planned economy ist ein eine Zeitschrift für politische Ökonomie mit Schwerpunkt auf die nachkapitalistische Ökonomie.

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1 Die Planwirtschaft 6. Was wird aus der Arbeitskraft und was aus dem Lohn? 7. Was wird aus der Arbeit? Die Indices 8. Was wird aus der Arbeit? Die notwendige Arbeitszeit 9. Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Güterwert 10. Was wird aus dem Wertgesetz?

2 . ist ein eine Zeitschrift für politische Ökonomie mit Schwerpunkt auf die nachkapitalistische Ökonomie. Wir erarbeiten bzw. publizieren in unregelmäßiger Erscheinungsweise: # systematische Darstellungen zur Planwirtschaft # kritische Darstellungen zur Ideengeschichte der Ökonomie # Beiträge, die sich mit der bisherigen Geschichte von Planwirtschaften beschäftigen In den ersten ca. 10 Ausgaben bringen wir fortlaufend jeweils einige Kapitel aus einer längeren und systematischen Darstellung zur Planwirtschaft von Martin Seelos. Das Inhaltsverzeichnis befindet sich auf der vorletzten Seite dieser Ausgabe von. Die vorliegenden Ausgabe von bringt jene Kapiteln, die zwei zentrale ökonomische Kategorien in der Planwirtschaft ins Auge fassen, nämlich die Arbeit und den Wert. Die nächste Ausgabe von wird die Frage beantworten, weshalb die Ware der Planwirtschaft wesensfremd ist und welche Konsequenzen dies für das Schicksal des Geldes sowie der Preise hat. Reaktionen, Leserbriefe, Gastbeiträge werden gerne entgegengenommen und nach Maßgabe des vorhandenen Platzes aufgenommen. Zusendungen bitte an: **** Auch wenn nicht jeweils extra ausgeschrieben, sind alle Personenbegriffe geschlechtsneutral gemeint. 3

3 I 6. Was wird aus der Arbeitskraft und was aus dem Lohn? a) Kurz vorweg: Gibt es einen Wert in der Planwirtschaft? Planwirtschaft frei von jeglicher bürokratischen Degeneration die Warenform abgeschüttelt haben. Da keine Produktion für Kapital stattfindet, gibt es kein v, kein variables Kapital (v) und keinen Mehrwert (m), da diesen sich ja niemand mehr unentgeltlich aneignen kann. Diese Größen spielt also in der ökonomischen Bewegung der Planwirtschaft keine Rolle mehr. Diese Frage werden wir im Kapitel zum Güterwert ausführlicher beantworten. Hier nur soviel: Wenn wir im Folgendem vom Güterwert, Produktenwert, Arbeitszeitwert oder schlicht vom Wert oder Wertsumme in der Planwirtschaft sprechen, so ist damit natürlich nicht der Gebrauchswert oder der Tauschwert gemeint. Der Gebrauchswert ist ja quantitativ schwer messbar und den Tauschwert (als Bestandteil von Produktionspreis und Marktwert) gibt es nur in der Warenwirtschaft, deren Blüte der Kapitalismus ist. Wenn es aber keine privaten Besitzer und Eigentümer von Produktionsmitteln mehr gibt und letztere in den kollektiven Besitz der Gesellschaft übergehen, die nun die Produktion plant, so bedarf es der Wertmünze Tauschwert nicht mehr. Das was einzig bleibt: dass für die Herstellung eines jeden Produktes Arbeitszeit aufgewendet werden musste. Ob die Produktion viel oder wenig Zeit kostet, wird die Gesellschaft immer interessieren und deswegen sagen wir, dass ein Produkt, das viel Arbeitszeit verschlungen hat mehr Wert ist als eines, dass wenig Lebenszeit zur Herstellung benötigte. Der Arbeiter tritt der Produktion nicht mehr entfremdet gegenüber, sondern er bestimmt die Produktion. Während in der Warengesellschaft der Warenbesitzer nie weiß, ob seine Warenverwertung möglich sein wird, ob auf dem Markt seine individuelle Arbeit als gesellschaftliche anerkannt und getauscht wird; ist es nun nicht mehr seine Privatangelegenheit, ob er seine Arbeitskraft einsetzen kann und unter welchen äußeren Umständen, wo oder was er arbeitet. Die Arbeit und ihr Einsatz sind von Anfang an gesellschaftlich und planbar. Das unterscheidet die Stellung des Arbeiters nicht nur zu seiner Stellung im Kapitalismus, sondern auch zu der Beziehung, die der vorkapitalistische Handwerker und Bauer zu ihrem Arbeitseinsatz hatten. Insofern in der Planwirtschaft gearbeitet wird, ist die Arbeitskraft zwar keine Ware mehr - genauso wie ein jedes andere Produkt in der Planwirtschaft keine Ware mehr ist - aber die Arbeitskraft hört deswegen nicht auf zu existieren: In der Planwirtschaft ist sie ein Produktionsfaktor wie die sachlichen Produktionsmittel. In dieser Hinsicht ändert sich also nichts. Da es kein variables Kapital mehr gibt und die Arbeiter selbst Besitzer der Produktionsmittel sind, gibt es auch kleinen Lohn dem Preis der verkauften Ware Arbeitskraft. Der Bezug an Lebensmitteln oder ganz allgemein gesagt an Konsumgütern erfolgt nach ganz anderen Kriterien und nach einer ganz anderen Logik als im Kapitalismus, wo der Lohn die Reproduktionskosten der Arbeitskraft darstellt, um deren konkreten Höhe die Arbeiterklasse mit der Kapitalistenklasse einen ständigen Klassenkampf führt. b) Ware und Markt Im Kapitalismus hat der Arbeiter keine andere Ware, die er tauschen kann, als seine Arbeitskraft. Diese kann und muss er verkaufen, um leben zu können. Da es in der Planwirtschaft aber keine Warenbesitzer mehr gibt, gibt es auch die Ware Arbeitskraft nicht mehr. Wir werden in einem eigenen Kapitel (in der nächsten Ausgabe von ) explizit und ausführlich auf die Frage nach der Ware in der Planwirtschaft eingehen. Aber auch ohne der Antwort auf die Warenfrage dürfte bereits jetzt einsichtig sein, dass es sich nicht um Lohn handeln kann, wenn die Arbeiter ihre Arbeitskraft nicht mehr verkaufen muss, da sie ja nun die Produktionsmittel, Betriebe und Erfindungen selbst besitzen. Sie nutzen die ganzen Produktionsanlagen, um damit ihre Sachen herzustellen. Das, was der Arbeiter in der Planwirtschaft bekommt, kann also unmöglich Lohn sein. Das hatte auch Nikolai Bucharin 1920 völlig richtig erkannt: Der Arbeitslohn wird zur Scheingröße, die keinen Inhalt hat. Soweit die Arbeiterklasse die herrschende Klasse ist, verschwindet die Lohnarbeit. In der sozialistischen Produktion gibt es keine Lohnarbeit. Und inwiefern es keine Lohnarbeit gibt, insofern gibt es auch keinen Arbeitslohn als Preis, der an den Kapitalisten verkauften Arbeitskraft. Vom Arbeitslohn bleibt bloß seine äußere Hülle erhalten die Geldform, die zusammen mit dem Geldsystem der Selbstvernichtung entgegengeht. Im System der proletarischen Diktatur erhält der Arbeiter einen gesellschaftlichen Anteil, aber keinen Arbeitslohn. 2 Der Arbeiter braucht seine Arbeitskraft nicht mehr auf einem Markt, den Arbeitsmarkt, anbieten. Wenn es keinen Arbeitsmarkt gibt, gibt es schließlich auch keine Arbeitslosigkeit. Selbst in den stalinistisch deformierten und degenerierten Planwirtschaften des 20. Jahrhunderts, selbst hier, wo viele Warenformen (wenngleich ohne Kapital) weiterexistierten, hatte die Arbeitskraft keinen Warencharakter mehr. Es gab weder einen Arbeitsmarkt, noch Stelleninserate, noch Arbeitslose als industrielle Reservearmee. Auch die Entlohnung folgte anderen Kriterien als jenen im Kapitalismus1. Erst recht würde aber eine voll entwickelte 1924, als es Arbeitslose im Land gab Evgenij Preobrazenskij, Die neue Ökonomik, Moskau Seite 157. Kurzum: Die Arbeitskraft ist keine Ware! Was die Arbeiter und Büroangestellten in der Staatswirtschaft betrifft, so ist die Eigenart der hier bestehenden Situation der Prozeß der Beseitigung der Arbeitskraft als Ware, der schon begonnen hat und in dem Maß fortschreitet, in dem die Produktivkräfte sich entwickeln. Ebendort, Seite Nikolai Bucharin,, Die Ökonomik der Transformationsperiode, Moskau Deutsche Ausgabe im Dietz Verlag Berlin 1990; Seite 215, 216. Man beachte außerdem, dass es für die Bolshewiki in der frühen Zeit der Sowjetunion selbstverständlich war, dass das Geld im Laufe der Planwirtschaft durch etwas anderes abgelöst wird. An anderer Stelle bei Bucharin 1920 und Preobrazenskij 1926 wird klar, dass damit die Arbeitszeitberechnung gemeint ist. Aber sogar 1 Die Gesetze, die in der Periode der sozialistischen Akkumulation die Lohnbewegung regulieren, unterscheiden sich völlig von den Gesetzen, die die Löhne im Kapitalismus in der Periode der ursprünglichen Akkumulation regulierten. Um das deutlich zu zeigen, kann man die Tatsache anführen, dass z.b. 1920, als es weniger Arbeitslose gab und zeitweise sogar eine teilweise Knappheit an Facharbeitern herrschte (...) die Löhne wesentlich niedriger waren als 4

4 . Weniger kategorisch, aber mit einem präzisen Blick meinte Preobrazenskij 1926: Trennung des gesamten Lohnfundus von der Wirkung des Wertgesetzes : (...) Die Loslösung hat schon begonnen und wird weiter fortschreiten. Hier haben wir von neuem ein äußerst interessantes Beispiel dafür, dass bei der Sozialisierung der Produktionsmittel rein quantitative Veränderungen im gegebenen Fall das Anwachsen der Produktivkräfte und des materiellen Reichtums in der Staatswirtschaft automatisch den Prozeß des Auflösung der Kategorien der kapitalistischen Gesellschaft stärken. 3 Was die Distribution innerhalb des gesamten Lohnfundus betrifft, so bleibt sie immer noch fast ausschließlich bürgerlich, wie ja auch die Form der Löhne kapitalistisch bleibt.. Der Autor meint damit die die Geldform und die Abstufung des Lohnes nach Qualifikation. Und weiters: Solange die Ausbildung qualifizierter Arbeiter nicht an die sozialistischen Produktionsverhältnisse der Staatswirtschaft angepasst sind, wird die Lohnskala eine Anpassung an das bürgerliche Erbe sein, das die Sowjetmacht sowohl in der Berufstrennung der Arbeiter, als auch in der Beibehaltung vieler wenn nicht der Mehrzahl der Elemente der bürgerlichen und nicht etwa sozialistischen Anreize zur Arbeit erhalten hat 4, Andererseits aber, als das Gesetz der Einschränkung der Löhne im Interesse der sozialistischen Akkumulation, begrenzt es durch diese seine Tendenz das Tempo, mit dem sich der Lohn in die Konsumration des Arbeiters der sozialistischen Wirtschaft verwandelt. Diese Veränderung ist, seit die Produktionsmittel sozialisiert sind, von einem schnellen Anwachsen der Löhne begleitet, da dies sowohl zur Trennung der Löhne vom Wert der Arbeitskraft, als auch zu den materiellen Vorraussetzungen für die Entwicklung einer sozialistischen, proletarischen Kultur führt.5 Auch Eugen Varga beschrieb 1920, dass während der ungarischen Räterepublik die Löhne stark gestiegen sind. Höchstwahrscheinlich gab es hierfür auch politische Gründe und einen Nachholeffekt nach dem Weltkrieg, der sich auch in kapitalistischen Ländern abgespielt hatte. Aber die Entkoppelung von Reproduktionskosten der Ware Arbeitskraft von der Lohn- und Konsumhöhe war deutlich in der Sowjetunion sichtbar, vor allem die Entkoppelung der Lohnhöhe von Knappheit / Überschuss der Arbeitskräfte. Selbst in diesen Planwirtschaften, die zuerst von Revolution und Bürgerkrieg geprägt waren und später durch den Stalinismus deformiert und degeneriert wurden, zeigte sich in zarten Umrissen, aber doch deutlich erkennbar, die neue Grammatik der Planwirtschaft. Auf diesem Gebiet: Die Tatsache, dass die Arbeitskraft keine Ware mehr ist. Arbeitszeit) beziehen, wie sie (wiederum gemessen an Arbeitszeit) arbeiten. Weshalb aber gemessen an Arbeitszeit? Weil diese Messgröße beides die Arbeit als Tätigkeit und das Produkt als Ergebnis vergleichbar macht. Zumindest dient diese Gleichsetzung lebendige Arbeit entspricht Konsumgut als Ausgangspunkt für die Berechnung des tatsächlichen möglichen Anteils an unproduktiver Konsumtion der Arbeiter. Mehr können sie nicht bekommen, weniger schon, da es von dieser Größe Abzüge geben muss. Der Einfachheit halber setzen wir hier voraus, dass sowohl die Arbeit als auch der Konsum grundsätzlich egalitär organisiert wird. Jeder arbeitet genauso lange wenngleich mit unterschiedlicher Qualifikation, was wir weiter unten noch aufrollen werden und kann grundsätzlich die gleiche Menge an Konsumgütern beziehen. die Wir beantworten diese Frage hier kurz, müssen dabei aber einiges vorwegnehmen und hier voraussetzen, was weiter unten in den Kapiteln zur sozialistischen Akkumulation begründet wird. Wie begründet sich aber die Gleichsetzung lebendige Arbeit entspricht Konsumgut? Sie ist nicht das Ergebnis eines politischen Willensaktes, den wir ja so oder so nicht am grünen Tisch vorwegnehmen könnten, sondern sie ist das Ergebnis einer ökonomischen Tatsache: Die Aufteilung der Konsumgüter für die Arbeiter und Nichtarbeiter kann sich nur auf die Konsumgüter beziehen, die bereits existieren. Soweit klar, und weiters: Bei einem ökonomischen Gleichgewicht ist die Wertsumme der Konsumgüter (d.i. die Summe der toten und lebendigen Arbeitszeit, die für die Herstellung der Konsumgüter benötigt wurde) identisch mit der Summe von a, d.i. die insgesamt von allen Arbeitern in der gesamten Produktion, also auch in den Produktionsmittelindustrie geleistete (lebendigen) Arbeit. Allein zum Zwecke der Akkumulation muss dieses Gleichgewicht gestört werden: es wird extra mehr tote und lebendige Arbeitszeit von der Konsumgüterbranche in die Produktionsmittelbranche verschoben. Deren Produkte könnten die Arbeiter und Nichtarbeiter aber von Haus aus (oder besser: von Natur aus) nicht konsumieren, eben weil es sich um Produktionsmittel handelt. Die Wertsumme an Konsumgütern, die von der gesamten Gesellschaft konsumiert werden kann, beträgt nun Summe a minus Akkumulation oder, was bloß ein anderer Ausdruck davon ist: Wertsumme Konsumgüter / a = Konsumkoeffizient, mittels dessen der Arbeiter seine geleisteten Arbeitsstunden multiplizieren kann, um zu wissen, wie viele Konsumgüter (in Arbeitszeitwert gemessen) er einkaufen kann. Vorausgesetzt eben, die Verteilung ist grundsätzlich egalitär. b) Jenseits vom Lohn Nach welchen ökonomischen Größen können nun aber die Arbeiter Konsumgüter beziehen? Grundsätzlich können alle Arbeiter zusammen soviel an Konsumgüter (gemessen in Aber bevor es mit dem Einkaufen losgehen kann, muss noch der Wert der Konsumgüter abgezogen werden, die alle Gesellschaftsmitglieder gleichermaßen nutzen, ohne dass sie dazu selbst einkaufen gehen. Darunter fallen keineswegs alle Aufgaben des Wirtschaftsstaates, wie die Selbstkosten des Planungsapparates und Einrichtungen der Räte, Strassen, Infrastruktur und ähnliches. Denn diese Produkte sind großteils mit der noch vorhandenen Geldhülle handelt es sich um keinen Lohn mehr, sondern um eine Konsumration. 3 Evgenij Preobrazenskij, Die Neue Ökonomik, Moskau 1926, Seite 245, Evgenij Preobrazenskij, Die Neue Ökonomik, Moskau 1926, Seite Evgenij Preobrazenskij, Die Neue Ökonomik, Moskau 1926, Seite

5 I einfach Produktionsmittel, die aliquot in den Wert der Produkte, die die Betriebe herstellen, eingehen. Nur wenn es sich bei diesen allgemein zugänglichen Produkten und Dienstleistungen um Konsumgüter handelt, können sie aliquot von a abgezogen werden. Von der physischen Natur dieser allgemein zugänglichen Güter kann es sich um Dienstleistungen oder um physische Produkte handeln - aber das ist bei den Produkten, die der individuelle Arbeiter einkaufen kann, genauso. tatsächlich konsumieren kann, sagt ihm der Konsumquotienten, also ein Umrechnungsschlüssel, mit dem er seine Arbeitsstunden multipliziert. Der Nichtarbeiter hingegen hat ja nicht gearbeitet, aber auch bei ihm müssen wir fiktiv annehmen, er hätte genauso viel gearbeitet, wie der Arbeiter, den er soll ja den gleichen Konsumanspruch haben. Welchen Konsumquotienten haben nun die Arbeiter und welchen die Nichtarbeiter? Die restliche Summe wird zwischen Arbeiter und Nichtarbeiter aufgeteilt, wobei es eigentlich eine politische und nicht ökonomische Frage ist, ob diese Aufteilung gleiche Konsumrechte bedeutet oder nicht, also egalitär oder nicht egalitär ist. Den Konsum für alle Nichtarbeiter nennen wir soziale Konsumtion. Zuerst müssen wir so tun, als hätten die Nichtarbeiter gearbeitet, wir müssen also den Wert a erhöhen: 50 Nichtarbeiter hätten ebenfalls jeweils 20 Stunden in der Woche gearbeitet. Das sind dann: Arbeitsstunden, die wir dem Wert a hinzufügen müssen, der somit a = beträgt. Von der nun übrig bleibenden Summe werden Konsumgüter abgezogen, die nicht individuell, aber auch nicht allgemein konsumiert werden, sondern von einer Gruppe. Diese GruppenKonsumtion betrifft etwa betriebliche oder kommunale Leistungen. Sodann müssen wir von den Konsumgütern jene im Wert von 300 Arbeitsstunden abziehen, die allgemein zugänglich sind, bleiben für den Supermarkt: 700. Der Konsumquotient beträgt daher: 700 / 3.000, d.h.: 7/30 = 0,23, zumindest für die Nichtarbeiter, da die Arbeiter bereits Konsumgüter im Wert von 200 Arbeitsstunden im Betrieb konsumiert haben, müssen wir bei deren Konsumquotienten diese bereits konsumierten Güter in Abzug bringen: = 500. Ergo: 500 / 3.000, d.h.: 5/30 = 0,16. Das ist der Konsumquotient für die Arbeiter. Für den Arbeiter bleibt also individuell: a minus Beiträge für Akkumulation minus öffentliche Ausgaben minus etwaige Gruppenleistungen minus soziale Konsumtion. Oder: Konsumquotient = (Konsumgüter öffentlicher Konsum Gruppenkonsum soziale Konsumtion) / Summe a Machen wir die Gegenprobe: In der Woche könnte jeder Arbeiter im Supermarkt 0,16 mal 20 Wochenarbeitstunden = 3,3, jeder Nichtarbeiter = 4,6 Stundenwerte an Konsumgüter beziehen. Bei 100 Arbeitern macht dies 333 Konsumgüter (in Stunden gemessen), bei 50 Nichtarbeitern macht dies 233 Konsumgüter. Sind zusammen 500 Konsumgüter, zuzüglich den allgemein zugänglichen 300 und den 200 Gruppenkonsum der Arbeiter macht dies 1.000, die wir zu Beginn als Ausgangspunkt hatten. Natürlich kann der Arbeiter beim Einkaufen nicht wissen, wie viel die Nichtarbeiter tatsächlich konsumieren werden, es ginge also darum, deren Anspruch vor der Konsumtion zu ermitteln. Der öffentliche Konsum und der Gruppenkonsum ist hingegen kein Anspruch, sondern ein Faktum, das erst beim Konsum eintritt. Verdeutlichen wir uns dies an Hand eines Beispiels. Angenommen wir haben: 100 Arbeiter, 50 Nichtarbeiter, in einer Woche Arbeitsstunden (a), in einer Woche Konsumgüter im Wert von Arbeitsstunden: also P, davon werden Konsumgüter im Wert von 300 für allgemein zugängliche Leistungen benötigt, weiter werden 200 Konsumgüter von den Arbeitern im Form von betrieblichen Leistungen konsumiert, zu denen die Nichtarbeiter keinen Zugang haben (Gruppenkonsum es könnte natürlich auch andere Beispiele geben), Die politische Vorgabe sei z.b. dass die Arbeiter und nicht Arbeiter grundsätzlich gleich viel konsumieren können. Haben diese Arbeiter nun Mehrarbeit geleistet? Auch hier nehmen wir inhaltlich etwas vorweg, aber es ist sinnvoll, diese Frage an Hand des Beispiels zu beantworten. Gab es nun in diesem Beispiel Mehrarbeit? Ja und nein. Fangen wir bei den Abzügen vom Konsumquotienten für allgemein zugängliche Güter an. Hier fand keine Mehrarbeit statt, die Arbeiter konsumieren bloß die allgemein zugänglichen Güter nicht individuell und sie bezahlen sie nicht im Supermarkt. Aber sie konsumieren sie. Genau dasselbe betrifft den Gruppenkonsum auch hier natürlich keine Mehrarbeit. Wie verhält es sich aber mit der Tatsache, dass die Arbeiter die Konsumgüter anteilsmäßig teilen müssen mit den Nichtarbeitern? Ist dies Mehrarbeit oder nicht? Hier müssen wir etwas ausholen. Die Konsumgüter für die Nichtarbeiter kommen ebenfalls durch Arbeit zustande, im Kapitalismus wäre sie der Soziallohn, der durch Steuernausgaben finanziert wird. Woher kommen aber die Steuern? Großteils sind es Abzüge vom Lohn aber teilweise auch Abzüge vom Profit, der durch Mehrwert (also eine Form der Mehrarbeit) zustande kommt. Großteils werden die Steuern im Kapitalismus aber von den Löhnen bezogen, also nicht von der Mehrarbeit. Und dort, wo die Kapitalisten den Soziallohn Wären wir im Feudalismus, würden wir fragen: Wozu Lohn? Im Kapitalismus fragen wir: Wozu ein Konsumquotient und die Frage kommt uns auch exotisch vor. Aber es geht nur darum: Ein Arbeiter weiß, dass er in der Woche 20 Stunden gearbeitet hat. Aber er kann nicht Produkte im Wert von 20 Stunden einkaufen, da davon diverse Abzüge (siehe oben) stattfinden. Das, was er 6

6 . mit bestreiten, handelt es sich tatsächlich um Soziallohn. Wie auch immer, um Mehrarbeit handelt es sich in unserem Falle nicht, da die die mit der besagten Arbeitszeit hergestellten Leistungen keiner anderen Gesellschaftsklasse zur Verfügung gestellt werden. Die, die gerade nicht arbeiten, gehören in der Planwirtschaft ebenfalls zu der Arbeiterklasse bzw. zu dem Arbeiter-Kollektiv. Im Prinzip teilen die Arbeiter einfach unter sich auf. Die, die gerade arbeiten, teilen den Topf mit Konsumgütern mit jenen, die gerade nicht arbeiten. Oder anders gesagt: Die Arbeiter als Kollektiv erarbeiten die Konsumgüter, die die Arbeiter als Kollektiv verbrauchen. nämlich Vergütung für eine zuvor geleistete Arbeitsleistung. Diese Reziprozität ich leiste etwas, und bekomme im Gegenzug etwas ist ein Verhältnis, das die Übergangsgesellschaft zum Kommunismus auflöst und mit ihr der ganze Überbau an juridischen Verhältnissen, Arbeitsverträgen und ähnlichem. So, das war die Vorwegnahme und vielleicht nicht ganz leicht zu verstehen. Aber wer die entsprechenden Kapitel zu sozialistischen Akkumulation (siehe Nr. 7) durchliest, wird die Gesetzmäßigkeit leicht erkennen und beurteilen können. Nun kommen wir zu den noch fehlenden 1000 a (Differenz zwischen dem Arbeitseinsatz a = und dem Wert aller Konsumprodukte P = 1.000) unseres Beispiels. Da diese offensichtlich nicht in Konsumgütern eingingen, können sie nur in der Herstellung von Produktionsmitteln verwendet sein. Auf den ersten Blick könnte man meinen, es handelt sich einfach um die Reproduktion von Produktionsmittel. Aber das kann nicht sein, denn diese Aufwendungen sind durch den Arbeitszeitwert der besagten Konsumgüter bereits abgedeckt6. Es kann sich bei den fraglichen 1000 a daher nur um Stunden handeln, die in die Akkumulation gesteckt wurden. Das deutet schon eher auf Mehrarbeit hin. Immerhin waren dies im Kapitalismus Aufwendungen, die die Unternehmer leisten konnten, weil sie die entsprechenden Arbeitsstunden den Arbeitern nicht bezahlten. In Der Planwirtschaft: Mehrarbeit aber nicht im Sinne einer Klassengesellschaft. Denn diese Arbeitsstunden für die Akkumulation, die nicht in die unproduktive Konsumtion eingehen, werden nicht von einer anderen Gesellschaftsklasse verwendet. Die Ähnlichkeit der Akkumulation im Kapitalismus zu jener in der Planwirtschaft, die sich daraus ergibt, dass zusätzliche Arbeit verwendet wird, ist geringer als der Unterschied, nämlich dass dies von einer anderen Klasse gemanagt wird. c) Verteilung der Reproduktionskosten? Konsumgüter unterhalb der Theoretisch stellt sich auch die Frage, ob in der Planwirtschaft die Arbeiter zumindest auf ihre Reproduktionskosten wie im Kapitalismus kommen. Doch diese Frage ist in der Tat zu theoretisch. In der Praxis des Kapitalismus kommen die Arbeiter nämlich mitunter nicht einmal auf ihre Reproduktionskosten, sei es, dass sie unter ihrem Wert entlohnt werden, sei es, dass sie zur industriellen Reservearmee gehören, also arbeitslos sind. Das zumindest gibt es in der Planwirtschaft nicht, im Gegenteil, hier herrscht Arbeitspflicht. Dafür ist die Arbeit auch aufgeteilt auf alle und daher ist generelle Arbeitszeitverkürzung zumindest möglich es hängt ja keine Mehrwertmaximierung dran. Wenn in der Planwirtschaft die Arbeiter so kurz im Betrieb arbeiten, dass die damit erwirkten Arbeitszeitkonten nicht ausreichen, um die Reproduktion zu gewährleisten, dann bedeutet dies nur, dass zu wenig Gebrauchsgüter produziert wurden. Daher muss als Reaktion auf diesen Zustand einfach Wie oben bei der sozialen Konsumtion muss unsere Quintessenz über den Charakter der Akkumulation lauten: Die Arbeitszeit der Arbeiter spaltet sich auf in Konsumgüter, die er als Gemeinschaft kollektiv konsumiert, denn auch die Nichtarbeiter werden einmal oder waren einmal Arbeiter und auch die Arbeiter waren einmal und werden wieder Nichtarbeiter und andererseits aber in die Akkumulation, die ihm später mehr bzw. verbilligte Konsumgüter bescheren wird, falls alles gut geht. Daraus schließen wir: Selbst diese Mehrarbeit in der Planwirtschaft hat einen anderen gesellschaftlichen, sozialen und historischen Charakter als die Mehrarbeit in allen anderen Produktionsweisen. mehr gearbeitet werden oder intensiver gearbeitet werden; oder die Produktivkräfte müssen weiter entwickelt werden oder eine Kombination aus diesen Maßnahmen. Einfach ist dies nicht deswegen, weil es einfach ist, mehr zu arbeiten, sondern weil dies bedeutet, dass sich die Gesellschaft dazu entscheiden kann. Die Arbeiter können dies in den Räten beschließen und somit ihre Arbeits- und Lebensbedingungen ändern, während dies im Kapitalismus immer nur das Ergebnis des Kräfteverhältnisses zwischen Arbeiterklasse und Bourgeoisie war und kein gemeinsames Interesse bestand. Die Menschheit ist nun aber Herrin der Ökonomie und nicht mehr umgekehrt wie im Kapitalismus. Wenn aber das, was die Mehrarbeit in der Planwirtschaft bewirkt, später bzw. indirekt dem Arbeiter wieder als Frucht in die Hände fällt, diese Mehrarbeit ihren fremden, antagonistischen Charakter verliert, weil er selbst sie plant, verliert im Gegenzug das, was dem Arbeiter direkt für die Konsumtion bleibt, seinen Lohncharakter. Aus diesem Grunde ist es irreführend und falsch von Lohn zu sprechen oder nur einen anderen Begriff zu wählen, wie etwa Vergütung, der aber im Grunde dasselbe meint, Wie aber nun Arbeitszeit, Gütermenge und Produktivkraftentwicklung zusammenhängen und wie eine Arbeitszeitverkürzung mit einer Steigerung der Gütermenge bzw. Qualität kombinierbar ist, wird weiter unten, im Teil II unserer Darstellung zur sozialistischen Akkumulation untersucht. 6 Weshalb dies so ist, oder umgekehrt, weshalb bei keiner Akkumulation die Summe der lebendigen Arbeit (a) aller Güter identisch ist mit dem Produktwert der Konsumgüter, wiewohl die Arbeiter während a genauso für Produktionsmittel arbeiten, wird in den Kapiteln zur Sozialistischen Akkumulation erklärt. d) Arbeitspflicht 7

