Tabelle 19: Selbstwertgefühl bei Nürnberger Berufsschüler/Berufsschülerinnen (Spaltenprozente) Die Aussage "Manchmal glaube ich, daß ich zu überhaupt nichts gut bin" dual schulische Ausildung BVJ gesamt trifft... fast nie zu 40,9 40,0 31,5 40,0 manchmal zu 44,9 47,1 50,0 45,6 oft zu 10,7 7,1 14,8 10,7 fast immer zu 3,5 5,7 3,7 3,8 gesamt (n=486) (n=70) (n=54) (n=610) Cramers V = 0,08 (p=0,690) 11

12 Freizeitaktivitäten Tabelle 22: (Prozentangaben) Bevorzugte Freizeitaktivitäten nach Ausbildungsform Was sind Deine liebsten Freizeitaktivitäten? (Mehrfachantworten möglich) dual (n=491) schulisch (n=71) BVJ (n=58) gesamt (n=620) Musik hören faulenzen Auf Parties gehen (a) Fernsehen / Videos anschauen (a) Ins Kino gehen (a) In die Disco gehen/tanzen Sport treiben/fitneßstudio/sauna Einkaufsbummel/Schaufensterbummel machen Auto/Motorrad/Moped/Fahrrad reparieren und damit in der Gegend herumfahren (a) lesen (a) Am Computer/an Spielautomaten spielen (a) Zeichnen/Malen/Fotografieren/Filmen Rock-/Pop-Konzerte besuchen (a) Verbotenes tun (a) etwas anderes Ein Instrument spielen / Musik machen Ins Jugendzentrum gehen (a) Theater, Museen, Kunstausstellungen, klassische Musikkonzerte besuchen (a) Sich beruflich weiterbilden (a) (a) signifikante Unterschied zu einem Fehlerniveau von kleiner /gleich 5%. 12

13 Suchtmittel 44% der Jugendlichen rauchen täglich. 12% trinken mehrmals wöchentlich oder täglich Alkohol. 7% konsumieren mehrmals wöchentlich oder täglich Haschisch. 1% konsumiert mehrmals wöchentlich oder täglich Ecstasy. Tabelle 12: (Spaltenprozente) Konsum von ausgewählten Suchtmittel Konsumierst Du derzeit...? Alkohol Haschisch/ Ecstasy Marihuana überhaupt nie 22,0 72,3 95,8 gelegentlich 53,9 19,7 2,9 einmal pro Woche 12,2 1,1 0,6 mehrmals pro Woche 10,4 2,6 0,4 täglich 1,5 4,3 0,4 Gesamt (n=605) (n=538) (n=518) 13

14 Schlussfolgerungen Ausbildungswahl Wahlmotive thematisieren, Chancen von Berufen aufzeigen Qualität der Lehre eventuell Didaktik verbessern Politik, politisches Engagement, politische Orientierungen bei positiver Beurteilung der Demokratie ansetzen => Verknüpfung von sozialen Sicherheitsthemen mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen (EU, Migration) demokratische Strukturen fördern => Ausländerfeindlichkeit reduzieren Geschlechterrollen traditionelle Rollenmodelle thematisieren Selbstwert positives Feedback (individuelle Lernvereinbarungen, differenziertere Beurteilungen) Freizeit Förderung von kulturellen Aktivitäten (=>"spätere" Chancen) 14

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