I N F O R M A T I O N. Dr. Michael STRUGL. Ing. Gerhard GSCHLADT. DI (FH) Werner PAMMINGER, MBA

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1 I N F O R M A T I O N zur Pressekonferenz mit Dr. Michael STRUGL Wirtschaftslandesrat Oberösterreich Ing. Gerhard GSCHLADT Geschäftsführer Handelsagentur Gschladt, Hargelsberg (OÖ) DI (FH) Werner PAMMINGER, MBA Geschäftsführer Clusterland Oberösterreich GmbH am 11. Juli 2014 um Uhr zum Thema Cluster-Kooperation am Markt erfolgreich: Mikrochip dokumentiert und optimiert die Tragedauer von Zahnspangen Rückfragen-Kontakt: Mag. Markus Käferböck, Presse LR Strugl, ( ) , ( ) Mag. Bettina Krczal, Unternehmenskommunikation Clusterland OÖ GmbH, ( ) Stephanie Rieß, M.A., Kommunikation Gesundheits-Cluster, ( )

2 2 Kurzfassung Mikrochip dokumentiert und optimiert die Tragedauer von Zahnspangen Ab Mitte kommenden Jahres erhalten Kinder und Jugendliche mit erheblichen Zahn- oder Kieferfehlstellungen eine kostenlose Kieferregulierung. Die Entscheidung für die medizinisch notwendige Zahnspange als Kassenleistung ist im März 2014 im Nationalrat beschlossen worden. Weltweit erstes System misst die Effizienz von Zahnspangen Bereits vor fünf Jahren wurde das weltweit erste vollelektronische System entwickelt, das die Tragedauer von herausnehmbaren Zahnspangen und Schlaf-/Schnarchschienen lückenlos dokumentiert. Der Prototyp wurde im Rahmen eines Kooperationsprojekts im Gesundheitstechnologie-Cluster entwickelt und vom Land Oberösterreich gefördert. Seit 2010 ist das System TheraMon als Serienprodukt verfügbar und wird mittlerweile Mal pro Jahr in zwölf Ländern verkauft. Wirtschaftslandesrat Michael Strugl: TheraMon zeigt, wie wichtig die Unterstützung von Projekten zwischen Klein- und Mittelunternehmen für die Entwicklung innovativer Produkte ist. Das Cluster-Netzwerk in Oberösterreich bietet genau diese Unterstützungsleistung an." Kontrolle für Arzt und Patient Viele Vorteile für Krankenkassen, Zahnärzte und Patienten sprechen für den Einsatz von TheraMon. Ein in die Zahnspange integrierter Mikrosensor zeichnet die Tragezeiten der Zahnspange auf. Diese Daten werden kontaktlose auf einen Computer übertragen und grafisch aufbereitet. So lässt sich der Erfolg von Therapien erstmals basierend auf Fakten messen und bezieht sich nicht nur auf Patientenberichte. Die Effizienz von herausnehmbaren Zahnspangen ist somit bewertbar. Behandlungskosten lassen sich optimal zuordnen, Fehltherapien werden frühzeitig erkannt und ermöglichen frühzeitige Korrekturen. Kooperation zahlt sich aus Projektleiter Ing. Gerhard Gschladt über die Zusammenarbeit mit mehreren Unternehmen: Gemeinsam mit meinen Projektpartnern (Elektroniker, Zahntechniker und Zahnarzt) konnte ich enorme Synergien nutzen, da aus jedem Spezialbereich ein entsprechender Know-how-Träger im Team war.