7 I Der individuelle Arbeiter braucht seine Arbeitskraft nicht mehr verkaufen, aber diese Freiheit bedeutet auch, dass er von einem Besitz, nämlich der Ware Arbeitskraft, frei ist. Die Gesamtgesellschaft entscheidet über seinen Arbeitseinsatz und nicht er als Individuum. oder im Ruhestand sind, ein Recht darauf haben, nicht zu arbeiten, ohne dass sich ihre soziale Lage dadurch verschlechtert oder überhaupt zur Debatte steht. Ja, es gibt auch keine individuellen Arbeits- und Versicherungsverträge mehr, um die der einzelne kämpfen müsste. Die Gesamtgesellschaft und nicht der einzelne Arbeiter entscheidet über Arbeitseinsatz. Daher herrscht in der Planwirtschaft Arbeitspflicht vor7. Wie straff die Pflicht gehandhabt wird, wie lange der Arbeitstag dauert und unter welchen Bedingungen entscheidet nicht der ehemalige Warenbesitzer der Arbeitskraft, sondern die Gesamtgesellschaft, vermittelt durch die Räte. Es ist eine politische Frage und keine ökonomische, welchen Entscheidungsumfang der individuelle Arbeiter hat, was Beruf, Funktion, Arbeitsbedingungen, Arbeitszeit, Betrieb oder Branche betrifft. Aber grundsätzlich muss es für die Gesamtgesellschaft planbar sein, welche Arbeiter wie, in welchen Beruf, Funktion, Arbeitsbedingungen, Arbeitszeit, Betrieb oder Branche arbeiten. **** Exkurs: Arbeitszwang vs. Zwangsarbeit Das alles ist sicher nicht widerspruchsfrei, der individuelle Arbeiter kann ja andere Interessen haben, als die Gesamtgesellschaft. Aber es handelt sich hierbei um einen nichtantagonistischen Widerspruch. Aber immerhin um ein Widerspruch, und deswegen haben Organisationen, die diesen Widerspruch austragen, vergleichbar den freien Gewerkschaften im Kapitalismus, ihre Existenzberechtigung. Es geht immer darum, welche gesellschaftliche Gruppe, Klasse oder sonstige Einheit hauptsächlich über Art, Dauer und sonstige Umstände der Arbeit entscheidet. Und hier hatte der einzelne Arbeiter im Kapitalismus viel weniger zu sagen als das Kollektiv in der Planwirtschaft. So z.b. bedeutet die allgemeine Arbeitspflicht im System des Staatskapitalismus eine Knechtung der Arbeitermassen; dagegen im System der proletarischen Diktatur ist sie nichts anderes als die Selbstorganisation der Arbeit durch die Massen. 8 Arbeitszwang hat mit Zwangsarbeit nichts zu tun. Die Zwangsarbeit der Faschisten oder der Stalinisten ( Archipel Gulag ) ist die Beraubung aller demokratischen Rechte des Arbeiters. Die Zwangarbeit ist die brutalste Auspressung der Arbeiter zum Zwecke des bürgerlichen (im Faschismus) oder des bürokratischen (im Stalinismus) Staates. Diese Auspressung nimmt die physische Auslöschung des Arbeiters bewusst in Kauf und ist daher Mord auf Raten. Die Zwangsarbeit ist ein historischer Rückschritt, sogar hinter die Lohnarbeit des Kapitalismus.9 Aber auch dort, wo es keine Zwangsarbeit im Stalinismus gab, kritisieren wir an dem Stalinismus nicht, dass die Arbeitskraft etwa im RGW ihren Lohncharakter verloren hatte und nicht mehr vom Arbeiter selbstständig und individuell auf dem Markt verkauft wurde. Die sozialen Tatsachen des Arbeiterstaates, wie das Fehlen der Ware Arbeitskraft, haben die Stalinisten einfach übernehmen müssen. Aber indem die stalinistische Bürokratie die Staatsmacht an sich rissen, aus einem Arbeiterstaat einen degenerierten Arbeiterstaat machten, ursupierten sie auch die Verfügungsgewalt über die Arbeitskräfte. Ein despotischer Apparat von der Spitze der KP bis hin zu den Betriebsdirektoren, in sich immer wieder widersprüchlich, aber geeint im Schikanieren der Arbeiter, ließ den Fortschritt der Überwindung der Lohnarbeit verkümmern. Die soziale Stellung des sowjetische Arbeiters von 1930 oder des tschechoslowakischen Arbeiters von 1960 war weder die eines Lohnarbeiters noch die eines echten Sklaven, er blieb Arbeiter in der Planwirtschaft. Aber er war politisch völlig entmachtet und hatte daher keine kollektiven Entscheidungsrechte über seinen Arbeitseinsatz (Arbeitszeit, Ausbildung, Beruf, Arbeitsintensität). Trotz aller möglichen Konflikte im Zusammenhang mit der Arbeitspflicht in der Planwirtschaft ändert dies nichts daran, dass die Arbeitspflicht der Logik der Planwirtschaft entspricht. Arbeitspflicht bedeutet mehrerlei: Dass keine Gruppe von Menschen von der Pflicht zur Arbeitsleistung ausgenommen ist. Es gibt keine Schmarotzer, Vermögende, die wie im Kapitalismus nicht arbeiten müssen, Rentiers oder einfach Nichtstuer mehr. Alle tragen am Funktionieren der Gesellschaft bei. Arbeitspflicht bedeutet nicht, dass jeder jederzeit arbeiten muss. Arbeitspflicht bedeutet, dass jeder Erwachsene, der gesund und nicht gerade in Ausbildung, Karenz oder Ruhestand ist, arbeitet. Umgekehrt bedeutet dies, dass alle Menschen, die sich in Ausbildung befinden, krank, in Karenz Die Arbeit und die Arbeitsbedingungen sind nicht mehr hauptsächlich eine Sache zwischen Arbeitnehmer und Betriebleiter und vielleicht noch die der Gewerkschaft, Arbeitsinspektorat und der Arbeitsgesetzte. Nein, sie sind durch und durch in jedem Detail eine Sache der Gesellschaft selbst und dieser rechenschaftspflichtig Arbeitspflicht in der zukünftigen Planwirtschaft ohne 7 Richtig bei: August Bebel, Die Frau und der Sozialismus, 62. Auflage, Berlin 1973, Seite 414: 1. Heranziehung aller Arbeitsfähigen zur Arbeit. Sobald die Gesellschaft im Besitz aller Arbeitsmittel sich befindet, wird die Arbeitspflicht aller Arbeitsfähigen, ohne Unterschied des Geschlechts, Grundgesetz der sozialisierten Gesellschaft. Die Gesellschaft kann ohne Arbeit nicht existieren. Sie hat also das Recht zu fordern, daß jeder, der seine Bedürfnisse befriedigen will, auch nach Maßgabe seiner körperlichen und geistigen Fähigkeiten an der Herstellung der Gegenstände zur Befriedigung der Bedürfnisse aller tätig ist. 8 Nikolai Bucharin, Die Ökonomik der Transformationsperiode, Moskau Seite 174, Die juristischen Formen, worin diese ökonomischen Transaktionen als Willenshandlungen der Beteiligten, als Äußerungen ihres gemeinsamen Willens (...), können als bloße Formen diesen Inhalt selbst nicht bestimmen. Sie drücken ihn nur aus. Dieser Inhalt ist gerecht, sobald er der Produktionsweise entspricht, ihr adäquat ist. Er ist ungerecht, sobald er ihr widerspricht. Sklaverei, auf Basis der kapitalistischen Produktionsweise, ist ungerecht; ebenso der Betrug auf die Qualität der Ware. Karl Marx, Das Kapital, Band III, MEW 25, 21. Kapitel, Seite 351, 352. Demnach wäre auch Lohnarbeit in der nachkapitalistischen Gesellschaft ungerecht, Zwangsarbeit (Sklaverei) aber doppelt ungerecht. 8

8 . Bürokratie bedeutet nichts anderes, als dass nun die gesamte Gesellschaft die Verfügungsgewalt über die Arbeitskraft innehat und alle diesbezüglichen Fragen demokratisch entschieden werden. und die Betrieben aufgeteilt werden müssen. Angenommen, diese Zahl wäre 100 Mrd. Stunden pro Tag. Diese werden auf die 20 Mrd. Arbeiter aufgeteilt, sodass jeder Arbeiter 5 Stunden pro Tag arbeitet. Nun kommt es zu Veränderungen im Produktionsapparat, sei es dass sich die Produktivkräfte entwickeln und daher weniger Arbeitsstunden notwendig sind, um dieselbe Menge an Produkten herzustellen, sei es dass für die Akkumulation mehr Arbeitsstunden notwendig geworden sind. Folgende Tabelle soll die Unterschiede zwischen den Arbeitsformen verdeutlichen: Zwangsarbeit Typisch für folgende Produktionsweisen Vertragspartner ist / sind Asiatische Produktionsweise, (keine) Auf alle Fälle würde eine Reduktion der globalen Arbeitsstunden nicht die Konsequenz wie im Kapitalismus haben, dass ein Teil der Arbeiter Beschäftigung und Einkommen verliert, während ein anderer Teil immer stärker ausgebeutet wird, länger oder intensiver arbeiten muss. Wird in der Planwirtschaft die Arbeitszeit reduziert, ist es genauso gut, die Arbeitszeit gleichmäßig auf alle verteilt pro Arbeiter zu verringern bei gleichem Beschäftigungsgrad. Die Aufteilung der Arbeit auf Alle bedingt übrigens auch, dass der Qualifikationserwerb für jede Arbeitstätigkeit egalisiert wird, etwa durch Rotation und durch die Aufhebung der Fixierung eines jeden einzelnen Arbeiters an die Arbeitsteilung. Wir werden der Frage nach den unterschiedlichen Arbeitsqualifikationen im nächsten Kapitel begegnen. Antike Sklavenhaltergesellschaft Lohnarbeit Kapitalismus Arbeiter und Unternehmer10 Arbeitspflicht Planwirtschaft Gesellschaft Tabelle 4 In der Geschichte der Menschheit gab es meist mehrere Produktionsweisen zur gleichen Zeit. Also etwa die Zwangsarbeit der antiken Sklaven als die für ihre Zeit dominante und dynamische Produktionsweise und daneben existierten noch freies Gewerbe, Lohnarbeit und mehr oder weniger freie Bauern. In der Spätantike kamen noch die Coloni hinzu, eine Vorform der Leibeigenen. Auch im Kapitalismus gab es immer wieder Sklavenarbeit, etwa in der amerikanischen Südstaaten, in den Plantagen der Karibik oder in Südamerika aber als zusätzliche, veralterten Form neben der hauptsächlichen, dynamischen Produktionsweise. Ist aber die Reduktion der Globalarbeitszeit möglich, könnte auch die Arbeitszeit pro Arbeiter gleich und dafür die Anzahl der Arbeiter in den Betrieben verringert werden. Die freigesetzten Arbeiter könnten sich weiterbilden oder in Karenz gehen. Der Unterschied zum Kapitalismus wäre dann der, dass sich die soziale Lage des Arbeiters durch diese Manöver nicht ändern muss, weil ja Konsumrechte und Arbeitsleistung von einander entkoppelt sind. Die Konsumrechte bleiben also auch ohne Arbeitsleistung weiter bestehen und der Arbeiter kann jederzeit wieder in einen Betrieb zurückkehren. Der Unterschied zum Kapitalismus ist hier auch, dass über all diese Fragen demokratisch abgestimmt und entschieden werden kann. Das kann es im Kapitalismus natürlich nicht geben, da hier der Betriebsbesitzer, der einzelne Privatkapitalist, die Sache entscheidet. Weder Zwangsarbeit, Lohnarbeit, noch Arbeitspflicht gibt es hingegen im Kommunismus. Es könnte sich auch - bei Weiterentwicklung des Produktionsapparates und bei konstanter Bedürfnismenge und Arbeitszeit - bloß die Arbeitsintensität ändern. e) Arbeitszeit Viertens müssen wir die Arbeitszeit betrachten. Dazu müssen wir etwas weiter ausholen: Die Gesellschaft hat zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Menge an Mitgliedern, Menschen mit bestimmten Bedürfnissen, die der Produktionsapparat abdecken soll. Diese Bedürfnisse an Produkten und Dienstleistungen stellen einen bestimmten Aufwand an Arbeitszeit dar, die zu der Produktion dieser Produkte notwendig ist. Die Größe dieser globalen Arbeitszeit, die auf alle arbeitsfähige Menschen aufzuteilen ist, ist nicht nur von der Menge und Qualität der nachgefragten Produkte abhängig, sondern auch von der Qualität des Produktionsapparates. Und schließlich von der Notwendigkeit, diesen mittels Akkumulation anzuheben. Zusammengefasst spielen folgende Faktoren eine Rolle ob oder ob nicht bzw. inwieweit die Arbeitszeit sich ändert: Bedürfnismenge Größe des Produktionsapparates und seine Produktivität11 Anzahl der Arbeiter Arbeitsintensität Von diesen Faktoren kann sich jeweils einer ändern oder mehrere und damit Änderungen der anderen Faktoren hervorrufen Bedürfnismenge und Produktionsapparat ergeben also eine bestimmte Anzahl von Arbeitsstunden, die auf die Arbeitskräfte 11 Unter Produktivitätsanstieg wird nicht der bloße Anstieg der Produktionsfaktoren verstanden, sondern ganz allgemein die Steigerung des Nutzeffektes, den ein bestimmter Einsatz erwirkt. Der Produktivitätsfortschritt ist somit eine Konsequenz der Entwicklung der Produktivkräfte. Wenn wir etwa die Arbeitsproduktivität her nehmen, so misst diese, wie viel etwa eine Stunde Arbeit bewirken kann: Arbeitsproduktivität = Produktionsmenge / Arbeitsstunden. 10 Dass dabei auch Gewerkschaften, Unternehmensverbände und der bürgerliche Staat die Arbeitsverträge mitgestalten, ändert nichts daran, dass die einzelnen Arbeiter und ihre Unternehmer die Vertragspartner sind. 9

9 I oder auch nicht. Letzteres ist z.b. der Fall, wenn zwar die Bedürfnismenge ansteigt aber gleichzeitig die neuerste Entwicklung von Produktionsverfahren vom Testbetrieb in den Echtbetrieb übergehen und damit auch die zusätzliche Bedürfnismenge in Produkte umgesetzt werden können. Kurz: dass sich beide Faktoren neutralisieren und damit kein Anstieg der Arbeitszeit stattfindet. Aber auch dann wäre es zumindest richtig zu sagen: Ändert sich ein Faktor, muss sich zumindest ein weiterer ändern, ob als unmittelbare Konsequenz oder nicht. Es gäbe also zumindest mehr als ein Dutzend Änderungsmöglichkeiten. Arbeitsleistung des individuellen Arbeiters immer Gegenstand der Kontrolle und Bewertung durch den Unternehmer ist letztlich eine Konsequenz des Warencharakters der Arbeitskraft, die vom Betriebsinhaber gekauft wird. Vom Standpunkt des Ergebnisses her ist dieses Kontrollverhältnis eigentlich konterproduktiv, da eine Fehlentscheidung des Betriebsleiters größere Auswirkungen hat, als ein Arbeitsfehler des Arbeiters. Es gibt aber nicht nur diese beiden, die Produktion ist ja von einer weit verzweigten Hierarchie durchdrungen und auch hier gilt als Faustregel: Umso höher ein Arbeiter, ein Techniker, und operativer, ein strategischer Manager steht, um so mehr kann er anrichten. Dennoch ist Kontrolle und Repression aus den Gründen des Warencharakters und nicht aus produktiven Gründen meist unten am stärksten und oben am lockersten. Wir führen dies deswegen aus, weil es ein Missverständnis wäre, dass der Übergang zur Planwirtschaft sofort eine qualitative Arbeitszeitverkürzung oder nach der Etablierung der Planwirtschaft eine stetig sinkende Arbeitszeitverkürzung mit sich bringen muss. Wenngleich dies langfristig durch die Weiterentwicklung der Produktivkräfte sicher der Fall ist. In der Planwirtschaft kehrt sich dieses Verhältnis um. Die Betriebsleitung, der Planungsapparat, die Räte unterliegen der stärksten Kontrolle, sie müssen auf Punkt und Beistrich abrechnen, da sie viel tote und lebendige Arbeitszeit in Bewegung setzen, während die Leistung eines individuellen Arbeiters im Zusammenhang mit seinem Kollektiv gesehen werden muss. Das Arbeitskollektiv wird von der Gesellschaft etwa nach dem Kriterium der Arbeitsproduktivität verglichen. Die Kontrolle und Abrechnung wird umso penibler, je höher die Arbeit in der Organisationsstufe angesiedelt ist. Hat ein Arbeiter oder eine Gruppe von Arbeitern unterdurchschnittlich gearbeitet, so kann die Gesellschaft natürlich darauf reagieren und dies untersuchen. Vielleicht spielen längerfristige Faktoren eine Rolle, eine unterschiedliche Arbeitsproduktivität, oder vielleicht gibt es ganz banale Ursachen. Wie auch immer, eines ist gewiss: Individuelle Arbeitsfehler, unterdurchschnittliche Leistung des Arbeiters einerseits und der Anteil an Konsumgütern, die bezogen werden können, anderseits diese beiden Pole sind nicht mehr verknüpft. Das Individuelle der konkreten Arbeit ändert nicht das kollektive Recht des Konsums. Die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich und Aufteilung der Arbeit auf alle Hände ist eine richtige und notwendige Übergangsforderung im Kampf gegen die Kapitalisten. Aber umgesetzt ist die Aufteilung der Arbeit auf alle Hände eigentlich ein Einmaleffekt. Wie stark jeweils die Arbeitszeitverkürzung im Laufe der Planwirtschaft eingesetzt werden kann, ist von den Bedürfnissen abhängig. Etwa den Hunger oder die Wohnungsnot weltweit zu eliminieren und auch davon, in welchen Zustand der Produktionsapparat ist. Natürlich ist auch Arbeitszeitverkürzung und frei verfügbare Zeit, die nicht mit Arbeiten verbracht wird, ein Bedürfnis. Wenn aber unterschiedliche Bedürfnisse miteinander im Gegensatz stehen, muss die Gesellschaft (Räte) entscheiden, was wie stark auf Kosten von etwas Anderem umgesetzt werden soll. Zusammengefasst können wir sagen, dass die konkrete Dauer der Arbeit, eben die Arbeitszeit, genauso veränderbar ist, wie im Kapitalismus, als die Arbeitskraft noch Ware war. Die Dauer ist aber nicht mehr Ergebnis des Klassenkampfes, sondern wird durch die Gesellschaft selbst festgelegt. Und Arbeitszeitverkürzung in einem historischen Ausmaß ist wie wir weiter unten sehen werden für den Übergang zum Sozialismus wesensnotwendig. f) Kontrolle Im Kapitalismus ist die Arbeitskraft einer ständigen Leistungskontrolle durch den Betriebsinhaber unterworfen, während die Leistung des Betriebsinhabers innerhalb weitgesteckter Grenzen seine Privatsache ist. Dass Ausmaß der Leistungskontrolle ist im Kapitalismus nicht immer gleich und von vielen Faktoren abhängig - respektive vom Klassenkampf. Auch die Leistung des Betriebsinhabers und des Managements werden in bestimmten Phasen einer Kontrolle durch den ideellen Gesamtkapitalisten und durch die bürgerliche Öffentlichkeit unterworfen. Aber diese Ausnahmen ändern nichts daran, dass der Unternehmer grundsätzlich mit seinem Eigentum an Produktionsmittel machen kann, was er will. Während die 10

10 . 7. Was wird aus der Arbeit? Die Indices ihren sozialen Inhalt (der da ist: Arbeit für Lohn, Arbeit des Arbeiters für den Kapitalisten) und stimmt daraufhin Art und Ausmaß der Produktion an die Bedürfnisse, Arbeitszeit, Arbeitsintensität usw. ab. a) Die Arbeit, eine universelle Sache Arbeit, entkleidet ihrer spezifischen gesellschaftlichen Form, wie Lohnarbeit, Arbeitszwang und so weiter, ist nichts anderes, als die Tätigkeit, die den Stoffwechsel zwischen Natur - im Sinne von physischer Welt - und Gesellschaft ausmacht. Das mag trivial klingen, hat aber einige Konsequenzen: Steht zwischen der Menschenpopulation und der Natur vermittelnd die Arbeit, so gibt es auch keine reine Determination der Gesellschaft durch die Natur. Theoretische Konzepte wie Überbevölkerung oder Tragfähigkeit der Erde werden somit dubios. So weit so gut. Aber das ist nur die eine Seite. Die andere: Im Kapitalismus ist die Quelle des Mehrwerts / Mehrarbeit die Differenz zwischen den Konsumgütern, die den Arbeitern zugestanden werden einerseits und der Länge der Arbeitszeit andererseits, sprich der notwendigen und zusätzlichen Arbeit. Wir fassen dies jetzt einmal nur als zwei Zeitspannen auf, die zusammen den Arbeitstag bei gegebener Produktivität und Arbeitsintensität ergeben. Wir lassen nun die soziale Frage beiseite - die Frage, welche Gesellschaftsklasse was bekommt. Man könnte die Sache penibel auch so darstellen: dass der einzelne Arbeiter eine bestimmte Zeitlang arbeitet, so lange wie die Arbeitszeit seiner eigenen Konsumgüter dauert und dann noch eine Zeitlang für die Gesellschaft arbeitet. Wir werden weiter unten sehen, aus welchen Gründen diese Art der Mehrarbeit in der Planwirtschaft notwendig ist: Arbeit für nicht arbeitsfähige, für die Weiterentwicklung der Produktivkräfte usw. Demnach wäre die Arbeit an den Konsumgütern der Nichtarbeitenden doch Mehrarbeit. Die Tatsache, dass Arbeit aber übergesellschaftlich, sprich für alle Produktionsweisen, notwendig ist, ergibt sich aus der Sache und der Arbeitsbegriff ist auch bei K. Marx nicht zwingend an die Lohnarbeit und Warenwertproduktion gebunden: Das erste Auffällige an dieser Formel ist, daß neben dem Kapital, neben dieser, einer bestimmten Produktionsweise, einer bestimmten historischen Gestalt des gesellschaftlichen Produktionsprozesses angehörigen Form eines Produktionselements, neben einem Produktionselement verquickt mit und dargestellt in einer bestimmten sozialen Form, ohne weitres rangiert werden: die Erde auf der einen Seite, die Arbeit auf der andern, zwei Elemente des realen Arbeitsprozesses, die in dieser stofflichen Form allen Produktionsweisen gemeinsam, die die stofflichen Elemente jedes Produktionsprozesses sind und mit der gesellschaftlichen Form desselben nichts zu schaffen haben. 12 So Marx gegen die trinitarische Formel. Aber durch diese Betrachtung haben wir bloß die soziale Bestimmung der Mehrarbeit in der Planwirtschaft ausgeblendet. In Wirklichkeit bleibt diese ja wirksam. In allen Klassengesellschaften vor der proletarischen Revolution beinhaltet die Mehrarbeit (im Kapitalismus: der Mehrwert) eine Leistung für jemanden Fremden, für die ausbeutende Klasse. Die Werktätigen, die diese Mehrarbeit leisten, werden nie der Gesellschaftsklasse angehören, für sie die Mehrarbeit geleistet wird. In der Planwirtschaft hingegen arbeiten alle für die Gesellschaft und bekommen ihre Güter durch die Gesellschaft. Da es zwischen den einzelnen individuellen Arbeitern und der Gesellschaft keine Klassentrennung mehr gibt, gibt es auch keine politische Trennung zwischen der Arbeitszeit, die der Arbeiter zur Deckung der Arbeitszeit seiner eigenen Konsumgüter arbeitet und der Arbeitszeit, die der Arbeiter für einen gesellschaftlichen Fonds arbeitet. Abgesehen davon, dass durch den gesellschaftliche Fonds ja auch die Lebens- und Arbeitsbedingungen des Arbeiters weiter entwickelt werden. a) Notwendige Arbeit vs. Mehrarbeit Es wäre es ein Missverständnis, dass bloß dadurch, dass in der Planwirtschaft kein Mehrwert produziert wird, sich um diese Zeitspanne die Arbeitszeit im Vergleich zum Kapitalismus verringert. Denn der Mehrwert entspricht auch einem Arbeitszeitwert und hinter jedem Arbeitszeitwert steht ein Gebrauchswert. Er ist daher nicht unnötig produziert. Will die Gesellschaft alle anderen Faktoren konstant gesetzt nicht weniger Güter haben, kann sie auch nicht weniger arbeiten. Die Unterscheidung zwischen notwendiger Arbeit und Mehrarbeit / Mehrwert bedeutet nicht, wie umgangssprachlich gemeint, dass bloß die notwendige Arbeit notwendig sei, um die gegebene Anzahl an Gütern zu produzieren. Sondern bedeutet, dass im Kapitalismus nach der notwendigen Arbeit die unentgeltliche Arbeit für den Chef beginnt: Die Mehrarbeit, die Produktion von Mehrwert. Aber deswegen ist die unentgeltliche Arbeit nicht weniger (umgangssprachlich) notwendig. Den Chef gibt es in der Planwirtschaft nicht mehr, aber die Güter, die wir produzierten, können wir auch jetzt brauchen. Die Planwirtschaft setzt nicht beim Ausmaß der notwendigen Arbeit des Kapitalismus an, sondern übernimmt vom Kapitalismus das Ausmaß der notwenigen und zusätzlichen Arbeit, entkleidet dieser Unterteilung Das Ausblenden der sozialen Bestimmung und die Betrachtung der zwei Zeitspannen des Arbeiters war aber dennoch nützlich, denn nun erkennen wir eine wichtige Sache: Der Fokus auf den Einzelnen und seine Arbeit bzw. Arbeitszeit ist gerade für den Kapitalismus und die Warengesellschaft charakteristisch: Hier wird jede Ware und damit eben auch die Arbeitskraft für sich bewertet. Das ist nicht bloß die Betrachtungsweise, sondern eben auch die Wirkungsweise von G-W-G -W. In der Planwirtschaft wird ein anderer Fokus eingenommen: Nicht mehr der einzelne oder das einzelne Ding und seine Tauschrelation wird bewertet, sondern der Prozess, die Produktion, der Konsum, die Produkte, die Arbeiter als Produktionsfaktor und die Arbeiter als Konsumenten. Es ist dies der Fokus auf den Prozess und auf ein Kollektiv. Auch das ist nicht nur eine Betrachtungsweise, sondern auch eine Wirkungsweise. Die Arbeiter verwenden eine 12 Karl Marx, Das Kapital, Dritter Band, Seite

