Vorsicht versus Vision: Investitionsstrategien im Mittelstand

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1 14. Studie der UnternehmerPerspektiven Vorsicht versus Vision: Investitionsstrategien im Mittelstand Ergebnisse für den Maschinenbau UnternehmerPerspektiven 2014

2 Agenda 1. Untersuchungsdesign 3 2. Investitionsneigung im Mittelstand 8 3. Operatives Investitionsverhalten Strategische Potenziale und Herausforderungen Finanzierung und Banken 24 2

3 Agenda 1. Untersuchungsdesign 2. Investitionsneigung im Mittelstand 3. Operatives Investitionsverhalten 4. Strategische Potenziale und Herausforderungen 5. Finanzierung und Banken 3

4 Repräsentativität für mittelständische Unternehmen aus dem Maschinenbau ab 2,5 Mio. Jahresumsatz Branchen-Stichprobe: 280 Unternehmen aus dem Maschinenbau Gesamtstichprobe: Unternehmen (im Folgenden Mittelstand (gesamt) ) Unternehmensgröße: ab 2,5 Mio. Jahresumsatz, Verteilung nach Umsatzsteuerstatistik Verfahren: telefonische Befragung, Dauer 20 Minuten Gesprächspartner: Führungskräfte der ersten Ebene Durchführung: TNS Infratest Befragungszeitraum: bis Vergleich mit UnternehmerPerspektiven-Studie aus 2012 Ausgewählte Fragestellungen können mit Befragungsergebnissen aus 2012 verglichen werden. 4

5 Größenverteilung der Branchen-Stichprobe Jahresumsatz 2,5 bis 12,5 Mio ,5 bis 50 Mio bis 100 Mio. über 100 Mio Angaben in Prozent Maschinenbau Mittelstand (gesamt) 5

6 Besonders wachstumsorientierte und innovative Unternehmen werden als Vergleichsgruppe genutzt (branchenübergreifend) Selbstverständnis bezüglich Innovation Gewichtung von Investitionen Innovationsfolger: Wir folgen frühzeitig den Branchentrends. Wir investieren ausschließlich in den Erhalt der Substanz. mehr in den Erhalt der Substanz als in Wachstum. gleichermaßen in Wachstum und in den Erhalt der Substanz. mehr in Wachstum als in den Erhalt der Substanz* Innovationsführer: Wir verstehen uns als Innovationsführer in unserer Branche. Innovationsführer Beobachter: Wir beobachten, ob sich Innovationen in unserer Branche durchsetzen. Vergleichsgruppe für die folgenden Auswertungen: Wachstumsorientierte Innovationsführer 5 Prozent der Stichprobe (n=204) Angaben in Prozent, an hundert Fehlende: keine Angabe Angaben in Prozent, an hundert Fehlende: keine Angabe *oder (in Ausnahmen) ausschließlich in Wachstum 6

7 Zusätzliche Befragung von Ökonomen zum Abgleich der Einschätzungen Befragung von Ökonomen 75 Dozenten für Volkswirtschaftslehre an deutschen Hochschulen Online-Befragung (daher zum Teil abweichende Skalierung) Zeitraum: bis Akademischer Grad (in Prozent) Professor 38 akademischer Rat, wissenschaftlicher Mitarbeiter 61 n=75 an hundert Fehlende: keine Angabe 7

8 Agenda 1. Untersuchungsdesign 2. Investitionsneigung im Mittelstand 3. Operatives Investitionsverhalten 4. Strategische Potenziale und Herausforderungen 5. Finanzierung und Banken 8

9 Der Maschinenbau investiert meist ausgeglichen zwischen Wachstum und Erhalt, aber etwas wachstumsorientierter als andere Branchen Die mittelständischen Maschinenbauunternehmen verfolgen mehrheitlich eine ausgewogene Investitionsstrategie zwischen Substanzerhalt und Wachstum. 28 Prozent agieren zurückhaltender und investieren vordringlich oder ausschließlich in den Substanzerhalt, 19 Prozent legen einen klaren Schwerpunkt auf Wachstum. Der Maschinenbau agiert insgesamt etwas wachstumsorientierter als andere Branchen. Die Unternehmen halten ihre Investitionen für ausreichend und zielführend. Aus ihrer Sicht kann von einem Investitionsstau im Mittelstand keine Rede sein. Ökonomen sehen hingegen durchaus nicht ausgeschöpftes Investitionspotenzial bei den mittelständischen Unternehmen insgesamt. Ihrer Ansicht nach gibt es mehr Bedarf an Investitionen: insbesondere für Wachstum, aber auch für den Erhalt der Substanz. 9

