Salzburgs erstes deklariertes klima:aktiv-passivhaus

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1 Sperrfrist: Heute, Mittwoch, 20. Juni 2007, Uhr! Eisl/Blachfellner/Pröll/Samer Mösl/Wohnen/Energie Salzburgs erstes deklariertes klima:aktiv-passivhaus Eisl, Blachfellner und Bundesminister Pröll besuchten Wohnanlage Samer Mösl (LK) Als klima:aktiv-passivhaus mit Punkten wurde die Wohnanlage Samer Mösl im Salzburger Stadtteil Gnigl zertifiziert. Die Wohnanlage wurde im Herbst 2006 als Österreichs größte mehrgeschossige Passivhaus-Wohnanlage in Holzbauweise an die Bewohner/innen übergeben. Darüber informierten Energiereferent Landesrat Sepp Eisl, Wohnbaureferent Landesrat Walter Blachfellner und Bundesminister Dipl.-Ing. Josef Pröll heute, Mittwoch, 20. Juni, Nachmittag bei einem Lokalaugenschein in Gnigl. Bauträger ist die Heimat Österreich. Die insgesamt 60 Wohneinheiten, die in dreigeschoßigen Teilgebäuden untergebracht sind, bieten höchsten Wohnkomfort und Raumluftqualität. Die Gebäude entsprechen nicht nur dem Standard eines klima:aktiv-passivhauses, sie erreichen sogar die volle klima:aktiv-punktezahl von Punkten. Neben der hohen Energieeffizienz und den schadstoffarmen Baustoffen zählt die behindertengerechte Bauweise zu den besonderen Vorzügen des Holzbaues. Eisl: Höchste Klasse der Wohnbauförderung "Neben der behindertengerechten Errichtung fallen die Gebäude der Wohnanlage Samer Mösl in die höchste Klasse der Wohnbauförderung, erreichen 29 von 30 möglichen Energie-Punkten, bauen auf Regenwassernutzung, eine Solaranlage und auf die Nutzung von Biomasse. Und sie sind aus Holz, das ist in der Stadt Salzburg noch nicht sehr weit verbreitet", sagte Landesrat Eisl über dieses Vorzeigeprojekt. "Mit der Novelle zum Baupolizeigesetz 2004 konnten wir das 15

2 Ende der Diskriminierung der Passivbauweise und die Förderung solcher Bauten erreichen. Das heißt, dass zur höchstzulässigen Geschoßfläche nun ein Flächen-Bonus hinzukommen darf, wenn es sich um ein Passivhaus handelt. Das ist auf Grund der an sich hohen vorgeschriebenen Wandstärken bei Niedrigstenergiebauweise sehr wichtig." Energieeffizienz bei Vergabe von Landesgeldern Voraussetzung Vor kurzem hat sich Eisl auch in der Landesregierung mit seiner Forderung durchgesetzt, dass bei der Vergabe von Landesgeldern für Neubauten wie etwa bei der Fachhochschule Kuchl oder der Berufsschule Wals-Siezenheim Energieeffizienzkriterien eingehalten werden müssen. Konkret wurden bereits zwei Regierungsbeschlüsse entsprechend abgeändert. Die Beschlüsse beziehen sich auf die finanzielle Beteiligung des Landes an den Kosten des Erweiterungsbaus der Fachhochschule (FH) Kuchl und des Neubaus eines Werkstättengebäudes der Landesberufsschule (LBS) Wals. Für den Erweiterungsbau der FH Kuchl wurde die Umsetzung in Passivhausqualität festgelegt, für den Bau der LBS Wals die energietechnische Optimierung des Vorhabens. "Damit setzen wir ein klares Signal in Richtung Energiewende, und wir werden auch unserer Vorbildfunktion gerecht", so Eisl weiter. "Wir können den Menschen nicht ständig erklären, dass sie und wie sie Energie einzusparen haben, selber aber bei der Vergabe von Landesgeldern diesen Weg nicht verfolgen. Ein weiterer Erfolg ist, dass Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Othmar Raus und ich eine Arbeitsgruppe einrichten werden, in der die Salzburger Landesliegenschaften, Experten der Wohnbauförderung und der Landesbaudirektion sowie Energieexperten vertreten sein werden. Diese Arbeitsgruppe hat den Auftrag, Energieeffizienz-Richtlinien für Landesgebäude beziehungsweise die finanzielle Beteiligung des Landes bei Bauprojekten 16

