Sparkassen als regionale Partner für Nachhaltigkeit Markus Bischoff-Wittrock und die Kreissparkasse Steinfurt

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1 Sparkassen als regionale Partner für Nachhaltigkeit Markus Bischoff-Wittrock und die Kreissparkasse Steinfurt Name: Markus Bischoff-Wittrock Funktion/Bereich: Leiter Marketingkommunikation Organisation: Kreissparkasse Steinfurt Liebe Leserinnen und liebe Leser, das Thema Nachhaltigkeit gewinnt im Bereich der Geldanlage zunehmend an Bedeutung. Anfangs noch belächelt, entwickelt sich die nachhaltige Geldanlage vom Nischendasein in Richtung Mainstream, zumindest, was das Marketing der Produktanbieter betrifft. Gerade in den letzten beiden Jahren konnte der Markt sein Volumen auch tatsächlich mehr als verdoppeln und steht damit prinzipiell für beeindruckendes Wachstum, allerdings auf noch bescheidener Basis. Trotz Fukushima und Co. ist der Anteil am Gesamtmarkt immer noch (zu) gering, d.h. bis zum Mainstream unter dem Aspekt der Relevanz bei den Anlegern liegt noch ein Weg vor der Branche. Um das Thema zu fördern, organisieren wir mit den Sparkassen im Rahmen der Initiative Nachhaltige Geldanlagen 2020 den Roundtable Sparkassen als regionale Partner in der Finanzkrise. Im ersten Schritt sollen sich somit die Sparkassen vorstellen können und ihre Sichtweise auf den Bereich der nachhaltigen Geldanlagen darlegen. Wir freuen uns, dass wir mit Markus Bischoff-Wittrock und der Kreissparkasse Steinfurt zwei Kompetenzführer für Nachhaltigkeit vorstellen dürfen, die sich besonders breit in diesem Bereich engagieren! Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Ihr NetSkill-Team Seite 1

2 Frage 1: Sparkassen als Vertrauens-Partner? Sparkassen gelten vielfach, u.a. aufgrund ihres Geschäftsmodells und ihrer regionalen Verbundenheit, als besonders vertrauenswürdige und verlässliche Partner. Inwieweit erleben Sie bei Sondersituationen wie der gegenwärtigen Krise, dass Vertrauen und Ihre Rolle im Markt von besonderer Bedeutung sind? Zahlt sich Ihre Vertrauens-Marke in solchen Zeiten besonders aus? Gehen Sie aktiv auf Ihre Kunden zu, um sie krisensicher(er) zu machen? Vertrauen ist die Grundlage für Geschäfte mit Geld. Und natürlich haben wir als Sparkasse mit dem Start der Krise in 2008 durch den Zusammenfall von Lehmann Brothers einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Trotz anhaltender Verunsicherung der Märkte durch die diversen sich ablösenden Vertrauenskrisen ist aktuell zu spüren, dass Rendite- Aspekte in der Geldanlage wieder zunehmend eine wichtigere Rolle spielen. Dennoch werden vor allem kurzlaufende Anlageformen mit hoher Sicherheit favorisiert. Beides zusammen zeigt, dass Kunden zum einen weiterhin verunsichert sind und zum anderen sich die Chance offen halten wollen, sich erst bei steigenden Zinssätzen länger zu binden. Und in jedem Kundengespräch sind unsere Berater gefordert, durch Aufklärung beruhigend zu wirken. Aktuell laufen Veranstaltungen für unsere Unternehmens- und Privatkunden, die ebenfalls zum Ziel haben, für Transparenz der Marktgeschehnisse zu sorgen. Denn wir glauben, dass Kommunikation in heutigen Zeiten sehr wichtig ist. Und es ist gut und von Vorteil für uns, dass wir ein Geschäftsmodell leben, das geprägt ist von einer persönlichen Nähe zu unseren Kunden. Seite 2

3 Frage 2: Relevanz Nachhaltiger Geldanlage für Sparkassen? Zum Nachhaltigkeits-Modell der Sparkassen passen eigentlich ideal "Nachhaltige Geldanlagen". Welche Relevanz hat diese Anlageklasse für Sie und Ihre Kunden heute und in Zukunft? Mit welchen Partnern arbeiten Sie in diesem Bereich gegebenenfalls zusammen? Warum haben Sie sich für diese Partner entschieden? Gerne stimme ich Ihnen zu, dass zum Nachhaltigkeits-Modell der Sparkassen ideal auch Nachhaltige Geldanlagen passen. Und daher ist das auch nichts Neues für uns. Wichtig ist aber vor allem, erst einmal die Dimensionen und den Begriff der Nachhaltigkeit für uns zu definieren. Nachhaltigkeit bedeutete schon vor Jahren für uns, unseren ökonomischen und sozialen Auftrag mit einer ökologischen Komponente zu ergänzen. Per Gesetz sind wir (gerne) dazu verpflichtet, uns für die Menschen und Unternehmen in unserem Geschäftsgebiet einzusetzen; unsere Gewinne wiederum in unsere Region zu reinvestieren und damit Gut.es für Schulen, Kindergärten, Vereine und sonstige engagierte Institutionen tun. Und da wir hier im Kreis Steinfurt in einem sehr aktiven Umfeld im Hinblick auf Umweltengagement leben, lag es schon vor rund 10 Jahren auf der Hand, uns stärker auf ökologisch wertvolle Maßnahmen zu fokussieren. Hier geht es uns eben nicht nur um Geldanlagen sondern unser ganzheitliches Wirken. Durch die Vernetzung mit der lokalen Agenda des Kreis Steinfurt (ein entwicklungs- und umweltpolitisches Aktionsprogramm) wurden schon frühzeitig Netzwerke geknüpft und Maßnahmen initiiert. Lag der Schwerpunkt früher ausschließlich auf der Finanzierung von Biogas-, Photovoltaikanlagen und ernergetisch sinnvollen Modernisierungen, so wächst die Sensibilität auf der Geldanlagenseite und dem Zukunftsmarkt der Windenergie. Über unsere Mitgliedschaft in Vereinen wie Haus im Glück und energieautark2050 sind wir gut mit den lokalen Akteuren wie Kommunen, Stadtwerken, Handwerkskammern und Firmen vor Ort vernetzt. Denn nur gemeinsam können wir immer weiter für die Themen der Zukunft sensibiliseren und die Massen durch Kommunikation mobilisieren. Seite 3

