MIN oder MAX Bildung per B*Tree Index Hint

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1 Internet: MIN oder MAX Bildung per B*Tree Index Hint Zugegeben, der Trick Min- oder Maximalwerte per Index Hint zu ermitteln ist nicht neu. Gewöhnlich sind mit diesem Trick Laufzeitverbesserungen zu erzielen, jedoch nicht unbedingt. Aber wann lohnt sich der Einsatz und unter welchen Umständen ist eine Verschlechterung der Laufzeit zu erwarten? Folgende Tabelle liegt vor.. SQL > DESC adressen; Name Null? Type ANREDE VARCHAR2(10) VORNAME VARCHAR2(25) NAME VARCHAR2(90) STRASSE VARCHAR2(60) NUMBER(5) ORT VARCHAR2(60) TELEFON VARCHAR2(15) VORWAHL NUMBER(10) RUFNUMMER VARCHAR2(30)..mit folgendem Index: SQL > SELECT TABLE_NAME, COLUMN_NAME, COLUMN_POSITION FROM all_ind_columns WHERE index_name = 'ADRESSEN_IDX01'; TABLE_NAME COLUMN_NAME COLUMN_POSITION ADRESSEN 1 ADRESSEN VORWAHL 2 Die Abfrage nach der größten für die Vorwahl lautet: SQL > SELECT MAX( plz ) FROM adressen WHERE vorwahl = 7774; MAX() real: 3426 MIN- oder MAX- Bildung per Index Seite 1

2 Internet: 0 SELECT STATEMENT Cost=7 Optimizer=CHOOSE 1 0 SORT (AGGREGATE) 10 db block gets 4405 consistent gets Um die größte zu ermitteln, nutzt Oracle den Index ADRESSEN_IDX01. Auf den ersten Blick nicht schlecht. Die Anzahl CONSISTENT GETS verraten jedoch, daß 4405 Datenblöcke herangezogen wurden, die maximale zu ermitteln. Ursache ist der FAST FULL SCAN des Indizes. Unter dem Aspekt, daß der Index aufsteigend sortiert vorliegt, befindet sich die größte im letzten Eintrag, welcher der WHERE Bedingung entspricht. Es ist also nicht erforderlich den gesamten Index zu lesen. Dies wird erreicht durch folgendes Statement: SQL > SELECT /*+ INDEX_DESC( adressen adressen_idx01 ) */ real: SELECT STATEMENT Cost=26 Optimizer=CHOOSE 2 1 INDEX (FULL SCAN DESCENDING) OF 'ADRESSEN_IDX01' 8 recursive calls 0 db block gets 251 consistent gets MIN- oder MAX- Bildung per Index Seite 2

3 Internet: Mit dem Hint INDEX_DESC wird der Index vom Ende her gelesen. ROWNUM=1 bestimmt, daß der Scanvorgang beendet wird, sobald der erste Eintrag im Index der WHERE Bedingung (VORWAHL=7774) entspricht. An dieser Stelle erfolgt ein FULL SCAN statt eines FAST FULL SCAN und ist ein schlechterer Indexzugriff. Jedoch fällt die Anzahl CONSISTENT GETS mit 251 wesentlich geringer aus und die Laufzeit liegt mit 200 ms auch besser. Nun, welchen Laufzeitgewinn bringt der Einsatz eines entsprechenden Hint für das Ermitteln der kleinsten einer VORWAHL. Zu Beginn wieder der Einsatz der entsprechenden Funktion. SQL > SELECT MIN( plz ) 2 FROM adressen 3 WHERE vorwahl = 7774; MIN() real: SELECT STATEMENT Cost=1053 Optimizer=CHOOSE 1 0 SORT (AGGREGATE) 4 db block gets 4405 consistent gets Zeitlich ist kaum ein Unterschied zum Einsatz der MAX Funktion zu erkennen. Die Anzahl CONSISTENT GETS ist für die MIN und MAX Bildung in beiden Fällen identisch. Ursache ist, daß der Index in beiden Fällen komplett gescannt wurde. Das Select Statement mit entsprechendem Hint lautet nun: SQL > SELECT /*+ INDEX_ASC( adressen adressen_idx01 ) */ MIN- oder MAX- Bildung per Index Seite 3

4 Internet: real: SELECT STATEMENT Cost=4397 Optimizer=CHOOSE 2 1 INDEX (FULL SCAN) OF 'ADRESSEN_IDX01' 0 db block gets 4170 consistent gets Die Laufzeit hat sich gegenüber der MIN Funktion verschlechtert, obwohl die Anzahl CONSISTENT GETS geringer ausfallen wenn auch nicht wesentlich. Für das Emitteln des Maximalwertes wurden 251 Blöcke benötigt und für den Minimalwert waren 4170 Blöcke erforderlich. SQL > SELECT /*+ INDEX_FFS( adressen adressen_idx01 ) */ real: SELECT STATEMENT Cost=1053 Optimizer=CHOOSE MIN- oder MAX- Bildung per Index Seite 4

5 Internet: 4 db block gets 4159 consistent gets Da standardmäßig der Index ASC gelesen wird, kann der Minimalwert über den Hint INDEX_FFS erfolgen, weil FAST FULL SCAN einfach schneller das Ergebnis bestimmen kann. Die Summe der CONSISTENT GETS für die Min und Max Bildung per Index Hint, liegt mit 4421 (bzw für den FAST FULL SCAN) recht dicht an den 4405 Datenblöcken, die benötigt wurden den gesamten Index zu scannen. Darin liegt die Ursache für die unterschiedlichen Laufzeiten bei der Ermittlung der MIN und MAX Werte per Index. Der Maximalwert lag weit vorne im Index und somit mußte gesamte Rest des Index (von hinten nach vorne) gelesen werden um die minimale zu bestimmen. Beiläufig ist erkennbar, daß ein B*tree Index tatsächlich über eine rückwärtige Verkettung aller Indexeinträge verfügt. MIN- oder MAX- Bildung per Index Seite 5

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