11 I Arbeitszeitspanne für die Herstellung von Gütern, die von der gesamten Gesellschaft verwendet wird. Alle Änderungen im Produktionsprozess betreffen alle die, die gerade arbeiten wie die, die gerade nicht arbeiten. Hier geht s zu wie nach dem Motto der Drei Musketiere : Einer für alle, alle für einen. Eine der großen Fragen der Ökonomie ohne Marktregulation ist, wie mit der Unterscheidung zwischen einfacher und zusammengesetzter Arbeit umgegangen wird. Ein kurzer Rekurs: Im Kapitalismus ist die Sache ganz klar. Eine qualifizierte Arbeitskraft ist wertvoller als eine unqualifizierte, die Ausbildung und Training hat Zeit gekostet, sagen wir doppelt so viel, wie bei einer durchschnittlichen ungelernten Arbeitskraft mit normaler Schulbildung. Dementsprechend wird die qualifizierte Arbeitskraft höher entlohnt - das ist von der Tauschlogik her völlig korrekt. Und: Die qualifizierte Arbeitskraft setzt während der Produktion pro Zeiteinheit den Waren einen höheren Wert zu, genauso wie eine wertvolle Maschine (bei gleicher Lebensdauer und bei gleicher Umschlagsgeschwindigkeit des Kapitals) den Waren einen höheren Wert überträgt. Drittens: Im Kapitalismus ist die Mehrwertverwertung der Motor der Produktion: G W G W usw. Daher gibt es aus ökonomischen Gründen einen inhärenten Druck, die Ausbeutungsrate zu erhöhen aber auch die Produktion einzustellen, wenn die Profitrate unattraktiv niedrig wird. In der Planwirtschaft: Der Fortschritt in der Produktivkraft der Arbeit verringert Dauer bzw. Intensität des Arbeitstages überhaupt, im gleichen Maße die notwendige Arbeit als auch die Mehrarbeit. Umso mehr sich die Produktivität und die Größe des Produktionsapparates entwickeln, umso mehr fällt der Wert der Güter und damit wird die Vorraussetzung geschaffen, dass ihre Stückzahl über den aktuellen Bedarf steigt, so dass sie ohne Verrechnung den Menschen zukommen. Damit verwischt sich der Unterschied zwischen notwendiger Arbeit und Mehrarbeit. Doch wie funktioniert dies in der Planwirtschaft? Hier ist die Arbeitskraft ja keine Ware mehr und hier gehen wir davon aus, dass die Arbeiter ein Stundenkonto führen, auf dem die Anzahl ihrer Arbeitsstunden gebucht werden, um die sie Konsumgüter (nach dem Preis derer Produktionsstunden) beziehen können. Bei Marx ist der Unterschied zwischen Mehrarbeit und notweniger Arbeit keiner, der auf die Natur des Arbeitsproduktes hinzielt ( notwendig im umgangssprachlichen Sinne), sondern darauf, wer welche Gesellschaftsklasse das Arbeitsprodukt verwendet13. Gleichtzeitig wendet sich Marx aber auch gegen die Vorstellung, dass in der Planwirtschaft nur jener Anteil gearbeitet wird, der im Kapitalismus die notwendige Arbeit (als Zeitspanne) darstellt. Marx verwendet um diese Tatsache möglichst klar zu machen, auch hier den Begriff Mehrarbeit: Mehrarbeit überhaupt, als Arbeit über das Maß der gegebnen Bedürfnisse hinaus, muß immer bleiben. Im kapitalistischen wie im Sklavensystem usw. hat sie nur eine antagonistische Form und wird ergänzt durch reinen Müßiggang eines Teils der Gesellschaft. Ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit ist erheischt durch die Assekuranz gegen Zufälle, durch die notwendige, der Entwicklung der Bedürfnisse und dem Fortschritt der Bevölkerung entsprechende, progressive Ausdehnung des Reproduktionsprozesses, was vom kapitalistischen Standpunkt aus Akkumulation heißt. ( ). Es die Entwicklung der Produktivkräfte im Kapitalsimus führt so einerseits eine Stufe herbei, wo der Zwang und die Monopolisierung der gesellschaftlichen Entwicklung (einschließlich ihrer materiellen und intellektuellen Vorteile) durch einen Teil der Gesellschaft auf Kosten des andern wegfällt; andrerseits schafft sie die materiellen Mittel und den Keim zu Verhältnissen, die in einer höhern Form der Gesellschaft erlauben, diese Mehrarbeit zu verbinden mit einer größern Beschränkung der der materiellen Arbeit überhaupt gewidmeten Zeit. 14 Was bekommt nun ein Ingenieur in der Planwirtschaft und was ein Gemüsegärtner, deren Ausbildung unterschiedlich lang gedauert hat und deren Qualifikation unterschiedlich ist? Angenommen, sie arbeiten genauso lang, sagen wir 30 Stunden in der Woche? Setzten sie den Produkten der Planwirtschaft einen unterschiedlichen Wert zu? Oder ist vielleicht die Frage falsch gestellt? Man kann sich hier Eselsbrücken vorstellen, wie die Planwirtschaft mit unterschiedliche Qualifikationen handeln kann, nämlich indem sie unterschiedliche Qualifikationen nicht als unterschiedliche Quantitäten von darin steckender Entstehungszeit sondern als unterschiedliche Qualitäten begreift. Die Tätigkeit als Ingenieur und als Gärtner ist unterschiedlich wie die berühmten Äpfel und Birnen. Wenn es zu wenige Ingenieure gibt, dann handelt es sich bloß um begrenzte Mengen. Die Gesellschaft müsste dann von Ingenieuren mehr produzieren. So weit wäre dieses Problem auch schon wieder gelöst: Ein Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage von bestimmten Qualifikationen. Die damit zusammenhängende Frage, ob sich Veränderungen von Angebot und Nachfrage nach bestimmten konkreten Qualifikationen in Veränderungen des Lohns der Qualifikationsträger niederschlägt, eine Frage, die die Marktsozialisten interessierte, beraucht uns nicht weiter zu kümmern. Die Gesellschaft kann jederzeit direkt darauf reagieren, ohne dass sich das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage in Preisen und Löhnen niederschlagen muss. Das ist also nicht unser Thema. Unser Thema bleibt aber, dass die gerade beschriebene Eselsbrücke die Frage nicht ausreichend beantwortet. Denn hier haben wir offensichtlich bloß die konkrete Arbeit behandelt, die unterschiedliche Gebrauchsgüter schafft, wie eben die Tätigkeit eines Ingenieurs qualitativ unterschiedlich ist von der Tätigkeit eines Gemüsegärtners. Wie sieht es aber mit der abstrakten Arbeit, b) Zusammengesetzte vs. einfache Arbeit 13 Sehr deutlich in der Einleitung zur Grundrente in: Karl Marx, Das Kapital, Dritter Band, Seite 645, Karl Marx, Das Kapital, Dritter Band, 48. Kapitel, Die trinitarische Formel, Seite

12 . der Arbeit als solchen aus? Dass Ingenieure und Gärtner im Betrieb qualitativ unterschiedlich arbeiten, ändert ja nichts daran, dass ihre Ausbildung abgesehen von den qualitativen Besonderheiten unterschiedlich lang gedauert hat und dass daher ein (von der Arbeitszeit her gesehen: quantitativ) unterschiedlicher gesellschaftlicher Aufwand dahinter steckt. Dies kann der Gesellschaft ja nicht egal sein, genauso wie es der Planwirtschaft nicht egal ist, ob die Produktion eines PKW 80 oder 160 Arbeitsstunden benötigt, weil dies eben bedeutet, dass ein unterschiedliches Ausmaß an gesellschaftlichen Ressourcen in diese Produktion gelenkt werden muss und daher nicht für anderes zur Verfügung stehen kann. Unterlage hat, als die Unfähigkeit des Herrn Dühring, zu unterscheiden zwischen Bestimmung des Werts durch die Arbeit und Bestimmung des Werts durch den Arbeitslohn - nichts als der Ukas, das Grundgesetz der neuen Wirtschaftskommune: Der Arbeitslohn für gleiche Arbeitszeit soll gleich sein! Da hatten die alten französischen Arbeiterkommunisten und Weitling doch weit bessere Gründe für ihre Lohngleichheit. Wie löst sich nun die ganze wichtige Frage von der höhern Löhnung der zusammengesetzten Arbeit? in der Gesellschaft von Privatproduzenten bestreiten die Privatleute oder ihre Familien die Kosten der Ausbildung des gelernten Arbeiters; den Privaten fällt daher auch zunächst der höhere Preis der gelernten Arbeitskraft zu: der geschickte Sklave wird teurer verkauft, der geschickte Lohnarbeiter höher gelohnt. In der sozialistisch organisierten Gesellschaft bestreitet die Gesellschaft diese Kosten, ihr gehören daher auch die Früchte, die erzeugten größern Werte der zusammengesetzten Arbeit. Der Arbeiter selbst hat keinen Mehranspruch. Woraus nebenbei noch die Nutzanwendung folgt, daß es mit dem beliebten Anspruch des Arbeiters auf»den vollen Arbeitsertrag«doch auch manchmal seinen Haken hat. 15 Schauen wir uns zuerst an, wie Friedrich Engels im Antithüring diese Frage beantwortete: Die Arbeit aber ist die Erzeugerin aller Werte. Sie allein ist es, die den vorgefundnen Naturprodukten einen Wert im ökonomischen Sinne gibt. Der Wert selbst ist nichts andres, als der Ausdruck der in einem Ding vergegenständlichten, gesellschaftlich notwendigen menschlichen Arbeit. Die Arbeit kann also keinen Wert haben. Ebensogut wie von einem Wert der Arbeit sprechen und ihn bestimmen wollen, ebensogut könnte man vom Wert des Werts sprechen oder das Gewicht, nicht eines schweren Körpers, sondern der Schwere selbst bestimmen wollen. (...) Für den Sozialismus, der die menschliche Arbeitskraft von ihrer Stellung als Ware emanzipieren will, ist die Einsicht von hoher Wichtigkeit, daß die Arbeit keinen Wert hat, keinen haben kann. Mit ihr fallen alle Versuche, die sich aus dem naturwüchsigen Arbeitersozialismus auf Herrn Dühring vererbt haben, die künftige Verteilung der Existenzmittel als eine Art höhern Arbeitslohns zu regulieren. Aus ihr folgt die weitere Einsicht, daß die Verteilung, soweit sie durch rein ökonomische Rücksichten beherrscht wird, sich regeln wird durch das Interesse der Produktion, und die Produktion wird gefördert am meisten durch eine Verteilungsweise, die allen Gesellschaftsgliedern erlaubt, ihre Fähigkeiten möglichst allseitig auszubilden, zu erhalten und auszuüben. Der dem Herrn Dühring überkommnen Denkweise der gelehrten Klassen muß es allerdings als eine Ungeheuerlichkeit erscheinen, daß es einmal keine Karrenschieber und keine Architekten von Profession mehr geben soll und daß der Mann, der eine halbe Stunde lang als Architekt Anweisungen gegeben hat, auch eine Zeitlang die Karre schiebt, bis seine Tätigkeit als Architekt wieder in Anspruch genommen wird. Ein schöner Sozialismus, der die Karrenschieber von Profession verewigt! Daraus schließen wir zumindest, dass der Ingenieur und der Gärtner (und bei Engels: der Karrenschieber und der Architekt), dass also alle den selben Anspruch auf Konsumgüter haben, auch wenn sie unterschiedlich zusammengesetzte Arbeit in ihrer Qualifikation tragen und in der Produktion anwenden. Die Gesellschaft (und nicht das Individuum) bildet sie aus und die Gesellschaft (und nicht das Individuum) erhält das Arbeitsprodukt. Dass unterschiedliche Ausbildung nicht von Haus aus einen unterschiedlichen Konsumanspruch bedeutet, hat schon August Bebel 1878 in seiner Arbeit Die Frau und der Sozialismus dargestellt, wenngleich mit einer politischen statt mit einer ökonomischen Motivation.16 Engels und Bebel sagen also zweierlei Dinge: 15 Karl Marx/ Friedrich Engels - Werke. (Karl) Dietz Verlag, Berlin. Band 20. Berlin/DDR »Herrn Eugen Dührung's Umwälzung der Wissenschaft«, Seite Ist jemand von der Natur so stiefmütterlich bedacht, daß er beim besten Willen nicht zu leisten vermag, was andere leisten, so kann ihn die Gesellschaft für die Fehler der Natur nicht strafen. Hat umgekehrt jemand durch die Natur Fähigkeiten erhalten, die ihn über die anderen erheben, so ist die Gesellschaft nicht verpflichtet zu belohnen, was nicht sein persönliches Verdienst ist. Für die sozialistische Gesellschaft kommt weiter in Betracht, daß alle die gleichen Lebens- und Erziehungsbedingungen haben, daß jedem die Möglichkeit geboten ist, sein Wissen und Können entsprechend seinen Anlagen und Neigungen auszubilden, und so ist auch hierdurch die Gewähr gegeben, daß in der sozialistischen Gesellschaft nicht nur das Wissen und Können viel höher ist als in der bürgerlichen, sondern daß es auch gleichmäßiger verteilt und dennoch vielgestaltiger ist. August Bebel, Die Frau und der Sozialismus, 62. Auflage Berlin 1973, Seite 445. Soviel über die Qualifikation physischer und geistiger Arbeit. Hieraus ergibt sich weiter, daß auch kein Unterschied zwischen höherer und niederer Arbeit bestehen kann, wie zum Beispiel nicht selten heute ein Mechaniker sich mehr dünkt als ein Tagarbeiter, der Straßenarbeiten und dergleichen verrichtet. Die Gesellschaft läßt nur gesellschaftlich nützliche Arbeiten verrichten, und so ist jede Arbeit für die Gesellschaft gleichwertig. Können unangenehme, widerliche Arbeiten nicht auf mechanischem respektive chemischem Wege verrichtet und durch irgendwelchen Prozeß in angenehme Arbeiten umgewandelt werden was bei den Fortschritten, die wir auf technischem und chemischem Gebiet gemacht haben, gar nicht zu bezweifeln ist -, und sollten sich freiwillig die nötigen Kräfte nicht finden, so tritt für jeden die Verpflichtung ein, sobald die Reihe an ihn kommt, sein Maß Arbeit zu leisten. Da gibt's keine falsche Scham und keine widersinnige Verachtung nützlicher Arbeit. Ebenda, Seite 447. Bebels 21. Kapitel, Die Grundgesetze der sozialistischen Gesellschaft, ist für unser Thema überhaupt noch immer lesenswert. Soll die Gleichwertigkeit der Arbeitszeit den Sinn haben, daß jeder Arbeiter in gleichen Zeiträumen gleiche Werte produziert, ohne daß man erst einen Durchschnitt zu nehmen hätte, so ist das augenscheinlich falsch. Bei zwei Arbeitern, auch desselben Geschäftszweigs, wird sich das Wertprodukt der Arbeitsstunde immer nach Intensität der Arbeit und Geschicklichkeit verschieden stellen; diesem Übelstand, der indes nur für Leute à la Dühring einer ist, kann nun einmal keine Wirtschaftskommune, wenigstens nicht auf unsrem Weltkörper, abhelfen. Was bleibt also von der ganzen Gleichwertigkeit aller und jeder Arbeit? Nichts als die pure renommistische Phrase, die keine andre ökonomische 13

13 I Jede Art von konkreter Arbeit, die die Gesellschaft nachfragt, ist gleich nützlich. Und so fügen wir hinzu indem die Gesellschaft sie nachfragt, ist sie nützlich. Zwischen Unterschieden in der Qualifikation bzw. dem unterschiedlichem Grad an Zusammengesetztheit von einfacher Arbeit einerseits und etwaigen Unterschieden in der Verteilung von Konsumgütern besteht in der Planwirtschaft kein Zusammenhang. required for the production of skills is likely to be a mixture of skilled and simple, which complicates the calculation of the skill multipliers. An iterative procedure is needed: first calculate the transfer rates as if all inputs were simple labour, then use those first-round transfer rates to re-evaluate the skilled labour inputs, on this basis recompute the transfer rates, and so on, until convergence is reached. 18 Solchen Versuchen sollte man mit Vorsicht gegenübertreten. Im Gegensatz zu den unbewusst aber objektiv wirkenden ökonomischen Gesetzen des Kapitalismus ist die Planwirtschaft weit mehr duktil gegenüber dem bewussten Agieren der Gesellschaft. Zu leicht kann es geschehen, dass die Wert- und damit Preisberechnungen der Produkte die Arena von allen möglichen Be- und Verrechnungen werden. Aber unbeantwortet sind nun nach wie vor zwei Fragen: Setzt zusammengesetzte Arbeit auch in der Planwirtschaft dem Produkt mehr Wert zu als einfache Arbeit und wie wird dies bemessen? Gibt es Wertunterschiede in der Produktion unterschiedlicher Qualifikationen? Es reicht aus, wenn die Gesellschaft sich bemüht, pro Arbeitsstunde immer mehr Produktionsmittel in Bewegung zu setzen und damit bzw. in Kombination mit gestiegener Arbeitsqualifikation immer mehr Produkte pro Zeiteinheit zu erzeugen. Was die Gesellschaft an dieser Stelle interessieren muss, sind nicht immer kompliziertere Berechnungen für den Werttransfer der zusammengesetzten Arbeit auf das Produkt, sondern wie sich der Umrechnungsfaktor vom Arbeitszeitwert zu den Gebrauchswerten, wie sich Stückzahlen und Produktqualität pro Arbeitsstunde verändern. Wir werden dies detailliert im Teil II dieser Darstellung zur sozialistischen Akkumulation untersuchen. Es wird wie im Kapitalismus von Arbeitern unterschiedlicher Qualifikation den Produkten ein unterschiedlicher Wert durch die Arbeit zugesetzt.17 Die Arbeitskraft ist keine Ware mehr, aber offensichtlich ist der Arbeiter dennoch (wie im Kapitalismus) ein Faktor in der Produktion. Ob er schnell oder langsam, lang oder kurz, mit viel Qualifikation oder mit wenig arbeitet, bewirkt unterschiedliche Ergebnisse. Wie dieser je nach Qualifikation unterschiedliche Wertransfer zu berechnen sei, ist allerdings nicht mehr so leicht zu beantworten. Dazu gab es in der Literatur verschiedene Vorschläge: True, labour is not homogeneous, but there is no warrant for the claim that the reduction factor for complex labour has to be arbitrary under socialism. Skilled labour may be treated in the same way that Marx treats the means of production in Capital, namely as a produced input which transfers embodied labour to its product over time. Given the labour time required to produce skills and a depreciation horizon for those skills, one may calculate an implied rate of transfer of the labour time embodied in the skills. If we call this rate, for skill i, ri, then labour of this type should be counted as a multiple (1+ri ) of simple labour, for the purpose of costing its products. Of course the labour input Zu der offenen Frage der Produktion von Qualifikation: Zum Zeitpunkt der Ausbildung wird die Qualifikation erworben. Diese kostet der Gesellschaft einen bestimmten Aufwand, also Arbeitszeitwert. Der Arbeiter ist dann Träger des Wertes bis zu dem Zeitpunkt, wo er die Qualifikation in der Produktion verwendet, solange die Qualifikation noch nicht überholt ist und solange der Arbeiter arbeitet und sich nicht etwa im Ruhestand befindet. Solange der Arbeiter also arbeitsfähiger Träger von einer für die Produktion relevante Qualifikation ist, muss die Gesellschaft wissen, wie viel Träger der Qualifikationen x, y, z... n verfügbar sind und wie viele im nächsten Produktionszyklus oder in weiterer Zukunft gebraucht werden. Das ist die Ebene der Gebrauchswerte der Qualifikation. Gleichzeitig müssen diese Gebrauchswerte einem Güterwert zugeordnet werden. Die Gesellschaft muss also wissen, die Reproduktion der Gebrauchswerte Typ Qualifikation x, y, z... (x)n kostet a, b, c... (a)n Arbeitszeit. Denn sonst kann sie die zeitgerechte Reproduktion von den benötigten Qualifikationen nicht planen. 17 Es handelt sich hier bei Marx zunächst nur um die Bestimmung des Werts von Waren, also von Gegenständen, die innerhalb einer aus Privatproduzenten bestehenden Gesellschaft, von diesen Privatproduzenten für Privatrechnung produziert und gegeneinander ausgetauscht werden. Es handelt sich hier also keineswegs um den»absoluten Wert«, wo dieser auch immer sein Wesen treiben möge, sondern um den Wert, der in einer bestimmten Gesellschaftsform Geltung hat. Dieser Wert, in dieser bestimmten geschichtlichen Fassung, erweist sich als geschaffen und gemessen durch die in den einzelnen Waren verkörperte menschliche Arbeit, und diese menschliche Arbeit erweist sich weiterhin als Verausgabung einfacher Arbeitskraft. Nun ist aber nicht jede Arbeit eine bloße Verausgabung von einfacher menschlicher Arbeitskraft; sehr viele Gattungen von Arbeit schließen die Anwendung von mit mehr oder weniger Mühe, Zeit- und Geldaufwand erworbnen Geschicklichkeiten oder Kenntnissen in sich ein. Erzeugen diese Arten von zusammengesetzter Arbeit in gleichen Zeiträumen denselben Warenwert wie die einfache Arbeit, die Verausgabung von bloßer einfacher Arbeitskraft? Augenscheinlich nein. Das Produkt der Stunde zusammen gesetzter Arbeit ist eine Ware von höherm, doppeltem oder dreifachem Wert, verglichen mit dem Produkt der Stunde einfacher Arbeit. Der Wert der Erzeugnisse der zusammengesetzten Arbeit wird durch diese Vergleichung ausgedrückt in bestimmten Mengen einfacher Arbeit; aber diese Reduktion der zusammengesetzten Arbeit vollzieht sich durch einen gesellschaftlichen Prozeß, hinter dem Rücken der Produzenten, durch einen Vorgang, der hier, bei der Entwicklung der Werttheorie, nur festzustellen, aber noch nicht zu erklären ist. Friedrich Engels, MEW 20, Berlin 1962, Herrn Eugen Dührung's Umwälzung der Wissenschaft, Seite Die Fragestellung würde sich erübrigen, wenn alle Arbeiter dieselbe Qualifikation hätten. Friedrich Engels erklärte übrigens die Sache so, dass das Ende der Arbeitsteilung und die Rotation der Tätigkeiten die Frage nach den unterschiedlichen Qualifikationen löst. Ja, dass dies sogar die Vorbedingung dafür ist, dass die Arbeiter die Wirtschaft leiten können: Denn um die industrielle und Ackerbauproduktion auf die geschilderte Höhe zu bringen, genügen die mechanischen und chemischen Hilfsmittel 18 W. Paul Cockshott und Allin Cottrell, Calculation, complexity and planning: the socialist calculation debate once again. Review of Political Economy 5, , 1993, Seite

14 . nicht allein; die Fähigkeiten der diese Hilfsmittel in Bewegung setzenden Menschen müssen ebenfalls in entsprechendem Maße entwickelt sein. Ebenso wie die Bauern und Manufakturarbeiter des vorigen Jahrhunderts ihre ganze Lebensweise veränderten und selbst ganz andere Menschen wurden, als sie in die große Industrie hineingerissen wurden, ebenso wird der gemeinsame Betrieb der Produktion durch die ganze Gesellschaft und die daraus folgende neue Entwicklung der Produktion ganz andere Menschen bedürfen und auch erzeugen. Der gemeinsame Betrieb der Produktion kann nicht durch Menschen geschehen wie die heutigen, deren jeder einem einzigen Produktionszweig untergeordnet, an ihn gekettet, von ihm ausgebeutet ist, deren jeder nur eine seiner Anlagen auf Kosten aller anderen entwickelt hat, nur einen Zweig oder nur den Zweig eines Zweiges der Gesamtproduktion kennt. (...) Die Erziehung wird die jungen Leute das ganze System der Produktion rasch durchmachen lassen können, sie wird sie in Stand setzen, der Reihe nach von einem zum andern Produktionszweig überzugehen, je nachdem die Bedürfnisse der Gesellschaft oder ihre eigenen Neigungen sie dazu veranlassen. Sie wird ihnen also den einseitigen Charakter nehmen, den die jetzige Teilung der Arbeit jedem einzelnen aufdrückt. Auf diese Weise wird die kommunistisch organisierte Gesellschaft ihren Mitgliedern Gelegenheit geben, ihre allseitig entwickelten Anlagen allseitig zu betätigen. 19 der nun qualifizierte Arbeiter Konsumgüter im Wert von 30 Wochenstunden genauso wie der ungelernte. Demnach würden Konsumgüter im Wert von 60 Wochenstunden verkonsumiert. Die Konsumgüter hätten aber ein Wertprodukt von 75 Wochenstunden. Was würde also mit der Differenz, 15 Arbeitsstunden geschehen? Hier können wir Friedrich Engels übrigens nicht Punkt für Punkt folgen. Die Aufhebung der Arbeitsteilung ist Vorbedingung dafür, dass die Arbeiter die Wirtschaft leiten können, ja. Aber dass alles produktionsrelevante Wissen durch einen raschen Kursus und durch Rotation der jungen Leute durch alle Wirtschaftsbereiche erwerbbar sei, stimmt heute sicher nicht mehr. Wissenschaft, Technik und Technologie haben sich in den letzten 150 Jahren zumindest so weit fortentwickelt, dass das Ideal des universellen Handwerkers nicht reaktivierbar ist. Die Geschichte ist darüber hinweggegangen. Umso wichtiger ist die Kooperation der Arbeiter unterschiedlicher Wirtschaftsbereiche. Nicht die Kooperation Gleicher bzw. Universeller, sondern die Kooperation unterschiedlicher Kenntnisse und Spezialisten ist die Aufgabe. Das ganze wird auf eine höhere Stufe gestellt: Erst die Kooperation des Unterschiedlichen bewirkt, dass die Kooperation mehr als die bloße Summe ihrer einzelnen Teile wird: Eine gegenseitige Befruchtung und Kontrolle. Tatsächlich sind der Qualifikationserwerb und die Ausbildung in der Planwirtschaft gesellschaftlich, sie trifft von der Gesellschaft ausgehend die ganze Gesellschaft, nicht einzelne Individuen. Die Arbeitsqualifikation ist eine komplexe Sache, in sie fließt ein bestimmter historisch erreichter Kultur- und Zivilisationsstand ein, dann die Schulbildung, dann die Qualifikation, die man sich nur durch Arbeit selbst aneignen kann. In Wirklichkeit handelt es sich also um eine Kombination sowohl historischer Arbeit, die in das Wertprodukt gar nicht mehr messbar eingeht und toter Arbeit, wie die konkrete Schulbildung der Gesellschaftsmitglieder. Ist es nicht unsinnig, die historische und tote Arbeit, die in der Zivilisation steckt, mitzuberechnen? Wir hätten also auf Seiten des Arbeiters zum Beispiel in der Woche: Ungenügend beantwortet wäre die Frage, dass die 15 Arbeitsstunden nicht für Konsumgüter, sondern für Produktionsmittel zusätzlich zur Anwendung gelangen. Denn für die Produktion und Akkumulation von Produktionsmittel notwendig, weil die Gesellschaft ja nicht immer auf dem Konsumniveau vom Jahre 1 der Planwirtschaft stehen bleiben kann - hat die Planwirtschaft andere Entstehungsquellen, wie weiter unten im Teil II unserer Darstellung ausgeführt. Was geschieht also mit unseren überzähligen 15 Arbeitsstunden? Man könnte auch sagen, die Konsumgüter im Wertausmaß von 75 Arbeitsstunden werden zu je 37,5 auf beide gleichmäßig verteilt. Aber was wäre nun anders und was weiß man jetzt besser, als wenn man einfach sagt: die Produkte haben 60 Stunden zur Herstellung benötigt, sind daher 60 Stunden wert und werden zu je 30 an beide Arbeiter verteilt. Das Ergebnis ist genau dasselbe wie wenn die Wertübertragung von zusammengesetzter Arbeit beachtet wird. aber da es sich um zusammengesetzte Arbeit handelt kommen noch hinzu: **** Stunden historische und tote Arbeit, die in der Zivilisation und Ausbildung stecken. Auf Seiten des Wertprodukts kann man verrechnen: Kommen wir auf die Frage vom Werttransfer an Hand eines Beispiels zurück: Zuerst hat die Gesellschaft 2 ungelernte Arbeiter, die jeweils 30 Stunden (zusammen 60) in der Woche arbeiten und Anspruch auf je 30 (zusammen 60) Konsumgüterstunden haben. Später ist einer von beiden hochqualifiziert und setzt nicht mit einfacher, sondern mit zusammengesetzter Arbeit dem Produkt Wert zu. Der ungelernte Arbeiter setzt 30 Stunden den Produkten die Woche zu, der qualifizierte 30 Stunden mal 1,5. Letzterer also 45 Stunden (bei 30 Stunden lebendiger Arbeit). Das Wertprodukt beider Arbeiter wäre also nun 75 Arbeitsstunden. Dennoch bezieht Stunden lebendige Arbeit (also eine 30-Stunden Woche), 30 Stunden lebendige Arbeit, Stunden historische und tote Arbeit. Man weiß aber genauso viel über die Produktion und das Endprodukt, wenn man die Stunden historische und tote Arbeit, die in der Zivilisation und Ausbildung stecken, weglässt bzw. auf beiden Seiten der Gleichung wegkürzt. Abgesehen davon ist die historische Arbeit, die in der Zivilisation steckt, nicht in Zahlen berechenbar. Die tote Arbeit der Planwirtschaft, die zuerst in die Qualifikation der Arbeiter fließt, wird im Laufe der Zeit Friedrich Engels, Grundsätze des Kommunismus, 1847, MEW Band 4, Seite

