VWL vs. BWL. Mikroökonomik 1. Programm. Fallacy of Composition. Bitte diskutieren Sie: Methodisches

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1 Mikroökonomik 1 Methodisches Lehrbuch: Kapitel Mikro 1 1 / 35 VWL vs. BWL Die BWL fragt nach den Konsequenzen für einen Betrieb / evtl. eine Branche. In Bilanzform: Ein Betrieb erzielt Gewinn (Einnahmeüberschuß) BWL: Aktiva steigen (Finanzvermögen) Passiva steigen (Eigenkapital) VWL: Es sind (mindestens) zwei Bilanzen angesprochen (vier Buchungen): Wenn jemand etwas einnimmt, muß jemand anders etwas ausgegeben haben. Mikro 1 4 / 35 Programm Fallacy of Composition Methodisches VWL vs. BWL Ökonomisches Prinzip Vier Annahmen Modell Was wird modelliert? Kann es unterschiedliche Theorien geben? Modell: Beispiel: Produktionsmöglichkeitenkurve Mikro 1 2 / 35 Was passiert, wenn ich etwas tue (aufstehen im Stadion) und alle anderen ihr Verhalten nicht ändern. (Sitzen bleiben)) Fallacy: Es wird übersehen, daß die anderen reagieren und dann insgesamt etwas anderes als Reultat herauskommt, als die Summe der Einzelresultate. Mikro 1 5 / 35 Methodisches Bitte diskutieren Sie: Die Arbeitgeber wiederum beschweren sich, dass Einstiegslöhne von 15 Euro, wie sie in der Hochlohnbranche Metall und Elektro gezahlt werden, zu hoch seien. Sie argumentieren, dass Unternehmen quasi aus Notwehr einfache Tätigkeiten ausgliedern würden. (Handelsblatt, , S. 7: Arbeitgeber halten an Werkverträgen fest) Mikro 1 3 / 35 Mikro 1 6 / 35

2 Folge: Ökonomisches Prinzip Ökonomik beschäftigt sich mit Knappheit Ich muß aus meinen Mitteln möglichst viel machen: Entweder: Erreiche möglichst viel mit gegebenen Mitteln: max Zielerfüllung s.t. Mitteleinsatz Oder setze für ein gegebenes Ziel möglichst wenig Mittel ein: min Mitteleinsatz s.t. Zielerfüllung Mikro 1 7 / 35 Mikro 1 10/ 35 Knappheit Konsequenzen / Modellierung Begrenzte Mittel Geld, Zeit, Ressourcen... treffen auf größere (evtl. unbegrenzte) Ziele (1) Wahl zwischen Alternativen Knappheit: Es geht nicht alles. Eine gewählte Variante schließt andere aus. (2) Opportunitätskosten Wähle ich Alternative A, verzichte ich auf den Nutzen von Alternative B. Die O kosten sind der Nutzenentgang der besten nicht gewählten Alternative. Mikro 1 8 / 35 Mikro 1 11/ 35 Bitte bearbeiten Sie Fragen 1 (a) - (f) Bitte bearbeiten Sie Frage 2 (a) oder (b) Mikro 3 9 / 35 Mikro 3 12/ 35

3 Annahme 3 Modell (a) Knappheit: Die Mittel reichen nicht, um alle Bedürfnisse zu befriedigen. Formalisiert: 1. Gossensches Gesetz: Nicht-Sättigung (formal: dnutzen/dx > 0) Hinweis: Muß nicht immer gelten. Aber wenn s nicht gilt, muß ich auch nicht wirtschaften: Es ist genug da. Mikro 1 13/ 35 Mikro 1 16/ 35 Annahme 4 Abnehmender Grenznutzen (d 2 U/dx 2 ) < 0: Lösungstechnik: Ich nehme immer zuerst die Möglichkeit, bei der mir der nächste am meisten bringt. Das mache ich so lange, bis ich alle Ressourcen ( ) eingesetzt habe. Mikro 1 14/ 35 Modell Zwei Positionen Ein Modell ist ein vereinfachtes Abbild der Realität (???) Ein Modell ist ein vereinfachtes Abbild der Vorstellung von Realität Kann man Realität im Kopf haben (Ziegelstein?) oder nur eine Vorstellung der Realität? Vorstellungen / Weltbilder können unterschiedlich sein Mikro 1 17/ 35 Einschränkung Verhaltensökonomie: In Experimenten bestätigen sich einige Annahmen nicht. (Referat?) Die strengen Rationalitätsannahmen dürften unzutreffend sein. Aber: Auch die Verhaltensökonomie akzeptiert eine fallende Nachfragekurve (Kahnemann). Und viel mehr wird hier auch nicht unterstellt. (In anderen Kontexten kann das aber schon kritisch sein.) Mikro 1 15/ 35 Theorie Zwei Positionen: Theorie erklärt die Realität Theorie erklärt die Erfahrung der Realität Erfahrungen können aber unterschiedlich sein. Der Hartz IV Empfänger nimmt Arbeitslosigkeit anders war als - seine Sachbearbeiterin (Arbeitslose sind lästig.) - der Unternehmerverband (Fachkräfte Knappheit) - der VWL - Professor mit Verbeamtung. (Arbeitslosigkeit gibt s nicht.) Mikro 1 18/ 35

