Flexible Ausgangsklassen (Flex-Klassen) an der Löhmannschule

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1 Löhmannschule Regionalschule der Stadt Konzept Flexible Ausgangsklassen (Flex-Klassen) an der Löhmannschule Stand: 2. Juni 2010 Löhmannschule Schulze-Delitzsch-Straße Flensburg Tel Fax Ansprechpartner: Axel Fetzer

2 Konzept Flexible Ausgangsklassen an der Löhmannschule I. Grundsätzliche Überlegungen Die bereits seit vielen Jahren bestehenden»offenen Ausgangsklassen«(OAS) sollen mit Beginn des Schuljahres 2007/2008 in Flexible Ausgangsklassen (Flex-Klassen) umgewandelt werden. Die bisherigen auf zweieinhalb Jahre ausgelegten OAS waren einerseits erfolgreich, andererseits ergab sich immer wieder der Wunsch nach einer Verlängerung des schulischen Anteils von zwei auf drei Jahre. Neben der schulischen Stärkung soll in dieser neuen Maßnahme die bereits vorhandene Berufsorientierung erweitert werden und durch außerschulische Partner ergänzt werden. Das vorliegende Konzept orientiert sich an den Leitideen für Flexible Übergangsphasen in Schleswig- Holstein und an dem Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt, beides herausgegeben vom Ministerium für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein und dem Ministerium für Justiz, Arbeit und Europa des Landes Schleswig-Holstein, sowie an der Landesverordnung über Hauptschulen (HSVO) vom 22. Juni 2007 und an der Landesverordnung über Regionalschulen (RegVO) vom 08. Februar Übergeordnetes Ziel und Vorgabe ist neben dem Erreichen des Hauptschulabschlusses dem Schulversagen sowie den Schul- und Ausbildungsabbrüchen entgegen zu wirken und damit die Beschäftigungs- und Motivationsfähigkeit der Jugendlichen zu erhöhen. Speziell die folgenden inhaltlichen und strukturellen Ausrichtungen sollen den Schüler/die Schülerin der Flex-Klassen sowohl im schulischen Bereich als auch in der Berufsvorbereitung noch ausgeprägter stärken und fördern: Streckung des Lehrplans von zwei auf drei Schuljahre, innere Differenzierungsmaßnahmen, zusätzliche berufsvorbereitende Maßnahmen in der Schule, z.b. im Jugendaufbauwerk, in Werkstatttagen, in Betriebspraktika und bei anderen außerschulischen Partnern, Dokumentation der Berufsorientierenden Maßnahmen im Berufswahlpass, Kompetenzfeststellung nach dem Herforder Modell. Dieses geschieht auf der Grundlage eines stärkenorientierten pädagogischen Ansatzes, um die Stärken der einzelnen Schüler/Schülerinnen zu fördern und zu fordern und ihnen Schlüsselqualifikationen zu vermitteln. II. Ziel der Flex-Klassen 1. Basisfertigkeiten erwerben, 2. schulische Inhalte durch langsameres und intensiveres Lernen erfassen, 3. Kenntnisse über Berufs- und Arbeitswelt erweitern, 4. Berufswahlreife fördern, 5. erworbene Kompetenz im Berufswahlpass darstellen, 6. Hauptschulabschluss (auch Förderschülerinnen und -schüler) erreichen, 7. Arbeitsverhalten verbessern, 8. Projektmethoden (z. B. eigenverantwortliches Lernen) anwenden, 9. Kompetenzfeststellung nach dem Herforder Modell, 10. Gesamtpersönlichkeit stärken.