15 I ebenfalls zu einem bestimmten Standard der Zivilisation. Auf dieser Basis baut die Gesellschaft auf, das muss nicht mehr mitberechnet werden. Wenn ein Wanderer einen 2000m hohen Berg erklimmt und er geht vom Talort weg, der auf 500 Meter über dem Meeresspiegel liegt, dann überwindet er bei dieser Aktion 1500 Höhenmeter und nicht etwa den Produktenwert eingeht was aber niemand nachzeichnen wird. Um Missverständnisse vorwegzunehmen: Wenn wir die Unterschiede in Qualifikation und Intensität der Arbeit und deren Auswirkung auf die Produktenwerte betrachten, so können wir sowohl horizontale als auch vertikale Untersuchungen anstellen. Wenn wir einen vertikalen Schnitt durch die Arbeitsqualifikationen machen, also am Tag X, so haben wir die unterschiedlichsten Qualifikationen vor uns, die an sich unterschiedlichen Werte an die Produkte übertragen. Da aber die Planwirtschaft die Knechtung der Arbeiter unter die Arbeitsteilung aufhebt und die allseitige Ausbildung aller zumindest umsetzen kann, sind diese angesprochenen Wertübertragungsunterschiede letztlich zufällig. Die zufälligen Schwankungen entscheiden die gesellschaftliche Arbeitsproduktivität nicht. Anders wäre es mit nicht zufälligen Schwankungen, sondern um systematische. Wenn etwa die Arbeitsproduktivität einer Region, eines Betriebes oder einer Branche aus historischen oder sonstigen Gründen systematisch anders wäre als andere. Wenn wir einen horizontalen Schnitt durch die Gesellschaft machen, sehen wir den Unterschied der Qualifikation der Gesamtgesellschaft zum Zeitpunkt x und die Qualifikation der Gesamtgesellschaft zum Zeitpunkt y. Aber auch dieser Unterschied ist für die Wertberechnung nicht relevant, so bald die Veränderung zum kulturellen Standard der gesamten Gesellschaft wurde. Es wäre also sinnlos, den Stundenaufwand für die allgemeine Schulbildung aliquot auf alle Produkte anzurechnen. Die lebendige Arbeit, die während des Produktionsprozess zum Einsatz gelangt, wird sehr wohl verrechnet, und zwar sowohl auf den Wert des Produktes als auch als Guthaben auf dem Konsumkonto. Dabei ist es aber unerheblich, wie qualifiziert die Arbeiter waren. Es geht bloß darum, die Arbeitszeit der Gesellschaft, also den Aufwand der Gesellschaft für die Produktion, der Freizeit gegenüberzustellen. Die tote Arbeit, die in Produktionsmitteln steckt und während des Produktionsprozesses verbraucht wird, wird auf alle Fälle auf das Wertprodukt verrechnet. Das ist für die Gesellschaft ein wichtiger und aussagekräftiger Index: Wie viel lebendige Arbeit benötigen wir, um mit einem bestimmten Produktionsapparat (= tote Arbeit) eine bestimmte Menge an Konsumgütern zu erzeugen. Umso höher die Qualifikation der Arbeiter, umso dichter und komplexer die Ausfüllung einer Arbeitsstunde, umso mehr Produktionsmittel werden bewegt. Das ist die qualitative Seite der Arbeitsintensität. Und diese ist nur zum Teil absolut von Ausbildung abhängig, zum anderen von der Entwicklung Produktionsmittel, die ein bestimmtes Ausmaß und eine bestimmte Art von Arbeitsintensität diktieren. **** Fassen wir das Thema einfache vs. zusammengesetzte Arbeit nun zusammen. Wir haben zum einen: Für die Gesellschaft insgesamt ist es positiv, wenn die Qualifikation der Arbeiter im Laufe der Jahre und Generationen zunimmt. Das ist nicht mehr etwas, was individuell gegen verrechnet werden muss. Daher ist Ausbildung und Qualifikationserwerb am ehesten wie im Ideal des europäischen Humanismus ganzheitlich mit dem Menschen verwoben. Insofern nimmt hier die Arbeitskraft im Vergleich zu den anderen Produktionsfaktoren wieder eine Sonderstellung ein. Wo hingegen sehr wohl die Wertübertragung auf das Produkt verrechnet wird: Dort, wo Ausbildung und Qualifikation bloß eine Teilmenge der Arbeiter betrifft und daher noch nicht in den allgemeinen Stand der Zivilisation einging. Ein Beispiel: Die Gesellschaft stimmt über zwei alternative Produktionsverfahren für die Herstellung eines Gutes ab. Die Variante 1 ist die traditionelle, für die Variante 2 beinhaltet neue Produktionsmittel, die den Abeitern dieser Wirtschaftsbranche erst mittels einer Schulung vertraut gemacht werden muss. Neben anderen Kriterien sollen nun auch die Kosten beider Verfahren abgewogen werden. Nun müssen bei der Variante 2 auch die Schulungskosten zu den Anschaffungskosten der neuen Produktionsmittel hinzugerechnet werden, die dafür vielleicht im Echtbetrieb mehr Stück pro Stunde produzieren und sich daher langfristig rechnen. Während die Grundschule, die als Grundlage für die Anwendung beider Verfahren die Standardqualifikation mitliefert, theoretisch auch in 16 Fall 1: Unterschiede der Arbeit durch unterschiedliche Neigung, Geschicklichkeit und persönlicher Einstellung. Da Menschen unterschiedliche sind, sind sie dies auch als Arbeiter. Wie bereits erwähnt, ergeben sich daraus keine Unterschiede in der Verteilung. Auch was die Wertübertragung durch lebendige Arbeit betrifft, sind diese Unterschiede vernachlässigbar. Fall 2: Unterschiede in der Qualifikation, die durch Ausbildung und Training erworben wurde. Auch daraus ergeben sich keine Unterschiede in der Verteilung. Unterschiede in der Wertübertragung gibt es allerdings. Was die Produktion der Qualifikation betrifft, so berührt dies einerseits die Ebene des Gebrauchswertes der Qualifikation (nützliche Arbeit), anderseits die Ebene des Arbeitszeitwertes: Wie viel Stunden kostet es der Gesellschaft, die benötigte Qualifikation zu produzieren. So lange die besagte Qualifikation noch nicht in den allgemeinen Kulturstand eingegangen ist, sondern eine spezielle Maßnahme der Produktionsmittelbranche ist, geht sie in den Wert der Produkte ein und kann / soll berechnet werden, nicht zuletzt um Vergleichbarkeit herzustellen. In diesem Fall werden die Ausbildungsstunden auf den Wert der Produkte zugeschlagen. Der Wert der Produkte würde steigen.

16 . Fall 3: Unterschiede in der Intensität der Arbeit, soweit es sich um quantitativ messbare handelt etwa die Geschwindigkeit. Unterschiede in der Verteilung von Konsumgütern gibt es wieder keine. Die Unterschiede in der Wertübertragung wären metrisch messbar. Pro Arbeitsstunde werden mehr Produkte hergestellt. Der Wert der Produkte würde sinken. Qualifikationserwerb so ferne es sich um handfeste Ausbildung handelt als ein Element der Produktionsmittel. Schwieriger erklärbar ist ja der umgekehrte Fall, dass nämlich dort, wo die Qualifikation in die allgemeine Kultur der Gesellschaft eingeht, sie nicht mehr als eigener Wertbestandteil der Produkte der Gesellschaft aufscheint. Das klingt zwar sehr vernünftig ändert aber nichts daran, dass nun die gesamte Gesellschaft auf der einen Seite eine Menge an lebendiger Arbeit hat: die Menge x, worin auch die Arbeitsstunden verbraucht in der allgemeinen Schulbildung enthalten sind, dem die Menge x-y als Produktenwerte gegenübersteht: x = x-y. Fall 4: Unterschiede in der Intensität der Arbeit, soweit es sich um die qualitative Seite der Intensität handelt. Zum Teil schließt dies Fall 2) ein, wo der Wert des Produktes gestiegen ist (was für die Gesellschaft zuerst einmal ein Nachteil ist). Da aber dies auch bedeutet, dass nun komplexere und bessere Produktionsmittel durch die Arbeit auf die Produkte Anwendung finden, ist dies meist auch der Faktor, der die Menge der hergestellten Produkte pro Zeiteinheit erhöht und daher ihren Wert pro Stück verringert. Der Effekt von Fall 2) wird per Anwendung also aufgehoben ganz analog dem Vorgang, wenn zusätzliche Arbeitszeit zuerst eingesetzt wird, um Produktionsmittel zu vermehren und zu verbessern, die später mittels ihrer Anwendung mithelfen, die Arbeitszeit zu verringern. Die Produktion dieser qualitativen Seite der Arbeitsintensität ist schwer messbar, außer es handelt sich um Fall 2), eines eigenen Aufwandes zur Hebung der Qualifikation. Oft aber erwirbt sich der Mensch die Fähigkeit zur erhöhten Intensität durch die Beschäftigung mit der Arbeit selbst, durch die Arbeit, etwa indem neue Produktionsmittel, neue Maschinen, neue Verfahren, neue Organisationsmodelle angewendet werden. In diesen Fällen ist es unmöglich und auch nicht notwendig, die Kosten der Produktion dieser Qualifikation zu berechnen. Dieses Rätsel ist überhaupt nur lösbar, indem wir die allgemeine Schulbildung nicht als Produktionsmittel, sondern als Konsumtionsmittel definieren. Sie wird unproduktiv konsumiert und spiegelt sich in keinen Produktenwert wider. d) Die Indices Die Frage der unterschiedlichen Qualifikation von Arbeitskraft und der zusammengesetzten Arbeit wurde einerseits oft als Hindernis für die Wertberechnung in der Planwirtschaft gesehen 20 andererseits motivierte sie die Befürwortern der Arbeitszeit als Wertmaßstab in der Planwirtschaft bis hinauf in die 1990er Jahre zur Erfindung eigener Formeln. Nun gehen wir einerseits davon aus, dass die Frage ohne (fehleranfällige) Formeln für die Wertübertragung lösbar ist, anderseits davon dass die Wertbestimmung nicht die einzige und nicht einmal die wichtigste Messgröße in der Planwirtschaft ist. Selbstverständlich bewirkt eine höhere Qualifikation der Arbeitskraft bzw. zusammengesetzte statt einfache Arbeit einen größeren Nutzeffekt pro Stück immer vorausgesetzt, die Qualifikation passt zu den sachlichen Produktionsmitteln. Das bedeutet: pro Einheit Arbeitszeit wird mehr an Gebrauchswerten geschaffen. Diese Beobachtung, die Umrechnung von Zeit in Stück, von Zeit in Qualität der Gebrauchswerte, kurzum von Zeit in Materie, ist für die Planwirtschaft einer der wichtigste Indices. c) Auswirkungen auf die Werttheorie Das bisher gesagte hat auf den ersten Blick widersprüchliche Auswirkungen auf die Werttheorie wenn wir diese für den makroökonomischen Gesichtspunkt verwenden: Die gesamte Gesellschaft verwendet in einer bestimmten Zeiteinheit eine Menge x an Arbeitszeit. Hier haben wir die lebendige Arbeit vor uns. Aber stimmt diese Menge nun mit der Menge der Produktwerte überein? Im Kapitalismus ist dies natürlich ganz anders, da hier die Arbeitskraft Ware ist und daher als ebensolche im Produktionsprozess aufgesogen wird um neue Waren zu produzieren, die wieder in Geld umgewandelt werden. Hier läuft alles über die Ware, das Medium, mit dem die individuellen Produzenten am Markt, mit der Gesellschaft, interagieren. Die Produktion in der Planwirtschaft ist aber von Haus aus Gesellschaftlich; das einzelne Produkt muss daher nicht alle relevanten Informationen allein in Gestalt seines Wertes / Preises mit sich führen. Die Gesellschaft steht über dem einzelnen Produkt. Der Arbeitszeitwert ist bloß eine Messgröße unter anderen: Unser Beispiel vom vorhergehenden Abschnitt hat ja etwa gezeigt, dass die beiden Arbeiter 60 Stunden (x) gearbeitet haben aber Produkten im Wert von 75 Stunden (x+y) gegenüberstehen. Angenommen es handelt sich bei diesen Werten nun um jene der gesamten Gesellschaft (jeweils mal 100Mrd.), so passt die Sache nicht mehr zusammen: x = x+y. Aber das wäre keine Besonderheit der Planwirtschaft, sondern wäre in der Warengesellschaft genauso gut möglich. Der Grund: Hier wurden offensichtlich die Stunden, die für die Produktion der Qualifikation führten, nicht eingerechnet. Aber auch diese Stunden waren einmal lebendige Arbeit. Nimmt man also eine größere Zeitspanne zur hand bzw. rechnet die Entstehungskosten der Qualifikation auf die Dauer ihrer Anwendung und damit auf die Masse der damit geschaffenen Produktenwerte um, würde man etwa auch 75 zu 75 kommen, um bei dem Beispiel zu bleiben. Hier behandeln wir also den der Wert eines Produktes. Das sagt uns, wie viel Arbeitszeit die Gesellschaft dafür verausgabt. Der Wert aller Produkte im Verhältnis zu der Anzahl der Vgl. etwa Jiri Kosta, Sozialistische Planwirtschaft, Opladen 1974.

17 I Arbeiter. Dies sagt uns, wie viel Freizeit der Gesellschaft übrig bleibt. Die Zusammensetzung des Wertes nach toter und lebendiger Arbeitszeit. Das sagt uns wie hoch der Stand der Technik ist21. Wie viel Arbeitszeit ergeben welche Menge / Qualität an Gebrauchswerten. Oder anders formuliert: Produkte durch Arbeitsstunden (Arbeitsproduktivität). Stunden und nicht mehr. Diese Indices lassen sich erweitern, z.b. indem auch die Maschinenproduktivität und die Materialproduktivität herangezogen werden. Komplexere Formeln würden dann verschiedene Elemente kombinieren (etwa Material, Arbeitszeit, Wert der Produktionsmittel, Stückzahl der damit erzeugten Produkte ). Vor allem die Veränderungen pro Indices und nicht so sehr deren absoluter, statischer Wert interessant sind. Also etwa: Wie groß ist die Veränderung der Indices, wenn ein neues Produktionsverfahren angewendet wird? Wie groß ist die Veränderung der Indices, wenn neue Produkte mit dem alten Produktionsapparat erzeugt werden sollen? Wie groß ist die Veränderung dieser Indices, wenn ein neues Produktionsverfahren für zusätzliche Produkte angewendet werden soll? Und so weiter. Der Wert und der Preis der Produkte sind dabei nur ein Index unter vielen und dabei bloß der Basis-Index, der alleine noch gar nicht so viel aussagt. Klar dürfte übrigens sein, dass für den Index Arbeitsproduktivität die pure, also die lebendige Arbeit herangezogen wird. Hier tut man so, als wäre jede Arbeit einfache Arbeit, obwohl es einfache Arbeit kaum noch gibt und nahezu jede Arbeit zusammengesetzte Arbeit ist. Wenn die zusammengesetzte Arbeit in einfache Arbeit umgerechnet werden würde und diese Dehnung der Ziehharmonika die Grundlage der weiteren Berechnungen zur Arbeitsproduktivität wäre, dann würde Produkt A statt, sagen wir 5, 10 Arbeitsstunden wert sein, weil in diesem Beispiel die Arbeit doppelt so qualifiziert wäre wie einfache Arbeit. Würde gleichzeitig mit der nun qualifizierten Arbeit doppelt so viel Stück des Produktes A pro Zeiteinheit hergestellt, so könnte kein Index den Arbeitsproduktivitätsfortschritt messen, der statt purer Arbeitszeit die zusammengesetzte Arbeit auf Arbeitszeitumrechnet. Letztlich gibt es auch ein negatives Argument für den Index lebendige, pure Arbeitszeit im Verhältnis zu Stück, Gebrauchswerten: Die Arbeitszeit steht immer als Konterpart zur Freizeit, die die Gesellschaftsmitglieder haben. Und die Freizeit hat nun eine andere Rolle als im Kapitalismus. Die Freizeit ist ein essentielles Gut für die umfassende Entwicklung der Menschen. Hier wäre es natürlich unsinnig für die Berechnung der täglichen Freizeit (24 Stunden minus X Arbeitszeit = Freizeit in Stunden) die zusammengesetzte in einfache umzurechnen, was ja mehr Stunden ergeben würde. Der astronomische Tag hat nun einmal nur Bei Nikolai Bucharin, Die Ökonomik der Transformationsperiode, Moskau 1920, Seite 145: M : (a + b), wo M die ganze Masse der Produkte ist, (...) a und b sind Einheiten der gesellschaftlichen Arbeiten: a Einheiten der toten Arbeit, b der lebendigen (...). 18

18 . 8. Was wird aus der Arbeit? Die notwendige Arbeitszeit Faktoren, auf die wir hier nicht eingehen ein bestimmtes Verhältnis von c zu v, wenn alle anderen Bedingungen konstant bleiben. Ein bestimmtes Größenverhältnis von c zu v bedeutet aber, dass ein bestimmtes Ausmaß an konstantem Kapital von einem bestimmten Ausmaß an variablem Kapital in Bewegung gehalten wird. Dieses bestimmte Ausmaß an variablem Kapital korreliert mit der für dieses Produkt gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit. Ergo: Die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist kein bloßes Messergebnis, sondern ein eigener Faktor. a) Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit? Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit: Diese ökonomische Größe ist im Kapitalismus kein bloßer Durchschnitt (also ein Messergebnis durch eine Messung außerhalb der Sache an der Sache), sondern ist eine Sache selbst. Die Produktion findet für den Markt statt erst mit dem Verkauf der Waren werden die Warenwerte realisiert. Erst am Markt stellt sich heraus, ob in Arbeitszeit gemessen - der individuelle Warenwert der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit entspricht. Dieser Vergleich findet durch den Marktmechanismus statt, er muss nicht von außerhalb der Ökonomie angestoßen werden. In der Planwirtschaft aber haben wir keine Profitraten und erst recht keinen automatischen Ausgleich der Profitraten, weil es die Konkurrenz und die Marktmechanismen über Angebot und Nachfrage nicht gibt. Und im Kapitalismus ist die für eine Ware verbrauchte Arbeitszeit zuerst bloß individuelle Privatsache, erst im Nachhinein, nach der Produktion, stellt sich am Markt heraus, wie sich die Sache verhält. Straft oder belohnt die gesellschaftlich notwenige Arbeitszeit den Warenbesitzer, die nun nach diesem Maßstab verkauft wird. Gleichzeitig ist die gesellschaftlich notwenige Arbeitszeit nicht bloß eine Messung, sondern sie ist ein eigener Faktor der kapitalistischen Ökonomie. Sie entsteht indirekt durch den Ausgleich der Profitraten im Kapitalismus. Zuerst gleicht sich die Profitraten innerhalb einer Branche aus, dann die von allen Branchen zu einer nationalen oder vielleicht internationalen Profitrate. In einer Branche gibt es zuerst einmal Betriebe mit unterschiedlicher organischer Zusammensetzung. Das ist das Größenverhältnis von konstantem Kapital (sachliche Produktionsmittel) zu variablen Kapital (Löhne). Diese Unterschiede spiegeln einen unterschiedlichen Stand an technischen Fortschritt wieder, dieser wiederum ist von einer Fülle von Faktoren abhängig, wie Betriebsgröße, Größe des Mehrwerts, Arbeitskämpfe. Das ist in der Planwirtschaft anders, da hier ja jede Arbeit von der Gesellschaft bestellt ist und daher nie Privatsache sondern von Anfang an, sogar vor der eigentlichen Produktion, mit der Bedürfniserhebung und Planung, gesellschaftlich ist. Quintessenz: Es gibt in der Planwirtschaft keinen Faktor gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit! b) Notwendige Arbeitszeit Gut, die Arbeitszeit ist in der Planwirtschaft von Anfang an und jederzeit gesellschaftlich. Aber gibt es nicht dennoch auch in der Planwirtschaft eine notwenige Arbeitszeit, die einem bestimmten Stand der Produktivkräfte entspricht? Könnten die Räte nicht herausfinden, für die Produktion des PKW des Typs K678 ist nach dem neuersten Verfahren der Einsatz von 360 Arbeitsstunden notwendig? Das herauszufinden könnte doch nützlich sein, sonst weis man ja nur, dass in den Betrieben so und so viel Ist-Stand an Arbeitszeit aufgewendet wird. Aber ist gerade dieser Ist-Stand wirklich von der technischen und der organisatorischen Seite her gesehen, notwendig? Könnte man nicht pro Produkt zumindest eine Untergrenze an wirklich notwendiger Arbeitszeit herausfinden? Auch um auf die Betriebe, die davon extrem abweichen, zu reagieren? Bei diesem Stand der Dinge haben die Waren unterschiedliche individuelle Werte, je nachdem, wie groß die Arbeitszeit ist, um sie herzustellen und je nachdem, wie viel vom Wert des konstanten Kapitals auf sie übertragen wurde. Aber die unterschiedlichen individuellen Warenwerte kommen im Austausch nicht zum Tragen und spielen daher bei der Realisation der Warenwerte nur indirekt eine Rolle. Stattdessen kommt zuerst einmal der Produktionspreis ins Spiel: Kostpreis, der eben angesprochene individuelle Warenwert abzüglich dem Mehrwert plus dem Durchschnittsprofit. Der Durchschnittsprofit kommt dadurch zu tragen, dass die Konkurrenz und das Verhältnis von Angebot zur Nachfrage bewirken, dass die Waren der Betriebe mit überdurchschnittlicher oder unterdurchschnittlicher Profitraten nicht zu dem individuellen Wert verkauft werden können, sondern darunter oder darüber, je nach Marktlage. Für die konkrete, einzelne Ware kommt daher der Marktpreis zum Tragen. Schauen wir uns das einmal an: Wir haben z.b. den Betrieb Nord vor uns, der für die Produktion des PKW des Typs K678 ist nach dem neuesten Verfahren der Einsatz von 360 Arbeitsstunden benötigt. Diese 360 Arbeitsstunden können je nach Anzahl der Mitarbeiter und je nach Dauer des Arbeitstages aufgeteilt werden. Bei einer Werkseinheit von 10 Mitarbeiter und einer 36-StundenWoche wäre ein PKW in einer Woche fertig. Und: Ausgleich der Profitraten bedeutet auch eine ausgleichende Wanderung des Kapitals, weil das Kapital in jene Anlagensphären wandert, in denen die Profitraten hoch sind und diese damit gleichzeitig mittelfristig dämpfen, weil sich dadurch die organische Zusammensetzung erhöht - mehr Produktionsmittel im Verhältnis zur Arbeitskraft, die alleine Mehrwert schaffen kann. Aber zusätzliche Arbeitsstunden oder zusätzliche Arbeitskräfte könnten zur Qualitätssicherung oder Steigerung verwendet werden. Und wir wissen noch nicht, ob die 10 Werksmitarbeiter langsam oder schnell arbeiten. Zum guten Teil wird die Arbeitsgeschwindigkeit sicher durch die verwendete Maschinerie bedingt. Je nach technischen Bedingungen (den Damit kommen wir wieder zum Ausgangspunkt zurück: Was bei der Realisation der Warenwerte zählt, ist die Durchschnittsprofitrate. Dieser entspricht neben anderen 19

