3 Kooperation und Beteiligung

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1 3 Kooperation und Beteiligung

2 48 3. Kooperation und Beteiligung 3.1 Stadtteilleben und Kooperationen Bislang kein selbstorganisiertes bürgerschaftliches Forum Unterschiedliche örtliche Traditionen und Ausgangslagen Ein selbstorganisiertes Netzwerk, ein örtliches Bündnis, das die Interessen der Nordstadt bzw. deren Bewohner wahrnimmt, existiert bislang nicht. Während viele der kleineren Braunschweiger Ortschaften bzw. ehemaligen Dörfer wie Waggum, Rautheim oder Wenden auf eine viele Jahrhundert andauernde Tradition des selbstorganisierten bürgerschaftlichen Zusammenlebens zurückschauen können, ist dies in den jüngeren Stadtteilen meist weniger ausgeprägt. Oft erschweren auch die schiere Größe der Stadtteile und die damit verbundene größere Anonymität und auch die Verschiedenartigkeit der Einwohner (verschiede Nationalitäten und Kulturkreise) eine wirksame Selbstorganisation. Positive Ansätze zur Reaktivierung des bürgerschaftlichen Lebens Bezirksrat als wirksame Vertretung der örtlichen Interessen Vorhandene Ansätze zur Vernetzung Ziel: Etablierung eines Entwicklungsbeirates Im Zuge der Stadterneuerung haben sich im Westlichen Ringgebiet mit dem Sanierungsbeirat bzw. in der Weststadt mit dem Verein für Stadtentwicklung, der Arbeitsgemeinschaft Weststadt und dem Bürgerverein Weststadt tragfähige Strukturen entwickelt, ebenso im Heidberg mit der Initiative Heidberg aktiv und im Siegfriedviertel mit dem Verein Pro Siegfried. Der Bezirksrat übernimmt mit seiner Arbeit schon heute wirkungsvoll die Vertretung der örtlichen Interessen und bemüht sich, die örtlichen Akteure besser zu vernetzen. Der Bezirksrat organisiert jährlich ein Treffen, an dem die wichtigsten örtlichen Akteure teilnehmen. Einige soziale Einrichtungen, z.b. die Kirchen, die Schulen, die Jugendzentren und das Haus der Kulturen, leisten jetzt schon wertvolle Netzwerkarbeit, arbeiten an gemeinsamen Projekten und Aktivitäten. Die Erfahrung aus anderen Stadtquartieren, in denen das bürgerschaftliche Leben erfolgreich wieder aktiviert werden konnte, zeigt aber, dass diese Arbeit von keinem der Akteure allein nebenbei zu leisten ist. Vorstellbar bzw. wünschenswert wäre es, wenn sich im Zuge der städtebaulichen Entwicklung des Nördlichen Ringgebietes ein Beirat aus örtlichen Akteuren nach dem Vorbild des Sanierungsbeirates im Westlichen Ringgebiet konstituieren würde, der bei allen wesentlichen Planungs- und Realisierungsschritten beteiligt wird.

