Beteiligungsverfahren zum Mobilitätsplan Zukunft Ergebnisbericht zur ersten Phase des Online-Dialogs

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1 Beteiligungsverfahren zum Mobilitätsplan Zukunft Ergebnisbericht zur ersten Phase des Online-Dialogs Erstellt im Auftrag: Hansestadt Rostock, Tief- und Hafenbauamt

2 Sebastian Basedow Ania Zahn Zebralog GmbH & Co KG Chausseestraße 8, Aufgang E Berlin Telefon: 030 / I Fax: 030 / I Im Auftrag der Hansestadt Rostock Tief- und Hafenbauamt Abteilung Verkehrsplanung, Verkehrsausrüstung, ÖPNV Sachgebiet Verkehrsplanung, ÖPNV Holbeinplatz Rostock Telefon: 0381/ April 2014 Beteiligungsverfahren Rostock gemeinsam bewegen I 2

3 Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung Die erste Dialogphase in Zahlen Ergebnisse der Umfrage Zukünftige Verkehrsmittelwahl Zufriedenheit mit der Verkehrssituation Priorisierung der Schwerpunktthemen für den Mobilitätsplan Zukunft Auswahl und Begründungen der Themen auf dem ersten Platz Ausblick Beteiligungsverfahren Rostock gemeinsam bewegen I 3

4 1 Einleitung Mit dem Mobilitätsplan Zukunft 2030 (MOPZ) erarbeitet die Hansestadt Rostock von Herbst 2013 bis zum Herbst 2015 ein neues, integriertes Verkehrskonzept. Das bisher gültige Integrierte Gesamtverkehrskonzept aus dem Jahr 1998 wird fortgeschrieben. Die Erstellung des MOPZ wird mit einem Beteiligungsverfahren Rostock gemeinsam bewegen begleitet. Auf der Internetplattform können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger über den laufenden Prozess informieren und sich in bestimmten Zeiträumen aktiv mit ihrer Meinung und ihren Ideen in das Verfahren einbringen. Die erste aktive Dialogphase fand vom 27. Februar 2014 bis 21. März 2014 statt. Dieser Bericht wertet die Zahlen und Inhalte in kompakter Form aus. Beteiligungsverfahren Rostock gemeinsam bewegen 2 Die erste Dialogphase in Zahlen Während der dreiwöchigen aktiven Phase des Online-Dialogs wurden Seitenaufrufen registriert. Mehr als 800 unterschiedliche Personen haben sich auf den Seiten über den künftigen Mobilitätsplan Zukunft informiert. 61 Bürgerinnen und Bürger haben sich an der Umfrage beteiligt. Soziodemografische Angaben Die Teilnehmenden konnten sich während des Besuchs auf der Plattform registrieren. Folgende Ausführungen basieren auf freiwilligen Angaben der Nutzenden, die während des Registrierungsprozesses abgefragt wurden. Von den registrierten Nutzerinnen und Nutzern waren 57 Prozent männlichen und 37 Prozent weiblichen Geschlechts. Sechs Prozent der Nutzer/innen machten keine Angabe zu ihrem Geschlecht. Altersstruktur der registrierten Nutzer/innen (N=120) Beteiligungsverfahren Rostock gemeinsam bewegen I 4

5 Die Altersgruppe 26 bis 45 Jahre war mit 50 Prozent der registrierten Nutzerinnen und Nutzer am stärksten vertreten. Weitere 33 Prozent der registrierten Teilnehmenden gaben an, zwischen 46 und 60 Jahren alt zu sein. Ältere Personen (ab 61 Jahre und älter) sowie auch Jüngere (bis 25 Jahre) waren dagegen eher unterdurchschnittlich im Online-Dialog präsent. Die meisten Wege legen die registrierten Teilnehmenden im Alltag mit dem Fahrrad zurück. Weitere sieben Prozent kombinieren bei ihren Alltagswegen das Fahrrad mit den Angeboten des öffentlichen Personenverkehrs. Knapp 17 Prozent der registrierten Nutzerinnen und Nutzer gaben an, den öffentlichen Personenverkehr für die meisten Wege im Alltag zu nutzen. Das Auto wird von 12 Prozent der registrierten Teilnehmenden regelmäßig genutzt. Nur zwei Prozent gaben an, das Auto und den öffentlichen Verkehr zu kombinieren. Angaben zur Verkehrsmittelwahl: Die meisten Wege werden zurückgelegt mit... (N=120) Beteiligungsverfahren Rostock gemeinsam bewegen I 5