3 3 Wirtschaftslandesrat Michael Strugl Zukunftsmarkt Gesundheitstechnologie: OÖ zählt zu den stärksten Life-Science-Regionen Bisher wird Gesundheit vorwiegend als Kostenfaktor gesehen. Dabei stellt sie gleichzeitig einen Wirtschaftsfaktor von zunehmender Bedeutung dar: Der demografische Wandel erhöht den Bedarf an Gütern in der Gesundheitswirtschaft Technologischer Fortschritt eröffnet neue Behandlungsmöglichkeiten Gesundheitswirtschaft als bedeutender Bestandteil der nationalen Ökonomie (Produktivität, Beschäftigung, Export, Wirtschaftswachstum) Zukunftsfeld Gesundheitstechnologie Ergebnisse einer Studie belegen, dass die Gesundheitswirtschaft zu den wachstumsstärksten und beschäftigungsintensivsten Wirtschaftsbranchen Österreichs zählt. Jeder siebte Beschäftigte ist in der Gesundheitswirtschaft oder in den von ihr angestoßenen Wirtschaftsbereichen tätig. Österreichweit gibt es 723 Life Science Unternehmen (Biotechnologie und Medizintechnik) mit Mitarbeitern und rund 18 Mrd. Euro Umsatz. Mit Mitarbeitern und rund 4 Mrd. Euro Umsatz im Bereich Life Sciences ist Oberösterreich die zweitstärkste Life Science Region in Österreich. Bereits vor fünf Jahren wurde in einem Cluster-Kooperationsprojekt das System TheraMon entwickelt, das die Tragedauer von herausnehmbaren Zahnspangen aufzeichnet und somit das Trageverhalten dokumentiert. "In dem Cluster- Kooperationsprojekt TheraMon wurde das weltweit erste vollelektronische Komplettsystem zur Dokumentation der Tragedauer herausnehmbarer Zahnspangen entwickelt, erklärt Wirtschaftslandesrat Strugl. Es zeigt, wie wichtig die Unterstützung von Projekten zwischen Klein- und Mittelunternehmen für die Entwicklung innovativer Produkte ist. Das Cluster-Netzwerk in Oberösterreich bietet genau diese Unterstützungsleistung an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Forschung und Medizin an Unternehmen, die in den Life-Science Markt einsteigen oder sich durch innovative F&E-Projekte weiter entwickeln möchten, profitieren von

4 4 einem spezifischen Beratungs- und Unterstützungsangebot: Neben wichtigen Kontakten zu F&E-Experten, Herstellern, Zulieferern und Krankenhäusern erhalten Interessierte individuelle F&E-Beratungen zu Förderungen, Projekt- und Medienunterstützung sowie wertvolle Branchen- und Marktinformationen. Gesundheit ist Schwerpunkt im Strategischen Wirtschafts- und Forschungsforschungsprogramm "Innovatives OÖ 2020" Im aktuellen Strategischen Wirtschafts- und Forschungsprogramm des Landes OÖ "Innovatives OÖ 2020" ist das Thema "Gesundheit/Alternde Gesellschaft" eines von fünf Aktionsfeldern, die auf Basis der technologischen Kernkompetenzen in OÖ und der Innovationsorientierung der Wirtschaft in den einzelnen Branchen definiert wurden. "Die Medizintechnik als Querschnittsmaterie bieten auch Unternehmen aus 'fremden' Branchen großes Potenzial, das zu heben durch Clusterkooperationen ermöglicht wird", sagt Wirtschaftslandesrat Michael Strugl. Hier komme besonders die generelle Stärke Oberösterreichs im Zulieferbereich zum Tragen. Am Beispiel TheraMon wird eindrucksvoll klar, welche Branchen Know-how einbringen können: IT, Mechatronik und Kunststoff. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können mit einem Einstieg in diesen Markt über Branchengrenzen hinweg neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit und konkrete Projekte initiieren. Durch firmenübergreifende Zusammenarbeit kann Know-how gebündelt und Synergien sinnvoll genutzt werden.