10 Meist ausgeglichene, vergleichsweise häufig auch wachstumsorientierte Investitionsstrategien im Maschinenbau Welche Rolle spielen Wachstum des Unternehmens und Erhalt der Substanz bei der Gewichtung der Investitionen? Maschinenbau Mittelstand (gesamt) Ausgewählte Branchen Wir investieren ausschließlich in den Erhalt der Substanz. verarbeitendes Gewerbe Metall- u. Elektroindustrie mehr in den Erhalt der Substanz als in Wachstum. gleichermaßen in Wachstum und in den Erhalt der Substanz. mehr in Wachstum als in den Erhalt der Substanz*. chemische u. pharmazeutische Industrie Nahrungs- u. Genussmittelindustrie Angaben in Prozent, an hundert Fehlende: keine Angabe *oder (in Ausnahmen) ausschließlich in Wachstum 10

11 Drei Viertel aller Unternehmen halten ihre Investitionstätigkeit für ausreichend, Ökonomen sehen häufiger Bedarf Ist die Investitionstätigkeit der Unternehmen ausreichend? Bei Investitionen in den Erhalt der Substanz Bei Investitionen in Wachstum wird getan, was sinnvoll und notwendig ist müsste etwas oder deutlich mehr investiert werden Maschinenbau Mittelstand (gesamt) Ökonomen Maschinenbau Mittelstand (gesamt) Ökonomen Angaben in Prozent / an Hundert Fehlende: keine Angabe Angaben in Prozent / an Hundert Fehlende: keine Angabe 11

12 Weiterhin hohe Planungsunsicherheit im wirtschaftlichen Umfeld, Bereitschaft zu langfristigen Entscheidungen und Risiken nimmt aber zu Nur ein Viertel der Unternehmen aus dem Maschinenbau berichtet, dass eigene wirtschaftliche Probleme Investitionen erschweren. Die meisten Unternehmen scheinen also finanziell gut aufgestellt. Investitionsentscheidungen werden allerdings durch viele externe Faktoren behindert: im Maschinenbau insbesondere durch den Fachkräftemangel, aber auch durch die Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise. Gesetzliche Rahmenbedingungen und behördliche Genehmigungsprozesse werden von der Branche hingegen vergleichsweise selten kritisiert. Trotz anhaltender Unsicherheit im Umfeld hat sich die Grundstimmung in den letzten zwei Jahren gewandelt. Die Bereitschaft, langfristigere Entscheidungen zu treffen und die entsprechenden Risiken einzugehen, ist seit 2012 deutlich gestiegen. Heute plädiert eine deutliche Mehrheit der Unternehmen (57 Prozent) für eine langfristig angelegte Unternehmensplanung. 37 Prozent, und damit deutlich weniger als 2012, bleiben dabei, auf Sicht zu fahren, kurzfristig zu planen und flexibel zu entscheiden. 12

13 Aus Sicht des Maschinenbaus sind Investitionsbremsen zumeist externer Natur Was sind die Herausforderungen bei der Planung und Durchführung von Investitionen? Maschinenbau Mittelstand (gesamt) Mangel an geeigneten Fachkräften steigende oder schwankende Rohstoff- oder Energiepreise unsichere gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen komplexe behördliche Genehmigungsprozesse unsichere gesetzliche Rahmenbedingungen die angespannte wirtschaftliche Lage des Unternehmens Angaben in Prozent Mehrfachnennungen

14 Der Maschinenbau zeigt wieder mehr Bereitschaft, auf lange Sicht zu planen Was heißt gute Unternehmensplanung heute für die Unternehmen? Eher auf Sicht fahren, kurzfristig planen und flexibel entscheiden Maschinenbau Mittelstand (gesamt) Eher langfristige Entscheidungen treffen und die resultierenden Risiken eingehen. Angaben in Prozent, an hundert Fehlende: keine Angabe 14

15 Agenda 1. Untersuchungsdesign 2. Investitionsneigung im Mittelstand 3. Operatives Investitionsverhalten 4. Strategische Potenziale und Herausforderungen 5. Finanzierung und Banken 15

16 Optimierung und Modernisierung sind häufig Anlass für Investitionen, vor Expansion und Innovationen Die Unternehmen aus dem Maschinenbau reagieren auf Kundenerwartungen und halten den Betrieb up to date. Kostensenkung ist für die Branche besonders wichtig, weitere typische Anlässe für Investitionen sind Qualitätssicherung, der allgemeine technologische Fortschritt, Abnutzung und Veraltung sowie die Verbesserung der Energieeffizienz. Internationalisierung ist für die exportorientierte Branche von besonderer Bedeutung, allerdings seltener ein Grund für Investitionen als Modernisierung und Optimierung. Gut die Hälfte der mittelständischen Maschinenbauunternehmen investiert auch in die Entwicklung und Einführung neuer Produkte. Der Maschinenbau agiert damit innovativer als andere Branchen, stellt Innovation allerdings nicht immer in den Mittelpunkt. 16

