Vortrag beim 10. Vernetzungskongress Mädchenarbeit in NRW am

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1 Prof. Dr. Marianne Kosmann Mädchen heute- Lebenslagen zu Beginn des 21. Jahrhunderts Vortrag beim 10. Vernetzungskongress Mädchenarbeit in NRW am Sehr geehrte Anwesende, liebe Frauen in der Mädchenarbeit in Nordrhein-Westfalen, ich freue mich, hier mit Ihnen arbeiten und diskutieren zu können. Mädchenarbeit in Genderzeiten heißt das Thema dieses Kongresses, und ich bin vor einiger Zeit gebeten worden, hierzu einen Vortrag zu halten, der sich aus sozialwissenschaftlicher Perspektive mit empirischen Aussagen zur Lebenslage, zu den Lebenslagen von Mädchen befasst. Einige meiner Schwerpunkte in der Lehre an der Fachhochschule Dortmund sind soziale Ungleichheit und Geschlechterverhältnisse, deshalb wird sich mein Vortrag im folgenden auf das Konzept der Lebenslage stützen, das in den letzten Jahren in der Ungleichheitsforschung zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Die Zeit wird nicht reichen, alle Ergebnisse meiner längeren Recherchen vorzutragen, deshalb verweise ich auf mein, das ich Ihnen gern zur Verfügung stelle, an dem ich aber in der nächsten Zeit noch weiter arbeiten werde. Mädchen heute: Anders als die Bilder 1. Die Mädchen von heute Die Generation junger Frauen Anfang des 21 Jahrhunderts ist selbstbewusster, individueller und pragmatischer als je zuvor. Mädchen heute sind krimineller, marschieren bei den Rechten mit, nutzen stärker illegale und legale Rauschmittel als je zuvor, werden mehr zu Teenagermüttern, paradieren auf High heels, zwängen sich in Strings und Tangas, Mädchen heute werden eher zu Opfern sexueller Gewalt, hungern sich zu Tode oder umgeben sich mit einer Schutzschicht aus Fett oder. Mädchen engagieren sich in Anti- Nazi-Initiativen und Umweltgruppen, aber mehr noch als Klassen oder Schulsprecherinnen, weisen wesentlich mehr außerhäusliche Aktivitäten als die Generationen zuvor. Mädchen haben viel früher einen festen Freund oder bisweilen auch eine feste Freundin, im Unterschied zu ihren Müttern machen sie ihre ersten sexuellen Erfahrungen in jüngerem Alter und auch früher als die gleichaltrigen Jungen. Seite 1 von 49

2 Mädchen in der Bundesrepublik tragen häufiger ein Kopftuch, sind religiös mehr gebunden als ihre Mütter eine Generation früher. Mädchen haben immer noch Probleme, eine Lehrstelle zu bekommen, trotz besserer Noten, als Behinderte haben sie schlechtere Chancen als behinderte Jungen. Das sind Schlagworte, Pauschalierungen aus unterschiedlichen Richtungen. Sie verweisen darauf, dass es uns heute schwer fällt, einfach von den Mädchen und auch den Jungen zu sprechen, dreißig Jahre nach dem Beginn der Diskussion um Gender und Sex und das Konzept der Konstruktion von Geschlecht, angesichts der der gesellschaftlich vorgegebenen Zweigeschlechtlichkeit, der Heteronormativität, angesichts der anhaltenden patriarchalen Verfasstheit unserer bundesdeutschen Gesellschaft mit partnerschaftlichen Enoder Exklaven, drei Jahre nach der publizistisch hoch geputschten Diskussion der reaktionären Auslassungen einer Frau Herr Mann. Was macht das mit den Mädchen heute? Kommen solche Diskussionen bei ihnen an, wie leben sie ihre gesellschaftlich-geschlechtlichen Identitäten? Wie leben Mädchen in der Bundesrepublik, im Süden, Norden, Osten und Westen, wer und wie und was sind die Mädchen in diesem unserem Lande? Darum soll es in diesem Vortrag gehen. TEIL A Das Konzept der Lebenslage Aus einer soziologischen Perspektive will ich dabei auf das Konzept der Lebenslage eingehen. Im KJHG heißt es: Bei der Ausgestaltung der Leistungen und der Erfüllung der Aufgaben sind die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen zu fördern. ( 9,3 KJHG) Lebenslage ist häufig ein unpräzise gebrauchter Begriff, auch ist die Bezeichnung zwischendurch verwirrend: Lebenssituationen, Spielräume, soziale Lagen usw. Im Folgenden möchte ich dazu einige Klarstellungen vornehmen. Für die Zielgruppe der hier Anwesenden sollte eine Altersangabe erfolgen: denn: Mädchen sind Sechsjährige,.. Seite 2 von 49

3 Zehnjährige,.. Sechzehn jährige, Siebzehnjährige. Danach sprechen wir von jungen Frauen, doch das hält einige gut Siebenzwanzigjährige und noch Ältere nicht davon ab, sich selbst als neue Alpha Mädchen zu betiteln. Vielleicht, aber das können wir später diskutieren, ist das ja eine der vielen Herausforderungen der Mädchen von heute, sich von solchen Einvernahmen zu distanzieren, von Älteren, die sich als Mädchen bezeichnen, so anziehen, so geben wie sie, ihre Vorlieben nachmachen, ihnen damit eigene Abgrenzungen, eigene Stile und Unverwechselbarkeiten nehmen. Die Mädchen- oder allgemeiner formuliert, die Jugendphase ist keine scharf umrissene Zeitphase mehr, die Kindheit von Jugend- von Erwachsenenalter trennt, und schon gar nicht ist Alter eine ausreichende Dimension zur Erklärung von Merkmalen, Eigenschaften, Haltungen und Herausforderungen, die sich den 10- bis 18 Jährigen stellen. Die hier nur schlaglichtartig genannten gesellschaftlichen Veränderungsprozesse der Individualisierung, Pluralisierung von Lebenslagen und Globalisierung führen zu einem Strukturwandel der Jugend und der Jugendphase. Durch Entstrukturalisierung und Individualisierung sind die Einzelnen immer stärker für das eigene Geschick allein zuständig, müssen den individuellen Lebensweg mit immer weniger Vorgaben entwickeln. (Schäfers 1998) und in höherem Maße als ihre Elterngeneration soziale Risiken individuell bewältigen (Walther 1996, nach Voges u.a. 2003, 131). Dennoch teilen diese individualisierten Personen Gemeinsamkeiten, die in einem bereits in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts von Otto Neurath entwickelten Modell erfasst werden, dem der Lebenslage- mit ihren 1950 durch Gerhard Weisser ergänzten Handlungsspielräumen. Der Begriff Lebenslage bedeutet nach Otto Neurath der»inbegriff all der Umstände, die verhältnismäßig unmittelbar die Verhaltensweise eines Menschen, seinen Schmerz, seine Freude bedingen. «Wohnung, Nahrung, Kleidung, Gesundheitspflege, Bücher, Theater, freundliche menschliche Umgebung, all das gehört zur Lebenslage. (zit. nach Fachlexikon der sozialen Arbeit 1997, S. 607). Lebenslagen betrachtet Gerhard Weisser (1971) als Spielräume, die den Menschen aufgrund der äußeren Lebensumstände zur Verfügung stehen, um ihren Interessen nachgehen zu können. In den Sozial- und Erziehungswissenschaften gewann das Lebenslagenkonzept in der letzten Zeit immer mehr Bedeutung, denn es ist besser als viele andere in der Lage, die Vielfalt der heutigen Lebensbedingungen abzubilden. Individualisierung und Pluralisierung Seite 3 von 49