6 3 Ergebnisse der Umfrage Die erste Phase des Beteiligungsverfahrens Rostock gemeinsam bewegen diente der Information der Bürgerinnen und Bürger über die Entwicklung des Mobilitätsplans Zukunft. Darüber hinaus wurde auf Basis einer vierstufigen Umfrage ein Meinungsbild der Rostockerinnen und Rostocker zum Thema Mobilität von heute und morgen eingeholt. Der vorliegende Ergebnisbericht basiert auf den Angaben der 61 registrierten Nutzerinnen und Nutzer. Zusätzlich sind während des Verfahrens 131 Gastbeiträge abgegeben worden, die nicht öffentlich sichtbar waren. Aus Gründen der Vollständigkeit werden die Ergebnisse durch Angaben der unveröffentlichten Gastbeiträge ergänzt. Die folgenden Ausführungen zeigen ein erstes Meinungsbild der Umfrage-Teilnehmer. An dieser Stelle wird darauf hingewiesen, dass die Umfrage nicht auf Repräsentativität abzielte und die dargestellten Ergebnisse deshalb auch diesen Anspruch nicht erheben. Die Teilnahme an der Umfrage erforderte die Registrierung mit einem Benutzernamen und einer E- Mail-Adresse. Angaben von Personen, die ohne Registrierung an der Umfrage teilgenommen haben, wurden zwar vom System erfasst aber nicht auf der Plattform veröffentlicht. 3.1 Zukünftige Verkehrsmittelwahl Ausgangspunkt für die Erarbeitung eines neuen Verkehrsentwicklungskonzepts ist neben veränderten Rahmenbedingungen auch ein sich stetig veränderndes Mobilitätsverhalten der Bevölkerung. Das Mobilitätsverhalten äußert sich u.a. in einer Präferenzverschiebung bei der Wahl der Verkehrsmittel. Die durchschnittliche Verteilung der Verkehrsmittelwahl wird anhand des Modal Split dargestellt. Zu Beginn der Umfrage wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefragt, welche Verkehrsmittel sie künftig stärker nutzen wollen. Welche Verkehrsmittel wollen Sie in Zukunft stärker nutzen? Aus der Gruppe der registrierten Nutzerinnen und Nutzer gaben fast die Hälfte (45 Prozent) an, dass sie künftig verstärkt das Fahrrad als Verkehrsmittel nutzen wollen. Weitere knapp 22 Prozent gaben an, dass sie künftig stärker zu Fuß gehen bzw. den öffentlichen Personenverkehr nutzen möchten. Insgesamt 12,5 Prozent der Teilnehmenden planen, künftig stärker das Auto nutzen zu wollen. Betrachtet man die registrierten Nutzerinnen und Nutzer und die unveröffentlichten Gastbeiträge (Grundgesamtheit: 189) gemeinsam, zeigen sich leichte Verschiebungen von der Nutzung des Fahrrades (40,1 Prozent) hin zur Nutzung des Autos (17,7 Prozent). Beteiligungsverfahren Rostock gemeinsam bewegen I 6

7 Künftige Verkehrsmittelwahl, Grundgesamtheit: registrierte Nutzer/innen (N=61) sowie registrierte Nutzer/innen sowie unveröffentlichte Gastbeiträge (N=189) Die nachfolgenden Darstellungen zeigen die Daten zur Verkehrsmittelwahl in Rostock aus den Jahren 1998 und In diesem Zeitraum ist die Zunahme des Anteils des Radverkehrs von 9 Prozent (1998) um 11 auf 20 Prozent im Jahr Die Nutzung des Autos nahm im gleichen Zeitraum um 6 Prozent ab. Verkehrsmittelwahl Rostock 1998 und 2008, Quelle: SrV 2008 Auch wenn die Angaben aus der Online-Umfrage aufgrund der nicht repräsentativen Datenbasis nicht direkt mit den im SrV 1 erhobenen Daten verglichen werden können, so lässt sich zumindest ein Trend vom motorisierten Individualverkehr hin zu den Verkehrsträgern des Umweltverbundes ablesen. 1 System repräsentativer Verkehrsbefragungen, bundesweite Befragungen der Technischen Universität Dresden zum Mobilitätsverhalten in ausgewählten Verkehrsräumen Beteiligungsverfahren Rostock gemeinsam bewegen I 7