4 Empirie Fragestellung Die Empirie kann die Theorie nicht überprüfen. Allgemein: In der Erfassung der Empirie steckt die Theorie schon wieder drin: Konzepte / Meßinstrumente Sie können nur zählen, wie viele Leute einen Antrag auf Arbeitslosengeld stellen. ob die eine Arbeit suchen (unfreiwillig A'los) oder ob die nur die Knete wollen (freiwillig) können Sie nicht wissen. Gegeben meine Input Faktoren Welche Output-Kombinationen kann ich damit herstellen? Knappe Mittel: Inputs Ziel: Möglichst viel Output Trade-off (Zielkonflikt): Um vom Einen mehr herzustellen, muß ich auf... Stück vom Anderen verzichten. (Opportunitätskosten...) Mikro 1 19/ 35 Mikro 1 22/ 35 Erfahrung Wahrnehmung Wirklichkeit Gegenstand der Theorie ist die Erfahrung, nicht die Wirklichkeit. Die Theorie bestimmt, welche Erfahrungen zusammen gehören: Klassik: Ökonomie ist Produktion Neoklassik: Ökonomie ist Tausch beide: Geldschleier Keynes: Ökonomie ist Disposition über Geld... Mikro 1 20/ 35 PMK - Konstruktion Gut 1 Auf den Achsen stehen die Outputmengen. Die Kurve beschreibt, welche Kombinationen mit den gegebenen Inputs maximal möglich sind. möglich, aber ineffizient nicht möglich möglich und effizient Gut 2 Mikro 1 23/ 35 Produktionsmöglichkeitenkurve Das geht auch mit mehr als zwei Gütern... Mikro 1 21/ 35 nur wird s dann schwierig (3) bzw. unmöglich (4), es zu zeichnen. Mikro 1 24/ 35

5 Gut 1 Homogene Faktoren Alle können das Gleiche ==> egal, wen ich wofür einsetzt Zwei Varianten Gut 2 Inhomogene Faktoren Gut 1 Gut 2 Setze immer zuerst die ein, die in einer Sache am besten sind. Mikro 1 25/ 35 Der Markt steuert die Produktion Die Opportunitätskosten am Markt (relative Preise) Und die Opportunitätskosten in der Produktion (Steigung der PMK) müssen identisch sein. Wenn ich in der Produktion ein weiteres Päckchen Zigaretten herstellen kann, wenn ich auf 4 Tafeln Schokolade verzichte, dann macht es keinen Sinn, am Markt 5 Tafeln Schokolade zu zahlen. Mikro 1 28/ 35 Opportunitätskosten A + 5 x 2-3 x 1 Wenn ich fünf Einheiten von Gut 2 mehr herstellen will, muß ich drei Einheiten von Gut 1 weniger herstellen Die Opportunitätskosten in der Produktion von fünf Einheiten Gut 1 sind also drei Einheiten Gut 2 Bitte bearbeiten Sie Frage 3 (a) bis (e) Mikro 1 26/ 35 Mikro 3 29/ 35 Absolute und relative Preise Absolute Preise (Geldpreise) Ein Päckchen Zigaretten = 5 Eine Tafel Schokolade = 1 Relative Preise Ein Päckchen Z kostet 5 Tafeln S Eine Tafel S kostet 0,2 Päckchen Z Relative Preise = Opportunitätskosten Für ein Päckchen Zigaretten muß man auf 5 Tafeln Schokolade verzichten. Mikro 1 27/ 35

6 Spricht das gegen Modelle? Diese (und weitere) Annahmen machen natürlich auch die Ergebnisse fragwürdig. In der Praxis immer auch fragen: An welcher Annahme hängt mein Ergebnis? Ist das hier wichtig? Sollte ich mich darauf verlassen? Mikro 1 34/ 35 PKM und Markt Man kann sich (durch Spezialisierung = Arbeitsteilung) verbessern. Die Preise steuern, was (und wie viel (?)) jede herstellt Preise koordinieren arbeitsteilige Produktion Mikro 1 32/ 35 Beispiele Verbraucherschutz: Bei vollständiger Information brauch ich den natürlich nicht: Die Kunden kennen ja die Eigenschaften der Produkte. Werbung: Bei vollständiger Information (und gegebenen Präferenzen (Vorlieben)) brauch ich die nicht.? Macht das Verbot von Tabakwerbung, nachen Vorschriften zu den Warnhinweisen Sinn? Mikro 1 35/ 35 Achtung! Was haben wir angenommen? Homogene Güter: Das Wild, das Sie jagen schmeckt genau so, wie das bei ALDI Law of one price: Sie können Wild bei ALDI zum gleichen Preis verkaufen, zu dem Sie es kaufen können! (U.a.: keine Transaktionskosten) Vollständige Information: Sie kennen alle Preise und Ihre PMK... Mikro 1 33/ 35

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