Herzlich Willkommen! VO Sportpädagogik. Ziel der LV ist es... Inhalte

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1 Herzlich Willkommen! Mag. a Zentrum für Sportwissenschaften und Universitätssport Ziel der LV ist es... Eine allgemeine Einführung in die Sportpädagogik und in das sportpädagogische Denken zu geben Die Entwicklung des modernen Sports als Herausforderung für das Handeln als Pferdewissenschafter/in zu thematisieren Sportpädagogische Perspektiven des Reitsports aufzuzeigen Aus der Sicht der Sportpädagogik relevante Themenfelder des Pferdesports zu thematisieren Grundlagen des Bewegungslernens und lehrens und Folgerungen für eine Didaktik des Reitunterrichts zu vermitteln Inhalte 1. Einführung: Sport, Sportpädagogik 2. Ein sportpädagogischer Blick auf den Pferdesport 3. Reiten als Schulsport 4. Reiten als Leistungssport 5. Reiten als Breitensport 6. Reiten als Gesundheitssport 7. Das Lehren und Lernen von Bewegungen 8. Ausgewählte didaktische Aspekte 9. Ausgewählte Aspekte der Kommunikation 1

2 1. Einführung 1.1 Sport was ist das? Bewegung und Sport in einer Zeit des Übergangs 1.2 Sportpädagogik was ist das? Disziplin, Gegenstand und Grundbegriffe 1.3 Sportpädagogik und Reitsport: Schlussfolgerungen Susanne ist die große Nachwuchshoffnung in ihrem Voltigierverein. Sie trainiert zweimal die Woche in der Turnhalle und dreimal am Pferd. Die Meisterschaften stehen kurz bevor. Ist das Sport? Assoziationen? Welche Sinnperspektive(n) wird/werden erfahren? Eine Frau besitzt zwei Pferde. Sie reitet fünfmal die Woche, trainiert regelmäßig und nimmt an nationalen Turnieren bis zur Klasse M teil. Ist das Sport? Assoziationen? Welche Sinnperspektive(n) wird/werden erfahren? 2

3 Zwei Freundinnen gehen ab und zu gemeinsam ausreiten. Sie genießen diese Zeit und reden dabei über alles Mögliche. Ist das Sport? Assoziationen? Welche Sinnperspektive(n) wird/werden erfahren? Der zehnjährige Stefan (ADHS Kind) geht seit einem Monat regelmäßig zum heilpädagogischem Reiten und Voltigieren. Ist das Sport? Assoziationen? Welche Sinnperspektive(n) wird/werden erfahren? Andreas und Melanie nehmen einmal die Woche am Horseball Training der hiesigen Reitschule teil. Ist das Sport? Assoziationen? Welche Sinnperspektive(n) wird/werden erfahren? 3

4 Körperliche Aktivität Körperliche Arbeit Bewegung Sport Geistige Arbeit Körperliche Aktivität Kunst Sport Spiel z.b. Musikkür Voltigieren Quadrille z.b. Springen Dressur Vielseitigkeit z.b. Horseball Polo Ponygames Sport ist körperliche Bewegung Sport unterliegt dem Leistungsprinzip Sport ist durch soziale Normen geregelt Sport ist unproduktiv Sport ist jene Form der körperlichen Aktivität, die vorwiegend durch das Streben nach Leistung, nach individuellem oder teamorientierten Leistungsvergleich und durch zu diesem Zweck vereinbarte normierte Ausführungen und Bewertungen gekennzeichnet ist 4

5 SPORT im engen Sinne SPORT im weiteren Sinne Bewegung Anstrengung, Askese Leistung Wettkampf Präsentation Selbsterfahrung Gesundheit, Wellness Sportartübergreifend Sportdisziplinen Vereine Systematisches Training Freizeit, Spaß Soziales Miteinander Mehrperspektivität Leistungsvergleich Persönlichkeit Sport im weiteren Sinne = Bewegung, motorische Aktivität, zur Entfaltung psychischer, physischer und sozialer Eigenschaften und Fähigkeiten, mehrperspektivisch Sport im engeren Sinne = Sportarten; Wettkampf- und Regelsystem; Organisation; Leistung, Wettkampf, Präsentation Modelle des Sports nach Digel Leistungssport Wettkampf, Spannung, Profi und Amateur -Vereinsmitgliedschaft Mediensport Kommerz, Medien, Wettkampf, Profi -Arbeitsvertrag Freizeitsport Spaß, Freude, Mitmachen, Selbstwert -Offene Organisation Alternativsport Subkultur, Körperkultur, Entspannung -Offene Organisation Instrumenteller Sport Soziale Dienstleistung, Erziehungs-, Rehabilitationsinstrument - Verschiedene Organisationen 5