4 lassen gesellschaftliche Strukturen schlechter erkennen oder heben sie teilweise auf, eine in der sozialwissenschaftlichen Diskussion umstrittene Frage. Mit dem Lebenslagenkonzept können neben den gesetzten (objektiven) Lebensbedingungen, die häufig vertikal gedacht werden, wie Unter-, Mitte-, Oberschicht, Einkommenshöhen, Bildungsabschlüssen, auch scheinbar subjektive, aber damit zusammenhängende Mentalitäten erfasst werden. Zudem berücksichtigt es die vielen Differenzierungen auf der horizontalen Ebene wie Alter, Staatsangehörigkeit, Ethnie. Dabei geht es nicht um beliebige Merkmale, wie im gestrigen Vortrag anklang, sondern um Bedingungen, die das Leben unterschiedlich formen und gestalten lassen, verbunden mit gesellschaftlich Platzanweisern, die ein mehr oder weniger in der Teilhabe an gesellschaftlich erstrebenswerten Gütern bewirken. Kurz gefasst ist die Lebenslage ein Set von Ressourcen und Erreichbarkeiten (Böhnisch). Die Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen sind durch ihre Lebensphase, die damit verbundenen familiären Lebensformen, die gesellschaftlich vorgegebenen Teilnahmen an Ausbildungs- und weiteren Berufsausbildungsgängen geprägt. Geschlecht, Migrationshintergrund stellen hierfür bereits schon Weichen und kennzeichnen damit unterschiedliche Lebenslagen. Ob ein Mädchen behindert ist, in einer wirtschaftlich starken Region, auf dem Land, in der Stadt lebt- all das formt ihre Ressourcen und Erreichbarkeiten. Ähnlich stellen die Zugehörigkeit eines Mädchen zu einer Religionsgemeinschaft, ihr/sein Aufwachsen in einem belasteten Stadtviertel und der Schulbesuch Weichen für die Lebenslage, aber auch die vorhandenen Ausbildungsplätze, deren Spektrum und Ausmaß von wirtschaftlichen Entwicklungen abhängt- und ggfs. von intervenierenden (sozial-) staatlichen Maßnahmen. Lebenslagen umfassen also materielle, kulturelle und soziale Spielräume, in denen sich auf der Basis unterschiedlicher Handlungssicherheit subjektive Haltungen entfalten können, vor dem Hintergrund ermöglichender oder einschränkender gesellschaftlicher Praktiken und Politiken, die mit wirtschaftlichen, sozialstaatlichen und anderen Entwicklungen einhergehen. Mit dem Konzept der Lebenslage ist es einerseits möglich, männliche von weiblichen Lebenslagen zu unterscheiden, was den Haupt-Platzanweiser in unserer Gesellschaft darstellt und gleichzeitig unmöglich, das als ausreichende Beschreibung zu betrachten oder in der konkreten pädagogischen Arbeit umzusetzen. Die Vielzahl der möglichen Kombinationen erfordert allemal ein sehr individuelles und differenziertes Betrachten der unterschiedlichen Handlungsspielräume junger Menschen. Seite 4 von 49

5 Ingeborg Nahnsen (1975, 1992, nach Voges u.a. 2003, S. 42) die als Schülerin Weissers bereits in den siebziger Jahren den Lebenslagenansatz operationalisierte, wollte die sozial strukturierten Bedingungen, die den Umfang der sozialen Chancen festlegen, empirisch erfassen. Dazu unterteilte sie den Spielraum in fünf (fiktive) Einzelspielräume. Nach ihrer, von anderen SozialwissenschaftlerInnen geteilten Einschätzung seien diese repräsentativ für die von ihr als wichtig erachteten Interessen entwickelten Karl Chassé, Margaritha Zander und Konstanze Rasch ein kindbezogenes Lebenslagenkonzept, um die Armut von Kindern zu erfassen (Chassé u.a. 2003). Gerda Holz und das Team von AWO und ISS in Frankfurt erarbeiteten ab 1998 ein kindbezogene Armutskonzept mit der Aufgliederung in vier kindbezogene Lebenslagedimensionen, die materielle Grundversorgung und die gesundheitliche, die kulturelle und die soziale Lage (Holz 2006). Her soll ein anderer Zugang gesucht werden, es geht nicht um Armut, sondern um Lebenslagen von Mädchen mit den folgenden Dimensionen. A Versorgungs- und Einkommensspielraum (Umfang der Versorgung mit Gütern und Diensten; Zugang zu Ressourcen), B Kontakt- und Kooperationsspielraum (Möglichkeiten der Kommunikation und Interaktion; soziale Netze), C Lern- und Erfahrungsspielraum (Möglichkeiten der Entfaltung und Realisierung von Interessen, je nach Sozialisation schulische und berufliche Bildung und Erfahrungen in der Arbeitswelt und Ausmaß an sozialer und räumlicher Mobilität), - D Muße- und Regenerationsspielraum (Möglichkeiten des Ausgleichs psycho-physischer Belastungen durch Arbeits-, Wohn- und Umweltbedingungen) - E Dispositions- und Partizipationsspielraum (Ausmaß der Teilnahme, Mitbestimmung und Mitentscheidung in verschiedenen Lebensbereichen). (Nahnsen 1975; 1992 nach Voges u.a. 2003, S. 42). Später entwickelten Sellach und Enders- Dragässer (2002) Faktoren, die die soziale Ungleichheit der Geschlechter markieren. F Sozialbindungsspielraum Mutterbilder, Schwangerschaften Pflege, der Spielraum der sozialen bzw. häuslichen Bindung: G Geschlechtsrollenspielraum, offene und verdeckte Benachteiligungen von Frauen bzw. offene und verdeckte Privilegierung von Männern; z. B. Eingrenzung von Handlungsspielräumen und materiellen Rechten Seite 5 von 49

6 H Schutz- und Selbstbestimmungsspielraum, Gewalterfahrungen, Pornografie, Gesundheit, körperliche, seelische und mentale Integrität, Sicherheit vor Gewalt und Nötigung, aktive und sexuelle Selbstbestimmung, als Handlungsspielraum für ein selbst bestimmtes Leben. (Enders-Dragässer/Sellach 2002) Auf Kindheit, Jugend übertragen sind die folgenden Aspekte bei den Dimensionen A Versorgung, Einkommen: Elterliches Einkommen, Geld, Taschengeld, Ausstattung B Familie, soziale Netze: Familiäre und Freundschaftsnetze C Schule, (Aus-)Bildung: Schulbesuch, Lehre, Studium D Gesundheit 1, Freizeit: Krankheiten, Zeitverwendung, Hobbies E Engagement, Sport, Vereine: Ehrenamt, Verbände, Initiativen F Sozialbindung: Hilfe im Haushalt, Schwangerschaften G Geschlechterrollen. Einkommen und Gesundheit -Essstörungen H Gewalt und Schutz: Gewalterfahrungen Mobbing I eigene Aspirationen, Eindrücke, Haltungen- wäre eine wichtige Dimension, die ich in die Dimensionen allerdings noch - nicht eingearbeitet habe. Diese Dimensionen, so meine Ausgangsposition, sind unterschiedlich ausgeprägt, und zwar nach systematischen sozialen Konstellationen und Figurationen. Das ist ein weites Feld. Im Folgenden habe ich als ersten differenzierenden Schritt einen Lebenslagen-Hauptfaktor abgeleitet, also differenziert nach leitenden Platzanweisern, unter denen ich verschiedene Lebenslagen betrachte. Das ist natürlich die nach Geschlecht, aber dann auch nach Migration, Armut, Behinderung, usw. Zu diesen Lebenslagen habe ich alles an Daten recherchiert, was aktuell vorlag, mit einigen zeitlich etwas zurückliegenden Erhebungen. Wünschenswert wäre ein groß angelegte Forschung, in der die Rohdaten aus Mikrozensus SOEP, Gesundheitssurvey, Jugendstudien usw. usw. neu analysiert werden könnten. Dann ließen sich noch mehr Querverbindungen aufzeigen, also nicht nur migrantische Mädchen, sondern etwa. lesbische, in reicheren Schichten aufwachsende mit Migrationshintergrund oder deutsche arme, auf dem Land lebende Mädchen mit Abitur in Einelternfamilien. Einem differenzierten Blick auf die Mädchen (und auch auf die Jungen ) würde das gut tun. Seite 6 von 49

