Entwicklungsaufgabe Automobilität

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2 Befragung Schüler 8. Klassen: Wenn ich erwachsen bin... Ja Nein Unentschlossen Würdest Du in ein anderes Land ziehen? Würdest Du wählen gehen? Würdest Du zur Bundeswehr gehen? Wollt Ihr später Kinder haben? Würdest Du später heiraten? Wollt Ihr einen Führerschein machen? Angaben in Prozent Quelle: Tagesspiegel, , S /

3 Wenn ich 18 wäre... könnte ich endlich meinen Führerschein machen dürfte ich mir selbst Entschuldigungen schreiben würde ich jeden Tag Parties geben wäre ich nicht mehr auf meine Eltern angewiesen könnte ich an Wahlen teilnehmen könnte ich Genussmittel auch legal erwerben hätte ich mehr Sex würde ich mit Aktien handeln würde ich probieren, meine Wünsche zu realisieren Aber: dann würde der Werbe-Weihnachtsmann mir nichts schenken wäre ich voll strafmündig wäre ich für alles selbst verantwortlich müsste ich zur Bundeswehr und hätte ich alles in allem viel mehr Pflichten Schüler einer 8. Klasse (Quelle Tagesspiegel, , S. 12) /

4 Gliederung des Vortrags Vorbemerkungen als Ableitung von vier Hauptthesen Die Untersuchung LaWida - Längsschnittliche Wege in die Befunde zu den vier Hauptthesen Empfehlungen für die Gestaltung des s der Hauptergebnisse /

5 n Heranwachsender Havighurst: Dreher und Dreher: Reife Freundschaften Identität Geschlechtsrollenübernahme Körperakzeptanz Ablösung Elternhaus Vorbereitung auf Ehe und Familie Berufsvorbereitung Werte und ethisches System erlangen Sozial verantwortliches Verhalten Zukunftsorientierungen Intime Partnerschaften Hurrelmann: Umgang mit dem Konsumwarenmarkt Fend: Politische Orientierungen Erwerb schulischer Bildung Mienert: Übergang /

6 Eine interne Rahmenbedingung der Gesellschaftliche Forderung Werde endlich erwachsen! Jugendliche Unsicherheit Wann bin ich erwachsen? Erfüll die Gesellschaftliche Entwicklungspflicht! n als Erwerb erwachsener Fähigkeiten (Flammer, 1993) Eigne Dir die Reifemerkmale der neuen Erwachsenen an! Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein Fähigkeit zum Gefühlsausdruck, zur Dankbarkeit interessiertes und objektives Zuhören... (Hudson, 1999) Wie werde ich für die Erfüllung der Entwicklungspflicht belohnt? Fehlen von Übergangsritualen und neuen Berechtigungen Teilreifen statt Initiation Wie kann ich Euch beweisen, erwachsen zu sein? Status ist nach außen hin nicht darstellbar Verlängerung der Lebensphase Jugend verwischte Grenzen Jugend- Erwachsene Prozesse symbolischer Selbstergänzung Der Führerschein als Erwachsenensymbol /

7 Die normative "Mit dem 18. Geburtstag eröffnet sich für Dich die Möglichkeit, in die überzutreten. Bisherige Mobilitätsbeschränkungen entfallen dann. Setze Dich mit dieser Chance auseinander, wäge damit verbundene Risiken ab! Eigne Dir die Möglichkeit und gegebenenfalls auch die Fähigkeit an, automobil zu sein! Integriere diese Mobilitätsmöglichkeit in Deine Lebensplanung!" /

8 und ausgewählte Hauptthesen Der interne Rahmen anderer zu bewältigender Die Kontextuelle, n Differenzielle ontogenetische Betrachtungen gesellschaftliche erklärt ermöglichen die Vorgaben erklärt mit dem die erklären Prognosen Führerschein Entstehung die etablierter Dominanz verknüpften über Ideal-psychischer von und psychischen Risikoentwicklungen Dispositionen Erwartungen in unserer der Kultur Jugendlichen Die Wahrnehmung und Pläne über die Bewältigung der sind schon bei 16-Jährigen konsistent erfassbar. Der Führerschein ist schon für 16-Jährige subjektiv sehr wichtig Der Führerschein hat psychische Funktionen. Er verspricht Jugendlichen Unabhängigkeit und soziale Anerkennung. Risikoreiche verkehrsbezogene Einstellungen werden von einigen Jugendlichen in die mit eingebracht /

