Für ein Gesundheitswesen mit Zukunft. Die elektronische Gesundheitskarte.

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1 Für ein Gesundheitswesen mit Zukunft. Die elektronische Gesundheitskarte. Jetzt informieren

2 Was wird anders mit der elektronischen Gesundheitskarte? Digitale Chancen Die elektronische Gesundheitskarte löst die eingeführt. Dieses System, das alle Beteiligten bisherige Krankenversichertenkarte ab, die in im Gesundheitswesen vernetzt, wird Telematik- ihren Möglichkeiten und Sicherheitsstandards infrastruktur genannt. stark limitiert war. Oberste Priorität haben dabei die Datensi- Wer bekommt die neue Karte wann und wie? Mit ihr werden die technischen Voraussetzun- cherheit und das informationelle Selbstbestim- gen dafür geschaffen, dass medizinische mungsrecht des Patienten. Das heißt: Jeder Daten in Zukunft auch auf elektronischem einzelne Versicherte kann selbst entschei- Wege sicher, schnell und einfach ausge- den, ob überhaupt Daten gespeichert Alle Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse der gesetzlich Krankenversicherten eine Ge- tauscht und verarbeitet werden können. werden, wer welche Daten sieht und welche erhalten die elektronische Gesundheitskarte. sundheitskarte erhalten haben. Zur Ausgabe Informationen weitergegeben werden. Sie wird seit dem stufenweise an der Gesundheitskarte wurden und werden Viel zu oft gehen Unterlagen heute noch auf Lösung für alle alle Versicherten ausgegeben. Sie gilt als die Versicherten von ihrer Krankenkasse ange- dem Postweg, per Fax oder Mail verloren, kom- Kurz gesagt: Die elektronische Gesundheits- Versichertenausweis und ersetzt die schrieben. Dann müssen die jeweiligen Daten men zu spät an oder geraten an den falschen karte wird die Versorgung von Patientinnen Krankenversichertenkarte. Für eine Über- kurz überprüft werden und das zugesandte Empfänger. So kann schon ein Zahlendreher in und Patienten qualitativ verbessern, Fehlern gangszeit sind beide Karten nebeneinander Formular zusammen mit einem Foto an die der Faxnummer dazu führen, dass der Arztbrief vorbeugen und sie effizienter und damit gültig. Zukünftig werden nur noch elektroni- Krankenkasse zurückgeschickt werden. Kinder, im Baumarkt landet. Um solche Probleme zu wirtschaftlicher gestalten. sche Gesundheitskarten ausgegeben. Bis Ende die unter 15 Jahre alt sind, sowie schwer Pfle wird die überwiegende Mehrheit (~70 %) gebedürftige benötigen kein Foto. vermeiden, wird jetzt ein einheitliches System

3 Was verändert sich? Gleich und vor allem in Zukunft. Verwechslung vermeiden Die eigentliche Revolution der Karte steckt im Prozessor-Chip. Intelligente Helfer Das Foto auf der neuen Gesundheitskarte Im ersten Schritt werden wie bisher Verwal- Im Gegensatz zum äußerlich sehr ähnlichen Spei- die Informationen auf der Karte Folgeschäden ist die größte sichtbare Veränderung zur tungsdaten auf der Gesundheitskarte cherchip der jetzigen Krankenversichertenkarte verhindern oder sogar Leben retten. bisherigen Karte. In Zukunft kann die neue gespeichert (Name, Geburtsdatum, Geschlecht, ist der Chip der elektronischen Gesundheits- Karte aber noch viel mehr. Anschrift, Versichertennummer, Versicherten- karte praktisch ein miniaturisierter Computer. Wie gesagt noch sind diese weitergehenden status etc.). Auf der Rückseite befindet sich die Mit ihm wird die Grundlage für eine Fülle von Anwendungen in der Entwicklungsphase und Die neue elektronische Gesundheitskarte europäische Versichertenkarte. Damit können nützlichen Anwendungen geschaffen. Sicherheitsüberprüfung. Erst wenn dieser Pro- schafft mit ihrer Technologie die Voraussetzung zum Beispiel Urlauber in Europa problemlos zess abgeschlossen ist, werden die zusätzlichen für eine neue Qualität in der medizinischen den Versicherungsnachweis erbringen und Es ist zum Beispiel geplant, dass die Karte den Funktionen realisiert. Versorgung. medizinische Leistungen beanspruchen. Zugriff ermöglicht auf Notfalldaten, Patientenverfügungen, Therapiemaßnahmen, Organ- Ganz wichtig! Über jede einzelne Speiche- Das Foto auf der Karte unterstützt die Ärzte spendeerklärungen, Arzneimitteldokumenta- rung, Einsicht oder Anwendung entscheidet bei der Identifikation der Versicherten und tionen, eine Impfdokumentation oder sogar allein die Patientin oder der Patient. Ohne per- erschwert damit den Missbrauch der Karte als auf die komplette elektronische Patienten- sönliche Einwilligung können keine Daten Versicherungsnachweis. Dies passiert heute akte, wenn ein Versicherter das wünscht. gespeichert werden und ein Zugriff ist nicht immer wieder und führt zu hohen Kosten, die möglich. Allein die Verwaltungsdaten müssen letztlich von allen Versicherten getragen werden. All dies führt zu einer schnelleren und besseren verpflichtend auf der Karte gespeichert sein. Versorgung des Patienten. Im Notfall können

