Informatisierung in der Finanzdienstleistungsbranche Informatisierung der Arbeit Gesellschaft im Umbruch

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1 Informatisierung in der Finanzdienstleistungsbranche Informatisierung der Arbeit Gesellschaft im Umbruch Dr. Antje Stobbe Deutsche Bank Research Darmstadt, 27. Januar 2005

2 Agenda 1 IT & Finanzdienstleistungen: eine alte Liebe 2 Status quo: IT als essentielle Commodity 3 Outsourcing: Zerlegung der Wertschöpfungskette 4 Ausblick: die Arbeitswelt von morgen Seite 2

3 Agenda 1 IT & Finanzdienstleistungen: eine alte Liebe 2 Status quo: IT als essentielle Commodity 3 Outsourcing: Zerlegung der Wertschöpfungskette 4 Ausblick: die Arbeitswelt von morgen Seite 3

4 Entwicklung der Bankinformatik: Technologiewellen Phase 1: Batch-Datenverarbeitung Phase 2: Time- Sharing- Datenverarbeitung Phase 3: Personalisierte Informations verarbeitung Phase 4: Vernetzte Informations verarbeitung Phase 5: Web-basierte Informationsverarbeitung niedrig, stabiles Umfeld mittel, sich veränderndes Umfeld hoch, instabiles Umfeld sehr hoch, Umfeld mit Überraschungen globaler Wettbewerb Komplexität des Bankgeschäfts Quelle: Moormann (2004), DB Research Seite 4

5 Der Fertigungsprozeß einer Bankdienstleistung Akquisition Geschäftsabschluss Abwicklung Bereitst. von Information Privatkunden Firmenkunden Backoffice / Transaktionsbank Investment- Banking Filiale Internet Telefon Handelsraum Telefon Zentralfunktionen (HR, Controlling, Einkauf) IT-Management Seite 5

6 Wo setzt Informationstechnologie an? Akquisition Geschäftsabschluss Abwicklung Bereitst. von Information Privatkunden Firmenkunden z.b. Zahlungsverkehr Investment- Banking z.b. CRM-Systeme Multikanalvertrieb Call Center z.b. Handelsplattformen Telefonhandel Clearing & Settlement Kreditfabrik Vernetzung von Banken und Partnern Seite 6

7 Umbau in der Finanzdienstleistungsbranche Schwache Erträge Hohe Bankendichte / geringe Marktanteile Hohe Wettbewerbsintensität: Integration der Finanzmärkte / Informationstechnologie Hohe Kosten Gewachsene Geschäftsmodelle und IT-Strukturen Hohe IT-Kosten chart Neue Wettbewerber: Spezialisten / Nischenanbieter besetzen profitable Elemente der Wertschöpfungskette Überprüfung der Prozesse Konzentration auf Kernkompetenzen Neukomposition der Wertschöpfungsaktivitäten (Industrialisierung) Outsourcing Investitionen in IT-Infrastruktur und Anwendungen auf dem Prüfstand Seite 7

8 Strategische Handlungsfelder 2005 Prozessoptimierung 72 Outsourcing 68 Steigerung der Cross- Selling-Quote 49 Produktstandardisierung 46 Personalmanagement Prozesse im Risikomanagement Umsetzung neuer Filialkonzepte 35 Innovationsmanagement Strategieprozess Neupositionierung Kundenbindungsprogramme 28 Quelle: IAO-Trendstudie "Bank & Zukunft 2005" Seite 8

9 Agenda 1 IT & Finanzdienstleistungen: eine alte Liebe 2 Status quo: IT als essentielle Commodity 3 Outsourcing: Zerlegung der Wertschöpfungskette 4 Ausblick: die Arbeitswelt von morgen Seite 9

10 Bankkontakt: Digitalisierung schreitet voran Index 1992=100 % d. Bev Zweigstellen Geldautomaten Zweigstellen (links) Online Banking Nutzer (rechts) Quelle: Deutsche Bundesbank, BdB, 2004 Seite 10

11 Internetbanking auf dem Vormarsch Internet: etablierter, essentieller Zugangskanal EFMA-Studie: wichtiger als Telefonkontakt! D: 81% sind sehr zufrieden mit Internetbanking Integration von Front-Office Funktionalitäten in die Abwicklungskette im Back-Office Kundenberater: abnehmende Bedeutung als primärer Bankkontakt Integrierte und koordinierte Kundeninformation über Workstations verfügbar machen (CRM-Modelle!) Aber: Internetkontakt kann Beratung nicht ersetzen Online-Bankkunden nutzen den Kanal Internet hauptsächlich, um Kontostandsabfragen zu tätigen oder Transaktionen auszuführen Seite 11

12 Elektronisierung des Wertpapierhandels: Evolutionsstufen I II III IV SEAQ-System der LSE, Euro-MTS Xetra Computergestützte Parketthandelssysteme Frankfurter Wertpapierbörse Computerunterstützte Handelssysteme Computerhandelssysteme Computerbörsensysteme Eurex Nur periphere Prozesse elektronisch abgebildet Quellen: Schenk, 1997; DB Research Anzeige der vorliegenden Orders in einem elektronischen Orderbuch Auch Preisfindung und Handelsabschluss automatisch ausgeführt Clearing, Settlement sowie Marktüberwachung in das elektronische System integriert Seite 12