9 Die Untersuchung Längsschnittliche Analyse der Wege in die (LAWIDA) Reduziert auf die 16-Jährigen Gesamt 167 Jugendliche im Alter von 16 Jahren Geschlecht männlich weiblich 89 (53%) 78 (47%) Schultyp Gymnasium Realschule Hauptschule Förderschule 92 (55%) 15 (9%) 43 (26%) 17 (10%) Wohngegend Großstadt Kleinstadt Land (missing=2) 12 (7%) 95 (57%) 58 (35%) Geburtsland Deutschland anderes (missing=3) 142 (85%) 22 (13%) Elternbeteiligung beide Eltern nur Mütter nur Väter keine 0 (0%) 63 (38%) 25 (15%) 79 (47%) /

10 Die Wahrnehmung der durch 16-Jährige /

11 Die erste These: Die Wahrnehmung und Pläne über die Bewältigung der sind schon bei 16-Jährigen konsistent erfassbar. Die zweite These: Der Führerschein ist schon für 16-Jährige subjektiv sehr wichtig /

12 LA WIDA 2009: Wie wichtig ist 16-Jährigen ein PKW-Führerschein so bald wie möglich? "Der Führerscheinerwerb ist absolut wichtig für mich." Gültige Prozent je Stichprobe trifft gar nicht zu (1) (2) (3) (4) trifft völlig zu (5) Männlich 1,3 3,9 7,8 29,9 57,1 Weiblich 0 3,5 15,1 20,9 60,5 Gesamt 0,6 3,7 11,7 25,2 58,9 ausgewähltes Einzelitem /

13 LA WIDA 2009: Wird der Führerschein demgegenüber auch als objektiv notwendig empfunden? 40 "Durch den Ort meiner zukünftigen Ausbildungseinrichtung brauche ich unbedingt den Führerschein so früh wie möglich." Gültige Prozent je Stichprobe trif f t gar nicht zu (1) (2) (3) (4) trifft völlig zu (5) Männlich 16,7 24,4 20,5 17,9 20,5 Weiblich 12,8 9,3 37,2 15,1 25,6 Gesamt 14,6 16,5 29,3 16,5 23, / ausgewähltes Einzelitem

14 LA WIDA 2009: Die Dringlichkeit eines Führerscheins für 16-Jährige Anmerkung: Keiner der Geschlechterunterschiede ist statistisch bedeutsam. r=.24** Weiblich Männlich Gesamt 1 Subjektive Wichtigkeit (α =.55, 2 Items) Objektive Notwendigkeit (α =.50, 2 Items) Geringere Wichtigkeit bei: geringerem Autonomiestreben Geringere Notwendigkeit bei: guter Verkehrsanbindung ** p< /

15 Die dritte These: Der Führerschein hat psychische Funktionen. Er verspricht Jugendlichen Unabhängigkeit und soziale Anerkennung /

16 LA WIDA 2009 PKW- Führerscheins 5 Weiblich Männlich Gesamt Unabhängigkeit/ Mobilität Soziale Anerkennung (α =.74, 5 Items) (α =.76, 5 Items) Besonders wichtig für: Deutsche Jugendliche männliche Jugendliche Jugendliche mit hohem Autonomiestreben eher gewaltbereite Jugendliche Jugendliche aus autoorientiertem Peer /

17 Die geplante Bewältigung der /

18 Die vierte These: Risikoreiche verkehrsbezogene Einstellungen werden von einigen Jugendlichen in die mit eingebracht /

19 Das hohe Risiko: (Quelle Statistisches Bundesamt) 25 Verkehrsopfer je Einwohner dieser Altersgruppe insgesamt unter 15 Jahren 15 bis 18 Jahre 18 bis 25 Jahre 25 bis 65 Jahre 65 Jahre und älter /

20 Ursachenkomplex von Verkehrsunfällen im Jugendalter Mensch Anfängerrisiko Situatives Risiko Jugendlichkeitsrisiko Riskantes Verkehrsverhalten Situation Fahrzeug Verkehrsunfallrisiko/ Unfälle mangelnde Fahrpraxis und Fahrerfahrung kritische Überforderung willentlich kaum beeinflussbar altersunabhängiges Risiko Zusätzlich: spezifische Situationen des jungen Fahrens bewusstes Aufsuchen oder die Inkaufnahme risikoreicher Verkehrssituationen Tendenz, die Verkehrsteilnahme als Möglichkeit der Ablenkung, des Spannungsgewinns und der Selbstbewährung zu betrachten (Schlag, 1994, S. 134) typisch oder spezifisch für Jugendliche? in Anlehnung an Raithel (1999) /

21 LA WIDA 2009: Die Risikobereitschaft der Jugendlichen im Leben: und im Straßenverkehr: Anmerkung: Der Geschlechterunterschied in der Verkehrsbezogenen Risikobereitschaft ist statistisch bedeutsam, t(164)=3.38** Weiblich Männlich Gesamt Allgemeine Bereitschaft zu Risiko und Unsicherheit im Leben (α =.72, 3 Items) Man muss im Leben auch mal was riskieren Verkehrsbezogene Risikobereitschaft (α =.89, 7 Items) Fahren ohne gefährliche Situationen ist langweilig ** p< /