4 Frage 3: Konkrete Angebote im Bereich nachhaltiger Geldanlagen? Nachhaltigkeit kann bei Geldanlagen sehr unterschiedlich definiert werden und eine mehr oder weniger breite Angebots-Palette umfassen. Wie verstehen Sie Nachhaltige Geldanlagen? Welche Produkte bieten Sie konkret in diesem Bereich an? Auf welche Partner setzen Sie dabei? Lassen sich Ihre Angebote nach Anleger-Segmenten differenzieren? Zuerst einmal geben das persönliche Anlage- und Risikoprofil wie auch die persönliche Lebenssitutation unserer Kunden den Ausschlag in der Beratung. Zu unseren Produkten gehören auch die Angebote unseres Verbundunternehmens Deka und neuerdings gerade hier auch die Produkte aus der Reihe Deka-Nachhaltigkeit. Doch von besonderem Interesse sind Geldanlageprodukte mit direktem lokalen Bezug. Schon 2006 haben wir sehr gute Erfolge mit dem KinderGlück-Zertifikat erzielt: einem festverzinslichen Produkt aus eigenem Hause, bei dem wir pro Euro Anlagesumme 2 Euro in Kinderspielplätze der Region investierten. Über Euro konnten wir so zur Verfügung stellen. Auch der KlimaGut-Brief aus 2010 und 2011 mit einer fünfjährigen Laufzeit und einem gestaffelten Jahreszins wurde besser verkauft, als wir erwartet hätten. Über 13,25 Mio Euro wurden so von uns eingesammelt und für die Finanzierung von Biogas-, Photovoltaik und energetisch sinnvollen Modernisierungen von Privatkunden als auch Unternehmen verwendet. Der Klassiker jedoch ist unsere Sparlotterie in Kombination mit einem regelmäßigen Sparprodukt. Ein Teil der Sparrate fließt in einen Lotterietopf. So kann der Anleger wertvolle Preise gewinnen, ganz sicher gewinnt aber die Region. Denn wiederum ein Teil fließt in einen Spendentopf für sozial, kulturell oder sportliche Förderungen, den wir regional ausschütten. Über Euro jährlich können wir so zur Verfügung stellen. Sie sehen, Nachhaltigkeit auf allen Feldern bedienen wir unabhängig von Anleger Segmenten. Und diesen regional vernetzten Gedanken setzen wir auch in Zukunft zielstrebig fort. Seite 4

5 Frage 4: Eigene Pläne für 2012 Krisen-Zeiten sind unsichere Zeiten. Trotz allem die obligatorische Frage zum Schluss: Was sind Ihre Pläne als Organisation und Privatperson für 2012? Krisen sind ja schon fast der Normalfall. Lieber rede ich davon, welche Chancen zur Veränderung daraus entstehen. Als Sparkasse werden wir auch in Zukunft weiter unsere Netzwerke ausbauen, eine tragende Rolle in der Region übernehmen und über Kommunikation dazu beitragen, dass wir alle doch etwas bewegen können. Mit unserer Kommunikationslinie Prinzip MehrWert werden wir auch weiterhin verstärkt den Nutzen und die Bedeutung eines regionalen Wirtschaftskreislaufes und die Rolle unserer Sparkasse darin thematisieren. Die Serie von KlimaGut Produkten werden wir fortsetzen und uns dort engagieren, wo es für die Einwohner des Kreis Steinfurt von Vorteil ist das sichert auch unseren Erfolg. Ich selbst nutze heute schon Erdwärme, Photovoltaik, AutoGas, profitiere von einer guten Wärmedämmung im Haus und bin mit meiner Familie bemüht, Strom zu sparen. Denn langfristig glaube ich, dass wir einen Teil unserer Bequemlichkeit zu Lasten von Energieressourcen aufgeben müssen, damit die Umwelt eine Chance hat. Vielen Dank für das Interview! Seite 5

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