4 Wie sicher ist so eine elektronische Gesundheitskarte? Maximaler Datenschutz Um es gleich vorweg zu sagen: Ein höchstmög- heitskarte sicher verschlüsselt werden. Das Jeder einzelne Versicherte erhält seine Und: Der Patient bestimmt selbst... licher Sicherheitsstandard war Voraussetzung bedeutet, dass alle Daten auch vor Hackern persönliche, frei wählbare PIN (persönliche... ob er fortschrittliche, zugelassene medizi- für die Entwicklung der elektronischen Ge- oder anderen nicht vom Patienten autorisierten Identifikationsnummer). nische Anwendungen nutzen möchte, die ihm sundheitskarte. Schon deshalb bewegt sich die Institutionen zuverlässig geschützt sind, egal die Möglichkeit für mehr Behandlungssicher- elektronische Gesundheitskarte in einer ganz wo sie sich gerade befinden. Die letzten 50 Zugriffe auf Daten werden heit eröffnen. anderen Sicherheitsdimension, die mit der auf der Karte protokolliert.... welche Daten in diesen Anwendungen bisherigen Krankenversichertenkarte überhaupt Die elektronische Gesundheitskarte geht gespeichert und verarbeitet werden. nicht zu vergleichen ist. sogar noch einen Schritt weiter. Denn anders Zum Auslesen von medizinischen Daten... wer wann in welchem Umfang Zugriff auf als bei der Datenerfassung etwa von Banken braucht der Arzt immer die Zustimmung des diese Daten haben soll. Es werden in der Telematikinfrastruktur nur sol- oder Fluggesellschaften, wo der einzelne Nutzer Patienten, die dieser durch Eingabe seiner PIN che Anwendungen und Funktionen zur Verfügung keinen oder nur einen begrenzten Einfluss auf in das Kartenterminal erteilt. Er selbst muss Der Versicherte kann sich aber auch dafür ent- stehen, die ihre Sicherheit im Rahmen einer Zulas- die Nutzung der Daten hat, ist dies bei der neuen sich zusätzlich durch seine Chipkarte (soge- scheiden, die elektronische Gesundheitskarte sung bei der gematik unter Beweis gestellt haben. Gesundheitskarte komplett anders. nannter Heilberufsausweis) identifizieren. Nur ausschließlich als Versicherungsnachweis zu für eine Notfallversorgung können Arzt oder nutzen. Auch damit trägt er zur Kostenreduktion In Zukunft können persönliche medizi- Der Versicherte allein bestimmt, welche Rettungssanitäter die hinterlegten Notfall- in der Verwaltung des Gesundheitswesens bei. nische Daten mit der elektronischen Gesund- Daten gespeichert oder genutzt werden. Daten lesen.

