Konzept Streitkultur Arnold-von-Wied Schule Bonn, Schwarzrheindorf. Die Wolf-und Giraffensprache für die 1. Schuljahre

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1 Konzept Streitkultur Arnold-von-Wied Schule Bonn, Schwarzrheindorf Die Wolf-und Giraffensprache für die 1. Schuljahre Ziel: Vorbereitung auf das Faire Streiten (im 3. Schuljahr) und die Mediatorenausbildung (im 4. Schuljahr). Dient als Grundlage für die Kleinen, die Streitschlichtung durch die 4. Klässler verstehen und annehmen zu können. Entlastung der Lehrer und Verbesserung des Schulklimas, da auch hier schon Wege für das selbstständige Lösen von kleinen Konflikten den Kindern an die Hand gegeben werden. Rahmenbedingungen: Kinder 2 Kurse à 10 Einheiten à 1 Stunde Im 1. Halbjahr des 1. Schuljahres Methoden: Lernzielorientierte Bewegungs-und Interaktionsspiele, Übungen zur Selbst-und Fremdwahrnehmung, Magic Circle, Übungen zur Gefühlsarbeit und Ich-Stärke, Einzel-und Gruppenarbeit, Reflexion in der Gruppe, Rollenspiele, Visualisierung durch Giraffen-und Wolfhandpuppe 1. Einheit Gruppenfindung und Kooperation 2. Einheit Sinne schärfen Übungen zur Wahrnehmung: Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung, Unterschiedlichkeit der Wahrnehmung 3. Einheit Stärkung des Selbstwertgefühls

2 Reflexion über die eigenen Stärken und Präsentation vor der Gruppe 4. Einheit Wertschätzung des anderen/ Umgang mit Außenseitern Positive Dinge am anderen wahrnehmen und formulieren 5. Einheit Gefühle/ Empathie Gefühle erkennen, benennen und ausdrücken, mit den Augen des anderen sehen-den Perspektivwechsel einüben 6. Einheit Vorbereitung auf die Wolf-und Giraffensprache Merkmale der Wolf-und Giraffensprache 7. Einheit Einführung der Wolf-und Giraffensprache Sagen was einen stört, ohne den anderen zu beleidigen, Gefühle, Wünsche/Bitten im Streit ausdrücken- Visualisierung der einzelnen Schritte der Wolf-und Giraffensprache 8. Einheit Einübung der Wolf-und Giraffensprache Rollenspiel in der Wolf-und Giraffensprache zu Alltagskonflikten, Reflexion 9. Einheit Wolf-und Giraffensprache II Weiteres Einüben der Wolf-und Giraffensprache durch Rollenspiele, Reflexion 10. Einheit Resümee und Verabschiedung

3 Selbstbehauptung für die 2. Schuljahre Ziel: Stärkung des Selbstbewusstseins durch das Einüben von sprachlichen, stimmlichen und körperlichen Ausdrucksmöglichkeiten. Sensibilisierung der Wahrnehmung als Grundlage dafür, Situationen richtig deuten zu können, um adäquat zu reagieren. Einüben von richtigem Verhalten in (potentiell) gefährlichen Situationen. Grenzen setzen durch verbale und körperliche Gegenwehr, Nein-Sagen lernen, Wünsche und Forderungen äußern und durchsetzen können, positive und negative Gefühle offen ausdrücken können. Erlernen kindgerechter Befreiungstechniken, Erfahren der eigenen körperlichen Stärke. Wichtig ist an dieser Stelle, den Kindern die Grenzen ihrer körperlichen Stärke gegenüber Erwachsenen deutlich zu machen und in Bezug auf gleichaltrige/jüngere Kinder, die erlernten Techniken nicht zu missbrauchen, sondern sie nur als Verteidigung einzusetzen. Im Vordergrund steht in dieser Altersstufe ganz klar die Prävention: Eine selbstbewusste, starke Ausstrahlung signalisiert der Umwelt KEIN Opfer zu sein. Dies bedeutet Schutz vor verbalen und körperlichen Übergriffen. Außerdem werden gemeinsam mit den Kindern Überlegungen darüber angestellt, was sie tun können, um sich gar nicht erst in Gefahr zu begeben? Rahmenbedingungen: 16 Kinder (Freiwillige und Kinder auf Empfehlung) 10 Einheiten à 1 ½ Stunden Methoden: Rollenspiele, Wahrnehmungsübungen, Warming-up-Spiele, Mut-Geschichten, Reflexionen im Plenum, Visualisierung des Erlernten anhand der Erstellung eines Ergebnisplakats Struktur jeder Einheit: - Begrüßung/Wiederholung - Themen bezogenes Bewegungsspiel und/oder Übung