7 Im Folgenden vorgetragene Lebenslagen: Lebenslage Mädchen Lebenslage Migration Lebenslage Armut- entfiel im Vortrag aus Zeitgründen Lebenslage Behinderung- nur auszugsweise (aus Zeitgründen) Lebenslage bildungsgewohnte Schicht - entfiel (aus Zeitgründen Lebenslage Land- kaum Zahlen Definition: Die Lebenslage wird als individueller Handlungsrahmen oder Spielraum definiert, der von einer Vielzahl von individuell nicht beeinflussbaren äußeren bzw. strukturellen Merkmalen der Existenz bestimmt wird (Sellach u.a. 2006). Einige Vorbemerkungen Bisweilen sind die Ausführungen etwas ekklektizistisch, das ist nicht beabsichtigt, sondern eine Folge der vielen Forschungslücken bei der differenzierten Betrachtung der Lebenslagen von Mädchen. Die geschlechtsblinde Sprache in so manchen Untersuchungen zeugt bisweilen von irritierender Ignoranz. Wo es nicht sinnverfälschend schien, habe ich mich bemüht, alles zu gendern. Migrantisch als Bezeichnung für ausländische, zugewanderte, Mädchen mit Migrationshintergrund usw. ist als Begriff ein Notbehelf, so wie deutsch, einheimisch, eingeboren. Meine Bezeichnungen für Unterschicht, finanziell unterversorgte, sozioökonomisch Benachteiligte changieren, teilweise mit den Quellen gehend. Auch hier müsste, mit mehr Zeit und Ressourcen, eine menschenfreundliche Sprache entwickelt werden. Was auf keinen Fall geht, ist die Verwendung des unsäglichen Begriffs der sozial Schwachen, wenn es um Einkommensarme geht. Ich habe mich vorwiegend auf die Gruppe der 10-,12- bis 18- Jährigen bezogen. Da, wo keine oder veraltete Daten vorlagen, oder auch um Trends anzuzeigen, habe ich Aussagen zu jüngeren, bisweilen auch älteren Gruppen dazu genommen. Seite 7 von 49

8 Teil B Die einzelnen Lebenslagen 1. Lebenslage Mädchen Auch wenn gesellschaftliche Rollenveränderungen und gesetzliche Regelungen einige Ungleichheiten nach Geschlecht verringert haben, stellt Geschlecht immer noch den stärksten Platzanweiser dar. Geschlechterhierarchische Gesellschaften bieten Mädchen bzw. Jungen unterschiedliche Rahmenbedingungen des Aufwachsens, auch wenn, wie die später folgenden Ausführungen zeigen, dies mit und durch andere Platzanweiser wie etwa Migration oder Behinderung differenziert wird. A Versorgung, Einkommen Beim Einkommen der Eltern gibt es natürlich keine systematischen Diskrepanzen zwischen Mädchen und Jungen, aber kleine und feine Unterschiede bei ihrem eigenen finanziellen Spielraum und ihrer Versorgung können doch konstatiert werden. Nichts ganz Dramatisches, doch früh übt sich Nach einer Studie des IJF (Institut für Jugendforschung) in München 2004 verfügen Kinder/Jugendliche(10-17 Jahre) etwa über 47 Euro im Schnitt pro Monat aus Taschengeld und unregelmäßigen Einnahmen, wobei Mädchen etwas seltener und etwas weniger Taschengeld als Jungen erhalten. 17% der Jugendlichen haben Nebenjobs mit einem Durchschnittseinkommen von 62 Euro, auch hier erhalten die Jungen tendenziell mehr. Beide Unterschiede bewerten die AutorInnen Lange und Fries als nicht sehr kräftig und eher zu unbedeutsam, um im Resümee festgehalten zu werden. Doch bei den monatlichen Ausgaben kommentieren sie: Zitat Dabei geben die Jungen etwa 10% mehr aus als die Mädchen, wozu sie aufgrund ihrer höheren Einnahmen auch in der Lage sind. (Lange/ Fries 2006, S. 38 und 43) Diese Daten markieren kleine, aber doch merkbare Unterschiede, die auch bei den jüngeren Kindern in der Wordvision Kinderstudie ermittelt wurden; hier erhalten Mädchen zwar nur 10 Cent Taschengeld pro Woche weniger, aber eben auch häufiger unregelmäßig im Vergleich Seite 8 von 49

9 zu den Jungen (Schneekloth/Leven 2007, S. 99, Tab 2.14). Zur Ausgabenstruktur komme ich später. Zur Ausstattung mit PC und Internet: Allgemein verfügen 51 Prozent der Mädchen, aber 69 Prozent der Jungen über einen PC, und Hauptschülerinnen haben seltener Zugang zum Internet als Gymnasiastinnen. Den Mobilfunk nutzen Mädchen mehr als Jungen, ebenfalls einen MP 3 Player (BMFSFJ 2007, S. 40 u. 44). Resümee: Kleinere Ausstattungsvorteile bei Jungen B Familie, soziale Netze Überwiegend haben die Mädchen und Jungen heutzutage ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern, fühlen sich respektiert und unterstützt, sagen die 8- bis 11- Jährigen in der Worldvision Kinderstudie (Schneekloth/Leven 2007, S. 106), aber auch die älteren 12- bis 20- Jährigen im Report über Mädchen und Jungen in Deutschland 2007 (BMFSFJ 2007, S. 34 und S.35, Tab. 59). Dabei nimmt die vorrangige Wichtigkeit der Mütter für die Mädchen mit zunehmendem Alter ab, die der besten Freundin/des besten Freundes nimmt zu. Die Bedeutung des Vaters ist, wie bei den Jungen, von vornherein geringer und sinkt mit zunehmendem Alter der Mädchen noch mehr. Unter den Geschwistern ist die Beziehung zur Schwester (so vorhanden) für Mädchen und für Jungen die zum Bruder (so vorhanden) wichtig (BMFSFJ 2007, S. 35, Tab. 59). Freundschaften sind für Kinder wie für Jugendliche zunehmend wichtig, die Peers ersetzen die Eltern und Geschwister zwar nie ganz, nehmen aber eine zunehmende Bedeutung für die Jugendlichen ein, bei Mädchen wie Jungen. Freundschaften sind gekennzeichnet durch gemeinsame Aktivitäten und gegenseitige Hilfe und Vertrauen. Sie unterscheiden sich nach Struktur und Orientierung bei Mädchen und Jungen; Mädchen beziehen sich mehr aufeinander; sie pflegen so genannte face to face- Beziehungen; Jungen unternehmen etwas zusammen- side by side (Wright 1969 nach Reinders, 2004, S. 4). Der FreundInnenkreis für 12- bis 18- jährige Mädchen setzt sich gleich bleibend aus ca. 20 Personen zusammen, bei Jungen sind es 16 (BMFSFJ 2007, S. 36). In den Schul- und Jugendzentrumsstudien, die wir in Lehrforschungsprojekten an der FH Dortmund unternahmen, fanden wir eine geringe, aber erkennbare Anzahl von Kindern ohne Freund oder Freundin (FH Do ). 8- bis 11- jährige Mädchen, und zwar zu 45%, zählen häufiger Kinder mit Migrationshintergrund zu ihrem FreundInnenkreis als Jungen mit 38% (Schneekloth/Leven 2007, 156). Jungen haben eher mehr Jungen als Mädchen im Freundeskreis, Mädchen eher Seite 9 von 49