19 I Produktionsanlagen und dem aktuellen Verfahren) gibt es eine Bandbreite an Arbeitsintensität, die mit den Produktionsanlagen kompatibel sind. Hier ist eine Schwankungsbreite gegeben. Und weiters: die fixen Produktionsanlagen und Verfahren müssen ja so oder so immer wieder erneuert und weiterentwickelt werden. Das aber bedeutet: Damit bestimmen ja die Menschen selbst die Art und Weise, wie die Produktionsanlagen funktionieren. Planwirtschaft ist daher nicht der, dass eine gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit entweder rein technisch bestimmt oder aber aus den Produktionsverhältnissen ergibt, sondern, wie oben beschrieben, dass die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit im Kapitalismus aus den inneren Gesetzen des Kapitalismus entsteht, während es in der Planwirtschaft nichts vergleichbares gibt. Natürlich kann die Gesellschaft in der Planwirtschaft festlegen, für die Produktion PKW des Typs K678 ist nach dem neuesten Verfahren der Einsatz von 360 Arbeitsstunden notwendig. Je nach dem, wie viel die Produktionsmittel erlauben, ergibt sich dann eine bestimmte Arbeitsintensität. Oder der Planungsapparat erhebt, wie viel Arbeitszeit bei welcher Arbeitsintensität und bei welchen Verfahren in allen sagen wir Kfz-Betreiben aufgewendet wird und ermittelt einen Mittelwert oder einen Leitwert im statistischen oberen oder unteren Drittel. Und zieht diesen für Maßnahmen oder Empfehlungen heran oder auch nicht. Um auf unsere Fragestellung zurückzukommen, die Arbeitszeit pro Stück ist abhängig von einem Komplex von Faktoren: Stand der Produktionsmittel Intensität der Arbeit Qualität des Produktes Sprich: Das was als notwendige, optimale, untere, obere, maximale, minimale usw. Arbeitszeit festgelegt wird, sind statistische Kennziffern, die die Gesellschaft definiert. Sie entstehen nicht automatisch in der Sphäre der Ökonomie. Und sie messen etwas, was die Menschen selbst bewusst gemacht haben. Diese Messung ist daher nicht vergleichbar mit Messungen der Physik oder der Chemie. Arbeitszeit / Anzahl der Arbeiter Ändert sich eine Stelle dieses Vierecks, so hat dies Auswirkungen auf eine andere Stelle. Wird etwa die Qualität des Produktes erhöht und die Arbeitszeit und die Produktionsanlagen bleiben konstant, müsste die Arbeitsintensität darauf reagieren. Das ist nur ein Beispiel. Man kann nun jeweils Variationen durchgehen, bei denen eine Seite des Komplex geändert wird und jeweils ein, zwei oder alle restlichen drei Seiten sich als Reaktion darauf verschieben. Das ergäbe eine Fülle an Variationen. Das mag theoretisch klingen, aber führt uns zu einer wichtigen Schlussfolgerung, die wir schon im vorhergehenden Abschnitt zu Was wird aus der Arbeitskraft / Arbeitszeit gezogen haben: Die Arbeitszeit ist nur ein Faktor unter mehreren, die sich ändern kann. Und alle Faktoren unterliegen nun innerhalb bestimmter technischer Grenzen der Produktivkräfte einer Duktilität. Diese Duktilität st nur vom Willen, der Einstellungen und den Entscheidungen der Menschen in der Planwirtschaft abhängig ist. Und langfristig unterliegt auch die Technik den Entscheidungen der Menschen, etwa indem sie Ressourcen für die Akkumulation umleiten. c) Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit Unter der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit sind unterschiedliche Aspekte zu verstehen: Die Arbeitszeit, wie die drei anderen Faktoren (Stand der Produktionsmittel, Qualität und Art der Produkte, Intensität der Arbeit) unterliegt der Gesellschaft. Es gibt keine rein technisch bestimmte Arbeitszeit. Die Arbeitszeit ist, wie sie eben ist, hervortretend aus einem Komplex menschlicher Entscheidungen. Auch die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit im Kapitalismus ist nicht technisch bestimmt, sondern spiegelt das Produktionsverhältnis wider; in sie fließen Faktoren ein wie etwa der Ausgleich der Profitraten, damit die Konkurrenz und der Markt, das Verhältnis von Löhnen zum Mehrwert, worin wiederum der Klassenkampf, die soziale Lage und die Organisiertheit der Arbeiterklasse und ihr Bewusstsein einfließt. Der Unterschied zwischen dem Kapitalismus und der Die Universalität der Arbeit. Arbeit kann ausgetauscht werden, sie hängt nicht von Haus aus an einem Individuum. Die technisch bedingte Arbeitsteilung: Die technische Natur der Produktionsmittel macht es notwendig, dass sich Arbeiter exklusiv mit ihnen beschäftigen. Pro Produkt sind zu dessen Herstellung immer mehr und auf immer mehr Betriebe aufgeteilte Arbeitsschritte und Handgriffe notwendig. Immer mehr unterschiedliche und immer kleinere im Verhältnis zum fertigen Produkt. Diese Aufsplittung der Arbeitsschritte ermöglicht, rationeller zu arbeiten, schneller, mit mehr Stückausgang und besserer Auslastung der Anlagen. Die sozial bedingte Arbeitsteilung: Die soziale Lage bestimmt grosso modo, welchen Platz der jeweilige Mensch in der arbeitsteiligen Produktion übernimmt. In der Entwicklung vom Handwerk zur großen Industrie des 19. Jahrhunderts änderte sich die Fesselung des Arbeiters von einem Produkt / Set an Werkzeugen an immer kleinere Arbeitsschritte und immer weniger Werkzeuge, die ihm zudem auch nicht mehr selbst gehören. Diese Fesselung des Arbeiters an das Kleine, Unfertige, technisch Abhängige in der gesellschaftliche Teilung der Arbeit, ist das Resultat der technischen und der sozialen Bedingungen. Im 20. Jahrhundert hat diese Entwicklung Veränderungen erfahren: Von dem Gipfel der manuellen Arbeitsteilung im Fordismus bis zu dessen Auflösung durch neue Produktionskulturen ab den 1970er 20

20 . Jahren. Aber auch das Ende des Fordismus bedeutet nicht das Ende der Fesselung, die Produktion wurde bloß komplexer und der Arbeiter musste hier mitziehen. Teamarbeit und der durchgängige Einsatz von IT schuf bloß neue Formen der Arbeitsteilung und der gegenseitigen Abhängigkeiten. Selbst Prozessmanager der IT wissen oft nicht einmal, in welchen Ort sich ihre Server physisch befinden. Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit entwickelte sich in der Geschichte der Menschheit auf und ab, einmal zunehmend einmal wieder abnehmend. Aber langfristig zunehmend. Wobei sich die genannten Aspekte gegenseitig verstärken. Erst mit der Planwirtschaft ändert sich dieses Verhältnis. Handwerks. Der alte Handwerker würde sich in der Planwirtschaft auch entfremdet vorkommen, wenngleich anders als im industriellen Kapitalismus. Die Arbeitsteilung ist in der Planwirtschaft komplex, komplexer als im Kapitalismus. Wer sich hier aus welchen Gründen auch immer den demokratischen Entscheidungsprozessen und der Arbeiterkontrolle über die Betriebe verweigert ist sicher ebenfalls entfremdet Aber dies aus individuellen Gründen, nicht aus einer sozialen Lage heraus. Das ist der Unterschied. d) Tote, lebendige und historische Arbeit In der Planwirtschaft nimmt die technisch bedingte Arbeitsteilung weiter zu. Umso höher sich die Produktivkräfte entwickeln, umso mehr unterschiedliche Arbeitsschritte sind für die Herstellung eines Produktes notwendig. Aber bedeutet nicht die Automation, dass für die Herstellung eines Produktes weniger statt mehr Handgriffe notwendig sind? Das stimmt, und genau genommen müssten wir sagen, dass die Arbeitsschritte nicht mehr im quantitativen Sinne werden, sondern unterschiedlich im qualitativen Sinne die Komplexität nimmt zu. Und Komplexität bedeutet, dass eine größere Menge unterschiedlicher Arbeitsschritte in einen höheren Arbeitsschritt zusammengefasst sind. Handgriffe im physischen Sinne werden im Verhältnis zu den sachlichen Produktionsmitteln weniger. Aber mehr unterschiedliche Arbeitsschritte sind notwendig, um ein Produkt herzustellen. Es gibt nicht nur eine bestimmtes technische Zusammensetzung von den Produktionsmittel zur Arbeit, wie im Kapitel Technische Zusammensetzung der vorliegenden Darstellung beschrieben, sondern es gilt auch einzuschätzen, in welche Richtung sich diese technische Zusammensetzung verändert. Wenn die Produktivkräfte sich in der Planwirtschaft entwickeln sollen, dann bedeutet dies auch, dass immer geringere Mengen an Arbeitskraft notwendig sind, um einen immer größeren Berg an Produktionsmitteln in Bewegung zu setzen. Der Klick an einem Schalter oder in einem Netzwerk bewirkt immer mehr. Die Beanspruchung von jeder Einheit von Produktionsmitteln wird pro Arbeitsstunde immer größer, obwohl auch immer weniger Wert von den Produktionsmitteln auf jedes Produktstück übertragen wird. Da dies nicht nur in der Konsumgüter- sondern auch in der Investitionsgüterindustrie so vor sich geht, wird auch jede Einheit von c immer wertloser, obwohl sie nicht auf der Ebene der Wertübertragung sondern auch der Ebene der Nutzwerterzeugung immer mehr bewirken kann. Das war mit höheren Kollateralschäden auch langfristig im Kapitalismus so22 wenngleich widerspruchsvoll, unterbrochen und transformiert durch Krisen. Was sich hingegen in der Planwirtschaft umkehrt, ist die sozial bedingte Arbeitsteilung. Der Arbeiter im Kollektiv wird vom Knecht zum Herrn. Es gibt keinen sozialen Zwang, den ein Betriebsinhaber benutzen kann, um den Arbeitern in eine ganz bestimmte Bandbreite an Tätigkeiten zu zwängen, die ihn vereinseitigen und sein Potential verkümmern lassen. Der Arbeiter in der Planwirtschaft erhält eine umfassende manuelle, technische und betriebsorganisatorische Ausbildung durch die Praxis, indem er Betrieb und Produktion leiten muss. Der einzelne Arbeiter klebt daher nicht an einem Handgriff oder an einer Ausbildung, die ihn mit der Zeit davon abhängig werden lassen. Stattdessen wird er gezwungen, gleichermaßen Monteur wie Ingenieur, Buchhalter wie Reiseveranstalter zu sein. Zumindest aber gibt es keine sozialen Gründe, weshalb er es nicht sein könnte. 22 Das Gesetz, daß der durch Entwicklung der Produktivkraft verursachte Fall der Profitrate begleitet ist von einer Zunahme in der Profitmasse, drückt sich auch darin aus, daß der Fall im Preis der vom Kapital produzierten Waren begleitet ist von einer relativen Steigerung der in ihnen enthaltnen und durch ihren Verkauf realisierten Profitmassen. Da die Entwicklung der Produktivkraft und die ihr entsprechende höhere Zusammensetzung des Kapitals ein stets größres Quantum Produktionsmittel durch ein stets geringres Quantum Arbeit in Bewegung setzt, absorbiert jeder aliquote Teil des Gesamtprodukts, jede einzelne Ware oder jedes bestimmte einzelne Warenmaß der produzierten Gesamtmasse weniger lebendige Arbeit und enthält ferner weniger vergegenständlichte Arbeit, sowohl im Verschleiß des angewandten fixen Kapitals wie in den verbrauchten Roh- und Hilfsstoffen. Jede einzelne Ware enthält also eine geringere Summe von in Produktionsmitteln vergegenständlichter und während der Produktion neu zugesetzter Arbeit. Der Preis der einzelnen Ware fällt daher. Die Profitmasse, die in der einzelnen Ware enthalten ist, kann trotzdem zunehmen, wenn die Rate des absoluten oder relativen Mehrwerts wächst. Sie enthält weniger neu zugesetzte Arbeit, aber der unbezahlte Teil derselben wächst gegen den bezahlten Teil. Doch ist dies nur innerhalb bestimmter Schranken der Fall. Mit der im Lauf der Produktionsentwicklung enorm gesteigerten absoluten Abnahme der Summe der, in der einzelnen Ware neu zugesetzten, lebendigen Arbeit wird auch die Masse der in ihr enthaltnen unbezahlten Arbeit absolut abnehmen, wie sehr sie auch relativ gewachsen sei, im Verhältnis nämlich zum bezahlten Teil. Die Profitmasse auf jede einzelne Ware wird sich sehr vermindern mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, trotz des Wachstums der Mehrwertsrate; und diese Verminderung, ganz wie der Fall der Profitrate, wird nur verlangsamt durch die Verwohlfeilerung der Elemente des konstanten Kapitals und die andren im ersten Abschnitt dieses Buchs aufgeführten Umstände, die die Profitrate erhöhen bei gegebner und selbst bei sinkender Rate des Mehrwerts. Karl Marx, Das Kapital, Bd. III, Seite 236. Damit einher geht auch eine Veränderung in der Einstellung zur Arbeit. Da für die Gesamtgesellschaft gearbeitet wird, und nicht die Kapitalistenklasse sich das Produkt der Arbeitsleistung aneignet, ist es klarerweise gut und nützlich, möglichst effektiv, schnell und intensiv zu arbeiten vorausgesetzt man kann aus psychischen oder physischen Gründen. Die Trennung zwischen geistiger und körperlicher Arbeit schwindet. Alle sind grundsätzlich für Alles zuständig; alle Arbeiter kennen den Betrieb und die Produktion aus dem ff und sind daher entscheidungskompetent. Die Entfremdung des Arbeiters, die im Kapitalismus gang und gebe ist, schmilzt dahin. Aber es wäre naiv, anzunehmen, das Ende der Entfremdung bedeutet die Rückkehr zu ihrem Ausgangspunkt: die relative Souveränität des alten 21

21 I Die Automation als der technische Ausdruck dieser Entwicklung nimmt zu. Die Automation hatte auch schon im Kapitalismus mit der Entwicklung der Produktivkräfte zugenommen, stieß hier aber auf spezifische Grenzen. Mitunter war auch im Kapitalismus die Automation Ausdruck der ständigen Revolutionierung der Produktion unter Druck der Konkurrenz. Gleichzeitig findet eine Gegenbewegung statt. Der Motor der Entwicklung ist das Kapitalverwertungsinteresse. Bestimmte Konstellationen können die potentiell mögliche Automation bremsen, wie etwa die Allokation einer hohen Ausbeutungsrate. Denn alle anderen Faktoren konstant gesetzt bewirkt die Zunahme der Automation ein Sinken des Mehrwerts und des Profites, den ja alleine die Arbeitskraft schaffen kann, nicht der Automat. Die europäische Textilindustrie verlagerte in den 1990er Jahren die Produktion in asiatische Billiglohnländer. Automation rentierte sich nicht. Das muss im Kapitalismus nicht immer so sein, aber es ist immer wieder so. Diesen Hemmschuh in der Weiterentwicklung der Automation gibt es zumindest in der Planwirtschaft nicht. übertragen. Der Wert, der auf seine Produkte übertragen wird, wird mit der Steigerung der Produktivität immer geringer und gleichzeitig wird der Anteil des Wertes, der durch lebendige Arbeit dem Produkt zugesetzt wird, immer geringer und relativ dazu bei sinkendem Produktenwert steigt der Anteil der toten Arbeit am Produktenwert **** Tote Arbeit findet sich genauso wie im Kapitalismus in den Produkten der Planwirtschaft wieder, indem bei der Produktion der Wert bereits geschaffener Produktionsmittel auf die neu herzustellenden Produkte übertragen wird. Dies ist auch dann der Fall, wenn man den Wert der Produkte nicht mehr feststellen möchte und ist unabhängig von den unterschiedlichen Gebrauchswerten von Produktionsmitten. Tatsache ist, dass die Herstellung der Produktionsmittel Arbeitszeit gekostet hat oder allgemeiner definiert: Aufwand für die Gesellschaft. Soweit diese Produktionsmittel nicht unnötig sind, und davon wollen wir hier nicht ausgehen, werden sie in der Produktion von weiteren Produktionsmittel oder Konsumgüter benötigt. Irgendwann sind sie aber aufgebraucht bzw. funktionsuntüchtig und somit sind sie in die Güter, bei deren Produktion sie verwendet wurden, eingegangen. Lebendige Arbeit ist jene, die der Arbeiter bei der Produktion verrichtet. Der Fortschritt in der Arbeitsproduktivität ist genauso wie im Kapitalismus verbunden mit der relativen Zunahme der toten Arbeit gegenüber der lebendigen. In jedem Produkt steckt Arbeit, das reicht von der Naturaneignung, bei der der Anteil der lebendigen Arbeit hoch sein kann, bis zu komplexen EDVVerknüpfung, für die eine lange Kette an toter und mittlerweile historischer Arbeit Vorraussetzung ist. Historische Arbeit ist jene, die in der Vergangenheit zur der Erreichung eines aktuell bestehenden Standes der Produktivkräfte notwendig war, aber nicht mehr in den Produktenwert eingeht. Welche Veränderungen in der Relation zwischen lebendiger und toter Arbeit finden im Laufe der Planwirtschaft statt? Ein Netzwerktechniker bewirkt mit seiner Arbeit viel, aber nur in dem er fähig ist, vergangene Arbeit (Maschinen, Erfindungen, Kenntnisse ) einzusetzen und auf ein neues Produkt zu 22

22 . 9. Unterschiede Güterwert und Gemeinsamkeiten im römischen Sklavenhalter gleichgültig ist, wie schnell und intensiv seine Sklaven im Silberbergwerk Spaniens arbeiten können, gibt es den abstrakten Wert Seite des abgebauten Silbers nicht. Aber diese Fragestellung Physis oder nicht Physis trifft ja auch auf den Gebrauchswert zu: Wenn das neolithische Dorf Tonschalen herstellt und dann doch nicht als Vorratsdosen verwendet, weil die Kornernte viel geringer ausfiel als erwartet, haben diese Dinger keinen Gebrauchswert. Es ist ziemlich gleichgültig ob man sagt, sie haben keinen Gebrauchswert und sind nur noch Materie aus Ton oder ob man sagt, ihr Gebrauchswert wird nicht genutzt. a) Gebrauchswert, abstrakter Wert und Tauschwert Wir haben bisher oft den Begriff Wert als Eigenschaft der Produkte in der Planwirtschaft verwendet und wir werden diesen Begriff - oder besser gesagt Kategorie - noch sehr oft verwenden. Weiter unten im Kapitel zum Wertgesetz und in dem Kapitel zu den Kalkülen wird es darum gehen, dass die Gesellschaft mit der Planwirtschaft keineswegs gezwungen ist, ausschließlich dem Wert hinterher zurennen sehr im Gegensatz zum Kapitalismus. Nun kommen wir zum Spezialfall Warengesellschaft. Hier kommt der Tauschwert hinzu. Diese Gesellschaft produziert einen mehr oder weniger großen Teil der Produkte mittels Privatbesitz an den Produktionsmitteln für den Verkauf im Kapitalismus und vor allem im industriellen Kapitalismus hat sich die Warenproduktion alle anderen Produktionsarten untertan gemacht. Die Waren werden gegeneinander getauscht und müssen sich in ihrer Quantität auf einander beziehen. Einheit dieser Quantität ist der Wert. Getauscht wird aber nicht nach dem tatsächlichen Arbeitszeitwert (die quantitative Seite, die die abstrakte Arbeit schafft). Vielmehr ist dieser Arbeitszeitwert aller Waren eines Typus nur die Basis für den tatsächlich wirksamen Tauschwert. Nur gesellschaftlich notwendige Arbeitszeiten gehen in den Tauschwert ein, nicht jene Arbeitszeit einer besonders langsam arbeitenden oder außergewöhnlich schnell arbeitenden Fabrik. Dazu kommen noch die Modifikation des Tauschwertes durch Produktionspreis und Marktwert. Nun muss zuerst aber einmal geklärt werden, a) ob die Produkte in der Planwirtschaft überhaupt einen Wert haben und b) welchen und worin sich dieser von den Warenwerten des Kapitalismus unterscheidet. Ein einiger Gott oder ein dreieiniger Gott - diese Frage hat bekanntlich die Kirchengeschichte im 4. Jahrhundert ordentlich erschüttert. Wie stehen wir also zu der Trinitätslehre der Wertkritik? Das Anderssein eines Produktes gegenüber einem bloßen Stück Natur besteht offensichtlich darin, dass es durch menschliche Arbeit bearbeitet wurde. Die Arbeit ist also der Ausgangspunkt. Die Arbeit selbst wiederum hat zwei Seiten, sie ist einerseits konkrete, spezifische Arbeit, die Gebrauchswerte schafft. Die Arbeit, die ein Buchhalter macht, ist eine andere als die Arbeit im Tiefbau. Gleichzeitig hat jede dieser unterschiedlichen Arbeiten eine zweite Seite, sie ist Verausgabung des Menschen an sich, unabhängig davon was er arbeitet. Dies wird die abstrakte Arbeit genannt. Die Arbeit selbst hat keinen Wert, sie schafft Wert. Der Wert der abstrakten Arbeit wird durch die Zeit gemessen, die sie andauert. Man kann das so sehen, dass die abstrakte Arbeit eine qualitative Seite hat, die physische und psychische Verausgabung des Arbeiters und eine quantitative, dass ist die Zeit. Wenn man also sagt, der Wert eines Produktes auch im Kapitalismus ist die in ihm steckende Arbeitszeit so ist dies nicht im metrisch präzisen Sinne gemeint, sondern in dem Sinne, dass die Arbeitszeit für den Wert der Ware die grundsätzliche Rechnungseinheit spielt, quasi der Stoff, aus dem der Wert gemacht ist. Bei der Warenwirtschaft und beim Kapitalismus kommt zu der ganzen Sache noch hinzu, dass nun tatsächlich immer und überall der Tauschwert das Geschehen bestimmt. Deswegen ist es hier auch naheliegend zu sagen, die Waren haben diesen und jenen Wert. Dieser, der Tauschwert hat sich im Kapitalismus längst den Gebrauchswert untertan gemacht. Die Realisierung des Tauschwertes im Verkauf ist die Bedingung dafür, dass der Kapitalist seinen Profit realisieren kann, sich also die unbezahlt geleistete Mehrarbeit des Arbeiters aneignen kann. Gerade findet dafür findet die Produktion statt. Unter diesen Umständen entfaltet sich der ganze Warenfetischismus. Eine Ware wird nach ihren Tauschwert beurteilt. Der Wert ist der einzelnen Ware also eine Eigenschaft, die überdeutlich zu uns spricht. Diese beiden Werte, der Gebrauchswert einerseits und der Arbeitszeitwert ist etwas, was es in allen Gesellschaften gibt, vor dem Kapitalismus, im Kapitalismus und nach dem Kapitalismus. Hier steht der Gebrauchswert außerhalb jeglicher Diskussion. Manche bezweifeln, dass es in Gesellschaften ohne Warenwirtschaft, also etwa in der Subsistenzwirtschaft, in der asiatischen Produktionsweise, in der Sklavenwirtschaft, im Feudalismus oder in der Planwirtschaft den abstrakten Wert oder den Arbeitszeitwert gebe. Aber auch in den nichtkapitalistischen Produktionsweisen verausgaben sich die Menschen bei der Arbeit und auch deren Arbeit dauert eine bestimmte Zeit. Es ist für den Menschen, der arbeiten muss und für die gesamte Gesellschaft keineswegs gleichgültig, wie lange für das Produkt A gearbeitet wird. Genau das ändert sich aber mit Auflösung der Warenwirtschaft durch die Planwirtschaft. Der Warenfetischismus fällt mit der Ware der Gebrauchswert siegt. Nun kann man nicht mehr sagen, dieses oder jenes Produkt muss ich nur deswegen pfleglicher behandeln oder ist deswegen begehrenswerter weil es mehr wert ist als ein anderes, das denselben Gebrauchswert hat. Ich kann in der Planwirtschaft damit so oder so keine Geschäfte machen, deswegen ist das billige für mich so gut wie das teure. Es scheint der Wert also nicht mehr eine Eigenschaft des Produktes zu sein. Genau genommen sprechen wir hier aber von dem An dieser Stelle der ganzen Geschichte könnte die beliebte Diskussion ansetzen, ob denn nun der abstrakte Wert der Produkte in der außerkapitalistischen Produktionsweise etwas ist, was tatsächlich existiert, ob wir es nun wahrnehmen oder nicht, im Produkt steckt, also eine Eigenschaft des Produktes ist, oder ob es sich bloß um eine Zeitmessung am Produkt handelt, also nicht eine Eigenschaft des Produktes an sich ist. Wenn es etwa dem 23

23 I Tauschwert! Mit der Ablöse der Ware durch das Produkt der Warenwirtschaft fällt der Tauschwert. Aber die Verausgabung beim Arbeiten ist geblieben, sowohl die qualitative (physische und psychische Verausgabung beim Arbeiten), als auch die quantitative noch immer kostet es eine bestimmte Lebenszeit, die Produkte herzustellen. Je nach dem, ob wir also in der Gesellschaft die Ebene des Konsums oder die Ebene der Produktion betrachten, spielt neben dem Gebrauchswert des fertigen Produktes bzw. neben der konkreten Arbeit auch die abstrakte Arbeit und der (Arbeitszeit-) Wert eine Rolle. Aber kein Tauschwert. Die Missverständnisse in der Literatur zu diesem Thema gehen fast alle darauf zurück, dass abstrakter Wert und Tauschwert als identisch begriffen werden. Natürlich haben sie etwas miteinander zu tun: Ersterer ist eine Voraussetzung für letzteren. Vielleicht rührt die Identifikation daher, dass die Werttheorie in der Regel mittels des ersten Bandes von «Das Kapital» kennengelernt wird. Wer nur den ersten Band gelesen hat, glaubt zwangsläufig, dass der abstrakte Wert einer Ware mit deren Tauschwert ident sei. Bloß hat hier Karl Marx vom Gesamtprozess der kapitalistischen Produktion abstrahiert. Im dritten Band werden dann die Kategorien «Produktionspreist» (Kostpreis plus Durchschnittsprofitrate) und «Marktpreis» (Produktionspreis verform durch Angebot und Nachfrage) erklärt. Erst jetzt sieht man, dass der an der Oberfläche der Warenwirtschaft manifeste Tauschwert nicht mehr mit dem abstrakten Wert identisch ist. Weder sind sie wesensgleich noch sind sie metrisch gesehen gleich. weitergetauscht werden, die Anhäufung von einer Äquivalentware wie Geld nicht existiert. Das ist für uns schwer vorstellbar, aber hier zählt nur nicht der Tauschwert. Es gibt kein Privateigentum mehr, also nichts, was wertmäßig anzuhäufen und zu verwerten wäre. Wie viel Arbeitszeit nun für die einzelnen Produkte verwendet wurde, ist eine Angelegenheit, die die gesamte Gesellschaft interessiert, nicht mehr den einzelnen Wertesammler. Aber das Interesse der Gesellschaft an der Arbeitszeit findet vorwiegend vor der Produktion der Produkte sein Objekt, nicht nachher. Was bereits produziert wurde, gehört niemanden mehr privat und dient nur noch dem Konsum. Es wäre daher unabhängig der Frage, ob der Arbeitszeitwert nun eine objektive Eigenschaft der Produkte wäre oder nicht nicht sehr relevant, auf diesen Wert im Augenblick des Konsums zu schielen. Das Produkt der Planwirtschaft und sein Wert selbst wenn wir diesen der Einfachheit halber weiter unten immer wieder an einem Produkt festmachen wir würden für die gesellschaftlichen Verhältnisse in der Planwirtschaft eigentlich neue Begriffe für Produkt und seinen Wert benötigen, so unterschiedlich ist dies nun in einer Gesellschaft, die den einzelnen Wert eines Produktes nicht mehr weiterverwerten muss, sondern die sich nur noch für die Arbeitszeitverkürung und Steigerung der Produktivität von Produktklassen interessieren muss. Unsere Begriffe wie Produkte und die Vorstellung der Arbeitszeitwerte dieser Produkte sind nur begriffliche Krücken, die wir solange verwenden, bis wir besseres finden. Wir werden weiter unten noch sehr häufig den Begriff Wert für die Produkte der Planwirtschaft verwenden selbstverständlich ist in dabei nicht ein Tauschwert sondern der Arbeitszeitwert, den die abstrakte Arbeit schafft, gemeint. Respektive für Verteilungsnormen von knappen Gütern spielt der Wert wieder eine Rolle ohne dass er nun aber zum Fetisch werden würde. Und vor allem Wirtschaftskreisläufe wie die Reproduktion und die Akkumulation sind in der Planwirtschaft ohne die Kategorie Arbeitszeit vulgo Wert nicht schlüssig analysierbar. Es müsste ja auch den radikalsten Wertkritikern einleuchten, dass die Kategorie der Arbeitsproduktivität auch in der Planwirtschaft mit Arbeitszeit zu tun hat.23 b) Die Wertform In der Marktwirtschaft misst sich der Tauschwert im Laufe der Zeit von selbst in einer dritten Ware. Karl Marx legte in Das Kapital, erster Band, I. Abschnitt, 1. Kapitel, die Ware, analytisch dar, wie sich die Wertform der Waren über folgende Stationen entwickelt: Aber das ist nur eine Seite, die andere ist, dass sich mit Wegfall des Warenfetischismus vermutlich mehr ändert, als dies heute am grünen Tisch beschrieben werden kann. Wir haben eine Konstellation vor uns, bei der die Produkte nicht mehr Einfache, einzelne oder zufällige Wertform, über die Totale oder entfaltete Wertform zur Allgemeinen Wertform entwickelt und diese übergeht in die Geldform. Der Wert einer Ware stellt sich demgemäß in der Marktwirtschaft dar, als eine äquivalente Menge der Tauschware (in der in dieser Menge genauso viel Arbeitszeit steckt). Dann in der, dass der Wert sich in nicht nur einer sondern allen möglichen Waren wiederfindet und die Ware 1 sich gegenüber n Waren einer bestimmten Quantität wieder findet. Und schließlich: dass diese Funktion, Wertmaßstab von n Waren zu sein, schließlich das Gold (Geld) übernimmt. 23 Ein Beispiel aus der Literatur. Marx hat in Das Kapital für die Analyse des Kapitals als Ausgangspunkt die Warengesellschaft an sich gewählt. Für die Analyse des Tauschwertes einer Ware muss man auch einen deren Ausgangspunkt, die abstrakte Arbeit heranzeihen. Deswegen, so der Umkehrschluss z.b. von Karl Reiter, ist die abstrakte Arbeit nur für den Tauschwert, daher nur für die Warengesellschaft, daher nur für den Kapitalismus relevant. Ärger noch: Die Arbeit wird als per se wertschaffend zurückgewiesen. Siehe: Karl Reiter, Der Begriff der abstrakten Arbeit, Im Grunde ist diese Entdeckung, dass der Wert nur ein Phänomen des Warentausches sei, nicht neu. Achille Loria 1895: Aber sich mit einem Wert beschäftigen, zu dem die Waren weder verkauft werden noch je verkauft werden können, das hat kein Ökonom, der eine Spur von Verstand besitzt, je getan, noch wird er es tun zitiert bei Friedrich Engels, Ergänzung und Nachtrag zum III. Buche des Kapitals, MEW Band 25, Seite 898. Loria negierte überhaupt jegliche abstrakte Arbeit, der Totalwert der Waren sei eine Absurdität. Reiter negiert die abstrakte Arbeit für die Nichtwarengesellschaften - bei ihm ist der Totalwert dem Tauschwert untergeordnet. Daraus erkennen wir, dass die Gemeinsamkeit des Wertmaßstabs von Produkten (Waren) in der Marktwirtschaft und 24