4 - Lernzielübung - Selbstverteidigung - Mutgeschichte - Feedbackrunde 1. Einheit Was ist Selbstbehauptung? Kennenlernen, Gruppenfindung, Erwartungsabfrage, Erarbeitung der Umgangsregeln 2. Einheit Stimme: Warum ist laut werden wichtig? und Einführung des Plakats zur Visualisierung des Gelernten ( Werkzeugkoffer ) Selbstverteidigung (SV): Erfahren der eigenen Stärke durch Schlagtechniken 3. Einheit Körperausdruck, Sprache als Werkzeug, Selbstsicherheit nach außen zu zeigen Und: Sicheres Verhalten Pantomime zur Hinführung an das Rollenspiel Rollenspiel zum Thema: Allein zu Hause SV: Tritte 4. Einheit Körperausdruck, Sprache Fortsetzung Rollenspiel SV: Befreiungstechnik aus der Umklammerung von hinten, ohne Möglichkeit des Armeinsatzes 5. Einheit Wahrnehmung/Bauchgefühl/6. Sinn Hilft, Situationen richtig einzuschätzen und besser zu bewältigen- Schutzfunktion Schulung aller Sinne durch Übungen SV: Haare ziehen

5 6. Einheit Wahrnehmung/Grenzen Wo ist meine Grenze? Wie kann ich sie schützen? Rollenspiel: Am Auto Anwendung aller bisher gelernter Werkzeuge (Körperhaltung, Mimik, Gestik, Sprache, Stimme) SV: Schwitzkasten 7. Einheit Grenzen, Nähe/Distanz Fortsetzung Rollenspiel SV: Befreiung aus Überkreuzgriff 8. Einheit Grenzen, Nähe/Distanz Übungen zum Abstand einfordern und halten Rollenspiel: Nein-Sagen können bei Freunden/Verwandten Reflexion: Vergleich Fremder/Bekannter SV: Befreiung aus Griff am Kragen, 9. Einheit Fortsetzung des Rollenspiels SV: Wiederholung aller Techniken 10. Einheit Reflexion und Resümee Was nehmen alle Beteiligten aus dem Kurs mit? Sind die Erwartungen erfüllt worden? Gibt es offen gebliebene Fragen? Wunschspiele oder übungen Verteilung der Urkunden Verabschiedungsrunde

6 Faires Streiten für die 3. Schuljahre Ziel: Voraussetzung ist die Annahme, dass Streit zum Leben gehört und Faires Streiten-d.h. streiten mit Worten-nicht angeboren, sondern eine erlernbare Fertigkeit ist. Das soziale Lernen innerhalb des Klassenverbandes soll den Schülern flächendeckend die Möglichkeit bieten, sich diese Fertigkeit an zueignen. Kennenlernen und Ausprobieren von konstruktiven Handlungsalternativen für Konflikte und Erarbeitung von Techniken zur Impulskontrolle, durch Gefühlsarbeit, Wahrnehmungsschulung und Übungen zum Körperausdruck. Rahmenbedingungen: Alle Kinder der 3. Jahrgangsstufe innerhalb der Unterrichtszeit in Anwesenheit der Klassenlehrerin. 13 Einheiten, 1x wöchentlich, für 2 Schulstunden Methoden: Warming-up-Spiele, Lernzielorientierte Übungen, Interaktionsspiele, Gefühlsgesichter, Rollenspiele, Trainingsbögen zur Selbstkontrolle des Erfolgs, Entspannungs-, Mutgeschichten, als Grundlage dient das Konzept Streit-Training von Schwarzhans, Hauck, Redlich. 1. Einheit Kennenlernen, Erarbeitung von Umgangsregeln 2. Einheit Verabschiedung des Umgangsvertrags 3. Einheit Bedeutung des Fairen Streitens u.a. durch Klärung der Begriffe Konflikt und Fair, Einführung in das Rollenspiel 4. Einheit Auseinandersetzung der Kinder mit dem Trainingsthema durch Sammeln und Malen von typischen Streitsituationen an der Schule, dient später als Grundlage für Rollenspiele, die dadurch einen konkreten Alltagsbezug für die Kinder aufweisen