8 3.2 Zufriedenheit mit der Verkehrssituation Im nächsten Schritt wurden die Bürger nach ihrer Zufriedenheit mit der gegenwärtigen Verkehrssituation der Hansestadt Rostock gefragt. Ich bin mit der derzeitigen Verkehrssituation der Hansestadt Rostock... Aus der Gruppe der registrierten Nutzerinnen und Nutzer beurteilen 41 Prozent das Verkehrssystem der Hansestadt mit eher zufrieden. Weitere 47,5 Prozent sind laut der Umfrage eher unzufrieden mit dem aktuellen Zustand. Weitere 11,5 Prozent der registrierten Teilnehmenden beschrieben sich als sehr unzufrieden mit dem gegenwärtigen Zustand des Verkehrssystems. Zufriedenheit mit dem Verkehrssystem in Rostock, Grundgesamtheit: registrierte Nutzerinnen & Nutzer (N=61) Betrachtet man die registrierten Nutzerinnen und Nutzer und die unveröffentlichten Gastbeiträge (Grundgesamtheit: 189) gemeinsam, gaben 45,7 Prozent der Teilnehmer/innen an, eher zufrieden mit dem Verkehrssystem zu sein. Weitere 2,1 Prozent zeigten sich sehr zufrieden. Mit 41,5 Prozent im Vergleich zu der Gruppe der registrierten Nutzerinnen und Nutzer ein etwas kleinerer Anteil zeigte sich mit der aktuellen Situation eher unzufrieden. Zufriedenheit mit dem Verkehrssystem in Rostock Grundgesamtheit: registrierte Nutzer/innen sowie unveröffentlichte Gastbeiträge (N=189) Beteiligungsverfahren Rostock gemeinsam bewegen I 8

9 3.3 Priorisierung der Schwerpunktthemen für den Mobilitätsplan Zukunft Der Mobilitätsplan Zukunft wird eine Vielzahl unterschiedlicher Aspekte und Themen aufgreifen und miteinander in Verbindung setzten. Eine Priorisierung zwischen den unterschiedlichen Themen ist bei der Erarbeitung des MOPZ unerlässlich. Die Frage nach möglichen Schwerpunktthemen für den Mobilitätsplan Zukunft war deshalb das zentrale Element der Online- Umfrage. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden gebeten, eine vorgegebene Liste von zehn Schwerpunktthemen in eine individuelle Rangfolge entsprechend der persönlichen Priorität zu bringen. Themen, die bei der Bearbeitung nach dem persönlichen Empfinden der Teilnehmenden eine hohe Priorität erhalten sollten, konnte von den Teilnehmenden auf die vorderen Plätze verschoben. Themen, denen eine geringere Priorität zukommen sollte, wurden entsprechend auf die hinteren Ränge verschoben. Die individuellen Rangfolgen der Teilnehmenden wurden zu einem Gesamtergebnis zusammengefasst. Die obenstehende Abbildung zeigt die zusammengefasste Rangfolge aus allen 61 Beiträgen der registrierten Nutzerinnen und Nutzer. Die drei wichtigsten Schwerpunkthemen bei der Bearbeitung des MOPZ sollten nach Ansicht der Teilnehmenden die Themen Radverkehr, Fußgängerverkehr und öffentlicher Personenverkehr sein. Priorisierung der Schwerpunktthemen für den Mobilitätsplan Zukunft, Grundgesamtheit: registrierte Nutzerinnen & Nutzer (N=61) Beteiligungsverfahren Rostock gemeinsam bewegen I 9

