Weiterbildung zur Medikationsbeauftragten Pflegekraft

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1 Weiterbildung zur Medikationsbeauftragten Pflegekraft Beginn: 12. September 2011 Informationsveranstaltung: Erkrankungen durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) gehören zu den häufigsten und kostspieligsten Krankheitskomplexen in den Industrieländern: Sie rangieren vor Depression, Koronarer Herzkrankheit und Diabetes mellitus. (Prof. Dr. Müller-Oerlinghausen, 1999,: Handbuch der unerwünschten Arzneimittelwirkungen, ehem. Vorsitzender der Arzneimittelkomission der deutschen Ärzteschaft) Die Medikationssicherheit ist ein bedeutsames Element der Gesundheitsversorgung, das in Deutschland bisher nur unzureichende Beachtung fand. Erst jetzt, nach mehreren Studien, zuletzt auch für das Bundesministerium für Gesundheit, wird deutlich, wie weitreichend diese sozialmedizinische Problematik unseres Arzneimittelversorgungssystems wirklich ist. Im Rahmen vertiefter Stationsbegehungen fanden die Forschungsinstitute und Gero PharmCare durchschnittlich 500 bis 700 Arzneimittelprobleme in einer Alteneinrichtung mit einhundert Bewohnern. Bis zu ein Viertel der Senioren einer stationären Alteneinrichtung erfahren durch eine Vielzahl der Arzneimittel jährlich insgesamt 60 bis 120 Schädigungen, wie z.b. Magenbluten, Stürze, Verwirrtheit oder Inkontinenz. Die Hauptursachen liegen im mangelnden Risikobewusstsein aller Beteiligten und in der fehlenden kommunikativen und arbeitsorganisatorischen Abstimmung der Heilberufe. Das Bundesministerium für Gesundheit, viele großen Kassen, sowie der MDS reagieren zurzeit auf diese Tatsachen, sodass sich die qualitativen Anforderungen an eine sichere Arzneimittelversorgung in unserem Gesundheitswesen erheblich verändern werden. Pflegekräfte spielen im Arzneimittelversorgungsprozess der ihnen anvertrauten Menschen eine bedeutsame Rolle und können hier, in enger Zusammenarbeit mit den BewohnerInnen, PatientenInnen, Angehörigen, Ärzten und Apothekern entscheidende Verbesserungen hervorbringen. Die Weiterbildung zur/zum Medikationsbeauftragten soll Pflegefachkräfte auf diese erhöhte Verantwortlichkeit vorbereiten. Medikationsbeauftragte werden zentrale Ansprechpartner für alle Grundsatzfragen zur Arzneimittelversorgung in den jeweiligen Organisationen sein, in denen sie tätig sind.

2 Sie werden eine vertiefte Erkenntnis über die Abläufe und Fehlerquellen des Medikationsprozesses gewinnen und lernen diese Erkenntnisse mit ihren Ärzten und Apothekern auch praktisch umzusetzen. Organisation und Inhalte Informationsveranstaltung Termin: , 10:15 ca. 17:00 Uhr Kurs-Nr.: Kursgebühr: 30,- Weiterbildung Die Weiterbildung ist in zwei Module aufgebaut, die auch unabhängig voneinander besucht werden können: Das Modul 1 Medikamentenorganisation und Fehlermanagement in stationären Einrichtungen beschäftigt sich mit den einrichtungsbezogenen Problemstellungen und deren interdisziplinären Lösungsansätzen. Das Modul 2 Grundlagen der praktischen Pharmakologie im Pflegealltag vermittelt die patientenorientierte Unterstützung der ärztlichen Verordnung in der Beobachtung der Pharmakotherapie, Indikationsstellung und Arzneimittelanwendung. Die engen Zusammenhänge zwischen den Expertenstandards der Pflege und dem therapeutischen Einsatz der Arzneimittel werden an praktischen Beispielen erläutert. Dadurch können den Pflegefachkräften Wege zum interdisziplinären Versorgungsmanagement aufgezeigt werden. Als Basis für ihre praktischen Arbeiten (Projektarbeit) erhalten die Seminaristen entsprechende in der Forschung evaluierte Checklisten, Standards und Assessmentverfahren zur Arzneimittelversorgung. Das Curriculum umfaßt 50 Theorie- und etwa 10 Praxisstunden, die folgendermaßen aufgebaut sind: 1. Modul: Medikamentenorganisation und Fehlermanagement in stationären Einrichtungen 1. Lerneinheit: Das Arzneimittel im Versorgungsprozess: Grundlagen der Geriatrischen Pharmazie Hintergründe und Herausforderungen einer neuen Sicherheitskultur in der Arzneimittelversorgung Risiko- und Qualitätsmanagementmethoden, Fehlerquellen und Präventionsstrategien, Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Pflegefachkraft, des Arztes und des Apothekers im Medikationsprozess. Termin: , 10:15-17:00 Uhr