5 5 Ing. Gerhard Gschladt Zahnspangentragedauer dokumentieren: Win-win-win für Krankenkasse, Arzt und Patient Der Therapieerfolg bei Zahnspangen-Behandlungen ist unmittelbar mit der Tragedisziplin des Patienten verknüpft: TheraMon ist das weltweit erste vollelektronische System, das es ermöglicht, die Tragedauer herausnehmbarer Zahnspangen lückenlos zu dokumentieren. Die Aufzeichnungen ermöglichen einerseits die Überprüfung der Tragedisziplin des Patienten, andererseits eine qualitative Bewertung des Heilbehelfs bzw. der zahnärztlichen Qualität. Das Wissen um die Elektronik in der Zahnspange trägt deutlich zur Tragedisziplin bei und führt somit zu frühzeitigem positivem Therapieverlauf und damit zu deutlichem Einsparungspotenzial sowohl für den Patienten als auch den Kostenträger. Durch den Mikrochip kann eine Behandlung basierend auf objektiven Fakten stattfinden. Behandlungsschritte werden nicht mehr nur auf Vermutungen (der Tragehäufigkeit) aufgebaut, sondern optimal und individuell auf den Patienten abgestimmt. Zielgruppe von TheraMon sind vor allem Kinder und Jugendliche mit abnehmbaren sowie mit fixen Zahnspangen während der Nachbehandlung (Vermeidung eines Rückfalls), aber auch Patienten jeglicher Altersgruppe, deren Schlafapnoe (Atemstillstand während dem Schlaf) mit Protrusionsschienen (sogenannte Schlaf- bzw. Schnarchschienen) behandelt wird. Leichte Handhabung Über den in die Zahnspange integrierten Mikrosensor wird in regelmäßigen Zeitabständen (alle 15 Minuten) das Tragen der Zahnspange abgefragt und die entsprechende Information im integrierten Speicher hinterlegt. Dabei werden Veränderungen der Umgebungstemperatur - beim Einsetzen und Rausgeben der Zahnspange aufgezeichnet und in einem Kurvendiagramm festgehalten. Im Rahmen der sechs- bis achtwöchigen Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt wird über ein spezielles Datenauslesegerät via RFID kontaktlos der Speicher ausgelesen, die Daten an den Computer übertragen und am Bildschirm grafisch aufbereitet angezeigt.

6 6 Funktion 1 Der Mikrosensor (9 x 13 x 4,5 mm) wird von einem Zahntechniker bei der Herstellung der Zahnspange implantiert 2 Der Mikrochip ist keine therapeutische Maßnahme, sondern dient nur der Datenaufzeichnung. Für den Patienten ergeben sich weder hinsichtlich Tragekomfort noch bei der Reinigung Änderungen im Vergleich zu einer herkömmlichen Spange. 3 RFID-Technologie: während des Tragens ist der Patient keiner Strahlung ausgesetzt, erst durch das Halten der Zahnspange an das Auslesegerät werden die Daten zur Tragedauer ausgelesen. 4 Dem behandelnden Arzt werden die auf dem Mikrochip gespeicherten Daten in Diagrammen aufbereitet. Basierend auf diesen Daten, kann der Zahnarzt Tragedauer sowie -häufigkeit und somit die Tragedisziplin des Patienten feststellen. Therapie und die nächsten Behandlungsschritte können individuell angepasst werden. Fotos: Handelsagentur Gschladt

7 7 Zahlen zu Markt, Potenzial & Kosten 5 Jahre TheraMon : Im März 2009 erfolgte die offizielle weltweite Vorstellung auf Europas größter Dentalmesse, der IDS in Köln, im Herbst 2010 startete die weltweite Vermarktung des Serienproduktes, dessen Größe im Rahmen der laufenden Entwicklung vom ursprünglichen Prototypen erheblich verkleinert werden konnte. In Österreich gibt es ca Zahnspangenbehandlungen pro Jahr davon sind rund 40 % abnehmbar. Marktpotenzial Österreich: ca herausnehmbare Zahnspangen pro Jahr Deutschland: ca herausnehmbare Zahnspangen pro Jahr Aktuelle Absatzmärkte Stück Niederlande, Deutschland, Frankreich, USA, Spanien, Italien, Irland, England, Schweiz, Australien, Japan Beispielrechnung: Kosten für den Zahnarzt Sensormodul (= je Zahnspange): ca. Euro 35,- (netto). Die Elektronik ist für die Lebensdauer der Zahnspangen, im Regelfall zwischen mind. 15 und ca. 22 Monaten, verwendbar Auslesestation: jährliche Mietgebühr Euro 250,- (netto). Beinhaltet eine Vollservice-Lifetime-Garantie (kostenloser Austausch auch bei selbstverschuldeter Beschädigung!) inklusive kostenlosem Software-Update, sofern erforderlich. Vorteil für Krankenkassen Kosteneinsparungen: Ein wissentliches Dokumentieren der Tragedauer motiviert den Patienten zu dem vom Arzt empfohlenen Trageverhalten oftmals unnötig verlängerter Einsatz durch falsche Tragedauer der Zahnspange kann so reduziert werden kaum Abweichung der geplanten Kosten für weitere Behandlungen Kosteneinsparungen durch verkürzte Behandlungsdauer