24 . in der Planwirtschaft darin besteht, dass dieser Maßstab die Zeit ist24, also Arbeitszeit, notwendig zur Herstellung des Produkts.25 Tauschwert ersetzt. Und dieses Kriterium hat jedes x-beliebiges Produkt, jeder Gebrauchswert an sich selbst und braucht sich nicht auf ein anderes Produkt beziehen. Insofern ist alles einfach. Die Verschiedenheit hingegen besteht darin, dass sich der Wert in der Marktwirtschaft in anderen Waren ausdrücken muss, dass der Warenwert sich nur zueinander ausdrücken kann (Spaltung in relative Wertform und Äquivalentform bei Marx), während in der Planwirtschaft der Produktenwert nicht in einen anderen Produkt ausgedrückt werden muss, sondern direkt in Arbeitszeit. Die zweite Seite allerdings ist, ob die Gesellschaft die Produktionszeit auch tatsächlich weiß. Natürlich ist es nicht ausgeschlossen, dass sich im Alltag für die typischen Produktionsabläufe die Zeiterfahrungen im Bewusstsein der Produzenten verfestigen. Kurzum: die Gesellschaft bekommt ein Gefühl dafür, was wie lange dauert, was wie aufwendig ist. Aber wir wollen uns in unserer weiteren Darstellung nicht darauf verlassen, sondern gehen davon aus, dass die Gesellschaft die Arbeitszeit messen und bei zusammengesetzten Produkten berechnen muss. Das ist ein bewusster Akt, während die Wertmessung der Waren auf den Markt ein unbewusster Akt ist. Er geschieht, ohne dass sich das jemand vornimmt. In der Panwirtschaft muss sich die Messung jemand vornehmen. Es ist ja auch die bewusstere Wirtschaftsform. In der Marktwirtschaft drückt sich der Wert einer Ware in einer anderen Ware aus, in der Planwirtschaft werden die Werte der Produkte verglichen. In der Planwirtschaft bedarf es keiner relativen Wertform. Also: Wert der Ware 1 Wert der Ware 2 Marktwirtschaft X Quanta Ware 1 = Y Quanta Ware 2 Y Quanta Ware 2 = X Quanta Ware 1 Planwirtschaft X Quanta Ware 1 = Arbeitszeit Y Quanta Ware 2 = Arbeitszeit In der Literatur zur Planwirtschaft ist die Frage, wie diese Messung von statten gehen kann, immer ein beliebtes Streitthema gewesen. Auch wenn oft einfach nur konstatiert wurde, dass dies unmöglich sei. Auf der anderen Seite stehen Versuche, gleich mit komplexen mathematischen Formeln aufzufahren. Unserer Ansicht nach wird das wie die Praxis zeigen. Uns geht es nur darum, zu zeigen, dass die Messung grundsätzlich möglich und praktikabel ist. Deswegen geben wir hierfür ein Beispiel bzw. ein Szenario. Aber wir versteifen uns keineswegs darauf, dass die Arbeitszeitmessung gerade so stattfinden muss. Wir wollen nur das Argument, dass diese generell unmöglich sei, entkräften. Tabelle 5 Wie kann dies die Planwirtschaft? Die Waren müssen erst auf den Markt gehen, um sich dort zu messen, in anderen Waren. Die Produkte der Planwirtschaft müssen das nicht. "Die Gesellschaft schreibt also unter obigen Voraussetzungen den Produkten auch keine Werte zu. Sie wird die einfache Tatsache, daß die hundert Quadratmeter Tuch meinetwegen tausend Arbeitsstunden zu ihrer Produktion erfordert haben, nicht in der schielenden und sinnlosen Weise ausdrücken, sie seien tausend Arbeitsstunden wert." 26 Wie kann nun also die Arbeitszeitmessung in der Praxis vor sich gehen? Nehmen wir einen Betrieb Nr. 1, der z.b. Aluminiumbleche produziert. Die Arbeiter messen, wie viel Arbeitszeit notwendig war, um etwa 1m² Aluminiumblech herzustellen. Angenommen es arbeiten 30 Arbeiter in dem Betrieb und die Produktion von 15m² dauert 2 Arbeitstage, ein Arbeitstag umfasst 7 Stunden - wir haben also gerade die 35 Stundenwoche. 7 Stunden mal 30 Arbeiter sind 210 Stunden dividiert durch 15 ist: m² Aluminiumblech beim Betrieb Nr. 1 ist also 14 Stunden wert. Genau. Hier muss man zwei Dinge auseinanderhalten. Das eine ist, dass die relative Wertform als etwas Vertracktes in der Planwirtschaft wegfällt. Die Gesellschaft braucht sich nur noch dafür zu interessieren, wie lange die Produktion dauert. Die Zeit, die Produktionszeit, ist nun das Kriterium, das den alten Nun hat der Betrieb Nr. 1 ja vermutlich nicht von Grund auf alles selbst hergestellt, er hat das für die Aluminiumproduktion notwendige Kryolith-Tonerde und Silicium, elektrische Energie (13 16 kwh/kg) und Wasser von drei anderen Betrieben bezogen, die jeweils Kryolith-Tonerde/Silicium, Strom und Wasser liefern. Die für den oben beschrieben Produktionszyklus verwendete Menge an Kryolith-Tonerde/Silicium, Strom und Wasser muss klarerweise in die Kosten für das Aluminium miteinberechnet werden. Der Betrieb Nr. 1 fragt also bei den Betrieben Nr. 2, 3, und 4 nach, wie viel Arbeitszeit für die Produktion der verwendeten Mengen Kryolith-Tonerde/Silicium, Strom und Wasser notwendig war. Oder scannt einen Strichcode der verwendeten Produkte ein: Also etwa 15 Liter Kryolith-Tonerde/Silicium (zu 90 Arbeitsstunden per Liter), 100 kwh Strom (zu 2 Arbeitsstunden pro kwh) und 200 Liter Wasser (zu 0,01 Arbeitsstunde pro Liter). Macht: 15 mal 90 ist 1350; 100 mal 2 ist 200; 200 mal 0,01 ist In allen Zuständen mußte die Arbeitszeit, welche die Produktion der Lebensmittel kostet, den Menschen interessieren, obgleich nicht gleichmäßig auf verschiedenen Entwicklungsstufen. Das Kapital, Band I, I. Abschnitt, 1. Kapitel, 4. Fetischcharakter der Waren und sein Geheimnis, Seite Als Beispiel, dass dies auch im Kapitalismus der Fall ist, führen wir hier ein Detail aus der Geschichte des Preises von Aluminium an; erst das großtechnische Herstellungsverfahren verringerte die Herstellungszeit rapide: "Aluminium ist im Vergleich zu anderen Metallen noch nicht lange bekannt. Es wurde erst im Jahr 1808 durch Sir Humphry Davy entdeckt und benannt. Friedrich Wöhler gelang die Herstellung von Aluminium im Jahr 1827 basierend auf einer unreinen Form, die Hans Christian Ørsted zwei Jahre zuvor hergestellt hatte. Der Preis von Aluminium war zu jener Zeit höher als der von Gold. Durch Henri Sainte-Claire Deville wurde der Wöhler-Prozess im Jahr 1846 weiter verfeinert und 1859 in einem Buch publiziert. Dadurch fiel der Aluminiumpreis innerhalb von zehn Jahren um 90 Prozent wurde unabhängig voneinander durch Charles Martin Hall und Paul Héroult das jetzt nach ihnen benannte Verfahren zur Herstellung von Aluminium entwickelt: der Hall-Héroult-Prozess. Nach diesem Prinzip erfolgt noch heute die großtechnische Aluminiumherstellung. Im Jahr 1889 wurde das Verfahren durch Karl Josef Bayer weiter verbessert. Aus: 26 Friedrich Engels, MEW Bd. 20, Seite

25 I plus 200 plus 2 ist: Arbeitsstunden, die zu den Kosten für 15m² Alublech hinzukommen; das sind: 210 plus 1.552: Arbeitsstunden. hat. Der Wert eines Produktes im Kapitalismus wie in der Planwirtschaft setzt sich zusammen aus der Arbeitszeit, die im gesellschaftlichen Durchschnitt27 notwendig war, um es herzustellen. Dann kommt noch die Abnützung der fixen Produktionsmittel, wie Maschinen, Gebäude und Transportmittel usw. hinzu. Wenn diese fixen Produktionsmittel zusammen durchschnittlich 5 Jahre in Verwendung sind und für ihre Produktion Arbeitsstunden notwendig waren, dann müssen wir diesen Wert auf 2 Arbeitstage berechnen ( dividiert durch Tage sind 69,1 Arbeitsstunden mal 2 ist 138,2 Arbeitsstunden. Diese kommen zu den Arbeitsstunden von oben (flüssige Produktionskosten in Betrieb 1 und Kosten der Vorprodukte) hinzu und ergeben 1900,2 für 15m². 1m² Alublech sind 126,6 Arbeitsstunden wert. Wir sprechen von Produkten, also von Gütern, die die menschliche Gesellschaft herstellt. Da es sich um die Produkte aber um Ergebnisse menschlichen Zusammenwirkens handelt, spielt bei der Bemessung der Produktionszeit die Frage hinein, in welcher Gesellschaft wir uns befinden und mit welchem Wirtschaftssystem wir es zu tun haben. Vergleichen wie nun den Warenwert im Kapitalismus mit dem Güterwert in der Planwirtschaft. Angenommen, es handelt sich um Produktion von einem gleichen Gut unter völlig gleichen Bedingungen (Arbeitszeit, Anzahl der Arbeiter, Niveau und Ausstattung des fixen Kapitals, Wert des zirkulierenden konstanten Kapitals Rohstoffe, Hilfsstoffe und Halbfabrikate). Die Fabrik schaut genauso aus und arbeitet genau mit denselben Handgriffen und Verfahren. Bloß das eine Mal unter den sozialen Verhältnissen des Kapitalismus und einmal unter den sozialen Verhältnissen nach dem Kapitalismus. Eine solche Situation wird es nie geben, sie dient uns nur der Demonstration: Das war bloß ein Beispiel und in Wirklichkeit ist 1 m2 Alublech auch billiger. In der Praxis ist die Berechnung aufwendiger, da in der Wirklichkeit ja viel mehr Betriebe miteinander zusammenarbeiten und sich austauschen. Andererseits: Im Laufe der Zeit hat man Durchschnittswerte, es geht also dann praktischerweise nicht mehr um den Betrieb Nr. 1, sondern um den Durchschnitt aller Alubleche produzierender Betriebe. Die Arbeitszeit pro Produkt ist dann schon immer in den Lieferpapieren oder einfach im Strichcode des betreffenden Produktes angeführt und muss etwa nur alle paar Monate neu erhoben werden. Der Wert pro Menge eines bestimmten Produktes ändert sich kontinuierlich mit Veränderungen der Produktionsfaktoren oder äußeren Umstände, wie Naturgegebenheiten. Der Produktenwert setzt sich nun zusammen aus: Für jedes Produkt hätten wir dann für jeden Monat (oder für jedes Vierteljahr oder wie auch immer) einen bestimmten Wert erhoben und wenn man den Wert für einen bestimmten Tag wissen möchte, kann man ihn als mathematischen Punkt auf einer Geraden (die von den Werten des Monats x und des Monats y gebildet wird), annehmen. Mit der Berechnung der Produktenwerte erfahren wir daher schon ziemlich viel über Effizienz / Ineffizienz in der Produktion selbst, über den Verschleiß der fixen Produktionsmittel und ähnliches. Die Wirtschaftsvorgänge werden transparent. Der Aufwand, den Produktenwert zu erheben, rentiert sich und im Gegenzug fällt der Aufwand, der in der Marktwirtschaft betrieben wird, um mit der relativen Wertform zurechtzukommen Inflation, Goldwert, Wechselkurse, Währungsreserven, Zinssätze usw. weg. Umso besser sich die Produktionsmittel durch die Planwirtschaft entwickeln, umso größer die Arbeitsproduktivität und umso kleiner der Wert eines Produktes, umso weniger wichtig wird es offensichtlich, zu wissen, was wie viel zu produzieren kostet. Umso seltener müssen die Arbeitszeiten gemessen werden, umso eher geht es bloß um Quanta von Gebrauchsgegenständen. Im Kapitalismus In der Planwirtschaft 1. Zeit, die für die Produktion jener Anteile der fixen Produktionsmittel aufgewendet wird, die bei der Produktion auf das Produkt X übertragen wird Gemessen in Gold (relative Wertform) Gemessen in Arbeitszeit 2. Zeit, die für die Produktion der zirkulierenden sachlichen Produktionsmittel aufgewendet wird, die in das Produkt X eingehen Gemessen in Gold (relative Wertform) Gemessen in Arbeitszeit 3. Wert des variablen Kapital, aliquot auf Zeit, die die Arbeiter an dem Produkt X 27 Wir lassen hier der besseren Vergleichbarkeit die Frage beiseite, ob in der Planwirtschaft die individuelle und tatsächliche Arbeitszeit und nicht der Durchschnitt, zu bemessen ist. Nicht deswegen weil, der Durchschnitt irgendwie schädlich oder schlecht sei, im Gegenteil, auch die Planwirtschaft sollte ihn zwecks daraus abgeleiteten Maßnahmen immer wieder berechnen, sondern weil umgekehrt, im Kapitalismus es gar nicht anders zugehen kann, dass der gesellschaftliche Durchschnitt zum Tragen kommt, weil der Wert ja über den Markt, der alles blind vergleicht, zum Vorschein kommt und nicht durch die bewusste Messung wie in der Planwirtschaft. c) Der Güterwert im Vergleich Aber solange der Wert eines Produktes eine Rolle spielt, solange stellt sich die Frage, welchen Wert ein Produkt im Kapitalismus und welchen Wert ein Produkt in der Planwirtschaft 26

26 . 4. das Produkt X aufgeteilt in der Fabrik arbeiten Mehrwert, aliquot auf das Produkt X übertragen Zeit, die die Arbeiter an dem Produkt X in der Fabrik arbeiten statt eines Facharbeiters, dann wird v in der Regel größer sein als wenn es sich bei der Arbeitskraft um einen Facharbeiter handelt relativ unabhängig davon, wie lang der entlohnte Anteil des Arbeitstages gegenüber dem nicht entlohnten, der den Mehrwert darstellt, dauert. Hingegen ist der analoge Teil des Produktenwertes in der Planwirtschaft bloß von der zeitlichen Länge der Arbeit abhängig und nur eventuell von aliqoten Anteilen der Ausbildungszeit (siehe Kapitel Was wird aus der Arbeit. Die Indices ). Insofern jetzt nur mal als Wertgenerator gesehen ist der Mehrwert schon eher vergleichbar mit der Zeit, die die Arbeiter an dem Produkt X in der Fabrik arbeiten (Planwirtschaft) als das variable Kapital. Tabelle 6 Ein jedes Produkt setzt sich aus den Wertanteilen 1., 2., 3. und 4. zusammen. Wir könnten also meinen, dass die Warenwertanteile 1. und 2. identisch sind, sie werden bloß anders gemessen. Übersetzen wir die Goldmessung im Kapitalismus zurück in Arbeitszeit oder rechnen wir die Arbeitszeitmessung in der Planwirtschaft in Goldwerte um, dann hätten wir hier einen völlig identischen Wert, z.b. 50. Wir werden weiter unten sehen, dass dies aus anderen Gründen nicht der Fall sein kann, aber vorerst wollen wir von den anderen Faktoren abstrahieren und gehen davon aus, es gebe nur diesen einen Betrieb. Daraus schließen wir: Selbst wenn wir den Warenwert desselben Produktes einmal in der Planwirtschaft und einmal im Kapitalismus in Geld (Gold) bzw. in Arbeitszeit übersetzt miteinander vergleichen, kommt nicht derselbe Betrag heraus, also z.b. einmal 150 und 100 USD oder 240 und 180 Arbeitsstunden. Bloß durch Zufall könnte es sich einmal um denselben Betrag handeln. Zusammengefasst ergeben sich Unterschiede aus dem metrischen Unterschied zwischen Marktwert der Arbeitskraft im Kapitalismus zu der lebendigen Arbeitszeit in der Planwirtschaft. Die Unterschiede beginnen auf dieser Ebene bei der Arbeitskraft. Denn das variable Kapital und den Mehrwert gibt es in der Planwirtschaft nicht mehr. Nur noch die Zeit, die die Arbeiter im Betrieb am Produkt X arbeiten. Die technische Zusammensetzung im Produktionsprozess mag im Kapitalismus dieselbe sein, d.h. ein identisches Quantum an Arbeit (bzw. aufgewendeter Arbeitszeit) ist notwendig, um mit den fixen Produktionsmitteln die Hilfsstoffe, Halbfabrikate und Rohstoffe in das Produkt X zu verwandeln. c) Ausstoß und Planungsfehler Ausstoß sind so fehlerhaft bzw. unvollständig hergestellte Produkte, dass der dem Produkt übliche Gebrauchswert nicht erreicht wird. Unter Planungsfehler verstehen wir Güter, die ohne Bedarf produziert wurden oder aus irgendeinem anderen Grunde ohne Konsumtion produziert wurden. Oder noch gewichtiger Unstimmigkeiten im Verhältnis der Branchen zueinander. Aber ist v+m nicht dieselbe Arbeitszeit wie die Zeit, die die Arbeiter an dem Produkt X in der Fabrik arbeiten? Ja, die Arbeiter arbeiten bei unserem fiktiven Bespiel genauso lang im Kapitalismus wie in der Planwirtschaft; aber v im Kapitalismus misst nicht die Zeit, die der Arbeiter bezahlt im Betrieb arbeitet, sondern dessen Reproduktionskosten. Und m auch umgerechnet von Gold in Arbeitszeit ist nicht identisch mit der Zeit, die die Arbeiter an dem Produkt X in der Fabrik arbeiten (3. Warenbestandteil in der Planwirtschaft). In beiden Fällen sind ökonomische Ressourcen verwendet worden, also tote und lebendige Arbeit in Produkte geflossen, die nicht in die Konsumtion eingehen. Das allein ist nicht weiter verwunderlich. Sondern ein unvermeidliches Element der Ökonomie der Planwirtschaft. Die Frage ist aber, ob diese Verausgabung von Arbeitszeit für Güter, die nicht verwendet werden, in den Wert der globalen Produktensumme eingeht oder nicht? Um den Unterschied zwischen den Güterwertbestandteil 3. und 4. im Kapitalismus und in der Planwirtschaft zu verdeutlichen, lassen wir die Verwendung des Mehrwerts durch den Kapitalisten einmal beiseite. Wir betrachten den Mehrwert nur während des Produktionsvorganges. Bei einer gegebenen Länge des Arbeitstages ist der Mehrwert groß, wenn die bezahlte Arbeitszeit klein ist und ungekehrt. Wie groß das Verhältnis zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeitszeit im Kapitalismus ist, ist auch das Ergebnis des Klassenkampfes. Wie viel der Unternehmer hingegen für v (das variable Kapital) vorschießen muss, ist bloß indirekt ein Resultat des Klassenkampfes, direkt aber Resultat davon, welche konkrete Ware Arbeitskraft (v) der Unternehmer für die Produktion zukauft, gut ausgebildete, schlecht ausgebildete usw. Hingegen fliest die Frage, wie gut unterschiedliche Schichten von Arbeitern gegenüber dem Kapital ihre Arbeitskraft verkaufen können, sehr wohl direkt in die Größe von v ein. Kauft der Unternehmer für die Produktion die Arbeitskraft eines Ingenieurs Planungsfehler gibt es im Kapitalismus nicht, aber unverkaufte Waren und Ausstoß-Waren. Wir können hier keinen Vergleich darüber anstellen, ob die Wertsumme der unverkauften Waren im Kapitalismus höher ist als die Wertsumme der Planungsfehler in der Planwirtschaft. Hierzu fehlen die empirischen Daten wie die passenden Vergleichssituationen. Aber die Frage ist ja an dieser Stelle eine andere, nämlich, ob Planungsfehler überhaupt in den Güterwert eingehen oder nicht. Im Kapitalismus gehen unverkaufte Waren nicht in den Warenwert ihrer verkauften Brüder und Schwestern ein. Die einzige Auswirkung, die sie haben, ist, dass der Kapitalist um sie weniger Mehrwert realisieren kann; sein Profit sinkt um diesen Wertbetrag. Hingegen geht der Ausstoß, wenn er in einer Branche unter dem standardmäßigen Produktionsverfahren unvermeidlich ist, sehr wohl in den Warenwert ein. Wenn er aber bloß der technischen Nachlässigkeit eines Unternehmers bzw. dessen Arbeiter verschuldet ist, dann 27

27 I nicht. Hier zählt wieder nur die gesellschaftlich durchschnittliche Arbeitszeit. aufgewendet. Dieses Paradoxon ist leicht erklärt und in gewisser Hinsicht erkenntnisreich. Gesamtgesellschaftlich gesehen: Im Kapitalismus wird ein Teil der zusätzlichen Arbeitszeit nicht der Ware und dem Warenkäufer aufgebürdet, sondern einem Teil der Kapitalisten, die auf den unverkauften Waren sitzen bleiben. Das ist deswegen so, weil der Kapitalismus eine Wirtschaft der individuellen Warenbesitzer ist. In der Planwirtschaft ist aber die gesamte Gesellschaft für das wie und was der Produktion verantwortlich und trägt auch die Kosten dafür ; wiewohl dies nicht der Grund ist, sondern nur was das eine Viertel des unüblichen Ausschussware betrifft die Rückseite einer anderen Sache, nämlich, dass sich im Kapitalismus die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit durchsetzt, während in der Planwirtschaft dies nicht der Fall ist. (siehe das Kapitel Was wird aus der Arbeit ). Doch wie verhält es sich nun in der Planwirtschaft? Der Ausstoß ist hier auf jeden Fall produktwertbildend, ob er nun dem technischen Standard entspricht oder nicht. Den in der Planwirtschaft zählt das Ganze, von der Perspektive der Gesamtgesellschaft. Ob geschickt oder ungeschickt angewendet, so und so viel Arbeitszeit wurde eben für die Produktion aufgewendet. Dasselbe trifft auf die Planungsfehler zu. Denn der Unterschied zwischen Ausstoß und Planungsfehler ist ja nur, dass der erstere direkt in der Produktion geschieht quasi beim Arbeiter und der letztere bei der Planung der Produktion beim Planungsapparat. Und diese Fehler gehen damit selbstverständlich als aliquoter Aufschlag auf die Preise der Produkte ein. Selbst wenn dieser Aufschlag ignoriert werden würde, würde es an der Sache selbst nichts ändern. Dann würden die Planungsfehler über das Gleichgewicht der Branchen ausgeglichen werden. Also irgendwann einmal zu einer Minderkonsumtion der Arbeiter führen und damit aus dem ökonomischen Kreislauf ausscheiden (siehe das Beispiel in den Kapiteln Das Gleichgewicht der Branchen und Die technische Zusammensetzung ). Auch der nominale Wertaufschlag bewirkt ja einer Minderkonsumtion der Bevölkerung aber transparent ausgewiesen und nicht via dem Endergebnis durch die Hintertüre. Genauso wie der Fortschritt der Produktivkräfte langfristig vonstatten geht, aber dafür im historischen Maßstab geradezu unaufhaltsam zulegt, allen periodischen Rückschlägen zum Trotz, genauso werden in der Lebensphase der Planwirtschaft das Ausmaß der Planungsfehler relativ zum gesamten Output abnehmen, auch wenn jede Umstellung der Gewichtung der Branchen zueinander für eine vorübergehende Zeitspanne die Planungsfehler vermehren lässt. Wir sehen hier, dass die Faktoren Ausstoß und Planungsfehler unter Umstände zu einer höheren Güterwertsumme in der Planwirtschaft als im Kapitalismus führen können, während andere, wie etwa der Wegfall der kapitalistischen Zirkulationskosten unter Umständen den gegenteiligen Effekt haben. d) Der Marktwert als Quelle der Wertdifferenz Es kommt aber noch eine anderer Unterschied des Produktenwerts im Kapitalismus und in der Planwirtschaft dazu: Im Kapitalismus spielt der Warenwert einer einzelnen bestimmten Ware ja keine Rolle, sondern um eine bestimmte Menge an einer Ware, die ganze Gesellschaft nachfragt. Die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit für die Herstellung einer Ware ist aber mehr als der bloße mathematischen Durchschnitt von den Betrieben 1,2,3,4..n. Sondern mit gesellschaftlich notwendiger Arbeitszeit, d.h. den gesellschaftlich relevanten Wert (und damit indirekt zusammenhängend Preis) einer Ware, muss man nicht nur die Ebene der Produktion isoliert sehen, sondern auch die Realisation des Warenwertes auf dem Markt. Marx hat dies im 3. Band des Kapitals dargestellt, im Kapitel über die Verwandlung des Profits in Durchschnittsprofit: Die Höhe der Nachfrage nach einer bestimmten Menge einer Ware verschiebt den Marktwert (und damit zusammenhängend den Marktpreis einer Ware), indem entweder vorwiegend die effizienten (bei geringer Nachfrage) oder aber auch die weniger effizienten (bei großer Nachfrage) Betriebe ihre Waren am Markt realisieren können.28 Und der Vergleich mit Kapitalismus stimmt so natürlich nur, wenn wir von der vollständigen Realisation des Warenwertes im Kapitalismus ausgehen. Das widerspricht aber dem krisenhaften Charakter der kapitalistischen Marktwirtschaft, in dem Überschuss zum Mangel gehört. Und dann müsste man die gesellschaftlichen Nebenkosten des Kapitalismus, die sich nicht im Warenwert widerspiegeln, einberechnen. Diese Berechnung können wir hier ohne empirische Daten natürlich nicht anstellen. Daher müssen wie die gesellschaftlichen Kosten der Marktwirtschaft weiterhin ignorieren und holprig Ungleiches vergleichen. Angenommen Planwirtschaft und Kapitalismus produzieren genau dieselbe Menge an Gütern mit denselben technischen Bedingungen. Beide haben Ausstoß, wovon ein Viertel nicht dem Schnitt entspricht, sondern Nachlässigkeit in der Produktion. Beide haben dieselbe Wertsumme in unverkauften Waren (im Kapitalismus) und in Planungsfehler (in der Planwirtschaft). In diesem Fall wäre die Wertsumme der konsumierten Güter in der Planwirtschaft größer als im Kapitalismus wegen des einen zusätzlichen Viertel des Ausstoßes, der dem technischen Standard nicht entspricht und wegen der Planungsfehler, die in den Güterwert eingehen. 28 Im Fall II gleichen sich die unter beiden Extremen produzierten individuellen Wertmassen nicht aus, sondern gibt die unter den schlechtern Bedingungen produzierte den Ausschlag. Strenggenommen wäre der Durchschnittspreis oder der Marktwert jeder einzelnen Ware oder jedes aliquoten Teils der Gesamtmasse nun bestimmt durch den Gesamtwert der Masse, der durch Addition der Werte der unter den verschiednen Bedingungen produzierten Waren herauskäme, und durch den aliquoten Teil, der von diesem Gesamtwert auf die einzelne Ware fiele. Der so erhaltne Marktwert stände über dem individuellen Wert nicht nur der dem günstigen Extrem, sondern auch der der mittlern Schicht angehörigen Waren; er stände aber immer noch niedriger als der individuelle Wert der auf dem ungünstigen Extrem produzierten Waren. Wieweit er sich diesem nähert oder mit ihm endlich zusammenfällt, hängt ganz ab von dem Umfang, den die am ungünstigen Extrem produzierte Warenmasse in der fraglichen Dennoch wurde in beiden Systemen dieselbe Menge an individueller Arbeitszeit für dieselbe Menge identischer Güter 28