6 Gesellschaftlicher Wertewandel Wohlfühlen im Diesseits tritt an die Stelle der Glückseligkeit im Jenseits Lebenszeitbudget wird immer mehr in die Freizeit investiert körperliche Aktivität, Bewegung und Sport 1. Zunahme der Sportaktivität Mitglieder BFV Zunahme der Sportaktivität PFERDESPORT - VEREINE ANZAHL JAHR 6

7 1. Zunahme der Sportaktivität Unverbindlicher Sport ohne Vereinszugehörigkeit 2. Veränderung der aktiven Bevölkerung Veränderung der sportlich aktiven Altersschicht Zunahme der Zahl der sportlich aktiven Frauen 3. Differenzierung der Organisationsformen Sportler/innen Organisierte Sportler/innen 1995: 22% 2004: 10% Nichtorganisierte Sportler/innen 1995: 14% 2004: 25% 7

8 4. Ausdifferenzierung Entwicklung neuer Sportarten; Trendsportarten Ausdifferenzierung von Sportmodellen Ausdifferenzierung von fachdidaktischen Modellen Trend zur Ausübung mehrerer Sportarten Trend zu Individualsportarten Ausdifferenzierung innerhalb eines sportlichen Handlungsfeldes Haflinger.. Vollblutaraber Noriker Kleinpferde Warmblut Isländer Araber Ponies DRESSUR VIELSEITIGKEIT FAHREN 1-Spänner 2-Spänner 4-Spänner HORSEBALL WESTERNREITEN SPRINGEN EINZEL MANNSCHAFT VOLTIGIEREN Damen, Herren 2-Phasen, Gruppe Reining Trial West. Pleasure Cutting All Around 8

9 Sparten des BFV Dressur Springen Vielseitigkeit Distanz Fahren Reining Voltigieren Olympische Sparten, FEI Sparten FEI Sparten Haflinger Horseball Isländer Jagdreiten Jugend Kleinpferde/Ponies Noriker Orientierungsreiten Therapeutisches Reiten Vollblutaraber Westernreiten Reiten im Damensattel 5. Tendenzielle Veränderung der Motivstrukturen mehr Freiheit als Zwang mehr Selbstdisziplin als Kontrolle mehr Spiel als Kampf mehr Kameradschaft als Konkurrenz mehr Individualität als Gemeinschaft mehr Gesundheitsförderung als gefährdung mehr Sicherheitsgefühl als Risikoerleben 5. Tendenzielle Veränderung der Motivstrukturen Abnahme des Leistungsmotivs Dominanz des Motiv-Trias: Spaß Gesundheit Fitness/Wellness aus Fitness wird Wellness (eher weiblich) Sport als letztes Abenteuer (eher männlich) Trend zu Individualsportarten Körperkult 9

10 6. Bedeutungserweiterung des traditionellen Sportbegriffs Leistungssport Spitzensport Hochleistungssport Breitensport Freizeitsport Spaßsport Gesundheitssport Alterssport Militärsport Familiensport Kommerzialisierung und Professionalisierung Wirtschaftsfaktor Sport Sport als Dienstleistung und als Beruf 8. Mediatisierung/Zuschauer Zuschauersport Entertainment Wertschöpfung; Sponsoring Profisportler Popstar? 10

11 Folgerungen für den Reitsport ERWEITERUNG und AUSDIFFERENZIERUNG Erweiterung und Ausdifferenzierung des Handlungsfeldes Vielfalt an Perspektiven Vergrößerung und Veränderungen des Marktes Erweiterte und veränderte Zielgruppe Möglichkeiten der Wertschöpfung Möglichkeiten der Beschäftigung... Was heißt Sportpädagogik? Was heißt Sportpädagogik? Sportwissenschaft Sportpsychologie Sportgeschichte Bewegungslehre Trainingslehre Biomechanik Sportökonomie Sportsoziologie... Pädagogik/Erziehungswissenschaft Allgemeine Pädagogik Didaktik SPORTPÄDAGOGIK Sozialpädagogik Erwachsenenpädagogik Freizeitpädagogik Sonderpädagogik... 11