3 49 Beteiligungskonzept - Planungswerkstatt - Beteiligungskonzept Internetplattform - Ausstellung Ergebnisse Wettbewerb - Bürgerbeteiligung B-Plan- Verfahren Beteiligungskonzept Entwicklung Nördliches Ringgebiet 2009 Ausstellung der Ergebnisse des studentischen Wettbewerbes (Göderitz-Wettbewerb) 1/2013 Planungswerkstatt/Ideenforum am 22. Jan. 2/2013 Internetplattform: Es sollen Rahmenplan, Zeit planung und alle wesentlichen Informationen zum Projekt auf die städtische Internetseite ge stellt werden. 4/2013 Öffentliche Präsentation des Entwurfes der Rahmenplanung 12/2013 Ausstellung und Diskussion der Ergebnisse des städtebaulichen Realisierungswettbewerbes 2013/2014 Frühzeitige Bürgerbeteiligung im Rahmen der Bauleitplanverfahren 3.2 Ergebnisse der Planungswerkstatt und der öffentlichen Vorstellung des Rahmenplanentwurfes Planungswerkstatt am 22. Jan.2013 Planungswerkstatt am 22. Jan Alle wichtigen Akteure im Nördlichen Ringgebiet können Chancen und Herausforderungen benennen. Ziel: Hinweise für den weiteren Planungsprozess Am 22. Jan hatte die Stadt Braunschweig eine Planungswerkstatt/ ein Ideenforum organisiert. Die Werkstatt fand in den Räumlichkeiten der St. Albertus Magnus- Gemeinde mitten im Nördlichen Ringgebiet statt. Eingeladen waren Eigentümer, Geschäftsinhaber, verschiedene institutionellen Vertreter, die Politik und andere Interessenvertreter zu einer Planungswerkstatt/einem Ideenforum vor allem mit dem Ziel, gemeinsame Perspektiven für die Zukunft des Nördlichen Ringgebietes zu entwickeln. Das Interesse an der Veranstaltung war mit 50 Teilnehmern groß. Welche Chancen und Herausforderungen sind mit der beabsichtigten Entwicklung verbunden, welche Hinweise können in den Themenfelder Verkehr, Wohnen, Soziales, Infrastruktur, Grün und Umwelt, der Stadtverwaltung mit auf den Weg gegeben werden, damit die Planung gelingt? Das waren die wichtigsten Fragen, die gemeinsam intensiv und konstruktiv diskutiert wurden. Fertige Lösungen waren nicht das Ziel der Veranstaltung. Viel wichtiger war der Verwaltung, die richtigen Fragen und Hinweise für den weiteren Planungsprozess zu bekommen: Wie kann bei der Neubebauung eine gute

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5 51 Ergebnisse der Planungswerkstatt werden bei der Rahmenplanung berücksichtigt. Wohnen soziale Mischung erreicht bzw. bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, wie können auch Kinder und Jugendliche am Planungsprozess beteiligt werden, wird es einen kulturellen und sozialen Mittelpunkt geben? Das sind nur einige wenige Beispiele. Im Folgenden werden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen zusammengefasst wiedergegeben. Arbeitsgruppe Wohnen Jetzt schnell loslegen Forderungen nach flexiblen Wohnformen: Vielfalt und Durchmischung Nördliches Ringgebiet soll verbindendes Element werden. Integration, Anbindung schaffen zwischen Ring und Nordstadt Nordstadt: hier soziale Durchmischung ermöglichen, auch sozialen Wohnungsbau berücksichtigen Wohnraumförderung Grünes Wohnen / öffentliches und privates Grün schaffen Soziales Arbeitsgruppe Soziales Veranstaltungsraum nahe den Wohnraumzentren Kommunikationszentrum (Einbindung vorhandener Institutionen, Verbände. Vereine) Steuerungselemente für bezahlbaren Wohnraum Kinder und Jugendliche Arbeitsgruppe Kinder und Jugendliche Aktive Einbindung der Kinder und Jugendlichen - Internetplattform bs4you - Jugendzentrum, Schulen (Projekte, aufsuchende Arbeit) Regionale Printmedien, Eltern ansprechen, Nordstadt- Zeitung Kinder- und Jugendstadtplan, Planungswerkstatt Nordpark, AGs Jugend und Freizeit Siegfriedviertel, Sportvereine, dringend Jugendspielplätze Gemeinschaftshaus/Kita/Einbindung Nordbahnhof/Beteiligungsaktion B58/Selam/Mehrgenerationenhaus