3 III. Umsetzung III.1. Zielgruppe Hauptschülerinnen und Hauptschüler aus Klassenstufe 7, bei denen das Erreichen des Hauptschulabschlusses in zwei Jahren gefährdet erscheint, Förderschülerinnen und Förderschüler, die bereits integrativ an der Löhmannschule beschult werden, und bei denen man annimmt, dass sie in drei Jahren den Hauptschulabschluss erreichen können, Förderschülerinnen und Förderschüler im mindestens 7. Schulbesuchsjahr aus dem Flensburger Förderzentrum, die nach Meinung der abgebenden Förderschule in drei Jahren zum Hauptschulabschluss geführt werden können, Hauptschülerinnen und Hauptschüler aus anderen Schulen, die nach Meinung der abgebenden Schule über eine besondere Förderung den Hauptschulabschluss erreichen können. III.2. Umsetzung der Vorstellungen Mit Eintritt in die Flex-Klasse verpflichten sich Eltern, Schüler und Lehrkräfte per Vertrag auf die Laufzeit von drei Jahren. Über die Aufnahme in die Flex-Klasse entscheidet die Löhmannschule. Allen Beteiligten muss bewusst sein, dass ein Wechsel in die Regelklasse nicht möglich ist, da ein erfolgreiches Mitarbeiten in der Regelklasse aufgrund der Umstellung und Streckung der Lehrpläne auf drei Jahre bereits nach kurzer Zeit weitgehendst ausgeschlossen ist. Die Regelschul- und die Förderschullehrkraft gestalten den Unterricht. Dabei sollen die Lerninhalte möglichst handlungsorientiert durchgeführt werden. Die lehrplanmäßigen Anforderungen werden auf drei Jahre ausgeweitet. Das zusätzliche Angebot der Arbeitsgemeinschaften (AG) der gebundenen Ganztagsschule wird teilweise reduziert und durch berufsvorbereitende und lebenspraktische Unterweisungen ersetzt. Die Fächer Deutsch und Mathematik werden in Doppelbesetzung durch den Regel- und den Förderschullehrer unterrichtet. Der Unterricht erfolgt weitgehend zielgleich, um den Förderschülern und -schülerinnen einen Statuswechsel zu ermöglichen, damit sie zum Hauptschulabschluss geführt werden können. Er kann aber auch zieldifferent nach dem Lehrplan der Sonderpädagogischen Förderung mit dem Förderschwerpunkt Lernen angeboten werden. Für die Förderschüler und -schülerinnen ist dabei ein Individueller Sonderpädagogischer Förderplan (ISF) Grundlage für den Unterricht. Am Ende der Klasse 9+ steht die Prüfung zum Erwerb des Hauptschulabschlusses (s. HSVO, Abschnitt III, Abschlussprüfung), an der auch die Förderschülerinnen und Förderschüler teilnehmen. Bestehen sie diese Prüfung, erhalten sie damit verbunden den Statuswechsel. Die Förderschülerinnen und -schüler erhalten bei nichtbestandener Prüfung einen Förderschulabschluss gemäß der Landesverordnung über sonderpädagogische Förderung (SoFVO) vom 19. Juni An der Löhmannschule ist der Einsatz eines Coaches konzeptioneller Bestandteil der Flexiblen Übergangsphase. Dabei arbeiten die Regelschul-, die Sonderschullehrkraft und der Coach im Team eng zusammen. Die Lehrkräfte organisieren den Unterricht in der Schule. Der Coach kommt schwerpunktmäßig im Bereich der Berufsorientierung zum Einsatz.

4 Im Einzelnen soll sich der Ablauf der drei Jahre so gestalten: Schulhalbjahr Lehrplanmäßige Unter richts anteile Berufsorientierende Maßnahmen (durch den Coach) außerschulische Angebote Klasse 8 Wiederholung des Unterrichtsstoffs Klasse 7, Grundlagen der Berufsorientierung (BeO) Erhebung des Ist-Zustandes für jeden Schüler, Entwicklung der individuellen Ziele jedes Schülers, Elternarbeit Klasse 8 Lehrplan Klasse 8, Kompetenzfeststellung, Berufsfelderprobung (BFE), BeO, Einführung und Durchführung des Berufswahlpasses (BWP), des Betriebspraktikums Individuelle BeO, Kompetenzfeststellung, Besuch Agentur für Arbeit und BiZ, indivuelle Begleitung des BWPs, BFE, eines einwöchigen Betriebspraktikums Klasse 9 Forsetzung Lehrplan Klasse 8, Bewerbungstraining, Durchführung BWP, BeO Bewerbungstraining, Klasse 9 Einstieg Lehrplan Klasse 9, Durchführung des BWPs, BeO Klasse 9+ Fortsetzung Lehrplan Klasse 9, Durchführung des BWPs, BeO, Anbahnung von Ausbildungsverhältnissen Klasse 9+ Vorbereitung auf die Hauptschulabschlussprüfung (schriftlich und mündlich), BeO, Durchführung des BWPs Fortsetzung Betreuung bei der Suche nach Ausbildungsplätzen oder berufsvorbereitenden Maßnahmen,

5 Aufgaben des Coaches in den Flex-Klassen Um in der Phase der Berufsorientierung und des Wechsels in die berufliche Bildung Rat und Unterstützung zu erhalten, steht den Schülerinnen und Schülern der Flex-Klassen ein Coach zur Verfügung. Zu den Aufgaben des Coaches gehören: die Anamnese und Beschreibung des Ist-Zustandes zu Beginn und im Verlauf der Maßnahme, die Aufstellung und Fortschreibung eines Berufsentwicklungsplans sowie dessen Begleitung und regelmäßige Evaluation, die sachgerechte Beurteilung in Form einer Bemerkung im Zeugnis jeden Schülers, die Beteiligung an der schulischen Entwicklung jedes einzelnen Schülers, schwerpunktmäßig unter besonderer Berücksichtigung der weiteren Berufspraxis, wie z. B. Festschreiben des Zeitpunktes für den Beginn eines zusätzlichen Praktikums, die Begleitung in den Betriebspraktika, die Hilfestellung bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, wie z. B. Konflikte in Familie, Freundschaften, Beziehungen, die Zusammenarbeit mit den Eltern, die Akquise von Praktikums- und Ausbildungsplätzen, die Zusammenarbeit mit den Partnern des Fördernetzwerkes zur Berufsorientierung (z. B. Agentur für Arbeit, allgemein- und berufsbildende Schulen, ARGE Flensburg, bequa, Industrie- und Handelskammer, Jugendaufbauwerk, Jugendbüro, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Kreishandwerkerschaft, Martinstift, Schulamt, Wirtschaftsakademie S-H), den Rotary Clubs der Stadt Flensburg, u.a. Die individuelle Begleitung der Schülerinnen und Schüler soll sicherstellen, dass die Jugendlichen sich realistische Ziele setzen und diese im Rahmen ihrer Berufswahl auch erreichen können.

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