28 . In der Planwirtschaft hingegen gibt es diese generelle Wertverschiebung durch den Markt nicht weil der Markt diese generelle Bedeutung nicht hat. Der Wert der Güter ist nun die tatsächliche, einzelne und individuelle Verausgabung an Arbeitszeit.29 Zirkulationsagenten, die sich darum kümmern, um die Mutation von Geld in Ware und nach der Produktion von Ware in Geld zu bewerkstelligen. Wir haben unproduktiv hinzugefügt, um die Verwechslung mit auch in der Planwirtschaft ohne Markt notwendigen Tätigkeiten wie Transport, Portionieren, Verpacken, haltbar machen, etikettieren, Verrechnen, Zustellen, Ausfolgen zu vermeiden. Die zuletzt angeführten Tätigkeiten der Zirkulation im weiteren Sinne haben nichts mit dem Markt, sondern mit der Arbeitsteilung zu tun und fügen den Produkten nach deren bloßen Herstellung im Kapitalismus genauso wie in der Planwirtschaft Wert hinzu. e) Die Zirkulationskosten als Quelle der Wertdifferenz Im Kapitalismus kommen noch die unproduktiven Zirkulationskosten zu den Warenwerten hinzu. Das Adjektiv unproduktiv mag verwirrend klingen. Wie kann etwas unproduktives, also etwas, was für die Produktion nicht notwenig ist, in den Wert einfließen? Die Zirkulationskosten sind jene, die sich aus der Mutation G-W bzw. W-G am Markt ergeben. Der Markt ist so gesehen nicht gratis, sondern er bedarf Menschen, f) Ungleicher Tausch30 Die Unterschiede in der Zusammensetzung der Güterwerte haben natürlich weitreichende Konsequenzen. Denn nun sehen wir, dass ja auch die 1. und 2. der Güterwertbestandteile in anderen Betrieben und Branchen einmal fertige Produkte waren und daher genauso wie unser fertiges Produkt unterschiedliche Werte in sich tragen; und dass daher auch der Austausch zwischen kapitalistischen Gesellschaften und solchen mit Planwirtschaft ungleich sein muss so sie es nicht bereits aus anderen genannten Gründen sein müssen. Diese Konstellation tritt nur dann ein, wenn Kapitalismus und Planwirtschaft gleichzeitig existieren. Warensphäre einnimmt. Ist die Nachfrage nur wenig überwiegend, so regelt der individuelle Wert der ungünstig produzierten Waren den Marktpreis. (...) Nimmt endlich, wie in Fall III, das am günstigen Extrem produzierte Warenquantum größern Raum ein, nicht nur verglichen mit dem andren Extrem, sondern mit den mittlern Bedingungen, so fällt der Marktwert unter den mittlern Wert. Der Durchschnittswert, berechnet durch Addierung der Wertsummen der beiden Extreme und der Mitte, steht hier unter dem Wert der Mitte und nähert oder entfernt sich von ihm je nach dem relativen Raum, den das günstige Extrem einnimmt. Ist die Nachfrage schwach gegen die Zufuhr, so nimmt der günstig gestellte Teil, wie groß er immer sei, gewaltsam Raum ein durch Zusammenziehung seines Preises auf seinen individuellen Wert. Mit diesem individuellen Wert der unter den besten Bedingungen produzierten Waren kann der Marktwert nie zusammenfallen, außer bei sehr starkem Überwiegen der Zufuhr über die Nachfrage. (...) In den vorhin gegebnen Bestimmungen über den Marktwert ist unterstellt, daß die Masse der produzierten Waren dieselbe bleibt, eine gegebne ist; daß nur Wechsel stattfindet im Verhältnis der Bestandteile dieser Masse, die unter verschiednen Bedingungen produziert sind, und daß daher der Marktwert derselben Masse von Waren verschieden geregelt wird. Gesetzt, diese Masse sei das gewöhnliche Quantum der Zufuhr, wobei wir absehn von der Möglichkeit, daß ein Teil der produzierten Waren zeitweise dem Markt entzogen werden kann. Bleibt nun die Nachfrage für diese Masse auch die gewöhnliche, so wird die Ware zu ihrem Marktwert verkauft, welcher der drei vorhin untersuchten Fälle auch diesen Marktwert regulieren möge. Die Warenmasse befriedigt nicht nur ein Bedürfnis, sondern sie befriedigt es in seinem gesellschaftlichen Umfang. Ist dagegen das Quantum kleiner oder größer als die Nachfrage dafür, so finden Abweichungen des Marktpreises vom Marktwert statt. Und die erste Abweichung ist, daß, wenn das Quantum zu klein, stets die unter den schlechtesten Bedingungen produzierte Ware den Marktwert reguliert, und wenn zu groß, stets die unter den besten Bedingungen produzierte; daß also eins der Extreme den Marktwert bestimmt, trotzdem daß nach dem bloßen Verhältnis der Massen, die unter den verschiednen Bedingungen produziert sind, ein andres Resultat stattfinden müßte. Ist die Differenz zwischen Nachfrage und Produktenquantum bedeutender, so wird der Marktpreis ebenfalls noch bedeutender vom Marktwert nach oben oder nach unten abweichen. Die Differenz zwischen dem Quantum der produzierten Waren und dem Quantum, wobei die Waren zu ihrem Marktwert verkauft werden, kann aber aus doppelter Ursache entstehn. Entweder wechselt dies Quantum selbst, wird zu klein oder zu groß, so daß also die Reproduktion auf einem andren Maßstab stattgefunden hätte als dem, der den gegebnen Marktwert regulierte. In diesem Fall hat sich die Zufuhr verändert, obgleich die Nachfrage dieselbe blieb, und dadurch ist relative Überproduktion oder Unterproduktion eingetreten. Oder aber die Reproduktion, d.h. die Zufuhr bleibt dieselbe, aber die Nachfrage ist gefallen oder gestiegen, was aus verschiednen Gründen geschehn kann. Obgleich hier die absolute Größe der Zufuhr dieselbe geblieben, hat ihre relative Größe, ihre Größe verglichen mit oder gemessen an dem Bedürfnis, sich verändert. Die Wirkung ist dieselbe wie im ersten Fall, nur in umgekehrter Richtung. Endlich: Wenn Veränderungen auf beiden Seiten stattfinden, aber entweder in entgegengesetzter Richtung, oder wenn in derselben Richtung, nicht in demselben Maß, wenn also in einem Wort doppelseitige Änderungen stattfinden, die aber die frühere Proportion zwischen den beiden Seiten ändern, so muß das Endresultat immer auf einen der zwei oben betrachteten Fälle herauskommen. Karl Marx - Friedrich Engels - Werke, Band 25, "Das Kapital", Bd. III, Zweiter Abschnitt, S. 194, 195.Dietz Verlag, Berlin/DDR Nur wo die Produktion unter wirklicher vorherbestimmender Kontrolle der Gesellschaft steht, schafft die Gesellschaft den Zusammenhang zwischen dem Umfang der gesellschaftlichen Arbeitszeit, verwandt auf die Produktion bestimmter Artikel, und dem Umfang des durch diese Artikel zu befriedigenden gesellschaftlichen Bedürfnisses. Ebenda, Seite 197. Wie sich nun diese und andere Ungleichheiten auswirken, entscheidet, ob der Kapitalismus oder die Planwirtschaft die Weltwirtschaft dominiert. Nach 1917 lag jedenfalls das Übergewicht auf Seiten des Kapitalismus und der Produktenaustausch zwischen den Ländern mit Kapitalismus und Planwirtschaft wurde dominiert von ersteren. Der Sowjetunion blieb auf der Ebene der Auseinandersetzung mit dem Weltmarkt grosso modo nur die Option Abschottung kombiniert mit kontrolliertem Außenhandel zu kapitalistischen Weltmarktpreisen. Den Unterschied der Produktenwerte im Kapitalismus und in der Planwirtschaft kann gemessen und metrisch darstellt werden aber nur mit empirischen Daten. Das gleiche Produkt wird vielleicht einmal im Kapitalismus, einmal in der Planwirtschaft mehr wert sein, je nach dem wir hoch die Reproduktionskosten der Arbeiter im Kapitalismus im Vergleich zu der Einsatzdauer der lebendigen Arbeit in der Planwirtschaft sind, wie die gesellschaftlich notwenige Arbeitszeit und der Marktwert die abstrakte Arbeitszeit überlagert, in welchem Ausmaß die Zirkulationskosten zum Wert im Kapitalismus hinzukommen, in welchem Ausmaß Ausstoßes und der Planungsfehler zum Wert in der Planwirtschaft hinzukommen. 30 Zu ungleichen Tausch, d.h. von unterschiedlichen Arbeitszeitquanten innerhalb des Kapitalismus durch den auswärtigen Handel mit Kolonien siehe etwa: Karl Marx, Das Kapital, Bd. III, Seite 247,

29 I Ungleicher Tausch findet nun dann statt, wenn aus den genannten Gründen unterschiedliche Werte zwischen den Gesellschaften getauscht werden. Den Fall, dass bloß unterschiedliche Preise getauscht werden, ignorieren wir hier. Mehrwert, der verwirklicht wird, indem sie verkauft werden. Werden sie nicht verkauft, geht die Mehrarbeit nicht in den Güterwert ein, aber nur deswegen, weil der Güterwert selbst nicht realisiert wird, nicht deswegen, weil es sich um den Mehrwert im Güterwert handelt. In der Planwirtschaft kann es ebenfalls vorkommen, dass Produktionsmittel nicht verwendet werden oder nicht vollständig verwendet werden. Auch in diesem Fall konnten die Arbeiter genau so viel weniger an Konsumgüter beziehen, als wenn der Fall eingetreten wäre, dass die zusätzlichen Produktionsmittel, die durch Mehrarbeit geschaffen wurden, verwendet worden wären. Solange Kapitalismus und Planwirtschaft sich zeitlich überschneiden, wird aber der viel wichtigere Anlass zum ungleichen Tausch die unterschiedliche Produktivität sein, die wir bei unserem konstruierten Vergleich ignoriert haben bzw. als eben nicht unterschiedlich gesetzt haben. Es wäre wirklich ein erstaunlicher Zufall, wenn die Produktivität in beiden Produktionsweisen gerade gleich hoch wäre. Vermutlich gilt: Nur falls die Produktivität in der Planwirtschaft wenig unter dem Weltmarkt oder gleich oder höher als jene im Kapitalismus ist, machen sich die anderen Quellen der Wertdifferenz, nämlich die Zirkulationskosten und die Arbeitskraft als Ware bemerkbar. Aber auch im Kapitalismus bedeuten die unverkauften Waren nicht, dass die Arbeiter, nur weil der Mehrwert, den sie geschaffen haben, nicht realisiert wurde, keine unbezahlte Arbeit geleistet hätten. Das Verhältnis zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeitszeit bleibt von dem Betriebsunfall unverkaufte Waren unberührt und Mehrarbeit geht immer zu Lasten der Konsummöglichkeiten des Arbeiters, der diese geleistet hat. g) Mehrarbeit als Güterwertbestandteil Wir werden weiter unten sehen, dass in der Planwirtschaft auch Mehrarbeit stattfinden muss. Die Arbeiter können daher nur weniger Konsumgüter (in Zeit gemessen) beziehen, als sie selbst (in Zeit gemessen) gearbeitet haben. In der Planwirtschaft ist Mehrarbeit nicht in den Produkten eingefroren, die wie im Kapitalismus durch den Verakaufsakt wieder losgeeist für den Kapitalisten werden. Hingegen setzen sich die Werte der Produkte in der Planwirtschaft zusammen aus der lebendigen Arbeitszeit, eventuell der zusammengesetzten Arbeit und der Arbeitszeit für die verbrauchten Produktionsmittel. Formell vergleichbar ist dies mit dem Mehrwert, der im Kapitalismus von den Arbeitern geleistet wird wenngleich die sozialen Unterschiede den Systemvergleich dominieren. Nun spielt aber der Mehrwert für die Größe des Güterwertes im Kapitalismus eine Rolle. Deswegen ist die Summe der Warenwerte im Kapitalismus größer, als die Summe der aliquoten Selbstkosten das, was der Kapitalist auslegt, um die Produktion gewährleisten zu können. Wenn man unbedingt eine Mengenbeziehung zwischen der Summe der Mehrarbeit und der Summe der von der Gesellschaft hergestellten Produkte herstellen möchte, so ist diese Beziehung von Außen, von Seiten der denkenden Gesellschaft geschaffen. Diese Beziehung liegt nicht von haus aus in den Produkten, wie dies bei den Waren des Kapitalismus der Fall ist. Angenommen, in der Planwirtschaft wird n Mengen (in Zeit gemessen) an Gütern hergestellt und x ist eine Teilmenge von n, nämlich jene Zeit, die für Mehrarbeit verwendet wurde. So kann jene Teilmenge x von n nur in der Sphäre der Produktionsmittelindustrie aufgewendet worden sein, nämlich um Werte zu schaffen, die über die bloße Reproduktion hinausgehen. Nur von diesem Gesichtspunkt aus können wir eine metrische Beziehung zwischen Mehrarbeit und Produkten herstellen. Der Wert dieser Produkte ist insgesamt für die Mehrarbeit repräsentativ, also nicht bloß der Produktwertanteil m sondern die gesamte lebendige und tote Arbeitszeit, die für jene Produkte aufgewendet wurden. Während im Kapitalismus bloß der Produktwertanteil m aus Mehrarbeit entsteht dafür ist dies im Kapitalismus bei allen Waren der Fall also auch bei jenen der Konsumgüterindustrie bei denen es mit rechten Dingen zuging, d.h. bei denen Mehrarbeit geleistet wurde. In der Planwirtschaft hingegen nur bei jenen Produkten der Produktionsmittelbranche, die über die Reproduktion hinausgehen, die also Akkumulation bilden. Die Mehrarbeit, die die Arbeiter in der Planwirtschaft leisten, ändert nichts daran, dass der Güterwert durch den Aufwand berechnet wird, den die Gesellschaft an Arbeitszeit, teils direkt durch die Arbeit, teils indirekt durch die Abnützung der fixen Produktionsmittel und den Aufbrauch der zirkulierenden Produktionsmittel, für das Produkt verwendet. Daher kann nicht gesagt werden: Umso mehr Mehrarbeit, umso höher der Güterwert. Aber in der Hinsicht Mehrarbeit auch Arbeitszeit verbraucht, geht diese Arbeitszeit in den Güterwert ein. Im Kapitalismus ist der Mehrwert in der Ware eingefroren, wird die Ware nicht verkauft, findet der Zirkulationsakt W-G-W nicht statt, wird der Warenwert und damit der Mehrwert nicht verwirklicht. In der Planwirtschaft findet die Mehrarbeit statt, indem in der Produktion Ressourcen von der Konsumgüterindustrie zu der Investitionsgüterindustrie umgeleitet werden. Aus diesem Grunde beziehen die Arbeiter weniger Konsumgüter, als sie produziert haben. Es ist dabei unerheblich, ob sie diesen Anspruch auf Konsumgüter auch tatsächlich geltend machen, oder ob Produkte unkonsumiert übrig bleiben. Dies ändert nichts daran, dass bereits Werte in die Produktionsmittelindustrie umgeleitet wurden. Obwohl sich in der Planwirtschaft die menschliche Arbeit im Güterwert einfach als Zeit (a) und nicht als v+m zusammensetzt, weil die Arbeitskraft keine Ware mehr ist, ist es theoretisch nicht unmöglich, den Anteil der Mehrarbeit in Stück oder in Teile aller produzierten Güter umzurechnen. Das wäre die Analogie zum Mehrwert im Kapitalismus. Wenn etwa alle Arbeiter 8 Stunden Im Kapitalismus ist alles Ware, also abgesehen von den Konsumgütern auch die Produktionsmittel. Sie beinhalten 30

30 . pro 5 Werktage arbeiten und pro Woche Konsumgüter im Wert Im Kapitalismus In der Planwirtschaft Konstantes Kapital des Produktionszyklus x und u.u. der Produktionszyklen n Sachliche Produktionsmittel des Produktionszyklus x und u.u. der Produktionszyklen n Variables Kapital des Produktionszyklus x Menschliche Arbeitskraft im Produktionszyklus x Noch nicht verkaufte Produkte des Produktionszyklus x-1 bzw. x+1 abzüglich des Konsums des Unternehmers (= Abzug vom Mehrwertsanteil am Warenwert) Produkte, die von anderen Betrieben für den Produktionszyklus x+1 geliefert werden Geldschatz, Geldkapital, noch nicht veranlagter Mehrwert; Warenhandelskapital Lager Ausstoß (nur im Rahmen von technischem Standard) Halde (Ausstoß / Produktionsfehler) Vergleichen wir nun nicht den Wert eines einzelnen Produktes in der Planwirtschaft mit demselben Produkt im Kapitalismus, sondern den Wert eines Kapitals im Kapitalismus mit dem Wert eines entsprechenden Betriebes (oder Kombinat von Betrieben) in der Planwirtschaft. Von allen Vergleichen, die wir bisher angestellt haben, ist dies der unmöglichste, da ein Kapital eben etwas ganz anderes ist als ein Betrieb, es beinhaltet Geldschatz, Revenue, immaterielle Werte aber auch soziale Verhältnisse. Aber schauen wir dennoch, wie weit wir mit diesem Vergleich kommen. Hierbei müssen wir zuerst einmal davon abstrahieren, dass das Kapital auch ein soziales Verhältnis ist und nicht nur die Ansammlung von Werten zum Zwecke der Produktion31. Damit abstrahieren wir allerdings von einen der zentralen Eigenschaften von Kapital und wir tun dies nur, um eine hypothetische Vergleichbarkeit herzustellen. Der Einfachheit halber nehmen wir weiters an, dass unser zum Vergleich herangezogenes Kapital aus nur einem Betrieb besteht. Drittens sehen wir davon ab, dass die Wertdifferenz des Kapitals und des Betriebes in der Planwirtschaft ja auch schon dadurch entsteht, dass die in den Betrieb eingehenden Produkte einen unterschiedlichen Wert haben (können), obwohl es sich um die die gleichen Gebrauchsgüter in derselben Qualität handelt. Um folgenden Unterschieden auf die Spur kommen zu können, sehen wir auch davon ab, dass im Kapitalismus bei diesen Warenwerten bloß die gesellschaftlich notwenige Arbeitszeit eingeht.. Tabelle 7 Der Betrieb umfasst also zu dem Zeitpunkt seiner Werterhebung für die Bilanz oder die Statistik: von 30 Arbeitsstunden beziehen, dann beträgt die Mehrarbeit 25%. Diesen Wert könnte die Gesellschaft sodann statistisch auf jedes einzelne Produkt umlegen und sagen, jedes Produkt beinhaltet 25% Mehrarbeit. Aber das wäre ein rein statistisches Verfahren, das nicht die realen Gegebenheiten darstellt. Berechnung solcher Art stellt die Gesellschaft von außen an, von der Sphäre der Politik; während der Mehrwert in den Waren des Kapitalismus steckt, unabhängig davon, ob dies erkannt wird oder nicht. Das ist der eine Unterschied. Aber anderseits: Es ist für die Gesellschaft in der Planwirtschaft vermutlich wesentlich interessanter, zu wissen, wie viele und welche Produkte durch Mehrarbeit hergestellt worden sind, als zu wissen, wie hoch der theoretische Prozentanteil von Mehrarbeit ist, der jedem Produkt zugeordnet werden kann. Das Kapital besteht also zu einem bestimmten Zeitpunkt aus dem konstanten plus dem variablen Kapital und den Waren, die bereits (d.h. im vorrangegangenen Produktionszyklus) produziert wurden, in denen auch der Mehrwert steckt, und die - bzw. deren Entsprechung in Geld nach dem Verkauf dem Kapitalisten gehören, da es sich um eine besitzabhängige, d.h. eine Warenproduktion handelt.32 Die Unternehmer verdienen aber auch selbst ihren Lebensunterhalt, indem sie vom Mehrwert (enthalten als Teil des Verkaufserlöses ihrer Waren) einen Teil abzwacken. 31 Kapital, Boden, Arbeit! Aber das Kapital ist kein Ding, sondern ein bestimmtes, gesellschaftliches, einer bestimmten historischen Gesellschaftsformation angehöriges Produktionsverhältnis, das sich an einem Ding darstellt und diesem Ding einen spezifischen gesellschaftlichen Charakter gibt. Das Kapital ist nicht die Summe der materiellen und produzierten Produktionsmittel. Das Kapital, das sind die in Kapital verwandelten Produktionsmittel, die an sich so wenig Kapital sind, wie Gold oder Silber an sich Geld ist. Es sind die von einem bestimmten Teil der Gesellschaft monopolisierten Produktionsmittel, die der lebendigen Arbeitskraft gegenüber verselbständigten Produkte und Betätigungsbedingungen eben dieser Arbeitskraft, die durch diesen Gegensatz im Kapital personifiziert werden. Es sind nicht nur die, in selbständige Mächte verwandelten Produkte der Arbeiter, die Produkte als Beherrscher und Käufer ihrer Produzenten, sondern es sind auch die gesellschaftlichen Kräfte und die zukünftige... {? unleserlich} Form <Wir entziffern: die gesellschaftlichen Kräfte und zusammenhängende Form> dieser Arbeit, die als Eigenschaften ihres Produkts ihnen gegenübertreten. Also hier haben wir eine bestimmte, auf den ersten Blick sehr mystische, gesellschaftliche Form eines der Faktoren eines historisch fabrizierten gesellschaftlichen Produktionsprozesses. Karl Marx, Das Kapital, Band III, Seite 822, Während aller dieser Wandlungen hält Kapitalist I beständig das variable Kapital in der Hand; 1. anfänglich als Geldkapital; 2. sodann als Element seines produktiven Kapitals; 3. noch später als Wertteil seines Warenkapitals, also im Warenwert; 4. endlich wieder in Geld; dem die Arbeitskraft, worin es umsetzbar, wieder gegenübersteht. Karl Marx, Das Kapital, Band II, Seite 445. Wir sehen bei unserem Vergleich davon ab, dass er nicht alles gleichzeitig in seinen Händen hält. Wir haben dies an anderer Stelle bereits festgestellt, hier nur kurz, um Missverständnisse zu vermeiden: Zwischen der Mehrarbeit in der Planwirtschaft und der Mehrarbeit im Kapitalismus liegen Welten, da in der Planwirtschaft die Mehrarbeit später in Form der Konsumgüter, die durch die Akkumulation von Produktionsmittel zusätzlich möglich werden, der gesamten Bevölkerung - und das bedeutet: auch den Arbeitern, die diese Mehrarbeit geleistet haben - zu gute kommen. Und sie Art und Ausmaß der Mehrarbeit selbst demokratisch abstimmen können. Im Kapitalismus und in allen Klassengesellschaften vor diesen war die Mehrarbeit in der Hand der herrschenden Klassen, die diese selbst nicht produziert hatten. Und die Produzenten wurden zur Mehrarbeit durch ihre soziale Lage gezwungen. h) Schematischer Vergleich des Wertes der Betriebe 31

31 I Dieser Teil ist kein Kapital mehr Kapital ist immer nur Wert, der wieder Wert schafft. können haben wir dies bei dem Betrieb in der Planwirtschaft nicht gemacht. Hier haben wir zwar die Produkte, die ihrer physischen Natur her und von der gesellschaftlichen Absicht her als Produktionsmittel hergestellt wurden dem nächsten Produktionszyklus zugerechnet, aber die Konsumgüter, die ein Betrieb herstellen mag, scheinen nicht auf. Denn diese gehören bereits den Konsumenten. In der Planwirtschaft gibt es aber keinen Privatbesitz, weil es keinen Kapitalisten mehr gibt; ob die Güter sich noch im Betrieb 1 oder schon im Betrieb 2 befinden, dazwischen liegt bloß der Transport, was zählt ist nicht der Tauschvorgang, sondern allein, dass die Produkte in die Reproduktion der sachlichen Produktionsmittel des Betriebs 2 eingehen. Kaum sind sie produziert, gehören sie schon zum Betrieb 2 und gelten dort als Teil der sachlichen Produktionsmittel. Deswegen haben wir sie hier nicht zum Betrieb 1 gerechnet, dem sie nicht gehören, weil sie ja keine Waren sind und daher an ihnen kein Besitzetikett klebt. Anderseits gehören die Produktionsmittel des Betriebes Nr. 3 nach ihrer Herstellung zum Betrieb 1; sodass sie in den Wert des Betriebes 1 eingehen und wir sie hier als Produkte, die von anderen Betrieben für den Produktionszyklus x+1 geliefert werden in der dritten Spalte angeführt haben. Sie werden erst im nächsten Produktionszyklus verwendet. Man mag diese aus statistischen Gründen mitberechnen, aber das ist eine Messung die von außen vorgenommen wird, während der Wert eines Kapitals bzw. eines Betriebes im Kapitalismus durch das Wertgesetz festgestellt wird, auch wenn dies kein Mensch bewusst misst. Der Unterschied unseres Vergleichs beruht offensichtlich einerseits darauf, dass erstens ein Betrieb im Kapitalismus andere Elemente umfasst als in der Planwirtschaft und zwar sowohl der individuelle Betrieb als auch der Betrieb eingebettet in seine gesellschaftliche Umgebung (Zirkulationskosten auf Seiten des Kapitalismus, Planungskosten auf Seiten der Planwirtschaft), andererseits messen wir auch anders: Im Kapitalismus zählen wir alle Werte zusammen, die laut Privatbesitz dem Betrieb gehören. Die tatsächliche Bewertung würde freilich so lauten: Welche Veranlagung bietet der Betrieb für das Kapital, welche Profitmasse und welche Profitrate winken hier. Der rein statische Wert seiner einzelnen Elemente bildet nur die Grundlage für die tatsächliche Bewertung. Zählen wir die Unterschiede einmal von anderer Seite her auf: Im Kapitalismus zerfällt das Kapital in verschiedene Teile: Das produktive Kapital und das Warenhandelskapital, dazu kommt das Geldkapital (vgl. Band III von Das Kapital ). In der Warengesellschaft werden zuerst einmal alle Waren verdoppelt, da sie auch in Geld (Gold, Silber...) existieren. Verdoppelt ist hier nicht mathematisch genau zu verstehen, da ja jedes Geld mehrere Warenumsätze bewerkstelligen kann und zweitens bei weite nicht alles Geld in Gold gedeckt ist. Im Kapitalismus müssen die Unternehmer auch Kapital vorstrecken, bevor sie produzieren. Das können sie teils, weil sie Geld bereits vor der Produktion haben (Geldschatz - ihre soziale Situation ist eine andere als die der Arbeiter), teils weil sie sich Kapital ausborgen von den Geldkapitalisten. Im Kapitalismus kommen also zu dem reinen Produktionsvorgang auch eine Unzahl von Werten hinzu, die als Schmierstoffe dienen, als Zirkulationsmittel, als Vorschuss, als Schatz, als Kredit, als Versicherung usw. Letztlich ist dies notwendig, weil es sich in der Warengesellschaft um eine Wirtschaft handelt, mit dem jeweiligen Etikett auf jedem Produkt, auf dem steht: Achtung, Privateigentum... In der Planwirtschaft kommen als notwendige Produktionswerte noch die Verwaltungskosten (Planungsapparat) hinzu. In der Planwirtschaft haben wir aber keinen Privatbesitz und daher auch nicht diese Messung. Wir bewerten den Betrieb erstens danach, was er an Arbeitszeit gekostet hat (siehe Tabelle oben). Andererseits nach dem, was er leisten kann sprich: Wie viele und welche Gebrauchsgüter er herstellen kann. Aber wenn wir nun zu der Tabelle 7 zurückkommen, so hat auch wenn der konkrete Wert durchaus unterschiedlich sein mag alles irgendwie seine Entsprechung. Also etwa v auf der einen Seite entspricht a auf der Seite der Planwirtschaft. Aber ein Element hat keine Entsprechung. Während wir im Kapitalismus den Wert der noch unverkauften Güter und auch den Verkaufserlös aller Waren zum Wert eines Unternehmens rechnen 32