7 5. Einheit Entwicklung körperlicher Deeskalationsstrategien, Hinführung auf das Rollenspiel 6. Einheit Erarbeitung von Techniken zur Wutkontrolle und deren Erprobung 7. Einheit Verlieren können-wie geht das? Aufbauend auf die vorausgegangenen Einheiten werden hier für eine konkrete Streitsituation Handlungsalternativen für den Verlierer erarbeitet und im Rollenspiel erprobt. Wuttricks können eingeübt werden. 8. Einheit Was tue ich, wenn Spaß zu Ernst wird? Grenzüberschreitungen verbal und non-verbal ausdrücken lernen. Weitere Festigung der Wuttricks als Grundlage angemessener Selbstbehauptung. 9. Einheit Absicht oder Versehen? Es wird überprüft, ob grenzüberschreitendes Verhalten absichtlich oder versehentlich ausgeführt wurde, so dass die Kinder ihr Verhalten darauf abstimmen können im Sinne der Selbstbehauptung. 10. Einheit Wie gehe ich mit Beleidigungen um? Umgang mit Provokationen, durch verbale Abgrenzung und eigene Wutkontrolle, Auseinandersetzung mit den Motiven des Provokateurs. 11. Einheit Wie kann ich mit Worten einschreiten? Was können Kinder tun, wenn sie Zeuge einer Auseinandersetzung anderer Kinder werden 12. Einheit Wie können wir Meinungsverschiedenheiten klären? Vorstellung und Einübung eines strukturierten Handlungsablaufs zur verbalen Konfliktlösung 13. Einheit Da die Einheit 12 sehr komplex ist und ausführlicher Besprechung und Übung bedarf, ist an dieser Stelle Platz zur Intensivierung. Außerdem soll in der letzten Einheit genügend Zeit sein für eine ausführliche Verabschiedungsrunde mit Wunschspiel, gemeinsamem Resümee und der feierlichen Urkundenverteilung

8 Mediatorenausbildung der 4. Schuljahre Ziel: Weiterführung und Intensivierung des Fairen Streitens in den 3. Klassen, Selbstständiges Lösen von Konflikten unter Gleichaltrigen, Vorbildfunktion auch für jüngere Schüler, Weitere Verbesserung des Schulklimas durch eine konstruktive Streitkultur Rahmenbedingungen: 5 Themenkomplexe strukturiert in 10 Einheiten à 1 ½ Stunden, Ausbildung innerhalb der OGS-Zeiten im 1. Halbjahr des 4. Schuljahres, 15 Schüler, die das Faire Streiten im 3. Schuljahr durchlaufen haben Methoden: Unterrichtsgespräch, Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit, Arbeitsblätter/Beobachtungsbögen/Schlichtungsformulare, Rollenspiel, Übungen, Magic Circle, Erfolgskontrolle 1. Themenkomplex Einführung in die Schlichtung Einheit 1 Teambuilding/Einleitung Worüber, wo und wie streiten sich die Schüler unserer Schule? Klärung der Begriffe: Konfliktparteien, neutrale Personen (Schlichter), faire Lösungen Ziel einer Schlichtung 2. Themenkomplex Konfliktlösungen Einheit 2 Einführung Widerspiegeln/Paraphrasieren Auswertung der Beobachtungsergebnisse über Häufigkeit, Orte und Art der Konflikte an der Schule Erarbeitung fairer Lösungen für typische Konflikte an der Schule

9 3. Themenkomplex Schlichterkenntnisse und fähigkeiten Einheit 3 Der Sinn von Regeln Vorbereitung der Schlichter auf Regelverstöße Einübung von Reaktionsmöglichkeiten auf Regelverstöße Einheit 4 Übung/Rollenspiel zur Kommunikation: Kontrollierter Dialog und Gutes Zuhören 4. Themenkomplex Gefühle erkennen, benennen, vergleichen Einheit 5 Gefühle bei anderen wahrnehmen (Gesichtsausdruck) Gefühle an der Stimmfarbe/Betonung erkennen Problem der Unterschiedlichkeit von Wahrnehmung 5. Themenkomplex Schlichtungsablauf Einheit 6 Einführung der Friedensbrücke als Hilfe bei der Schlichtung Einzelne Schritte des Schlichtungprozesses: Festlegung der Regeln, Austausch der Standpunkte, Lösungsfindung, Treffen eines Abkommens Einheit 7 Fortsetzung: Einzelne Schritte des Schlichtungsprozesses Erörterung von möglicherweise aufkommenden Problemfällen Einheit 8 Einübung des Schlichtungsablaufs durch Rollenspiele Einheit 9 Organisatorisches: Wann und wo kann Schlichtung in unserer Schule stattfinden? Wie wird der Schlichtungsdienst verteilt? Wie bieten Schlichter ihren Dienst an? Einheit 10 Erfolgskontrolle

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