10 gleich viele Mädchen wie Jungen (BMFSFJ 2007, S. 36). Die FreundInnenkreise von Jungen sind demnach homogener als die von Mädchen. Mädchen gehen früher enge Partnerschaften ein als Jungen. 55% der 18- jährigen jungen Frauen, aber erst 27% der 18- jährigen jungen Männer haben feste Beziehungen (BMFSFJ 2007, S. 37); gemeint sind hier die zum anderen Geschlecht. Über die Lebensbezüge lesbischer Mädchen und schwuler Jungen wissen wir vergleichsweise wenig. Ihr Kontaktspielraum scheint erheblich eingeschränkt, wenngleich größer als zu früheren Jahrzehnten, denkt man an Familien mit einem gewachsenen Austauschpotential und an Beratungs- und Hilfsangebote, die wiederum eher in der Stadt als auf dem Land zur Verfügung stehen. Resümee: Es werden überwiegend gute Beziehungen zur Familien festgestellt und eine zunehmende Bedeutung von Freundinnen. Mädchen pflegen eher kommunikationsbezogene Freundschaften und frühere Bindungen. Jungen sind die stärker begehrten Freunde - oder sind Mädchen offener? C Schule und Ausbildung Abb. 1: Schulbildung von Mädchen und Jungen Quelle: 15. Shell-Jugendstudie 2006 Nach allen neueren Studien, der PISA-Studie, dem Bildungsbericht von 2008 und anderen Quellen sind Mädchen in der Schule erfolgreicher als Jungen. Sie werden früher eingeschult, wiederholen seltener eine Klasse und erreichen häufiger einen höheren Schulabschluss. Wenn sie die Hauptschule absolvieren, erhalten jedoch (nicht alle, aber vergleichsweise mehr) Mädchen später einen Ausbildungsplatz als Jungen (Reißig/ Gaupp 2007). Doch überwiegend absolvieren sie eine Ausbildung eher im oberen Bereich der Berufsgruppen; sie machen häufiger das Abitur und sind die Mehrheit der StudienanfängerInnen, brechen das Seite 10 von 49

11 Studium seltener ab, sind somit auch die Mehrheit der AbsolventInnen und nutzen als junge Berufstätige die Angebote der Weiterbildung intensiver. All das sieht bei (nicht allen, aber vergleichsweise mehr) Jungen schlechter aus, vor allem wenn sie aus bildungsfernen Elternhäusern oder /und mit Migrationshintergrund antreten (BMBF 2008a, S. 212; BMFSFJ 2005a, S. 456). Resümee: Im schulischen Bereich haben viele Mädchen die Jahrzehnte alten Benachteiligungen hinter sich. Sie haben weitaus bessere Chancen als die Generationen vor ihnen- und sie nutzen sie. Nach dem schulischen Bereich ist in den nächsten Jahrzehnten der Bereich der Berufsausbildung wie der der Hochschule an der Reihe, auch hier schon mit den ersten Erfolgen, obwohl beide resistenter sind als die Schule. D Gesundheit, Freizeit D 1 Gesundheit Generell wird die Gesundheit von Mädchen als etwas robuster veranschlagt als die von Jungen, aber nicht mehr im Vergleich zu jungen Männern, und mit Unterschieden in den einzelnen gesundheitlichen Dimensionen.. Jungen sind biologisch etwas ungünstiger ausgestattet (Säuglingssterblichkeit, Kindstode, Überlebensquoten im Kindesalter). Aber auch ihr eigenes Verhalten als ältere Kinder und Jugendliche ist riskanter, mehr (Verkehrs-) Unfälle, mehr Tabak- und Drogen-, vor allem Alkoholmissbrauch im Vergleich zu den gleichaltrigen Mädchen, obwohl diese in den letzten Jahren stärker gesundheitliche Risiken eingehen, etwa beim Tabakkonsum. Im Mikrozensus 2007 bezeichneten sich 13,2% der Jungen als regelmäßige Raucher, bei den Mädchen waren es 12,0% Raucherinnen. Diese fingen mit dem Rauchen etwas früher an als die Jungen (Statistisches Bundesamt 2008, STATmagazin 04/2008, o.s.). In der Studie Mädchen und Jungen 2007 zeigt die Hälfte aller jährigen männlichen Jugendlichen ein riskantes Trinkverhalten, indem sie fünf und mehr Gläser Alkohol mindestens einmal pro Monat konsumieren (BMFSFJ 2007, S. 50). Das statistische Bundesamt von 2008 berechnet den Anteil der verunglückten und der bei Unfällen getöteten minderjährigen Mädchen auf 42%, ihr Anteil an der Zahl der Einwohnerinnen unter 18 Jahren liegt jedoch bei 49%. Die Gründe für die höhere Unfallgefährdung der Jungen werden in der stärkeren Verkehrsbeteiligung und der größeren Risikobereitschaft männlicher Kinder und Jugendlichen gesehen (Stat. Bundesamt 2008, STATmagazin 04/2008, o.s.). EU-weit starben 2005 dreimal so viele Männer wie Frauen im Seite 11 von 49

12 Alter von 15 bis 19 Jahren durch Unfälle und andere äußere Ursachen (Eurostat 2008, S. 46). Bei der psychischen Gesundheit fallen die geringeren Vulnerabilitäten der Mädchen auf, so wird etwa die ADSH Diagnose bei Jungen viermal häufiger gestellt als bei Mädchen (7,9% im Vergleich zu 1,8%, nach Kurth u.a 2008, S. 118). Und der Anteil jüngerer Mädchen (11,5 Prozent) mit Hinweisen auf Verhaltensauffälligkeiten und emotionalen Problemen liegt deutlich niedriger als der der Jungen mit 17,8 Prozent (Kurth u.a 2008, S. 116, Abb. 5). Hier ist allerdings immer ein gewisser Genderbezug einzurechnen, mit der Frage, ob Jungen ihre Probleme eher ausagieren, die Mädchen eher nach innen verlagern und deshalb weniger auffallen. Zumindest ab der Pubertät ändert sich die gesundheitliche Belastung und nimmt für Mädchen in vielen Bereichen zu: Sie nehmen mehr Tabletten zu sich und leiden häufiger unter en psychischen Erkrankungen und Depressionen. Dazu wird im Teil Geschlechterrollenspielraum noch einiges ausgeführt werden. Resümee: Die günstigere biologische- Ausstattung und das weniger riskante Gesundheitsverhalten der Mädchen sorgen für bessere Gesundheitswerte vor der Pubertät. Danach werden sie überlagert durch geschlechterbezogene Risiken und Einengungen, wie sich bei den Essstörungen zeigen lässt. D 2 Freizeit Die Freizeit ist ein bedeutungsvoller, wenn nicht der soziale Raum, in dem Jugendliche ihre Identität(en) entwickeln und möglichst auch festigen. Dabei werden Gleichaltrige für viele Lebensfragen der Jugendlichen zunehmend wichtiger als die Eltern Mädchen wie Jungen können in diesem herausragend wichtigen Raum ohne Aufsicht ihren eigenen Neigungen nachgehen, sich selbst organisieren- oder aber auf Angebote vor allem kommerzieller Art stoßen. Die öffentlichen Jugendzentren oder Jugendverbände freier Träger sind nicht mehr so attraktiv wie vor Jahren, oder sie wurden (nicht nur, aber vor allem in Ostdeutschland) nach und nach abgeschafft. Eine kommerzialisierte Freizeit schließt auch Mädchen (und Jungen) aus, die zu wenig Geld haben. Die Freizeiten von Mädchen und Jungen haben sich angenähert, vor allem von Mädchen an Jungen, bezieht man es auf sportliche und Ausgehaktivitäten. In der aktuellen Mädchen- und Jungengeneration werden mehr selbstzentrierte Freizeitmuster festgestellt. So ermittelte das statistische Bundesamt bei Jugendlichen eher solche Freizeitaktivitäten, die an Genuss- und Konsum orientiert sind als die weiter unten dargelegten sozialen Aktivitäten. Bei Sport- und Kino-Aktivitäten zeigen die Zahlen für die befragten 17- bis 25- jährigen jungen Frauen und Seite 12 von 49