32 . 10. Was wird aus dem Wertgesetz? Austausches bildet und dass diese Art des Tausches die gesamte Wirtschaft, nicht nur die Zirkulation sondern auch die Produktion, bestimmt. Das Wertgesetz bedeutet, dass die Produkte gemäß ihrem Tauschwert gehandelt werden. Herrscht das Wertgesetz in der Wirtschaft vor, ist dies ein sicheres Indiz für die Vorherrschaft der Warenwirtschaft. Herrscht die Warenwirtschaft vor, ist dies ein Indiz, dafür dass es sich um eine kapitalistische Produktionsform handelt - wenn wir von der historischen Vorform, der einfachen Warenwirtschaft absehen. Wir haben dies absichtlich so neutral formuliert um herauszuarbeiten, dass hier eine Verdichtung des Wertaspektes zutrifft, und dass erst die Verdichtung in dem zuletzt angeführten Punkt für den industriellen Kapitalismus spezifisch ist. Der Wertaspekt der ersten Punkte trifft auch auf vorkapitalistische Produktionsweisen zu, der zweite angeführte Wertaspekt trifft auch auf nachkapitalistische Produktionsweisen, und damit auf die Planwirtschaft zu. Aber auch die Produkte in der Planwirtschaft haben einen Wert, ihre Herstellung hat eine bestimmte Zeit gekostet, d.h. sie hat der Gesellschaft Lebenszeit verschlungen. Wir gehen hier davon aus, dass die Fragen...wie viel Zeit kostet die Herstellung von welchen Produkt unter welchen Methoden (natürliche Standortvorteile, Stand der Produktivkräfte in bestimmten Betrieben, welche Verfahren angewendet werden, welche Arbeitsstandards die Arbeiter haben)?... für die Gesellschaft von Bedeutung sind und das bewusste Planen in den Planwirtschaft erst ermöglicht. Das kapitalistische Wertgesetz bedeutet ausschließlich, dass auch der letzte Punkt zutrifft. Die Feinmechanik der Regulation bewerkstelligen Marktpreise und Produktionspreise33. Damit kommt der Ausgleich der Profitraten zum Tragen Dieser Mechanismus, der Ausgleich der Profitraten ist in Wirklichkeit die zweite Seite des kapitalistischen Wertgesetzes. Und daraus folgt die Wirksamwerdung der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit als Einheit in der Produktion und Distribution von Gütern. Den Mechanismus Ausgleich der Profitraten gibt es in der Planwirtschaft selbstverständlich nicht und deswegen wird in der Sphäre der Produktion auch keine gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit für die Produktion der bestimmten Güter zum Tragen kommen. Diese Tatsache erhöht den Aufwand der Planwirtschaft von außen, von der Sphäre der Politik, zu intervenieren, um die Produktivität der Betriebe zu erhöhen. Die Politik ist nicht mehr ausführendes Organ der Wirtschaft, sondern umgekehrt die Sache wird dadurch aber nicht einfacher. Das bedeutet, dass die Gesellschaft den Wert der Produkte erheben kann, indem die Produktionszeit berechnet wird. Das kann aber auch bedeuten, dass in der Planwirtschaft das Wertgesetz nur diesmal nicht auf den Warenaustausch angewendet wirksam sein kann. Allerdings nur in der Erscheinungsform, dass gleiche Arbeitszeitwerte getauscht werden, nicht aber in der Wirkung, die das Wertgesetz im Kapitalismus hat, nämlich die Verteilung des Kapitals in unterschiedliche Betriebe und Branchen zu regulieren. Letztere Funktion übernimmt in der Planwirtschaft der Plan, basierend auf den Informationen aus den Betrieben, den Produktbedürfnissen der Konsumenten und der strategischen Entscheidungen der Räte. Die regulierende Funktion des kapitalistischen Wertgesetzes gibt es nur im Kapitalismus, mit Markt, Konkurrenz und mit unabhängigen und atomisierten Warenbesitzern. Die regulierende Funktion des Wertgesetzes ist daher ganz etwas anderes, als dass bloß gleiche Werte getauscht werden: Bei der ganzen Frage dürfen unterschiedliche Dinge nicht verwechselt werden: Die Tatsache, dass jedes Arbeitsprodukt einen (abstrakten) Wert hat, nämlich einen bestimmten Aufwand an Zeit bei seiner Produktion gekostet hat. Das trifft auf alle Produkte in unterschiedlichen Produktionsweisen zu und bedeutet noch nicht, dass dieser Wert den Produzenten auch bewusst ist und dass der Wert im Austausch eine Rolle spielt. Aber selbst für den Subsistenzbauern macht es einen Unterschied, wie tief und schnell der Pflug die Erde umwühlt, denn in dieser Zeit kann er nichts anderes machen. Wären diese Unterschiede irrelevant, wie hätte es dann eine technische Weiterentwicklung in der Geschichte geben können? Hier, wie in der ganzen Ausführung, spreche ich vom Wertgesetz als den spontanen Regulator im Waren- und Warenkapitalistischen Produktionssystem, d.h. von der historisch vergänglichen Form, die in der Tauschgesellschaft von der Regulierung der Wirtschaft durch den Arbeitsaufwand angenommen wird. Ich spreche nicht von dieser Regulierung an sich. Diese Regulierung wird auch in der Planwirtschaft existieren, aber sie wird auf andere Weise bewirkt werden, d.h. auf der Basis der direkten Berechnung der Arbeitszeit 34. Das Berechnen aller Waren- und Wirtschaftsströme nicht nur nach der Mengeneinheit, sondern auch nach dem Wert der Produkte. Das besagt noch nicht, dass die Produkte nach ihrem Wert zirkulieren müssen. Es ist daher ein vulgäres Missverständnis, wenn das Messen der Arbeitszeit zur Erforschung der Produktenwerte in der Planwirtschaft mit der Wirkungsweise des kapitalistischen Wertgesetzes identifiziert wird.35 Die Tatsache, dass bei einem Austausch der Produkte gleiche Werte die Hände wechseln. 33 Die Tatsache, dass der Wert der Produkte auch ohne bewusstes Agieren der Menschen die Grundlage nahezu jedes Vgl. etwa die bündige Erklärung des Ausgleichs der Profitraten in dem Kapitel zur Teilung des Profits in Zins bei Karl Marx, Das Kapital, Band III, 22. Kapitel, MEW 25, Seite 379, Evgenij Preobrazenskij, Die neue Ökonomik, Moskau 1926, Seite 122, Vgl. etwa Joseph Green, Labour-money and socialist planning (part one); Communist voice #25, Nov. 27, Greens Verständnis des Marxschen Wertgesetzes reduziert sich 33

33 I Falls es nicht bereits klar ist, sei noch angemerkt: Austausch oder Tausch in der Planwirtschaft hat nichts mit dem sozialen Inhalt derselben Begriffes im Kapitalismus zu tun. Wir sagen hier Tausch im umgangssprachlichen Sinne. Da die Güter für die Reproduktion zum großen Teil von anderen Betrieben und Branchen kommen, ist es natürlich nicht unwichtig, welche Werte hier ausgetauscht werden. Aber sie müssen nicht identisch sein. Nur unter folgenden Voraussetzungen, kommt hier ein Wertgesetz zu Tragen, dass nämlich gleiche Werte (und selbstverständlich unterschiedlicher Gebrauchswerte) zwischen unterschiedlichen Betrieben und Branchen hin und her geliefert werden. a) Das Wertgesetz in der Produktion / Planwirtschaft Nun widerspricht es der Planwirtschaft aber keineswegs, dass sich Lieferungen der Betriebe untereinander zum Zwecke ihrer Reproduktion wertmäßig ausgleichen. Vor allem dann und in jenen Bereichen, in denen die Produktion in Art und Umfang relativ konstant bleiben soll. Auch wenn die Endprodukte der Betriebe wegen Schwankungen der Bedürfnisse nicht konstant bleiben und sich die Reproduktion der zirkulierenden Produktionsmittel diesem Schwanken anpasst, ist die Reproduktion der fixen Produktionsmittel diesen kurzfristigen Schwankungen nicht zwangsläufig unterworfen. Denn falls die Konsumbedürfnisse wieder zunehmen, muss nicht die ganze Maschinerie wieder aufgestockt werden muss. Die Schwankungen der Reproduktion der fixen Produktionsmittel hängen indirekt mit den Schwankungen der zirkulierenden Produktionsmittel zusammen, aber eben nur indirekt. Die Veränderungen werden langfristig weit stärker durch den Fortschritt der Produktivkräfte bewirkt. es finden keine Produktionsfehler statt, es findet kein Änderung im Stand der Produktivkräfte statt, es findet keine Änderung in den verlangten Endprodukten (Konsum) statt, es findet keine Änderung der Reproduktion statt - die Betriebe arbeiten ungefähr so weiter wie bisher, es finden zwar Änderungen statt, die sich aber gegenseitig aufheben, neutralisieren. Aber das wäre bloß Zufall. Wir werden weiter unten im Teil II dieser Darstellung sehen, dass sozialistische Akkumulation immer auch den Bruch mit dem Wertgesetz beinhaltet, indem die Produktionsmittelindustrie zuungunsten der Konsumgüterindustrie überreproduziert wird. Aber wie auch immer, es wird in der Planwirtschaft beides geben: Die wertmäßige Ausgleichung von Betrieben, die miteinander in Verbindung stehen, wie die Zulieferungen, die keine wertmäßig gleiche Gegenleistung vorsehen. Was ist nun die Norm im Kapitalismus und die Ausnahme in der Planwirtschaft, denn beide Wertgesetze äußern sich in der Regel unterschiedlich: Der Unterschied zwischen dem Wertgesetz im Kapitalismus und jenem in der Planwirtschaft besteht nun darin, dass im Kapitalismus Warenbesitzer gleiche Werte tauschen. Bei jedem Tauschvorgang sollten - zumindest so nicht ein Tauschpartner geprellt wird - gleiche Warenwerte in Form von Tauschwerten getauscht werden. Ja, dass Tauschwerte existieren, ist eine der Grundkonstanten der Warengesellschaft, ohne die Produktion unabhängiger Warenbesitzer für den Markt nicht möglich wäre. Der Tausch betrifft nicht nur die Tauschpartner, sondern auch die unterschiedlichen Phasen der Produktion. Wie gesagt, damit hat der Austausch in der Planwirtschaft nichts zu tun. Im Kapitalismus: In der Planwirtschaft: Betrieb a tauscht 1:1 zu Betrieb Betrieb a tauscht 1:2 zu Betrieb b, b, Betrieb a tauscht 1:1 zu Betrieb c, Betrieb a tauscht 2:1 zu Betrieb c, Betrieb b tauscht 1:1 zu Betrieb c Betrieb b tauscht 1:2 zu Betrieb c In der Planwirtschaft ist es kein Problem, dass zwischen Betrieb a und Betrieb b unterschiedliche Werte getauscht werden. Ein Wertgesetz kommt nicht bei jedem einzelnen Schritt zwangsläufig zu tragen. Tabelle 8 Wenn der Betrieb für einen bestimmten Zeitspanne die selbe Menge und Qualität an Produkten unter diesen eben genannten konstanten Bedingungen herstellen soll, dann muss er gleichmäßig reproduziert werden: sein Verbrauch an fixen Produktionsmitteln, an sachlichen zirkulierenden Produktionsmitteln und an Arbeit muss mit jedem Produktionszyklus zum gleichen Wert ersetzt bzw. wieder eingesetzt werden. Aber ob der Betrieb 1 vom Betrieb 2 dieselben Werte bekommt als der Betrieb 2 vom Betrieb 1 wäre nur dann zwingend notwendig, wenn die beiden Betrieb sich nur gegenseitig beliefern, was natürlich völlig unrealistisch ist. Eines gilt natürlich bei jeder Produktion: Die Summe der Werte, die ein Betrieb produziert, ist identisch mit der Summe der Werte, die in seine Reproduktion eingehen. Das ist sozusagen der Energieerhaltungssatz der Ökonomie, der seine Ergänzung darin findet, dass ein die unproduktive Konsumtion jedes Gutes endgültig ist. Aber das ist fast schon Tautologie. offensichtlich auf den Band I von Das Kapital. Er setzt Arbeitszeitwert (labour content) mit dem kapitalistischen Wertgesetzes gleich um seine Beweißführung, nämlich dass der Planwirtschaft alleine die material balances (Gleichgewicht der Gebrauchsgüter) entspräche, zu stützen. 34

34 . Das Auseinanderfallen von Lieferung und Bezahlung sowie der Kredit können allerdings auch im Kapitalismus bewirken, dass das Wertgesetz nicht bei jedem einzelnen Tauschvorgang, sondern erst insgesamt zum Tragen kommt, indem etwa der Betrieb c die Verbindlichkeiten abdeckt, die der Betrieb a an den Betrieb b hatte, womit zugleich die Verbindlichkeiten des Betrieb b an den Betrieb c beglichen. b) Das Wertgesetz in der Distribution Aber wie verhält es sich aber bei dem Verhältnis zwischen Betrieb und Arbeiter bzw. zwischen Konsumgüterindustrie und Konsument? Zwischen Konsumgüterindustrie und Konsument bleibt ein Wertgesetz solange aufrecht, solange nicht die Produkte schon ohne Verrechnung (sei es kollektiv, sei es individuell als Abbuchung vom Konsumkonto) abgegeben werden. Solange das aber nicht der Fall ist, werden die Produkte gemäß der für ihre Produktion notwendigen Arbeitszeit von dem Arbeitszeitkonto der Arbeiter bzw. Konsumenten abgebucht bzw. dieses von vorhinein verringert.37 Die Gesellschaft führt Buch darüber, was in der Produktion wie viele Arbeitsstunden gekostet hat und wer die Produkte (und damit die Arbeitsstunden) verbraucht. Hier haben wir also ein Wertgesetz in Kraft, es löst sich erst im Zuge der Entwicklung der Produktivkräfte auf, wodurch das Konsumkonto eine immer geringere Rolle spielen wird. Die Buchhaltung wird bei Gütern, die immer billiger (wenig Arbeitszeit) und damit über den Bedarf produziert werden, unnötig und hört sich von selbst auf. Hier wird das Wertgesetz nicht durch den ungleichen Tausch gebrochen, sondern es wird einfach überflüssig. Wenn man das Wertgesetz nur für einen isolierten Tauschvorgang sieht, dann ist dieses im Kapitalismus wirksam, weil es sich ja bei den Tauschpartnern um Warenbesitzer handelt; in der Planwirtschaft hingegen nur, wenn s der Zufall will. Aber wenn wir alle Tauschvorgänge hernehmen, dann ist das Wertgesetz in der Planwirtschaft mitunter wieder in Kraft, wenngleich nicht als Regulator. Nur so kann die gleichmäßige Reproduktion der Betriebe unter den oben angenommenen Bedingungen funktionieren. Zwischen den Betrieben kann also ein Wertgesetz existieren, wenngleich anders als im Kapitalismus. Ein Unterschied zwischen dem Wertgesetz im Kapitalismus und in der Planwirtschaft ist z.b. folgender: Wenn das fixe Kapital im Kapitalismus reproduziert wird, geschieht dies dadurch, dass solange Geld als Tausch für die ständig produzierten Waren angesammelt wird, bis die Maschinerie tatsächlich erneuert werden muss. Das bedeutet, dass das Wertgesetz ständig, auch wenn das fixe Kapital sich zwar auf die Produkte überträgt, deren Verkaufserlös aber noch nicht für die Reproduktion des fixen Kapitals verwendet wird, zum Tragen kommt.36 In der Planwirtschaft hingegen ist der Einsatz von Geld nicht systemnotwendig und daher kommt das Wertgesetz erst nachträglich zum Tragen, zu dem Zeitpunkt der tatsächlichen Reproduktion der fixen Produktionsmittel zum Tragen. Anders verhält es sich bei dem Anspruch der Arbeiter an Konsumgütern gemessen in Arbeitsstunden. Hier werden von Haus aus nicht gleiche Werte gegenverrechnet. Die Arbeitszeit, die jemand im Betrieb arbeitet, dient bloß als Ausgangsmaßstab, als theoretisches Maximum der Werte, die er konsumieren kann. Die Arbeitszeit, die der Arbeiter im Betrieb arbeitet, kann und wird ihm nie voll auf sein Konsumkonto übertragen, weil gesamtgesellschaftlich begründete Abzüge von diesem notwendig sind. Zu diesen normalen Abzügen für den unproduktiven, sozialen Konsum kommen dann noch jene durch den Akkumulationsprozess hinzu. Damit wird auf dieser Ebene das Wertgesetz zwangsläufig gebrochen, während es im Kapitalismus bei der Akkumulation zwangsläufig in Kraft ist. Dieser Unterschied ergibt sich daraus, dass im Kapitalismus die Arbeitskraft Ware ist und somit bei der Verwendung der Arbeitskraft das Wertgesetz gilt, gleichzeitig aber ein Teil des Mehrwerts für die Akkumulation herangezogen wird. Fassen wir nun die Frage nach dem Wertgesetz in der Produktionssphäre zusammen: In der Planwirtschaft wird das Wertgesetz als Regulator der Verteilung der Ressourcen abgelöst durch den Plan. Eine wertmäßig ausgeglichene Lieferungsstruktur zwischen den Betrieben kann, muss es aber nicht geben. Die Regel wird eher die sein, dass nicht ausgeglichen geliefert wird, weil die Planwirtschaft im historischen Maßstab kein statisches System ist, sondern ein Entwicklungssystem. Der echte Tausch spielt keine Rolle mehr, da ja alle Betriebe bloß einen gemeinsamen Eigentümer haben. Das Wertgesetz in der Planwirtschaft zwischen Betrieben muss gebrochen werden, wenn akkumuliert wird. Wir werden weiter unten, im Teil II dieser Darstellung, sehen, dass sozialistische Akkumulation immer auch den Bruch mit dem Wertgesetz beinhaltet, indem die Produktionsmittelindustrie zuungunsten der Konsumgüterindustrie überreproduziert wird. Also ohne dass es eine wertgleiche Gegenleistung gibt. 36 Bei der Anrechnung der Arbeitszeit auf das Konsumkonto ein Wertgesetz zur Anwendung bringen zu wollen, würde davon ausgehen, dass grundsätzlich etwas getauscht wird: Arbeitszeit gegen Konsum. Dies würde aber ein (wie auch immer verschleiertes oder umbenanntes) Lohnverhältnis voraussetzen. Dieses ist aber gar nicht vorhanden. Die Arbeiter sind ja bereits Inhaber der gesamten Wirtschaft. Daraus folgt, dass die 37 Der Unterschied zwischen kollektiver und individueller Verrechnung besteht darin, dass beim kollektiven Konsum, wie bei den Leistungen des öffentlichen Dienstes, diese von der Ermittlung der Höhe des Konsumkontos abgezogen werden. Während dessen bezahlt der Arbeiterkonsument bei der individuellen selbst mit seinem Konsumkonto. Das bedeutet, dass bei der kollektiven Konsumtion - auch wenn sie für den Arbeiterkonsumenten als gratis erscheint dies genauso wenig der Fall ist, wie beim öffentlichen Dienst im Kapitalismus. Hier gilt also überall das Wertgesetz: Verrechnet wird das, was die (gemessen in Arbeitszeit) wert sind. Von all dem ist zu unterscheiden der Konsum von überflüssigen Gütern wo tatsächlich keinerlei Gegenverrechnung erfolgt. Mehr dazu siehe weiter unten im Kapitel Die Naturalwirtschaft. Vgl. Karl Marx, Das Kapital, Band II, Kapitel XI. Ersatz des fixen Kapitals, Seite 446ff. 35

35 I Arbeitsleistungen, die nicht in ihre Konsumgüter eingehen, in ihre Gesellschaft eingehen und nicht in den Fundus einer fremden Klasse. Der zutreffende Ausdruck ist, dass die Arbeiter einen Teil ihrer geschaffenen Werte selbst konsumieren. Unabhängig vom Wertgesetz bleibt natürlich immer die Gleichung bestehen, dass die Summe der toten und lebendigen Arbeitszeit identisch ist mit dem Wert eines Produktes aber das ist einfach die Marxsche Arbeitswertlehre, während sich das Wertgesetz auf den Tausch bezieht. Wie bereits angedeutet: Mit der Entwicklung der Produktivkräfte in der Planwirtschaft wird die Produktion eines Gutes immer weiter verbilligt. Ab einer kritischen Größe des Wertverlustes spielt der Wert kaum noch eine Rolle. Die Gesellschaft geht dann gänzlich zu der Berechnung von stofflichen Größen über. Dann sind wir bei der Naturalwirtschaft angelangt. Klarerweise spielen dann alle Steuerungsinstrumente wie Konsumkonten keine Rolle mehr. Das markiert einen Übergang zum Kommunismus. c) Wertgesetz ohne Waren; Werte ohne Waren? Aber ist es nicht völlig widersprüchlich, in der Planwirtschaft zwar keine Waren aber ein zumindest teilweise wirksames Wertgesetz in Aktion zu haben? Wenn die Frage so gemeint ist, dass die Produkte der Planwirtschaft (abgesehen vom Gebrauchswert natürlich) keinen Wert hätten, dann ist der Ausgangspunkt der Frage falsch: Denn jede Produktion, in welcher Gesellschaftsformation auch immer, fügt durch Arbeit den Naturprodukten Wert hinzu. Arbeit ist Aufwand, kostet Zeit. Zeit ist ein wertvolles Gut. Wenn aber die Frage so gemeint ist, dass das Wertgesetz im Kapitalismus eben ein ökonomisches Gesetz ist, das den Warenkreislauf reguliert und ohne den der Kapitalismus nicht möglich wäre, dann ist der Ausgangspunkt der Frage richtig. Tatsächlich kann man in der Planwirtschaft nicht von einem Gesetz sprechen. Insofern ist der Begriff Wertgesetz in der Planwirtschaft deplaziert und man müsste eher von wertmäßig ausgeglichenen Austausch sprechen. Nehmen wir zum Beispiel das Konsumkonto her. Es hat zwei Seiten. Die eine Seite ist, wie und wie viel kommt auf das Konto gebucht (dies findet nicht nach dem Wertgesetz statt). Die andere Seite ist, wie und wie viel wird von dem Konto im Gegenzug für Konsumgüter abgebucht (dies findet nach einem Wertgesetz statt). Aber wenn wir die Sache als Ganzes sehen, und nicht die beiden Seiten des Kontos getrennt, sondern als eine Einheit (das was früher im Kapitalismus das Lohnverhältnis war): so trifft in der Planwirtschaft das Wertgesetz nicht zu. 36

36 . Die Planwirtschaft Von Martin Seelos 1. Gegenstand, Aufbau und Methode dieser Darstellung Teil I: Planwirtschaft vs. Kapitalismus 2. Planung im Kapitalismus und ihre Grenzen 3. Die Genesis der Planwirtschaft aus der Arbeitermacht 4. Wirtschafssubjekte in der Planwirtschaft 5. Wem gehören eigentlich die Produkte in der Planwirtschaft? 6. Was wird aus der Arbeitskraft und was aus dem Lohn? 7. Was wird aus der Arbeit? Die Indices 8. Was wird aus der Arbeit? Die notwendige Arbeitszeit 9. Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Güterwert 10. Was wird aus dem Wertgesetz? 11. Was wird aus den Waren? 12. Was wird aus dem Geld? 13. Was wird aus Handel, Zins und Rente? 14. Was wird aus den Preisen? 15. Fragen der Preiskalkulation 16. Als Kalküle: Arbeitszeitwert, Gebrauchswert und Natur 17. Was wird aus dem Markt? 18. Der Plan und die Steuerung der Planwirtschaft Teil Ib: Planwirtschaft vs. Kapitalismus eine Zwischenbilanz 20. Die Dynamik der Planwirtschaft: Der Aufbau 21. Die Dynamik der Planwirtschaft vs. Schranke der Profitraten 22. Eine Zwischenbilanz Teil II: Die sozialistische Akkumulation 22. Produktion und Konsum 24. Produktion und Reproduktion 25. Reproduktion und Überschuss 26. Reproduktion und Mehrarbeit 27. Reproduktionsfonds, Konsumfonds und Akkumulationsfonds 28. Das Gleichgewicht der Branchen / vernetzte Branchen 29. Konsumgüterbranche vs. Investitionsgüterbranche 30. Die technische Zusammensetzung 31. Akkumulation und Ausweitung der Produktion 32. Akkumulation und Entwicklung der fixen Produktionsmittel: Die Grundlagen 33. Akkumulation und Entwicklung der fixen Produktionsmittel: Lebensdauer und Geschwindigkeit; Intensivierung der Arbeit 34. Die historische Stellung der Akkumulation in der Planwirtschaft 35. Die Naturalwirtschaft Teil III: Planwirtschaft und Kommunismus 36 Sozialismus Kommunismus 37 Bedürfnis- vs. Produktivkraftentwicklung 38 Ende der Arbeitspflicht? 39 Ende der Mehrarbeit? 40 Die Freiheit und die Grenzen der Freiheit 37

37 I Beiträge, Fragen, Anregungen, Kritik und Mitarbeit an: Siehe auch: ein Medienwerk zur Förderung des wissenschaftlichen Verständnisses für politische Ökonomie ( 50, 4. Mediengesetz 1981, Novelle 2007, kann Anwendung finden); Kostenersatz bei Weitergabe: 2. Impressum: Medieninhaber, Hersteller, Herausgeber, Redaktion: Martin Seelos; Verlags und Herstellungsort: Wien 38

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