10 Auch die Themen Verknüpfung von Verkehrsmitteln und Mobilitätsmanagement und Öffentlicher Raum Verträglichkeit und Sicherheit zählen zu den Themen, die von den Teilnehmenden durchschnittlich in der oberen Hälfte der Rangfolge platziert wurden. Die Themen Parken und Elektro-Mobilität und innovative Mobilitätsangebote hingegen werden von den Teilnehmenden durchschnittlich mit einer geringerer Priorität bewertet. Die untere Darstellung zeigt die zusammengefasste Rangfolge der Angaben der registrierten Nutzer/innen und der unveröffentlichten Gastbeiträge (N=189). Daraus lassen sich im Vergleich mit der Darstellung der registrierten Nutzerinnen und Nutzer (N=61) kleinere Unterschiede ablesen. Der Öffentliche Personenverkehr rückt innerhalb dieser Grundgesamtheit auf den zweiten Rang vor, das Thema Öffentliche Raum Verträglichkeit und Sicherheit fällt hingegen von Rang 5 auf Rang 7 zurück. Auch bei den Themen Parken und Wirtschafts- und Tourismusverkehr ergeben sich kleinere Verschiebungen um einen Rang. In der Gesamtschau wird diesen Themen aber auch in der größeren Grundgesamtheit eine eher geringere Priorität zugewiesen. Priorisierung der Themen für den Mobilitätsplan Zukunft, Grundgesamtheit: registrierte Nutzer/innen sowie unveröffentlichte Gastbeiträge (N=189) Beteiligungsverfahren Rostock gemeinsam bewegen 10 I

11 3.4 Auswahl und Begründungen der Themen auf dem ersten Platz Neben der gesamten Rangfolge war es insbesondere das Ziel herauszufinden, welches als das wichtigste Thema, als auf Rang 1 gesehen wird. Innerhalb der Gruppe der registrierten Nutzerinnen und Nutzer (N=61) wurde mit großem Abstand das Thema Radverkehr am häufigsten auf den ersten Platz bei der Bearbeitung des künftigen Verkehrsentwicklungsplans zugewiesen. Insgesamt 44,3 Prozent (27 von 61) messen dem Radverkehr bei eine besonders hohe Bedeutung bei. Den Themen Fußgängerverkehr (13,1 Prozent I 8 Nennungen) und Öffentlicher Personenverkehr (11,5 Prozent I 7 Nennungen) werden weitere Themen aus dem Umweltverbund eine hohe Priorität beigemessen. Immerhin 9,8 Prozent und 8,2 Prozent sehen mit den Themen Öffentlicher Raum Verträglichkeit und Sicherheit und Ampelsteuerung und Verkehrsleitsystem in übergeordneten, nicht unmittelbar dem Individualverkehr zugeordneten Themen, eine wichtige Bedeutung für die Bearbeitung des Mobilitätsplan Zukunft. Die Themen Wirtschafts- und Tourismusverkehr und Parken wurden innerhalb der Priorisierung der Themen für den Mobilitätsplan Zukunft in keinem Fall die höchste Priorität zugewiesen. Betrachtet man die registrierten Nutzerinnen und Nutzer und die unveröffentlichten Gastbeiträge (Grundgesamtheit: 189) gemeinsam, zeigt sich ein im Verhältnis ähnliches Bild. Auch innerhalb dieser Auswahl wird dem Thema Radverkehr mit 69 Nennungen (36,5 Prozent) auf dem ersten Platz eine besonders hohe Priorität eingeräumt. Weitere 15,3 Prozent bzw. 14,3 Prozent se- Häufigkeit der Nennung auf Platz 1 bei der Priorisierung der Themen, Grundgesamtheit: registrierte Nutzerinnen & Nutzer (N=61) Beteiligungsverfahren Rostock gemeinsam bewegen I 11

12 hen in den Themen Öffentlicher Personenverkehr und Fußgängerverkehr wichtige Schwerpunktthemen für die Erarbeitung des Mobilitätsplans Zukunft. Im Unterschied zur kleineren Grundgesamt (N=61) wurde in der größeren Grundgesamtheit allen zehn Schwerpunktthemen mindestens einmal die höchste Priorität zugewiesen. Im Anschluss an die Bildung einer individuellen Rangfolge der Schwerpunktthemen wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Online-Dialogs gebeten, die Wahl des ersten Platzes mit einigen Sätzen kurz zu begründen. Im Folgenden werden die Begründungen der Teilnehmenden für die Wahl eines Schwerpunktthemas auf den ersten Rang zusammengefasst dargestellt. 2 Eine vollständige Übersicht der Begründungen findet sich im Anhang zu diesem Ergebnisbericht. Häufigkeit der Nennung auf Platz 1 bei der Priorisierung der Themen, Grundgesamtheit: registrierte Nutzer/innen sowie unveröffentlichte Gastbeiträge (N=189) Begründungen zum Thema Fußgängerverkehr Auf den Bereich Fußgängerverkehr entfallen in einem Verkehrsentwicklungsplan alle Maßnahmen, die einen Ausbau bzw. Verbesserung des Angebots für Fußgänger beinhalten. Neben der Schaffung neuer Fußwegverbindungen zählen dazu auch der Ausbau verkehrsberuhigter und autofreier Zonen. Auch Aspekte 2 Die dargestellten Begründungen beziehen sich auf die Angaben der registrierten Nutzerinnen und Nutzer. Die Begründungen der unveröffentlichten Gastbeiträge sind in dieser Kurzdarstellung der Ergebnisse nicht erfasst. Beteiligungsverfahren Rostock gemeinsam bewegen I 12