13 Elektronisierung unterschiedlich weit fortgeschritten Aktienhandel: Durchschnittliche Geld-/Briefspannen in % US- Nasdaq US- DJIA 1994 Quelle: Birinyi Associates, UK DE Euro- next- Paris 2,0 1,8 1,6 1,4 1,2 1,0 0,8 0,6 0,4 0,2 0,0 Handel finden zunehmend in einem ubiquitären Computernetzwerk statt Aktienbörsen in Europa innovativ Hoher Elektronisierungsgrad Echtzeitausführung Anleger profitieren von gesunkenen Spreads Bondhandel: Elektronisierung hat Grenzen Standardisierung Liquidität Telefonhandel hat noch große Bedeutung (ca. 50% des Volumens) Seite 13

14 Kreditfabrik: Zerlegung der Wertschöpfungskette Vertrieb Verwaltung Bearbeitung Refinanzierung Risikomanagement Akquisition Beratung / Angebot Bonitätsprüfung Entscheidung Dokumentation Sicherheiten bewirken Refinanzierung Standard Kreditverwaltung Sicherheitenverwaltung Überwachung Notleidend Mahnwesen Sanierung Risikomanagement Auszahlung Vollstreckung Seite 14

15 Zwischenbilanz: Web-basierte Vernetzung hat Bankgeschäft entscheidend geprägt Kundenkontakt Hohe Bedeutung von CRM Kundenbeziehungsmanagement Bankinterne Prozesse Straight Through Processing keine Medienbrüche Standardisierung Zerlegung der Wertschöpfungsketten Vernetzung macht es möglich Institutionell: Spezialisierung der Anbieter Informierte Kunden Offene Produktarchitektur im Vertrieb Dienstleistungsbündel vs. Produktorientierung Seite 15

16 Agenda 1 IT & Finanzdienstleistungen: eine alte Liebe 2 Status quo: IT als essentielle Commodity 3 Outsourcing: Zerlegung der Wertschöpfungskette 4 Ausblick: die Arbeitswelt von morgen Seite 16

17 Kern-Geschäftsprozesse nicht auslagern hoch Strategische Bedeutung niedrig Commodity Kernprozesse Zahlungsverkehr Wertpapierabwicklung Massenkreditgeschäft Infrastruktur Rechenzentren Netzwerk Telefonie Desktop services Kern-Geschäftsprozesse Customer services Vertrieb Produktentwicklung Risikomanagement Allgemeine Geschäftsprozesse Beschaffung Gebäudemanagment Buchhaltung niedrig (Kommoditisierte Prozesse) Spezifität hoch Seite 17

18 Outsourcing IT in Europa Spitzenreiter Outsourcing nach Funktionen USA/Kanada Global Europa % IT Personal Rechtsabteilung Quelle: Harris Interactive; A.T. Kearny, 2004 Büro-/ Gebäudedienstl. Beschaffung 0 Seite 18

19 Offshoring: Globalisierung der Dienstleistung Russland Portugal China Tschechien Indien USA D Arbeitskosten von Programmierern 7 8 9, Quelle: DB Research, 2004 EUR/h Technischer Fortschritt verändert die Natur der Dienstleistung: Digitalisierung informationsintensiver Dienstleistungen Global vernetzte Datenleitungen: Weltweiter Vertrieb digitaler Güter Dominierendes Motiv: Lohnkostenunterschiede, aber auch: hoch qualifizierte Fachkräfte Der Markt: Mrd. USD weltweit Indien mit 70-90% Marktanteil Osteuropa: geografische Nähe und EU-Beitritt helfen Seite 19

20 Offshoring: spezialisierte Regionen Schwerpunkte von Offshoring-Standorten Kanada - Anwendungsentwicklung - BPO - Call-Center Irland - Anwendungspakete - Produktentwicklung Osteuropa - Softwareprogrammierung - Anwendungsentwicklung Russland - High-End-Software-Engineering Indien - ITO - BPO - Call-Center - Anwendungsentwicklung China: - Embedded Systems - Hardware Philippinen -Call-Center - BPO - Dateneingabe - Animation Seite 20 ITO: IT Outsourcing; BPO: Business Process Outsourcing

21 Agenda 1 IT & Finanzdienstleistungen: eine alte Liebe 2 Status quo: IT als essentielle Commodity 3 Outsourcing: Zerlegung der Wertschöpfungskette 4 Ausblick: die Arbeitswelt von morgen Seite 21

22 Herausforderungen am Bankarbeitsplatz der Zukunft Trends Informierte Kunden / Mobilität Rückläufige persönliche Kontakte Industrialisierung / Automatisierung Etablierte Nischen/ Spezialanbieter Offshoring Herausforderungen am Bankarbeitsplatz der Zukunft Neue Geschäftsmodelle im Vertrieb / DL-bündel IT-gestütztes Kundenbeziehungsmanagement Prozessoptimierung, Spezialisierung Neue Formen d. Arbeitsteilung, Projekt-/ Schnittstellen management Interkulturelle Kompetenz Quelle: Engstler (2004), DB Research Seite 22

23 Kontakt Dr. Antje Stobbe Leiterin eresearch Deutsche Bank Research Studien zum Thema: Publikationsreihe E-Conomics Seite 23

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