6 52 Verkehr Arbeitsgruppe Verkehr Entwicklung eines Gesamtverkehrsplanes für alle möglichen Nutzer - Fußgänger/Radverkehr Verbindung auch zur Innenstadt - Erschließung für den MIV Lösung Anschluss Hamburger Straße - ÖPNV-Anbindung Barrierefreie Radverkehrsverbindung aus dem Gebiet beginnend im Siegfriedviertel nach Süden bis hin zur Stadtmitte Entwicklung eines Parkraumkonzeptes, um nicht später nachrüsten zu müssen bzw. falschen (überflüssigen) Parkraum zu haben Langfristige Verkehrsplanung, die den LKW-Verkehr aus dem Gebiet verbannt, unter Umständen auch Verlagerung der Lagerflächen von BS Energy Umwelt, Grün und Lebensqualität, Freizeit und Kultur, Kleingärten Arbeitsgruppe Umwelt, Grün und Lebens-qualität, Freizeit und Kultur, Kleingärten Naturnaher Lebensraum mit grünen Freizeitflächen/Lebensqualität - Verbot von Pflanzenschutzmitteln - Grünflächen: Wahrung der Lebensqualität - Naherholung zum grünen Ring Grünes Wegesystem - Erschließungsstraße als Anliegerstraße - Grüne Achse Nord-Süd und Ost-West - Anschluss des grünen Netzes an das bestehende Ringgleis Gemeinschaftsgärten - Erhalt der Parzellen mit kleingärtnerischer Nutzung - Abgrenzung der Grundstücke durch Bepflanzung - gemeinsam bewirtschaftete Flächen - Garten ohne Grenzen Berücksichtigung der Ergebnisse bei der weiteren Planung Dokumentation der Veranstaltungen auf der Internetseite der Stadt Braunschweig Die Verwaltung hat die in der Veranstaltung gewonnenen Erkenntnisse bei der laufenden Rahmenplanung berücksichtigt. Umfängliche Dokumentationen dieser und der Veranstaltung am 15. April 2013 sowie viele weitere, wesentliche Dokumente, die mit der Planung zu tun haben, werden ab Februar 2013 nach und nach auf der Internetseite der Stadt eingestellt. So kann sich jeder über den Sachstand der Planung umfassend informieren bzw. auch mit Vorschlägen und Anregungen zur Planung beitragen.

7 53 Öffentliche Vorstellung des Entwurfes der Rahmenplanung am 15. April 2013 Am 15. April 2013 wurde der Entwurf der Rahmenplanung in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt. Ziel war, vor Fertigstellung und Einbringung der Planung in die politischen Gremien für jedermann die Möglichkeit zu eröffnen, Anregungen im laufenden Planungsprozess zu geben. Quartiersname für das geplante Baugebiet Taubenstraße noch offen. Nach der Begrüßung und Einführung in das Thema durch Herrn Hornung von der Stadt Braunschweig erläuterte Herr Mette von der Fa. Logoform zwei Alternativen für einen Quartiersnamen für das geplante Baugebiet Taubenstraße. In der Pause hatten die Teilnehmer der Veranstaltung die Möglichkeit, über die beiden Vorschläge Caspariviertel und Mathildenviertel abzustimmen. Wenn auch in dieser Veranstaltung die meisten Teilnehmer erstgenannte Alternative favorisierten, bleibt diese Frage noch offen bzw. ist sie im weiteren Prozess zwischen Verwaltung, Politik, Öffentlichkeit, den Wohnungsunternehmen und sonstigen Akteuren noch abzustimmen. Danach stellte Herr Dirks von der Stadt Braunschweig den Entwurf der Rahmenplanung, Herr Michael vom Ingenieurbüro WVI die Ergebnisse der verkehrlichen Untersuchung zur Rahmenplanung vor. Themenfeld Städtebau Anzahl Eigentums- und Mietwohnungen Themenfeld Verkehr Charakter der angedachten Stadtstraße Themenfeld Freiraum Viele Fragen im Themenfeld Städtebau zielten auf den Wohnungsmix der geplanten Wohngebiete. Eine feste Aufteilung, wie viele Eigentums- und Mietwohnungen entstehen sollen, gibt es derzeit noch nicht. Das Baugebiet Taubenstraße soll ausdrücklich gemischt konzipiert werden (Stichwort Vielfalt). Im Themenfeld Verkehr gab es die Anregung, externen Sachverstand (ADAC und ADFC) bei der weiteren Konzeption einzubeziehen. Dies wird von der Verwaltung aufgegriffen werden. Viele Fragen gab es hinsichtlich des Charakters der angedachten Stadtstraße. Die Verwaltungsvertreter bzw. Herr Michael von der WVI machten deutlich, dass es sich um eine normale zweispurige Erschließungsstraße mit begleitenden Fuß- und Radwegen handelt, vergleichbar in etwa mit der Kastanienallee. Auch sollten die Führung und die Ampelschaltungen so konzipiert werden, dass diese Straße für den Durchgangsverkehr unattraktiv ist. Im Themenfeld Freiraum wurden schwerpunktmäßig Fragen zur Ausgestaltung der Freizeitachse Ringgleis gestellt (Erhalt der Brücke, Berücksichtigung der Eisenbahngeschichte, Kunst) gestellt. Weiterhin wurde angeregt, eine weitere öffentliche Grünfläche innerhalb des geplanten Baugebietes Taubenstraße konzeptionell zu berücksichtigen.

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