12 Allgemeine Themenfelder im Zusammenhang von Sport und Erziehung/Bildung Sportmethodik Sportdidaktik Sportpädagogik Wie kann Unterricht angesichts gegebener Rahmenbedingungen geplant, durchgeführt und evaluiert werden um konkrete Ziele zu erreichen? Welche konkreten unterrichtlichen Verfahren stehen zur Verfügung? Was heißt Sportpädagogik? Sportpädagogik ist jenes Teilgebiet der Sportwissenschaft, in dem Sport in Zusammenhang von Bildung und Erziehung untersucht wird Sportpädagogik bezeichnet sowohl die pädagogische Praxis im Sport als auch die wissenschaftliche Theorie dieser Praxis Die Aufgabe der Sportpädagogik besteht nicht nur darin, theoretisches Wissen für die Praxis von Erziehung und Unterricht im Sport zu entwickeln, sondern sie soll auch ein Forum der Reflexion und Diskussion der für den Sport pädagogisch wichtigen Fragen und Probleme bieten berufsqualifizierende Disziplin für alle die lehrend, beratend und erziehend im Sport tätig sind. Grupe&Krüger, 1997 Grundfragen und Ziele der Sportpädagogik Sportliche Ausbildung Sportliches Lernen, Üben, Trainieren Ganzheitliche Bildung Personale, emotionale, soziale Bildung und Erziehung 12

13 Grundbegriffe der Sportpädagogik Erziehung Handlungsfähigkeit Lernen Sozialisation Grundbegriffe der Sportpädagogik Als Erziehung werden diejenigen Maßnahmen und Prozesse bezeichnet, die den Menschen befähigen, seine Kräfte und Möglichkeiten zu entfalten und mit Hilfe derer er selbstständig und mündig werden kann Zuwendung eines Menschen zu einem anderen Menschen mit dem Ziel der Beratung, Betreuung, Belehrung, Hilfe, Unterrichtens und Lehrens Erzieherische Wirkung des sozialen Umfeldes: Familie, Klasse, Gruppe, Verein,... Auch Strukturen üben erzieherischen Einfluss aus: Verein, Leistungssport, Schule, Medien,... Grundbegriffe der Sportpädagogik Handlungsfähigkeit ist ein wesentliches Ziel sportbezogener und sportspezifischer Erziehung und Bildung. Leitidee sportpädagogischen Denkens. auf das Handlungsfeld Sport bezogen allgemeine Handlungsfähigkeit in anderen Lebenssituationen durch im Sport erworbene Kenntnisse, Fertigkeiten, Fähigkeiten, Kompetenzen, Tugenden Mehrperspektivität: möglichst viele Seiten des Phänomens Sports kennen lernen 13

14 Grundbegriffe der Sportpädagogik Lernen bezeichnet eine dauerhafte und relativ stabile Änderung der Verhaltensmöglichkeiten, des Wissens und des Könnens, der Einstellungen und Gewohnheiten aufgrund von Erlebnissen, Erfahrungen und durch Einsicht. Motorisches Lernen spielt im Sport eine große Rolle, darüber hinaus sind fast immer kognitive, emotionale und soziale Fertigkeiten und Fähigkeiten von Bedeutung. Soziales Lernen ist neben motorischem und kognitiven Lernen ein pädagogisches Ziel, auf die Erweiterung der sozialen Kompetenzen eines Individuums gerichtet. Grundbegriffe der Sportpädagogik Sozialisation beinhaltet alle geplanten und ungeplanten Prozesse, Handlungen und Einflüsse, die auf die Entwicklung eines Menschen einwirken und ihn in seinem Verhalten, Einstellungen und Haltungen bestimmen. Sozialisation bezieht sich auf die Vergesellschaftung des Menschen, der lernt sich unter anderen Menschen zurechtzufinden, sich in eine Gruppe bzw. in die Gesellschaft einzufügen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 14

15 FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung) (Hrsg.). (1997). FN Handbuch Schulsport. Warendorf: FNVerlag. FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung) (Hrsg.). (2003). FN Handbuch Reiten als Gesundheitssport. Warendorf: FNVerlag. Gäng, M. (Hrsg.). (2004). Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren. München: Ernst Reinhardt Verlag. Grupe, O. & Krüger, M. (1997). Einführung in die Sportpädagogik. (3., neu bearb. Aufl.). Schorndorf: Hofmann. Kleiner, K. (Hrsg.). (2007). Inszenieren-Differenzieren-Reflektieren. Wege sportdidaktischer Kompetenz. Purkersdorf: Hollinek. Kurz, D. (1995). Handlungsfähigkeit im Sport - Leitidee eines mehrperspektivischen Unterrichtskonzepts. In A. Zeuner u.a. (Hrsg.), Sport unterrichten - Anspruch und Wirklichkeit (S ). St. Augustin. Grupe, O. & Krüger, M. (1997). Einführung in die Sportpädagogik. (3., neu bearb. Aufl.). Schorndorf: Hofmann. Heinemann, K. (1998). Sportökonomik. Schorndorf: Hofmann. Kleiner, K. (2007). Bewegung und Sport unterrichten 1. Lernbehelf. Skript zur Vorlesung am ZSU Wien. Kolb, M. (2005). Einführung in die Sportpädagogik. Skript zur Vorlesung am ZSU Wien. 15

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