13 jungen Männer eine geringere Frequenz bei den weiblichen Jugendlichen. Mindestens einmal monatlich betreiben 59% der Jungen und 49% der Mädchen Sport, bei den nichtdeutschen Jugendlichen sind es 52%). Ins Kino gehen mindestens 1 x monatlich 70% der Jungen, 67% der Mädchen, und 62% der Nichtdeutschen (Statistisches Bundesamt 2006, Datenreport 2006, S. 548f, Tabelle 2). Resümee: Mehr Freizeit, (wenn auch für Mädchen durch Haushaltsarbeiten und Schule etwas weniger als für Jungen,), aber weniger geldfreie Angebote, dafür viele unterschiedlich teure Freizeitvergnügungen. E Engagement, Sport, Vereine Im Allgemeinen werden in der Freizeit eher konsumorientierte als soziale Tätigkeiten ausgeübt. (Stat. Bundesamt 2006, S. 548) Sport, Kinobesuche, Diskos, Jugendtreffs usw. sind attraktiver als Verbände oder gar Parteien Nach den Erhebungen des DJI zur Jugendarbeit 2007 waren jedoch rund 36% der 16- bis 21-Jährigen in Vereinen und Verbänden in Funktionen oder Ämtern engagiert und das eher in geselligkeitsorientierten Vereinen wie Sport-, Heimat- Bürgervereinen u. ä. als in interessen- und gemeinwohlorientierten Vereinen und Verbänden wie Jugendverbänden, kirchlichen Gruppen, politisch-gewerkschaftlichen Organisationen u.ä. (BMBF 2008a, S. 79f). Geschlecht und Migrationshintergrund zeigen dabei weniger Diskrepanzen als die Bildungslaufbahn bzw. die Schichtzugehörigkeit. Nach den Daten der 15. Shell Jugendstudie 2006 geben 33% der Befragten an, oft und weitere 41% an, gelegentlich aktiv zu werden. Die Daten zum sozialen oder ehrenamtlichen Engagement zeigen ein leichtes bis sichtbares Gender-Muster. Mädchen engagieren sich stärker in der Schule, als Klassen- und Schulsprecherinnen, sowie im kulturellen und im kirchlichen Bereich, dagegen die Jungen eher beim Sport und in Rettungsdiensten 1 und - mit weitaus geringeren Zahlen- in der Politik und insgesamt etwas mehr als die Mädchen (BMFSFJ 2007, S. 26, Tab. 39). Im politischen Bereich lässt das Interesse grundsätzlich nach; wenn, dann betätigten sich Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 22 Jahren 2007 eher in unkonventionellen projektförmigen Engagements, auch hier relativ mehr Jungen als Mädchen (BMBF 2008a, S. 265). 1 Dazu zwei Bemerkungen: 1. Die langfristige Bindung an einen Zivil- oder Rettungsdienst kann das Ableisten eines Zivildiensts kompensieren. 2. Mädchen haben bei dem Engagement in Rettungsdiensten leicht aufgeholt, von 1999 bis 2004 hat sich ihr Anteil mehr als verdoppelt, von vorher spärlichen 3 auf sichtbare 8%. (Territoriengewinne, nach Krüger 2002) Seite 13 von 49

14 Resümee: Bei allgemein nachlassendem konventionellen ehrenamtlichen Engagement, etwa für Kirchen, Verbände und Parteien, setzen sich Mädchen mehr auf kirchlich-schulisch-kulturellen Gebieten ein als die insgesamt leicht stärker engagierten Jungen, mit erkennbarem Genderbezug bei leichten Aufweichungen. F Sozialbindung Hier geht es um die Mithilfe im Haushalt und das eingehen früherer Partnerschaften, sowie um den Auszug von zu Hause. In allen Gruppierungen, ärmeren oder reicheren, haben Jungen haben mehr Freizeit und helfen weniger im Haushalt; mit zunehmendem Alter vergrößert sich die Zeitdifferenz und nimmt die Zeit zu, die Mädchen für die Hilfe im Haushalt aufwenden (Statistisches Bundesamt (Hg.) 2003, S. 41). 10- bis 14 jährige Mädchen sind durch die unbezahlten Arbeiten im Haushalt bereits mit gut 1¼ Stunden pro Woche mehr eingebunden als Jungen mit etwa einer Stunde. Bei den 15- bis 20-Jährige hat sich diese Differenz auf eine halbe Stunde vergrößert (Stat. Bundesamt 2003, S. 41). Resümee: Der Sozialbindungsspielraum von Mädchen beschränkt ihre Möglichkeiten stärker als die der Jungen, in der täglichen Zeit markiert das durchaus Unterschiede, zusätzlich sind es Tätigkeiten im veralteten Geschlechterrollenverständnis, helfen, putzen, bedienen, bei denen sie mehr gefordert sind als Jungen 2. G Geschlechterrollen G 1 Einkommen Nach der Verdienststrukturerhebung 2006 lag der Bruttostundenverdienst von Frauen im Schnitt um 24% unter dem der Männer. Die Verfasserinnen dieser Studie des Statistischen Bundesamts begründen eine solche - europaweit betrachtet- Spitzenposition mit den zunehmenden Unterschieden beim Einkommen im Lebenslauf, denn zu Beginn der Berufskarriere, bei den unter 24- Jährigen läge der Unterschied nur bei 5% (Stat. Bundesamt, STATmagazin, 8/2008, o.s.). Mir fallen hier ganz erhebliche Unterschiede der Arbeitsbewertung wie auch die Diskrepanzen in der Besetzung von Leitungspositionen ein und auf. Aber diese Angaben skizzieren auch die realiter weit verbreitete Arbeitsteilung. Weil Frauen für die 2 Durch diese Tätigkeiten können Mädchen natürlich auch herausgefordert werden, mehr Verantwortung zu übernehmen; das war aus den reinen Zahlenangaben nicht zu ermitteln. Seite 14 von 49