5 Profitieren nur die Patienten von der neuen Gesundheitskarte? Vorteile für alle Wie und wo werden die Daten eingelesen und verschickt? Praxis-Beispiel Nein, nicht nur Sie haben etwas von der neuen Karte. Für alle am Gesundheitssystem Beteiligten Ärzte, Apotheken, Krankenkassen, Notfall- und Pflegedienste und Krankenhäuser wird das Arbeiten einfacher, sicherer, wirtschaftlicher und besser. Der Verwaltungsaufwand für alle wird reduziert. Der Austausch von Papierdokumenten kann zumeist entfallen, da Unterlagen wie Laborberichte, Untersuchungsergebnisse oder Operationsergebnisse nicht mehr verschickt werden müssen. Der Austausch von Unterlagen unter Ärzten oder vom Arzt zum Apotheker wird erheblich beschleunigt. Mit der elektronischen Gesundheitskarte wird das führende und einheitliche bundesweite Kommunikationssystem des Gesundheitswesens errichtet. In Zukunft werden Verwaltungsdaten, wie etwa der Adresswechsel auf der Gesundheitskarte, automatisch online aktualisiert. Ein Austausch der Karte ist nicht mehr nötig. Die aktualisierten Adressdaten können von der Karte dann automatisch in die Systeme der Ärzte und Krankenhäuser übernommen werden.... können z. B. die Behandlungen von unterschiedlichen Ärztinnen und Ärzten in eine gemeinsame Patientenakte einfließen. Irene Krüger geht zum Zahnarzt. Der röntgt ihren Kiefer. Nach der Behandlung möchte sie ihr Röntgenbild in ihrer persönlichen Patientenakte hinterlegen. Dazu steckt sie ihre elektronische Gesundheitskarte in ein Kartenterminal, das beim Zahnarzt steht. Der Zahnarzt steckt seine eigene Chipkarte (Heilberufsausweis) ebenfalls in ein Terminal. Irene Krüger gibt ihre persönliche PIN ein und berechtigt den Zahnarzt damit zur Speicherung der Daten in ihrer elektronischen Patientenakte. Die Daten werden noch beim Arzt verschlüsselt, bevor sie in der Infrastruktur werden nie unverschlüsselte Daten transportiert oder gespeichert. Zwei Monate später hat Frau Krüger Nackenschmerzen. Der Orthopäde vermutet die Ursache im Kiefer. Irene Krüger steckt ihre Karte in das Kartenterminal des Orthopäden und gibt ihm mit ihrer PIN den Zugriff auf das Röntgenbild, das ihr Zahnarzt vor zwei Monaten in ihrer Patientenakte gespeichert hat. Eine schnelle, zielgerichtete Behandlung von Frau Krüger mit umfassendem Kenntnisstand ist sofort gewährleistet. gespeichert werden. Anders als bei s

6 Und wer steckt hinter der elektronischen Gesundheitskarte? Breite Basis Initiator der elektronischen Gesundheitskarte war die rot-grüne Bundesregierung. Auch die nachfolgenden Regierungskoalitionen haben sich z. B. in ihrem Koalitionsvertrag für den Aufbau einer Telematikinfrastruktur ausgesprochen. Mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ist die gematik Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbh beauftragt. In der gematik sind die Spitzenorganisationen des deutschen Gesundheitswesens als Gesellschafter vertreten. Dies sind: die Bundesärztekammer, die Bundeszahnärztekammer, der Deutsche Apothekerverband, die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der GKV-Spitzenverband, die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung. Die gematik hat den gesetzlichen Auftrag, die Rechte der Patientinnen und Patienten zu wahren und die Einhaltung der Datenschutzvorschriften in der Telematikinfrastruktur sicherzustellen. Sie steht in enger Abstimmung mit dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit und dem Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik. Die gematik sorgt dafür, dass alle Bürgerinnen und Bürger als mündige Patientinnen und Patienten auch in einem elektronisch vernetzten Gesundheitswesen ihr informationelles Selbstbestimmungsrecht umfassend wahrnehmen können.

7 Vier gute Gründe für die Gesundheitskarte. Kurz und knapp! 1. Verbesserung von Qualität, Transparenz und Wirtschaftlichkeit der Behandlungen der Patientinnen und Patienten durch ein elektronisch vernetztes Gesundheitswesen. 2. Gewährleistung des Datenschutzes und der Rechte der Patientinnen und Patienten auch in einem elektronisch vernetzten Gesundheitswesen. 3. Vereinfachung des Informationsaustausches zwischen allen Beteiligten und kürzere, schnellere und sicherere Kommunikationswege. 4. Weniger Bürokratie und Verwaltungsaufwand für Kostenträger und Leistungserbringer. Stand April 2012 Friedrichstraße 136 I Berlin I Tel: 030 / Fax: 030 / I I

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