13 zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität und Barrierefreiheit insgesamt fallen unter das Schwerpunktthema Fußgängerverkehr. Acht Teilnehmende (13,1 Prozent von 61) sehen in einer stärkeren Förderung des Fußgängerverkehrs eine wichtige Aufgabe des Mobilitätsplans Zukunft. In den Begründungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird dazu u.a. angeführt: Der Fußgängerverkehr müsse künftig stärker berücksichtigt werden, weil... dieser die Verkehrsform der schwächsten Verkehrsteilnehmer sei. besonders umweltfreundlich und stadtbildprägend sei. zahlreiche Fußgängerwege sanierungsbedürftig und die Umsteigewege zwischen den unterschiedlichen Verkehrsmitteln zu lang seien. Aspekte der Sicherheit im Straßenverkehr und die Bedeutung der Barrierefreiheit angemessen repräsentiert sein sollten. Die Schwächsten zuerst; fällt immer noch in Planungsprozessen hintenüber; jeder ist Fußgänger; für die Jungen und Alten die wichtigste Verkehrsform; für das Stadtbild die wichtigste Verkehrsform. Begründungen zum Thema Radverkehr Das Schwerpunktthema Radverkehr genießt bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Vergleich zu den anderen Schwerpunktthemen am häufigsten die höchste Priorität. Insgesamt 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage (44,3 Prozent von 61) setzten das Thema Radverkehr auf den ersten Platz. Das Schwerpunktthema umfasst alle Maßnahmen zur Stärkung des Radverkehrs. Dazu zählen der Ausbau des Radwegenetzes und die Instandhaltung von Radwegen aber auch die Verbesserung der Verkehrssicherheit sowie die Förderung eines positiven Fahrradklimas. In den Begründungen zu dieser Auswahl wurde eine Vielfalt unterschiedlicher Argumente vorgebracht. Hervorgehoben wurde unter anderem, dass... regelmäßiges Radfahren gesundheitsfördernd sei. es eine nachhaltige, umweltfreundliche und emissionsarme (Schadstoff- und Lärm) Alternative zu anderen Verkehrsmitteln sei. eine Förderung des Radverkehrs eine Erhöhung der Lebensqualität und Stadtbildverbesserungen zur Folge hätte. für den Radverkehr bisher zu wenig getan worden wäre und ein entsprechenden Nachholbedarf bestehe. Der Radverkehr ist aus meiner Sicht innerstädtisch der effektivste. Schnell, günstig, umweltfreundlich, platzsparend, gesundheitsfördernd, leise. Beteiligungsverfahren Rostock gemeinsam bewegen I 13