15 Kinderversorgung zuständig sind, verdienen sie weniger und bleiben deshalb weiter für die Kinder- und Pflegarbeit zuständig. Das ist ein klarer und enger Geschlechtsrollenspielraum. Die Hauptlast der familiären und reproduktiven Arbeit, die weiterhin auf den Schultern der Frauen liegt, wird durch strukturelle Bedingungen bewirkt (wie es etwa der geschlechtersegmentierte Arbeitsmarkt und die mangelnden Rahmenbedingungen für die Förderung und Betreuung von Kleinkindern sind). Die höheren Qualifikationen der Mädchen bei der schulischen Ausbildung können (noch) nicht verhindern, dass spätestens nach Beendigung der Schulzeit die strukturellen Benachteiligungen greifen. Die geschlechtshierarchische Arbeitsteilung beschränkt die erhofften Lebensentwürfe von Mädchen und jungen Frauen weiterhin und erheblich (Landesjugendring Niedersachsen 2000). Als eine These: Die Widersprüche werden für die Mädchen mit zunehmendem Alter größer, die Wahl eines männlichen Berufes wird durch verschiedene Faktoren ermöglicht oder behindert, wie etwa den eben erwähnten Arbeitsmarkt, durch Arbeitgeber, Sozialisation, aber auch (mangelnde) Akzeptanz im Freundeskreis, beim Partner. Hier nur eine kurze Rückkehr zu den Ausgaben bei jüngeren Jugendlichen, den 10- bis 17 Jährigen. In der bereits erwähnten Studie des IJF (Institut für Jugendforschung) 2004 wurde ermittelt, dass Jungen deutlich häufiger Geld für Fast-Food und Getränke aus (geben), während die Mädchen mehr Geld für das Weggehen, für jugendspezifische Zeitschriften und Zeitungen sowie für Kleidung, Kosmetika und Accessoires, also für ihr persönliches Aussehen ausgeben (Lange/ Fries 2006, 47). Mädchen zahlen also für ihre Erscheinungund Jungen für ihre Ess- und Trinkbedürfnisse. Überspitzt ausgedrückt, sie investieren in ein (nicht nur aufoktroyiertes, sondern durchaus auch mit selbst erzeugtes) Bild, während die Jungen ihr Geld in ihr leibliches Wohl investieren. Das geht nun nahtlos in die Essstörungen über, aber erst zum Zwischenresümee: Die Erfolge in der schulischen Laufbahn werden u.a. durch die immer noch engen Geschlechterrollenspielräume häufig blockiert, Laufbahnen und Erwerbseinkommen entsprechen nicht dem Vermögen der jungen Frauen. G 2: Essstörungen Ab der Pubertät wird die Lage für Mädchen erheblich anders, so etwa sinkt ihr im Vergleich zu Jungen vorher mindestens gleich hohes Selbstwertgefühl. Die erheblichen Unterschiede zwischen den Essstörungen von Mädchen bzw. Jungen ab Beginn der Pubertät können unterschiedlich interpretiert werden, ich beziehe sie auf den Geschlechterrollenspielraum. Junge Frauen sind häufiger als junge Männer unzufrieden mit ihrem Körper und fühlen sich zu dick. Dies kann zu Essstörungen führen. Seite 15 von 49

16 Sowohl Hölling und Schlack in der Kinder- und Gesundheitsstudie 2007 als auch das Gutachten zur Frauengesundheit in NRW 2006 betonen, m.e. zu Recht, dass Essstörungen individuell und sozial bedingt sind. Spätestens ab der Pubertät sehen sich Mädchen mit Problemen und sich widersprechenden Lebensanforderungen konfrontiert. Essstörungen können Folgen von Bewegungsmangel sein, aber auch als nach innen verlagerte Lösungs ver-suche interpretiert werden: Scheinbar oder anscheinend gibt es keine anderen außerhalb. Im Gegenteil, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, vor allem auch Rollenbilder, die über Konsum, Werbung, etwa die Instrumentalisierung des weiblichen Körpers bis hin zur Pornografisierung, erzeugt werden, tragen erheblich zu Essstörungen bei. Im individuellen Leben haben Essstörungen jeweils spezifische Funktionen, Zitat: Es geht um Kontrollverlust, Aggression und Rebellion in jeweils eigenen Zusammenhängen. Der Körper wird zum Ort, an dem diese gerade in der Pubertät entstehenden Konflikte ausgetragen werden. (Landtag NRW 2004, S. 213f) Die weit auseinander gehenden Belastungsquoten von Mädchen bzw. Jungen deuten auf eine geschlechtsbezogene, wenn nicht gar qua Geschlecht verursachte Entwicklung hin: Im Alter von 11 Jahren sind Mädchen wie Jungen mit ca. 20% Essstörungen gleich betroffen; im Alter von 17 lagen waren es 30,1% der Mädchen und (nur) noch 12,9% der Jungen (Hölling/Schlack- KiGGS, 5/6 2007, S. 795). Zwischenresümee: Der Frauenleib als öffentlicher Ort, so nannte Barbara Duden 1991 ihre brillante Auseinandersetzung mit medizinischen und ausgeweitet gesellschaftlichen Normierungen und Einvernahmen des Körpers von Frauen. Dabei geht es, man könnte fast sagen, beileibe nicht um äußere Kleidervorschriften, die immer weiter und liberaler gefasst wurden. Die Normierung wird an und in den Körper nach innen verlagert, und viele junge Frauen reagieren auf dese Zumutungen sehr deutlich. Eine Interpretation der Essstörungen, speziell der Anorexie, ist, dass Mädchen diese Zurichtung als Frauen nicht wollen, aber keine andere Gegenwehr finden als die nach innen verlagerte. Ein anderer Zusammenhang, der hier jedoch nicht vertieft wird, ist der sexuelle Missbrauch. Resümee: Trotz der vielen gesetzlichen und gesellschaftlichen Veränderungen bezüglich der Rollen von Frauen bleiben bestimmte gesellschaftlich vorgegebene strukturelle Bedingungen bislang bestehen, wie etwa der geschlechtersegmentierte Arbeitsmarkt und die mangelnden Rahmenbedingungen für die Förderung und Betreuung von Kleinkindern. Das benachteiligt junge Frauen im Bereich der Erwerbsarbeit. Die Wirksamkeit bestimmter Bilder ist anscheinend noch gestiegen. Der gesellschaftlichen Ausweitung der Geschlechterrollenspielräume ent- und widerspricht die striktere Zurichtung und Instrumentalisierung des weiblichen Körpers. Aspekte der Körperlichkeit, der mit der Pubertät steigenden psychischen Seite 16 von 49

17 Störungen und des abnehmenden Selbstwertgefühls von Mädchen greifen hier ineinander. Am Beispiel der Essstörungen einerseits und der neuen Rollenbilder andererseits werden hier Widersprüche sichtbar. H Gewalt und Schutz Von körperlicher Gewalt in der Kindheit und Jugend sind mehreren bundesdeutschen Studien zufolge (KFN 1999, Gewalt gegen Männer-Studie 2004, KiGGS 2007) männliche Kinder und Jugendliche häufiger betroffen als weibliche. Das trifft vor allem auf Gewalt in Schulen und durch Gleichaltrige, auch in der Freizeit und wenngleich schwächer auch auf Formen elterlicher körperlicher Züchtigung zu. Die Worldvision Kinderstudie ermittelte bei den 8- bis 11-Jährigen, dass jeder 5 Junge und jedes 10. Mädchen die buchstäbliche elterliche Gewalt erlebt. Doppelt so viel Jungen wie Mädchen berichteten von Ohrfeigen und Schlägen in der Erziehung (Schneekloth/Leven 2007, 104f). Von sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend sind wiederum Mädchen häufiger als Jungen betroffen (BMFSFJ 2005a, S. 666). Der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey des Robert Koch- Instituts ermittelte 2007 bei Mädchen mit Essstörungen einen signifikanten Zusammenhang zu sexuellen Belästigungen (Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) 2007, S. 797). Die Erfahrungen von sexueller Belästigung, sexueller Gewalt, psychischer Gewalt in unterschiedlichen Lebensbereichen sowie von körperlicher Gewalt erhoben Wissenschaftlerinnen in der Studie Gewalt - Migration - Geschlecht Danach hatten 6% aller deutschen wie nichtdeutschen Frauen bis unter 75 Jahren häufige oder gelegentliche Formen elterlicher psychischer Gewalt erlebt, 44% elterliche körperliche Gewalt und Körperstrafen, 13% körperliche Misshandlung im engeren Sinne und 9% sexuellen Missbrauch (4% durch Familienangehörige). Dabei können die Überschneidungen unterschiedlicher Formen von Gewalt in der Kindheit immens sein. So etwa war körperliche Gewalt durch die Eltern für 29% der Frauen mit psychischer Gewalt und bei 14% mit sexuellem Missbrauch verbunden (aus der Retrospektive) (BMFSFJ 2008a, Kurzfassung, S. 71). 3 Diese Studie war die erste ihrer Art. Befragt wurden Frauen deutscher Herkunft, 368 Frauen türkischer Herkunft und 475 Frauen aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion im Alter von 16 bis unter 75 Jahren. Seite 17 von 49