17 Kundenerwartungen, Kostensenkung, Qualitätssicherung und Energieeffizienz sind die häufigsten Anlässe für Investitionen Was sind Gründe oder Anlässe für Investitionen? Kundenerwartungen Kostensenkung Qualitätssicherung oder -steigerung technologischer Fortschritt in der Branche Energieeffizienz und Umweltschutzbilanz Abnutzung oder Veraltung Entwicklung neuer Produkte Ausweitung der Geschäftstätigkeit im Inland Ausweitung der Geschäftstätigkeit im Ausland Wachstumsorientierte Innovationsführer Markteinführung neuer Produkte veränderte gesetzliche Vorgaben Verhalten der direkten Wettbewerber Angaben in Prozent Mehrfachnennungen Maschinenbau Mittelstand (gesamt)

18 Vielfältige Investitionen zum Erhalt und zur Modernisierung der betrieblichen Sachmittel, Zurückhaltung bei strategischen Beteiligungen Der Maschinenbau kümmert sich intensiv um den Erhalt und die Modernisierung der Unternehmenssubstanz. Die Unternehmen investieren fast durchgängig in ihre Maschinen und Produktionsanlagen, in die IT- und TK-Infrastruktur, die Büro- und Betriebseinrichtung, in den Fuhrpark wie auch in Lizenzen, z.b. für Software. Beim Thema Patente ist die Branche überdurchschnittlich aktiv: 44 Prozent der Maschinenbauunternehmen investieren in den Schutz ihrer Produkte. Relativ selten stehen hingegen Investitionen in strategische Unternehmensbeteiligungen auf der Agenda. Besonders wachstumsorientierte und innovative Unternehmen schmieden hingegen öfter strategische Allianzen und entwickeln Innovationen offenbar häufig im Netzwerk. 18

19 Betriebliche Sachwerte stehen im Mittelpunkt; Innovationsführer setzen häufiger auf strategische Investments und Beteiligungen In welche Sachwerte investieren die Unternehmen? IT- und Telekommunikations-Infrastruktur Maschinen oder Produktionsanlagen Büro- und Betriebseinrichtung Fuhrpark und Kraftfahrzeuge Nutzungsrechte und Lizenzen (z. B. für Software) Schutzrechte und Patente Immobilien und Grundbesitz strategische Beteiligungen an anderen Unternehmen Maschinenbau Mittelstand (gesamt) Wachstumsorientierte Innovationsführer* Angaben in Prozent Mehrfachnennungen *Pfeile symbolisieren Abweichung zum Mittelstand (gesamt) 19

20 Agenda 1. Untersuchungsdesign 2. Investitionsneigung im Mittelstand 3. Operatives Investitionsverhalten 4. Strategische Potenziale und Herausforderungen 5. Finanzierung und Banken 20

21 Wirtschaftliche Megatrends: Maschinenbau setzt auf Internationalisierung und Digitalisierung, rechnet aber auch mit hohem Investitionsbedarf Die Unternehmen aus dem Maschinenbau sehen nicht durchgängig Potenzial in wirtschaftlichen Megatrends. Die vergleichsweise größten Chancen, aber auch viel Investitionsbedarf vermuten sie in internationalen Märkten wie BIRCS-Staaten und Schwellenländern und auch durch das geplante Freihandelsabkommen. Weiteres Potenzial liegt in der übergreifenden Digitalisierung aller Lebensbereiche. Der digitale Wandel in der Fertigungstechnik (Industrie 4.0) ist ein Zukunftsthema, das noch nicht in der Breite der Branche angekommen ist und häufig mit einem erhöhten Investitionsbedarf verbunden wird. Die Risiken der großen Trends sind den Unternehmen präsenter. Die Energiewende steht primär für Investitionsbedarf und nur in Ausnahmen auch für Geschäftspotenziale. Weitere investive Belastungen werden überdurchschnittlich häufig aufgrund von Fachkräftemangel und demografischem Wandel erwartet. Der Maschinenbau bewegt sich damit in einem schwierigen und schwer einschätzbaren wirtschaftlichem Umfeld. Ein pauschal gewinnbringender Megatrend als starker Innovationsund Investitionstreiber ist nicht in Sicht. 21