14 bei dem Thema Radverkehr viel ungenutztes Potenzial bestünde, da in der Vergangenheit viel im Bereich des MIV und des ÖPNV investiert wurde. Ergänzend wurden von den Teilnehmer/innen zahlreiche Verbesserungsvorschläge vorgebracht. Dazu zählen u.a. die Optimierung der Ampelschaltungen und der verstärkte Ausbau der Infrastruktur (ausgebaute Radwege, Abstellanlagen). Begründungen zum Thema Öffentlicher Personenverkehr In den Bereich Öffentlicher Personenverkehr entfallen neben der Verbesserung des Angebots im Verbindungsnetz der Busse und Bahnen auch gute Verknüpfungen zwischen öffentlichen und privaten Verkehrsmitteln und z.b. ein übersichtliches Tarifsystem. Die Bedeutung des Themas Öffentlicher Personenverkehr für den Mobilitätsplan Zukunft begründen die Teilnehmer/innen damit, dass... Der Öffentliche Personenverkehr ist das Rückgrat eines starken Umweltverbundes. eine älterwerdende Gesellschaft ohne den öffentlichen Personenverkehr nicht ausreichend mobil sei. diese Verkehrsart zur Umweltentlastung (Lärm-, Luftbelastung) beiträgt und nur so die Mobilität für alle Bevölkerungsgruppen sichergestellt werden kann. Ein attraktives Liniennetz und Tarifangebot sei dafür allerdings eine wichtige Voraussetzung. Begründungen zum Thema Motorisierter Straßenverkehr Auf das Schwerpunktthema Motorisierter Straßenverkehr entfallen Maßnahmen wie der vereinzelte Ausbau im Straßennetz, aber auch die Prüfung von Sanierungsbedarfen im Straßennetz. Drei Teilnehmende sehen in dem Thema ein zentrales Schwerpunkthema für die Erarbeitung des Mobilitätsplan Zukunft. Begründet wird diese Entscheidung mit damit, dass... der Handel und die Wirtschaft von einem gut ausgebauten Wegenetz profitieren, denn Einkäufe ließen sich am besten mit dem Auto transportieren. Darüber hinaus gewährleistet das Auto Menschen mit einem Handicap die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Unabhängig von der Frage ob Elektro- oder Verbrennungsmotorisierung der Individualverkehr immer die wichtigste Art der Fortbewegung auch in der Stadt bleiben wird. Beteiligungsverfahren Rostock gemeinsam bewegen 14 I

15 Begründungen zum Thema Ampelsteuerung und Verkehrsleitsystem Mit dem Thema Ampelsteuerung und Verkehrsleitsystem wurde von den Umfrageteilnehmenden auch ein übergeordneter Themenbereich hervorgehoben, der sich unabhängig von der Verkehrsart mit dem Verkehrsfluss in der Stadt befasst. In diesen Themenbereich falle neben Maßnahmen zur Verbesserung der Ampelsteuerungen (darunter auch Vorrangschaltungen für den Öffentlichen Verkehr), auch verbesserte Verkehrsinformationen und Leitung des Verkehrs in Abhängigkeit von der Verkehrslage. Aus Sicht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer besteht in der Hansestadt Rostock Insbesondere die Fehlenden und schlecht synchronisierten grünen Wellen führen zu starker Umweltbelastung und gefährlichen Fahrweisen. Verbesserungspotenzial bei den Ampelschaltungen im Berufsverkehr. Sehr lange Rotphasen würden die Fahrzeiten zudem verlängern. Bedarf zur Optimierung der Ampelschaltungen, um eine Reduzierung der Lärm- und Abgasbelastung zu bewirken. Feinstaubbelastungen, die durch das Anfahren von LKW und PKW entstünden, könnten durch einen geregelten Verkehrsfluss in Form einer Grünen Welle vermindert werden. Begründungen zum Thema Verknüpfung von Verkehrsmitteln und Mobilitätsmanagement Auch das Schwerpunkthema Verknüpfung von Verkehrsmitteln und Mobilitätsmanagement setzt an einer übergeordneten Ebene an. Durch die Schaffung von attraktiven Verknüpfungspunkten zwischen dem öffentlichen Personenverkehr und dem motorisierten und nicht-motorisierten Individualverkehr können attraktive Angebote geschaffen werden, die langfristig dazu beitragen können, das motorisierte Verkehrsaufkommen zu reduzieren. Eine umweltschonende und zugleich für alle Teilnehmer effiziente Mobilität besteht in der intelligenten Verknüpfung aller Verkehrsteilnehmer. In den Begründungen der Bürgerinnen und Bürger finden sich zum Beispiel Argumente, die sich auf bessere Verknüpfungsmöglichkeiten zwischen Verkehrsmitteln stützen, wie etwa die Mitnahme von Fahrrädern in S-Bahnen bzw. Nahverkehrszüge. Insbesondere die Anbindung zwischen dem Stadtgebiet und dem Umland wurden thematisiert. Beteiligungsverfahren Rostock gemeinsam bewegen 15 I