18 Resümee: Familie als Schutzraum ist für die Mehrheit der Mädchen und Jungen real, doch für eine viel zu große Anzahl und Jungen und Mädchen ist sie genau das Gegenteil. Die Erfahrungen von körperlicher und/oder sexueller Gewalt ziehen oft lebenslange Schädigungen nach sich. Ob dieser Schutzraum im Laufe der Jahre kleiner oder größer geworden ist, muss offen bleiben. Einige Untersuchungsergebnisse sprechen für eine zumindest bei der körperlichen Gewalt im familiären Bereich abnehmende Tendenz 4. Die Verletzungen durch sexuelle Gewalt werden zumindest nicht mehr so dem Tabubereich zugeordnet wie noch vor Jahren. Damit ist eher Hilfe möglich und auch dem Bereich des Unwirklichen eine Grenze gesetzt worden. 2. Lebenslage Migration Migrationshintergrund bei Kindern und Jugendlichen ist ein sperriger Containerbegriff. So allgemein gefasst, ist es schwierig genug, überhaupt Daten zu erhalten. Selten wird differenziert, ob es sich um Kinder und Jugendliche, Mädchen und Jungen aus Familien unterschiedlicher Nationen handelt, wie die Migrationsgründe der Eltern aussahen, zwischen dem rechtlichen Status sowohl bei der Staatsbürgerschaft etwa von eingewanderten russisch-polnisch-gus AussiedlerInnen, aber auch beim Aufenthaltsrecht von ArbeitsmigrantInnen, neu Zugewanderten, Flüchtlingen und überhaupt nicht erfasst- Menschen ohne Papiere. Trotzdem sollen hier einige empirische Aussagen zusammengefasst werden. A Versorgung, Einkommen Haushalte mit dem so genannten ausländischen Haushalts- Vorstand haben eine doppelt so hohe Armutsgefährdung (30% zu 15%) wie deutsche Haushalte (BMFSFJ 2008b, S. 21). Abb 2: Armutsgefährdung in verschiedenen Haushalten 4 Diese Aussage bezieht sich auf deutsche Familien; zu migrantischen Familien s. weiter unten. Seite 18 von 49

19 Quelle: BMFSFJ (Hg.) 2008b, Armutsrisiken von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, S. 21 Die Gleichung Migrantenfamilien gleich arme Familien ist falsch. Familien mit Migrationshintergrund sind in allen Schichten, wenn auch verstärkt in den unteren Einkommensgruppen zu finden. Wenn also, wie ermittelt, Töchter in armutsgefährdeten migrantischen Familien bei der Ausstattung mit Räumen, Unterhaltungs- und EDV -Geräten ähnliche Nachteile wie die weiter unten behandelten Mädchen in armen Lebenslagen erfahren, könnte der Effekt durch die (höhere)armutslage bedingt worden sein. (Die acht- bis elfjährigen) Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund in der Worldvisionstudie 2007 erhielten weniger oft Taschengeld als deutsche Kinder (54% zu 39% (Schneekloth/Leven 2007, 100, Tab 2.15, sowie S. 101). Einige nicht repräsentative Daten lassen annehmen, dass bei einer Differenzierung nach Geschlecht deutlich würde, dass mehr Mädchen weniger Taschengeld bekommen als Jungen. In biografischen Interviews mit Studierenden an unserer FH wurde deutlich, dass Jungen in türkischen Familien ungleich häufiger und besser mit TV, PC und Geld ausgestattet werden als Mädchen. Resümee: Für migrantische Mädchen scheinen die finanziellen Bedingungen in den Familien schlechter zu sein als für ihre männlichen Geschwister, die mit Konsumgütern wie TV und PC häufig besser ausgestattet werden. B Familie, soziale Netze In der ersten speziellen Umfrage bei jungen Migrantinnen (Boos-Nünning/Karakasoglu 2005) wird von einem guten Verhältnis gesprochen, das die Mädchen zu ihren Eltern und in ihren Familien haben. Überwiegend unterstützen die Eltern die Zukunftsvorstellungen der Mädchen, ja, setzten nach Einschätzung der 950 befragten jungen Frauen zwischen 17 und 25 Jahren sogar große Hoffnungen in sie, vor allem bezogen auf ihre schulischen Leistungen. Insbesondere sind das Eltern aus der Türkei und (Ex) Jugoslawien. Jedoch werden migrantische Mädchen stärker zur Hilfe bei der Hausarbeit herangezogen (NRW Gutachten 2004, S. 216). Seite 19 von 49

20 Bei den Freundschaften gilt tendenziell das bereits Ausgeführte, nur haben migrantische Kinder und Jugendliche einen größeren FreundInnenkreis als deutsche (BMFSFJ 2007, S. 36). Resümee: Migrantische Mädchen erfahren Unterstützung ihren Herkunftsfamilien, werden aber auch stärker in die Pflicht genommen; ihre sozialen Netze, ihre Freundinnenkreise sind, größer als die der deutschen Mädchen. C Schule und Ausbildung) Laut Bildungsbericht 2008 gelangen migrantische Schülerinnen und Schüler beim Übergang aus dem Primar- in den Sekundarbereichseltener ins Gymnasium 5, auch wenn der sozioökonomische Status beachtet und kontrolliert wird (BMBF 2008a, S. 213) Abb. 3: Schulabschlüsse nach Geschlecht und Staatszugehörigkeit Quelle: BMFB (Hg.)2008a, S. 274 Bei allgemein ungünstigeren Bildungsdaten für Personen mit Migrationshintergrund haben migrantische Mädchen tendenziell bessere Werte als ihre Brüder und Cousins, liegen aber 5 Eine noch unbestätigte Zeitungsmeldung verweist darauf, dass sich der Anteil an AbiturientInnen mit Migrationshintergrund neuerdings sehr vergrößert habe, sogar über dem der dt. Population liegen soll; begründet mit der wachsenden Anzahl einwandernder OsteuropäerInnen (RN ). Seite 20 von 49