22 Geschäftspotenziale, aber auch Investitionsbedarf durch weitere Internationalisierung und Digitalisierung Welche Auswirkungen haben Megatrends auf die Unternehmen? Geschäftspotenzial Investitionsbedarf Wachstum BRICS-Staaten und Schwellenländer Freihandelsabkommen mit den USA Digitalisierung (übergreifend) Industrie 4.0 (Fertigungstechnik) Maschinenbau Mittelstand (gesamt) Angaben in Prozent Deutlich / eher positive Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung (Top 2) Mittlerer / hoher Investitionsbedarf (Top 2) 22

23 Energiewende wird mehrheitlich kritisch beurteilt, nur eine Minderheit kann profitieren Welche Auswirkungen haben Megatrends auf die Unternehmen? Geschäftspotenzial Investitionsbedarf Energiewende Rohstoff- und Ressourcenknappheit demographischer Wandel Fachkräftemangel Maschinenbau Mittelstand (gesamt) Angaben in Prozent Deutlich / eher positive Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung (Top 2) Mittlerer / hoher Investitionsbedarf (Top 2) 23

24 Agenda 1. Untersuchungsdesign 2. Investitionsneigung im Mittelstand 3. Operatives Investitionsverhalten 4. Strategische Potenziale und Herausforderungen 5. Finanzierung und Banken 24

25 Starke Zurückhaltung gegenüber Fremdfinanzierung Finanzierungsprobleme stehen nicht im Mittelpunkt Grundsätzlich sehen nur wenige Unternehmen aus dem Maschinenbau Probleme bei der Finanzierung von Investitionen. Dies gilt für alle Größenklassen, also auch für den kleinen Mittelstand. Fremdfinanzierung ist trotz guter Finanzierungsmöglichkeiten in der Branche äußerst unbeliebt. Die Unternehmen versuchen, ihre Investitionen möglichst nicht kreditfinanziert zu tätigen. Aus Sicht der Ökonomen sollte Fremdkapital hingegen ein selbstverständlicher Weg zur Finanzierung von Investitionen sein. 25

26 Wenig Finanzierungsprobleme, auch im kleinen Mittelstand Was sind Herausforderungen bei der Planung und Durchführung von Investitionen? Probleme generell bei der Finanzierung von Investitionen Probleme bei der Finanzierung von langfristigen Investitionen Fehlendes Eigenkapital Maschinenbau Mittelstand (gesamt) Nach Jahresumsatz (gesamt) 2,5 bis 12,5 Mio ,5 bis 50 Mio bis 100 Mio über 100 Mio Mehrfachnennungen Angaben in Prozent 26

27 Wird Kreditaversion zur Investitions- und Wachstumsbremse? Zur Rolle von Banken und Sparkassen bei Investitionen Branche Ökonomen Wir versuchen, Investitionen möglichst ohne Fremdkapital von Banken und Sparkassen zu tätigen. Unternehmen sollten versuchen, Investitionen möglichst ohne Fremdkapital von Banken und Sparkassen zu tätigen. Maschinenbau 67 Ökonomen Mittelstand (gesamt) 66 Stimme zu Stimme zu Neutral Stimme nicht zu Angaben in Prozent Angaben in Prozent, an hundert Fehlende: keine Angabe 27

28 Hoher Orientierungsbedarf im Maschinenbau Banken als Berater und Motivatoren gefragt Banken und Sparkassen sind für die Branche eine durchaus wichtige und entscheidende Instanz, um die Wirtschaftlichkeit von Investitionsentscheidungen zu prüfen. Die Unternehmer wünschen sich darüber hinaus auch Bankpartner, die sie zu unternehmerischen Investitionen motivieren und Impulse setzen. Zugleich fürchten sie aber, dabei nicht unabhängig beraten zu werden. 28

29 Der Maschinenbau wünscht sich mehr Impulse von seinen Bankpartnern Zur Rolle von Banken und Sparkassen bei Investitionen Banken / Sparkassen sind für uns eine wichtige Instanz, um die Wirtschaftlichkeit von Investitionsentscheidungen zu prüfen. Banken / Sparkassen sind für uns kein unabhängiger Berater bei Investitionsentscheidungen. Banken / Sparkassen verstehen sich zu wenig als Motivator und Ideengeber für unternehmerische Investitionen. Maschinenbau Mittelstand (gesamt) Nach Jahresumsatz (gesamt) 2,5 bis 12,5 Mio ,5 bis 50 Mio bis 100 Mio über 100 Mio Zustimmung, Angaben in Prozent 29

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