8 8 Vorteile für Zahnärzte Objektive Überprüfbarkeit des Behandlungserfolgs auf Basis der Zahnspangen- Tragedauer möglich Lückenlose, neutrale Dokumentation über die gesamte Therapiedauer Notwendige Spangenanpassungen können frühzeitig erkannt werden Vermeidung von Rechtsstreitigkeiten und ungerechtfertigten Schadenersatzforderungen durch die lückenlose Therapiedokumentation Deutlich gesteigerte Behandlungseffizienz Vorteile für Patienten / Eltern der Patienten Raschere Therapieerfolge durch erhöhte Tragedisziplin Notwendige Spangenanpassungen können frühzeitig erkannt werden Frühzeitige Erkennung notwendiger Therapieänderungen Eltern können mangelnde Tragedisziplin ihrer Kinder erkennen Umfassende Dokumentation im Patientenakt erleichtert Nachbehandlungen auch noch Jahre später Kosteneinsparung durch deutlich kürzere Behandlungsdauer Raschere Rückkehr zu zahnspangenfreien Lebensbedingungen Hintergrund Der Prototyp des Sensors, der in die Zahnspange eingebaut wurde, ist 2008 im Rahmen eines Cluster-Kooperationsprojektes entwickelt und vom Land OÖ gefördert worden. Ing. Gerhard Gschladt über die Zusammenarbeit mit mehreren Unternehmen: Gemeinsam mit meinen Projektpartnern bestehend aus Elektroniker, Zahntechniker und Zahnarzt konnte ich in dieser Konstellation enorme Synergien nutzen, da aus jedem Spezialbereich ein entsprechender Know-how-Träger im Team war. In Zusammenarbeit mit dem renommierten Fraunhofer Institut konnten die ersten Prototypen realisiert werden, bevor 2010 mit der Serienproduktion gestartet wurde. Kontakt: Handelsagentur Gschladt Binderberg 11, A-4483 Hargelsberg Web: Tel.: +43(0)

9 9 DI (FH) Werner Pamminger, MBA Gesundheitstechnologiestandort OÖ Als eine von neun Cluster- und Netzwerkinitiativen der Clusterland Oberösterreich GmbH ist der Gesundheitstechnologie-Cluster (GC) der Fortschrittmacher der österreichischen Gesundheitstechnologie. Mit rund 220 Partnern ist der GC Österreichs größtes branchenspezifisches Netzwerk der Medizintechnik. Ziel ist es, die Partner aus Wirtschaft, Gesundheitseinrichtungen und Forschung zusammenzuführen und gemeinsame Projekte zu initiieren. Seit Bestehen des Clusters konnten bereits 44 Ideen der Gesundheitsbranche in Cluster- Kooperationsprojekten mit 168 Partnerbetrieben und einem gesamten Projektvolumen von knapp 8,5 Millionen Euro erfolgreich umgesetzt werden. Themenfelder Geht es um die Themen Einstieg in die Medizintechnik, Regulatory Affairs oder Ideentransfer von Gesundheitseinrichtungen, ist der GC der richtige Ansprechpartner. Der Gesundheitstechnologie-Cluster unterstützt Firmen, Forschungs- und Gesundheitseinrichtungen von der Idee über das Finden geeigneter Projektpartner bis hin zur Verbreitung der Erfolge. Mit Blick auf die Medizinische Fakultät Linz, rückt bereits jetzt das Thema alternde Gesellschaft in einigen Projekten in den Fokus und es werden zukünftige Arbeitsschwerpunkte geschaffen. Mit den acht Bereichen Diagnostik & Pharma, Elektronik, End-user Produkte, MedConsulting, Reha- und Spitalsausstattung, Reinraum & Hygiene, Software sowie Werkstoffe ist der GC in den wichtigsten Feldern der Gesundheitstechnologie aktiv. Auch zu den Zukunftsthemen personalisierte Medizin oder Software in der Medizintechnik werden entsprechende Projekte initiiert.

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