21 unterhalb der höheren Schulabschlüsse der deutschen Mädchen blieben ohne Hauptschulabschluss 12,7% der migrantischen Mädchen und 19,2% der migrantischen Jungen; in beiden Fällen liegen ihre Quoten höher als die der deutschen SchülerInnen. Dennoch, und das ist eher eine frappierende Herauforderung, besagt eine Studie des DJI zum Übergang Schule- Beruf an Hauptschulen mit Teilnehmenden, dass die befragten Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine deutlich positivere Einstellung zur Schule zeigen als die befragten Hauptschülerinnen und Hauptschüler insgesamt, Mädchen noch mehr als Jungen, aber beide mehr als ihre deutschen SchulkameradInnen (DJI; Dossier 69, 2004, S.2, Abb. 2). Laut Statistischem Bundesamt (2006) liegt die Zahl junger Ausländer/innen, die sich noch in schulischer oder beruflicher Ausbildung befinden, in allen Jahren deutlich unter denen deutscher Jugendlicher und zwar 57% zu 61% Prozent eines Jahrgangs (Statistisches Bundesamt 2006, S. 543, Abb.1). Auch liegt ihre Erwerbsquote fünf Punkte unter der gleichaltriger Deutscher (23% zu 28%, hier Westdeutschland, nach Abb. 2, S. 544). Mit Blick auf die Erwerbslosenquote, hier gemessen an der Definition der International Organisation of Labour 6 wird eine prekäre Lage für junge MigrantInnen sichtbar: 23% von ihnen im Vergleich zu 12% der Deutschen sind erwerbslos. Beide Prozentangaben sind immens hoch, und beide beziehen sich mehr auf männliche Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 17 und 25 Jahren. Resümee: Ein hoher Anteil migrantischer Mädchen erreicht schlechtere Noten und Abschlüsse; sie sind aber nicht unbedingt weniger motiviert als deutsche Mädchen. Hier ist die national wie international kritisierte deutsche Bildungspolitik an erster Stelle als verantwortlich zu nennen. Eine nicht auf alle migrantischen Mädchen zutreffende, aber durchaus ernst zunehmende Prekarisierung eines Teils dieser Gruppe lässt sich aus den schlechteren schulischen Chancen und Möglichkeiten junger MigrantInnen in Deutschland ablesen, bei allen auch nicht unbeträchtlichen und zunehmenden Erfolgen junger Migrantinnen in der Hochschule und in der Berufsausbildung. Auch hier sind die soziale Herkunft und der Bildungsabschluss der Eltern ausschlaggebend; insgesamt ist das zwischen den verschiedenen Migrationspopulationen in nationaler und sozialer Hinsicht sehr diskrepant. D Gesundheit, Freizeit D 1 Gesundheit 6 Nach der Definition der International Organisation of Labour gilt als erwerbslos, wer (1) zum Zeitpunkt der Erhebung nicht erwerbstätig ist, (2) gegenwärtig verfügbar ist, das heißt, innerhalb von zwei Wochen bereit ist, eine Arbeit aufzunehmen, und (3) sich aktiv um eine neue Stelle kümmert. Die aktive Arbeitssuche umfasst dabei jede Form der Suche wie zum Beispiel über Freunde oder das Internet. (Datenreport, Statistisches Bundesamt 2006, S. 544) Seite 21 von 49

22 Die in früheren Jahren vorherrschende Annahme einer schlechteren Gesundheit junger Migrantinnen ist einem veränderten, aber eher diffusen Bild gewichen, da es eine grundlegende Erhebung in diesem Bereich nicht gibt. Laut der wenigen gezielten Aussagen werden die bei Mädchen im Vergleich zu Jungen ab der Phase der Pubertät deutlich stärker auftretenden gesundheitlichen Belastungen bei Migrantinnen weniger registriert (Weilandt u.a nach Landtag NRW 2004, S. 216). Neuere Untersuchungsergebnisse besagen, dass sich junge Arbeitsmigrantinnen und Aussiedlerinnen (zwischen 17 und 29 Jahren) sogar gesünder fühlen als die deutsche Vergleichsgruppe (Landtag NRW 2004, S. 217, 236). Die Wahrnehmung junger Migrantinnen als spezifische Risikogruppe für psychologisch-psychiatrische Erkrankungen muss also revidiert werden. Dabei muss in Betracht gezogen werden, dass junge Migrantinnen seltener Beratungsstellen oder FachärztInnen aufsuchen (Landtag NRW 2004, S. 216f). Beim Suchtverhalten werden widersprüchliche Aussagen sichtbar: Einerseits verweist die Gesundheitsenquete zu Frauen in NRW 2004 darauf, dass sich die vormals geringere Belastung mit Suchtproblemen bei migrantischen Mädchen und jungen Frauen im Vergleich zu den einheimischen Mädchen verändert habe, in den letzten Jahren sei ein deutlicher Anstieg der Suchtgefährdung bei migrantischen Mädchen verzeichnet worden (Landtag NRW 2004, S. 216; S. 235). Andererseits stellen Ravens-Sieberer und Nickel in der Auswertung verschiedener Datenquelle zu Alkoholgefahren eine geringere Tendenz zum Alkoholkonsum bei Jugendlichen aus Familien mit Migrationshintergrund fest (Ravens-Sieberer/ Nickel 2007, unter Verwendung der KIGGS-Studie) Resümee: Ein etwas widersprüchliches Bild. Sind die migrantischen Mädchen weniger gesundheitlich belastet als angenommen, auf jeden Fall nicht stärker belastet als deutsche Mädchen? Sie suchen weniger aktiv Hilfe auf, evt. auch weil geeignete institutionelle Angebote fehlen. Ihr eigenes Risikoverhalten (Drogen, Tabak) ist weniger ausgeprägt als bei deutschen Mädchen. D 2 Freizeit: Hier gibt es sowohl Ähnlichkeiten zwischen deutschen und migrantischen Mädchen als auch zwischen migrantischen Mädchen und Jungen. Mindestens einmal monatlich betreiben 59% der Jungen und 49% der Mädchen Sport. Wenn bei den nichtdeutschen Jugendlichen 52% angegeben werden, deutet das auf ähnlich unterschiedliche Verteilungen bei Mädchen und Jungen wie bei den deutschen hin. Bei Seite 22 von 49

23 Migrantinnen werden (Rose 2001, nach Landtag NRW 2004, S. 217) generell geringere sportliche Aktivitäten ermittelt. Ins Kino gehen mindestens einmal monatlich 70% der Jungen, 67% der Mädchen, und 62% der Nichtdeutschen, hier sind es, weil weniger Nichtdeutsche insgesamt, vielleicht noch weniger Mädchen? (Statistisches Bundesamt 2006, S. 8f) Die Expertise zum 7. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung NRW stellte fest, dass es für Mädchen und insbesondere für nichtdeutsche Mädchen zu wenig ansprechende Freizeitmöglichkeiten und Angebote im Bereich der Jugendarbeit gäbe (Landtag NRW 2004, S. 217). Wenn der Anteil migrantischer Mädchen in Jugendzentren mit steigendem Alter sinkt, dann kann das auch an den zunehmenden Restriktionen beim Besuch von Jugendzentren liegen, wie wir in unseren Studien der FH Dortmund nicht repräsentativermittelten. Resümee: Es gibt zu wenig kostenlose und attraktive Angebote für Mädchen mit Migrationshintergrund. Mit zunehmendem Alter besuchen sie die Jugendzentren immer seltener. E Engagement, Sport, Vereine Hier fällt ein höheres Ausmaß an religiös gebundenen Aktivitäten bei den migrantischen Jugendlichen auf, ohne dass das ein stärkeres Engagement implizieren würde. Dennoch: Kirchlich aktiv werden 11% der weiblichen und 11% der männlichen, aber 23% der nichtdeutschen Jugendlichen zwischen 17 und 25 Jahren (Statist. Bundesamt 2006, S. 548, Tabelle 2); allemal verweist das auf die höhere Säkularisierung der deutschen gegenüber der zugewanderten Bevölkerung, auch bei den Jüngeren. Ehrenamtlich sind 13% der Mädchen 16% der Jungen, aber nur 6% der nichtdeutschen Jugendlichen aktiv (Statist. Bundesamt 2006, S. 548, Tabelle 2). Resümee: Generell ist ein geringes ehrenamtliches Engagement zu verzeichnen, das jedoch mit Bezug auf Schichtunterschiede zu differenzieren ist. Auffällig ist die höhere religiöse Bindung bei den migrantischen Mädchen und Jungen. F Sozialbindung Migrantische Mädchen werden stärker zur Hilfe bei der Hausarbeit herangezogen als deutsche Mädchen (NRW Landtag, 2004, S. 215). Wichtig beim Sozialbindungsspielraum ist auch die Beobachtung, dass nichtdeutsche junge Frauen früher Mütter werden als deutsche. Bei Mädchen, deren Herkunftsfamilien aus dem muslimischen Kulturkreis stammen, wie etwa der Türkei, Afghanistan, Pakistan und Seite 23 von 49

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