Klausur zum Bachelor-Basismodul Investition, Finanzierung und Kapitalmarkt Teil 1 Sommersemester 2011 (30 min)

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1 Prof. Dr. Wolfgang Kürsten Lehrstuhl für Allgemeine Betiebswirtschaftslehre, insbesondere Finanzierung, Banken und Risikomanagement Klausur zum Bachelor-Basismodul Investition, Finanzierung und Kapitalmarkt Teil 1 Sommersemester 2011 (30 min) Name (in Druckschrift) Vorname Matrikelnummer Aufgabe 1 Aufgabe 2 Aufgabe 3 Hinweise: Versehen Sie bitte die Klausur mit Ihrem Namen und Matrikelnummer. Tragen Sie die Lösungen bitte direkt in den vorgesehenen Platz hinter den Aufgaben ein. Falls dieser nicht ausreicht, verwenden Sie die Rückseiten der Aufgabenblätter. Zugelassenes Hilfsmittel ist ein nicht-programmierbarer Taschenrechner. Die angegebenen Punkte entsprechen dem für die Aufgabe jeweils vorgesehenen Zeitaufwand in Minuten. Erläutern Sie in geeigneter Weise die folgenden Begri e und Sachverhalte bzw. beantworten Sie folgende Fragen. Viel Erfolg.

2 1 1. Aufgabe: (10 Punkte) Ein Unternehmer plant den Kauf einer neuen Maschine zur Produktionserweiterung. Es liegen ihm zwei Angebote vor. Er geht von einer wirtschaftlichen Nutzungsdauer von 3 Jahren aus. Die gegenüber der Unterlassungsalternative zusätzlichen Einzahlungsüberschüsse z t der beiden Angebote in den einzelnen Zeitpunkten und die Liquidationserlöse L 3 (im Zeitpunkt t =3)sindderfolgendenTabellezuentnehmen: Maschine I Maschine II z z z z 3 + L Der Unternehmer geht bei seinen Berechnungen von einem vollkommenen Kapitalmarkt mit flacher Zinsstruktur und einem Kapitalmarktzins von 5,0 % aus. a) Tre en Sie mit der Kapitalwertmethode eine Entscheidung über die absolute und die relative Vorteilhaftigkeit der zwei Angebote! b1) Welchen Betrag kann der Unternehmer beim Kauf der Maschine II am Ende der Nutzungsdauer im Vergleich zur Alternative Verzicht auf den Kauf der Anlage mehr konsumieren? b2) Welchen Betrag kann der Unternehmer beim Kauf der Maschine II jeweils jährlich nachschüssig im Vergleich zur Alternative Verzicht auf den Kauf der Anlage mehr konsumieren?

3 2 c) Der Unternehmer bezweifelt, dass für die Maschine I die geplante Nutzungsdauer von 3 Jahren tatsächlich optimal ist. Bei einer technischen Nutzungsdauer von 6 Jahren ergibt sich folgende Tabelle der Einzahlungsüberschüsse aus der Nutzung der Anlage und der Liquidationserlöse zu den verschiedenen Zeitpunkten t: t z t L t Bestimmen Sie die (ex ante) optimale Nutzungsdauer (es wird eine einmalige Investition unterstellt) für diese Anlage! Sie können dazu u.a. die vorbereiteten Spalten der obigen Tabelle verwenden. d) Wie fällt jetzt die Typ B Entscheidung aus, wenn für das Angebot I die optimale Nutzungsdauer unterstellt wird (die Nutzungsdauer von Angebot II bleibt bei 3 Jahren)?

4 3 e) Sie haben am Kapitalmarkt die folgenden Kaufpreise von Nullkuponanleihen mit einem Nennwert von jeweils C und unterschiedlichen Laufzeiten beobachtet. Laufzeit Kaufpreis 1 Jahr 967,12 C 2 Jahre 928,12 C 3 Jahre 912,48 C Bestimmen Sie die Zinsstruktur am Kapitalmarkt! Berechnen Sie dazu die Kassazinssätze i 1,i 2,i 3 und die Terminzinssätze 0 i 0,1, 0i 1,2, 0i 2,3! Welche Form der Zinsstruktur liegt vor?

5 4 2. Aufgabe: (10 Punkte) a) Gegeben sind die beiden einperiodigen Investitionen A und B durch ihre Zahlungsströme A mit z 0 = 500 und z 1 = 600 bzw. B mit z 0 = 700 und z 1 = 805. Welche Investition ist nach der Interner Zinsfuß Methode relativ vorteilhaft? Bestimmen Sie den kritischen Zins r! Geben Sie die Kapitalmarktzinssätze i an, bei denen beide Investitionen absolut vorteilhaft sind und sich bei der Bestimmung der relativen Vorteilhaftigkeit kein Widerspruch zwischen der Kapitalwertmethode und der Interner Zinsfuß Methode ergibt (kurze Begründung unter Verwendung einer geeigneten Skizze)?