22 Indikatoren potenziell risikoreicher Bewältigung der Jugendlichkeitsrisiko droht bei: Einer intensiven dromophilen Autobindung Extramotiv Imponieren, Fahrspaß und Fahrzeugleistung (α =.92, 14 Items) (Wie wichtig ist es Dir...) ein Auto zu fahren, das anderen Fahrzeugen überlegen ist? Einer erhöhten verkehrsbezogenen Risikobereitschaft (α =.89, 7 Items) Fahren ohne gefährliche Situationen ist langweilig Einer geringen Akzeptanz von Verkehrsregeln in konkreten Situationen (α =.54, 8 Items) Geschwindigkeitskontrollen sind die reinste Schikane /

23 LA WIDA 2009: Das Ergebnis der Clusteranalysen "Vorsichtige" (N=72) "Ausgewogene" (N=46) "Potenziell Risikoreiche" (N=31) z-werte 2 1,5 1 0,5 0-0,5-1 -1,5 Imponieren, Fahrspaß, Fahrzeugleistung Verkehrsbezogene Risikobereitschaft Persönliche Akzeptanz von Verkehrsregeln in konkreten Situationen Potenziell risikoreiche Jugendliche (27,5 %) sind: eher männlich (p<.001) gewaltbereiter (p<.001) tendenziell gruppenorientierter (n.s.) Der Führerschein ist für sie: eher noch subjektiv wichtiger (p=.05) ein Mittel für den Gewinn sozialer Anerkennung (p<.001) /

24 LA WIDA 2009: Führerscheins 5 4 "Vorsichtige" (N=72) "Ausgewogene" (N=46) "Potenziell Risikoreiche (N=31) Subjektive Wichtigkeit FS Objektive Notwendigkeit FS FS Unabhängigkeit Mobilität FS Soziale Anerkennung /

25 LA WIDA 2009: Personale Merkmale potenzieller Risikofahrer (p<.05) Innere Gewaltbereitschaft Politische Macht Humane Gesellschaft Persönliche Freiheit keine Unterschiede u.a. in Selbstwert Neurotizismus/ Emotion. Lab. Extraversion Offenheit / Kultur Verträglichkeit /

26 Empfehlungen für die Gestaltung des s /

27 LA WIDA 2009: Akzeptanz von Verkehrssicherheitsmaßnahmen für einen frühen Führerschein Sicherheitstraining Für einen Führerschein ab 16 würde ich die Einschränkung... akzeptieren Psychol. Test Spurhalter Versicherung Alkoholtester (0 Promille) Anfängerkennzeichen Abstandwarner Erwachsenenbegleitung Auffrischungskurse FS Probe 5 Jahre Fahrtenschreiber Unter 80 kmh Nachtfahrverbot Wochenendfahrverbot keinesfalls Anmerkung: keine signifikanten Geschlechterunterschiede in jedem Fall /

28 LA WIDA: Differenzielle Unterschiede in der Akzeptanz der Maßnahmen Anfängerkennzeichen Für einen Führerschein ab 16 würde ich die Einschränkung... akzeptieren Alkoholtester Spurhalter Abstandwarner Fahrtenschreiber Unter 80 kmh "Vorsichtige" (N=72) "Ausgewogene" (N=46) "Potenziell Risikoreiche" (N=31) keinesfalls in jedem Fall /

29 der Hauptergebnisse Die Wahrnehmung der Schon bei 16-Jährigen sind Wahrnehmung und geplante Bewältigung der konsistent erfassbar. Die Subjektive Wichtigkeit des Führerscheins ist hoch, der Führerschein wird demgegenüber nicht unbedingt als objektiv notwendig empfunden. Mit differenziellen Unterschieden sind an ihn die psychischen Erwartungen von Unabhängigkeit/ Mobilität, Verantwortung/ Pflichten und Sozialer Anerkennung geknüpft. Die Vorstellungen der Jugendlichen von der eigenen Bewältigung der Bewusst risikoreiche Einstellungen (Jugendlichkeitsrisiko) weisen rund 27 % aller Heranwachsenden auf. Potenzielle Risikofahrer betonen die Symbol- und Statusfunktion des Führerscheins. Empfehlungen für die Gestaltung des s Spezifische Verkehrssicherheitsmaßnahmen für Anfänger finden überwiegend Akzeptanz. Differenziell wirksam wären insbesondere eine technisch realisierte Geschwindigkeitsbegrenzung und ein technisch realisiertes Alkoholverbot /

30 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit /

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