16 Begründungen zum Thema Öffentlicher Raum - Verträglichkeit und Sicherheit Unter dem Schwerpunktthema Öffentlicher Raum Verträglichkeit und Sicherheit werden Maßnahmen zusammengefasst, die zum Beispiel auf die Verringerung der Lärm- und Luftbelastung durch Verkehr oder die Aufwertung städtebaulicher Qualitäten bei der Gestaltung von Straßenräumen und Plätzen abzielen. Die Teilnehmenden begründen die Auswahl unter anderem damit, dass eine Stadt eine Begegnungsstätte von und für Menschen sein sollte. Rostock sei mit Blick auf die Infrastruktur noch nicht auf die Anforderungen einer multimodalen Mobilität eingestellt. die Bedürfnisse von Menschen auf dem ersten Platz stehen sollten. Stadtplanung sei in der Vergangenheit zu stark am motorisierten Verkehr orientiert gewesen, daher sei es nun an der Zeit, die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohnern in den Mittelpunkt zu rücken. [..] Ich wünsche mir ein autofreies Stadtzentrum, viel Grün, Plätze für sportliche Aktivitäten wie Kubb und Boccia, Flaniermeilen, Lesecafés, Kunst im öffentlichen Raum und für jeden zugänglich, Spielplätze, wo Kinder ungestört spielen und toben können. Begründungen zum Thema Elektromobilität und innovative Mobilitätsangebote Das Thema Elektromobilität und innovative Mobilitätsangebote wurde insgesamt einmal mit der höchsten Priorität bei der Auswahl der Leitlinien zum Mobilitätsplan Zukunft bewertet. Darunter fallen zum Beispiel die Prüfung von Einsatzmöglichkeiten für die Elektro-Mobilität, die Einbindung von Elektrofahrrädern in die Radverkehrsplanung oder die Weiterentwicklung von Mobilitätsalternativen wie Car-Sharing. [...] Die Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsträger und die Bereitstellung von Transportkapazitäten- und angeboten kann das heutige Mobilitätsverhalten entscheidend verändern. Dies ist aber mit der heutigen Struktur der Verkehrsbetriebe nicht kostendeckend zu realisieren. Beteiligungsverfahren Rostock gemeinsam bewegen 16 I

17 4 Ausblick Die vorliegenden Ergebnisse spiegeln ein erstes Meinungsbild von interessierten Rostockerinnen und Rostockern zum Mobilitätsplan Zukunft wieder. Auch wenn die Ergebnisse des Online-Dialogs nicht repräsentativ sind, so liefern sie doch wichtige Hinweise, mit denen fachliche Grundlageninformationen sinnvoll um Anregungen aus der Öffentlichkeit ergänzt werden können. Die Umfrageergebnisse zu den Schwerpunktthemen verdeutlichen, wie unterschiedlich die Bürgerinnen und Bürger Themen priorisieren. Argumente und Anregungen mit Bezug zum nichtmotorisierten Individualverkehr und dem öffentlichen Personenverkehr sind zwar mengenmäßig stärker vertreten, doch auch übergreifende Themenbereiche wie Ampelschaltungen oder Mobilitätsmanagement wurde ein hohes Gewicht für die Erarbeitung des künftigen Verkehrsentwicklungsplans beigemessen. Alle eingegangenen Hinweise (sowohl die Ergebnisse der registrierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer als auch die unveröffentlichten von Gastnutzern) werden im weiteren Verlauf des Verfahrens von dem fachplanerischen Gutachterbüro IVAS ausgewertet. Zusammen mit den Ergebnissen aus der Untersuchung der Rahmenbedingungen ergänzen die Hinweise aus der Öffentlichkeit die umfassende Bestandsaufnahme. Diese bildet die fachliche Grundlage für die weitere Erarbeitung des Mobilitätsplan Zukunft. Im Anschluss an die Ermittlung und Einordnung der fachlichen Grundlagen werden unterschiedliche Szenarien zur künftigen verkehrlichen Entwicklung der Hansestadt Rostock erarbeitet. Anhand von Szenarien lassen sich Handlungsspielräume, aber auch Konsequenzen einer unterschiedlichen Prioritätensetzung in der Verkehrsplanung nachvollziehen. Die Szenarien stellen einen wichtigen Meilenstein bei der Erarbeitung des Mobilitätsplans Zukunft dar. Sie sind eine wichtige Voraussetzung für die spätere Festlegung von Zielen und Maßnahmen zur Umsetzung. Die Szenarien werden voraussichtlich Anfang September 2014 im Rahmen der zweiten aktiven Phase des Online-Dialogs Rostock gemeinsam bewegen auf zur öffentlichen Diskussion gestellt. Beteiligungsverfahren Rostock gemeinsam bewegen I 17

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