6 5 b) Stellen Sie in der folgenden Übersicht die typischen Eigenschaften von Fremdkapital und Eigenkapital bezüglich der gegebenen Kriterien stichpunktartig gegenüber! Fremdkapital Eigenkapital Rechtsstellung der Kapitalgeber Art der monetären Ansprüche Höhe und Zeitpunkt dieser Ansprüche Priorität Ansprüche dieser Haftung bei Verlusten Einfluss auf die Geschäftsführung im laufenden Geschäftsbetrieb und im Insolvenzfall

7 6 3. Aufgabe: (10 Punkte) a)weshalb ist die in der Praxis verbreitete Buchhaltermethode eine Bremse für Ersatzinvestitionen? Begründen Sie Ihre Antwort anhand der entsprechenden Formel für den optimalen Ersatzzeitpunkt! Leiten Sie dazu diese Formel her! Wie ist diese Formel ökonomisch zu interpretieren?

8 7 b) Erläutern Sie kurz die typischen Ausgestaltungsmerkmale eines Zero Bonds, einer Floating Rate Note (FRN) und eines Annuitätendarlehens! c) Was versteht man unter Mezzanine Finanzierung? Geben Sie zwei Beispiele der Mezzanine Finanzierung an und beschreiben Sie diese kurz!

9 Prof. Dr. Wolfgang Kürsten Lehrstuhl für Allgemeine Betiebswirtschaftslehre, insbesondere Finanzierung, Banken und Risikomanagement Klausur zum Bachelor-Basismodul Investition, Finanzierung und Kapitalmarkt Teil 2 Sommersemester 2011 (60 min) Name (in Druckschrift) Vorname Matrikelnummer 1a 1b 1c 1d 2a 2b 2c 2d 3a 3b 3c 3d 4a 4b Hinweise: Versehen Sie bitte die Klausur mit Ihrem Namen und Matrikelnummer. Tragen Sie die Lösungen bitte direkt in den vorgesehenen Platz hinter den Aufgaben ein. Falls dieser nicht ausreicht, verwenden Sie die Rückseiten der Aufgabenblätter. Zugelassenes Hilfsmittel ist ein nicht-programmierbarer Taschenrechner. Die angegebenen Punkte entsprechen dem für die Aufgabe jeweils vorgesehenen Zeitaufwand in Minuten. Erläutern Sie in geeigneter Weise die folgenden Begri e und Sachverhalte bzw. beantworten Sie folgende Fragen. Viel Erfolg.

10 1 1. Aufgabe: (15 Punkte) a) Worin unterscheiden sich Innen- und Außenfinanzierung? Geben Sie zu beiden Finanzierungsformen je zwei Unterformen an und erläutern Sie diese kurz. (5 Punkte) b) Ein beschränkt haftendes Unternehmen mit dem unsicheren Rückstrom Y sieht sich Gläubigerforderungen in Höhe von D gegenüber. Wie lauten die charakteristischen Funktionen des Eigen- und Fremdkapitals formal? Stellen Sie die charakteristischen Funktionen graphisch dar? Wie sind die Gewinn- und Verlustmöglichkeiten verteilt? (4 Punkte)

11 2 c) Das beschränkt haftende Unternehmen sieht sich nun vorrangigen Gläubigern mit der Forderung D v und nachrangigen Gläubigern mit der Forderung D n gegenüber. Stellen Sie die charakteristischen Funktionen des vorrangigen und des nachrangigen Fremdkapitals graphisch dar. (2 Punkte) d) Erläutern Sie kurz die Unterschiede zwischen den folgenden Berechnungsmethoden des Shareholder Value in der Praxis: (4 Punkte) direkte versus indirekte Methode Entity-Methode versus Equity-Methode.

12 3 2. Aufgabe: (15 Punkte) a) Erläutern Sie die wesentlichen Aussagen des CAPM anhand der Renditegleichung. (4 Punkte) b) Leiten Sie von der Renditegleichung zur ersten Preisgleichung des CAPM über und erläutern Sie, warum nicht für alle Unternehmen ein Risikoaufschlag auf den Diskontierungszinssatz angebracht ist. (3 Punkte)

13 4 c) Welchen Zusammenhang beschreibt die Kapitalmarktlinie ökonomisch? Geben Sie diesen Zusammenhang formal an und stellen Sie die Kapitalmarktlinie graphisch dar. (5 Punkte) d) Erläutern Sie im Kontext des CAPM das Konzept der gewogenen Kapitalkosten. (3 Punkte)

14 5 3. Aufgabe: (15 Punkte) a) Was besagt das Irrelevanztheorem von Miller und Modigliani? (3 Punkte) b) Inwiefern können Steuern und Insolvenzkosten die optimale Kapitalstruktur beeinflussen? (4 Punkte)

15 6 c) Was ist ein Futures? Stellen Sie die charakteristischen Funktionen von long- und short- Positionen in Futures graphisch dar. (3 Punkte) d) Welches Entscheidungskalkül führt zum optimalen Futures-Hedgingvolumen eines risikoaversen Produzenten? Geben Sie das Volumen formal an und erläutern Sie die Bestandteile (keine Rechnungen). Wann kommt es zu einem normal hedge, wann zu einem Texas hedge? (5 Punkte)

16 7 4. Aufgabe: (15 Punkte) a) Was versteht man unter dem Referenzkonflikt zwischen Managern und Aktionären und inwiefern lässt er sich über Stock Options lösen? (7 Punkte)

17 b) Warum kommt es beim Going Public zum Underpricing und was versteht man unter dem Winner s Curse? (8 Punkte) 8

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