3 auszuarbeiten. Das heißt, künftig wird es Landesgelder für Projekte wie die Erweiterung der FH Kuchl etwa nur mehr geben, wenn diese absolut energieeffizient geplant sind", so Eisl. Blachfellner: Bis Euro in die Forschung "Als erstes Bundesland hat Salzburg im Juli 2005 die klima:aktiv-vereinbarung für mehr Klimaschutz im Wohnbau abgeschlossen", betonte Landesrat Blachfellner. Bis 2008 investiere Salzburg rund Euro pro Jahr an Wohnbauforschungsgeldern in die Umsetzung der Vereinbarung, ein erheblicher Teil davon fließe in das Programm "wohnmodern". Im geförderten Neubau in Salzburg seien mittlerweile Niedrigenergiebauweisen nahezu Standard. "Mehr als 60 Prozent der geförderten Wohnnutzflächen sind in Salzburg bereits mit Solaranlagen ausgestattet. Der Anteil bei Biomasseheizungen ist noch höher, nämlich schon bei deutlich mehr als 70 Prozent", so Blachfellner. "Jährlich kommen aus der Salzburger Wohnbauförderung acht Millionen Euro für die umfassende Sanierung von Wohnhäusern und Wohnungen, Teilsanierungsmaßnahmen werden jährlich mit einem Darlehensvolumen von 25 Millionen Euro unterstützt." In wenigen Monaten werden 91 geförderte Wohnungen in der Franz-Ofner-Straße in der Stadt Salzburg mit Passivhausqualität an Mieter übergeben werden. Bei diesen Wohnungen wird der Energiebedarf für die Raumheizung so gering sein, dass eine individuelle und verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung nicht mehr wirtschaftlich ist. Die laufenden Kosten einer individuellen Abrechnung durch Wärmemengenzähler wären nämlich höher als die dadurch erzielbaren Einsparungen. "Die Energieeffizienz hat hier mit Unterstützung der Wohnbauförderung einen Höchststand erreicht", sagte Blachfellner. 17

4 Der klima:aktiv-standard für Gebäude wurde im neuen Regierungsprogramm fest verankert. Demnach soll künftig die Hälfte des gesamten Neubaus in Österreich in klima:aktiv-standard errichtet werden. Mit der gemeinnützigen Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft Heimat Österreich und der Gemeinnützigen Salzburger Wohnbaugesellschaft gswb deklarieren sich nun zwei Salzburger Bauträger als aktive Partner des klima:aktiv-programms. Eine entsprechende Partnerschaftsvereinbarung zwischen den Bauträgern und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft wurde heute unterzeichnet. Was ist ein klima:aktiv-haus? Jedes Wohngebäude, das nach dem Standard des klima:aktiv-kriterienkatalogs errichtet und mit dem klima:aktiv-gebäudeausweis deklariert wurde, darf sich klima:aktiv-haus nennen. Der klima:aktiv-gebäudestandard ist ein Qualitätsnachweis für Häuser und Passivhäuser und garantiert energieeffizientes, ökologisches und behagliches Wohnen. Neben der Energieeffizienz werden auch die Aspekte Planungs- und Ausführungsqualität, Baustoffe und Konstruktion sowie Komfort und Raumluftqualität bewertet. Daher profitieren die Bewohner/innen von klima:aktiv- Häusern in mehrfacher Hinsicht: mehr Behaglichkeit, gute Raumluftqualität, niedriger Energieverbrauch, niedrigste Schadstoffemissionen für Umwelt und Bewohner/innen, hohe Planungsund Ausführungsqualität und langfristige Wirtschaftlichkeit. Bei der Kostenrechnung für klima:aktiv-häuser schlägt sich die hohe Energieeinsparung im Betrieb positiv zu Buche. Der hohe Qualitätsstandard von klima:aktiv-häusern erleichtert den Zugang zu Förderungen. Die Wohnanlage Samer Mösl besteht aus drei Bauteilen mit insgesamt 60 Wohneinheiten, Bauträger ist die Heimat Österreich, für die Planung zeichnet das Unternehmen sps-architekten verantwortlich. L

5 Franz Neumayr wird für das Landespressebüro den Redaktionen Fotos vom Lokalaugenschein bei der Wohnanlage Samer Mösl anbieten. 19

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