3 2. Lerneinheit: Medikamentenorganisation und Patientencompliance Dokumentation / Kommunikation, Lagerung, Lieferung, Bereitstellen / Verblistern der Medikamente im Hinblick auf den Pflegeprozess Wie muss, sollte und kann die Medikamentenorganisation gestaltet werden? Aufgaben der Pflegefachkräfte in der Arzneimittelanwendung und Compliance Termin: , 10:15-17:00 Uhr 2. Modul: Grundlagen der praktischen Pharmakologie im Pflegealltag 3. Lerneinheit: Der gerontopsychiatrische Patient Umgang mit Demenzerkrankungen Pharmakologische und nicht-pharmakologische Maßnahmen Aufgaben, Problemstellungen und Möglichkeiten des Psychopharmakaeinsatzes in der Pflege. Termin: , 10:15-17:00 Uhr Referent: Dr. med. Wilhelm Stuhlmann 4. Lerneinheit: Grundlagen der praktischen Pharmakologie I Internistische und geriatrische Besonderheiten der Pharmakotherapie für die Pflegepraxis: Pflegerische Aufgaben und Maßnahmen bei wichtigen Arzneimittelgruppen, speziell bei der Indikationsstellung und Therapiebeobachtung Geriatrische Syndrome und die Bedeutung der Pharmakotherapie in den Expertenstandards der Pflege am Beispiel Schmerz und Sturz Termin: , 10:15-17:00 Uhr 5. Lerneinheit: Grundlagen der praktischen Pharmakologie Fortsetzung des 1. Teiles (4. Lerneinheit) Termin: , 10:15-17:00 Uhr 6. Lerneinheit: Kommunikation im Medikationsprozess Ärztliche und pflegerische Kommunikation im Medikationsprozess, Fehlermanagement: Problembesprechung und Gesprächsführung mit Ärzten, Patienten, Angehörigen Termin: , 10:15-17:00 Uhr Referent: Dr. med. Wilhelm Stuhlmann

4 7. Lerneinheit: Praxis Projektarbeit und Besprechung der Projektarbeiten, Abgabe bis zum in der Caritas-Akademie. Jede/r SeminarteilnehmerIn, der eine Zertifikatsausbildung anstrebt, erstellt eine Projektarbeit. Diese besteht aus der interdisziplinären Bearbeitung eines zentralen Arzneimittelproblems des jeweiligen persönlichen Arbeitsumfeldes (Heim, Klinik, Ambulanz). Referent/Praxisanleitung: Frank Hanke Referenten: Apotheker Dipl.pharm. Frank-Christian Hanke Projektmanager und Dozent in der Versorgungsforschung, Geschäftsführer der Gero Pharmcare - Gesellschaft für Geriatrische Pharmazie mbh, Medizinische Fakultät der Universität Witten/Herdecke, Vorsitzender der Prüfungskommission der Apothekerkammer Nordrhein (Geriatrische Pharmazie) Dr. med. Dipl. Psych. Wilhelm Stuhlmann Vorsitzender des Landesverbandes der Alzheimer Gesellschaften in NRW, ehem. Chefarzt der Gerontopsychiatrischen Abteilung der Rheinischen Kliniken Köln, Dozent für Gerontopsychiatrie und geriatrische Pharmakotherapie in Medizin, Pflege und Pharmazie, Klinischer Geriater Abschlüsse: Bei Besuch einzelner Module erhält der/die SeminarteilnehmerIn eine Teilnahmebescheinigung durch die Caritasakademie und die Gero PharmCare GmbH. Bei Besuch beider Module, sowie der erfolgreichen Anfertigung einer praxisrelevanten Projektarbeit (Praxisanleitung in Gruppen, siehe 7. Lerneinheit) und erfolgreich abgeschlossener Prüfung erhält der/die SeminarteilnehmerIn das Zertifikat Medikationsbeauftragte Pflegefachkraft in der stationären und ambulanten Pflege durch GeroPharmCare GmbH, Caritas Akademie und Max-Bürger-Institut für Altersforschung. Prüfung: Im Rahmen der angerechnet werden. können für diese Veranstaltung 18 Punkte

5 Zielgruppe: Pflegefachkräfte, Qualitätsbeauftragte und Risikomanager in Pflegeeinrichtungen mit medizinisch-pflegerischer Ausbildung. Kursgebühr: Modul 1: 240,- incl. Seminarunterlagen, Pausengetränke und Mittagsverpflegung Modul 2: 600,- incl. Seminarunterlagen, Pausengetränke und Mittagsverpflegung, zuzüglich 50,- Prüfungsgebühr. Für die gesamte Weiterbildung: 840,- incl. Seminarunterlagen, Pausengetränke und Mittagsverpflegung, zuzüglich 50,- Prüfungsgebühr. Kurs-Nr.- Modul 1: Kurs-Nr.- Modul 2: Wünschen Sie weitere Informationen oder möchten Sie sich anmelden? Dann rufen Sie uns an: Caritas-Akademie Köln-Hohenlind, Tel. 0221/ (Zentrale) oder senden Sie uns eine an: oder informieren Sie sich im Internet unter: Förderung Nutzen Sie ggf. die Förderung über den Bildungsscheck NRW oder die Möglichkeit der Förderung über die Bildungsprämie

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